Abenteuer um die Ecke, Hanix 75: Alpaka-Wanderung

Abenteuer um die Ecke, Hanix 75: Alpaka-Wanderung

Text: Maike Endresz
Foto: Ulla Kühnle

In unserer Region gibt es irre viel zu entdecken und zu erleben. Man muss nur wissen, wo. Um euch ein bisschen zu inspirieren, stürzen wir uns in jeder Ausgabe in ein neues Abenteuer. Nah und gut, mal mehr, mal weniger aufgeregt und hier bei uns um die Ecke. Diesmal: Besuch auf der Alpaka-Farm.

Ich hab mein Herz verloren.
Irgendwo auf oder um den Hof Nester herum.

Dr. Dolittle, Lars oder Ida, vielleicht auch Hunter oder Lattika... mindestens eine*r der »von Bruhwegs« hat es mir geklaut. War aber ja zu erwarten, ab dem Moment, als ich mich zur Alpakawanderung angemeldet habe. Wie das öfter mal so ist, lässt sich der Herr Herausgeber dieses Mal nicht nehmen, nochmal dabei zu sein, hat er doch auch so ein großes, warmes Herz für Tiere. So lernen wir also die zehnköpfige Alpakaherde an einem schönen Augustvormittag kennen und — ZACKBATSCH — verlieben uns bis über beide Ohren.

So ging es wohl auch Diana Nester, die zum ersten Mal in Dresden auf einer Alpaka-Farm war und danach nicht aufhören konnte, an sie zu denken. Ihr Mann baute ihr also einen Stall auf dem elterlichen Hof in Böckingen und die ersten vier Tiere zogen 2013 bei ihnen ein. Bis heute haben sie insgesamt acht Fohlen (ich habe gelesen, dass die Babys eigentlich Cria heißen) zur Welt gebracht.

Zum Einstieg erfahren wir etwas über die Regeln, die bei einer solchen Wanderung gelten und über Alpakas allgemein. Diese entzückenden Wesen sind Huacya-Alpakas und stammen ursprünglich aus den südamerikanischen Anden. Sie können 20 bis 25 Jahre alt werden, bis zu 70 kg wiegen und werden 80-100 cm groß. Und: klauen Menschenherzen!

Sie sind einfach unbeschreiblich. Nicht umsonst werden sie auch als Therapietiere eingesetzt. Man verfällt sehr schnell in so eine geerdete, ruhige Stimmung, die einen etwas dümmlich grinsen lässt.

Marcel zieht nun also mit dem Ältesten los, der 11-jährige weiße Lars ist ziemlich entspannt und darf voraus gehen. Der Boss der Bande ist er dennoch nicht, das ist die gleichaltrige Ida, die hat wohl die besseren Führungsqualitäten. Grundsätzlich sind bei Alpakas aber die Ältesten die Bandenführer. Na gut, bekommt der Chef halt Lars den Vizechef, können die sich bisschen über Rangordnung austauschen. Hofbesitzerin Diana übergibt mir den Führstrick, an dem Dr. Dolittles Halfter angebracht ist. Er scheint noch nicht sicher zu sein, wie er zu der Sache steht, macht er doch so niedliche »mmmmh«-Geräusche, die ich noch verstehen lernen muss. Diana selber übernimmt den jungen Hunter, der ist ein waschechter Südamerikaner, 2 Jahre jung und muss das Wandern noch ein bisschen üben. Gleich vorab: er macht seine Sache schon sehr großartig. Unsere Ulla muss ja Fotos machen, darum kann sie leider kein Alpaka nehmen, aber vielleicht komm ich einfach nochmal mit ihr alleine und privat her. So wandern wir also an den Feldern vorbei, hier und da bleiben wir stehen um zu grasen (also, die Tiere, nicht wir), als Fluchttiere müssen neue Begebenheiten wie Strohballen am Wegesrand erstmal mit dem nötigen Respekt beäugt werden. Wir lassen uns viel Interessantes über die liebenswerten Eigenheiten dieser domestizierten Kamelform erzählen, beobachten die sehr unterschiedlichen Charaktere der Alpakas und die sich schnell verbreitende innere Ruhe unter uns Menschen. Es ist einfach wundervoll, ich weiß gar nicht, wie ich es so in Worte fassen soll, dass ihr Leser auch fühlen könnt, was ich erlebt habe.

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