Kopfkino, Hanix 81: »Alles, was Dich anders oder seltsam erscheinen lässt — das ist Deine Stärke.« (Meryl Streep)

Kopfkino, Hanix 81: »Alles, was Dich anders oder seltsam erscheinen lässt — das ist Deine Stärke.« (Meryl Streep)

Text: Maike Endresz
Foto: Ulla Kühnle

Triggerwarnung! Dieser Text beschäftigt sich mit psychischen Erkrankungen/Depressionen. Menschen, die das potentiell belastet, sollten eventuell nicht weiterlesen.

Ich »wollte«, dass der Tag X kommt, an dem dieses Thema passt. Also, »wollen« nicht mit Vorfreude und »JEY, Lieblingsthema, herrlich!«, sondern im Sinne von: es MUSS so sein. Weil es so wichtig ist, weil es getan werden muss, weil totschweigen nicht selten tötet. Mein Herz aber schlägt mir grad bis zum Hals, ich kann es tatsächlich dolle pumpen spüren und sogar sehen. Ich bin angespannt, aufgeregt und ein bisschen ängstlich. Es ist ein großes Thema. Denn was ist bei mir passiert, als ich WENDEZEITEN hörte? Das:

Ich lache ein bisschen, nicht mein echtes, lebensbejahendes Lachen, das auch ein großer Teil von mir ist, sondern das Lachen, das eine Fassade ist, das den Schmerz ein bisschen übertönen und bestenfalls verjagen soll, das, was der bittersüße Sarkasmus hervorquetscht, der gute alte Galgenhumor.

Wenn es doch nur wirklich lustig wäre, wie oft sich die Zeiten wenden, in meinem Leben. Innerhalb weniger Augenblicke oder Stunden. Manchmal alle paar Tage. Manchmal sind es Wochen oder Monate. Aber es passiert immer wieder: Von himmelhochjauchzend zu zu Tode betrübt.

Ich reiße mich hart zusammen, nicht die langjährig eingeübte Grinsekatze über diese Seiten huschen zu lassen, mit keinem fluffigen Schmunzler das Thema weichzuspülen. Das ist zwar auch eine meiner Strategien, um damit zu leben, aber, ganz ehrlich, es ist einfach gar nicht witzig. Klar, ich habe mir im Laufe der Jahrzehnte etwas angeeignet, was mir persönlich irgendwie hilft, aber die ganze Nummer eben nicht komplett verschwinden lässt.

Es ist eine Krankheit, die mich — leider — immer weiter begleitet, in diverser Intensität. Dennoch bin ich immer da, ich funktioniere. Meine letzte Krankschreibung war … vor vielen Jahren … ich weiß es nicht mal mehr …

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