Kopfkino Hanix 72: Bewegungen

Kopfkino, Hanix 72: Bewegungen

Text: Maike Endresz
Foto: Ulla Kühnle

In einem einzigen Kopf kann so unfassbar viel los sein. Es grenzt an Wahnsinn. Um dem kompletten Irrsinn zu entkommen und mich nicht eines Tages komplett in Wolkenkuckucksheim zu verlieren, dürfen die Gedanken jetzt raus. Also, Bitteschön: Willkommen in meinem Kopf.

»Hoffnung ist der Glaube daran, dass das, was wir tun, möglicherweise von Belang ist. Das Wissen, dass die Zukunft jetzt noch nicht geschrieben ist.« Rebecca Solnit.

Wie schön. Das Zitat stammt aus dem Buch »Die Dinge beim Namen nennen« und bezieht sich auf diverse Missstände in den USA. Sie ruft dazu auf, an die eigene Macht zu glauben und ins Handeln zu kommen, anstatt zu resignieren …

Ich überlege: Wann und wie handelt der Mensch? Allein. Mit anderen. Denn, etwas zu bewegen, was von Bedeutung ist, heißt auch, Banden zu bilden und gemeinsam Hoffnung zu leben. Wann bewegen wir etwas? Uns? Unser Innerstes? Und warum fällt es uns oft so schwer? Dann ertragen wir, leben in einem Korsett, das uns lang nicht mehr passt, halten aus, hoffen auf Befreiung. Und fürchten sie doch, irgendwie. Also bleiben wir still und starr.

Da sind aber auch die, die sich einfach IMMER engagieren. Wir kennen sie, es sind immer die Gleichen, die ewig Freiwilligen: die Klassensprecher, die Elternbeiratsvorsitzenden, die IG-Mitglieder, die, die den Vereinsausflug organisieren oder die Whatsapp-Gruppe »Hochzeitsspiele M & J« erstellen. Die, die immer ein Pflaster für andere dabei haben. Bewegen die so gerne viel? Oder brauchen sie das Kümmern, um sich lebendig zu fühlen? Etwas zu verändern? Sich zu verändern? Oder von sich selbst abzulenken? Oder für die Anerkennung — die es dann sehr selten wirklich gibt? Der Liebe und Zuneigung wegen? Oder einfach aus Selbstlosigkeit? Und warum so selbstlos?

Aristoteles fand: »Der ideale Mensch verspürt Freude, wenn er anderen einen Dienst erweisen kann.« Ah, darum also. Ideal. Ich fühl’s. Andere hingegen sind festgefroren, erstarrt und in Dauerschleife. Die wollen keine Veränderung. Gar nicht mal, weil alles so prickelnd ist, wie es ist. Eher, weil es verunsichert und Angst macht, wenn sich was tut.

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