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Nº 36 MÄRZ 2015 IM GESPRÄCH: BÜRGERMEISTERIN AGNES CHRISTNER ÜBER DIE LUST AM VERWALTEN, SOZIALE GROSSAUFGABEN, DIE FREIE KULTUR- SZENE HEILBRONNS UND WANN IHR STUTTGART FEHLT AUSSERDEM: MÄNNER DIE MIT PLASTIK SPIELEN, KUNSTHALLE VOGELMANN, DIGITALE DEMENZ, NEUER KULTURVEREIN ACH SO! E. V., TEUREN SEX MIT LISA FELLER, TIPPS FÜR GUERILLA GARDENING, DEM BRIEF AN DIE HEIMAT U. V. M.

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2011 M R Z 2012 2012 2013 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE 2011 2012 2012 2013 2011 2012 2013 IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD KUNSTREGION: DESIGN IKONEN 9. MAI HANIX PRÄSENTIIERT »MASHED POTATOES« IM MOBILAT: LIVEBANDS, LESUNG & DJ MIT KAÉLA, WUNDERBARE KATZE, NICOLAI KÖPPEL & ASHLEY AAMES aktuelle Informationen zum Kometen Ison 2013 2011 2012 JULI 2012 2012 2013 JUNI JULI 2013 IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. 2013 2012 2012 2013 2013 „FOREVER YOUNG“ ALPHAVILLE Nº1 E N E R G I E DAS UNTERLAND AUS DER VOGELPERSPEKTIVE: EIN RUNDFLUG ÜBER UNSERE HEIMAT DAS LÄNGSTE INTERVIEW HEILBRONNS: OLIVER MARIA SCHMITT, AUTOR DES »BESTEN ROMANS ALLER ZEITEN«, ÜBER HEILBRONN UND MEHR Nº2 B I L D U N G BIKEPOLO IM OLGA-COURT: EIN ACTIONVIDEO ÜBER EINE SPORTART, DIE IN HEILBRONN IM KOMMEN IST Nº1 Nº2 teilt, eilt, Nº3 IM GESPRÄCH: DIE BEATSTEAKS VOR IHREM KONZERT IN HEILBRONN weilt, heilt. Z E I T VOLKSABSTIMMUNG ZU STUTTGART 21: REINHOLD GALL BEANT- WORTET DIE WICHTIGSTEN FRAGEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SKULPTUREN-IKONE: FRANZ ERHARD WALTHER ÜBER SEINE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN Nº4 IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBER- BÜRGERMEISTER EXKLUSIV IM INTERVIEW: HELMUT HIMMELSBACH 1899 HOFFENHEIM-COACH IM GROSSEN INTERVIEW HOLGER STANISLAWSKI ÜBER BADISCHEN DIALEKT UND URBAN-ART: KÜHE MELKEN. DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR GEFÄHRLICHER EINSATZ: SORGT MIT SEINER DER HEILBRONNER URBANEN KUNST FÜR MATTHIAS MARQUART HAT AUFMERKSAMKEIT IN AFGHANISTAN EIN DURCH UND DURCH KORRUPTES DER KÜHLSCHRANK VON...: LAND VORGEFUNDEN. PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL FASCHING! FASCHING! FASCHING!: DIE NARREN SIND WIEDER LOS. A R M U T R E B E L L I O N Nº3 Nº4 Nº5 Nº5 Nº6 Nº7 Nº4 Gesundheit INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT DEN BULLINGS, DEN MACHERN DES ALTEN THEATERS MAROKKO – GLOBETROTTER PATRICK ORTWEIN WEISS JETZT: MAN WEISS NIE WOR- AUF MAN SICH EINLÄSST AUSSTELLUNG IN DER ZIGARRE: ARTBASEL HEAR ME RIGHT HERE – MIT MALEREI, TAGS, GRAFFITI, ZEICHNUNGEN UND PERFORMANCE* FUSSBALL: EIN GESPRÄCH ZUR FUSIONSIDEE IM HEILBRONNER FUSSBALL – MIT HARRY MERGEL, GERD KEMPF & WERNER MENOLD AUSBILDUNG IM UNTERLAND: EIN BESUCH BEI GETRAG, DEN GETRIEBE- UND ZAHNRADEXPER- TEN AUS UNTERGRUPPENBACH INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT HERBERT FEUERSTEIN, DEM EHEMALIGEN SIDEKICK VON HARALD SCHMIDT MUSIKKOFFER: EIN GESPRÄCH MIT Ö(ZKAN) ÜBER TÜRKISCHE FOLKLORE, HIP-HOP & ROCKMUSIK HIER SIND DIE Ausländerä Nº6 Nº7 Nº8 INTERVIEW DES MONATS: DER SCHWÄBISCHE KABARETTIST CHRSITOPH SONNTAG FÜLLT INZWISCHEN DIE PORSCHE-ARENA. EIN GESPRÄCH ÜBER ALTE UND NEUE ZEITEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS TECHNIK- MUSEUM SINSHEIM DEM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. Nº8 INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VER- ANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHS- VOLLE KONZERTE UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN AUF DER BÜHNE. Nº9 JUNI FUSSBALL HIER GEHT‘S ZUM QUIZ! MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE. HÄLDENRENNEN BEI BRETZFELD: DIE OFFIZIELLE SKATE- BOARD-DOWNHILL- MEISTERSCHAFT IN EINDRUCKSVOLLEN FOTOGRAFIEN INTERVIEW DES MONATS: MUSEUMSDIREKTOR DR. MARC GUNDEL IM GESPRÄCH BRIEF AN DIE HEIMAT: AUSWANDERER MICHAEL MÜLLER KEHRT AUS SÜD- AFRIKA IN DIE LÖWEN- STEINER BERGE ZURÜCK Nº9 Nº10 Nº10 KINDER Nº11 KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS ECHNIKMUSEUM SINSHEIM EM ROLLER EINE SONDERAUS- STELLUNG. ESSEN & TRINKEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT Nº11 Nº12 KULTURBEUTEL: EIN SNEAKER-FACHGEPLÄNKEL MIT MÄNNERN, DIE MEHR SCHUHE ALS IHRE FRAUEN BESITZEN. INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ÜBER SEINEN SCHWIEGERVATER, JUNG- SOZIALISTEN UND ELEKTROBEATS KUNSTREGION: DAS »FALSCHE HASENMAHL« & DIE »TO BE SUPPOSED TO DO SOMETHING«-AUSSTELLUNG IM FOTOGRAFISCHEN RÜCKBLICK SCHAFFE, SCHAFFE HÄUSLE BAUE! Nº12 Nº13 2012 Nº14 Nº15 IM GESPRÄCH: OTTFRIED FISCHER DER PRACHTBAYER ERZÄHLT DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN FANS DES FC BAYERN UND 1860 MÜNCHEN UND ERKLÄRT WIESO BAD TÖLZ NICHT ZU ÖSTERREICH GEHÖRT, WIE ES HEC-FANS IMMER MEINEN EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS COSTA RICA SEGELFLIEGEN IN DER REGION Nº13 IM GESPRÄCH: ULRICH KIENZLE DER JOURNALIST A. D. ÜBER SEIN INTERVIEW MIT SADDAM HUSSEIN UND DIE GEMEINSAM- KEITEN VON SCHWABEN UND ARABERN STUTTGART STAMMHEIM: EINE FOTOSTRECKE HINTER GITTERN HEILBRONNS THEATERINTENDANT IM GESPRÄCH: AXEL VORNAM TED BAUER KENNT SEIN DER HEILBRONNER VERTRITT ERFOLGSGEHEIMNIS JAMES GILL, EINEN DER NICHT GRÖSSTEN POP-ART-KÜNSTLER UNSERER ZEIT RIDERS ON THE STORM: DJ ASHLEY AAMES VERANSTALTET DIE BESTEN DRUM´N´BASS-PARTYS DER STADT WIRTSCHAFT JUGEND PIERRE GATTINGER BABEL WORLD: ERZÄHLT DIE GESCHICHTE DER CHINESE DU ZEHNJUN STELLT BABELARTIGE DES MOBILAT-CLUB STADTLANDSCHAFTEN IM ZKM-KARLSRUHE AUS Nº14 Nº15 Nº16 MÄRZ IM GESPRÄCH: HEC-KAPITÄN LUIGI CALCE ÜBER SEINE DEUTSCHLAND-TOUR, ERNST RUPP UND VERLETZUNGEN MUSIKKOFFER: YEN STEHEN VOR DEM DURCHBRUCH - EIN BAND-PORTRAIT HANDARBEIT AROUND THE WORLD: DER HEILBRONNER PATRICK ORTWEIN BLICKT AUF ÜBER EIN JAHR WELTREISE ZURÜCK Nº16 Nº21 Nº17 APRIL IM GESPRÄCH: SCHAUSPIELERIN ALEXANDRA KAMP ÜBER BEKNACKTE SONGTEXTE, OHRWÜRMER UND BERLIN KUNSTREGION: WUNDERBARE SCHWARZ- WEISS FOTOGRAFIEN VON ROBERT HÄUSSER WOHLFÜHLEN HERRENWAHL: NICOLAI KÖPPEL ERINNERT SICH AN SEINE ERSTEN TANZSCHRITTE ZURÜCK Nº17 Nº22 Nº18 Nº18 IM GESPRÄCH: TOMISLAV MARIC ÜBER SEIN CO-TRAINER DASEIN BEIM VFB STUTTGART, DEN UNSINN IM FUSSBALL ZU PLANEN UND BERUFSVERKEHR AUF DER A81 KUNSTREGION: HEILBRONNER MUSEEN IM ZEICHEN DES TURMES Nº23 HIMMEL FOTOSTRECKE: CANCUN MEXICO - AM RANDE DES TOURISMUS Nº23 Nº19 AUTO Nº19 Nº20 Nº20 NECKAR: MIT TEXTEN VON MARK TWAIN UND HANS CHRISTIAN ANDERSEN IM GESPRÄCH: STEFAN KUNTZ ÜBER DAS DFB-POKALSPIEL DES 1. FC KAISERSLAUTERN GEGEN NECKARSULM KUNSTREGION: STREET ART AUS BERLIN UND SHAOLIN MÖNCHE Nº24 IM GESPRÄCH: EX-GREENPEACE-CHEF GERD LEIPOLD UND SCHAUSPIELR WALTER SITTLER ÜBER IHR BUCH "ZEIT, SICH EINZUMISCHEN" MEINE PLATTENKISTE: SARAH HORNSBY MAG ES ROCKIG, FOLKIG UND MELAN- CHOLISCH BRIEF AN DIE HEIMAT: DIESMAL AUS KOPENHAGEN Nº24 Nº25

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MÄRZ 2014 2014 IM GESPRÄCH: EX-PROFI ANKE HUBER IST SPORTLI- CHE LEITERIN DES PORSCHE TENNIS GRAND PRIX IN STUTTGART. WIR TRAFEN DIE EHEMALIGE NUMMER 4 DER WELT, UND SPRACHEN ÜBER EXTRAVAGANTES INTERIEUR IHRES ERSTEN PORSCHE, DIE LUSTLOSIG- KEIT INTERVIEWS ZU GEBEN UND WIE SIE DIE AKTUELLEN SPIELERINNEN DOCH DAZU ÜBERREDET. APRIL 2014 2014 AUSSERDEM: WHO THE FUCK SIND "WHO THE FUCK"?, STREETPHOTOGRAPHY AUS NEW YORK, EINE STEILGEHENDE HEILBRONNER FACEBOOK- GRUPPE, GLOCKEN-GIESSEN, EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS AUSTRALIEN, EINE HEILBRONNER ABITURKLASSE VON 1922 UND VIELEM MEHR … 2014 2014 DEZ 2014 JAN 2015 Nº26 Nº27 Nº28 Nº29 JUN/JUL IM GESPRÄCH: TV-MODERATORIN UND AUTORIN KATRIN BAUERFEIND ÜBER ZEUGEN JEHOVAS, SCHWÄBISCHE LIEBLINGS- WÖRTER UND RAUCHERCAFÉS IN HEILBRONN STADTOBERHAUPT KULTURBEUTEL: RALPH UND ALEXANDRA MUNZ ÜBER DIE BEVORSTEHENDE SCHLIESSUNG DES HIP ISLAND, STECKER ZIEHENDE BÜRGER- MEISTER UND IHRE STRANDBAR ALS WAHLKAMPFTHEMA MUSIKKOFFER: ROCKSTAR UND FUSSBALLFAN THEES UHLMANN ÜBER SEINE LIEBE ZU ST. PAULI, EINEN GUTEN RUF IN SCHLECHTEN KREISEN UND OMAS AN DER SUPERMARKTKASSE Studieren t HEMEn SCHWERPunkt: Marketing IM GESPRÄCH: DIE WaHlHaMbuRGERIn CÄtHE touRt ab FEbRuaR DuRCH DEutSCHlanD. WIR SPRaCHEn voRab MIt DER SÄnGERIn übER SCHIzo- PHREnIE, anStREnGEnDEn PERFEktIonISMuS unD DaS anGEkoMMEnSEIn auSSERDEM: lECkERE buRGER, EInblICk In EInE MoSCHEE, FotoauS- StEllunG von lauREnz bERGES, MEtIn FRoGt naCH, HEIlbRonnER FIFFIS, EIn bRIEF auS MExICo, knoRR- FuHRPaRk von 1905 unD vIElEM MEHR Nº26 Nº 31 IM GESPRÄCH: AUSSERDEM: UNSER HEILBRONNER FORMULA STUDENT AM LIEBLINGSKÜNSTLER STEFAN HOCKENHEIMRING, KRIMI- DITTRICH IST NACH BERLIN AUTORIN HENRIKE SPOHR, GEZOGEN, UM SEIN GLÜCK BURGER 53, BRIEF AN DIE ZU FINDEN – SEINE FREUNDIN HEIMAT AUS GEORGIEN, SPRACH MIT IHM FÜR UNS NICOLAI KÖPPELS VATER- ÜBER SEINE BRANDNEUE KOLUMNE, JUNGWINZERN, SOLO-CD DEM BIERKRUG, U. V. M. Nº31 Nº27 Nº28 Nº29 Nº 32 Nº 34 HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK IM GESPRÄCH: DIE WAHLHAMBURGERIN CÄTHE TOURT AB FEBRUAR DURCH DEUTSCHLAND. WIR SPRACHEN VORAB MIT DER SÄNGERIN ÜBER SCHIZO- PHRENIE, ANSTRENGENDEN PERFEKTIONISMUS UND DAS ANGEKOMMENSEIN IM GESPRÄCH: DIE WAHLHAMBURGERIN CÄTHE TOURT AB FEBRUAR DURCH DEUTSCHLAND. WIR SPRACHEN VORAB MIT DER SÄNGERIN ÜBER SCHIZO- PHRENIE, ANSTRENGENDEN PERFEKTIONISMUS UND DAS ANGEKOMMENSEIN IM GESPRÄCH: TON STEINE SCHERBEN »SCHERBEN«-MASTERMIND R.P.S. LANRUE HAT DIE ORIGINAL »SCHERBEN« WIEDER ZUM LEBEN ERWECKT. DER MUSIKER SPRACH MIT UNS ÜBER DIE REUNION DER KULTBAND. Nº32 Nº33 Nº34 AUSSERDEM: HANDMADE SOUL, FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE, BULLING ENTERTAINMENT, MARC C. WOEHR, WOHNUNGS- BESICHTIGUNGEN, ROBERT AN DER BRÜGGE, APOLLO 19, VATERKOLUMNE, HEILBRONNER STUDI, BACHMAIER, U. V. M. Nº30 Nº35

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Ab jetzt erhältlich BEST OFFF INTERVIEWS Die zweite Best Offf-Ausgabe. Wieder offfline!

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EDITORIAL »Ein wahrer Gärtner ist nicht ein Mann, der Blumen kultiviert; er ist ein Mann, der die Erde kultiviert.« (Karel Čapek, tschechischer Schriftsteller) Liebe Leserinnen, liebe Leser, der März ist der Monat des kalendarischen Frühlingsanfangs. Höchste Zeit sich um seinen Garten, das Stückle oder um die Blumenkästen für den Balkon zu kümmern. Oder als Guerilla-Gärtner die Stadt etwas bunter zu machen. Zum Beispiel mittels Saatgranaten. Deshalb widmen wir folgerichtig diese Ausgabe dem Themenschwerpunkt »Garten«. Auf dem ehemaligen Fruchtschuppenareal entsteht gerade der größte Garten der Stadt, wenn nicht gar des ganzen Landes. Wir sprachen mit den beiden Landschafts- und Freiraumplanern Oliver Toellner von der BUGA2019 GmbH und Bernhard Schwarz vom Projektbüro sinai über deren Faszination, solch einen Mammutgarten – und dadurch gleichzeitig ein Stück Zukunftsstadt – zu planen. Außerdem geben wir zehn wertvolle Tipps, wie man zum Geuerilla-Gärtner wird. Wir haben Schrebergärtner im Heilbronner Norden besucht und erfahren, welches die fiesesten Unkräuter sind. Und wir unterhielten uns mit den Machern eines interkulturellen Gartens. Seit Anfang September regiert Bürgermeisterin Agnes Christner unter anderem die Bereiche Soziales und Kultur in der Stadt. Sie verriet uns im Interview, dass sie als Landeshauptstädterin die Heilbronner Kleinteiligkeit schätzt und Stuttgart trotzdem ab und zu vermisst. Wir sprachen mit der ausgewiesenen Sozialexpertin über die kommenden großen Aufgaben, die im Bereich Soziales auf die Stadt zukommen und warum sie trotzdem keine eierlegende Wollmilchsau für diesen Bereich ist, auch wenn sie viele Kompetenzen mitbringt. Außerdem sprachen wir die Kulturdezernentin auf den Nachholbedarf an, den es in der Stadt bezüglich der Kommunikation und der Wertschätzung der freien Kulturszene gibt. Sie gelobte Besserung. Steven und Dominik sind Männer, die gerne mit Plastik spielen. Um falschen Gedankengängen vorzugreifen würden sie jetzt sagen: »No Homo!« In ihrem neuaufgelegten Live-Podcast »Ganz kurz noch« erzählen die Jungs von ihrem Faible für Actiontoys und Plastikfigurenschnäppchen für 90 Euro. 90! Außerdem mögen sie schlechte und gute Filme, sie sind lustig und haben trotz ihres Nerd-Hobbys Freundinnen. Eine launige Unterhaltung über alles, was Männer über 30 mögen. »No Homo!« Diese und viele weitere Themen sind in dieser frühlingshaften HANIX-Ausgabe nachzulesen. Wir wünschen viel Spaß und euch allen beim bepflanzen, hegen und pflegen allzeit einen grünen Daumen. Die HANIX-Redaktion Illustration Cover: Florian Geiger GUERILLA GARDENING: Städte nachhaltig etwas bunter machen ist das Ziel von Guerilla Gardening. Wir geben Tipps, wie man zum richtigen Guerilla- Gärtner wird. Wichtigste Regel: Einmal ist keinmal! »GANZ KURZ NOCH«- LIVE-PODCAST: Seit Ende Januar kommentieren Steven und Dominik einmal im Monat in der Bar Daneben Filme oder sie sprechen über die neuesten MOTU-Trends. MOTU? Genau: Masters of the Universe. Die Jungs erzählen über ihre Liebe zu Actiontoys und schlechten Filmen.

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BEDIENUNG DES MAGAZINS Nº 36 MÄRZ 2015 IM GESPRÄCH: BÜRGERMEISTERIN AGNES CHRISTNER ÜBER DIE LUST AM VERWALTEN, SOZIALE GROSSAUFGABEN, DIE FREIE KULTUR- SZENE HEILBRONNS UND WANN IHR STUTTGART FEHLT AUSSERDEM: MÄNNER DIE MIT PLASTIK SPIELEN, KUNSTHALLE VOGELMANN, DIGITALE DEMENZ, NEUER KULTURVEREIN ACH SO! E. V., TEUREN SEX MIT LISA FELLER, TIPPS FÜR GUERILLA GARDENING, DEM BRIEF AN DIE HEIMAT U. V. M.

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Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon, ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis. Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrückten rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser Download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns auf der kostenlosen "keosk"-App zu finden ist, zugegeben, nicht ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: SHOP -> MAGAZINE -> LIFESTYLE -> ALTERNATIV

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INHALT HANIX Nº36 GINA GERICH MEINE PLATTENKISTE Gina Gerich verschönert als Dekofee Einkaufszentren, Schaufenster und Messestände. Früher tanzte die Heilbronnerin professionell Hip-Hop. Daher ihre Liebe zu Blackbeats. Wir haben in ihre Plattenkiste geschaut. OHNE GRAFFITI IST ES NIX HEIMATLIEBE Wir zeigen fotografische Liebesgrüße an und aus unserer Heimatregion. Diesmal mit Graffiti, Sesseln im Parkverbot, Eiszapfen und alten Lokomotiven. MÄNNER UND ACTIONTOYS KULTURBEUTEL 1 Steven und Dominik spielen gerne mit Actionfiguren und legen für ein seltenes Exemplar auch mal 90 Euro hin. In ihrem monatlichen Live-Podcast reden sie lustig über ihre nerdige Leidenschaft. DIGITALE DEMENZ LAPTOPHÜLLE Unsere Kinder werden vom Computer um den Verstand gebracht behauptet Bestseller-Autor Manfred Spitzer. Er plädiert für »Mentale Stärke gegen digitale Demenz«. CHRISTIANE MÖBUS: RETTE SICH WER KANN KUNSTREGION Eine der wichtigsten deutschen Künstlerinnen der Gegenwart präsentiert in der Kunsthalle Vogelmann 30 Werke aus 40 Jahren künstlerischen Schaffens. IM GESPRÄCH: AGNES CHRISTNER INTERVIEW DES MONATS Seit September regiert Agnes Christner die Bereiche Soziales und Kultur in Heilbronn. Wir unterhielten uns über kommende soziale Aufgaben für die Stadt und mangelnde Kommunikation mit der freien Kulturszene.

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10 - 14 LICHTKREATUREN, JEDER KANN WAS & GUTER ABER TEURER SEX STADTLEBEN / LANDLEBEN 86 – 123 GARTEN TITELTHEMA »Kompostierung ist nicht viel anders als Kuchenbacken. Zuerst muß man die richtigen Zutaten in den richtigen Mengen haben … Auch wenn der Bäcker alle Zutaten auf einen Haufen legt, hat er noch längst keinen Kuchen, es kommt auf den Backprozeß an.« (Wolfgang Storl: Der Garten als Mikrokosmos) STEVEN ERDMANN HEILBRONNER STUDIS FRANK SÜSSENBACH & KATHRIN DAEGE BESICHTIGUNGSTERMIN BEI … DIE STADT IST GROSS GENUG FÜR UNS VATERKOLUMNE LA GIRAFE IM HOTEL MERCURE MITTAGSTISCHTEST WELTREISE BRIEF AN DIE HEIMAT LESERBRIEFE & IMPRESSUM ÜBER UNS STADTGARTEN, 1959 HISTORISCHER SCHUSS VERANSTALTUNGEN MÄRZ VERANSTALTUNGSKALENDER

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STADTLEBEN: MÄRZ 2015 »CREATURES OF LIGHT – LEUCHTENDE LEBEWESEN« IN DER EXPERIMENTA Im Rahmen des Internationalen Jahr des Lichts, zu dem die UNESCO dieses Jahr erklärt hat, bietet die experimenta eine spektakuläre Sonderausstellung des New Yorker American Museum of Natural History an. Mit viel Informationen, Interaktion und Spaß für Jung und Alt werden in Heilbronn ab dem 14. Februar bis zum 2. August das Licht und seine leuchtenden Lebewesen zelebriert. Welch große Bedeutung das Licht für uns Menschen hat, geht in der heutigen Zeit der ewigen Erleuchtung oftmals verloren. Die Glühbirne sorgt seit ihrer Erfindung im 19. Jahrhundert für erhellte Städte, Straßen und Häuser. So ist es richtig schwierig geworden, einen Ort der völligen Dunkelheit zu finden. Davon zeugen beispielsweise Sternwarten, die oftmals weit entfernt von der Zivilisation gebaut werden, um so den Himmel besser beobachten zu können. Auch eine Dauerausstellung in der experimenta ist nun teilweise in Dunkelheit gehüllt, allerdings nur, um dem Gegenpart der Finsternis eine bestmögliche Bühne zu bieten. Wie wichtig das Licht nicht nur für das Lesen nach Einbruch der Dunkelheit ist, zeigt die Sonderausstellung »Creatures of Light – Leuchtende Lebewesen«. Licht beeinflusst unser Leben auf der Erde, unsere Kultur, Wissenschaft und Technik. In einem abwechslungsreichen Rundgang durch die Ausstellung können die Besucher die wichtige Lebensquelle erforschen und das Licht anhand zahlreicher Phänomene der Natur am eigenen Leib erfahren. Denn erst in der Dunkelheit wird deutlich, wie viele leuchtende Kreaturen unseren Planeten ihr Eigen nennen. Die Kommunikation der Glühwürmchen, leuchtendes Holz oder biolumineszente Fische werden ausführlich in der experimenta beleuchtet. Die Ausstellung wird in englischer Sprache präsentiert, allerdings wird auch ein kostenloser Audioguide auf Deutsch angeboten. »Creatures of Light – Leuchtende Lebewesen« des American Museum of Natural History, New York läuft bis zum 2. August 2015 in der experimenta, Kranenstraße 14, Heilbronn. Geöffnet hat die experimenta montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, samstags, sonntags und feiertags jeweils von 10 bis 19 Uhr. Für Kinder, Schüler und Auszubildende kostet der Eintritt 4€, Erwachsene zahlen 8€.

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Wer will schon ins Paradies, wenn er in die grüne Hölle kann. Der neue Cayman GT4. Ab sofort bestellbar im Porsche Zentrum Heilbronn. Wir freuen uns auf Sie. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel.: +49 7131 5034-200 Fax: +49 7131 5034-220 www.porsche-heilbronn.de Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 14,8 · außerrorts 7,8 · kombiniert 10,3; CO 2 -Emissionen: 238 g/km

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STADTLEBEN: MÄRZ 2015 ACHSO! E.V. »JEDER KANN WAS!« Im Dezember 2014 haben acht junge Exil-Heilbronner einen Verein gegründet und sich vorgenommen, einen Beitrag zur Erweiterung der Heilbronner Kulturlandschaft zu leisten. Mit ambitionierten Plänen und einem langfristig angelegten Konzept wollen die Gründungsmitglieder des achso! e.V. ihre Erfahrungen und Eindrücke, die sie bisher an ihren unterschiedlichen Studien- und Wohnorten in Deutschland gemacht haben, zusammentragen und gemeinsam in Form von verschiedenen Veranstaltungen und Projekten nach Heilbronn bringen. Erklärtes Ziel von achso e.V. sind die Unterstützung regionaler Künstler, die Förderung eines internationalen kulturellen Austausches und der Inklusion sozial Benachteiligter, sowie Anreize zur Bildung eines Gespürs für den verantwortungsvollen Umgang mit Mensch, Umwelt & Natur. Angefangen wird schon am 28. März mit der Veranstaltung »Jeder Kann Was« zu der Gäste mit interessanten Lebensgeschichten, Erfahrungen, Berufen oder Projekten eingeladen werden. Diese dürfen dann jeweils kurz und möglichst unterhaltsam über ihr Spezialgebiet berichten und anschließend dem Publikum Rede und Antwort stehen. Das Ganze wird akustischmusikalisch gerahmt und Ferdinand Seebacher vom Theater Heilbronn wird als Moderator durch den Abend führen. Anschließend besteht die Möglichkeit sich bei Musik und gemeinsamem Drink kennenzulernen, auszutauschen und etwas die Hüften schwingen zu lassen. Erwartet werden unter anderem Herbert Friesendorff, stotternder Chefmoderator beim Radio Ludwigsburg und Buchautor sowie Malte Schremmer, Gründer der Goldeimer Initiative unter dem Dach von viva con aqua. »Jeder Kann Was« am 28. März auf dem Gaffenberg – Beginn 20 Uhr – veranstaltet von achso! e.V. Informationen zum Verein, dieser und kommenden Veranstaltungen gibt es auf facebook und unter www.achso-ev.de

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Für Existenzgründer und Zukunftsgestalter – die Innovationsfabrik Heilbronn www.innovationsfabrik.de www.stadtsiedlung.de

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LISA FELLER – »GUTER SEX IST TEUER!« Nach der Trennung vom Mann und als berufstätige, alleinerziehende Mutter zweier Kinder fragt sich Lisa Feller, ob es noch ein Zwischending neben Herdprämie und »Fifty Shades of Grey« gibt. Die Schauspielerin und Komödiantin liefert einen lustigen Blick auf die Probleme einer Frau, die Zärtlichkeit jenseits eines babybreiverschmierten Mundes sucht. LANDLEBEN: MÄRZ 2015 Da steht sie nun, endlich Ruhe vom nörgelnden Exmann, und stellt fest: Mein Leben benötigt einen Plan B. Ist man berufstätig und alleinerziehend, lässt einem der stressige Alltag kaum Zeit, um Zärtlichkeit zu finden. Sind die Kinder um halb neun endlich im Bett, könnte man ja theoretisch mal auf die Pirsch gehen, um dem völlig eingeschlafenen Liebesleben wieder Schwung zu verpassen. Doch die Frage lautet: wo, wann und vor allem, mit wem? In der Praxis sieht es deshalb eher schlecht aus für die 37-jährige Mutter. Alternativen müssen her. Und zwar taugliche, die zwischen der totalen Enthaltsamkeit und einem Luxuswochenende im Flirt-Club mit edlem Champagner liegen. Denn eins stellt man so definitiv fest: Guter Sex ist teuer! Feller ist gern gesehener Gast bei TV-Serien wie »Quatsch Comedy Club«, »tv total« oder »Ladiesnight«. Seit August 2013 führt sie neben der Radiocomedy »Mama fragen kostet nix!« in den NRW-Lokalradios als Moderatorin durchs Programm des NRW Comedy Contest. Als Schauspielerin war sie im »Tatort«, der »Schillerstraße« und bei »Schloss Einstein« zu sehen. Schonungslos und authentisch, aber immer mit Witz und Würde spricht Feller in ihrem brandneuen Programm »Guter Sex ist teuer!« über die Tücken des Liebeslebens einer Frau. Und sie beweist, dass es eben doch (günstige) Alternativen für Zärtlichkeit neben Legosteinen auf dem Wohnzimmerteppich und Luxusreisen gibt. Am 20. März 2015 ist Lisa Feller mit »Guter Sex ist teuer!« im Neckarsulmer Brauhaus zu Gast. Beginn ist um 20 Uhr.

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..... hier gehts direkt zum GrillGott

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PROTOKOLL: ROBERT MUCHA FOTO: ULLA KÜHNLE GINA GERICH: DIE DEKOFEE LIEBT TANZBARE BLACKBEATS Die 25-jährige Gina Gerich hat sich im letzten April als Gestalterin für visuelles Marketing selbständig gemacht, nachdem ihr in ihrem alten Job als IT-Systemkauffrau die Kreativität fehlte. Seitdem firmiert sie als Dekofee und verschönert Einkaufszentren, Schaufenster und Messestände. Vererbt hat ihr die Lust am Dekorieren ihr Vater, der schon in dem Beruf tätig war. Auf ihren Musikgeschmack hat auch ihr alter Herr großen Einfluss. Die Liebe zum Hip-Hop und Hip-Hop- Dance hat er ihr genauso vermacht, wie ihre Devotionalien zum Dekorieren.

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MEINE PLATTENKISTE: GINA GERICH LADY GAGA, ARTPOP, 2013 Das vorletzte Album von Lady Gaga ist ein absolut tanzkompatibles Album. Ich tanze sehr gerne, habe früher auch professionell Hip-Hop- und Jazz-Dance betrieben. Darüber hinaus mag ich einfach ihre Musik. Das Album höre ich immer wieder, gerne auch beim Autofahren. Es kann also durchaus sein, dass man mich singend und mitwippend im Auto an der Ampel erwischt. BEYONCÉ KNOWLES, BEYONCÉ, 2013 Das aktuellste Album von Jay Zs Ehefrau hat sie im Dezember 2013 ohne Ankündigung und Promotion auf dem Internetportal iTunes veröffentlicht, was für Aufsehen sorgte. Es ist ihr fünftes Studioalbum. Es ist ein eher ruhiges Album im Vergleich zu den Vorgängeralben. Ich singe bei diesem Album auch sehr gerne mit. Ich war schon immer Fan von Beyoncé, auch als sie noch mit ihrer Gruppe Destiny’s Child unterwegs war. Mit ihren Songs und ihrer Musik bin ich groß geworden. MISSY ELLIOT, THE COOKBOOK, 2005 Dieses Album erinnert mich jedes Mal an meine Tanzkarriere zurück. Früher habe ich viel auf Tanzcontests mit meiner Gruppe Hip-Hop getanzt. Wir waren in ganz Deutschland unterwegs und haben es in Holland auf den vierten Platz bei der Europameisterschaft geschafft. Der Song zu dem wir damals in Holland getanzt haben war »We run this« von Missys Album The Cookbook. Deshalb gehört es natürlich zu meinen Favoriten. Es war eine sehr schöne Zeit damals. Heute tanze ich nur noch privat, da das professionelle Tanzen zu viel Zeit beansprucht hat. Wir mussten jeden Tag trainieren und waren jedes Wochenende unterwegs. Angefangen habe ich übrigens mit Balletttanz. GEORGE MICHAEL, LADIES & GENTLEMEN: THE BEST OF GEORGE MICHAEL, 1998 Daran, dass ich Fan von George Michael bin, ist mein Vater schuld. Er hat sehr viel George Michael gehört. Seine Musik lief eigentlich immer. Erst neulich habe ich durch die CD-Sammlung meines Vaters gestöbert und einige Alben fürs Auto mitgenommen. George Michael war auch dabei. Aktuell bin ich in einer Phase, in der ich seine Musik sehr viel höre. Wham höre ich auch, vor allem Last Christmas zur Weihnachtszeit. EARTH, WIND AND FIRE, GREATEST HITS, 1998 Earth, Wind and Fire wurde von meinem Papa auch hoch und runter gehört. In mir kommen beim Hören immer schöne Kindheitserinnerungen hoch. Wir haben zu Earth, Wind and Fire im Wohnzimmer getanzt und viel Spaß als Familie zu deren Musik gehabt.

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HEILBRONNER STUDIS Steven Erdmann aus Oldenburg in Holstein studiert Food Management und Kulinaristik für Otto Gourmet, die neun von elf Drei-Sterne-Köchen in Deutschland mit Fleisch beliefern. Das Unternehmen hat er sich dabei auf eigene Faust gesucht. Es war ursprünglich kein Partnerunternehmen der DHBW. In Heilbronn ist das Nordlicht seit September und fühlt sich hier wohl. Viel wohler als viele seiner Kommilitonen, die es an den Wochenenden in deren Heimatstadt treibt. Alleine aufgrund der weiten Entfernung nach Oldenburg verbringt Steven seine Wochenenden hier in Heilbronn und hat es bisher nicht bereut. Die Stadt findet er multikulturell und interessant. Mit großen Erwartungen ist er dabei nicht in die Stadt gezogen. Ihn haben in erster Linie die sehr guten Lehrbedingungen an der DHBW angezogen. »Ich habe hier schon ordentlich Party gemacht und mag die Überschaubarkeit Heilbronns«, bricht der Holsteiner eine Lanze für die Neckarstadt. FOTOS: MEMO FILIZ »DAS ANGEBOT FÜR STUDENTEN IST SEHR VIELFÄLTIG« Name: Steven Erdmann aus Oldenburg Alter: 22 Jahre Hochschule: DHBW Heilbronn Studiengang: Food Management und Kulinaristik im 1. Semester

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»MEIN HEILBRONN« PRÄSENTIERT HEILBRONNER STUDIS: STEVEN ERDMANN »Mein Heilbronn« spendiert jedem teilnehmenden Studenten einen Einkaufsgutschein der Stadtinitiative im Wert von 50 Euro. Du willst mehr über Heilbronn wissen? www.mein-heilbronn.de

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BESICHTIGUNGSTERMIN BEI … FRANK SÜSSENBACH & KATHRIN DAEGE TEXT & INTERVIEWS: SARAH BAUDENBACHER FOTOS: QUESD FRANK SÜSSENBACH KATHRIN DAEGE FLEIN STILVOLLER ALTBAUCHARME Licht, Luft, Wein, Musik und Liebe In der Weinbaugemeinde Flein haben Frank Süßenbach und Kathrin Daege ihre passende Wohnung gefunden. Willkommen Zuhause!

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BESICHTIGUNGSTERMIN BEI: FRANK SÜSSENBACH & KATHRIN DAEGE STECKBRIEF Wer wohnt hier? Im schönen Flein, am Südrand des Oberzentrums von Heilbronn, nahe den Weinbergen, wohnen Frank und Kathrin. Von einem großen Balkon umschmeichelt, in einer hellen Dachgeschosswohnung, genießen die beiden ihre Zweisamkeit. DAS APPARTEMENT: 85 QM TOTAL

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BESICHTIGUNGSTERMIN BEI: FRANK SÜSSENBACH & KATHRIN DAEGE SARAHS KLEINES WOHNINTERVIEW Ihr wohnt hier ja jetzt schon einige Jahre zusammen. Was hat sich in deiner Wohnung seit dem Einzug von Kathrin verändert? Fast alles. Es ist viel gemütlicher und bunter geworden und viele Möbel sind hinzugekommen, vor allem Kleiderschränke und Malm von IKEA in unterschiedlichen Größen. Irgendwo müssen die ganzen Schuhe, Handtaschen und Kleider ja einen Platz finden. Kurz gesagt die Wohnung hat sich von einer typischen Männerwohnung ohne Deko zu einem schönen gemütlichen Heim gemausert. Wo spielt sich euer Leben hier die meiste Zeit ab? Auf unserer Couch. Hier ruhen wir uns gemeinsam aus. Das ist schon der Mittelpunkt unserer Wohnung. Deshalb war es uns wichtig eine sehr große und bequeme Couch zu finden, nach der wir sehr lange gesucht haben. Was ist das Schöne an Flein? Die Nähe zu Heilbronn; aber trotzdem ist es ruhig und beschaulich. Und die kurze Distanz bis in die Weinberge. Was macht eure Wohnung einzigartig? Schwer zu sagen. Ich denke es ist der besondere Schnitt der Wohnung. Wir haben viele Ecken, Kanten und Schrägen und im Wohnzimmer einen offenen Giebel. Das macht den Raum schön groß.

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MEDIENBOTE Geht unter die Haut DIE NEUESTE APP VON ZIEGLER CROSSMEDIA EXPERTS. Mit tollen Artikeln aus der Feder der HANIX-Redaktion. Laden Sie sich die kostenlose App für das Tablet aus dem App Store und genießen Sie die Inhalte.

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FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION H E I M A T L I E B E FOTOGRAFIEN VON MELI DIKTA & SANDRA CHMIELOWSKI

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION BLICK ÜBER DIE STADT Von den Heilbronner Weinbergen aus – hier in den Stahbühlwiesen – hat man einen unverbauten Weitblick über die Stadt.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION UNTERLÄNDER VULKAN? Fast könnte man meinen ein Unterländer Vulkan sei ausgebrochen. Doch hinter dem Fleiner Kreuz spuckt kein alter Berg Asche in den schwäbischen Himmel, sondern das Kernkraftwerk Neckarwestheim bläst kondensiertes Brennstabkühlwasser in die Atmosphäre.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION OHNE GRAFFITI WÄRE ALLES NICHTS! Ein unbekannter Graffiti-Writer hat seine Lebensphilosophie an eine Wand unweit der Heilbronner Fußgängerzone an die Wand »geschmissen«.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION ALTER GÜTERBAHNHOF BÖCKINGEN Unterschlupf für taffe, gefährliche und sexy »Gängster«

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION LIEBE DICH SELBST Unterhalb des Gaffenbergs wurde eine Liebesbotschaft an Clara von einem selbstverliebten »gecrosst«.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION REKLESS STILL ALIVE Altes Tag der Breaker-Truppe Reckless Force im Olgajugendzentrum.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION MODERNE ARCHITEKTUR IN DER PROVINZ Dieses Abstätter Firmengebäude in der Nähe des Bosch- Areals kommt mit viel Glas und geschwungenen Formen daher.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION SESSEL IM ABSOLUTEN PARKVERBOT Parallel zur Neckartalstraße in Neckargartach wurden diese beiden Wohnzimmersessel ausrangiert und ins absolute Parkverbot gestellt.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION EINKAUFSWAGEN NR. 735 2 Irgendein Supermarkt aus der Region vermisst seinen Einkaufswagen Nr. 735 2. Abholung ist neben der Bahnlinie Heilbronn - Neckarsulm in der Verlängerung der Heilbronner Christophstraße möglich.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION FROSTIGER WEINBERG Der Februar hatte einige frostige Tage im Köcher. Den abgelesenen Weinreben unterhalb des Gaffenbergs machten die Minustemperaturen allerdings nichts aus.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION EISIGER GELLMERSBACHER ZAPFEN Der Tanz des Lichtes im eisgefrorenen Schmelztiegel des Gellmersbacher Steinbruchs in der Nähe der Grillhütte.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION BACKSTEIN FÜR GASTARBEITER Kontrastreiche alte Gastarbeitergebäude hinter dem Firmengelände der Audi AG.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION SHOPPINGQUEENS Olgagebäude beim Mädchenflohmarkt – zwei Mädels beim Präsentieren ihrer Beute. Das war wohl ein erfolgreicher Shoppingtag.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION HÜTEHUND IN HEILBRONNER TUNDRA Im Februarfrost mutete die Heilbronner Waldheide wie eine nordische Tundralandschaft an. Diesem Wollknäuel auf vier Beinen machte die Kälte herzlich wenig aus. Er nahm sogar ein Bad im kleinen Waldteich.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION AUENLAND IM SCHWABENLAND Hinter Auenstein befindet sich die alte Burgruine Helfenberg und wartet darauf, die neue Filmkulisse zu werden.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION EDLES SERVICE Stillleben in einem alten Bürogebäude der Bahn HN. Kontastreiches Bild. Edles Porzellan liebevoll plaziert in akuratem Abstand vor einer Wand an der der Putz schon abblättert und die Decke einzustürzen droht.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION SCHLECHTE LAUNE Aktuell wird die Gaststätte am Trappensee umgebaut und renoviert. Bis zum Frühjahr ist geschlossen. Das scheint dem Signallicht vor dem schwäbischen Restaurant gar nicht zu schmecken. Schlechte Laune ist die Folge.

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DIE STADT IST GROSS GENUG FÜR UNS Unser Vaterkolumnist stellt sich seiner Verantwortung und macht den Nachwuchs fit für die große Sause TEXT: NICOLAI KÖPPEL In dem kleinen Kaff, in dem ich großgeworden bin (ein später digitalisiertes Foto des Türrahmens zur damaligen Küche lässt sich auf dem Rechner bequem so hochzoomen, dass mein Höhenzuwachs in jenem zweiten Stock des Sechsfamilienhauses anhand von dokumentarischen Bleiststiftstrichen belegbar wird: von 1 Meter 17 bis 1 Meter 74 – vorläufige Endgröße) war nichts los. Klingt jetzt erst mal unwahrscheinlich. War aber so. Es wurde natürlich gebaut, geboren und gestorben und einen Büchereiausweis hatte ich auch, die machten manchmal kindgerechte Lesenachmittage … aber sonst? Von Sportvereinen mal abgesehen (aus dem Kinderturnen bin ich bald wieder raus, weil die Neunjährigen mich Siebenjährigen von der geliebten Sprossenwand verjagten und ich einen Ball zwar geil weit werfen, aber nicht fangen und dann auch noch Punkte für die Mannschaft erzielen konnte) war für Kinder nichts geboten. Glaubte ich. Ging ich von aus. Das war normal und deshalb auch nicht weiter schlimm. Denn so sind Kinder, sie nehmen das, was vorliegt, als Normalität an – erst wenn sie erkennen, dass es auch anders geht … naja, dann gehen sie aber eh meistens studieren und sind raus aus dem Kaff. Lou Reed hat gedichtet »The only good thing about a small town/You know you want to get out«. Aber mein Sohn soll es einmal besser haben als ich. Und dieses eine Mal setzte ich für den Frühling an, damit das Aufknospen und Blühen und Erwärmen (Reihenfolge alphabetisch) seine Entsprechung in dem findet, was ich ihm – bezüglich einer ungeahnt breiten Angebotspalette – als Normalität vorzusetzen plante. Gut, es hatte auch damit zu tun, dass der Kindergarten ebenfalls so eine Aktion im Kalender hatte, ich aber der Institution Kindi nicht die Ehre geben wollte, diese Art Event quasi in den Augen meines Sohnes erfunden zu haben. Und schwierig war das Vorhaben ja nicht: man sagt ja auch, wenn etwas leicht und mühelos machbar ist, »Kinderfasching« dazu. Im Kindergarten waren die sogenannten »Verkleidungstage« auf Rosenmontag und Faschingsdienstag gesetzt – ich musste also einfach früher dran sein. Wissen ist Macht, und Macht ist Verantwortung. Der entsprechende Termin in der großen Veranstaltungshalle unserer Stadt war Montag nachmittag – das ging also schon mal nicht. Ich klickte mich durchs Internet und wurde fündig: in einem nahegelegenen kleinen Kaff, nicht unähnlich sicher dem, in dem ich großgeworden war, wurde auch so was gegeben. Hatte ich das als Kind verpasst? Oder meine Mutter? Oder war das einfach Fortschritt? Es nannte sich »Kinderfasching in der kleinen Turnhalle, 14-17 Uhr«, und der Eintritt sollte einen Euro fünfzig kosten. Ich versuchte, mich und den Kleinen anzumelden. Ging nicht. »Kommen Sie einfach«, sagte die Frau am Telefon. Und es war Samstag. Das ist jetzt kein Peter-Maffay-Zitat, es war einfach die einzige Chance, dem eigentlichen Faschingstrubel zu Wochenbeginn zuvorzukommen. Also übermorgen.

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DIE VATERKOLUMNE: DIE STADT IST GROSS GENUG FÜR UNS Kein Kostüm. Verdammt. Zwei Tage vor Fasching, und kein Kostüm. Problem. Man kann einem kleinen Jungen im ersten Kindergartenjahr nämlich nicht mehr vorschreiben, als was er sich verkleiden soll. Ein Vierjähriger ist ein Haushaltsmitglied mit eigenem Willen, ein sozusagen mündiger Bürger in der »kleinsten Keimzelle des Staates«. Also muss man zu anderen Mitteln greifen und sich etwas aussuchen, was es ganz sicher gibt und ihm dann einreden, dass das das Coolste ist, was in der besten aller Welten aufzutreiben wäre. Aber vorsicht: wenn ein Kinderwunsch einmal geäußert ist, kann man nicht mehr zurück oder schräg dran vorbei. Das merken die. Also dürfte ich nie fragen »Als was willst du denn gehen?«, sondern nach stattgefundener Recherche einfach zielgerichtet drauflosmanipulieren. Spiderman ist dieses Jahr die große Nummer, weiß jeder, deshalb will keiner als Spiderman gehen, weil das ja vielleicht alle machen, also liegen die Kostüme sicher wie Blei in den Regalen. Ich will unbedingt vermeiden, dass er sich sowas Simples wie »Cowboy« aussucht, da hat er keinen Spaß dran, weil er all das, was am über ein Jahrhundert lang entstandenen popkulturell verfremdeten und überfrachteten und zwangsvereinfachten Cowboy-Image dranhängt, in seinem Alter noch gar nicht erfassen kann. Für diese Schlussfolgerungen habe ich meinen freien Vormittag geopfert, der endet, als die herrliche Frau, die mich ihr eigen nennt, mit dem Kleinen im Schlepptau durch die Tür nach Hause kommt. Ich presche vor, und folgender Dialog entsteht: »Hey, wie wär’s, wenn wir übermorgen zum Kinderfasching gehen? Tanz, Musik, Bonbons und Pommes?« »Hm«, sagt der Kleine eher gelangweilt, »okay.« Gerade will ich im Sinne der allein und einzig glücklichmachenden Kinderverkleidung weiterreden, da drückt sich Mama mit einer Wortmeldung dazwischen. »Du brauchst noch ein Kostüm, was willst du denn sein?« Ich schlage innerlich die Hände über dem Kopf zusammen. Und da kommt es auch schon. »Cowboy.« Der Kleine sitzt auf dem Boden, zieht sich die Schuhe aus, sieht mich nicht an. Mama gibt mir den Machst-du-bitte-alles-was-damit-zusammenhängt?-Blick. Ich forme mit dem entsetzt aufgerissenen Mund unter hochfrequentem Kopfschütteln die stummen Worte NICHT COWBOY NICHT NEIN COWBOY SPIDERMAN SPIDERMAN SPIDERMAN. Dazu lasse ich aus meinen verzweifelt vorgereckten Handgelenken unsichtbare Klebefäden schießen und tänzle ein bisschen Superhelden-mäßig herum, obwohl ich ja eigentlich weiß, dass längst alles zu spät ist. Mama versteht und kniet sich zu unserem Sohn: »Der Papa meint Spiderman.« »Ja okay.« Wir kommen um kurz nach zwei vor der kleinen Turnhalle an, und ich erkenne beim Betreten des Veranstaltungsraums sofort, dass ich nicht der einzige Spidermanpapa bin. Bei der ersten Tanzrunde, die passenderweise vom Kinderschlager »Und ich flieg, flieg, flieg« untermalt wird, zähle ich unter den ungefähr fünf Dutzend Kindern sieben Spidermännchen in verschiedenen Größen, alle in genau dem Kostüm, das wir gestern nachmittag gekauft haben. Das geplante Eierlaufen »Spiderman gegen Cowboy« wird kurzfristig aus Mangel an Cowboys zum Eierlaufen »Prinzessin gegen Spiderman« umgewidmet, und die Prinzessinnen gewinnen, weil die mit ihrem Zauberstab ausbalancieren können und die Spiderbuben unter ihrer Maske nichts sehen und ständig ineinanderrennen. Ich warte auf den unvermeidlichen Moment, in dem sich ein verheulter kleiner Spidersohn neben mich setzt und den Verlust seiner Einmaligkeit beklagt, und damit mir die Zeit bis dahin nicht so lang wird, hole ich mir ein Stück Kuchen. Beim Weg von der Theke zu unserem Platz werde ich von einer Horde Spiderrüpel umgerannt, und wenn ich mich nicht täusche, ruft der letzte und kleinste von ihnen mir ein »Tschuldigung, Papa« zu. Die Jagd geht den ganzen Kinderfasching über, es bleibt unklar, wen sie jagen, aber da sie mittlerweile zu elft sind, darf wohl angenommen werden, dass sie sich einfach selbst jagen. Ich hole mir einen neuen Kuchen und warte, bis es 17 Uhr wird. Auf der Rückfahrt schläft der Kleine völlig ausgepowert sofort ein, und ich muss bei dem Kostüm, das man ihm (Androhung von Heulkrampf) auf keinen Fall ausziehen darf, unter die Maske lugen, um sicherzustellen, dass ich nicht den falschen mit nach Hause nehme. Das letzte, was er aus seinem Ganzkörperdress hervormurmelt, als ich ihn immer noch schlafend zuhause ins Bett lege, ist »Spiderman ist super. Du bist der beste Papa der Welt.« Nächstes Jahr gehen wir wieder. Und ich verkleide mich auch. Als Cowboy. Es ist ein einsames Geschäft, aber einer muss es tun.

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MITTAGS- TISCHTEST TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: MEMO FILIZ Wer kennt das Problem nicht: Mittagspause – aber wohin zum Essen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, einen regionalen Mittagstisch-Test zu starten. Diesmal waren wir im La Girafe im Mercure Hotel Heilbronn am Bollwerksturm. Getestet wurde neben dem Geschmack auch die Geschwindigkeit, die Freundlichkeit des Service-Personals, natürlich der Preis und auch die individuellen Eigenheiten der Lokalität. Im Test haben wir uns für das umgekehrte Schulnoten-System entschieden. Somit ist die 6,0 die Bestnote.

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MITTAGSTISCHTEST: LA GIRAFE IM MERCURE HOTEL HEILBRONN LA GIRAFE IM MERCURE HEILBRONN AM BOLLWERKSTURM 2 | 74072 HN T 07131 / 749950 Service 5,0 Preise 6,50 - 14,50 EUR Geschmack 5,0 Geschwindigkeit 15 Minuten Apfelschorlen-Index (0,4 l) 4,90 EUR Individualität Inklusive Salatbuffet

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INTERVIEW: ASHLEY AAMES FOTOS: MARIE MUNKELBERG »MÄNNER DIE MIT PLASTIK SPIELEN« »GANZ KURZ NOCH« – DER NEUE LIVE-PODCAST IN HEILBRONN

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KULTURBEUTEL: GANZ KURZ NOCH LIVE-PODCAST Diese beiden haben sich nicht gesucht aber gefunden. Als die Heilbronner Szene-Aktivisten Steven und Dominik entdeckten, dieselben Superkräfte ihr eigen zu nennen, beschlossen sie diese zu bündeln und komprimiert als Podcast mit dem klangvollen Namen GANZ KURZ NOCH der Menschheit zur Verfügung zu stellen. Dabei geht es um wesentlich mehr als ihre Leidenschaft für Plastikfiguren. Pünktlich zum Start im März trafen wir uns mit ihnen, um über schwerwiegende Themen wie durchtrainierte Männeroberkörper voller Öl, den Druck lustig sein zu müssen und den schmerzhaften Verlust von mikroskopisch kleinen Wurfsternen zu plaudern. Es folgt ein Auszug eines spontanen Podcasts. HANIX: Hallo ihr zwei. Stellt euch doch einmal bitte kurz vor. DOMINIK: Mein Name ist Dominik und ich bin nicht wirklich 22 Jahre alt. Mein quick.de-Username ist »sexyboy95«. Ich mache Musik, lege als DJ auf unter einem Pseudonym, das ich hier nicht nennen möchte. HANIX: Wieso nicht Dominik? DOMINIK: Die Gefahr, dass ich Credibility innerhalb der Spielzeug-Szene verliere, ist mir einfach zu groß. Jemand der Actiontoys sammelt, kann nicht gleichzeitig cool sein! Ich schaue gerne Filme, sammle Spielzeug und zocke gerne Videospiele. Ich mache eigentlich alles außer Sport. STEVEN: Hallo. Mein Name ist Steven. Ich sollte mich mal rasieren und sammle auch Actiontoys. Ich schaue auch sehr gerne Filme und lese bedingt Comics. Allerdings nicht soviel wie der Dominik. Ich sehe verdammt gut aus und treibe im Gegensatz zum Dominik sehr viel Sport. Ich bin ab und an Freizeit-Moderator und moderiere Hip-Hop-Jams. Daher auch die Idee zu diesem Podcast. Und dafür ist der Dominik der absolut beste Partner, den man sich vorstellen kann. DOMINIK: No homo! STEVEN: Nein Dominik, ich sage jetzt nicht Swag! HANIX: Wie habt ihr euch kennengelernt und dabei bemerkt, dass ihr beim Thema Actiontoys beide gleich bescheuert seid? DOMINIK: Bis zum tatsächlichen Kennenlernen hatten wir schon voneinander gehört. Also indirekt kannten wir uns schon, bevor wir uns kennengelernt hatten. STEVEN: Genau. Immer wieder vor den Clubs die gleichen Themen: Actiontoys, Filme und Comics. DOMINIK: Dann noch die ganzen Hip-Hop- und Rap- Sessions, auf denen wir uns über den Weg gelaufen sind. Letztendlich haben wir einen gemeinsamen Freund, der mir Steven anstatt sich beim Mitwirken zu diesem Podcast empfahl. Dieser gemeinsame Freund möchte weder durch Fotografie, Video-, oder Audioaufzeichnung aufgenommen werden. Er ist ein alter Indianer und es könnte dadurch seine Seele geraubt werden. Dann kam ich ins Spiel. HANIX: Wie verhält sich das mit den Spielfiguren- Sammlern. Seid ihr beiden nur für euch oder ein Teil einer organisierten Fanszene?

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KULTURBEUTEL: GANZ KURZ NOCH LIVE-PODCAST STEVEN: Jetzt kommt ein skurriler Nachbau einer Szene, die bei mir Zuhause tatsächlich stattgefunden hat. Sechs Männer über dreißig sitzen bei mir. Meine Freundin bereitete Pizza für uns alle zu und hat im Laufe des Abends einen von uns zum Bahnhof gefahren, weil der leider etwas früher nach Hause musste. Jeder hat aber am Ende Spielzeug mit Heim genommen. Das hätte auch eine Szene unserer Kindheit gewesen sein können. Also wir haben schon Freunde, die auch sammeln, einige sogar sehr viel extremer und umfangreicher als wir. Aber bei Dominik und mir passen darüber hinaus auch andere, popkulturelle Interessen zusammen. Obwohl dieser Altersunterschied vorhanden ist, bewegen wir uns auf demselben Level. DOMINIK: Wie viel älter bist du gleich nochmal? STEVEN: Zwei Jahre. DOMINIK: Ja, also bei diesem doch gewaltigen Altersunterschied wirklich ein Wunder. HANIX: Ihr sammelt mit voller Leidenschaft Actiontoys. Spielt ihr denn eigentlich auch damit? Oder lässt sich das Ganze als reiner Jagen- und Sammeln- Trieb bezeichnen? DOMINIK: Ich habe tatsächlich gejagt und gesammelt. Das wurde aber mit der Zeit weniger. Spielen im Sinn von Figuren aneinander klatschen und dazu Geschichten erfinden mache ich nicht. Was aber sehr häufig vorkommt, ist, dass ich auf der Couch liege und während ein Film läuft eine neu erstandene Figur auspacke, um sie dann durch verschiedene Stellungen, je nach Beweglichkeit und der Anzahl ihrer Gelenke, pose. STEVEN: Genau. Es gibt einfach Lines, das bedeutet eine komplette Figurenserie, die man extrem vielseitig positionieren kann. Dieser Trieb Figuren zu jagen und zu sammeln kommt aber immer wieder auf Flohmärkten in uns hoch. Denn ein riesiges Thema lautet Zubehör. Diese Teile, wie zum Beispiel Waffen, sind die Dinge, die am häufigsten verloren gehen. Bei den Ninja Turtles zum Beispiel: Es ist unmöglich, alle Zubehörteile beieinander zu halten. Das sind pro Figur 15 Teile. Da kannst du auf e-bay einen Wurfstern von Leonardo für 5€ Kaufen. Der ist fünf Millimeter groß und braun.Verrückt. DOMINIK: Solche Gegenstände hat meine Mutter früher standardmäßig weg gesaugt. STEVEN: Wobei es auch vorkommen kann, dass der Dominik und ich uns beim Thema Jagen und Sammeln gegenseitig anstacheln. Gerade wenn hochwertige, neue Lines rauskommen. Wie zum Beispiel von MOTU Classic. HANIX: Steven, was bedeutet MOTU Classic? STEVEN: MOTU steht für MASTERS OF THE UNI- VERSE. HANIX: Aha.

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KULTURBEUTEL: GANZ KURZ NOCH LIVE-PODCAST STEVEN: 2008 erschien davon eine neue Toyline für erwachsene Sammler. Diese hatte zum Beispiel mehr Gelenke und war nur im Abo erhältlich. HANIX: Das hört sich an, als ob diese Art von Spielzeug überhaupt nicht mehr für Kinder gedacht ist? DOMINIK: Ja, das kann schon sein. Für eine solche Actionfigur von 23 Zentimetern Größe bezahlst du heute so um die 30 Dollar. Und das geht vor allem in Deutschland noch sehr viel teurer. Da werden mal eben kurz 180 Euro für den Charakter Beastman aufgerufen. Allerdings originalverpackt. STEVEN: Das sind keine Dinge, die man bei Toys»R«Us findet. HANIX: Sammler trifft auf Sammler. Der eine möchte dabei ein Stück der Kollektion des anderen haben. Wie eng ist die Bindung zu euren Figuren? DOMINIK: Also zwischen uns und den Jungs vom Actionfiguren- Stammtisch geht alles sehr locker zu. Gerade bei Steven und mir ist es entspannt. Wir schenken einander gerne mal Figuren oder Zubehör, weil wir eben wissen, dass es dem Gegenüber Freude macht. Es ist ja auch nicht so, dass wir als primäres Ziel die Vollständigkeit einzelner Figuren-Serien verfolgen. Da spielt ja auch der persönliche Geschmack eine Rolle. Oder möchtet ihr euch ein Einhorn mit Flügeln, beritten von einem Typ, der mit Oberlippenbart und Herz auf der Brust darauf herumfliegt, in euer Zimmer stellen wollen? HANIX: Nein. STEVEN: Im Übrigen hat mir unser gemeinsamer Freund diese Figur ja geschenkt, ich besitze sie tatsächlich. Also unser Sammeln ist selektiver. Wir sammeln Figuren, die wir gut finden. Character, die wir doof finden, werden nicht nur zur Ergänzung einer eigenen Line gekauft. Es kann ganz interessant sein ein und dieselbe Figur, jedoch in unterschiedlichen Ländern gefertigt, mehrmals zu kaufen. Wenn man die dann nebeneinanderstellt, gibt es zum Beispiel bei der Bemalung deutliche Unterschiede. HANIX: Habt ihr mit euren heutigen Actionhelden auch als Kind gespielt? STEVEN: Im Grunde haben wir querbeet mit allen verfügbaren Spielfiguren gespielt, eben mit allem, was erhältlich war. Was zumeist auf die klassischen Zeichentrick-Serien von RTL II oder bei BIM BAM BINO zutraf. HANIX: Eure Leidenschaft bezieht sich ja nicht nur auf Spielfiguren. Das Thema Film fasziniert euch ebenso. STEVEN: Geht uns das nicht allen so? Früher, die alten VHS-Kassetten mit zwei Filmen drauf. Hoch und runter geguckt. Ich hatte seinerzeit ein Lieblingstape mit Bad Taste und Tanz der Teufel drauf. Oder Freitag der 13. und Nightmare on Elm Street. Mir haben es eben schon immer diese Horrorgeschichten angetan. Davon bin ich ein sehr großer Fan. Wir haben in der Tat beide kleine aber feine Filmsammlungen mit irgendwelchen Special-Editions und Extended-Cuts. Davon würden wir uns nicht trennen. Aber im Großen und Ganzen ist das »Filme sammeln müssen« deutlich weniger geworden. HANIX: Entgegen des Klischees Spielzeugsammler haben keine Freundin habt ihr eben doch welche. Wie gehen die mit eurer Leidenschaft um? STEVEN: Es sind halt unsere, für außenstehende unsinnigen Aktionen, die wilde Diskussionen hervorrufen. »Guck mal Schatz. Ich habe diese Figur hier gekauft. Für nur 50 Euro. Stell dir vor, normalerweise kostet die 90 Euro. 90!« »Ja und? Wirst du sie dann auch zu diesem Preis wieder verkaufen?« »Nein, die geb ich nimmer her.« DOMINIK: Genau. Deshalb habe ich zum Beispiel ein und dieselbe Figur vier Mal zuhause. Drei Mal originalverpackt. Denn: Ich könnte sie ja irgendwann für sehr viel Geld verkaufen. Könnte. Jetzt stehen vier von den Dingern bei mir Zuhause rum. Das ist der ganz normale Wahnsinn. Mit dem Figurensammeln fängst du in der Regel auch an, Kartons zu sammeln. Mein Schlafzimmer ist vollgestopft mit leeren Kartonagen und DJ-Equipment. Da erwarten wir von unseren Freundinnen schon Verständnis. STEVEN: Ich habe Kartons voll mit Kartons. HANIX: Jetzt geht ihr ja diesen Monat mit eurem Podcast GANZ KURZ NOCH an den Start. Welche Idee steckt dahinter? STEVEN: Es gibt eigentlich zwei Punkte, die mich dazu gebracht haben. Zum einen habe ich einen sehr langen Weg zur Arbeit und war es leid, Radio zu hören. Die Handy-

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KULTURBEUTEL: GANZ KURZ NOCH LIVE-PODCAST Playlist ist auch irgendwann ausgelutscht. Und vor einiger Zeit habe ich das Thema Podcasts für mich entdeckt. Stell dir vor, du möchtest dich über Rasenmäher informieren. Dann gibt es ganz sicher irgendwo auf dieser Welt Menschen, die sich über Rasenmäher unterhalten. Mit der Recherche zu Podcasts hat sich für mich eine ganz neue Welt eröffnet und diese hat mich fasziniert. Dazu unterhalte ich mich sehr gerne mit Gleichgesinnten. Das ist schon so eine Art Stammtisch. DOMINIK: In Wirklichkeit mache ich es nur wegen des Geldes und den Frauen. Nur der Druck ständig lustig sein zu müssen macht mich echt fertig. HANIX: Der Titel GANZ KURZ NOCH … DOMINIK: … entstand aufgrund unseres Rituals, kurz vor dem beenden eines Gespräches: »… also, bis dann. Halt, warte mal. Ganz kurz noch.« Und weiter geht es. Einem von uns beiden fällt immer noch etwas ein, obwohl man das Telefonat schon längst beenden wollte. Irgendwann haben wir damit begonnen unsere Diskussionen aufzuzeichnen und dann auch im Heilbronner Plan B eine Live-Session mitgeschnitten. Jetzt haben wir genügend Material am Start und beginnen – mit freundlicher Unterstützung des HANIX-Magazins und der BAR DANEBEN im COM- PLEX 23 – eine Reihe des »GANZ KURZ NOCH«-Podcast. Gespräche mit unterschiedlichsten Inhalten rund um das Thema Film, Comics, Actiontoys und andere, präsentiert als Download und eben auch einmal im Monat Live bei Sandra und Wolfi. STEVEN: Dabei schauen wir gemeinsam mit den Anwesenden einen Public-Domain-Film und kommentieren diesen, diskutieren über diesen hinweg oder lachen uns einfach nur gemeinsam schlapp. Im Januar gab es dazu das Premieren- Event. Und wir waren von der Resonanz echt überrascht. Jetzt nehmen wir unsere Leidenschaft und Motivation und stecken sie in dieses gemeinsame Projekt. Das Ganze wird sich dann auch mit der Zeit regulieren und weiterentwickeln. Zum ersten Event haben wir beispielsweise Hercules against the Moonman geschaut. Wir denken über zusätzliche Sitzmöglichkeiten nach. Alles in allem werden das Abende sein, an denen wir viel lachen werden und miteinander eine gute Zeit verbringen. Im Idealfall werden wir Passagen aus dem Live-Programm für unseren Podcast verwenden können. HANIX: Welche Filme stehen denn für die nächsten Events zur Auswahl? STEVEN: Eigentlich wäre jetzt der Dominik mit einem Vorschlag dran. DOMINIK: Ja Steven, denn deine Wahl Hercules against the Moonman war irgendwie schräg. Männer mit blankem muskelbepacktem und eingeöltem Oberkörper. Ich mache mir ernsthaft Gedanken darüber. STEVEN: No homo! Aber wir brauchen mehr Öl. HANIX: Zum Abschluss noch ein paar warme Worte von euch an … STEVEN: Auf jeden Fall an den Patrick, der uns das tolle neue »GANZ KURZ NOCH«-Logo gemacht hat. Van- Halen-Style. Supertoll. Dann dem unbekannten Freak, der unser Mischpult zwei Wochen lang von Lager zu Lager geschickt hat. Es funktioniert immer noch. DOMINIK: Meiner Schwester für das Mikrofon, das sie mir geschenkt hat. Dann ein dickes Dankeschön an Nicolai Köppel, der unser Intro eingesprochen hat sowie den Künstler Ö der die Musik zum Intro beigesteuert hat. STEVEN: Dem HANIX-Magazin sowie natürlich Sandra und Wolfi und auch Wü für deren Unterstützung. Und als kleiner Tip am Rande: Die Leser, die sich ganz locker über das Thema Actiontoys informieren möchten, sollen einfach mal die Serie The Toyhunter anschauen.

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Spenden Sie für kranke Kinder in der Region! Familienhilfe zuhause Erfüllung von Träumen Besuchsdienst und Vorlesepaten www.grosse-hilfe.de Patienten- und Familienbegleitung Kunst-, Musik- und Reittherapie Finanzielle Hilfe Verbindung zur Schule Einfühlsame Freude Betreuung von Geschwistern LeuchtturmKinderonkologie Kindgerechte Krebsbehandlung Gestaltung: www.hettenbach.de Spendenkonten: Kreissparkasse Heilbronn IBAN: DE 84 6205 0000 0000 0074 43 BIC: HEISDE66XXX Volksbank Heilbronn IBAN: DE13 6209 0100 0390 3900 03 BIC: GENODES1VHN

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»VOM COMPUTER UM DEN VERSTAND GEBRACHT / AN DER SCHNITTSTELLE VON GEIST UND GEHIRN / OFFLINE IST DER NEUE LUXUS «

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LAPTOPHÜLLE: VOM COMPUTER UM DEN VERSTAND GEBRACHT Manfred Spitzer plädiert für »Mentale Stärke gegen digitale Demenz« Von Leonore Welzin Fotos:PR »Bücher werden in Schulen bald obsolet sein. Es ist möglich, jeden Wissenszweig der Menschheit mit Hilfe von Filmen zu lehren. Unser Schulsystem wird innerhalb von zehn Jahren vollkommen verändert sein«, das schreibt Thomas Edison bereits 1913. Der Erfinder von Glühlampe, Kinetograph (Vorläufer der Filmkamera) und Kinetoskop (Wiedergabegerät) ist vom didaktischen Wert seiner technischen Neuerungen euphorisiert, schließlich wurde das Filmgeschäft durch den 1897 erfundenen Projektionsapparat zu einem seiner größten finanziellen Erfolge. Als 50 Jahre später das Fernsehen aufkommt, werden ähnlich optimistische Stimmen laut: Nun könne man den Bildungsstand rund um den Globus verbessern, Kultur, Wissen und Werte in jeden Winkel der Welt senden. Das pädagogische Sendungsbewusstsein reißt nicht ab. 50 Jahre später sollen Computer, Whiteboard und virtuelles Klassenzimmer das Lernen revolutionieren – das zumindest wünschen sich Bildungspolitiker. Die Medienfront ist breit aufgestellt, von oben runter ist es ein Leichtes den Druck auf Pädagogen zu erhöhen. Beispielsweise so wie www.lehrerfreund.de: »Computernutzung ist an deutschen Schulen völlig unterentwickelt. Deutschland hält im internationalen Vergleich die Rote Laterne, was den Computereinsatz im Unterricht betrifft. (…) Nirgendwo werden Computertechnologien seltener eingesetzt, als in Deutschland. Außerdem sind deutsche Lehrer/innen schlecht ausgebildet und medienskeptisch. Die IT-Ausstattung der Schulen ist mangelhaft.« Anonyme Texte und Wehklagen, so fett aufgetragen, dass man dahinter getrost ein Heer von Lobbyisten vermuten darf. Hinter den Kulissen tobt ein Glaubenskrieg: Pro oder Contra E-Medien? Eltern, Lehrern und Erzieher sind verunsichert. Das zeigt die Debatte, die der Hirnforscher und Autor Manfred Spitzer mit seinem jüngsten Buch »Digitale Demenz« losgetreten hat. Spitzer, Jahrgang 1958, ist Professor für Psychiatrie. Er promovierte in Medizin (1983), in Philosophie (1985) und habilitierte sich im Fach Psychiatrie 1989 mit der Arbeit »Was ist Wahn?«.

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LAPTOPHÜLLE: VOM COMPUTER UM DEN VERSTAND GEBRACHT Der Gehirnforscher, der die psychiatrische Universitätsklinik in Ulm sowie das von ihm 2004 gegründete Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen leitet, forscht und arbeitet an der Schnittstelle von Geist und Gehirn. Seine These ist griffig: »Computer schaden Kindern mehr, als sie nützen«, seine Rede eloquent, sein Temperament hitzig und so befeuert er die Debatte mit harten Argumenten, die ihm hunderte von Studien zur Sinnhaftigkeit intensiver Mediennutzung liefern. Für die Befürworter von Informationstechnologie und E-Learning ist der Professor ein rotes Tuch – und genau aus diesem Grund ein begehrter Gast in TV-Talkrunden, wo er freimütig bekennt, dass auch er Handy und Computer nutze, aber in Grenzen. Es kommt, wie immer, auf die Dosis an. Die Überdosis macht das Gift und die ist erreicht, wenn Achtbis 16-Jährige durchschnittlich 7,5 Stunden am Tag (mit steigender Tendenz) durchs Netz surfen, an Spielkonsolen hängen und sich in der »World of Warcraft« tummeln. Das Suchtpotential dieser Medien ist dann kaum zu leugnen. Was tun? »Mentale Stärke gegen digitale Demenz« so Spitzers Vortragsthema, das er auf Einladung engagierter Pädagogen in Güglingen, via Powerpoint, präsentiert. Über 600 Besucher sind zu Spitzers Vortrag in die Blankenhorn- Halle geströmt. »Mentale Stärke, wie jeder sie erlangen kann und wodurch sie gefährdet ist«, beginnt der Ulmer Professor und erläutert die Entwicklung des Gehirns, ein Organ aus 100 Milliarden Nervenzellen, die, über Synapsen vernetzt, elektrische Impulse weiterleiten. Mit jeder Handlung und jedem Denkvorgang finden im Gehirn Umstrukturierungen statt. Lernvorgänge, bei denen alle Sensorien beteiligt sind, seien effektiver, als stumpfsinnig zu klicken oder über eine glatte Oberfläche zu wischen. Spitzer bringt es auf die Formel »Lesen und Schreiben bildet, herumklicken nicht«. Besonders lernfähig seien Kleinkinder. »Spielen Sie mal mit einem Vierjährigen Memory«, empfiehlt er und folgert: Wenn mehr in die frühkindliche Bildung investiert werden würde, blieben uns viele Probleme erspart. Auch die Hartnäckigkeit kindlichen Lernens sei vorbildlich: »Wenn Sie wissen wollen, was Frustrationstoleranz ist, dann gucken Sie mal einem Baby beim Laufen zu. Ich hab noch nie ein Baby gesehen, das sagt: Mit dem Laufen klappt’s nicht, das schmeiß ich jetzt! Wie lernt ein Baby laufen: von Fall zu Fall.« Laut Spitzer hört die Lernfähigkeit im Erwachsenenalter nicht auf: Wer viel speichert, beispielsweise vier Sprachen spricht, lernt leichter und schneller eine fünfte. Sei der Speicher gut trainiert, bilde sich das Gehirn durch Benutzung ständig weiter. Der Job der Synapsen sei eben, sich zu ändern. Selbst wenn sich irgendwann die mentale Leistungsfähigkeit nicht mehr steigern lasse, verlangsame sich der Abbauprozess je mehr Synapsen vernetzt sind. Zweisprachigkeit verzögere die Demenz um fünf Jahre, Medikamente bestenfalls um drei Monate. Mit der Welt in Kontakt kommen, hantieren, begreifen, erfassen und erfahren sind wichtige Voraussetzungen für mentale Stärke. Ein Kinderwagen oder Töpfchen mit Tablet für Kleinkinder sei ein aktiver Beitrag zur Verdummung. Steve Jobs, der Erfinder von Apple, hat seinen Kindern kein iPad gegeben, Spitzer weiß auch warum: »Offline ist der neue Luxus!«

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u l l a k ü h n l e f r e i r a u m p h o t o s p o r t r a i t f r e i r a u m p h o t o s m o d e r e p o r t a g e p r o d u k t s c h a u e n s i e e i n f a c h m a l v o r b e i … h i s t o r i s c h e n f l e i s c h h a u s k r a m s t r a ß e 1 7 4 0 7 2 h e i l b r o n n 2 . s t o c k w w w . f r e i r a u m - p h o t o s . d e 0 7 1 3 1 6 1 8 9 1 1 3 - 0

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CHRISTIANE MÖBUS: »RETTE SICH WER KANN« IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN EINE DER WICHTIGSTEN DEUTSCHEN KÜNSTLERINNEN DER GEGENWART PRÄSENTIERT IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN 30 WERKE AUS 40 JAHREN KÜNSTLERISCHEN SCHAFFENS. TEXT: FRIEDEMANN ORTHS FOTOS: HEILBRONNER MUSEEN Wie ein Kunstexperte einmal sagte, erinnern Christiane Möbus’ Werke an ein Zitat des Comte de Leautréament: »Der Surrealismus ist so schön, wie die zufällige Begegnung eines Regenschirmes mit einer Nähmaschine auf einem Seziertisch.« Obwohl die Künstlerin ihr Werk nicht in ein Genre einordnen möchte, beschreibt es doch ziemlich gut, was den Gast beim Besuch ihrer neuen Ausstellung »rette sich wer kann« in der Kunsthalle Vogelmann erwartet. Möbus, die 1947 in Celle geboren wurde und in Hannover, Berlin und »unterwegs« lebt, präsentiert in der Kunsthalle auf drei Etagen rund 30 Installationen, Objekte und Fotoarbeiten aus vier Jahrzehnten voller künstlerischen Schaffens. Die Gabriele Münster Preisträgerin studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig bei dem Bildhauer Emil Cimiotti. 1970 erhielt sie ein Stipendium und »entfloh« – so die Künstlerin – Deutschland, um in New York die Minimal-Art sowie Konzept- und Performancekunst zu entdecken. Während des Aufenthalts dort entstanden ihre ersten eigenen Werke. Christiane Möbus wird als »Meisterin des Widersprüchlichen« bezeichnet, was der Betrachter ihrer Werke schnell bemerkt. Sie arbeitet mit Tierpräparaten und Fundstücken aller Art, die in neue, oftmals absurd fremd-vertraut anmutende Zusammenhänge führen. So wird der Besucher herausgefordert und Raum für Assoziationen gelassen. Wer zunächst ins Stutzen kommt, der sollte sich bewusst ma- chen, dass dies durchaus gewollt ist – Möbus’ Werke sind rätselhaft, eigensinnig und widerspenstig und entziehen sich bewusst einer klaren Deutung. Christiane Möbus – »rette sich wer kann« läuft vom 13. Februar bis 7. Juni 2015 in der Kunsthalle Vogelmann in Heilbronn. Zur Ausstellung erscheint im April 2015 eine reich bebilderte Ausstellungsdokumentation mit Texten von Christiane Möbus, Rita E. Täuber und Vanessa Seeberg. Der Eintritt beträgt 6€, die Führungsgebühr 2€ pro Person, 1,50€ für Schüler bei Klassenbesuchen. Zusätzlich wird ein Workshop inklusive Führung für 3€ angeboten. Führungen können unter 07131 56 45 42 oder museum. paedagogik@stadt-heilbronn.de gebucht werden. VERANSTALTUNGSHINWEIS: DAUER: 13.2. - 7.6.2015 KUNSTHALLE VOGELMANN ALLE 28 | 74072 HEILBRONN

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KUNSTREGION: CHRISTIANE MÖBUS – RETTE SICH WER KANN Rette sich wer kann (2001): Die Installation, bestehend aus zwei Rettungsboten die bis unter die Decke mit Heu beladen sind, ist das zentrale Motiv der Ausstellung. Aussicht auf Rettung bieten diese Bote jedoch eher weniger, sie haben keinen Motor und sind offensichtlich voll beladen. Christiane Möbus, rette sich wer kann, 2001, © (Christiane Möbus) VG BILD-KUNST Bonn, 2015, Foto: Achim Kukulies, Installationsansicht Kunstverein Grafschaft Bentheim e.V., 2001

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KUNSTREGION: CHRISTIANE MÖBUS – RETTE SICH WER KANN das unnötige Verlöbnis der Frau Holle mit dem Schamanen – oder – a new life (1971/72): Die Fotoserie, mit der sich die Künstlerin laut eigenen Angaben selbst emanzipierte, kann als das Schlüsselwerk von Christiane Möbus betrachtet werden. Die Fotos sind ihre erste eigene Arbeit, mit der Möbus klar wurde, was sie eigentlich tut und sie auf einen eigenen künstlerischen Weg führten – ein neues Leben also. Christiane Möbus, Das unnötige Verhältnis der Frau Holle mit dem Schamanen – oder – a new life, 1970/71, © (Christiane Möbus) VG BILD-Kunst Bonn, 2015, Foto: Renate Altenrath, Performance auf dem Nussberg, Braunschweig, 1972

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KUNSTREGION: CHRISTIANE MÖBUS – RETTE SICH WER KANN bei den sieben Zwergen (1982/83): Für diese raumgreifende Installation stellt Möbius acht Turnpferde gemeinsam mit sieben Paar Reiterstiefeln nebeneinander. Alle Gegenstände weisen Gebrauchsspuren auf und sind in ihrer Kombination ihres ursprünglichen Zwecks beraubt. Das Werk appelliert – wohl gerade auch wegen seines »unpassenden« Namens – an die Vorstellungskraft des Betrachters. Christiane Möbus, Bei den sieben Zwergen, 1982/83, © (Christiane Möbus) VG BILD-KUNST Bonn, 2015, Foto: Bernd- Peter Keiser, Braunschweig

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KUNSTREGION: CHRISTIANE MÖBUS – RETTE SICH WER KANN Brandenburg II (1996/2004) Christiane Möbus, Brandenburg II, 1996/2004, © (Christiane Möbus) VG BILD-KUNST Bonn, 2015, Foto: Christiane Möbus

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KUNSTREGION: CHRISTIANE MÖBUS – RETTE SICH WER KANN kleine Politik (2006): Dieses Werk zeigt zwei Seilräder, die durch ein Hanfseil verbunden sind, an welchem zwei Wäscheklammern hängen. Die Klammern halten wegen ihrer festen Position immer den gleichen Abstand und scheinen so miteinander zu interagieren. »Entspannt-gespannte Kommunikation« nennt es die Künstlerin. Interessant ist in dieser Hinsicht auch der Freiraum, also die Leere zwischen den Wäscheklammern. »Das Dazwischen schafft neue Perspektiven«. Das Werk zeigt, wie Möbus immer wieder altes Handwerk in ihre Werke mit einbindet. Christiane Möbus, Kleine Politik, 2006, © (Christiane Möbus) VG BILD-KUNST Bonn, 2015, Foto: Christiane Möbus

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KUNSTREGION: CHRISTIANE MÖBUS – RETTE SICH WER KANN Mutter und Tochter (1975/97): Zwei sogenannte Schaumburger Trachtenmäntel verweisen auf die Themengruppe der Textilien im 2. OG. Sofort erkennt der Besucher, dass die schwarze Tracht die Mutter repräsentiert, während die rote Tracht für die Tochter steht. Für Christiane Möbus muss nicht alles rätselhaft sein, auch klare Momente sind schön. Christiane Möbus, Mutter und Tochter, 1975/97, © (Christiane Möbus) VG BILD-KUNST Bonn, 2015, Foto: Helge Mundt

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»ZAUBERN KANN ICH LEIDER NICHT« INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: MEMO FILIZ Seit Anfang September regiert Bürgermeisterin Agnes Christner unter anderem die Bereiche Soziales und Kultur in der Stadt. Wir sprachen mit der ausgewiesenen Sozialexpertin über die kommenden großen Aufgaben, die auf die Stadt zukommen und warum sie trotzdem keine eierlegende Wollmilchsau ist. Außerdem sprachen wir die Kulturdezernentin bezüglich mangelnder Kommunikation mit und Wertschätzung für die freie Kulturszene an. Sie gelobte Besserung.

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INTERVIEW DES MONATS: AGNES CHRISTNER HANIX - Frau Bürgermeisterin, inzwischen sind Sie fast ein halbes Jahr im Amt und wohnen sogar ein paar Tage länger hier in Heilbronn. An welche Heilbronner Eigenarten müssen Sie sich als ehemalige Stuttgarterin und nach fast 30-jähriger Tätigkeit beim Spitzenverband »Städtetag Baden-Württemberg« privat und beruflich noch gewöhnen? AGNES CHRISTNER — Ich nehme fast nur positive Veränderungen wahr. Ich schätze die Heilbronner Kleinräumigkeit, die kurzen Wege in der kleinen Großstadt sehr. Ich wurde in der Stadt und im Rathaus gut aufgenommen und fühle mich hier sehr wohl und was mir besonders auffällt: Die Leute werden stolzer auf Heilbronn und merken, dass sich hier Vieles entwickelt. HANIX - Fehlt Ihnen die Landeshauptstadt ab und an? Heilbronn ist schließlich in allen Bereichen eine Nummer kleiner. AGNES CHRISTNER — In einzelnen Bereichen fehlt mir Stuttgart natürlich schon, mein ganzer Freundeskreis lebt dort. Es ist ein größerer Aufwand, sich zu treffen, aber auch gut leistbar und meine Freunde kommen auch gerne nach Heilbronn. HANIX - Als Diplom-Verwaltungswirtin mit beruflichen Stationen beim Stuttgarter Sozialamt und beim Städtetag Baden-Württemberg, dort zuletzt als Dezernentin für Soziales, Jugend, Arbeit und Beschäftigung, haben Sie immense Erfahrung im Verwaltungssektor. Was macht für Sie persönlich der Reiz des Verwaltens aus? AGNES CHRISTNER — Der große Reiz – und was ich immer an meiner Arbeit geschätzt habe – ist, dass man etwas gestalten und entwickeln kann. Auch die Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Akteuren und Institutionen finde ich sehr bereichernd. HANIX - Sie sind ausgewiesene Fachfrau für Soziales mit jahrzehntelanger Berufserfahrung. Vor allem aufgrund dieses persönlichen Schwerpunktes, und dass man Sie bei den Verbänden der Sozialpolitik in Baden-Württemberg kennt und Sie beste Kontakte zum Landtag und zu den Ministerien haben, waren ausschlaggebend für Ihre Wahl in Heilbronn. Sind Sie im Bereich »Soziales« die sogenannte »eierlegende Wollmilchsau« für die Stadtverwaltung? AGNES CHRISTNER — Zaubern kann ich leider nicht, aber die meisten Themen, Zusammenhänge und Hintergründe waren mir bekannt. Bei meinen früheren Tätigkeiten konnte ich breite Erfahrungen sammeln und diese mitbringen. Ich habe schon den Anspruch mit den vorhandenen Ressourcen und Rahmenbedingungen das Bestmögliche zu erreichen. HANIX - Die sozialen Themen, die gelöst werden müssen, sind ein dickes Brett, das Sie und Ihre Mitarbeiter bohren müssen. Welcher Aufgabenbereich nimmt hierbei momentan die größte Aufmerksamkeit und Kraftanstrengung in Anspruch? AGNES CHRISTNER — Momentan stehen zwei Themen im Vordergrund. Zum einen die Schulentwicklungsplanung mit einer ehrgeizigen Zeitplanung. Das Konzept muss bis Ende Februar stehen. Wir wollen nicht abwarten, bis beispielsweise die Klassengrößen in den Werkrealschulen so schrumpfen, dass das staatliche Schulamt einschreitet, sondern die Entwicklung für eine leistungsstarke und zukunftsfähige Schulstruktur selbst vorgeben. Zum anderen müssen wir die hier ankommenden Flüchtlinge gut unterbringen. Wir arbeiten daran, die Menschen nicht mehr nur am Stadtrand, sondern in der ganzen Stadt mit Wohnraum zu versorgen. HANIX - Sind die Bürger dafür offen? Als beispielsweise die Frage in Hamburg aufkam, dass Flüchtlinge in ein schickeres Viertel kommen sollten, gab es sofort Protest der Anwohner … AGNES CHRISTNER — In Heilbronn gibt es eine ausgesprochen große Hilfsbereitschaft, die ich in diesem Umfang nicht erwartet hätte. Teilweise ist das Hilfsangebot der Bürger überwältigend, sodass wir die Notwendigkeit einer Koordinierung sehen. Deshalb entwickeln wir momentan

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INTERVIEW DES MONATS: AGNES CHRISTNER ein Konzept mit den Wohlfahrtsverbänden. Wir hoffen, dass die Menschen weiter so hilfsbereit bleiben, denn der Flüchtlingszustrom wird weiter zunehmen. HANIX - Um noch einmal auf den Schulentwicklungsplan zu sprechen zu kommen: Welche Veränderungen kommen hier auf die Schulen, Schüler und Eltern zu? AGNES CHRISTNER — Wir wollen dem Gemeinderat vorschlagen, die Zahl der Werkrealschulen zu reduzieren, da wir von einer weiter zurückgehenden Nachfrage ausgehen. Zwei der acht Schulen wollen sich zu Gemeinschaftsschulen weiterentwickeln, wobei wir sie unterstützen. Weiter geht es um eine Optimierung der Schulstandorte. Allerdings ist unser Anliegen nach wie vor, dass jedes Kind in zumutbarer Entfernung den gemischten Bildungsabschluss erreichen kann. Auch der Ganztagsbetrieb in den Schulen ist eine Entwicklung, die wir weiter vorantreiben werden. HANIX - Sie sind auch für den Bereich Kultur zuständig. Die Kulturlandschaft soll und – so die Meinung vieler – muss, gerade im Hinblick auf die BUGA 2019 und bezüglich urbaner Lebensqualität entwickelt werden. Wie empfinden Sie die Kulturlandschaft in Heilbronn und das kulturelle Angebot in der Stadt? Ist es in vielen Bereichen so provinziell, wie es Anfang des Jahres in der Rhein-Neckar- Zeitung geschrieben stand? AGNES CHRISTNER — Wir haben einen ausgezeichneten und etablierten Kulturbetrieb. Für eine Stadt unserer Größe ist es nicht selbstverständlich, dass es ein international agierendes Kammerorchester, ein Sinfonieorchester oder ein Theater mit drei Sparten gibt. Ich glaube, wir haben ein sehr gutes Angebot, das durch unsere vielfältige freie Szene komplettiert wird. Hier bin ich mir allerdings bewusst, dass es noch Nachholbedarf gibt. Wenn der Schulentwicklungsplan auf dem Weg ist, kann ich mir vorstellen, dass wir dem Gemeinderat vorschlagen, ein Kulturkonzept zu entwickeln. HANIX - Der städtische Kulturbetrieb arbeitet hervorragend, das ist überhaupt keine Frage. Wie haben Sie davon erfahren, dass es im Bereich der freien Szene noch Nachholbedarf gibt? AGNES CHRISTNER — Natürlich ist die Problematik den Fachleuten im Kulturamt bekannt. Und die generelle Entwicklung in anderen Städten nehme ich auch wahr, ebenso dass sich lokale Künstler und Künstlerinnen bei uns melden, die einen Mangel an Räumlichkeiten beklagen und besser wahrgenommen werden möchten. Auch der Wunsch nach einer stärkeren Zusammenarbeit und besserer finanzieller Förderung ist uns bekannt. Die Stadt gibt hier zwar schon Unterstützung, aber das könnte sicher noch optimiert werden. HANIX - Können Sie – trotz Ihrer kurzen Amtszeit – eine Vermutung anstellen, warum der Bereich der freien Szene bis dato stiefmütterlich behandelt wurde? Gegenüber uns gab es die Aussage eines Gemeinderates, dass von 40 seiner Kollegen und Kolleginnen vielleicht fünf wahrnehmen, dass es eine freie und aktive Kulturszene in der Stadt gibt. AGNES CHRISTNER — Ich halte den Gemeinderat insgesamt für sehr informiert und interessiert, da alle Stadträtinnen und Stadträte sehr gut in der Stadt verankert sind. Alle waren bereit, die freie Kulturförderung um 10.000 Euro aufzustocken und unsere Ankündigung, die Förderrichtlinien überarbeiten zu wollen, stieß auch auf große Zu-

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INTERVIEW DES MONATS: AGNES CHRISTNER stimmung. Die Sensibilität ist also da und ich denke, dass man das Thema mit unserem Gemeinderat auf jeden Fall gut diskutieren kann. HANIX - Wie kann ein solcher Dialog gestartet werden? Muss hier die Initiative aus den Reihen der freien Kulturszene kommen oder ist es originär die Aufgabe der Stadtverwaltung und der städtischen Kulturpolitik, solch einen Dialog zu starten? AGNES CHRISTNER — Die Bereitschaft muss von beiden Seiten da sein und man sollte offen aufeinander zugehen. Für die Verwaltung ist es einfacher, wenn sie Ansprechpartner hat und die Vorstellungen kennt. Ich denke, ich kann für alle meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sprechen, wenn ich sage, dass wir uns wünschen, besser in Kontakt treten zu können und die notwendigen Entscheidungen gemeinsam auf den Weg zu bringen. HANIX - Die Rhein-Neckar-Zeitung schrieb, dass die Kommunalpolitik diesbezüglich vieles ändern könnte, sich aber schwer mit diesen Themen tut. Beleg dafür sei die jüngste Entscheidung des Gemeinderates, keine Extramittel für nötige Umbaumaßnahmen an der ABX-Halle zu genehmigen, um die Halle als kommunikativen, kulturellen und gastronomischen Platz in Heilbronn zu entwickeln. Woran hat das Ihrer Meinung nach gelegen? Wurde der Gemeinderat nicht gut genug oder zu spät informiert? AGNES CHRISTNER — Ich sehe kein Informationsdefizit des Gemeinderats. Ich hatte eher den Eindruck, dass die Entscheidung aus grundsätzlichen finanzpolitischen Erwägungen heraus getroffen wurde. Aber bis zur BUGA, für die die ABX-Halle ja genutzt wird, ist noch Zeit; es ist also nichts verloren. HANIX - Dort, wo sich das kulturelle Angebot wirklich sehen lassen kann, wie in der Kunsthalle Vogelmann, wird es in der Stadt und erst recht über die Stadtgrenzen hinaus kaum wahrgenommen. Erkennen die Heilbronner die Vielfalt ihrer Stadt zu wenig? AGNES CHRISTNER — Das ist sicher etwas, woran wir noch arbeiten müssen. Trotz der renommierten Künstler, die in Heilbronn ausstellen, haben wir nicht immer die Besucherresonanz, die wir uns wünschen. Hier setze ich große Hoffnungen auf die neue Struktur der Heilbronn Marketing Gesellschaft. Heilbronn darf auf jeden Fall selbstbewusster auftreten, da wir alle auf das Angebotene stolz sein können. HANIX - Abschließend eine Frage nach dem Motto »Wünsch dir was«: Welches Profil soll Heilbronn als Stadt am Ende Ihrer Amtszeit haben und welche Spuren möchten Sie in der Stadt hinterlassen? AGNES CHRISTNER — Unser bestehendes, breites Kulturangebot soll erhalten bleiben und gleichzeitig die freie Kunst-, Kreativ- und Kulturszene ausgebaut werden. Bestandssicherung des Bewährten und Realisierung von Innovation also – nicht nur im kulturellen sondern genauso im sozialen Bereich, dem Sport usw.. Generell wünsche ich mir, dass die Stadt sich so entwickelt, dass es weiterhin gute Lebensbedingungen für alle Menschen – in jedem Alter in allen Lebensformen, ob mit oder ohne Handicap oder Zuwanderungsgeschichte – gibt und Heilbronn eine soziale Stadt bleibt.

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GUERILLA GARDENING 10 TIPPS FÜR ANGEHENDE GUERILLA-GÄRTNER TEXT: MARCEL RAU (WWW.ATTENSAAT.DE) FOTOS:PR

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TITELTHEMA: GARTEN Die Lektüre im Internet zum Thema Guerilla Gardening ist relativ unergiebig und frustrierend. Und auch der Unterschied zwischen Urban Gardening und Guerilla Gardening scheint vielen Autoren nicht klar zu sein. Allerdings sind wir in letzter Zeit auch immer häufiger über Artikel von Bloggern gestolpert, die sich am Guerilla Gardening versucht, dann aber auch schnell aufgegeben haben. Und das Ganze dann mit Begründungen wie: »Ich habe einen Rosenstock gesetzt, der wurde aber von jemandem zurückgeschnitten« oder »Guerilla Gardening funktioniert ja überhaupt nicht. Die vorgezogenen Blumen aus dem Baumarkt halten ja gerade mal ein paar Wochen«. Stellt sich für uns die Frage, ob an dieser Stelle eher das Konzept Guerilla Gardening oder aber viel mehr der Guerilla-Gärtner das Problem war. Grund genug, dass wir hier nun unsere 10 Tipps für angehende Guerilla-Gärtner veröffentlichen wollen. 1 — EINMAL IST KEINMAL Wer es sich leicht machen möchte, den schnellen und wiederkehrenden Erfolg bei seinen Guerilla Gardening Aktionen sucht, für den gibt es eine ganze Reihe an Blumen und Pflanzen, die jedes Jahr wiederkommen und auch von den meisten Stadtgärtnern akzeptiert werden. Beispiele hierfür wären Narzissen, Tulpen, Krokusse, Schneeglöckchen etc. 2 — ZIELE DEFINIEREN Werde dir über die Ziele klar, die du mit deinen Guerilla-Gardening-Aktionen verfolgen möchtest. Ein altes Fabrikgelände wird man kaum mit Narzissenzwiebeln verwildern lassen, während Löwenzahn in Baumscheiben von den meisten Passanten wohl als Unkraut und nicht als Blume wahrgenommen wird. Verschiedene Ziele erfordern verschiedene Pflanzen. Womit wir bei Tipp 3 wären: 3 — MIT DER RICHTIGEN PFLANZE ZUM ERFOLG Kein Ziel, kein Boden und keine Situation sind so einzigartig, dass es keine Pflanze gäbe, die sich ideal anbieten würde, um damit klar zu kommen. Soll heißen: Die richtige Pflanze entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. In der Nachbarschaft soll ein Bewusstsein dafür entstehen, dass ein Beet gepflegt anstatt zur Müllhalde werden soll? Dann solltest du Blüten sprechen lassen. Soll hingegen ein Stück Land gegen die Übergriffe übereifriger Stadtgärtner standhalten, dann wirkt beispielsweise Minze, die in die Nähe von Wurzelstöcken existierender Pflanzen gesetzt wird Wunder – denn diese wird garantiert ausdauern und viele Jähtattacken überstehen. Aber nicht nur die richtige Pflanze entscheidet über Erfolg und Misserfolg deiner Guerilla-Gardening-Aktivitäten, sondern vor allem muss die Pflanze auch zum Boden und den sonstigen Gege-

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TITELTHEMA: GARTEN benheiten passen. Mehr dazu? Weiterlesen und zwar bei Tipp 4. Vorher nur noch eine Kleinigkeit: Es ist sinnvoll keine Neophyten einzusetzen, die dann unser Ökosystem überrennen und der heimischen Natur schaden. Also lieber auf einheimische Pflanzen zurückgreifen. Ein Beispiel für einen Neophyten, der aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit und seines schnellen, frühen Wuchses inzwischen heimisch geworden ist und andere einheimische Arten verdrängt ist die beliebte Speiseknolle Topinambur. 4 — BODEN ANHAND DER VEGETATION LESEN Zugegeben, auf den ersten Blick mag das etwas seltsam klingen, aber das ist es ganz und gar nicht. Dass verschiedene Pflanzen auch verschiedene Böden bevorzugen, ist bekannt, aber Bodenstrukturen und Zusammensetzungen sind gerade im Vorübergehen nicht immer leicht zu erkennen. Ein bisschen Recherche hilft oft weiter, denn das Prinzip funktioniert in beide Richtungen. So deutet ein üppiger Wuchs mit Brennnesseln und/oder Knoblauchsrauke beispielsweise auf einen stickstoffreichen Lehmboden hin. Mit ein bisschen Übung ist es also kein Hexenwerk die Qualität und Zusammensetzung des Bodens anhand eines Blicks auf die bestehende Vegetation zu erfahren. Ein unbezahlbares Talent für jeden Guerilla- Gärtner! Ach ja: Auch wenn hier von Boden die Rede ist, dann meinen wir ebenso Mauerspalten, Regenrinnen oder Garagendächer, auch wenn es hier dann weniger um die Böden und mehr um die Sonnen- und Feuchtigkeitssituation geht. 5 — DIE MUNITIONSKAMMER – GUT GE- FÜLLT IST HALB GEWONNEN Wenn man als Guerilla-Gärtner gezwungen ist ständig tief in die Tasche zu greifen, um seine Stadt zu verschönern, dann kann Guerilla Gardening schnell ein kostspieliges Hobby werden. Das muss es aber nicht, denn mit Sicherheit gibt es auch in deiner Nähe den einen oder anderen Blumenhändler oder Gärtnerreibetrieb, den du für deine Aktivitäten begeistern kannst und der dir gerne seine nicht verkauften und verblühten Narzissenzwiebeln oder ähnliches kostenlos überlässt. Auch Freunde oder Nachbarn helfen sicher gerne aus und unterstützen deine Aktionen. Verbündete dieser Art sind nicht schwer zu finden, aber im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert und Fragen kostet ja nichts. Und die Steigerung davon? Einheimisches Saatgut einfach sammeln, trocknen und fürs nächste Jahr lagern. Das macht nicht nur Spaß, sondern regelrecht süchtig. Ohne Papiertüte in der Tasche gehen wir jedenfalls schon lange nicht mehr aus dem Haus.

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TITELTHEMA: GARTEN 6 — SAMENBOMBEN UND KONSORTEN Gerade zu Anfang mag es dem einen oder anderen angehenden Guerilla-Gärtner schwerfallen, sich in der Öffentlichkeit über ein Beet herzumachen. Für jegliche Zwecke, die lieber unbemerkt durchgeführt werden sollen, eignen sich Samenbomben und Konsorten ganz hervorragend, denn auch wenn sich selbst so etwas anarchistisches wie eine Samenbombe der Kommerzialisierung geschlagen geben musste und inzwischen in zahllosen Onlineshops zu erwerben ist, so erfüllen sie doch ihren Zweck. Und nein, wir möchten keine verkaufen. Weder hier noch in irgendwelchen Dawanda-Shops. Wir haben etwas viel besseres für euch und zwar unsere Anleitung zur Herstellung eigener Samenbomben. Doch dabei muss es nicht bleiben. Die Möglichkeiten beim Guerilla Gardening sind zahllos. Mit Kreativität und etwas technischem Geschick lässt sich beinahe alles realisieren. Hier nur zwei unserer aktuellen Gedanken und Ideen: Warum nicht mal den noch feuchten Samenbombenteig gemeinsam mit einigen Löwenzahnsamen in eine Mauerspalte drücken? Oder zwischen zwei Blätter Küchenrolle ein Peace-Symbol oder ähnliches aus Kressesamen legen, befeuchten und an einer gut sichtbaren Stelle auf einem Beet mit wenig Erde bedecken und angießen? 7 — DIE SACHE MIT DEM RASENMÄHER Welche Stelle in welchem Beet erst später im Jahr gemäht wird und vor allem an welchen Ort der breite Stadtrasenmäher nicht gelangt, das findet ihr am besten heraus, indem ihr die Beete und Grünflächen über einen längeren Zeitraum beobachtet. Gerade diese Stellen sind es dann auch, für die ihr euch ganz besonders interessieren solltet. Bei uns gibt es beispielsweise in der Stadt eine Wiese auf der drei Birken sehr eng beisammen stehen – dazwischen hat der Rasenmäher keine Chance. Ein wahres kleines Guerilla-Gärtner-Paradies … 8 — DER FRÜHE KEIM BLEIBT HÄUFIG STEHEN Womit wir schon wieder bei Narzissen, Tulpen und Co. wären. Sämtliche frühblühende Zwiebelblumen eignen sich auch für Wiesen und Parks gut, da sie meist schon keimen und blühen, bevor das erste Mal im Jahr gemäht wird. Und nach unserer Erfahrung werden die Pflanzen dann auch beim ersten Mähen verschont, da die Stadtgärtner diese sehr leicht als »Nützlinge« identifizieren können. Für alle anderen Pflanzen gilt: Wenn ihr die Chance habt, diese auf der Fensterbank vorzuziehen, dann erhöht ihr auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich gegen die Konkurrenz im Beet durchsetzen, um ein Vielfaches. Diesen Wachstumsvorsprung bekommt ihr dann häufig auch mit einer üppigen Blütenpracht zurückgezahlt. 9 — MIT BLÜTEN GEWINNT MAN HERZEN – UND KRIEGE Gerade in Gegenden, in denen das Treiben eines Guerilla- Gärtners auf Unverständnis stößt, gilt es die Herzen der Anwohner und Passanten zu erobern. Und dies gelingt am besten, wenn ihr Blüten sprechen lasst: Egal ob Stockrose, Kapuzinerkresse, Narzisse oder Krokus, die leuchtenden Farben der Blüten werden allen ein Lächeln auf die Lippen zaubern und sie verstehen lassen, dass auch eine einfache Saat eine gute Tat sein kann. Und wenn ihr so großes Glück habt wie wir, dann entdeckt ihr früher oder später den einen oder anderen Anwohner mit einer Gießkanne an euren blühenden Schätzchen. 10 — HAB SPASS AN PFLANZEN UND NATUR! Der vermutlich trivialste aber auch wichtigste Tipp zum Schluss: Hab Spaß an dem, was du tust. Hab Spaß an den Pflanzen und hab Spaß an der Natur. Mach dich darauf gefasst, dass du auch jede Menge Niederlagen einstecken wirst, aber lass dich davon nicht unterkriegen. Es liegt in der Natur des Guerilla Gardening, dass mühevoll aufgebaute Beete eines Tages einfach platt gemacht werden oder dass eine wunderschön blühende Kapuzinerkresse übereifrigen Stadtgärtnerhänden zum Opfer fällt. Kein Problem, denn am Ende haben wir den längeren Atem und – nicht zu vergessen – die Natur auf unserer Seite … BUCHTIPP: WER AUF DER SUCHE NACH EINEM GUTEN BUCH IST, DANN GIBT ES IM BEREICH GUERILLA GARDENING EIGENTLICH NUR EINE RICHTIG GUTE EMPFEHLUNG UND ZWAR »GUERILLA GARDENING: EIN BOTANI- SCHES MANIFEST« VON RICHARD REYNOLDS, DEM BEGRÜNDER DER MODERNEN GUERILLA-GARDENING- BEWEGUNG.

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»DIE HEILBRONNER BUGA IST EIN WAHNSINNIG VIELSCHICHTIGES PROJEKT« Auf dem ehemaligen Fruchtschuppenareal entsteht gerade der größte Garten der Stadt, wenn nicht gar des ganzen Landes. Wir sprachen mit den beiden Landschafts- und Freiraumplanern, Oliver Toellner von der BUGA2019 GmbH und Bernhard Schwarz vom Projektbüro sinai, über deren Faszination, solch einen Mammutgarten – und dadurch gleichzeitig ein Stück Zukunftsstadt – zu planen.

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TITELTHEMA: GARTEN INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: ERICH BENZ HANIX: Herr Schwarz, Herr Toellner, Sie planen für die BUGA 2019 einen Garten im großen Stil. Wie sieht es im Gegensatz dazu bei Ihnen privat aus? Haben Sie einen Garten? Und wenn ja: selbst geplant und umgesetzt oder übernommen, wie er war? OLIVER TOELLNER: Mein Garten besteht aus einem »Stückle« und einer Baumwiese zum Obst ernten. Geplant war der Garten weniger, ich habe ihn übernommen und er ist historisch gewachsen. Mein Garten ist ein Rückzugsort für mich, um die Natur auf mich wirken zu lassen. BERNHARD SCHWARZ: Mein Garten bei Berlin ist zweigeteilt. Ein Teil ist für das »Gärtnerische«, also zum Blumen, Obst und Gemüse anpflanzen, während der andere Teil aus einer großen Wiese mit ein paar Obstbäumen besteht. So, dass es immer Spaß macht, ein bisschen etwas zu tun, allerdings darf die Gartenarbeit einen nicht auffressen. Er ist ein Ort der Kontemplation, zum Abhängen und Chillen. HANIX: Beschreiben Sie in kurzen Worten für uns, was genau Ihre Aufgaben für die BUGA 2019 sind. OLIVER TOELLNER: Gerade sitzen wir beide an derselben Seite des Tischs, aber während unserer Arbeit sitzen wir uns eher gegenüber. Als Landschaftsarchitekt vertrete ich die Bauherrenschaft der Bundesgartenschau GmbH. Ich leite die Abteilung Planung und Ausstellungskonzeption seit über fünf Jahren und begleite fachlich die beauftragten Planer bei Bau und Planung der öffentlichen Daueranlagen und der Gartenausstellung. BERNHARD SCHWARZ: Wir haben mit unserem Büro sinai den freiraumplanerischen Wettbewerb der Buga GmbH zur Gestaltung der neuen Uferlandschaften und Parklandschaften im Neckarbogen gewonnen. Jetzt beraten wir unseren Bauherren bei allen freiraumplanerischen Themen. Das besteht aus zwei Ebenen: zum einen der Bau der dauerhaften Parkanlagen, zum anderen der Bau der BUGA 2019, bei dem es mehr um die temporäre Ausstellung 2019 geht. Priorität hat aber immer das Nachhaltige; und wir versuchen, beide Ebenen klug miteinander zu verbinden. Besonders für uns beide ist außerdem, dass wir hier sehr stark in ein städtebauliches Gesamtprojekt eingebunden sind, weshalb wir nicht »nur« als Freiraumplaner, sondern Stadtentwicklungsplaner arbeiten. Das macht die Aufgabe so besonders, da wir in einem breiten Feld agieren können. Es geht immer um die Gestaltung des gesamten Stadtraums. HANIX: Unterscheidet sich die BUGA hier in Heilbronn dann von anderen Gartenschauen im Hinblick auf die stadtplanerischen Charakteristiken? BERNHARD SCHWARZ: Jede BUGA hat ein anderes, ein spezifisches Thema; aber dass die Buga so explizit in der Mitte der Stadt als Teil des Modellquartiers Neckarbogen geplant ist, ist schon etwas Besonderes und macht Heilbronn einzigartig. OLIVER TOELLNER: Die Besonderheiten des Projekts sind schon eine spezifische Herausforderung. HANIX: Und ist diese spezifische Herausforderung eine größere als bei »gewöhnlichen« Gartenschauen? BERNHARD SCHWARZ: Das Projekt ist spezifisch, aber nicht schwerer oder leichter als andere Projekte. Die Besonderheit ist, dass wir keine sehr kompakte Fläche haben, sondern uns entlang der Uferlinie erstrecken. Dadurch haben wir eine sehr große Kontaktfläche zur Stadt, was die hohe Komplexität des Projekts ausmacht. Jeder Kontakt zur Stadt bedeutet auch Auseinandersetzung mit ihr. Die Stadt ist hier ein Nachbar für uns, der Rechte, Bedürfnisse und Befindlichkeiten hat. Es ist damit ein wahnsinnig vielschichtiges Projekt. HANIX: Was fasziniert Sie im Allgemeinen an Freiraumplanung und wo erlangen Sie ihre Inspiration? BERNHARD SCHWARZ: Faszinierend für uns ist immer die Mitwirkung an der Herstellung nutzbarer Räume im Sinne von Stadtlandschaften. Uns geht es darum, das Besondere der Orte zu erspüren. Dieses Besondere findet sich hier im Heilbronner Projekt, vor allem im Thema »Orte am Fluss, Stadt am Wasser«. Das Spannende am Planen in Städten ist das politische Planen, weil es um Flächenkonkurren-

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TITELTHEMA: GARTEN zen geht: Durch geschicktes Planen, ein Miteinander und Überlagern entwickeln wir so ein Stadt-Raum-Gefüge, das einen hohen sozialen Interaktionswert hat. Dieses Gefüge dient der Stadtgesellschaft als Bühne. OLIVER TOELLNER: Mich fasziniert die Ressource freier Raum in einer Stadt, gerade im Zusammenhang mit der starken Zuwanderung in die Stadt. Hier ist es wichtig, dass die Ressource freier Raum gesichert wird, um sie den Menschen die hier Leben zu Verfügung zu stellen. BERNHARD SCHWARZ: Durch die historischen Nutzungsformen in der Stadt ist Heilbronn in verschiedene Bereiche zerfallen. Und die BUGA hat den Ansatz, diese Fragmentierung in Teilen wieder aufzuheben. OLIVER TOELLNER: Die BUGA soll nicht nur einzelne Teile der Stadt wieder zusammenfügen, sondern auch ihre Menschen. Eine Integrationsleistung in die Stadtgesellschaft ist hier also gefordert. BERNHARD SCHWARZ: Hauptsache, auf den geschaffenen Flächen ist später etwas los und es ist nach der BUGA lebendig. Sobald man eine geile Location oder einen guten Raum schafft, passiert dort fast automatisch etwas. HANIX: Das Fruchtschuppenareal, auf dem die BUGA stattfinden wird, haben Sie sicherlich erstmals gesehen, als dort noch Schrotthändler und Getränkemärkte angesiedelt waren. Sind bei Ihrem ersten Besichtigungstermin schon Park- und Gartenlandschaften vor Ihrem geistigen Auge aufgepoppt oder setzt das erst später ein? BERNHARD SCHWARZ: Wir mussten nicht jungfräulich an dieses Projekt herangehen. Der BUGA war ein städtebaulicher Ideenwettbewerb zum Masterplan vorangegangen. Dieser Plan hat eine Grundordnung für das Gelände erdacht und festgeschrieben, nämlich was der Neckarbogen »leisten« soll. Dem nachgeordnet war der Plan zur Freiraumentwicklung. In unseren Köpfen hatten wir es nicht mit einer leeren Fläche, sondern mit einem Leitbild zu tun. OLIVER TOELLNER: Als ich vor dem Wettbewerb bei der Stadt Heilbronn angefangen habe, gab es wirklich nur die alten Schuppen in einer Industrielandschaft. Da entstehen natürlich erste Bilder, aber wenn man ein Projekt über einen so langen Zeitraum begleitet, dann muss man oftmals näher hinschauen und die Bilder verändern sich. Es gab einen städtebaulichen Rahmenplan vom Büro Steidle, dann hat sinai den BUGA-Wettbewerb gewonnen und so mussten wir uns mit einem weiteren Planer auseinandersetzen. Viele Bilder entwickeln sich erst im zweiten oder dritten Schritt. Deshalb war uns beispielsweise auch die frühzeitige Freilegung des Neckarufers – also ein freier Blick auf den Neckar – wichtig, denn selbst erfahrene Planer brauchen eine richtige Sicht auf die Potentiale der Flusslandschaft. BERNHARD SCHWARZ: Dennoch muss es gerade bei so einem großen Projekt Leitmotive und ein paar Grundsatzentscheidungen geben. Planung muss flexibel sein, ohne die einmal festgelegten Grundziele in Frage zu stellen. HANIX: Worin liegen für Ihr Arbeiten die größten Herausforderungen bei der Umsetzung einer Gartenschau oder Freiraumplanung? Sind diese auf dem tatsächlich zu bearbeitenden und umzugestaltenden Gelände, sprich auf der Baustelle, zu finden oder doch am eigenen und an fremden Schreibtischen und Konferenztischen? OLIVER TOELLNER: Beide Bereiche haben ganz eigene Herausforderungen, deshalb haben wir auch unterschiedliche Abteilungen. Solchen Projekten geht eine sehr lange Planungs- und Diskussionsphase voraus. Das Bauen an sich geht oftmals sehr schnell, es ist die Koordinierung und Planung, die die meiste Zeit in Anspruch nimmt. Dann kann sich vermeintlich harmloser Schrott zu einem riesigen Aufwand entwickeln, wie zuletzt, als wir bei Erdarbeiten auf alte Gasflaschen gestoßen sind, die einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften zur Folge hatten. BERNHARD SCHWARZ: Der Energieaufwand, die Herausforderungen in den einzelnen Phasen – Planung, Diskussion und Bau – sind gleich anstrengend. OLIVER TOELLNER: Die Arbeit wird aber unter sinai und

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TITELTHEMA: GARTEN den anderen Planungsbüros nach Maßgabe der Bundesgartenschau GmbH aufgeteilt. HANIX: Welchen Anteil an Ihrer Arbeit müssen Sie aufbringen, um die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung zu überzeugen oder Sorgen und Ängste von Bürgern abzubauen? BERNHARD SCHWARZ: Einen enormen Teil. In der Regel sind wir alle zwei Wochen mit mehreren Leuten in Heilbronn. Die geringste Zeit benötigen wir, um uns, die Buga GmbH und sinai, aufeinander abzustimmen, da wir eine gemeinsame Grundfeste haben. Die restliche Zeit brauchen wir, um Stadt und Bürger mitzunehmen, Genehmigungen einzuholen, um zu überzeugen und, und, und. In Heilbronn haben wir einen Bauherrn, der planerisch, erfahrungsmäßig und intellektuell in der Lage ist, mit uns auf einer Ebene zu diskutieren. Ein Projekt wird nie allein so gut, wie es der Architekt allein plant. Das ist immer auch das Resultat aus der Zusammenarbeit mit dem Bauherrn. Leider wird in anderen Projekten die Aufgabe des Bauherrn oftmals nicht als Qualitätsmerkmal, sondern nur als Organisationsmerkmal verstanden. OLIVER TOELLNER: Wenn man den fachlichen Diskurs abkürzen kann, da man auf Augenhöhe eine gemeinsame Haltung entwickelt hat, kann man sich mehr auf die Bedürfnisse der Stadtgesellschaft konzentrieren. Auf diesem Gebiet versuchen wir die Bürger immer zu informieren, damit es möglichst keine Missverständnisse gibt. BERNHARD SCHWARZ: Die BUGA ist das Leitprojekt der Stadt und eine Generationenaufgabe. Entsprechend gibt es eine große Erwartungshaltung in der Bevölkerung und eine gewisse Vorsicht. Man ist sich bewusst, dass die Stadt Investitionen in dieser Größenordnung in den nächsten 40 Jahren nur einmal tätigt. Das ist eine hohe Verantwortung und wir spüren, wie sorgsam die Stadt damit umgeht. HANIX: Aktuell, Herr Schwarz, stößt Ihre Idee in Mannheim, wo 2023 die BUGA stattfinden wird, die Feudenheimer Au mit in die BUGA-Überlegungen einzubeziehen, auf viel Gegenwind. »Der Einbezug der Feudenheimer Au in die Planung war keineswegs der unreflektierte Alleingang eines freien Landschaftsarchitekten«, springt Ihnen der Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) in Bonn, Jochen Sandner, bei. Können Sie sich in Mannheim noch sehen lassen oder haben Sie inzwischen Stadtverbot? BERNHARD SCHWARZ: Das Thema ist hochemotional, aber ich kann mich dort sehr gut sehen lassen. Ich darf auch weiter an dem Projekt und anderen Projekten in Mannheim mitarbeiten. (lacht) Ich glaube, dort ist eine vorher nicht erkennbare Empfindlichkeit getroffen worden, die sich medial sehr verstärkt und verselbstständigt hat. Das hat die Gespräche erschwert, aber ich glaube, dass es letztendlich auch in Mannheim gelungen ist und weiterhin gelingen wird, über die Beteiligung der Bevölkerung auf- und zu erklären. BUGA ist daher nicht nur ein Planungsprozess, sondern muss auch eine Abfolge von Ereignissen sein. Man muss frühzeitig erkenntlich machen, was man möchte und was die positiven Effekte sein werden. In Heilbronn haben wir beispielsweise für die neuen Uferlandschaften am Neckar aussagekräftige Bilder kreiert, damit sich die Leute von Anfang an vorstellen konnten, was hier dauerhaft passieren wird und welche Qualitäten entstehen werden. Das hat uns mitunter in der Kommunikation der Rodungsmaßnahmen ungemein unterstützt. Ähnlich wird es sich bestimmt in Mannheim entwickeln. HANIX: Sie sind Partner und Gründer von sinai. Der Name sinai steht bildhaft für eine Landschaft des bewegten Denkens oder für eine Heimat des Nomadischen im Entwerfen. Das dürfen die Mannheimer nun auch erfahren … BERNHARD SCHWARZ: Die Mannheimer Aufgabe erforderte tatsächlich ein sehr »bewegtes Denken«, um gewohnte Sichtweisen aufzubrechen. (lacht) Wir sind uns schon bewusst, in welche Spannungsfelder wir uns begeben. Aber gerade durch diese Spannungsfelder entstehen Diskussionen, die wir benötigen. Planungserfolg lässt sich nicht ein-

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TITELTHEMA: GARTEN fach messen: Drückt er sich im Materiellen, im Gebauten oder in dem Dialog mit der Stadtgesellschaft und dem gegenseitigen Verstehen aus? HANIX: Wo und zu welchem Teil setzen die Grenzen Ihrer planerischen Phantasie ein und welchen Anteil dürfen Sie von Ihrer Idealvorstellung umsetzen? BERNHARD SCHWARZ: Man muss immer sehen, woher man kommt. Hier in Heilbronn haben wir beispielsweise einen großen Wettbewerb gewonnen. Unsere Arbeit wurde von einer Experten-Jury ausgewählt, die unsere Planung lesen konnte und für gut befunden hat. Das war schon ein guter Filter für die Stadt und uns im Hinblick auf das, was machbar sein würde. OLIVER TOELLNER: Das hat auch etwas mit dem Vertrauen des Bauherrn bei der Planung zu tun. Wir sehen die Qualität des Büros, die Planung nicht nur übergeordnet, sondern auch im Detail zu beherrschen. So wollen wir das Projekt gemeinsam bis zur einzelnen Schraube bauen. BERNHARD SCHWARZ: Wenn wir diskutieren, dann zumeist nur noch auf der Objekt- und Detailebene und nicht mehr über die konzeptionellen Grundzüge. HANIX: In Heilbronn kann man aktuell auch den Eindruck gewinnen, dass die Stadt etwas Angst vor der eigenen Courage bekommt, was sie denn da beschlossen hat. BUGA-Geschäftsführer Hanspeter Faas hat die Sorge, dass bei der Umsetzung des zukunftsträchtigen neu entstehenden Stadtquartiers nicht weit genug gesprungen wird. In der Stadt und auf Investorenseite werden Stimmen lauter, die das anvisierte Mobilitätskonzept infrage stellen. Für Sie sind solche Debatten wahrscheinlich »Business as usual«. Sicher ist es trotzdem nervig? OLIVER TOELLNER: Grundsatzdebatten sind Teil solcher Projekte. Wir sind sehr weit vorangeschritten, und wenn Dinge nochmal auf den Prüfstand gestellt werden, muss das auch immer in der Terminplanung abgebildet werden. Grundsätzlich machen mir solche Debatten keine Angst. Ich bin weiterhin der Meinung, dass die BUGA in terminlicher als auch qualitativer Hinsicht weiter springen muss. BERNHARD SCHWARZ: Mit dem Projekt Neckarbogen stellt sich die Stadt grundsätzliche Fragen, etwa, wie man die Zukunft in der Stadt gestalten will. Deshalb muss es eine breite Diskussion geben, die auch zur Sache geht, da geht es ans Eingemachte, z. B. beim Thema Verkehr. Deshalb verwundert sie auch nicht in ihrer Zeitlichkeit und Vehemenz. Bei dieser Dimension an Veränderung, die wir in der Stadt planen, darf sie uns auch gar nicht überraschen. Trotzdem strengt sie manchmal an. (lacht) Wir überlegen immer, wie wir die Diskussion fachlich klug führen können. Und es darf uns dabei nicht überraschen, dass wir auch einige Kompromisse eingehen müssen. HANIX: In welchen Bereichen liegen Sie für die BUGA in Heilbronn im Soll und umgekehrt: wo gilt es besonders Gas zu geben, weil Sie dem Tableau hinterherhinken? BERNHARD SCHWARZ: Inhaltlich sind wir im Soll und das ist wichtig. Alle großen Dinge, die wir angehen wollten, haben wir auf den Weg gebracht. Terminlich würde ich mehr Tempo in der Hochbauentwicklung am Neckarbogen sehen wollen; das macht mir Sorge. Das Besondere dieser Gartenschau ist, dass sie schon ein Stück Modellstadt zeigen soll. Ein Stück Stadt als Kulisse, und das darf nicht zu wenig, zu klein sein. OLIVER TOELLNER: Vier Jahre vor dem wichtigen Meilenstein Gartenschau hat man den Terminplan permanent im Blickfeld und forciert Prozesse, um Termine auf Kurs zu halten. Deshalb sind wir in dieser Hinsicht viel unterwegs, hatten zum Beispiel eine Gemeinderatsklausur zu den planerischen Grundsätzen des Stadtquartiers Neckarbogen. Wir sind also intensiv im Diskurs und sind uns bewusst, dass 2015 ein entscheidendes Jahr wird. Die Dinge, die auf unserem Arbeitsplan stehen, werden uns in den nächsten Jahren schon enorm fordern. HANIX: Herr Toellner, Sie haben gesagt, dass Sie auf einer ihrer beruflichen Stationen die gärtnerische Tradition, die Ortsbezogenheit und Beharrlichkeit, verinnerlicht haben. Was genau bedeutet das für Ihr Arbeiten und Planen von Gartenschauen oder städtischen Freiräumen, die lebenswerter und grüner gemacht werden sollen? OLIVER TOELLNER: Das Zitat war im Bezug auf meine Arbeit im Planungsbüro Luz in Stuttgart, einem Urgewächs aus der Stuttgarter Weingärtnertradition mit den »Fingern in der Erde«. Als gebürtiger Stuttgarter sehe ich mich als das Gegenstück zu meinen Berliner Planern, um ihnen die regionale Maßstäblichkeit aufzuzeigen. Ich glaube diese Regionalität und der passende Maßstab sind ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg des Projekts. Am Ende muss das Projekt Authentizität haben, schließlich findet die BUGA 2019 im Süden des Landes statt. HANIX: Herr Schwarz, mussten Sie als Berliner hier etwas lernen und haben Sie sich auf die Begebenhei-

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TITELTHEMA: GARTEN ten im Ländle einstellen oder gar anpassen müssen? Musste Sie Herr Toellner diesbezüglich »einnorden«? BERNHARD SCHWARZ: (lacht) Ich glaube, die Qualität von Planungen lässt sich dadurch ausdrücken, wie weit man sich mit den vorgefundenen Begebenheiten vertraut macht und wie man sie liest und darauf hört. Damit meine ich das Hören auf die Menschen, die hier leben, aber auch das sinnbildliche Hören der Stadt oder der Landschaft. Hier geht es überhaupt nicht um Berlin oder Heilbronn, sondern um ein Grundverständnis von Planung. Eine gute Planung wird sich immer mit den Besonderheiten, mit Geschichte und Kultur des Ortes auseinandersetzen. Heilbronn ist geprägt durch den Wiederaufbau, der die alten »Spuren« der Stadt verdeckt hat. Die wollen wir wieder etwas freilegen. HANIX: Die BUGA betont, wie wichtig der Austausch mit den Bürgern ist. Welche Impulse für die BUGA 2019 kamen aus der Heilbronner Bürgerschaft? OLIVER TOELLNER: Ja, es gab vielfältige Impulse und wir sind in regem Austausch. Was die ABX-Halle betrifft, sind wir schon auf einer konkreten Ebene. Im Januar beim Architekturgespräch vor Ort waren auch die Bürger dabei und haben mitdiskutiert. Ich hätte nicht gedacht, dass trotz der Minustemperaturen vor Ort ein so großes Interesse vorhanden war. Die Diskussion über die Brücke zwischen Hauptbahnhof und Neckarbogen wurde stark von der Bürgerschaft angestoßen. Und aufgrund des kontinuierlichen Bürgerdialogs werden auch mal Konzepte, die eigentlich schon von der Politik zurückgewiesen wurden, hinzugefügt. HANIX: Die Beteiligung ist zufriedenstellend? OLIVER TOELLNER: Ja, und ich bin froh, dass wir mit der Infobox schon 2009 klare Verhältnisse schaffen und erste Schritte gemeinsam mit den Bürgern machen konnten. Man muss sich immer wieder fragen, wie man in den einzelnen Phasen des Projekts die Bürger erreicht. So sind wir beispielsweise bei der Ausstellungskonzeption selbst noch ganz am Anfang des Dialogs. HANIX: Der Gemeinderat hat beantragte Mittel für den Ausbau der ABX-Halle verweigert. Wieso eigentlich? Sieht der Gemeinderat das Potenzial dieser Halle auf dem Fruchtschuppenareal nicht? Oder lag es ausschließlich an mangelnder Kommunikation zwischen diversen städtischen Ämtern, der BUGA GmbH und dem städtischen Parlament, das gerne früher mehr über die ABX-Halle und die sie betreffenden Pläne Bescheid gewusst hätte? OLIVER TOELLNER: Allein an diesem Beispiel sieht man, wie komplex Kommunikation ist. Wir waren an der Planungswerkstatt zur ABX-Halle beteiligt und haben hierbei in Bezug auf die Stadtgesellschaft eigentlich einen breit aufgestellten Diskurs unter Beteiligung der Verwaltungsspitze geführt. Der Gemeinderat wurde im Nachgang über Gremien informiert. Deshalb war es uns umso wichtiger, mit den Heilbronner Architekturgesprächen den Dialog fortzusetzen; es waren ja einige Gemeinderäte vertreten. BERNHARD SCHWARZ: Da schließt sich der Kreis wieder: Wenn eine BUGA in der Stadt ankommen will, dann braucht es diese Ereignisse. Die ABX-Halle ist ein sehr guter Ort, um die Geschichte der Transformation zu erzählen. Deshalb würden wir es ganz stark begrüßen, wenn da nochmal was geht. Die Halle ist der Kristallisationspunkt für die Veränderung des Fruchtschuppenareals. Um zu verdeutlichen, was Stadttransformation bedeuten kann und wie sie wirkt, wäre der Ausbau der Halle genial; das ist für die Jugend, für kulturelle und gärtnerische Möglichkeiten perfekt. Die Halle ist so vielfältig, dass man daran hätte deutlich machen können, was BUGA eigentlich für diese Stadt bedeuten soll. OLIVER TOELLNER: Das Signal, das von den Architekturgesprächen ausging, war sehr deutlich. Allerdings muss der Gemeinderat die Dinge auch immer hinterfragen. Aber es stehen neue Maßnahmen an, beispielsweise muss ein Teil der Halle für die neue Brücke rückgebaut werden. Deshalb sind wir momentan am Planen, ob man da nicht in diesem Jahr eine Veränderung als Ereignis zeigen kann. HANIX: Kommen wir abschließend zurück zu Ihren privaten Gärten. Welches Heimgärtner-Projekt gehen Sie als Nächstes an? OLIVER TOELLNER: Was meinen Schrebergarten betrifft, will ich dieses Jahr Gemüse anbauen und habe mir vorgenommen, meinen Schreibtisch unter dem Dachfenster leerzuräumen, um Platz für die ersten Tomatenpflanzen zu schaffen. BERNHARD SCHWARZ: Im Garten selbst gibt es nicht mehr so viel zu tun, sondern es geht darum, ihn ganzjährlich erlebbar zu machen. Deshalb suche ich gerade noch nach einem Platz, wo ich ein großes Fenster für den Blick in meinen Garten einsetzen kann. Dort will ich meinen Schreibtisch hinstellen, sodass ich auch von dort aus zu allen Jahreszeiten und Wetterlagen aufs Engste mit meinem Garten verbunden bin.

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TEXT: FRIEDEMANN ORTHS FOTOS: NICO KURTH BUNT UND GRÜN – DER INTERKULTURELLE GARTEN HEILBRONNS

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TITELTHEMA: GARTEN In vielen deutschen Städten erfreuen sich interkulturelle Gärten einer immer größeren Beliebtheit. Um Zugewanderten, Menschen mit Handicaps oder Flüchtlingen die Integration zu erleichtern und das Zusammensein mit der heimischen Bevölkerung zu fördern und Berührungsängste abzubauen, gibt es seit 2011 in Heilbronn den interkulturellen Garten in der Happelstraße. Wir haben den Hof, der ab dem Frühjahr wieder grün sein wird, besucht und sprachen mit den Beteiligten des Projekts »Zusammenwachsen – bunt und grün gemeinsam«. Kalt ist es noch an diesem Samstag im Februar, als wir den Garten in der Südstadt bei Arkus besuchen. Die Arbeits-, Kultur- und Selbsthilfe gGmbH ist ein seit 1995 bestehender gemeinnütziger Qualifizierungs- und Selbsthilfeverband der Menschen, die Probleme im Alltag haben, unterstützt. Das Aufgabenfeld von Arkus umfasst das Vermitteln von arbeitssuchenden Menschen oder Wiedereinsteiger/innen auf dem Arbeitsmarkt, Hilfe für Alleinerziehende oder das Unterstützen von Menschen mit Behinderung. Zusätzlich kümmert sich Arkus um die Integration von Zuwanderern. Aus diesem Grund wurde der Bürgerinitiative »Zusammenwachsen« die Möglichkeit gegeben, im Hof bei Arkus einen interkulturellen Garten anzulegen. Dort soll gemeinsam gegärtnert, geerntet und gefeiert werden. Getreu dem Motto »wer macht, der macht« ist jeder eingeladen den Garten zu besuchen, sich um die Pflanzen zu kümmern, oder einfach nur zu entspannen. Ziel ist, Heilbronn nach und nach durch Urban Gardening zu verschönern und ganz nebenbei noch das gemeinsame Zusammenleben zu fördern – durch ganz viel Spaß und selbstgezogenes Gemüse oder Obst. Mit den Worten »wir sind offen« lässt sich das Vorhaben und die Attitüde der Partizipierenden wohl am besten beschreiben – jeder ist willkommen! EIN PROJEKT, DIE STADT ZU VERSCHÖNERN Den Wunsch nach mehr Grün teilen zwar fast alle Bürger, die in einer Stadt leben, allerdings kann sich meistens kaum jemand etwas Konkretes darunter vorstellen. Deshalb kamen im September 2012 die Mitglieder der Bürgerinitiative »Mehr Grün im Südbahnhof« auf die Idee, ein Projekt auf die Beine zu stellen, um mehr Heilbronner für eine grünere Stadt zu gewinnen. 2013 begann das Projekt konkrete Formen anzunehmen und die Arbeit im Hof von Arkus konnte intensiv beginnen. Neben dem offensichtlichen Plan, eine Freifläche in der Stadt mit mehr Bepflanzung zu verschönern, hat das Projekt »Zusammenwachsen – bunt und grün gemeinsam« jedoch noch einen anderen Zweck. Den fasst Marita Trautner treffend zusammen: »Was nützt mehr Grün, wenn die Menschen fehlen?« Mehr Natur in der Stadt ist zwar schön und gut, doch was kann mit den entstanden Grünflächen oder Gärten dann eigentlich konkret unternommen werden? Schließlich soll der Garten lebendig sein. Die Antwort darauf lautet: Begegnung durch Urban Gardening. Anstatt nämlich einfach wild drauflos zu Gärtnern, wollen die Teilnehmer aus dem Garten auch einen Ort schaf-

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TITELTHEMA: GARTEN fen, um Kontakte knüpfen zu können. Hier sollen sich alle Menschen, die Lust darauf haben, treffen und gemeinsam pflanzen, sähen, gießen und ernten. Der »harte Kern« der Mitglieder besteht aus 10–15 Personen, die sich alle mit Leidenschaft und ehrenamtlich um den Garten kümmern. Dabei ist das jüngste Mitglied gerade einmal vier Jahre, während das älteste 76 ist. Der Garten ist also ein Mehrgenerationenprojekt, das sich allerdings noch in einer Pilotphase befindet. Denn bevor der Garten in seinen angedachten Ort, das Areal des ehemaligen Südbahnhofs, verlegt werden kann, wird erst mal in großen Kübeln gepflanzt. Das hat allerdings auch Vorteile: »Durch das Mikroklima und die Wärme im Sommer hier im Hof wachsen unsere Tomaten und Paprika besonders gut« sagt Werner Talmon, ein Mitglied der Gruppe. Durch die Bundesgartenschau 2019 erhoffen sich die Initiatoren und Helfer größere Aufmerksamkeit für ihr Projekt. Das Gartenprojekt soll eine Duftmarke setzen und als perfektes Zeichen für das, was man gemeinsam mit einem Garten erreichen kann, dienen. Denn wie der Name der Initiative schon zeigt, können in einem Garten nicht nur Pflanzen gemeinsam wachsen. GEMEINSAM WACHSEN DURCH HELFENDE HÄNDE Selbstverständlich benötigt ein Garten neben fleißigen Händen, die die Kübel mit Erde befüllen oder während der Hochphase des Gartens im Sommer die Pflanzen und das Gemüse gießen auch Saatgut und Wasser. Deshalb schätzt sich die Gruppe glücklich, dass sie von der Gärtnerei Umbach, dem Friedrichshof und Walter Kress vom Haaghof in Hardthausen jede Menge Saatgut und Setzlinge gespendet bekommen haben. So können im Garten Tomaten, Kartoffeln oder Ringelkresse angebaut werden. Dankbar sind die Mitglieder auch dem Grünflächenamt der Stadt Heilbronn und Birgitt Wölbing von Arkus, die sofort Feuer und Flamme war, als sie von der Idee des Gartens hörte. So stellt Arkus nicht nur seinen Hof zur Verfügung, auch Wasser und Hausmeistertätigkeiten werden von dem gemeinnützigen Verband gestellt. »Ohne Arkus und die Stadt Heilbronn wäre das Projekt nie zu Stande gekommen« erklärt Arnold Weber, der das Projekt von Anfang an begleitet hat. Weitere Unterstützung bekam die Gruppe aus Esslingen von finep, dem Forum für internationale Entwicklung und

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TITELTHEMA: GARTEN Planung. finep bot einen Workshop zum Thema Urban Gardening an und lieferte den Beteiligten so fachkundiges Wissen im Bereich des Gärtnerns. Im letzten Jahr wurde sogar eine Biologin, Wynja Roschinsky, engagiert, die die Initiative bei Aufbau und Koordination eines Netzwerks unterstützt. So binden die Mitglieder immer wieder andere Akteure wie Schulen mit ein. Um die Stelle weiter erhalten zu können, wurde jetzt ein Förderantrag an das Integrationsbüro gestellt. MIT SPASS BEI DER ARBEIT Neben der durchaus anstrengenden Arbeit im Garten, sei es beim Erde schaufeln oder dem Ernten, bietet das Projekt aber auch Raum für Spaß und Entspannung. So war der Garten ein Teil des Südstadtfests; im Herbst wird Erntedank gefeiert. Im Garten finden regelmäßige Treffen statt, wobei gemeinsam diskutiert, geplant und reflektiert wird. Wichtig ist den Involvierten vor allem regelmäßiger Kontakt und Gemeinschaft. Marita und Severin Trautner freut an dem Projekt besonders, dass die beiden Jüngsten Helfer, Mio und Nora, ein Stück Natur in der Stadt entdecken können. Und Ulrich Riedel fügt lachend hinzu, dass die meisten Kinder heutzutage einen Garten nur noch aus Harry Potter kennen würden. Das Generationenprojekt verbindet also Jung und Alt durch das gemeinsame Arbeiten und Entspannen im Garten. Dennoch wünscht sich Severin »etwas mehr u-40« in dem Projekt. »Viele unserer jüngeren Helfer sind inzwischen durch Umzüge oder Auslandsaufenthalte nicht mehr dabei« fügt Susanne Schuff-Werner hinzu. Der Garten könnte also durchaus etwas mehr junges Gemüse vertragen. Am wichtigsten ist aber immer noch der Kontakt untereinander und das Gestalten eines entspannenden Stadtbilds. Denn was gibt es schöneres als nach einem stressigen Arbeitstag auf seine eigene grüne Insel mitten in der Stadt zum Auftanken kommen zu können: »Der Garten gibt mir einfach Energie und befreit«, summiert Arnold Weber glücklich. Und diese Energie soll dann hoffentlich weiter wachsen und Heilbronn und seinen Bürgern das geben, was die Initiatoren schon lange durch ihr kleines Idyll am eigenen Leib erfahren.

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FOTOS: MELI DIKTA

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TITELTHEMA: GARTEN Ordentliche Schwaben oder all diejenigen, die sich im Ländle integrieren wollen, haben ihr eigenes »Stückle«. So auch die über 100 Pächter der Gartenfreunde Heilbronn Nord. Zwischen der Bahnlinie Heilbronn - Neckarsulm und der Austraße im Heilbronner Gewerbegebiet haben sich enthusiastische Gartenfreunde ihr persönliches Kleinod geschaffen. Hier beackern sie ihre Gemüsebete, beschneiden Obstbäume und ziehen Zierpflanzen hoch. Wir haben einige der Gartenfreunde auf deren »Stückle« besucht.

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TITELTHEMA: GARTEN

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TITELTHEMA: GARTEN Alter: 75 Jahre Im Verein seit: 53 Jahren Lieblingspflanze: Rosen Fiesestes Unkraut: »Katastrophenpflanze« Gartenzeit im Frühling: 15 Std./Woche Gartenzeit im Sommer: 15 Std./Woche Gartenzeit im Herbst: 8 Std./Woche Gartenzeit im Winter: 1 bis 2 Std./Woche

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TITELTHEMA: GARTEN

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TITELTHEMA: GARTEN Alter: 53 & 57 Jahre Im Verein seit: 3 Jahren Lieblingspflanze: Margeritenbusch & Rosen Fiesestes Unkraut: Brennnesseln Gartenzeit im Frühling: 25 Std./Woche Gartenzeit im Sommer: 35 Std./Woche Gartenzeit im Herbst: 35 Std./Woche Gartenzeit im Winter: 1 Std./Woche

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TITELTHEMA: GARTEN

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TITELTHEMA: GARTEN Alter: 64 & 64 Jahre Im Verein seit: 12 Jahren Lieblingspflanze: Schwarze Susanne & Löwenmäulchen Fiesestes Unkraut: Schlingwurzel Gartenzeit im Frühling: 10 Std./Woche Gartenzeit im Sommer: 30 Std./Woche Gartenzeit im Herbst: 10 Std./Woche Gartenzeit im Winter: 2 Std./Woche

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TITELTHEMA: GARTEN

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TITELTHEMA: GARTEN Alter: 54 Jahre Im Verein seit: 21 Jahren Lieblingspflanze: Tomaten & Zwiebeln Fiesestes Unkraut: Winden Gartenzeit im Frühling: 25 Std./Woche Gartenzeit im Sommer: 45 Std./Woche Gartenzeit im Herbst: 20 Std./Woche Gartenzeit im Winter: 2 Std./Woche

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TITELTHEMA: GARTEN

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TITELTHEMA: GARTEN Alter: 53 & 59 Jahre Im Verein seit: 3 Jahren Lieblingspflanze: Dahlien, Rosen & Radieschen Fiesestes Unkraut: Brennnesseln Gartenzeit im Frühling: 15 Std./Woche Gartenzeit im Sommer: 25 Std./Woche Gartenzeit im Herbst: 25 Std./Woche Gartenzeit im Winter: 2 Std./Woche

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TITELTHEMA: GARTEN

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TITELTHEMA: GARTEN Alter: 57 & 60 Jahre Im Verein seit: 25 Jahren Lieblingspflanze: Italienische Gurken, Rosen & Wassermelone Fiesestes Unkraut: Löwenzahn Gartenzeit im Frühling: 15 Std./Woche Gartenzeit im Sommer: 30 Std./Woche Gartenzeit im Herbst: 15 Std./Woche Gartenzeit im Winter: 4 Std./Woche

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TITELTHEMA: GARTEN

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TITELTHEMA: GARTEN Alter: 56 Jahre Im Verein seit: 7 Jahren Lieblingspflanze: Clematis, Dahlien, Gurken & Artischocken Fiesestes Unkraut: Disteln & Löwenzahn Gartenzeit im Frühling: 8 Std./Woche Gartenzeit im Sommer: 20 Std./Woche Gartenzeit im Herbst: 20 Std./Woche Gartenzeit im Winter: 10 bis 15 Std./Woche

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TITELTHEMA: GARTEN JOSHIS MEINUNG ZUM THEMA GARTEN Ein Garten ist, mal ganz fachmännisch betrachtet, eine Fläche mit grün, die oft an ein Haus gehört. Manche Häuser haben aber auch gar keine Gärten. Ich denke, durchschnittlich hat fast jedes Haus einen Vor- und einen Hintergarten, aber das muss nicht sein. Manche haben vielleicht nur einen Vorgarten oder einen Hintergarten. Wir haben beides. Mama schimpft drüber, weil es so viel Arbeit ist, aber ohne Garten will sie auch nicht sein. Da sind auch Bäume drin, ich weiß nicht so sieben oder acht, einer wurde grad gefällt, weil er viel größer war als das Haus und manchmal sind Äste abgebrochen. Jetzt ist es im Badezimmer viel heller. Außerdem kann man Kräuterschnecken im Garten haben, so wie wir und unsere Nachbarn. Da kann man viel drin anpflanzen, der Name sagt es ja: Kräuter und sowas. Bei uns wachsen auch Erdbeeren, die haben sich da aber selbst hingesät, eigentlich sollten da nur Kräuter drin wachsen. Weil wir Kinder aber lieber Erdbeeren essen als Kräuter, durften sie drin bleiben. So ein Garten ist also ganz schön nützlich. Aber es gibt nicht nur die ganz normalen Hausgärten, sondern auch andere, wie zum Beispiel Biergärten, den botanischen Garten bei uns in Heilbronn, einen Kräutergarten, den Schrebergarten, den Schlossgarten, den Irrgarten und so weiter. Da sehen wir also, was man aus Gärten so machen kann. Vorausgesetzt, man kümmert sich drum, dann wächst auch was man will. Auf jeden Fall lohnt es sich, einen Garten zu haben, dann kann man bei schönem Wetter dort prima spielen. Im Winter, wenn es schneit, kann man dort auch einen Schneemann bauen und der ist dort sicher. Ingesamt, das kann man also sagen, geht es in einem Garten eher um die Pflanzen als um was anderes. Blumen hat fast jeder im Garten gepflanzt, manche auch in Balkonkästen, oder nicht? Kuck doch mal nach draußen, wenn du einen Garten hast, dort sind doch im Frühling immer Blumen oder? Jaaa, JETZT nicht, ist ja noch nicht Frühling. Aber erinnerst du dich nicht an die Blumen im Frühling? Im Winter können wir die Blumen ja im Haus haben, und viele sagen, Blumen riechen gut. Seht ihr, das kann man finden, dass die gut riechen, MUSS aber nicht. Auf jeden Fall sind sie schön. Gibt es irgendjemand, der Blumen nicht schön findet? Dann bitte melde Dich beim HANIX, weil dann bist du wirklich selten! Jetzt freue ich mich auf den Frühling und den Garten! Bis zum nächsten Mal, euer Joshi

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LIEBE HEIMAT, EIN BRIEF VON URTE STICHLER GELESEN VON: MARIA SANDERS TON: PHILIPP SEITZ in ein paar Tagen hast du uns wieder. Und wenn wir ehrlich sind, hattest du in den vergangenen sechs Monaten ganz schön Konkurrenz. Denn wir haben 35 Möglichkeiten für eine neue Heimat gefunden. Aber sei beruhigt, wir kommen wieder und freuen uns auf dich. Als wir dich etwas ungeduldig und aufgeregt verließen, wussten wir nicht, was uns alles erwarten wird in Kanada, Kalifornien, Hawaii, Neuseeland und Australien. Oder was wir in diesen sechs Monaten vermissen werden? Diese Fragen können wir nun beantworten, denn wir sitzen gerade in unserem Hotelzimmer in Dubai, unserer vorletzten Station, bevor es nach Hause geht. Zu dir. In Kanada hat alles angefangen. Das Land verbindet man ja immer irgendwie mit Kälte und Schnee. So ist es aber nicht im August. Nach einem etwas holprigen Start haben wir uns mit einem Leihwagen in den Osten des Landes aufgemacht. Wir hatten unsere Route bzw. Unterkünfte schon im Voraus geplant. Warum? So wussten wir eben, was uns das ganze Unterfangen kosten würde, da wir zu den Hauptreisezeiten unterwegs waren. Und weil wir einfach so ticken – und wissen wollen, wo es als Nächstes hingeht. Die Schwerpunkte unserer Reise waren immer Großstädte, so auch in Kanada – also Toronto, Ottawa, Quebec, Montreal und Vancouver. Als wir in Quebec ankamen, dachten wir, wir sind in Frankreich. Der europäische Einfluss und die französische Sprache waren nicht zu übersehen. Für uns Heilbronner Landeier war es am Anfang etwas ungewohnt, so viele verschiedene Nationalitäten zu sehen und Sprachen zu hören. Mit dem Bus ging es von Vancouver nach Seattle und an der Grenze mussten wir leider mal wieder die Erfahrung machen, dass man als Deutscher nicht überall gerne gesehen ist. So war es auch hier. Aber wir haben es über die

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BRIEF AN DIE HEIMAT: URTE & HOLGER STICHLER, WELT Grenze geschafft und Seattle wartete auf uns. Was uns im Laufe unserer Reise auch zu schaffen gemacht hat, waren die vielen Obdachlosen in der Innenstadt. Denn auch die sind wir in Heilbronn nicht gewohnt. Mit dem Leihwagen sind wir die berühmte Küstenroute nach Kalifornien gefahren. Es hat echt Spaß gemacht. Besonders gut gefallen hat uns Santa Barbara. Das Leben ist sehr entspannt und ruhig dort. Wir wussten gar nicht, dass hier einige amerikanische Prominente wohnen und wir durften Mickey Rourke in natura erleben. Wir haben einen Zwischenstopp in Santa Monica gemacht und es sieht genauso aus, wie im Fernsehen. Es war der längste und schönste Strand, den wir je gesehen hatten. Las Vegas fanden wir ganz furchtbar, den Grand Canyon allerdings unbeschreiblich schön. An San Diego hatten wir keine Erwartungen, sollte eigentlich nur als Abflughafen nach Hawaii dienen. Aber wir hatten einen tollen Gastgeber, der uns auf eine Fahrt in seinem Cabriolet eingeladen hat. Er zeigte uns zum Beispiel berühmte Stellen aus dem Film »Topgun«. Hawaii ist genauso, wie man es sich vorstellt. Schöne Strände, Sonne, Surfer und Entspannung pur. Wir hatten uns für die drei Inseln Kaui, Maui und Oahu entschieden. Alle drei waren toll und sehr unterschiedlich. Schweren Herzens haben wir Honolulu verlassen, um nach Neuseeland zu fliegen. Dort erwartete mich meine Gastfamilie, bei der ich als Austauschschülerin 1991 war. Es war das erste Mal nach all den Jahren, dass ich wieder zurück nach Gisborne kam. Ich war sehr gespannt. Und es war, als ob ich gar nicht weg gewesen wäre. Mittlerweile wohnen die Gasteltern auf einem riesigen Grundstück mit Blick aufs Meer. Unbeschreiblich schön war es dort. Es war eine frühere Schafsfarm und in den vergangenen zwanzig Jahren wurden dort heimische Bäume und Pflanzen angebaut, sodass es an einen kleinen Urwald erinnerte. Dort durften wir drei Monate in einem kleinen Häuschen wohnen. Das Meeresrauschen am Abend beim Einschlafen und der Sonnenaufgang am Morgen waren etwas ganz Besonderes. In Neuseeland haben wir ein Auto gekauft, denn ohne dieses kommt man nicht vom Fleck. Es hat uns sicher über die Insel gebracht und wir haben die grüne, hügelige Natur wie aus den Hobbitfilmen genossen. Es ist ein ganz

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BRIEF AN DIE HEIMAT: URTE & HOLGER STICHLER, WELT anderes – besonderes – Land. Mit einem eigenen Charme und netten Menschen. In manchen Dingen entzückend, altmodisch und vielleicht auch etwas hinterher. Nach dem ruhigen Neuseeland flogen wir ins heiße, wuselige Australien. Unsere erste Station war Brisbane. Rückblickend fanden wir es dort am Schönsten. Eine saubere Großstadt mit viel Kultur. Natürlich war Sydney mit der imposanten Oper, der Harbour Bridge und auch dem großen botanischen Garten direkt an den Hochhäusern besonders sehenswert. Ebenso Melbourne und Adelaide. Als wir dort waren, fanden zeitgleich die Australien Open statt und wir durften ein bisschen Tennisluft schnuppern. Ich würde sagen, ein bisschen größer und anders als die »Heilbronner Open«. Einen Zwischenstopp in der saubersten Stadt der Welt, Singapur, machten wir auch noch und nach Dubai fliegen wir nach Istanbul, wo wir einen Teil unserer Familie wieder treffen und damit einen schönen Abschluss unserer Reise haben werden. Rückblickend war es das Beste, was wir je machen konnten. So eine Auszeit, egal wie lange, tut gut. Außerdem hat uns das Reisen gezeigt, wie schön es woanders sein kann. Und, wie gut es uns bei dir geht, liebe Heimat. Wir haben neben unserer Arbeit in Deutschland viel Freizeit und wir haben gelernt, dass genau das nicht unbedingt selbstverständlich ist. Wir werden den blauen Himmel, die unkomplizierten Menschen und das Meer mit seinen wunderschönen Stränden vermissen. Wir freuen uns auf dich, liebes Heilbronn. Und auf unsere Familie, Freunde, denn die sind ja nicht mit tollen Eindrücken ersetzbar. Liebe Grüße, Urte und Holger

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LESERBRIEFE Liebes HANIX, tolles Interview mit den Looptroop Rockers! Habe die Band 2005 richtig gefeiert und bin erst jetzt wieder auf die Schweden gestoßen. Fand ich sehr interessant, was sie zu den politischen Themen zu sagen hatten. Stefanie Stöckel, Heilbronn Hey HANIX! Als ich sah, dass ihr Bully Herbig interviewt habt, habe ich mich als alter Fan richtig gefreut. Leider hatte der Mann ja nicht viel zu sagen… Dennoch gab es einen kleinen Einblick in sein Schaffen. Macht weiter so, Bernd Rieter, Neckarsulm Liebe Redaktion, Oh Gott, der Imbiss beim Buko! Was ich da schon alles nachts in mich reingestopft habe. Freut mich, dass ihr diesen Geheimtipp auch mal vorgestellt habt. Currywurst und Pommes Olé! Benjamin Schrot, Heilbronn Seid gegrüßt, HANIX! Vielen Dank für die Infos zur Kunstausstellung in der Galerie Manfred Rieker. Ich war schon dort und war wirklich begeistert. Eine tolle Mischung aus Skulpturen und interessanten Bildern. Viele Grüße, Melanie Rothimmel, Unbekannt Hallo HANIX, vielen Dank für den Artikel »Willkommen in Deutschland« von Carolin Emcke. Wirklich ergreifend und erschreckend, was man durch den Bericht über die Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge erfährt. Erst durch die Einzelschicksale wird einem klar, was diese armen Menschen alles durchmachen mussten. Der Bericht macht traurig, wütend aber auch ein bisschen hoffnungsvoll: Jeder sollte sich mit dem Thema auseinandersetzen und sich bewusst machen, wie froh wir doch sein können, dass wir hier geboren sind. Vielleicht bewirkt diese Darstellung der Schicksale ja den ein oder anderen, seine Meinung zum Thema Flüchtlingspolitik zu überdenken. Die Hoffnung lebt! Anette Bachmann, Bad Rappenau

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IMPRESSUM Verlag und Redaktion HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn E-Mail: info@hanix-magazin.de Telefon: +49 7131 1216500 Herausgeber Marcel Kantimm Robert Mucha Chefredakteur Robert Mucha (V.i.S.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter Annette Geisler (Stadtarchiv Heilbronn), Ashley Aames, Joshua Endresz, Nicolai Köppel, Friedemann Orths, Sarah Baudenbacher, Urte Stichler, Marcel Rau, Nils Hellgardt, Leonore Welzin Fotografen Meli Dikta, Erich Benz, Sandra Chmielowski, Ulla Kühnle, Nico Kurth, Memo Filiz, Marie Munkelberg, QuEsD, Artdirektion Raimar Schurmann Grafik & Illustration Florian Geiger, Kathrin Leisterer Audio Philipp Seitz (ANT Studio) IT-Support Martin Riemer (Easy NetworX / www.easy-networx.de) Vermarktung & Sales Maike Endresz (verantw.) maike.endresz @ HANIX-magazin.de Marcel Kantimm marcel.kantimm @ HANIX-magazin.de Robert Mucha robert.mucha @ HANIX-magazin.de Verlagskoordination / Administration / Social Media Marcel Kantimm Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der Herausgeber bzw. die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Haftung für Links: Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf www.HANIX-magazin.de angebrachten Links. Herausgeber und Redaktion übernehmen keinerlei Haftung für die hier angebotenen Informationen.

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DER HISTORISCHE SCHUSS TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN Dieses Foto des Heilbronner Fotografen Carl Wilhelm Haarfeld entstand Ende September 1959, kurz nach der Eröffnung bzw. Wiedereröffnung des Stadtgartens. Anfang April 1959 hatte die Stadtgärtnerei mit der Neugestaltung des kleinen Parks begonnen, der 1951 nur provisorisch wieder angelegt worden war. Die Heilbronnerinnen und Heilbronner taten sich anfangs etwas schwer mit der neuen, modernen Grünanlage, die von einer großzügigen Rasenfläche mit einem (nachts angestrahlten) Springbrunnen dominiert wurde. Der alte Vorkriegs-Stadtgarten, der am 4. Dezember 1944 große Schäden davongetragen hatte, war eher kleinteilig und verwinkelt, mit vielen alten Bäumen. Die Veranstaltungsfläche, die sich nun östlich an das Harmoniegebäude anschloss, wurde ab dem darauffolgenden Sommer regelmäßig mit Musik bespielt. Der projektierte Musikpavillon kam zwar erst 1964, die Promenadenkonzerte fanden jedoch auch so schnell Zulauf. Die 50 aufgestellten Parkbänke und auch die Außenbewirtschaftung des Harmonie-Restaurants trugen dazu bei, dass der Stadtgarten dann doch schnell von der Einwohnerschaft in Besitz genommen und als beliebte Ruhe-Oase genutzt wurde. Als 1969 die Pläne bekannt wurden, unter dem Stadtgarten eine große Tiefgarage zu bauen, schlugen die Wellen um den befürchteten Verlust an »Stadtgrün« hoch und führten zum ersten (allerdings gescheiterten) Bürgerentscheid in Heilbronn. Heute scheint es, als ob der Stadtgarten seine Funktion als kleiner, aber zentraler »Naherholungsraum« verloren hat und man nur noch schnell durch ihn hindurchgeht – eigentlich schade! (Text und Bild: Stadtarchiv Heilbronn)

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Stadtgarten, September 1959

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VERANSTALTUNGEN MÄRZ 1., 4., 20. & 26. MÄRZ THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS DON KARLOS - INFANT VON SPANIEN Karlos, der Infant von Spanien, liebt seine Stiefmutter Elisabeth. Früher war sie mit ihm verlobt, wurde aber aus machtpolitischen Interessen von Philipp, dem König von Spanien und Vater von Karlos, geheiratet. Der Schmerz quält Karlos sehr. So sehr, dass er kaum dem Drängen seines Freundes Marquis Posa folgen kann, der ihn für den Freiheitskampf der Niederlande gewinnen will. Dort wütet blutig der von König Philipp eingesetzte Herzog Alba … Karlos gibt sich ganz seinem Liebeskummer hin und sucht jede Gelegenheit, um sich Elisabeth zu nähern. Fälschlicherweise fühlt sich von seinen sehnsüchtigen Blicken Prinzessin Eboli, die Hofdame der Königin, angesprochen, deren Herz für den Infanten schlägt. König Philipp wiederum möchte die anmutige Eboli zu seiner heimlichen Geliebten machen. Diese Liebesverwirrungen sind für Herzog Alba und seine Verbündeten eine willkommene Gelegenheit, um durch gezielte Indiskretionen ein Netz aus Intrigen um Karlos zu spinnen. Als sich die Schlinge zuzuziehen droht, opfert sich Marquis Posa für seinen Freund und verliert sein Leben. Durch diesen Tod erwacht Karlos endlich aus seinem Liebesleid und will in den niederländischen Freiheitskampf ziehen. Doch das wird König Philipp, dessen Macht auf dem Spiel steht, nicht dulden. Ein höfisches Intrigen- und Eifersuchtsstück, ein politischer Kriminalfall, ein historisches Ideendrama – »Don Karlos« ist alles in einem. Zwei Jahre vor der französischen Revolution entwickelt Schiller das Ideal von Freiheit und Selbstbestimmung. Seine jugendlichen Helden scheitern an ihren Idealen. Was sie auch tun, sie stoßen (wie jeder Idealist heute) an ihre Grenzen und müssen ihre Erfahrungen teuer bezahlen. Selbst Philipp ist ein Gefangener seines eigenen Macht apparates. Freiheit – was ist das eigentlich? Wieweit muss man sich verbiegen, auf welcher Position auch immer, um im Leben zurechtzukommen? 1., 3., 25. & 30. MÄRZ THEATER HEILBRONN, BOXX NUR EIN TAG Was, wenn man nur einen einzigen Tag zu leben hätte? Als Wildschwein und Fuchs der Eintagsfliege beim Schlüpfen zusehen, ahnen sie schon, dass es besser wäre, gleich abzuhauen. Was nämlich, wenn die Fliege bezaubernd ist? Dann wird man sich anfreunden und sich vielleicht sogar verlieben und es bleibt doch nur ein einziger Tag Zeit. Natürlich kommt es, wie es kommen muss. Die Fliege ist besonders niedlich, weiß nichts von ihrem Schicksal und hat jede Menge vor: einen Beruf ergreifen, heiraten, alt werden, ein paar Sprachen lernen … Wer soll ihr die Wahrheit sagen? Aber die süße Fliege merkt sofort, dass etwas nicht stimmt. Warum sind Wildschwein und Fuchs so traurig? Die beiden stammeln sich mühsam aus der Affäre und erfinden eine Notlüge: Der Fuchs – wie bedauernswert – würde den heutigen Tag nicht überleben. Denn Füchse leben hierzulande nur einen Tag. Die Fliege ist ehrlich betroffen, aber sie zögert nicht lange: Wenn man nur einen Tag hat, muss das ganze Glück eben in 24 Stunden hinein. Zuerst geht es in die Schule. Doch Multiplikation macht den Fuchs nicht glücklich. Er muss Höhlen bauen und jagen lernen. Als nächstes soll der Fuchs unbedingt heiraten und weil so schnell keine Braut zu finden ist, muss das Wildschwein ran. Kinder soll er kriegen, das gehört zum Glücklichsein schließlich dazu, auch wenn die drei nicht so richtig wissen, wie das geht. Und Geburtstag muss gefeiert werden, ein ganzes Leben lang Geburtstag, wenn das kein Glück ist. Doch dann verplappern sie sich, dass nicht das Leben des Fuchses, sondern das der Fliege nur einen Tag währt … Wie die Tiere versuchen, alles Glück dieser Welt in einen einzigen Tag zu quetschen, ist ein unglaublicher Spaß. Aber das Stück hat auch eine berührende Tiefe, denn es geht ums Sterben und darum, seine Zeit zu nutzen. »Niemand weint über das Leben …«, sagt das Wildschwein am Anfang. Und der Fuchs entgegnet: »… und deshalb sollte auch keiner über den Tod weinen.«

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Kreativzentru Heilbronn Kreativzentrum Heilbronn [„Wir halten kreative Köpfe in Heilbronn und fördern junge Unternehmer/innen und Ideen“ Räume zu vermieten (Philipp Kionka / FormatFilm) Unser Kontakt Kreativzentrum Heilbronn Salzstrasse 27 • 74072 Heilbronn • www.kreativzentrum-heilbronn.de • kionka@formatfilm.tv

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ 3. MÄRZ REDBLUE, HEILBRONN WÜRTT. KAMMERORCHESTER: MUCKS BABYKONZERT Das allererste Konzert! Wie soll man da denn ohne einen Muckser im besten Strampelanzug stillsitzen? Schließlich gibt es so viel Musik zu entdecken: Die Musiker öffnen die Ohren der Allerjüngsten mit abwechslungsreichen Rhythmen und wunderschönen Streichermelodien. Schließlich soll dieser erste Konzertbesuch unvergesslich werden! Krabbeln und klatschen, lachen, staunen und träumen – alles ist erlaubt. »Mucks«, die Babykonzerte des WKO, wenden sich auch an Mütter, Väter und Großeltern: Gemeinsam wird es ein entspannter Konzertbesuch für die ganze Familie. 4., 20. & 27. MÄRZ THEATER HEILBRONN, BOXX TSCHIK Wenn man keinen Spitznamen hat, ist man entweder wahnsinnig langweilig oder man hat keinen Freund, glaubt der 14-jährige Maik Klingenberg und schlussfolgert, dass auf ihn wohl beides zutrifft. Er lebt mit seinen Eltern in einer teuren Villa, aber sie streiten sich nur und interessieren sich nicht für ihn. Fast als einziger ist er nicht zum »Ereignis des Jahres« eingeladen, der Party bei der schönen Tatjana, in die Maik heimlich verknallt ist. »Da war die Scheißschule, und da war das Scheißmädchenthema, da gab es keinen Ausweg. Dachte ich jedenfalls immer, bis ich Tschick kennenlernte.« Tschick heißt eigentlich Andrej Tschichatschow, ist Russlanddeutscher und kam vor vier Jahren ohne ein Wort Deutsch zu können nach Deutschland. Zunächst auf die Förderschule, dann die Hauptschule, dann auf die Realschule, und jetzt hat er es sogar aufs Gymnasium geschafft. Tschick ist auch Außenseiter, aber es scheint ihm nichts auszumachen. Als die Sommerferien beginnen, fährt Maiks Mutter wieder in die als Beautyfarm getarnte Alkoholentzugsklinik und sein Vater mit der jungen Assistentin auf Geschäftsreise. Der Junge soll es sich zu Hause gemütlich machen, 200 Euro liegen für ihn bereit … Da steht Tschick mit einem geborgten Lada vor Maiks Tür und will mit ihm in den Urlaub fahren. Es beginnt die aufregendste und tollste Woche ihres Lebens, in der Maik nicht nur die faszinierende Isa kennenlernt, sondern in der er immer weniger versteht, warum sein Vater ständig sagt: »Die Welt ist schlecht und der Mensch ist schlecht. Vielleicht stimmte das ja auch, und der Mensch war zu 99 Prozent schlecht. Aber das Seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, das nicht schlecht war.« »TSCHICK sei eine Geschichte, die man gar nicht oft genug erzählen kann«, schrieb die FAZ. Es ist ein wilder, romantischer Abenteuertrip, für den Wolfgang Herrndorf 2011 mit dem Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg ausgezeichnet wurde. In seinem großartigen, für den Leipziger Buchpreis nominierten Roman erzählt der 1965 in Hamburg geborene und 2013 in Berlin verstorbene Autor vom aufregenden Sommer des Erwachsenwerdens, von der Schönheit und den Schmerzen der ersten Liebe, von riesiger Abenteuerlust und großer Dummheit und von tollen Menschen in der deutschen Provinz. 4. MÄRZ UNIVERSUM ARTHAUS-KINO, HEILBRONN VHS: DAS THEMA SICHERHEIT IM FILM - FLUCHT VON ALCATRAZ Gefängnis-Thriller, USA, 1979, Regie: Don Siegel. 4. MÄRZ JAZZCLUB CAVE 61, HEILBRONN KONZERT + SESSION: THE ROPESH The Ropesh integriert in seinen Jazz die Einflüsse der einzelnen Musiker, ob nun Klassik, Electro, Funk oder gar Metal. So erklingt eine blühende Fantasie, ein Potpourri aus Mystik, Kunst und Weltenklang. 5. MÄRZ THEATERSCHIFF, HEILBRONN PIERRE M. KRAUSE »DAS DORF IST EINE WELT!« Um dem turblenten Stadtleben Baden-Badens zu entkommen, zieht der Fernsehmann aufs Land und sucht dort Ruhe und bukolischen Frieden. Skurrile Erlebnisse, situative Komik und humorig beobachtete Szenen aus dem Leben in der Provinz verarbeitet er in seinem lustigen Buch »Hier kann man gut sitzen«. Einige dieser Geschichten wird der Latenight-Talker lesen, dieses Mal in musikalischer Begleitung seiner Showband, dem König der Heimorgel »Mambo Kurt.« 5. MÄRZ JAZZCLUB CAVE 61, HEILBRONN RAVI COLTRANE QUARTET Obwohl er dasselbe Instrument wie sein Vater spielt, ist Ravi Coltrane aus dessen Schatten getreten und zu einem der führenden Musiker der Jazzszene geworden.

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ 5. MÄRZ MOBILAT CLUB, HEILBRONN OUT OF THE DARK Musikrichtung: Gothic, Dark Wave, EBM, Industrial, Dark Electro, Mittelalter, 80ies, Batcave, Electronics, Neofolk und Minimal. DJs: Abby-DJ Andi, DJ Van Undercut & DJ Zombie Hunter 6. MÄRZ BUKOWSKI, HEILBRONN REPEAT PRESENT: ALEX PICCINI Sushi in Venedig – klingt romantisch, bis der Soundtrack einsetzt, der das ganze druckvoll untermalt. Denn tatsächlich ist es der Name des Clubs, in dem unser heutiger Gast Alex Piccini seine erste Residency hatte. 2004 zog es ihn dann nach Mailand, wo er mit dem Produzieren begann, und gleich seine erste Single, »Miniale« auf »Kaufe Musik« schoss in etlichen europäischen Ländern in die Top 10 der elektronischen Charts. Nachdem er zwischenzeitlich wieder nach Venedig zurückgekehrt war und einige Killer Tracks produziert hat, die von Carl Cox, Loco Dice, Marco Carola, Richie Hawtin, Reboot gespielt wurde – allesamt nicht umsonst für ihren Geschmack bekannt, wohnt Alex seit Frühjahr 2014 in Berlin. Von dort releast er fleißig weiter, z.B. auf Area Remote und Cécille. Und in Heilbronn wird er heute genau wie Shakaree und Josh:tek unsere Hütte durchschütteln! 6. MÄRZ COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN DANCING WITH MYSELF Mit JenZ & Phil. Top Hits der 60-80er Jahre, Klassiker vom Feinsten. Rock & Pop! 6. MÄRZ WAGENHALLEN, STUTTGART HEINZ STRUNK: DAS STRUNK-PRINZIP Heinz Strunk 2015, das heißt 1) alles neu, 2) alles neu und 3) alles neu. Nach Jahren härtester Schufterei als Rowohlt Lohnsklave war der Großschriftsteller ausgezehrt, verbrannt, erschöpft bis auf die Knochen. Bis er das von ihm entwickelte und nach ihm benannte STRUNK-PRINZIP entgegen aller Mahnungen in einer lactosefreien Blindstudie an sich selbst ausprobierte. Bereits nach einem Vierteljahr waren Depressionen, Alkoholabhängigkeit und beginnen- de Adipositas praktisch nicht mehr nachweisbar, und HS verschrieb sich mit missionarischem Eifer der Verbreitung seiner goldenen Regeln, den Steps of Success. Ein Abend mit Heinz Strunk ist vor allem eines: Mehr! Vom linkischen Buchautor zum Showmogul, vom nuschelnden Fachidiot zum doppelwandigen High-End Entertainer. Heißt was? Infos, Lebenshilfe, aber vor allem Unterhaltung 2 Punkt 0. DIE HEINZ STRUNK SHOW 2015 IST 360 GRAD ENTERTAINMENT!!! 6. MÄRZ MOBILAT CLUB, HEILBRONN WELCOME TO TECHNO Musik: Plasmiq (KdB), KLSR (Fcuk Reality); Visualisierung: Typ M (KdB) 6. MÄRZ JAZZCLUB CAVE 61, HEILBRONN MINGUS 21 - MODERN MINGUS Das Septett »Mingus 21« bringt mit ausgelassener Spielfreude und atemberaubendem Können die komplexen Werke des 1979 verstorbenen Bassisten Charles Mingus neu arrangiert auf der Bühne zum Leben. 7. MÄRZ BEIM GRILLGOTT, OBERSULM-WILLSBACH GRILLGOTT OPENING – WIR ERÖFFNEN DIE GRILLSAISON! Ab 09:00 Uhr wird angegrillt. Verkostung der GrillGott- Produkte – zubereitet von Andreas B. – dem SaucenGott. Grillvorführungen folgender Hersteller: Napoleon, Cobb Grill, Axtschlag! Außerdem erwartet euch zur Verkostung das geniale Olivenöl von Moria Elea und Sekt von der Sektkellerei Stengel aus Gellmersbach. Wo? Hier! Löwensteiner Straße 60, 74182 Obersulm-Willsbach. 7. MÄRZ BUKOWSKI, HEILBRONN GROOVE ON MIT GEORGE MOREL Als es 2012 zum ersten Mal passierte, waren wir zwar echt aus dem Häuschen, hätten aber nie erwartet, dass das mal zur Regel wird: Ladies and Gentlemen, aus Miami, Florida, abermals zu Gast in unserem kleinen Tanzlokal: Mr. George Morel! Den älteren unter Euch genügen zwei Worte, um sentimental zu werden: Strictly Rhythm! Den jüngeren sei erklärt: Auf dem legendären, in den 90ern international führendem House-Label veröffentlichte Morel zahlreiche

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ seiner Produktionen, darunter »Special«, die bis heute als eine der meist-gesampelten House-Platten aller Zeiten gilt. Er hat mit Felix Da Housecat, Armand van Helden, Josh Wink und DJ Pierre zusammengearbeitet, und weil es auch früher schon so war, dass irgendwann die Popbranche aufmerksam wurde, auch schon mal mit Mariah Carey. Heute ist Groove On sein Label, und der Name ist wirklich Programm. Neckar-Größe Caspar und Fred Moody grooven mit! 7., 11., 21., 24. & 27. MÄRZ THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS DAS FEST Familienpatriarch Helge feiert seinen 60. Geburtstag und lädt Familie, Freunde und Kollegen in sein Landhotel ein. Auch seine erwachsenen Kinder Helene, Christian und Michael mit seiner Frau Mette und den zwei Kindern sind angereist. Angespannt ist die Situation nicht nur wegen der Rivalitäten unter den Geschwistern, sondern auch wegen des erst kurze Zeit zurückliegenden Selbstmordes von Linda, der Zwillingsschwester von Christian. Doch weg mit den unangenehmen Gedanken! Heute soll es ein schöner Tag werden! Schließlich feiert man nicht alle Tage einen runden Geburtstag. Ein wahres Festessen ist vorbereitet. Und Loblieder auf den Jubilar werden gesungen. Auch Helges ältester Sohn Christian hat eine Rede vorbereitet, genauer gesagt, zwei. Der Vater darf wählen: Den grünen oder den gelben Zettel? Helge nimmt den grünen. Eine gute Wahl, findet Christian. Es ist die »Wahrheitsrede«, sagt er. Ihre Überschrift: »Wenn Vater ins Bad wollte.« Was zunächst klingt wie eine fröhliche Geschichte aus der Kindheit, ist ein dunkles Geheimnis, das an diesem Abend endlich ans Licht gezerrt wird. Gegen alle Widerstände der Partygäste, die doch nur lustig sein und in keine familiären Abgründe schauen wollen, obwohl einige von ihnen mehr als eine Ahnung von den Ereignissen hatten, lässt Christian nicht locker. Die Verhöhnung durch seinen Vater, die Bitten von Schwester Helene, doch zu schweigen, die Ablenkungsversuche seiner Mutter und selbst die gewalttätigen Anfeindungen seines Bruders können ihn nicht stoppen, bis endlich die ganze Geburtstagsgesellschaft begreift, was an diesen Tagen geschah, »wenn Vater ins Bad wollte«. Er wolle zeigen, was die Menschen voreinander verbergen: Geheimnisse, streng gehütet, verdrängt, manchmal mit brutalen Mechanismen unterdrückt, erklärte Thomas Vinterberg. Sein Film »Das Fest«, der erste nach den Dogma-Regeln gedrehte Streifen, eroberte nach seiner Premiere 1998 die Kinoleinwände. Das lag nicht nur an der so schlichten wie schönen Ästhetik des Filmes, sondern auch an der Kraft und Dichte der erzählten Geschichte. Schon kurze Zeit später begann der Stoff als Theaterstück auf vielen Schauspielbühnen Erfolge zu feiern. »Das Fest« – inzwischen so etwas wie ein moderner Klassiker – ist nicht zuletzt ein Fest für Schauspieler. 7. MÄRZ COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN DUBWARS WARMUP Anheizen, bevor es nebenan im Mobilat mit Heilbronns tiefsten Partyfrequenzen weitergeht. 7. MÄRZ VA SEMPRE MINI BAR ABY, HEILBRONN FUNKY TOWN HEILBRONN Feel the groove and let the beat move your body! Die Total Royal Show nimmt euch mit auf eine Zeitreise zu den Wurzeln des Funks, mit denen Musiklegenden wie James Brown, Aretha Franklin, Kool & the Gang oder the Temptations gewachsen sind. Keine andere als Funk-Spezialistin DJ AJ aus Amerika könnte Heilbronn besser mit groovigen Rhythmen auf die Tanzfläche bewegen. Als absolutes Highlight heizen euch die Hehl Sister‘s mit Live Vocals und Showdance kräftig ein. Das Va Sempre verwandelt sich in eine Retro-Bar und bietet euch eine Mottoparty der Superlative. Beginn 21 Uhr, Lothorstraße 2, Eintritt frei. 7. MÄRZ KULTURKELLER, HEILBRONN »FREISCHÜTZ ODER SCHÜRZENJÄGER« - EINE TURBULENTE OPERNCOLLAGE IN ZWEI AKTEN Drei Darsteller auf der Bühne und ein Mann am Klavier sorgen mit Hilfe der Musik bekannter Opernkomponisten in dieser quirlig-turbulenten Alltags-»Dramödie« um Liebe, Lüge, Lust und Verlust für tiefgründige Unterhaltung und temporeiche Spannung. Die Drei durchleben, getragen von Andreas Kehlenbeck am Klavier, singend alle Gefühlsfacetten und liefern sich einen Schlagabtausch nach dem anderen. Versäumen Sie nicht dabei zu sein, wenn die entscheidende Frage zu klären ist: »Freischütz oder Schürzenjäger?«

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ 7. MÄRZ MOBILAT CLUB, HEILBRONN DUBWARS Es ist wieder soweit, am 07.03.15 gibt’s wieder ne ordentliche Portion Bass in Eure Gehörgänge. Wir lassen das Mobi wieder beben und hauen Euch wieder den neusten Scheiß in Sachen Dubstep & Drum’n’Bass um die Ohren. Aus Berlin beehrt uns endlich wieder SIZE’MO, der Euch mit seiner Definition in Sachen Dubstep & Trap zum Ausrasten bringen wird. PETER ROCK darf natürlich auch nicht fehlen und wird eines seiner kompromisslosen Sets zum Besten geben. Nach längerer Abwesenheit beehrt uns auch DJ LOH mal wieder und wird den Abend mit einem Liquid DnB Set einläuten. DUBWARS Honcho RIDICK ist selbstverständlich auch wieder mit von der Partie und wird Euch dann einfach den Rest geben! Wir freuen uns auf eine weitere, ausgelassene Feier mit Euch! Und vergesst auch bitte nicht unser entspanntes Warm-Up direkt neben an im Complex23! COME EARLY / STAY LATE! 7. MÄRZ EBENE 3, HEILBRONN SBF BIG BAND Die SBF Big Band wurde 1977 gegründet. Sie ist musikalisch gesehen ein auf professioneller Basis geführtes Amateurorchester. Ihre musikalischen Schwerpunkte sind Swing, Jazz und Popmusik sowie ein internationales Gala- Tanzprogramm. 8. MÄRZ THEATER HEILBRONN, KOMÖDIENHAUS THOMAS QUASTHOFF & MICHAEL FROWIN: KEINE KUNST 2009 sagte Brigitte Fassbaender bei der Verleihung des Ehrentitels »Kammersänger« an Thomas Quasthoff: »Du bist ein toller Liedersänger, ein Jazzsänger von hohen Gnaden und ein umwerfender Parodist! Du wärest sicher ein glänzender Kabarettist geworden!« Gesagt, getan! Seit Herbst 2013 steht Thomas Quasthoff zusammen mit dem Kabarettisten und Autor Michael Frowin – und Jochen Kilian am Flügel – auf der Kabarett-Bühne. Das passt genau zur Biografie des weltweit gefeierten Bassbaritons. Quasthoff kennt die Konzertsäle von New York bis Tokyo, von Kapstadt bis Reykjavik, sein neuer Kompagnon Frowin die Kleinkunstbühnen von Zwiesel bis Zinnowitz und von Castrop-Rauxel bis Ottendorf-Okrilla. Als Kabarettist, Autor und Regisseur hat er in den besten Ensembles der Republik gearbeitet, hat mit zahlreichen Kollegen Programme entwickelt und eine regelmäßige Fernsehsendung mit »Kanzleramt Pforte D« im MDR. Gemeinsam schauen sie dem Volk aufs Maul, nehmen Kunst und Kultur, Gesellschaft und Zeitgeschehen, Typen und Thesen unter die kabarettistische Lupe. Ein Abend, der scheinbar harmlos daherkommt, sich aber in seinen bissigen Beobachtungen satirisch zuspitzt. Urkomisch sind beide sowieso. Harmlos bestimmt nicht. Und gesungen wird auch. 11., 12., 13. & 14. MÄRZ THEATER HEILBRONN, BOXX DER KÖNIG DES KRAUTFELDS - THOMAS VOGELSCHRECK Faszinierend ist es schon, was alles auf einem Krautfeld geschehen kann. Humorvoll und mit großem Vergnügen gestalten und erzählen Bernard Wilbs und seine »Krautspatzen« die stauneswerten Episoden von Otfried Preußler über die Sorgen, Wünsche und Träume einer Vogelscheuche. 12. MÄRZ COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN FILM : ROBIN HOOD (USA 1922) Robin Hood (Original: Robin Hood) ist ein US-amerikanischer Abenteuerfilm von Allan Dwan aus dem Jahr 1922. Der Earl von Huntingdon befindet sich gerade mit König Richard Löwenherz auf dem Dritten Kreuzzug, als er von Lady Marian die Nachricht erhält, dass der Bruder des Königs, Prinz John, versucht den Thron zu usurpieren. Er bittet den König, ihn nach England rückkehren zu lassen, doch der König verweigert ihm die Erlaubnis und hält ihn für einen Feigling. Ein Versuch, ohne Erlaubnis nach England zurückzukehren, wird von Guy von Gisborne vereitelt und Huntingdon wird in den Kerker geworfen. Als ihm schließlich die Flucht nach England gelingt, erfährt er, dass er zum Vogelfreien erklärt wurde. Er schließt sich den Gesetzlosen im Sherwood Forrest an, wird ihr Anführer und bekämpft Prinz John. Es gelingt ihm, Lady Marian aus ihrem Gefängnis zu befreien und Guy von Gisborne zu töten, er gerät aber in Gefangenschaft. König Richard kehrt rechtzeitig zurück und sorgt für Recht und Ordnung. Andrew James Johnston 2013: »Von allen Robin-Hood-Filmen ist dieser der märchenhafteste und kindlichste.«

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ 12., 13., 14. & 15. MÄRZ THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS DON PASQUALE KOMISCHE OPER VON GAETANO DONIZETTI GASTSPIEL DES STAATSTHEATERS AM GÄRTNERPLATZ MÜNCHEN Der reiche und geizige Junggeselle Don Pasquale will sich auf seine alten Tage eine Frau nehmen. Jung und knackig soll sie sein. Seinen Neffen Ernesto hingegen, der die arme aber hübsche Norina liebt, will er mit einer vermögenden Dame verheiraten. Vor allem, damit Ernesto und seine Zukünftige ihm nicht auf der Tasche liegen und später von seinem Erbe leben. So weit kommt das noch! Und obwohl Don Pasquale die schöne Norina nicht einmal kennt, stellt er Ernesto vor die Wahl: Hochzeit mit der Reichen oder Enterbung. Das kann allerdings Don Pasquales Arzt Dr. Malatesta, der gleichzeitig der beste Freund von Ernesto ist, nicht mit ansehen. Er spinnt eine kleine Intrige, um Ernesto zum Glück zu verhelfen und dem alten Geizhals eine Lehre zu erteilen. Dr. Malatesta schlägt Don Pasquale seine Schwester Sofronia als Braut vor, bescheiden, sittsam, in einem Kloster erzogen und auch noch jung und schön. Hinter der angeblichen Schwester ver birgt sich jedoch keine andere als Norina, die ganz nach dem Geschmack des Alten ist. Schnell wird geheiratet. Doch kaum ist der – fingierte – Kontrakt geschlossen, verwandelt sie sich in eine Furie, die den Alten durch maßlose Geldausgaben für Kleidung und Dienerschaft ebenso ärgert wie durch ihren Eigensinn. Sie treibt das Spiel so weit, dass Don Pasquale schließlich nur noch eines will: Sofronia soll endlich wieder gehen. Dafür ist er sogar bereit, Ernesto und dessen Liebste großzügig auszustatten … Innerhalb von kaum elf Tagen komponierte Gaetano Donizetti die Oper als Auftragswerk für das Pariser Théâtre-Italien auf ein Libretto, das er zusammen mit Giovanni Ruffini erarbeitet hatte. Die Uraufführung 1843 wurde ein Triumph. Das Publikum liebte die Musik und die Geschichte voll praller Komik im Stile der Commedia dell’arte mit ihren durchaus wunderschönen lyrischen Momenten sofort und hatte seinen Spaß mit dem alten Grantler, der von einer jungen Frau erbarmungslos an der Nase herumgeführt wird. Schnell verbreitete sich das humorvolle Stück über die Bühnen der Welt. Das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz ist mit der Inszenierung von Sängerinnen-Legende Brigitte Fassbaender zu Gast, die einst in München ihre Weltkarriere als Opernstar startete, die sie später als erfolgreiche Regisseurin und bis 2012 als Intendantin in Innsbruck fortsetzte. 12., 13., 18., 21., 24., 27., 28. & 29. MÄRZ THEATER HEILBRONN, KOMÖDIENHAUS DIE NERVENSÄGE Alles ist perfekt vorbereitet. Ralph, ein Auftragskiller, hat ein Hotelzimmer direkt gegenüber dem Justizpalast gemietet. Hier legt er sich auf die Lauer, um den Kronzeugen eines brisanten Prozesses zu erschießen, der, wenn er auspackte, eine Menge Leute auffliegen lassen würde. Gerade als er die Waffe zusammenschrauben will, dringen merkwürdige Geräusche durch die Verbindungstür zum Nebenzimmer. Darin hat sich Pignon, ein Fotograf, einquartiert – mit dem festen Entschluss sich umzubringen. Seine Frau Louise ist mit ihrem Psychiater durchgebrannt und will nichts mehr von ihm wissen. Also knüpft Pignon ein Seil um das Wasserrohr im Bad – das aber unter seinem Gewicht zusammenbricht. Fast bewusstlos stürzt der Lebensmüde dem Killer vor die Füße, als der nachschauen will, was da so poltert. Völlig entsetzt über die Geschehnisse will der herbeigeeilte Hotelboy die Polizei rufen. Doch das kann Ralph gar nicht gebrauchen, denn jeden Moment kann der Kronzeuge in den Justizpalast geführt werden. Das ist seine einzige Chance, ihn zu erwischen. Also überzeugt er den Hotelboy, dass keine Polizei gebraucht wird, weil er sich um den Unglücksraben Pignon kümmern wird. Allerdings ahnt er nicht, was er sich damit einbrockt. Der trottelige Pignon ist nämlich eine fürchterliche Nervensäge. Mit seinen unaufhörlichen Quengeleien gefährdet er nicht nur Ralphs Auftrag, sondern treibt den eiskalten Killer langsam aber sicher in den Wahnsinn. Unterdessen rückt die Ankunft des Kronzeugen immer näher. 1970 fand in Paris die Uraufführung von Francis Vebers Komödie, damals noch unter dem Titel »Der Kontrakt«, statt. Das Stück wurde ein Welterfolg. Die deutschsprachige Erstaufführung fand 1971 in der Komödie am Kurfürstendamm statt und wurde seither von vielen Bühnen in Deutschland nachgespielt. Die Verfilmung mit Lino Ventura und Jacques Brel füllte weltweit ebenso die Kinokassen wie das einige Jahre später gedrehte Remake, in dem Walter Matthau und Jack Lemmon die Hauptrollen spielten. Francis Veber hat 2005 seine Komödie vollständig überarbeitet. Diese Neufassung lief unter dem Titel »L’emmerdeur« (»Die Nervensäge«) fast anderthalb Jahre mit Riesenerfolg im Pariser Théâtre de la Porte St. Martin. Dieter Hallervorden übersetzte die Neufassung ins Deutsche.

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ 13. MÄRZ MOBILAT CLUB, HEILBRONN PAISLY CLUB Freitag der 13. wird definitiv ein Glückstag, wie könnte das auch anders sein bei einem Gast DJ diesen Kalibers: OS- CAROWSKI hat 2010 eine Compilation mit den heißesten Scheiben der 60's Szene veröffentlicht und wird zum zweiten Mal im Paisley Club auflegen. Freut euch auf eine explosive Mischung psychedelischer Sounds aus allen Teilen des Globus! 13. MÄRZ BUKOWSKI, HEILBRONN RESIDENTS AT HOME Zuhause schmeckt’s am besten: Daniel Calisse und Maurice, die zwei am längsten, – ja tragenden – Säulen des Bukowskis, wissen naturgemäß wie niemand anders, wie’s hier geht. Dass M.IN nicht nur die Labels Desolat, Cécille und Zoo:Technique zu seinen Referenzen zählt, sondern auch in kürzer werdenden Abständen bei uns aufschlägt, liegt daran, dass uns auch seine Kost auf den Tellern verdammt gut mundet. Und daran, dass wir uns Lieblingsgerichte nie verkneifen! Auf geht’s in eine neue Runde willenloser Schlemmerei: Wir tischen auf, Ihr kommt und haut rein. 13. MÄRZ COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN »HINEIN IN EINE TIEFE GEDANKENWELT …« LESUNG MIT MANNE SAUTER Der in Untergruppenbach lebende Autor Manne Sauter liest aus seinen Romanen »Der Rest des Weges« und »Die lange Reise der Kometen um die Sonne«. Dazu gibt es Zeit für Gespräche, zum Gedankenaustausch, die Möglichkeit die Werke zu erstehen, sie signieren zu lassen & vieles mehr. Musikalische Umrahmung: »Racoon Man« Tobi und Big Mama Rita Müller & Manne Sauter. 14. MÄRZ BUKOWSKI, HEILBRONN MATT STAR – EVERYTHING I LIKE Die ersten musikalischen Steps der Playstation entlockt und mit 17 das Offenbacher MTW durchgerockt: DJ und Live-Act Matt Star ist zu Gast! Da kann von Ambient und TripHop-Sachen bis hin zu House und Techno der härtern Gangart alles auf den Tellern landen. Den Durchbruch als Produzent schaffte er mit seinem ersten Album »Art Of M«. Renommierte Labels wie International Freakshow, Opossum Rec oder Momentum bedienten sich in der Folge seiner Künste. Selbst Cocoon Records packte seinen Track »Am I Dreaming« auf die Cocoon Compilation H und lud ihn zu Gigs im Amnesia Ibiza ein. Heute haben wir ihn eingeladen, genauso wie die Südklang-Jungs Django & La Maka. Wer von den dreien gibt Euch den Rest? 14. MÄRZ MOBILAT CLUB, HEILBRONN BUSS IST HEAVY HAMMER – BUSS DI DANCE Dancehall & Reggae Floor: Heavy Hammer (Italien), Yardstyle Sound (Heilbronn); Drum n Bass Floor: ResQ [MA:SSIVE Mannheim], Cimply [MA:SSIVE Speyer], Me2You Crew (Heilbronn) 14. MÄRZ KULTURKELLER, HEILBRONN OLIVIER SANREY »ALLE GARSTIG!« - KABARETT MIT BELGISCHEM TON UND FRANZÖSISCHEM AKZENT In seinen Sketchen thematisiert Olivier Sanrey nicht nur seine Herkunft, er beschäftigt sich auch mit sozialen und wissenschaftlichen Themen: Warum sind Eltern Junkies? Warum streiken Glockengießer nie? Dabei trifft man auch berühmte Leute: William Shakespeare im Fast-Food Restaurant, Hannibal als Steinbockherdenführer, Nikolaus beim Bewerbungsgespräch und viele mehr. Alle garstig! 14. MÄRZ JAZZCLUB CAVE 61, HEILBRONN MALTE DÜRRSCHNABEL QUARTETT - COOL JAZZ Das Quartett lotet die Hits des »Great American Song Book« mit Liebe und Intelligenz aus und macht die vertrackten Harmonien von Strayhorn, Gershwin oder Rodgers zum Ausgangspunkt melodischer Improvisationen. 14. MÄRZ KURSAAL, BAD WIMPFEN 3. ST. PATRICK’S NIGHT Zum dritten Mal veranstaltet der Bonfelder Kulturverein diese Konzertnacht aus Anlass des irischen Nationalfeiertags. Wie ein kleines Folkfestival steht die schon fast traditionelle St. Patrick’s Night bei blacksheep für Abwechslung und großartige Musik. Sanft, traditionell und rockig wird dieser Abend, und natürlich gibt es wieder Guinness und Kilkenny vom Fass, eine Whiskybar und passendes Essen.

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ Neu ist in diesem Jahr die Location: blacksheep-Veranstaltungen in Bad Wimpfen finden nur noch im dortigen Kursaal statt. Mit: Weißdorn, The Cannons, Firkin. 15. MÄRZ MOTO-CROSS-GELÄNDE, HEILBRONN WINTER-MOTO-CROSS RENNEN Zwei Gesamtsieger in zwei Rennklassen in insgesamt vier Rennläufen zu ermitteln, dieser seit 44 Jahren praktizierte Rennmodus hat ausgedient. Der Sieg wird beim Frühjahrsklassiker in einem alles entscheidenden Super Finale ausgefahren. Den Weg dorthin müssen sich die 36 Piloten der MX1-Klasse (450 ccm) und die 72 Fahrer der MX2-Kategorie (250 ccm) - wie im Supercross - über Vorläufe bahnen. Der große Showdown wird es sportlich in sich haben. 35 Minuten Renndistanz stellen die Kondition der Cracks auf eine harte Probe - und werden auch der traditionellen Rolle des Winter-Motocross gerecht: der Standortbestimmung zum Einstieg in die Outdoor-Saison. Abgerundet wird der neue Auftritt des Winter-Motocross Modus auch am Streckenrand. Interviews, Autogrammstunde, Feuerwerk und ein abgestimmtes Musikprogramm werden die Stars in einem würdigen Umfeld präsentieren. Einen Hochkaräter des Sports hat der MCC schon fix verpflichtet. Wer das ist, darüber wird der Club nächste Woche informieren. 15. & 16. MÄRZ THEATER HEILBRONN, BOXX TORTUGA Tortuga ist nicht nur eine berühmte Pirateninsel in der Karibik, die den Freibeutern im 17. Jahrhundert als Versteck diente. Tortuga – diesen Namen trägt auch das Schiff, das die Piratin Mary- Anne O`Malley zum Kapitän hat und das diesem Theaterstück für Kinder seinen Titel gibt. »Tortuga« erzählt die abenteuerliche und ungeheuerliche Mär von dieser Frau. Sie war nicht klug nur wie ein Mann, nein, sie war doppelt schlau. Premiere des musikalischen Schauspiels für Kinder ab 8 Jahren ist am 15. Januar um 11 Uhr in den Kammerspielen. Mary-Anne O’ Malley: Fast ihr ganzes Leben lang hat sie sich als Mann ausgegeben. Denn als Mann hatte man im 17. Jahrhundert einfach die besseren Chancen. Deshalb gibt ihre Mutter sie schon im Babyalter als Sohn aus, verpasst »ihm« den Namen William und lässt das Kind von der Großmutter erziehen. Als diese stirbt, sucht sich Mary-Ann schon mit 13 Jahren eine Arbeit, wieder als Junge, weil sie als Mädchen keine bekommen hätte. Später heuert sie als Schiffsjunge auf einem Kriegsschiff an, immer mit der Angst im Nacken, entdeckt zu werden, was damals mit dem Tod bestraft worden wäre. Sie lernt das Fechten und erweist sich darin als äußerst talentiert. Dem Schiffskoch gibt sie sich zu erkennen, sie verlieben sich, gehen heimlich von Bord und eröffnen eine Hafenkneipe. Doch der Koch hat ein schwaches Herz, stirbt früh und Mary-Anne verwandelt sich wieder in William O`Malley. Sie heuert auf einem Sklavenschiff an, das von dem berühmten Piraten Calico Jack angegriffen wird. Auf dem Schiff möchte sie mitsegeln, weil sie frei sein und ein kurzweiliges Leben führen will. Dank ihrer Klugheit machen die Piraten von Calico Jack eine fette Beute nach der anderen und wählen Mary-Anne als Frau zum Kapitän der »Tortuga« … Piratenköniginnen gab es übrigens wirklich zu jener Zeit – sogar mehrere. Und weil in diesem Stück allerhand Seemannsgarn gesponnen, also auch ein bisschen geflunkert wird, sind hier die Lebensläufe zweier großer Piratinnen in einer Person vereint: Mary Read, englische Piratin und Abenteurerin (1685-1721) und Anne Bonny (* um 1690), die beide auf dem Schiff von Jack Rackham alias Calico Jack gewesen sind. Doch »Tortuga« ist noch mehr als ein rasant erzähltes Piratenabenteuer; es ist zugleich eine nachdenkliche Geschichte über das Finden der eigenen Rolle in der Welt und ein Plädoyer dafür, das Leben auszukosten und sein Schicksal in die Hand zu nehmen. Stephan Beer (Regie) und Dorothee Neuling (Ausstattung) zeigen mit »Tortuga« ihre erste Arbeit am Theater Heilbronn. An anderen Häuser haben die beiden schon mehrfach zusammengearbeitet. Sie sind ein eingespieltes Team. Bei »Tortuga« standen sie vor der Herausforderung, mit kleinen Versatzstücken in Windeseile buchstäblich die ganze Welt zu erzählen. Denn in dem Stück wimmelt es nicht nur von Rollen, in die vor allem Ferdinand Seebacher mit Hilfe vieler Kostümteile schlüpfen muss. Mit wenigen Handgriffen werden auch die verschiedensten Schauplätze geschaffen: England und die Insel Tortuga etwa, außerdem gleich zwei Schiffe, eine Kneipe und sogar ein Badehaus mit echter Badewanne kommen vor. Auf den Proben entwickeln Stephan Beer und die Schauspieler mit viel szenischem Erfindungsreichtum eine Spielform, die die Fantasie kleiner und großer Zuschauer auf Touren bringt. Dazu trägt von Anfang an auch Nicolas Kemmer bei, der mit Julia Apfelthaler und Ferdinand Seebacher Seemannslieder einstudiert.

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ 16. MÄRZ COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN KAFFEEKLATSCH MIT KIND Alle Mamas, Papas, Omas, Opas, Onkel und Tanten sind herzlich willkommen zum Kaffee trinken und Kuchen essen in gemütlicher Atmosphäre. Damit die Erwachsenen (den Kuchen) auch entsprechend genießen können gibt es für die Kleinen eine gemütliche Spielecke, zum toben, spielen und lesen. 17. & 19. MÄRZ THEATER HEILBRONN, BOXX TÜRKISCH GOLD Jonas hat sich verknallt - in Aynur. Sie hat lange dunkle Haare und ist für ihn das schönste Mädchen der Welt. Das kann niemals gut gehen, meint Luzia, Jonas' beste Freundin. Denn Aynur ist Türkin. Luzia geht mit Aynur zusammen zur Schule, und behauptet, dass sie sich für deutsche Jungs überhaupt nicht interessiert. Überhaupt, was Jonas sich mit einer deutsch-türkischen Liebe einhandeln würde, sei ja wohl klar. Was ist zum Beispiel mit Aynurs Familie und besonders mit ihrem Zwillingsbruder Kerim – lassen die das überhaupt zu, dass das Mädchen mit einem Deutschen geht? Wie wird sich Jonas Spießervater verhalten? Und kann er die blöden Kommentare seiner Mitschüler aushalten? Luzia und Jonas schlüpfen in ihrem Disput in die Rollen von Aynur, Kerim und den anderen und stolpern dabei über ihre eigenen Klischees und Vorurteile. Was wissen sie eigentlich über »die Türken«? »Türkisch Gold« ist ein kluges Stück darüber, wie Vorurteile entstehen und das interkulturelle Miteinander erschweren. Es liefert einen provokanten Beitrag zur aktuellen Integrationsdebatte. Die Autorin Tina Müller, Jahrgang 1980, stammt aus Zürich und lebt jetzt in Berlin. Ihr Jugendstück »Bikini« erhielt den 2. Baden-Württembergischen Jugendtheaterpreis. 18. MÄRZ THEATER HEILBRONN, BOXX DAS HERZ EINES BOXERS Jojo ist 16 Jahre alt und ein ziemlicher Loser. Um sich vor seinen Freunden interessant zu machen, nimmt er den Mopeddiebstahl eines anderen auf sich und muss jetzt dafür Strafstunden ableisten. Er soll in der geschlossenen Station eines Altersheimes das Zimmer eines alten Mannes renovieren, der geistig und körperlich völlig verfallen zu sein scheint. Großmäulig textet Jojo den alten Leo zu. Der antwortet nicht, und Jojo kann hier seine Sprüche klopfen, die ihm seine Freunde nicht mehr abnehmen. Doch plötzlich kommt Leben in Leo. Jojo erfährt, dass der seine Gebrechen nur vortäuscht, um seine Ruhe zu haben, und dass Leo früher ein sehr berühmter und erfolgreicher Boxer war. Die beiden verstehen sich immer besser. Leo sieht das wahre Wesen, das sich hinter Jojos großer Klappe versteckt. Und der Junge gewinnt immer mehr Achtung vor dem alten Mann. Schließlich fassen beide einen verrückten Plan. DAS HERZ EINES BOXERS ist ein Stück von der Kunst, sich durchs Leben zu boxen. Wenn man am Boden liegt, so sagt Leo, der alte Kämpfer, dann steht man wieder auf. Und wenn man verliert, gewinnt man beim nächsten Mal. Das Leben hat die beiden Außenseiter misstrauisch gemacht. Der eine versteckt sich hinter seiner rauen Schale, der andere hinter Schweigen. Das Vertrauen, das sie langsam zueinander gewinnen, macht sie schließlich stärker, als es jeder für sich vorher war. 18. MÄRZ OSIANDERSCHE BUCHHANDLUNG, HEILBRONN LESUNG: ARNO GEIGER »SELBSTPORTRÄT MIT FLUSSPFERD« Julian ist zweiundzwanzig, mit der Trennung von Judith kommt er nicht klar, obwohl er sie gewollt hat. So übernimmt er in Professor Behams Garten die Pflege eines Zwergflusspferds: es isst, gähnt, taucht und stinkt und bestimmt den Rhythmus seines Sommers. Dann ist da noch Aiko, die siebenundzwanzigjährige Tochter des Professors, in die er sich ernsthaft verliebt. Was, wenn das Flusspferd einen Platz für den Winter gefunden hat? Wenn Aiko zurückgeht nach Paris? Arno Geiger erzählt in diesem Coming-of-age-Roman von der Suche nach einem Platz in der Welt – für Flusspferde und Menschen. Arno Geiger erhielt u. a. den Deutschen Buchpreis (2005), den Hebel-Preis (2008), den Hölderlin-Preis (2011) und den Literaturpreis der Adenauer-Stiftung (2011). 19. MÄRZ KULTURKELLER, HEILBRONN MURAT RENA »SOIRÉE DE PARIS« II Murat Rena, der Schamane auf zwei Instrumenten lädt zum 2. Konzert »Soirée de Paris« ein. Er spielt solo Klavier- und Violinwerke von Chopin, Bériot, Debussy, Ravel, u. a. das Poem »Scarbo« aus Ravels »Gaspard de la nuit«. n gemalt.

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ 19. MÄRZ COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN LIVEPERFORMANCE: SHIELD PATTERNS (UK) Das Duo aus Manchester macht intensive und detailverliebte düstere Pop-Musik. Einzigartige, dunkle Soundwelten, voll von zerbrechlichen Tönen und zarten Melodiestrukturen, die eine melancholische, aber nicht hoffnungslose Stimmung kreieren, in die man sich langsam hinein sinken lassen kann. Shield Patterns, the Manchester-based duo of Claire Brentnall and Richard Knox, create intense, infectious and incredibly detailed dark-pop music. Debut album ›Contour Lines‹ was released in June via Gizeh Records and has gathered heavy praise from the press including a five star review from The Skinny magazine. The project started life in late 2012 with Brentnall working alone on a bunch of home recorded demos. A chance meeting with Knox at her first ever solo show was enough to form an interest in working together in some capacity. Just a few months later and the duo were performing live together whilst also working on the beginnings of new material that would finally form the debut album. After retiring to the wilderness and isolation of the North Wales countryside, that album was finally complete. There is a resolutely unique sound to the music Shield Patterns make. A lush, fragile and rich soundworld… like falling - slowly, gracefully, and not without hope, but still falling; a white shape in the darkness tumbling downwards. One live review suggests that Shield Patterns; ›Borrow the dense, yet richly stratified compositions from masters of rippling electronic realms like Actress, Forest Swords and even (at times) Joy Orbison and marry them to effortlessly avant-garde vocals that sound like Kate Bush calling out to you from the unknown extents of of a whirling vortex‹. Not far from the mark indeed. 19. & 22. MÄRZ THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS ANTIGONE Fast 2500 Jahre kennt die Menschheit den Mythos von Antigone, der Tochter des Ödipus. Drei große Dichter der griechischen Antike: Sophokles, Euripides und Aischylos, haben ihn in ihrem Werk verarbeitet. Und noch immer fasziniert uns dieser unauflösbare Konflikt zwischen Recht und Gewissen, dieses Aufeinanderprallen zweier gleichberechtigter Positionen und bietet die Folie für zeitlose gesellschaftspolitische Diskussionen. »In diesen alten Texten sind unglaubliche Kräfte gespeichert: ein Wissen über den Menschen, seine Situation in der Welt, seine Fragilität…«, sagt John von Düffel, einer der wichtigsten Theaterautoren unserer Tage und Autor der Heilbronner Antigone-Fassung. Johanna Schall bringt die »Antigone« in Heilbronn auf die Bühne. Die Regisseurin hat sich nicht für eine der bekannten Bearbeitungen des antiken Stoffes entschieden, die von Hölderlin über Anouilh und Brecht bis Walter Jens reichen. Sondern sie hat den Autor und Dramaturgen John von Düffel gebeten, eine eigene Fassung zu erarbeiten, welche die Hintergründe des Konfliktes mit erzählt und szenisch auf die Bühne bringt. »Denn Ereignisse sind nicht plötzlich da, sondern sie haben eine Vorgeschichte«, sagt die Regisseurin. Außerdem wollte sie auf diese Weise die Gleichberechtigung der sich im tödlichen Widerstreit befindlichen Positionen von Kreon und Antigone deutlich machen. Es gibt kein Gut und Böse, kein Richtig und Falsch, wohl aber Ursache und Wirkung, die den Lauf der Ereignisse bedingen. John von Düffel hat für seine Fassung die Werke der drei großen griechischen Tragödienautoren herangezogen und kombiniert: von Aischylos »Sieben gegen Theben«, von Sophokles »Antigone« und von Euripides »Die Phönizierinnen«. Antigone stammt aus einer verfluchten Familie. Ihr Vater Ödipus ist jener König von Theben, der zunächst unwissend seinen eigenen Vater umbrachte und dann ebenso nichtsahnend der Gatte seiner eigenen Mutter Iokaste wurde und vier Kinder mit ihr zeugte. Neben Antigone und ihrer Schwester Ismene sind das auch die Brüder Polyneikes und Eteokles. Als Ödipus von diesem ungeheuren Frevel erfuhr, blendete er sich und verließ das Land. Seine Kinder übergab Ödipus an Iokastes Bruder Kreon. Die Herrschaft über Theben sollten sich seine Söhne Polyneikes und Eteokles teilen und immer im Wechsel das Land führen. Doch Eteokles, der als erstes über Theben herrscht, kann sich von der Macht nicht trennen und vertreibt Polyneikes. Wütend versammelte der ein Heer und zieht gegen Theben. Die Stadt wird gerettet, weil Menoikeus, Kreons jüngster Sohn, sich selbst opfert. Kreons Trauer ist grenzenlos. Im Kampf Bruder gegen Bruder töten sich Eteokles und Polyneikes gegenseitig – wie es Odipus in seinem Fluch vorhergesagt hat. Und hier beginnt die Tragödie der »Antigone«. Kreon, der bisherige Ratgeber der Herrscher, wird nun seinerseits König von Theben und ordnet, um Stärke als neuer Machthaber zu beweisen, an, nur Eteokles, der für Theben gekämpft hatte, die Ehre eines Begräbnisses zu erweisen. Der Leichnam von Polyneikes hingegen, der gegen Theben in den Krieg gezogen war, soll den wilden Tieren und Vögeln

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ als Fraß vorgeworfen werden. Kreon droht jedem mit dem Tode, der sich diesem Willen widersetzt. Doch Antigone trauert nicht nur um beide Brüder gleichermaßen, sondern hält es auch für ein göttliches Gesetz, die Toten zu bestatten. Sie möchte ihre Schwester Ismene überzeugen, mit ihr gemeinsam Polyneikes zu beerdigen. Aber Ismene wagt es nicht, sich dem Willen des Herrschers zu widersetzen. Antigone schert sich nicht darum und tut das, was sie für richtig hält. Kreon lässt sie bei lebendigem Leib einmauern. Nichts kann ihn davon abhalten. Weder Antigones Appelle, noch die Versuche seines Sohnes Haimon, des Verlobten Antigones, der Kreon warnt, dass er damit das Volk gegen sich aufbringt. Erst der blinde Seher Teiresias, der ihm eine schreckliche Rache der Götter prophezeit, bringt Kreon zum Einlenken. Doch die Tragödie nimmt ihren Lauf … Kreon ist eigentlich ein pflichtbewusster Herrscher, der als früherer Ratgeber klug entschieden hat und dessen oberstes Interesse als neuer Machthaber nun die Wiederherstellung der Ordnung nach dem Krieg ist - deshalb auch die Weisung, den Staatsfeind nicht zu bestatten. Er verfolgt das vermeintliche Staatsinteresse bis zum Äußersten und ist gegen jeden Widerspruch und gegen jede kritische Nachfrage resistent. Antigone macht nicht mit und meint die herrschende Macht sei zu weit gegangen und setze sich über Familienrecht und Götterspruch hinweg. Was für Antigone Gewissensnotwendigkeit ist, ist für Kreon Aufruhr und gefährlich in der instabilen Situation seines Staates. Keine der beiden Seiten kann zurück und so dreht sich die Spirale der Gewalt immer weiter. Am Ende gibt es nur Verlierer. Die Geschichte kennt viele ähnliche Konstellationen – bis heute. 20. MÄRZ BUKOWSKI, HEILBRONN ZEITGEIST BUKOWSKI Th;En ist das 2013 gegründete Projekt des Produzentenund Dj-Teams Thorsten Schuth & Vincenzo »Enzo« Giocchino, die sich seit Kindertagen kennen und in ihren wilden Techno-Jahren aus den Augen verloren hatten. Jeder ging seiner Liebe zur Musik nach und verwirklichte eigene Projekte, bis man sich 2010 zufällig wieder traf. Die Freude war groß, und man entdeckte viele Gemeinsamkeiten, betreffend das Leben und die Musik. Th;En war die Konsequenz, produziert wird, was gefällt. Keine Schranken oder Genres sollen Einfluss auf den Sound nehmen. Dass das mit Bravour gelingt, haben wir letztes Jahr schonmal bezeugen können. Pravi Lopov und T-WATCH leisten Support! 20. MÄRZ WAGENHALLEN, STUTTGART NENA – OLDSCHOOL-CLUBTOUR 2015 Sich mit der Vergangenheit aufzuhalten ist nicht NENAs Ding. »Gestern, das liegt mir nicht«, singt sie schon 1984 in ihrem Song »Fragezeichen« vom gleichnamigen Album. Jetzt, 30 Jahre später, nennt sie ihr neues Album ausgerechnet »Oldschoold«. Und katapultiert sich und die Hörer mit einer Punktlandung in die Gegenwart. »Oldschool«, der Titeltrack, ist auch der Opener des Albums und gleich eine klare Ansage. Mit einem Augenzwinkern skandiert sie jetzt: »Mein erstes Album ist seit 34 Jahren draußen, es ist so alt man kann’s nicht einmal mehr im Laden kaufen«. Dazu ein fetter Electro-Beat, den man so von NENA noch nie gehört hat. Straight from the 1980s, mitten ins Jetzt. 20. MÄRZ HARMONIE, HEILBRONN DAVID GARRET David Garrett ist ein Ausnahmekünstler und begeistert jedes Jahr hunderttausende Zuschauer auf der ganzen Welt mit seinem unglaublich vielseitigen Repertoire. Und das gab es noch nie: an einem Abend wird er alle drei Violinsonaten von Johannes Brahms interpretieren. Zusammen mit seinem langjährigen Klavierpartner Julien Quentin wird er das Publikum in die intime Atmosphäre der Kammermusik entführen. Gespielt werden »Timeless« - Recital Tour 2015, Scherzo aus der F.A.E. Sonate für Violine und Klavier c- Moll, Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 G-Dur op. 78, Nr. 2 A-Dur op. 100 und Nr. 3 d-Moll op. 108. 20. MÄRZ MOBILAT CLUB, HEILBRONN RÖMERSEE KULTURVEREIN PRÄSENTIERT …: THE SENIOR ALLSTARS (LIVE), DUB SPENCER & TRANCE HILL (LIVE) & CONSCIOUS HIFI Dub Spencer & Trance Hill: Einen besseren Namen hätten sich die vier Schweizer Jungs von Dub Spencer & Trance Hill nicht geben können. Ihr Sound ist ein musikalischer Ausritt mit dem Sattel fest am Dub und Trance. Ein perfektes Duo zwei verschiedener Musikstile, die sich gegenseitig hervorragend ergänzen. Ohne Scheuklappen wird man auf eine außergewöhnliche Reise durch die weite Prärie längst vergangener Hits mitgenommen. Vorbei an Falcos Jeanny, Mama von Genesis und The Clashs - London Calling wie-

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ dererkennbar und doch völliges Neuland, dass es zu entdecken gilt. Ab und an geben noch Dancehall, Funk und Raggae den Tracks die Sporen. Bud und Terence wären stolz gewesen. (Fusion). The Senior Allstars: Als im Jahr 2010 The Senior Allstars - In Dub erschien, war es das erste Mal, dass die Band ihre Kompositionen in die Hände Anderer gab und gespannt war, was die unterschiedlichen Dub-Mixer aus ihrem Material machen würden. Die Resultate begeisterten nicht nur die Band, sondern wurden auch von ihren Hörern ¸überschwänglich gefeiert. Und die Senior Allstars stellten sich die Frage: Wie präsentieren wir den neuen Sound live? Die Band entschied sich für eine Form des kollektiven und improvisierten Dub, bei dem jeder Musiker ausgestattet mit Mischer oder Effekten selbst den Dub steuert. Nun erschien mit Verbalized and Dubbed das siebte Album der Band auf Skycap Records. Und wieder wird auch dieses Album das Live-Programm der Senior Allstars beeinflussen und bereichern! 20. MÄRZ KULTURKELLER, HEILBRONN WERNER BRIX »MIT VOLLGAS ZUM BURNOUT« - KABARETT AUS ÖSTERREICH Eine Betrachtung der globalen Gesellschaft und ihres hierarchischen Systems und eine Durchleuchtung der Dimension Zeit machen Brix’ fünftes Solo zu einem kabarettistischen Theaterabend der Sonderklasse. "Mit Vollgas zum Burnout" ist eine wegen akuter Zeitnot rasant durchlaufende therapeutische Sitzung. Auf die Schaufel genommen wird alles, was Hast und Eile hat. 20. MÄRZ JAZZCLUB CAVE 61, HEILBRONN ARIFA-ARAB JAZZ »Arifa« verbindet das musikalische Erbe des Orients und Okzidents mit elektronischen zeitgenössischen Improvisationen. Das Ergebnis ist eine Reise in das Königreich der Imagination. 21. MÄRZ BUKOWSKI, HEILBRONN TANZFLÄCHEN MASSAGE MIT SKAI SKAI startete in den 90ern in Wiesbaden als DJ durch, um anschließend viele Jahre im Mainzer Club 50grad für den Sound verantwortlich zu sein. Mit Kollege Amir bildete er das erfolgreiche DJ-Team »Groove Rebels« und spielte sich quer durch die Top-Clubs der Republik. Es folgten diverse Releases und Remixes sowie ein Abstecher in die Club-Szene nach Vancouver. SKAI war Resident im Cocoon Club und im Wiesbadener New Basement, und zählt mit seinem treibenden Deep/Techouse-Sound zu den aktivsten DJs der Rhein-Main-Region. Und er besticht auch abseits der Tanzflächen mit seinem musikalischen Gespür. Im Studio, wo er mit verschiedenen Kooperationspartnern an eigenen eher deep- und tech-house-lastigen Produktionen schraubt. Und als Mastermind hinter »Re:Fresh« – Eventreihe, Label und Lebensgefühl. Bei uns tritt er heute an, um sich die Tanzfläche vorzunehmen, und genau diesen Plan haben Carmen Bernabe und Klangagent auch … 21. MÄRZ REDBLUE, HEILBRONN SYMPHONIC ROCK & POP - LIVE IN CONCERT Das sinfonisch besetzte Blasorchester Stadtkapelle Ingelfingen erobert die Bühne des redblue. Unterstützt durch E-Gitarre, E-Bass und den Frontmann der Sulmtaler, Andi Wahl, zeigen die rund 60 Musiker, dass Titel von Queen, Santana, Pink Floyd, U2, Coldplay, Simple Minds und vielen mehr auch mit Blasinstrumenten klangvoll interpretiert werden können. Dabei wagen sie sich, unterstützt durch eine ansprechende Lightshow, sowohl an Stücke aus den aktuellen Charts wie auch an Klassiker der 70er und 80er Jahre. 21. MÄRZ MOBILAT CLUB, HEILBRONN GOD SAVE THE QUEEN Britpop & Indie, an den Turntables Andrew und Thilo. 21. MÄRZ COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN TURBOJUGEND HEILBRONN ( DJ KONGO KÜMMEL) Musik aus dem Land der aufgehenden Sonne - J-Pop, J- Rock und J-Metal 23. MÄRZ AUDI FORUM, NECKARSULM SLAM POETRY PLUS STADT, LAND, FLUSS Nach dem großen Erfolg im März 2014, präsentieren die beiden Poetry Slammer an diesem Abend erneut ihr jeweiliges Soloprogramm mit spannenden, mal ernsten und

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ mal gewitzten Themen. Anschließend laden die beiden das Publikum ein, aktiv bei ihrer Interpretation von »Stadt, Land, Fluss« mitzuspielen. Lassen Sie sich auch in diesem Jahr von nicht ganz alltäglichen und kuriosen Kategorien überraschen. Die beiden Slam Poeten Pierre Jarawan und Alex Burkhard stehen seit zwei Jahren gemeinsam auf der Bühne und zählen zu den erfolgreichsten Slammern im deutschsprachigen Raum. Pierre Jarawan ist Autor und Veranstalter aus München. 2011 gewann er den ersten Poetry Slam auf ZDFkultur und wurde 2012 Internationaler Deutschsprachiger Meister. Sein Kollege Alex Burkhard ist aktueller Preisträger des Förderpreises der Internationalen Bodenseekonferenz und zweifacher Gewinner von Landesmeisterschaften. 23. & 24. MÄRZ THEATER HEILBRONN, BOXX DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER »Nein, ich betrüge mich nicht. Ich lese in ihren Augen wahre Teilnehmung an mir und meinem Schicksale. Ja ich fühle, und darin darf ich meinem Herzen trauen, dass sie – o darf ich, kann ich den Himmel in diesen Worten aussprechen? – dass sie mich liebt?« Jeden Blick, jede Geste seiner Angebeteten deutet der junge Werther. Seit er sie zum ersten Mal sah, ist er heftig in Lotte, die Tochter des Amtmanns, verliebt. Das Mädchen ist jedoch einem anderen versprochen. Albert, ihr zukünftiger Mann, ist nur gerade geschäftlich unterwegs. Lotte ist gern mit Werther zusammen, fühlt sich ihm seelenverwandt. Doch an ihrer künftigen Verbindung mit Albert lässt sie keinen Zweifel. Auch als Albert von seinen Geschäften zurückkehrt, weilt Werther oft bei den beiden. Seine Liebe wird immer verzweifelter und stärker, je mehr er erkennt, dass Lotte für ihn unerreichbar ist. Auch eine selbstauferlegte räumliche Trennung kann ihn von seinem Schmerz nicht heilen, und er kehrt wieder zurück. Wie ein Wahnsinniger stürzt er sich bedingungslos in diese Liebe, nichts anderes ist ihm mehr wichtig. Wenn er Lotte nicht haben kann, dann ist ihm das Leben nichts mehr wert. Goethes erster Roman, entstanden 1774, wurde ein echter Bestseller und ließ den Autor über Nacht berühmt werden. Er hat seine eigene unglückliche Liebe zu Charlotte Buff, die mit einem anderen verlobt war, darin verarbeitet. Von den Konservativen seiner Zeit wurde die Werther-Figur als Störer des Ehefriedens, als Rebell und Freigeist heftig angegriffen. Unter den Jugendlichen hingegen brach ein regelrechtes Werther-Fieber aus. Sie kleideten sich so wie die Romanfigur, Szenen seines Lebens zierten Geschirr und Keksdosen, und es gab auch einige, die sein Schicksal nachahmten. Und heute? Wer kennt sie nicht, die Krankheit der Jugend: Liebe, die so heftig ist, dass sie schmerzt? Unglückliche Liebe, die keine Erfüllung findet? Auch die brennende Frage, vor der Werther am Ende steht – Wofür sollen wir leben? - gehört wohl zum Erwachsenwerden dazu. 24. MÄRZ COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN KONZERT: WEIRD OMEN (FR) IN ZUSAMMENARBEIT MIT KÜHN&FAMOS Schlagzeug, Gitarre, Saxophon und ab geht's. Die französischen Mannen von Weird Omen fackeln nicht lange und fetzen furios los. 24. MÄRZ ALTE FEUERWACHE, MANNHEIM MOUSE ON MARS Mit einem künstlerischen Werk, das mittlerweile fast 22 Jahre umspannt, machen es einem Mouse on Mars erfreulich schwer, ihre musikalische Identität klar zu umreißen. Denn Andi Thoma und Jan St. Werner machen Musik, die stets den Prozess, das Werden und die kontinuierliche Veränderung in den Vordergrund rückt. Ihr ganz eigener Entwurf der elektronischen Musik war schon immer nach allen Seiten offen, greift unterschiedlichste Einflüsse auf und lässt sie in einem Eklektizismus aufgehen, der an Komplexität meist immer noch seinesgleichen sucht. Pop, Ambient-House, Techno, Hip Hop, Jazz, Indie-Rock und Noise schwirren umher. Früher nannte man das vielleicht mal IDM. Beliebig waren Mouse On Mars dabei jedoch nie. Das zeigt auch ihre aktuelle Veröffentlichung »21 Again« nicht nur musikalisch, sondern auch aufgrund der einmal mehr beeindruckenden Liste an Kollaborationen. Live heben Thoma und Werner das Ganze noch mal auf ein ganz anderes Niveau, das die verschroben faszinierende Nerdigkeit ihrer Studioarbeit in einer unglaublichen Intensität aufgehen lässt, welche Kopf und Beine gleichermaßen fordert. Mouse on Mars schaffen dabei konzeptionell immer wieder ungeahnte Bezüge und Verweise, die nur bedingt in einem großen Ganzen aufgehen, sondern stets dialogisch weiterziehen und neue Verbindungen schaffen. Und genau um diese Verbindungen geht es bekanntlich auch dem Jetztmusik Festival!

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ 25. MÄRZ THEATERSCHIFF, HEILBRONN ANGELIKA BEIER »ZWISCHEN SEX UND 60« Überfällt Sie abends um 10 eine merkwürdige Bettschwere? Klingt die neueste Band für Sie wie ein mittelschwerer Verkehrsunfall? Lösen Sie lieber Sudoku-Rätsel anstatt an Kamasutra, Tantra und fesselnden Sex zu denken? Sie können sich zwar noch gut an das "erste Mal" erinnern, aber nicht mehr an das letzte Mal? Wenn Sie mindestens eine dieser Fragen mit Ja beantworten können, dann haben Sie das Ende Ihrer Jugend erreicht und sind reif für Angelika Beiers neues Programm. Ein hoch vergnüglicher Abend über das Leben an sich und die Liebe im Besonderen. Dann das Leben ist zu schön, um es zuhause auf der Couch zu vertrödeln. 26. MÄRZ WAGENHALLEN, STUTTGART TNT – TEXTA & TOPF: TRAUMATIK TOUR 2.0 Texta und Blumentopf sind Fixpunkte in den Hip Hop Szenen Österreichs und Deutschlands. Keine anderen Rap Bands ihrer Heimatländer sind so lange, so erfolgreich und so kontinuierlich aktiv wie sie. Der Grundstein für ihr gemeinsames Schaffen und ihre Bandfreundschaft wurde schon früh gelegt. Zum gefeierten Debütalbum vom Blumentopf, »Kein Zufall«/ Four Music 1997, waren die beiden Bands zum ersten Mal gemeinsam auf Tour: Der Traumatik Tour. Jetzt also der zweite Teil, die Traumatik Tour 2.0. Mit dem neuen gemeinsamen Album »#hmlr« unter dem Namen TNT, den Songs ihrer Collabo EP »Kaleidoskop«, gegenseitigen Features und Klassikern sowie neuen Tracks von über 15 Bandalben im Gepäck und einer Menge Freestyles im Kopf bringen die beiden Bands ihren Sound auf die Bühne. Dahin wo alles angefangen hat, dahin wo er hingehört. Allein die Menge an Künstlern, sieben MCs und zwei DJs, verspricht schon eine Show voll von genau der Energie, die den beiden Acts zu ihrem hervorragenden Ruf als Live Bands verholfen hat. Und wer schonmal einen Gig von Texta oder Blumentopf gesehen hat, der weiß: Dieses eingespielte Team wird das Versprechen einlösen! Der Sound ihres gemeinsamen Albums »#hmlr« ist eine konsequente Weiterführung ihrer überaus erfolgreichen letzten Releases (Blumentopf »Nieder mit der GbR«/ EMI Music 2012/ Platz 6 in den deutschen Album Charts, Texta »Grotesk«/ 2011/ Platz 12 in den Austrian Music Charts). Und die Gelegenheit die Songs, dieses Albums und all die anderen Tracks der TNT Setlist auf der Traumatik Tour 2.0 live zu erleben ist eine Einmalige. Denn die TNT Liveaktivitäten sind auf diese Tour begrenzt. Der Topf wird sich danach erst einmal eine Bandpause gönnen und für die Texta Crew geht’s ins Studio, zur Arbeit am nun mehr 8. Album. 26. MÄRZ LKA LONGHORN, STUTTGART OLLI SCHULZ: »FEELINGS AUS DER ASCHE« TOUR 2015 Endlich macht er wieder Musik! Fernsehen, Radio, Internet. OLLI SCHULZ ist überall. Umso mehr freut sich der Hamburger, wieder seiner Leidenschaft nachzugehen. Im März diesen Jahres kehrt der Geschichtenerzähler zurück auf die Musikbühnen des Landes. Dabei wird er seinen Fans erstmals die neuen Songs seines Solo-Albums »Feelings aus der Asche« präsentieren. Bei seinen Live-Shows wird die Musik im Vordergrund stehen, ohne, dass OLLI SCHULZ seine gewohnten Entertainer-Qualitäten aufgeben wird und natürlich wieder viele Anekdoten, Geschichten und einige andere Überraschungen zum Besten geben wird. Sein Talent als Songwriter konnte man zuletzt im Frühjahr 2014 bei seiner restlos ausverkauften Tour bestaunen. Jetzt gibt es wieder die Möglichkeit, Ollis Qualitäten als Live-Musiker und Entertainer zu erleben. 26. MÄRZ COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN FILMEVENT: »GANZ KURZ NOCH - LIVE PODCAST« Auf der Liste stehen Themen die Männer von Welt bewegen. Männer sind in diesem Fall zwei Jungs die Comics lesen, Action Toys sammeln und Filme lieben. Viel Papier, noch mehr Plastik und Zelluloid. Wir, Dominik und Steven, laden euch zu unserer Aufnahme ein. Zusammen bestaunen wir unglaubliche Momente der Filmgeschichte. Unglaublich schräg und unglaublich witzig. Unglaublich das sich das jemand ansieht. Genau das machen wir. Solche Werke muss man unbedingt gemeinsam erleben. Kommentiert wird live: Überraschungsfilm! 26. MÄRZ THEATER HEILBRONN, BOXX DIE KUH ROSMARIE Die Kuh Rosmarie ist eine richtige Meckerziege. Mit allen Tieren auf dem Bauernhof schimpft sie herum. Das Schwein bekommt Schelte, weil es sich im Dreck suhlt. Der Hund wird angemotzt, weil er beim Fressen so schlingt,

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ das Huhn, weil es beim Eierlegen so laut gackert, und der Goldfisch, weil er nackt badet. Die Tiere sind traurig, denn sie können ja nichts dafür, dass sie so sind. Der Bauer beobachtet ärgerlich, welch miese Laune die Kuh auf seinem Hof verbreitet. Als die arrogante Rosmarie dann auch noch den Bauern kritisiert, hat der die Nase voll. Kurzerhand setzt er sie in ein Flugzeug nach Afrika. Doch bald kommen auch von dort Nachrichten über einen eigenwilligen, buntgescheckten Besserwisser. Ein Tier nach dem anderen flieht aus Afrika zum Bauern, weil Rosmarie in einem fort meckert. Mit dem Löwen wegen der zotteligen Mähne, mit dem Krokodil, weil es keine Schwimmflügel trägt, mit der Giraffe, weil sie so von oben herab ist, und mit dem Elefanten, weil er so trampelt. Dem Bauern bleibt nichts weiter übrig, er muss seine Kuh zurückholen und zusammen mit ihr und den anderen Tieren einen Weg finden, wie sie friedlich zusammenleben können. »Die Kuh Rosmarie« wurde 2004 für den Kindertheaterpreis nominiert. In der Begründung der Jury heißt es: »Der Autor benutzt auf sehr originelle Weise Versatzstücke aus der Realität und setzt sich im nächsten Augenblick über diese Realität hinweg, so wie Kinder oder Märchen sich über reale Zwänge hinwegsetzen. Und kaum hat man ein Klischee als solches erkannt, wird es auch schon gebrochen. Seine Sprache ist poetisch und gewinnt durch sehr bewusst eingesetzte Wiederholungen einen unverwechselbaren Rhythmus und anrührende Kraft. Das Stück ist ein Plädoyer für Toleranz im Umgang mit Individualisten und ihren Schwächen und Stärken.« ASS-DUR Ass–Dur ist das preisgekrönteste Musik-Kabarett-Duo Deutschlands. Sie verbinden klassische und moderne Musik sowie intelligenten und weniger intelligenten Humor. Die beiden Musikstudenten Dominik Wagner und Benedikt S. Zeitner (Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin) bieten Musik-Kabarett auf höchstem Niveau: Nach den Erfolgsprogrammen »1. Satz – Pesto« und »2. Satz – Lago maggiore« setzen Ass-Dur mit dem »3. Satz – Scherzo spirituoso« ihre unglaubliche Erfolgsstory fort. 5 Jahrhunderte Musikgeschichte treffen auf 5 Jahrzehnte Pop-Kultur – in 90 Minuten plus Nachspielzeit. Vermutlich schaffen es die beiden Tastengenies auch diesmal wieder, nach dem Klavierspiel anders gekleidet zu sein als davor – und das ganz ohne Zauberei. Zu ihrem Repertoire gehören noch nie dagewesene Performances, bei denen auf hochkulturelle und intelligente Weise moderne und klassische Musik, Comedy und Zauberei miteinander verschmelzen. Ihr abwechslungsreiches Programm reicht von vierhändiger Klavierakrobatik über groteske musikwissenschaftliche Fachvorträge bis hin zu mitreißender Popmusik. 27. MÄRZ MOBILAT CLUB, HEILBRONN DREI JAHRE LATERNE, LATERNE Felix Becker (common sense people/beatbude), Initial Pattern (Live), Felus (Laterne) 27. MÄRZ BUKOWSKI, HEILBRONN BRAZILIAN TECHNO WIZARD: ALVINHO NOISE Wenn man von einem Südamerikaner zum Tanzen aufgefordert wird, ist »nein, danke« schlicht und einfach keine Option. Alvinho Noise, einer der wahrscheinlich talentiertesten Namen in der brasilianischen Techno-Szene, gibt sich zum dritten Mal im Bukowski die Ehre. Alvinhos brasilianischer Techno ist dabei aber keine Export-Kirmes gemixt aus elektronischen mit Samba-Elementen, denn sowas läuft in Brasilien natürlich allenfalls in Touristen- Schuppen. Erwartet stattdessen ein Set, das eine Geschichte mit Groove, Melodie und tiefen Bässen erzählt. Für Europa gehen France Ari und Shie an den Start – einheizen werden die Euch aber genauso heftig. 26. MÄRZ THEATER HEILBRONN, KOMÖDIENHAUS 27. MÄRZ EBENE 3, HEILBRONN HAWELKA - SUPPORTS AIN'T NO GRAVE Musik zwischen Blues, Rumpelpolka und Psychedelic, die ins Ohr geht und da hängen bleibt. Auch beim dritten Auftritt der Stuttgarter Band Hawelka in der Ebene 3 ist alles möglich - und das ist auch gut so. Hawelka singen Lieder von Cocaine und Konkubinen, Straßenschlachten und dem Rhythmus der Nacht. 27. MÄRZ ALTE FEUERWACHE, MANNHEIM BACKPACKERS TRIBUTE MIT FATONI (LIVE) Backpackers Tribute ist 2-Turntables-und-1-Mic HipHop- Spirit für die Gegenwart. Von A wie Action Bronson bis Z wie Zion I lassen DJ Sean aus Heilbronn und DJ Blastar aus Mannheim die heißesten Rap-Scheiben back-2-back

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ auf den Technics rotieren - alles strictly Vinyl! Special Guest am Mic ist diesmal Fatoni aus München. Dass der partner-in-crime von Edgar Wasser allerspätestens mit seinem Release "Die Zeit heilt alle Hypes" zum Kreis der innovativsten MC's in Deutschland zählen muss, wird das Münchner Freestyle-Ass heute in einer exklusiven Live- Show unterstreichen. 27. MÄRZ HOCHSCHULE HEILBRONN, CAMPUS SONTHEIM THINK ING - NACHT DER TECHNIK Die Studiengänge der Hochschule stellen in einem umfangreichen Programm ihre breite Palette an Studienangeboten in den Bereichen Technik und Informatik vor. Daneben laden aber auch zahlreiche Schnuppervorlesungen zum Studieren probieren ein. Viele Studiengänge präsentieren ihre Angebote in Lehre und Forschung auch praxisnah in ihren Laboren. Außerdem beteiligen sich zahlreiche Unternehmen aus der Region mit diversen Mitmachaktionen für Jung und Alt. 27. MÄRZ COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN TREPPENGESPRÄCH ZUR AUSSTELLUNG »THANK YOU FOR SHOPPING HERE« VON MARK BOHLE UND HANS-JÖRG SEIDLER Mark Bohle und Hans-Jörg Seidler bestücken Ihre Ausstellung Thank You For Shopping Here im Complex23 mit Siebdrucken von sechs Einkaufstüten verschiedener Farbe, Aufdrucke und Stimmungen. Die Herausnahme als Werbeträger aus ihrem wirtschaftlichen Kontext schneidet den Verweischarakter von Logo und Schrift ab. Es rücken Gestaltung und Ästhetik der großformatigen Arbeiten als Selbstzweck in den Vordergrund. Reicht es wirklich, Werbung allein dadurch, dass ihr Zweck und ihre Adressierung beseitigt werden, zur Kunst zu machen? Im Treppengespräch werden die Künstler von ihren Arbeiten und Techniken sprechen. Es wird um Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Werbung und Kunst gehen, von Zeichen und Symbol, von visuellem Design und schönem Schein. 28. MÄRZ JAZZCLUB CAVE 61, HEILBRONN CHRISTOPH IRNIGER PILGRIM - MODERN AVANTGARDE Die fünf Schweizer Musiker entführen auf eine musikalische Entdeckungsreise ohne Reiseführer, Risikoversicherung und Rückflugticket. Der Soundtrack oszilliert zwischen rätselhafter Selbstreflexion und wilden Eruptionen. 28. MÄRZ BUKOWSKI, HEILBRONN ELEKTRONISCHE FREIHEIT Wer nach durchgetanzter Freitag Nacht wie ein Schluck Wasser in der Kurve hängt, hat an diesem Samstag Glück: 212Fahrenheit ist zurück, um uns einmal mehr zum Sieden zu bringen. Denn 212 Grad Fahrenheit entsprechen nicht nur 100 Grad Celsius und damit dem Siedepunkt von H2O, sondern stehen auch für die hochkochenden House- und TechHouse-Sets des Wahlberliners mit Heidelberger Wurzeln. Sein Label, das er seit 2012 gemeinsam mit Mirco Veitengruber betreibt, trägt übrigens den passenden Namen Degree Records, aber wir interessieren uns heute weniger für theoretische Werte als für praktische Eskalation unabhängig jeder Raumtemperatur. Strompunkt und Newbie Time-O kochen Euch vorher schon weich und hinterher, bis der Schweiß wieder verdampft ist! 28. MÄRZ GAFFENBERG, HEILBRONN »JEDER KANN WAS« VON ACHSO! E. V. Im Dezember 2014 haben acht junge Exil-Heilbronner einen Verein gegründet und sich vorgenommen einen Beitrag zur Erweiterung der Heilbronner Kulturlandschaft zu leisten. Angefangen wird schon am 28. März mit der Veranstaltung »Jeder Kann Was« zu der Gäste mit interessanten Lebensgeschichten, Erfahrungen, Berufen oder Projekten eingeladen werden. Diese dürfen dann jeweils kurz und möglichst unterhaltsam über ihr Spezialgebiet berichten und anschließend dem Publikum Rede und Antwort stehen. Das ganze wird akustisch-musikalisch gerahmt und Ferdinand Seebacher vom Theater Heilbronn wird als Moderator durch den Abend führen. Anschließend besteht die Möglichkeit sich bei Musik und gemeinsamem Drink kennenzulernen, auszutauschen und etwas die Hüften schwingen zu lassen. Erwartet werden unter anderem Herbert Friesendorff, Chefmoderator beim Radio Ludwigsburg, Buchautor und Stotterer sowie Malte Schremmer, Gründer der Goldeimer Initiative unter dem Dach von viva con aqua. »Jeder Kann Was« am 28. März auf dem Gaffenberg - Beginn 20 Uhr – veranstaltet von achso! e.V.

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VERANSTALTUNGEN: MÄRZ 28. MÄRZ THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS SWR3 LIVE-LYRIX Bei den SWR3 Live-Lyrix erzählen die Schauspieler Alexandra Kamp und Ronald Spiess die Geschichten der Pop- und Rockmusik und schicken die Zuschauer auf eine Achterbahn der Gefühle. SWR3 Live-Lyrix-Mann und Moderator Ben Streubel hat zu allen Songs Geschichten parat und empfiehlt eine Krisenbewältigungs-Strategie, von der Singersongwriter Passenger in seinem Hit »Holes« erzählt: »Manchmal kann man nichts ändern und man hat keine Wahl und manchmal scheint es als würde man weniger gewinnen als verlieren - aber wir machen trotzdem weiter.« Musik und Geschichten zum Fühlen, zum Lachen, Schaudern, Staunen, und nachdenken – im neuen Programm der SWR3 Live Lyrix 2015. 28. MÄRZ MOBILAT CLUB, HEILBRONN WORTSPORT LOUNGE Der Wahnsinn hält Einzug in Heilbronn! Ab jetzt herrschen »Angst & Schrecken«. So heißt dein neues Lieblings-Soundsystem. Es besteht aus dem bundesweit bekannten Unruhestifter und Orsons-Mitglied Bartek. Der Apfelschnitzschneider hat seinen Band-Kumpel und nicht weniger unruhestiftenden Kollegen Kass dabei. Kass, der Irre mit der Bombe und dem schönen Haar, bedeutet unkontrollierte Eskalation. Wenn du KAAS auf deine Party lässt, halt besser deine Party fest! Zusammen mit Tua und Maeckes formen die beiden die Band »Die Orsons«. Als »Angst & Schrecken« zeigen sie dir die dunkle Seite von Las Vegas, den Koffer mit den Zaubermitteln immer im Gepäck. Die beiden Orsons-Member haben das Faxen- Machen perfektioniert und nehmen keine Gefangenen. Da aber mindestens eine Person bei einem Soundsystem auflegen können sollte, haben sich die zwei Gangster der Liebe die wunderschöne Tereza dazu geholt. Die bezaubernde Femme Fatal ballert Hits, als gäbe es kein Morgen, und das elegant wie sonst niemand. Außerdem reden wir hier von Rap! Denn allen Unkenrufen und Trap-Parties zum Trotz, spielen »Angst & Schrecken« Hip Hop! Aber natürlich gucken die drei gerne über den Tellerrand hinaus. Das neue Trio mit vier Fäusten. Die Schönen und das Biest. Alles hier. Los gehts! 1.Floor: Angst & Schrecken Soundsystem, Steve Unique; 2.Floor: Yardstyle Sound, Dready Tek 28. MÄRZ COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN GET SHORTIES LESEBÜHNE PRÄSENTIERT: RALF WELTEROTH Ralf Welteroth ist ein begnadeter Kurzgeschichtenautor, Lesebühnenpoet und Außnahmekabarettist. Seit mehr als zehn Jahren mit der Get Shorties Lesebühne erfolgreich, feierte er auch viel Bühnenerfolge und Auszeichnungen mit der berüchtigten kabarettistischen »Geschmackspolizei«. Nun ist er zum ersten Mal solo unterwegs in Heilbronn. Es gibt ein »Best of Programm aus zehn Jahren Lesebühne und Kabarett«. Umwerfend komische Kurzgeschichten, virtuos vorgetragen und so nah am echten Leben, dass man sich fremdschämen kann. Unbedingt hinkommen und zuhören. Ein einzigartiges Erlebnis, nicht nur für Lesebühnenfreunde. 30. MÄRZ COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN PERFORMANCE STEREOCILIA (UK) Stereocilia aka John Scott ist ein Komponist und Gitarrist aus Bristol (UK). Mit seiner Gitarre, analogen Synthesizern und einer Loop-Station kreiert er live atmosphärisch dichte und ausufernde Ambient-Klangschichten, die den Soundtrack zu einem selbst produzierten Film darstellen, der gleichzeitig im Hintergrund läuft. 30. MÄRZ VA SEMPRE MINI BAR ABY, HEILBRONN MONDAY JAM SESSION MIT CHERI LYN Wir starten eine neue Ära in Heilbronn. Gastronom Urgestein Aby und zahlreiche Profi- und Nachwuchsmusiker aus der Region laden zur Monday Jam Session ein. Jeder ist willkommen auf der Bühne nach Herz und Leidenschaft mit zu jammen. Direkt am schönen Neckarufer gelegen begeistert das Va Sempre seine Gäste mit einer außergewöhnlichen Atmosphäre. Genießt den Charme dieser Bar und lasst euch von großartigen Talenten und der Vielfalt der Musik verzaubern. Beginn 19 Uhr, Lothorstraße 2, Eintritt frei.

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DIE NÄCHSTE AUSGABE HANIX ERSCHEINT AM 31. MÄRZ 2015