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Kostenloses Mitnahme-Exemplar Titelthema: Job & Karriere AUDI-PERSONALCHEF THOMAS SIGI IM INTERVIEW Was man bei der Wahl des Arbeitgebers im Blick haben sollte DER INTENDANT DER KONSTANZER PHILHARMONIE LÄSST SICH IN HEILBRONN IN BUSINESS LAW SCHULEN Außerdem: Interview des Monats: Christine Strobl ZWEITES STANDBEIN: FALKEN-PROFI GÖDTEL KRE- DENZT SUSHI Nr. 41 Februar/März 2016 verkuppelt!

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Das Geheimnis des Erfolgs? Liegt in der Leidenschaft. Und im Anspruch, fortwährend mit Höchstleistung zu begeistern. Erleben Sie die Faszination Porsche bei uns im Porsche Zentrum Heilbronn. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel.: +49 7131 5034-200 Fax: +49 7131 5034-220 www.porsche-heilbronn.de Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 12,4–9,9 · außerorts 6,8–6,0 · kombiniert 8,9–7,4; CO 2 -Emissionen: 204–169 g/km

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LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, Hanix Nr. 41 im großstädtischen Dynamikranking hat Heilbronn den größten aller Sprünge nach vorne getan. Um 21 Plätze kletterte unsere Stadt bis aufs Treppchen. Platz drei. Das liegt vor allem auch an der guten Wirtschaftslage vor Ort. Zeitgleich mausert sich Heilbronn zur Wissens- und Bildungsstadt. Hier sollen junge Menschen in Zukunft vermehrt die Grundlagen für ihre berufliche Karriere setzen. Und möglichst auch ihren Job hier in der Region antreten. Dabei fällt vielen Unternehmen die Suche nach fähigen Mitarbeitern, trotz wirtschaftlichen Erfolges, nicht leicht. Nicht zwingend wollen die am Bildungscampus bestens ausgebildeten Absolventen auch in der Region in ihre Karriere starten. Unser Themenschwerpunkt diesmal: Job & Karriere. Im Interview erzählt Audi-Personalchef THOMAS SIGI, mit welcher Bewerberflut das Unternehmen konfrontiert ist und nach welchen Kriterien neue Mitarbeiter ausgewählt werden. Unser Abc erklärt, was man bei der Wahl des Arbeitgebers beachten sollte. BEAT FEHLMANN ist Intendant der Konstanzer Philharmonie. In Heilbronn bildet er sich an der GGS (German Graduate School of Management and Law) weiter. Neben seiner schon vorhandenen künstlerischen Kompetenz holt er sich auf dem Heilbronner Bildungscampus das notwendige betriebswirtschaftliche und juristische Rüstzeug für seinen Job im Kultursektor. Das Interview des Monats fand in Frankfurt am Main bei der Degeto Film GmbH statt. Auf dem Gelände des Hessischen Rundfunks trafen wir die Heilbronnerin CHRISTINE STROBL EDITORIAL zum Gespräch. Seit 2012 ist Strobl Geschäftsführerin der ARD-Tochter und verantwortet ein redaktionelles Budget von 160 Millionen Euro für ARD Filmund Serienproduktionen. Auch wir konnten uns dem Reiz nicht entziehen, sie nach ihrem Vater, Finanzminister Wolfgang Schäuble, und Ehemann, CDU-Bundesvize Thomas Strobl, zu fragen. Aber nur eine Frage. Gleich zu Beginn des Interviews. Wo wir sonst noch für diese Ausgabe waren: Im Charivari zur Taschenkontrolle bei ARMINÉ. In Erlenbach zum Rumballern für unser Abenteuer um die Ecke. Im Eisstadion um Sushi zu essen. In der Kreativwerkstatt zum Basteln. Im Libanon zum Brief an die Heimat schreiben. In ganz Heilbronn um die Architektur zu betrachten. Und an vielen, vielen weiteren Orten. Gute Unterhaltung mit diesem Heft! Die Hanix-Redaktion. MAKING OF Fotografiert hat Nico Kurth. Die Hände von Meli Dikta und Robert Mucha wurden von Stylistin Marianna Kurth in Szene gesetzt.

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Impressum VERLAG / HERAUSGEBER HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn USt.-ID: DE 271248199 Vertreten durch: Marcel Kantimm Robert Mucha CHEFREDAKTEUR Robert Mucha (V.i.S.d.P.) REDAKTION Friedemann Orths REDAKTIONELLE MITARBEITER Dr. Bernhard Stumpfhaus, Leonore Welzin, Brigitte Fritz-Kador, Matthias Marquart AUTOREN UND MITARBEITER Nicolai Köppel, Marc Thorwartl, Mares Baudewijns, Ralph Munz, Sibel Taylan, Thomas Aurich, Kazimir Gusdek, Oliver Maria Schmitt, Annette Geisler, Maria Maroge, Kathrin Fromm, Memo Filiz, Werner Schmidt ARTDIREKTION & LAYOUT Raimar Schurmann (www.raimarschurmann.de) FOTOGRAFEN UND ILLUSTRATORINNEN Meli Dikta (www.blickboutique.de) Memo Filiz (www.memografie.com) Ulla Kühnle (www.freiraum-photos.de) Nico Kurth (www.nicokurth-hochzeitsfotografie.de) Dietmar Strauß (www.dietmar-strauss.de) Kathrin Leisterer (www.nanovo.de) Lisa Maria Klotz (www.lisamariaklotz.de) STYLING Marianna Kurth LEKTORAT Friedemann Orths VERMARKTUNG & SALES Maike Endresz (verantw.) Gabriela Würfl-Sodo VERLAGSKOORDINATION / ADMINISTRATION / SOCIAL MEDIA Marcel Kantimm DRUCK Druckerei Ziegler GmbH & Co. KG Auwiesen 1 74924 Neckarbischofsheim VERTRIEB Auslage an ca. 1.000 Stellen im Großraum Heilbronn KONTAKTE info@hanix-magazin.de Maike Endresz: maike.endresz@hanix-magazin.de Marcel Kantimm: marcel.kantimm@hanix-magazin.de Robert Mucha: robert.mucha@hanix-magazin.de EIN HEFT ÜBER DIE ARBEIT SOWIE DIE ZEIT DAVOR DANACH Die Meinungsäußerungen in diesem Magazin liegen in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Autoren und geben nicht zwingend die Meinung des Verlages und der Redaktion wieder. COPYRIGHT 2016 Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Kein Teil dieses Magazins darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form, gleich welcher Art, reproduziert werden. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages strafbar. 6 Hin- & Weggucker Der Bildvergleich Diesmal: Gedenkminute für die Opfer von Paris vs. Beate Zschäpe 8 Stadt-, Land- und Metroleben Unsere Veranstaltungstipps für Februar und März 14 Streifzug durch die Region Diesmal mit IMAX, Flüchtlingsarbeit für Jugendliche & Tanz in Mannheim 16 Smalltalk Dinge, die Heilbronner nicht sagen, Thekenphilosophen & #ashtag #eilbronn 18 600 Sekunden KÖPPELS ZEHN MINUTEN HEILBRONN Mutprobe 20 Taschenkontrolle bei Arminé aus dem Charivari 22 Heilbronner Studis Karolin Gross mag Heilbronn und will trotzdem weg 23 Mein Lieblingsding HEILBRONNER ZEIGEN IHR LIEBSTES STÜCK Diesmal: Gastro-Allzweckwaffe Marcel Müller INHALT Hanix Nr. 41

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Hanix Nr. 41 24 Abenteuer um die Ecke Rumballern: Lasertag in Erlenbach 26 Politik & Gesellschaft Heilbronn durch die Augen von Architekten 30 Sport Falke Thomas Gödtel setzt auf ein zweites berufliches Standbein – Sushi 32 Kultur DIY in der Kreativwerkstatt & Großraumdichten 34 Wirtschaft Mit dem Hammer Jubelbrand wird eine Heilbronner Traditionsmarke wiederbelebt 36 Kunst Artist Special 38 Film Arthaus-Tipp »Truth« & Zoolander 2 HANIX NR. 41 42 Interview des Monats Christine Strobl Die mächtige ARD-Fernsehfrau über Gleichberechtigung, das Heimatgefühl in Heilbronn und eine Hanix-Serienidee 46 Titelthema Azubifilm, Abc für die Jobsuche, Audi-Personalchef Thomas Sigi im Interview, Intendant Beat Fehlmann bildet sich an der GGS weiter, Businesscoach und -speaker Stefanie Voss im Interview 61 Heilbronn – A Nice Place To Come From DIE OLIVER MARIA SCHMITT-KOLUMNE Arabertorte im Heilbronner Bernsteinzimmer 62 Brief an die Heimat Memo Filiz war im Libanon JOB & KARRIERE 67 Historischer Schuss Adolf Cluss, 1898 68 .jpg BILDERGALERIE U. a. Help Portrait 2015 72 Veranstaltungskalender Gute Termine für Februar und März 82 Tiere ab 18 Von Lisa Maria Klotz Diesmal: Die Latechse

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Hanix Nr. 41 MONTAG, 16. NOVEMBER 2015 12:00 UHR MARKTPLATZ, HEILBRONN Foto: Memo Filiz Die Heilbronner zeigten sich mit Frankreich, den Anschlagsopfern von Paris und deren Freunden und Angehörigen solidarisch und mitfühlend. In einer Schweigeminute am Montag nach den Attentaten versammelten sich Heilbronner Bürger um 12 Uhr auf dem Heilbronner Marktplatz direkt vor dem Café Liberté und gedachten der 130 Toten und 352 Verletzten. Die Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris waren koordinierte Attentate an fünf verschiedenen Orten im 10. und 11. Pariser Arrondissement sowie an drei Orten in der Vorstadt Saint-Denis. Zu den Anschlägen bekannte sich die terroristische Vereinigung »Islamischer Staat«. Die Angriffsserie am Freitagabend richtete sich gegen die Zuschauer eines Fußballspiels im Stade de France, gegen die Besucher eines Rockkonzerts im Bataclan-Theater sowie gegen die Gäste zahlreicher Bars, Cafés und Restaurants. Es handelte sich um mehrere Schusswaffenattentate, ein Massaker mit Geiselnahme sowie sechs Explosionen, die von Selbstmordattentätern mit Sprengstoffwesten ausgelöst wurden. Nach den Attentaten verhängte die Regierung Valls den Ausnahmezustand und rief eine dreitägige Staatstrauer aus. HINGUCKER

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MITTWOCH, 9. DEZEMBER 2015 9:44 UHR OBERLANDESGERICHT, MÜNCHEN Foto: Jörg Koch/Picture Alliance Vier Jahre nach ihrer Festnahme hat Beate Zschäpe endlich zu den Verbrechen des NSU ausgesagt. Auch zum Polizistenmord an Michèle Kiesewetter in Heilbronn. Dabei mutet das Tatmotiv für den Mord an der Polizistin und den Mordversuch an ihrem Kollegen auf der Heilbronner Theresienwiese grotesk an. Bei dem Anschlag auf zwei Polizisten in Heilbronn, bei dem die Beamtin Michèle Kiesewetter getötet wurde, sei es darum gegangen, an die Dienstwaffen der Polizisten zu gelangen. Für die Tat seien Mundlos und Böhnhardt verantwortlich. Die beiden seien mit ihren Pistolen unzufrieden gewesen und hätten Kiesewetter und auch ihren Kollegen deshalb töten wollen. Als sie im Nachhinein davon erfahren habe, sei sie fassungslos gewesen und habe auf die beiden Männer eingeschlagen. Böhnhardt und Mundlos seien davon ausgegangen, dass sie auch Kiesewetters Kollegen getötet hätten. Dieser überlebte aber schwer verletzt. Bisher war das Motiv für den Polizistenmord in Heilbronn unklar geblieben. Zschäpe bestreitet ihre Mitgliedschaft in der Terrorzelle, von den Morden habe sie erst hinterher erfahren. Beim betreten des Gerichtssaals begrüßt Beate Zschäpe kurz vor Verhandlungsbeginn lächelnd ihre Anwälte Hermann Borchert (l.) and Mathias Grasel (r.). Hanix Nr. 41 WEGGUCKER

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TIPPS FÜR HEILBRONN Clubbing 5. Februar 5 YEARS RIDERS ON THE STORM BIRTHDAY – CELEBRA- TION FEAT. SERUM U. V. M. Mobilat, Heilbronn Seit nun fünf Jahren hat die hiesige Trommel-und-Bass-Szene mit den Veranstaltungen von Riders On The Storm ein Zuhause. Und auch über die Stadtgrenzen hinaus hat sich der Heilbronner Veranstalter und DJ Ashley Aames einen Namen gemacht. Nun, zum großen Geburtstag kommt unter anderem Serum nach Heilbronn ins Mobilat. »Killer Booking« heißt es in der Szene. Wir gratulieren recht herzlich und wünschen wie immer derbste Feierstimmung und Laune. Happy Birthday, Riders! Ausstellung 7. Februar bis 29. Mai JOSEPH BEUYS UND ITALIEN Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn Als junger Soldat, für mehrere Monate in Foggia, Apulien, stationiert, hatte Joseph Beuys das Land erstmals kennen und lieben gelernt. »Italien ist wunderschön«, schrieb er 1943 begeistert an seine Eltern. Dort reifte auch sein Entschluss, eine Laufbahn als Künstler einzuschlagen. In der umfangreichen Ausstellung zeugen unter anderem die anlässlich der Erdbebenkatastrophe in Neapel entstandene Installation »Terremoto in Palazzo« (1981) sowie Zeichnungen, Objekte und Multiples aus verschiedenen Schaffensphasen von der vielschichtigen Verbundenheit des Künstlers zur Geschichte, Kultur und Landschaft des mediterranen Raums. Startup-Event 12. bis 14. Februar STARTUP WEEKEND FOOD HEILBRONN 2016 German Graduate School of Management and Law (GGS), Heilbronn Lust auf ein eigenes Food-Startup? Das Startup Weekend Food Heilbronn ist ein Event für alle Gründungsinteressierten, die innovative Geschäftsideen im Lebensmittel- und/oder Gastronomiebereich umsetzen möchten. Business-Spezialisten treffen auf Chefköche, Logistik-Profis auf Designer, Studis auf Arbeitnehmer. Was euch alle eint ist die Begeisterung für das Thema »Food« sowie der Wunsch, ein eigenes Startup aufzubauen. Neuer Kunst-Kaufladen Bis 31. März MULTIMONO POP-UP-STORE Hafenmarktpassage, Heilbronn Die Heilbronner Innenstadt wird um ein Laden-Highlight reicher. Wenn auch nur temporär. Das Projekt ist initiiert von Sandra Miassar (Complex23/multimono) und Philipp Kionka (Kreativzentrum Heilbronn). Das multimono in der Salzstraße soll als einzige Verkaufsfläche der Stadt für junge Kunst durch diese zeitlich begrenzte Innenstadtlage bekannter werden. Außerdem soll so gleichzeitig auch das Problem »Leerstand in der Innenstadt« angegangen werden. Der Hafenmarktpassage soll durch mehrere kleine Aktionen und ein bis zwei größeren Events pro Monat (Lesungen, Gitarrenkünstler, Espressobar mit DJs etc.) neues Leben eingehaucht werden. Und vielleicht taugt dieses begrüßenswerte Projekt auch dazu, nachgeahmt zu werden. Ladenflächenvermieter, ihr seid am Zug! Comedy 3. März REBELL-COMEDY – LIVE AUF TOUR! redblue, Heilbronn Die RebellComedians sind los! Bei Rebell- Comedy ist der Ton raus und das Publikum begeistert, wenn die Rebellen mit ihrer Stand-Up-Comedy auf die Bühne kommen. RebellComedy ist nämlich keine normale Mixshow, sondern ein Bühnenprogramm mit einem festen Ensemble von befreundeten Künstlern. Dabei erobern und begeistern sie das ganze Land mit ehrlichem und frischem aber auch schroffem Humor, wodurch RebellComedy zur mittlerweile wichtigsten und vor allem authentischsten Bühne für die neue Generation an Comedians geworden ist. Zur RebellComedy-Familie gehören unter anderem die grandiosen Stand-Up-Comedians Benaissa, Ususmango, Pu, Hany Siam, Özcan Cosar, Alain Frei, Enissa Amani und der fantastische Moderator Khalid Bounouar. Konzert 23. März WKO HEILBRONN – 7. HEILBRONNER KONZERT GÁBOR BOLDOCZKI, TROMPETE Harmonie, Heilbronn Keine Frage – Festlichkeit verspricht der gleißende Trompetenklang in Händels »Ankunft der Königin von Saba«. Der Hof wird hier aber nicht der biblischen Herrscherin gemacht, sondern einem neuen König auf dem Trompetenthron: Gábor Boldoczki. Der in Ungarn aufgewachsene Musiker ist mit seinem Trompetenspiel die Ausnahmeerscheinung seiner Generation. Dem zweimaligen ECHO Klassik-Preisträger gelang der internationale Durchbruch als Gewinner des bedeutenden Musikwettbewerbs der ARD in München. STADTLEBEN Hanix Nr. 41

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Für Existenzgründer, Kreative und IT-Freaks – die Innovationsfabrik Heilbronn Bald auch mit attraktivem Co-Working-Angebot! Kontakt: Bernd Billek, Tel. 07131 6257-46 bernd.billek@stadtsiedlung.de www.innovationsfabrik.de

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DIE TIPPS FÜR REGION Gesprächsrunde 3. Februar HEILBRONNER ARCHITEKTURGESPRÄCHE: THOMAS KRÖGER Deutsches Zweirad- und NSU-Museum, Neckarsulm 2016 sind die Köpfe von fünf Architekturbüros bei den Heilbronner Architekturgesprächen zu Gast und berichten, wie unsere gebaute Umwelt in den Köpfen entsteht und deren Architektur gemeinsam im Team realisiert wird. Los geht es am 3. Februar um 19 Uhr in Neckarsulm mit Thomas Kröger aus Berlin. Er macht mit ebenso einfachen wie kraftvollen Häusern in der Uckermark auf sich aufmerksam. Er gründete sein Büro 2001 in Berlin im Anschluss an die Mitarbeit bei Norman Foster, London und Max Dudler, Berlin. Seither bearbeiten er und sein Team Projekte, die Privathäuser, Kunstgalerien, sowie Büro- und Museumsbauten umfassen. Thomas Kröger unterrichtete in Boston und hatte zuletzt eine Gastprofessur an der Hochschule für Technik in Stuttgart inne. Konzert 18. Februar THE UKULELE ORCHESTRA OF GREAT BRITAIN – 30 PLUCKING YEARS Forum am Schlosspark, Ludwigsburg Frech, hochmusikalisch, komisch und überraschend: So sind die Konzerte dieses ganz und gar nicht klassischen Orchesters. Bei Werken von Händel über Schubert bis Tschaikowskij schlagen die acht Instrumental-Anarchisten von der Insel mit ihren »Bonsai-Gitarren« gänzlich neue Töne an und sorgen für mit Fußstampfen befeuerte Begeisterungsstürme. Mit britischem Humor, Witz und spleenigen Experimenten interpretieren sie auch Meilensteine des Rock ’n’ Roll, Punk und Jazz, von Kate Bush über Nirvana und The Sex Pistols bis zu den Talking Heads. Die Saitenvirtuosen beweisen unwiderstehlich, dass jedes Musikstück dieser Welt es wert ist, auf der Ukulele neu interpretiert zu werden. Kabarett 19. Februar TIMO WOPP – MORAL: EINE LAUNE DER NATUR Brauhaus, Neckarsulm Du kannst entweder arbeiten oder reich werden. Du kannst entweder Feminist sein oder eine glückliche Ehe führen. Und du kannst homophob sein und trotzdem nicht unangenehm auffallen. Darf man alles so nicht sagen?! Macht Timo Wopp aber! Und wenn seine Zuschauer das nicht hören wollen, dann jongliert er eben. Ätsch! Über moralisch einwandfreies Verhalten gibt es schon längst keinen Konsens mehr. Gendermainstreaming, Cannabisfreigabe, Volksentscheide, Atheismus, Tierrechte, Regeln, Bildung, Freiheit, Körperpflege, Toleranz, Demokratie, alles fein, aber eben doch nur Launen der Kultur. Hast du Bock, mal wieder richtig schön abzulachen und das nach Möglichkeit über Humor für Erwachsene? Dann komm in diese Show! Kindertheater 24. Februar PIPPI LANGSTRUMPF – NACH ASTRID LINDGREN (AB 4 JAHREN) Bürgerzentrum, Brackenheim Pippi Langstrumpf zieht nach langer Seefahrt mit ihrem Pferd und ihrem Affen Herr Nilsson in die Villa Kunterbunt ein. Darüber freuen sich die braven Geschwister Annika und Thomas, denn Pippi ist superstark, herrlich unerzogen und lügt ganz wundervoll. Pippis Mutter ist gestorben, als sie noch ganz klein war und ihr Vater, ein Seeräuber, auf See verschollen, doch Pippi glaubt ganz fest daran, dass er noch lebt. Durch ihr ungewöhnliches Verhalten verblüfft sie alle Erwachsenen. Ein turbulentes Theaterstück, in dem die kleinen Zuschauer erleben, wie nah Lachen und Weinen, Glück und Sehnsucht beieinanderliegen. Comedy 15. März HENNES BENDER – KLEIN/LAUT kulturA, Öhringen Hennes Bender ist weder übertrieben groß noch sonderlich leise. Deswegen trägt seine neueste Show auch den treffenden Titel »Klein/Laut«! Damit jeder weiß: Da vorne steht nicht etwa ein hochgewachsener, stiller Mann, sondern der Comedy-Hobbit der deutschen Bühnen, stets auf 180 und immer kurz vorm Explodieren. Bender braucht keine Pyro-Show – er ist selber eine. Er ist klein. Und laut. Ein kurzer Kracher, der lange nachhallt. LANDLEBEN Hanix Nr. 41

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Joseph BeUYs Und ItalIen KUNSTHALLE VOGELMANN >> 7.2.–29.5.16 Di–So 11-17 Uhr, Do 11-19 Uhr www.museen-heilbronn.de Joseph Beuys, Covertitel, MADE IN n. 5 - December 1971, Modern Art Agency, 1971, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016 (Foto: Giancarlo Pancaldi) Hanix Nr. 40 Kapitel

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DIE TIPPS FÜR S, MA, HD & KA Konzert 11. Februar HELGE SCHNEIDER – »LASS KNACKEN OPPA!« Schwarzwaldhalle, Karlsruhe Eigentlich wollte sich Helge Schneider 2014 zur Ruhe setzen und in die wohlverdiente Rente gehen. Was er auch tat, und zwar nach eigener Aussage in der Sierra Nevada, wo er in einem Zelt zusammen mit seinem Miniaturflügel dem rauen spanischen Klima trotzte. Bis er eines Tages sein eigenes Spiegelbild in einem Schaufenster sah und sich sagte: »Nein, ich möchte wieder arbeiten! Für die Rente bin ich doch noch viel zu jung!« Gesagt, getan, also geht Helge wieder auf Tour. Mit einem Flügel in »Normalgröße« seiner 30 Jahre alten Perücke und seinem neuen Programm »LASS KnACKEN OPPA!« Messe 18. – 20. Februar JOBS FOR FUTURE: DIE MESSE FÜR ARBEITSPLÄTZE, AUS- UND WEITERBILDUNG Maimarktgelände, Mannheim Seit 2001 findet jährlich die Jobs for Future, die größte Messe für Aus- und Weiterbildung in Süddeutschland, statt. Über 300 Aussteller verschiedenster Branchen, seien es Unternehmen, Schulen und Universitäten, Kammern und Verbände oder Coaching-Spezialisten, präsentieren sich auf dem Maimarktgelände in Mannheim. So werden alle Themen, die mit dem Berufsleben zu tun haben, abgedeckt, und der Besucher kann sich vor Ort aus erster Hand direkt informieren. Egal ob Student, Azubi oder Schüler, die Messe bietet für jeden Interessierten ausreichend Informationen. Der Eintritt ist frei. Lesung 24. Februar KATRIN BAUERFEIND – »HINTEN SIND REZEPTE DRIN!« Wagenhallen, Stuttgart Bekannt wurde Katrin Bauerfeind vor allem als Moderatorin des »ersten ruckelfreien deutschen Internetfernsehens ›Ehrensenf‹« und durch ihre spätere Rolle als »Teilzeitfrau« bei Harald Schmitt in dessen ARD- Late-Night-Show. Auch Hanix gab sie vor ein paar Jahren schon ein Interview. Ihr erstes Buch »Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag« war über ein Jahr lang in den Bestsellerlisten unter den Top 10, es verkaufte sich über 100.000 Mal. Jetzt hat Katrin Bauerfeind ihr zweites Buch mit dem Titel »Hinten sind Rezepte drin!« geschrieben und geht auf Lesetour. Dabei wird sie illustren Fragen wie »Kann ich emanzipiert sein und trotzdem ohne Unterwäsche in die Stadt? Bin ich schon eine moderne Frau, nur weil ich nicht kochen kann? Kriege ich in einer Beziehung auch Treuepunkte?« nachgehen. Konzert 10. März VEGA & BOSCA – »ALTE LIEBE ROSTET NICHT«-TOUR 2016 Alte Feuerwache, Mannheim Vega verdiente sich seine ersten Sporen im Rapgeschäft im Internet, wo er 2005 seine ersten Lieder und ein Mixtape veröffentlichte. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und seit 2009 hat der Frankfurter fünf Soloalben veröffentlicht, von denen sein neuestes, »Kaos«, im Januar 2015 Platz 1 der deutschen Charts belegte. Jetzt geht Vega gemeinsam mit seinem Kollegen Bosca auf Deutschland-Tour. Die beiden lernten sich durch ihre gemeinsame Leidenschaft zum Fußball kennen und schätzen und gründeten zusammen das Label »Freunde von Niemand«. Bosca selbst veröffentlichte bereits zwei Alben, in denen er sich zumeist thematisch mit Gesellschaftsproblemen, Politik und Zeitgeschehen auseinandersetzt. Nun veröffentlichen die beiden Rap-Partner erstmals ein gemeinsames Album das den Namen »Alte Liebe rostet nicht« trägt und gehen auf gleichnamige Tour. Konzert 20. März CÄTHE – »VAGABUND – TOUR 2016« Halle 02, Heidelberg 2015 hat die deutsche Sängerin und Songwriterin Cäthe ihr drittes Studioalbum veröffentlicht. Auf »Vagabund« gibt es weniger rockige als doch eher intime, melodische Stücke der Musikerin zu hören. Für Cäthe ist das Album eine Herzangelegenheit, ein intimer Blick auf die Momentaufnahmen des Lebens. Eigentlich war die große Tournee zum Album schon letztes Jahr geplant, allerdings wurde die 32-jährige durch einen Virus ans Bett gefesselt – jetzt aber ist sie mit neuem Elan zurück und hat ihren Tourplan sogar noch um ein paar Städte erweitert. METROLEBEN Hanix Nr. 41

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www.crossmediaexperts.de WAS UNS VON ANDEREN UNTERSCHEIDET? WIR NEHMEN UNS ZEIT FÜR SIE!

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MANNHEIMER BALLETT-CHEFS O’DAY UND DUMAIS SAGEN: »FAREWELL!« KEVIN O’DAY, Ballettintendant des Nationaltheaters Mannheim (NTM) und seine Stellvertreterin Dominique Dumais werden Ende der Spielzeit 2015/16 das Haus am Goetheplatz verlassen. Von Leonore Welzin Womit beendet man eine 14-jährige Schaffensperiode? Wie reflektiert man das Repertoire innerhalb eines Abends? Was zeigt man, wenn der letzte Vorhang fällt? Das fragen sich die Choreografen Kevin O’Day und seine Stellvertreterin Dominique Dumais, deren mehrteilige Ballettabende, Handlungsballette und zahlreiche Ensemblestücke mit Livemusik das Publikum begeistert haben. Zum Abschied gibt’s ein »Farewell!«, das ihre 41 Stücke umfassende Mannheimer Ära widerspiegelt. Premiere ist Samstag, 6. Februar 2016 um 19:30 Uhr im NTM. »Dance me to the end of love« – mit dem Cohen-Song verabschiedet sich Dominique Dumais. Sie präsentiert das Ensemble mit Ausschnitten aus »Chansons«, einer Choreografie, die zwischen individuellen Erkundungen und homogener Einheit changiert. Zuvor taucht sie mit »Tracing Isadora« in die Tanzgeschichte, würdigt die Avantgarde des 20. Jahrhunderts und ihre Vorreiterin Isadora Duncan. Beide Stücke sind exemplarisch für Themen, mit denen sich die Choreografin dauerhaft beschäftigt: Die Liebe zum Leben, das durch seine Flüchtigkeit noch wertvoller und schöner wird, und die Liebe zum Tanz, die Künstler und Publikum zusammenschweißt. Kevin O’Day hat für den Abschiedsabend zwei gegensätzliche Stücke gewählt. Um Begegnung und Entfremdung geht es im gefühlvollen Pas de deux »We will …«. Impulsiv und vital geht es im Jubiläumsstück »I’m with the band« zu: Laut und energiegeladen interagiert das Ensemble mit zehn Musikern auf der Bühne. Hier wird sowohl die Verbundenheit des Theaters mit der Quadrate-Stadt deutlich, als auch das künstlerische Konzept des Ballettintendanten gefeiert: Er plädiert für Tanz und Musik als gleichberechtigte Künste. Ein Ansatz, der in der Szene der UNESCO-City of Music ganz und gar nicht selbstverständlich ist. ◆ © Presse IMAX 3D LASER 4K Digitale Lasertechnik auf Deutschlands größter IMAX-Leinwand im Auto & Technik Museum Sinsheim. Vor 20 Jahren schuf das Auto & Technik Museum Sinsheim mit dem IMAX-Filmtheater ein in Deutschland einzigartiges Filmerlebnis. Niemals zuvor konnten 3D-Filme in einer auch nur annähernd vergleichbaren Qualität auf einer überdimensionalen Leinwand bewundert werden. Über fünf Millionen Besucher haben sich seither in Sinsheim von einem IMAX Film verzaubern lassen. Jetzt schreibt das IMAX 3D Sinsheim erneut Kinogeschichte, denn ab März 2016 präsentiert das IMAX 3D Sinsheim als eines der ersten Kinos weltweit die brandneue und revolutionäre IMAX-4k-Lasertechnik. Das Kernstück der neuen Technik sind zwei riesige Laser-Projektoren, die sowohl 2D- als auch 3D-Filme in digitaler 4k-Qualität auf eine haushohe, 27 x 22 Meter große, Leinwand projizieren. Was diese Zahlen bedeuten, kann nur ermessen, wer einmal einen IMAX-Film auf einer solchen Leinwand gesehen hat. Mit dem bahnbrechenden dualen 4K-Laser-Projektionssystem von IMAX werden dem Publikum die schärfsten, hellsten und klarsten Digitalbilder aller Zeiten geboten. Trotz der gigantischen Bildgröße wird durch die Lasertechnik eine Brillanz und Bildschärfe erreicht, die weit über die klassische Filmtechnik hinausgeht. Das System wurde von Grund auf neu entwickelt und beinhaltet neben der revolutionären Laser-Projektionseinheit eine Reihe von neuen, eigenentwickelten IMAX-Technologien, um dem Publikum ein absolut atemberaubendes Erlebnis zu bieten. Zum Ereignis für alle Sinne wird das IMAX-Erlebnis durch das ebenfalls komplett neue 12-Kanal-Raumklang Tonsystem mit Sub-Bass, das die Filmhandlung körperlich spürbar macht. Das neue System liefert noch mehr Power und Präzision als die bisherige Anlage und sorgt für ein ultimatives Sounderlebnis. Die haushohe Lautsprecheranlage wurde von sechs Kanälen plus Sub-Bass auf zwölf Kanäle erweitert und bietet sowohl zwei zusätzliche Seitenlautsprecher als auch vier neue Deckenlautsprecher. Dadurch ist es möglich, den Filmsound an jeder beliebigen Position im Saal optimal zu positionieren. Auf diese Weise wird für jeden Besucher im gesamten Theatersaal ein optimales Hörerlebnis erreicht. Dank der mit Laser ausgerichteten Lautsprecher, einer täglich durchgeführten Kalibrierung und nicht komprimierten Soundtracks, die spezifisch für IMAX neu gemastert werden, erreicht auch das Audioerlebnis im IMAX 3D Laser 4k Kino eine neue Dimension. Ab März 2016 können die exklusiven IMAX-Dokumentationen und voraussichtlich auch ausgewählte Hollywood- Blockbuster-Filme in der neuen digitalen 4k-Laser-Qualität in Sinsheim bewundert werden. ◆ STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION © Presse Hanix Nr. 41

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Hanix Nr. 41 »DIE ARBEIT MIT JUGENDLICHEN FLÜCHTLINGEN WAR RICHTIG SCHÖN« Die Heilbronner Jugendgemeinderätin ISABELL STEIDEL absolviert aktuell ihr FSJ und arbeitet an einem Projekt, das Begegnungen zwischen einheimischen Jugendlichen und jugendlichen Zuwanderern und Flüchtlingen ermöglichen soll. Von Friedemann Orths Hanix: Isabell, du machst gerade dein Freiwilliges Soziales Jahr beim Diakonischen Werk Heilbronn in der Abteilung Migration und Flüchtlinge und bist dort beim Flüchtlingspatenschaftsprojekt tätig. Um was geht es bei diesem Projekt? Isabell Steidel: Das Projekt soll einen Rahmen bieten, in dem sich jugendliche Einheimische und jugendliche Zuwanderer und Flüchtlinge in Heilbronn begegnen. Es gibt verschiedene Interessensgruppen, in denen allerlei Aktivitäten angeboten werden und die Jugendlichen somit gemeinsam ihren Hobbys nachgehen können. Ziel ist es, dass dadurch Patenschaften bzw. Freundschaften entstehen. Wie kamst du auf die Idee, zu helfen? Dafür gibt es verschiedene Gründe. Als Gaffenberg-Tante hatte ich letztes Jahr auch Flüchtlingskinder in meiner Gruppe und wir hatten viel Spaß zusammen, obwohl sie kaum ein Wort Deutsch konnten. Außerdem beschäftigten wir uns im Jugendgemeinderat auch mit dem Thema und veranstalteten im Sommer zusammen mit dem Diakonischen Werk Heilbronn im Wertwiesenpark ein Fest für Flüchtlinge. Es war richtig schön. Das Fußballspielen, das wir dort angefangen haben, wird immer noch fortgeführt. Damit war für mich klar, dass ich mich in der Flüchtlingshilfe engagieren will und deshalb habe ich mich für dieses Freiwillige Soziale Jahr in der Abteilung Migration und Flüchtlinge des Diakonischen Werks Heilbronn beworben. © Memo Filiz Welche Aktivitäten bietet ihr für die jugendlichen Flüchtlinge und MigrantInnen an? Zurzeit bieten wir die Aktivitäten Hockey, Malen, Sport (allgemein), Kochen, Frauenfußball, Handball und eine internationale Band an. Allerdings befinden sich einige dieser Angebote noch in den Startlöchern. Das heißt: Wer noch Interesse hat, kann sich gerne bei mir unter Isabell.Steidel@diakonie-heilbronn.de melden! Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen, wenn man sich bei dem Projekt engagieren möchte? Offenheit, Toleranz, Motivation, Interesse an anderen Menschen und Kulturen und natürlich etwas Zeit. Man sollte zwischen 16 und 25 Jahren alt sein. Gibt es aus deiner Sicht noch andere Bereiche, in denen die Stadt noch einen Nachholbedarf in der Flüchtlingsproblematik hat? Oder ist Heilbronn dort vorbildlich? Wie siehst du das aus deiner Position? Ich finde, hier in Heilbronn sind wir gut aufgestellt. Die Verantwortlichen der Stadt bemühen sich sehr und sind mit vollem Engagement dabei. Als Jugendgemeinderätin bekomme ich genügend mit, um das mit Überzeugung sagen zu können. Der Stadt Heilbronn ist es wichtig, die Menschen nicht nur in Gebäuden unterzubringen, sondern auch eine Willkommenskultur zu schaffen. Deswegen wurde die ARGE Flüchtlingsarbeit ins Leben gerufen, die die Arbeit mit Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit koordiniert. Mit dem Projekt haben wir also nicht Versäumnisse der Stadt kompensiert, sondern haben einfach auf die Situation reagiert. Ich sehe da keinen großen Nachholbedarf. Mittelfristig ist es meiner Meinung nach jedoch sehr wichtig, dass die Stadt sich bemüht, bezahlbaren Wohnraum für Einkommensschwache und natürlich auch für Flüchtlinge zu schaffen. ◆ Unsere Vision: allen Kindern und Jugendlichen bestmögliche Bildungschancen zu geben. Bildung ist der wichtigste Rohstoff unserer Zukunft. Mit einem zielorientierten und vorausschauenden Bildungsangebot werden bessere Bildungschancen ermöglicht. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollen diese Chancen wahrnehmen können. Mit der Eröffnung des neuen Gebäudes und den damit verbundenen Möglichkeiten, sind wir unserer Vision wieder einen Schritt näher gekommen! Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken gemeinnützige GmbH Bildungscampus 7 · 74076 Heilbronn Telefon 07131 39097- 0 · Fax 07131 39097-399 www.aim-akademie.org · info@aim-akademie.org

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Dinge, die Heilbronner nicht sagen »Seit Ernst Rupp weg ist, läuft es bei den Falken.« THEKENPHILOSOPHEN In jeder Ausgabe stellen wir unseren vier Thekenphilosophen eine knifflige Frage aus dem Leben. Das Szenario: Der Gast sitzt an der Theke, weiß nicht weiter und fragt den Wirt nach dem richtungsweisenden Ratschlag. Unser Thekenszenario diesmal: Der Lebensabschnittsgefährte unseres fiktiven Stammgastes hat das Handy bei unserem Gast vergessen. Soll unser Stammgast das Handy seines Liebsten durchstöbern oder nicht? Protokoll: Friedemann Orths Fotos: Ulla Kühnle Ralph Munz, u. a. The Rooms Club Wenn du dir deiner Liebe sicher bist, dann erübrigt sich diese Frage. Wenn nicht, macht dich das Spionieren sicher nicht glücklich. Gleichgültig welche Art von Nachrichten du lesen wirst. Sibel Taylan, Data 77112 Das kommt ganz darauf an, wie groß und stark man ist. Oder nicht?! Die Wahrheit sucht sich immer ihren Weg. Aber hey … die Liebe ist Siegerin! Mares Baudewijns, Eckstein Abgesehen davon, dass ja jedes Smartphone einen Code benötigt, gilt auch hier totale Privatsphäre – Finger weg! Wir sind hier doch nicht bei der NSA. Thomas Aurich, u. a. Winterdorf Nein, auf keinen Fall. Das sollte man nie machen, da sich so etwas nicht gehört. Denn wie heißt es so schön in einem Sprichwort: »Der Lauscher an der Wand hört die eigene Schand’!« SMALLTALK Hanix Nr. 41

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#ASHTAG #EILBRONN Unsere Social-Media-Rückschau zu Heilbronn. Mal spannend und unterhaltsam, oft langweilig und öde. Wir schlagen uns für euch durchs Heilbronner Twitterund Facebook-Dickicht und scrollen auch da, wo es wehtut. Youtuber in Heilbronn – Wegen Krankheit verschoben Da guckten wir nicht schlecht. Jetzt haben die Superstars der Neuzeit – pubertierende Youtuber – unsere Stadt für sich entdeckt. @BenjiYoutuber kündigte am 27. Dezember per Tweet an, dass sich eine ganze Youtuber-Gang in Heilbronn zum Drehen verabredet hat. Aber ist @BenjiYoutuber wirklich ein Superstar mit einer digitalen Reichweite, die alle deutschen Tageszeitungen zusammen alt aussehen lässt? 109 Follower auf Twitter (Stand 5. Januar 2016), 8.575 Abonnenten auf Youtube (Stand 5. Januar 2016) sprechen eine ernüchternde Sprache. @BenjiYoutuber ist nur Youtuber-Y-Prominenz. Der Dreh musste krankheitsbedingt abgesagt werden. Enttäuschend. Die Seele der Blumen Da staunten wir ebenfalls nicht schlecht. Ein Verlag mit dem Namen unserer Stadt bringt Bücher für Menschen auf dem inneren Pfad heraus. Der Klappentext des neuesten Werks lässt uns aufhorchen: »Die Seele der Blumen – Die Blumen singen ihr Lied und diese Klänge haben die Kraft, uns zu verwandeln […] Nach einer Phase von Wachstum kommt eine Zeit des Blühens, worin andere universale Gesetze gelten. Wir Menschen sind aufgefordert, eine neue Phase einzuläuten. Blumen können uns dabei den Weg zeigen, weil sie immer schon wussten wie das geht.« Etwas Schade, dass der Verlag gar nicht von hier kommt, sondern aus Weinstadt. Infos zum Blumenbuch: Verlag Heilbronn, 2015, Softcover, 21 x 21 cm, 500g, 228 Seiten; ISBN: 978-3-936246-13-1. Liegt unsere Zukunft eigentlich auf der Straße? Wir schaffen Verbindungen und sind Ihr Wegbereiter. Parkfläche mit Stromtankstelle Auch. Und die erneuerbaren Energien verändern unsere Infrastruktur. Wir bauen maßgeschneiderte Lösungen, als Ihr Wegbereiter für die Mobilität der Zukunft. Schneider Bau GmbH & Co. KG 74074 Heilbronn · Hans-Rießer-Straße 18 Telefon 0 71 31 / 94 43 - 0 www.IhrWegbereiter.de http://www.facebook.com/IhrWegbereiter

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Nicolai Köppel findet Heilbronn eigentlich nicht allzu gruselig. Aber er macht auch mal eine Ausnahme. Von Nicolai Köppel Foto: Ulla Kühnle MUTPROBE Ruft mich mein Kumpel T. an. Ihm ist langweilig. Das finde ich spannend. Eben war mir nämlich auch noch langweilig gewesen, aber dann rief ja mein Kumpel T. an und zack war’s vorbei mit der Langeweile. Ich schlage Kumpel T. vor, er solle sich doch von jemandem anrufen lassen, das hilft gegen Langeweile, weiß ich aus eigener Erfahrung. Er sagt, nein, lieber was unternehmen. Und ich so: okay. Wo fahren wir hin? Nirgendwohin, sagt er, von dir aus können wir laufen. Da Kumpel T. ursprünglich aus Lauffen kommt, verstehe ich ihn falsch und sage, das sei mir zu weit, und was wir denn da wollen könnten – einfach irgendwohin und dort das mitgebrachte Bier trinken, dafür bin ich zu erwachsen, und es ist zu kalt draußen und ich hab meinen letzten Sechserträger neulich am Wartberg vergessen. Da sagt Kumpel T.: Lerchenberg, und ich denke an die ZDF-Serie, die von einem ehemaligen Kommilitonen von mir mitgeschrieben wird und sage, weil mir das Bild von Roberto Blanco, das der Kommilitone neulich in dem Zusammenhang gepostet hat, in den Kopf kommt: »Ein bisschen Spaß muss sein«, und Kumpel T. sagt »Genau«, und wir verabreden uns für den frühen Nachmittag bei mir. Und dann realisiere ich nach dem Auflegen, dass ich keine Ahnung habe, was hier vorgeht, und dass Kumpel T. auch keine Ahnung haben kann, was ich jetzt denke. Das sind hervorragende Voraussetzungen, finde ich, denn jetzt ist uns beiden nicht mehr langweilig. Von mir aus kann man laufen. Wir parken in der Nähe des hinteren Friedhofseingangs und stehen unvermutet bald auf Schienen. Dicke Stahlschwellen mit Walzzeichen von 1925 bis 1933 in einem Abstand, der es uns unmöglich macht, nicht auch mal mit dem Schuh in nassem Laub zu versinken. Das ist aber unbequem. So kommt man in eine stolpernde Schrittfolge und eine komische Stimmung: will der Tunnel, dessen Eingang sich da am Ende der sichtbaren Schienen abzeichnet, gar nicht betreten werden? Sollten wir uns gewarnt fühlen? Der Lerchenbergtunnel ist als Teil der Bottwartalbahn seit 1966 nicht mehr mit Personenverkehr befahren worden, Rübenbahn hat man die Strecke genannt, wegen der Zuckerfabrik in Heilbronn, Entenmörder hieß sie auch, weil … naja, weil es den zahlreichen Enten am Gleisrand nicht so gut bekam, wenn man über sie drüberfuhr. Gruselig. Nicht die Enten oder der Gedanke an 378 poltergeistige Entenseelen, die keine Ruhe finden und irgendwie rachsüchtig drauf sind, sondern die gesprayte Schrift in der Nähe des Tunneleingangs »Death inside«, über deren angebliche Existenz mich Kumpel T. jetzt aufklärt. Knappe 400 Meter, eine leichte Rechtskurve, was bedeutet, dass man eine Weile lang komplett im Dunkeln steht. Aber Kumpel T. hat eine Taschenlampe dabei. Nur eine. Wir betreten den Tunnel. Alle 50 Meter eine Nische, in der theoretisch jemand stehen könnte, ein Wahnsinniger, ein Übeltäter, ein Mordbube oder ein (man will ja das gender mainstreaming auch mitmachen) vielleicht eine Furie. Die Schwellen sind jetzt aus Holz. Hier drin regnet es ja nie. Es tropft nur von der Decke. Nachdem ich Kumpel T. mehrmals auf Kleinigkeiten hingewiesen habe, die sein Taschenlampenkegel erfasst, verbietet er mir, Sätze mit »Achtung«, »Vorsicht« oder »Oh mein Gott« zu beginnen. Hat er auch Angst? Ich habe Angst, ihn zu fragen. Wo war nochmal »Death inside«? Sind wir schon vorbei? Sollen wir zurückgehen und gucken? Nützt das jetzt noch was? Es hallt hier drin. Ein bisschen klingt es wie der immer mit reichlich Pre-Delay ausgestattete John Lennon, wenn man hier singt. Tontechniker könnten das erklären oder zumindest erklären, dass das so nicht stimmt. Auf einmal, wir sind in der Mitte des Tunnels und sehen kein Licht mehr, als Kumpel T. die Taschenlampe ausknipst, um diesen seltenen Moment natürlicher Stockfinsternis zu genießen – hören wir Stimmen! Kinderstimmen! Es ist wie bei Stephen Kings Es, dem großen Horrorjugendroman, wenn der böse Clown Pennywise einen der Protagonisten in die Kanalisation zu locken versucht. Da giggeln auch Kinderstimmen im Hintergrund: »Wir sind viele hier, komm doch zu uns …« Kumpel T. hat das Buch nicht gelesen und ist fein raus. Ich habe das Buch gelesen und bin wieder mittendrin. Wenn jetzt ein Luftballon angeschwebt kommt, kriege ich einen Schreikrampf. Da! Schon wieder eine Nische! Aber weil man auf dem ständigen Holzschwelle-Steine-Holzschwelle-Steine- Zeug nicht gut stehenbleiben kann, gehen wir weiter, und siehe da: da kommt der Ausgang in Sicht, und da sind drei Jungs, die irgendwie spielen oder so was. Wieder Stephen King, aber eher so Stand-by-me-mäßig, mit Baumhausbau und … Leichen in der Nähe von Eisenbahnschienen! Dass ich aber auch keine besseren Assoziationen hinkriege. Als wir raus sind (die Jungs grüßen uns höflich und ignorieren uns dann, sie hauen lieber mit einem beinlangen Ast auf ein verbeultes Hofbräu-Fässchen ein und wirken zufrieden), wird uns klar, dass wir an diesem Ende nicht herausklettern können. Zu matschig, zu steil und außerdem brombeerig zugewuchert. Wir müssen also zurück. Sechs Nischen, John-Lennon-Kinderlachen im Hintergrund, es tropft von der Decke, man stolpert die ganze Zeit, das ist ja witzig – und schon sind wir wieder am Friedhofseingang. Beim nächsten Mal nehmen wir jemanden mit, der hier noch nie war. Aber kein Bier, dafür sind wir zu erwachsen. Glühwein wäre ganz gut. Ein bisschen Spaß muss sein. ◆ Nicolai Köppel denkt sich diese Kolumne »600 Sekunden« nicht aus, sondern lässt sie jedesmal extra passieren. Mehr gibt’s hier: www.nicolaikoeppel.de 600 SEKUNDEN Hanix Nr. 41

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Spenden Sie für kranke Kinder in der Region! Familienhilfe zuhause Erfüllung von Träumen Besuchsdienst und Vorlesepaten www.grosse-hilfe.de Patienten- und Familienbegleitung Kunst-, Musik- und Reittherapie Finanzielle Hilfe Verbindung zur Schule LeuchtturmKinderonkologie Kindgerechte Krebsbehandlung Einfühlsame Freude Betreuung von Geschwistern Gestaltung: www.hettenbach.de Spendenkonten: Kreissparkasse Heilbronn IBAN: DE 84 6205 0000 0000 0074 43 BIC: HEISDE66XXX Volksbank Heilbronn IBAN: DE13 6209 0100 0390 3900 03 BIC: GENODES1VHN

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ARMINÉS Tascheninhalt ist eine Symbiose aus Orient und Okzident. Durch den armenischen Gebetszettel und Talisman aus Tel Aviv fühlt sie sich beschützt. Sie mag Geschichtsträchtiges, in Gegenständen und ihrer Herkunft. Heimatlich verbunden ist sie mit ihrer Geburtsstadt Heilbronn. Dort ist ihre Familie in der Nähe und das Charivari. Von Maria Maroge, Fotos: Meli Dikta Arminé reist durch Raum und Zeit Wohin die Reise auch führt, Arminé folgt stets ihrem Herzen. Das führte die 36-Jährige bereits zur Schulzeit 1999 ins Charivari. Sie jobbte nebenher in der Heilbronner Bar, während sie ihr Abitur machte. Anschließend lernte sie Fremdsprachen-Sekretärin. Später studierte sie in Giessen Marketing und Französisch. Die Heimat schickte ihre Rufe voraus und holte Arminé wieder in die Bar. Küchenchef Robert übernahm 2007 das Chari. »Mit seinem Bruder Adi, Kollegin Tina und mir im Boot wollten wir alles gemeinsam umkrempeln und dem Ganzen eine eigene Handschrift verpassen«, erklärt die smarte Heilbronnerin in ihrer mädchenhaft-anmutenden Art. Erfahrungen in der Gastronomie? »Keine! Außer im Service«, sagt sie. Aber mit jeder Menge Ideen, der richtigen Intuition und Disziplin schaffte es das Team, das Chari zu einer der angesagtesten Restaurant-Bars Heilbronns zu verwandeln. Arminé profitierte dabei von ihrer angeborenen Kreativität: »Meine Mutter ist Seidenblütenmacherin. Sie konnte aus dem Nichts Schönes produzieren. Die kreative Ader habe ich wohl von ihr.« Von Blogs, Magazinen und Großstädten ließ sie sich zudem inspirieren. Das Chari erstrahlt heute in einem Mix aus Retro der 60er-Jahre und skandinavischer Moderne. »Ich habe einen Stuhl-Tick, vor allem liebe ich Möbel mit Geschichte!«, gesteht sie. Arminé ist bescheiden, aber auch stolz – darauf, dass sie den Traum verwirklichen konnten, der urbane Laden von den Kunden gut angenommen wurde und auf ihr tolles Team. Doch BERUF: First Lady im Charivari JAHRGANG: 1979 BERUFUNG: Wohin ihr Herz sie führt der Preis war hoch. Acht Jahre sind nun seit der Übernahme vergangen. Acht Jahre in denen sie sechs Tage die Woche, 14 Stunden täglich arbeitete und sich seitdem keinen Urlaub gönnte. Familie und Freizeit blieben auf der Strecke. Dabei ist sie sehr familiär. Zu ihrem älteren Bruder Ari und ihren Eltern habe sie eine sehr innige Beziehung: »Vor allem meine Mutter spielt eine zentrale Rolle in meinem Leben.« Das kann man gut auf ihrem Lieblingsbild erkennen, welches sie in ihrer Tasche bei sich trägt. Überhaupt verrät ihr Tascheninhalt, dass es bei Arminé keine Grenzen gibt, weder in Zeit noch Raum. Sie steht für Orient und Okzident, für Vergangenheit und das Jetzt. Ihre Wurzeln führen die Diaspora-Armenierin nach Istanbul: »Meine ethnische Herkunft interessiert mich sehr. Ich mag unsere Traditionen und orthodoxe Kirche.« Den armenischen Gebetszettel hat sie von ihrer Mutter. Den Talismann (in Papier gewickelt) habe ihr ein Gast aus Tel Aviv mitgebracht. »Es vertreibt die bösen Geister, wenn man es über die Tür hängt«, erklärt sie lachend. Den »Wackel-Hasen« ersteigerte sie auf einem Flohmarkt, »ich mag verspielte Dinge«. Und das nostalgische Tuch schenkte ihr die Freundin ihres Bruders. Das wird demnächst einen Tisch im Chari schmücken. Der schwarz-weiße Kulturbeutel beinhaltet vor allem Lippenstifte. »Ich habe auch einen Lippenstift-Tick«, konstatiert Arminé schmunzelnd. »Hände hoch« rapt Rustam auf der CD ihres Tascheninhalts. Das ist das Demo von Kollege Rudi. Ansonsten höre sie gern alte Soulplatten, arabische Musik und den armenisch-französischen Chansonnier Charles Aznavour. Wenn die Zeit es erlaubt, liest sie gern, aktuell ein Buch über den 100-jährigen Genozid an ihren Vorfahren und geht mit Max Frisch auf Antwortsuche zu Sinnesfragen. ◆ TASCHENKONTROLLE Hanix Nr. 41

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Hanix Nr. 40 41 ARMINÉ YANDIMOGLU LEERT IHRE TASCHE

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Wir suchen für unsere Verwaltung in Heilbronn Mitarbeiter im Customer- und Business- Partner-Support (m/w) Vor ungewöhnlichen Arbeiten zu ungewöhnlichen Zeiten schrecken Sie nicht zurück? Das Internet ist für Sie eine zweite Heimat? Sie sind kontaktfreudig, haben eine schnelle Auffassungsgabe und können lösungsorientiert arbeiten? Dann haben wir genau die richtige Aufgabe für Sie. Weitere Informationen finden Sie unter www.netline-services.de Daniel Bender E-Mail: jobs@netline-services.de »HEILBRONN IST COOL, ABER NACH DEM STUDIUM VERLASSE ICH DIE STADT« KAROLIN GROSS hat für ihr Studium ihr Heimatidyll in Schwäbisch Gmünd verlassen. Bereut hat sie es bis dato nicht. Heilbronn bietet ihr alles, was sie sich für ein ausgefülltes Studentenleben wünscht. Nach ihrem Studium will sie trotzdem wegziehen. Interview: Robert Mucha Foto: Memo Filiz HEIMATSTADT: Schwäbisch Gmünd ALTER: 21 Jahre HOCHSCHULE: Hochschule Heilbronn (HHN) STUDIUM: Internationale Betriebswirtschaft Osteuropa im vierten Semester Hanix Nr. 41 Hanix: Warum hat es dich nach Heilbronn gezogen? Karolin Gross: Hauptsächlich wegen des Studiengangs, der Osteuropa als Schwerpunkt hat. Außerdem kannte ich die Stadt und mag sie, da meine Großeltern aus der Gegend kommen. Und was gefällt dir an der Stadt? Ich finde, Heilbronn ist als Studentenstadt eigentlich ziemlich cool, was allerdings auch daran liegen kann, dass ich aus einem kleinen Dorf komme. Im Vergleich zu Schwäbisch Gmünd hat Heilbronn mehr zu bieten, wie zum Beispiel Studentenpartys. Außerdem ist die Stadt vor allem im Sommer richtig schön, gerade am Neckar. Hier gibt es viele Studenten, die übers Wochenende nach Hause fahren, gehörst du auch dazu? Nein, ich bleibe meistens hier. Wo gehst du aus in Heilbronn? Hauptsächlich auf Studentenpartys, die von der Hochschule, den Studenten, von Vereinen und Fachschaften der HEILBRONNER STUDIS

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Hanix Nr. 41 Studierendenschaft ausgerichtet werden. Aber auch in den Rooms Club oder ins Mobilat, das Green Door oder in die Laube. Das sind alles coole Locations. Die Wohnungslage in Heilbronn gilt als prekär. Wohnst du in einem Wohnheim oder hast du eine eigene Wohnung? Momentan wohne ich mit zwei guten Kumpels in einer WG. Dementsprechend ist das Zusammenleben echt cool. Warst du lange auf Wohnungssuche? Nein, das ging eigentlich sehr schnell. Nach dem zweiten Semester hatten ein Kumpel und ich die Idee, zusammen eine WG zu gründen, da wir beide im Wohnheim gewohnt haben. Zusammen mit einem dritten Freund haben wir dann nur etwa einen Monat suchen müssen. Klingt, als könntest du dir vorstellen, auch nach deinem Studium hier zu leben? Nach meinem Studium will ich Heilbronn auf jeden Fall verlassen. Als Studentenstadt gefällt mir Heilbronn richtig gut, nach dem Studium wird es mich aber in größere Städte oder gleich ins Ausland ziehen. Warum ist Heilbronn nicht attraktiv genug für dich, um dort auch zu arbeiten und zu leben? Das liegt weniger an der Stadt als an meiner Person. Ich bin schnell von Orten gelangweilt, weshalb es mich immer woanders hinzieht. Jetzt da ich noch jung bin, möchte ich so viel wie möglich von der Welt sehen. ◆ Du bist StudentIn in Heilbronn und hast Lust uns deine Lieblingsplätze in der Stadt zu zeigen? Schreib uns an info@hanix-magazin.de mit dem Betreff: HEILBRONNER STUDI Als Belohnung für eine Veröffentlichung bekommst du einen 50-Euro-Gutschein vom Pearls and Diamond (www.pearls-diamond.de) in der Bahnhofstraße 31, Heilbronn. »NO NO MICHAEL. PLEASE, CALL ME!« Als Michael Jackson 1997 seine dritte und letzte Solo-Welttournee startete, war jemand ganz vorne mit dabei, dem das Glück, seine mächtige Körpergröße und ein unglaublich langer Arm dazu verholfen haben, dem King of Pop ganz nah zu sein. Diesmal sind wir zu Besuch bei: MARCEL MÜLLER Interview: Sarah Baudenbacher Fotos: Meli Dikta Hanix: Was ist dein absolutes Lieblingsding? Marcel Müller: Meine zwei Michael Jackson- Autogramme, die ich von ihm '97 persönlich bekommen habe. Welche Bedeutung haben die Autogramme für dich? Sie sind mir wichtig, da sie mich einfach an die tolle Zeit erinnern und an die Tour damals. Ich bin ihm auf mehreren Konzerten hinterhergereist. Zum Beispiel nach New York, zu den Monte Carlo World Music Awards, nach Basel, Kopenhagen … Wie bist du zu deinem ersten signierten Exemplar gekommen? Das war zwischen den beiden Konzerten in München am 5. Juni '97. Michael hat im Bayrischen Hof gewohnt. Da hab ich mich natürlich auch einquartiert. An einem Tag hatte er eine Shoppingtour geplant. Viele Fans haben vor dem Hotel gewartet und sind der Autokolonne hinterher gerannt. In Schwabing in einem Armeeladen haben wir dann vor seinem schwarzen Van auf ihn gewartet. Er kam raus und ich hab ihm meine Visitenkarte gegeben, in der Hoffnung, dass er mich anruft. Er gab Sie mir unterschrieben zurück und ich: »No no Michael. Please, call me!« MEIN LIEBLINGSDING War es dein Ziel, besonders viele zu ergattern? Nein, ich wollte ihn einfach nur treffen. Gerade nach seinem tragischen Tod sind sie sicher eine Menge wert. Gibt es eine Summe, für die du sie wieder hergeben würdest? Für kein Geld der Welt. Das ist eine persönliche Erinnerung, die nichts aufwiegen kann. NAME: Marcel Müller ALTER: 36 BERUFUNG: Glücklich sein WÜRDE SEIN LIEBLINGSSTÜCK TAUSCHEN GEGEN: »Naja, wenn Michael Jackson noch am Leben wäre, gegen ihn. Ansonsten gegen nix.«

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Was kostet nicht viel, lässt sich innerhalb eines Tages in der Region erledigen und bringt im besten Fall auch noch Spaß? In jeder Ausgabe begeben wir uns auf die Suche nach ebensolchen Aktivitäten, die man in und um Heilbronn erleben kann. Ein Abenteuer um die Ecke eben. Von Friedemann Orths Foto: Memo Filiz Hanix Nr. 41 Das Hanix »Abenteuer um die Ecke« wird präsentiert von Wer ist als Kind nicht in die Rollen von Räubern und Gendarmen geschlüpft, hat im Freien oder zuhause Verstecken gespielt und ist beim Fangen mit den Freunden durch die Gegend gehetzt? Und welches kleine Kind besitzt nicht mindestens eine Spielzeugpistole, mit der es sich wilde Schießereien auf dem Spielplatz liefert? Wer das Gefühl des hemmungslosen Tobens in Verbindung mit einem spielerischen Feuergefecht jetzt auch im Erwachsenenalter erleben möchte, dem sei ein Besuch des Simsalabim-Indoor-Spielplatz in Erlenbach nahegelegt: Nachdem die Kinder den Ort abends verlassen haben, können Erwachsene beim Lasertag-Spiel auf dem LASERTAG 3000 m² großen Areal ihre Schießkünste erproben. Lasertag, zu Deutsch etwa »Laser- Markieren«, lässt sich am besten mit dem bekannten Paintball-Spiel vergleichen: Anstelle von Farbkugeln fliegen den Spielern hier allerdings unsichtbare Infrarotstrahlen mit Lichtgeschwindigkeit um die Ohren. Trifft man einen anderen Spieler, gibt die Laser-Waffe einen Signalton von sich und das kabellose Sensorband, das einen Treffer registriert und das jeder Spieler um den Kopf trägt, blinkt. Der Vorteil: Man muss sich nicht mit lästiger Schutzkleidung abgeben, die noch dazu Farbflecken abbekommt. Sportliche Kleidung reicht völlig aus und auch für Brillenträger und Linkshänder ist Lasertag natürlich problemlos zu spielen. Gespielt werden kann in Teams oder einfach Jeder-gegen-Jeden. Besonders beeindruckend sind die Waffen, die ein Gewicht von nur etwa 1,5 kg haben. Hört sich leicht an, nach einigen Minuten des Zielens und Bewegens spürt man seine Arme aber deutlich und gerät ins Schwitzen. Die einer Maschinenpistole nachempfundene Waffe hat ein Modul angebracht, das den Spielern genau zeigt, von wem sie getroffen wurden, wen sie getroffen haben und wie viel »Schaden« mit einem Treffer ausgeteilt wurde. Sind die Lebenspunkte auf null ABENTEUER UM DIE ECKE

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gefallen, blockiert die eigene Waffe und es gibt eine kurze Wartezeit, in der man sich zurückziehen und verschnaufen kann, bevor man wieder automatisch ins Spiel einsteigt. Das Zielen funktioniert aufgrund der professionellen Reflexvisiere mit rotem Punkt richtig gut. Am Ende einer Partie, deren Zeit man frei einstellen kann, werden die Ergebnisse und Statistiken auf einem Computer präsentiert: So sieht man die eigenen Treffer, die Genauigkeit und sogar, wie viele Male man den Abzug gedrückt hat. Alles wie im Videospiel eigentlich, nur ist man eben leibhaftig auf dem Spielfeld! Da sich die Spielfläche auf einem Hallenspielplatz befindet, bietet Lasertag in Erlenbach besonders ungewöhnliche Hindernisse: neben einer Hüpfburg kann man in einem riesigen Kletterlabyrinth um sich ballern oder sich im Bälle-Bad verstecken und auf ahnungslose Gegenspieler lauern. Selbstverständlich gibt es Rutschen und momentan wird sogar an einem Pool gebaut (in den man allerdings schon wegen der Waffen nicht hineinspringen sollte). Fazit: Lasertag ist anstrengend, macht dafür aber unheimlich viel Spaß. Die Mischung aus Versteck, Fangen und Schießen ist unkompliziert und von jedem schnell zu lernen. Außerdem fördert eine Runde Lasertag koordinierte Teamarbeit – Teams, die sich absprechen und eigene Strategien entwickeln, sind klar im Vorteil. Wer schnellen Spaß haben möchte, der aber dennoch allerlei taktische Möglichkeiten bietet, der ist bei einer Runde Lasertag in Erlenbach also genau richtig. ◆ SCHWIERIGKEITSGRAD: Mittel DAUER: Eine Stunde Mindestdauer ORT: LaserTagHeilbronn.com Momentan im Simsalabim Erlenbach (Im Unterwasser 17, 74235 Erlenbach) AUSRÜSTUNG: Sportliche Kleidung, wer nicht in Socken spielen möchte, sollte Hallenschuhe mitbringen. Die Lasertag- Ausrüstung ist im Preis inbegriffen. KOSTEN: Eine Stunde kostet pro Spieler 19 Euro, bei längerer Spielzeit gibt es Rabatte. TIPP: Spielen geht nur nach Reservierung, außerdem sollte man mindestens zu sechst sein. Buchen kann man bequem über ein Online-Formular unter www.LaserTagHeilbronn.com. Achtung: Lasertag ist ab 18 Jahren, allerdings arbeitet der Veranstalter daran, dass demnächst auch 16-Jährige spielen dürfen. Die Weiterbildungs- und Qualifizierungsprogramme der Bundesagentur für Arbeit. Bleiben Sie aktiv! Lassen Sie sich von uns beraten – wir unterstützen Sie dabei, dass Sie auch im Alter gefragte Fachkraft bleiben. Informieren Sie sich jetzt unter www.dasbringtmichweiter.de

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»Es gibt nichts Herrlicheres, als Architekt zu sein. Man darf für Menschen arbeiten, die sich Bauherren nennen und wollen, dass man das Unmögliche schafft, also goldene Brücken, Luftschlösser, den Turm zu Babel oder einen Flughafen in Berlin. Und immer haben diese Leute eine Meinung zu dem, was man tut …«. So beginnt das »Streiflicht« in der »Süddeutschen« vom 23. Dezember 2015 um höchst feinsinnig die inflationäre Verwendung des Wortes »Architekt« (z. B. Kohl als »Architekt der deutschen Einheit«) aufs Korn zu nehmen. Das zeigt: Der Bedeutung von Architektur für Stadt, Land und den Menschen wird ihnen immer bewusster. Auch in Heilbronn. Von Brigitte Fritz-Kador Fotos: Ulla Kühnle, Dietmar Strauß & Presse ARCHITEKTUR IN HEILBRONN, GESTERN, HEUTE – UND WAS WIRD MORGEN? Hanix Nr. 41 Wohnhaus Paracelsusstraße Heilbronn, Müller Architekten aus Heilbronn Architektur kann Menschen groß machen und klein, kann Ideologien und Herrschaftsansprüche in Stein meißeln und in Gehirne brennen, so wie sie auch Forum der Freiheit und Spielstätte des Geistes sein kann. »Architektur bekommt Sinn nur durch den Menschen«, sagte der bedeutende deutsche Architekt und Städteplaner Gerhart Laage (1925 bis 2012), der die Wechselwirkung von Architektur und Stadtmarketing als Voraussetzung für eine nachhaltige Stadtentwicklung bezeichnet – unter der Voraussetzung, dass man die Stadt als wirtschaftliche, gesellschaftliche, kulturelle und ökologische Einheit sieht. Wie sieht es damit aus in Heilbronn, wo man sich derzeit geradezu daran »besäuft«, welche Riesensprünge nach oben die Stadt in den diversen Städte-Rankings macht? Dient hier Architektur dem Men- POLITIK & GESELLSCHAFT

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Hanix Nr. 41 Oben: Franz-Josef Mattes Unten: Dirk Vogel schen und damit auch der Stadt? Wer von der Höhe des Jägerhauses herübersieht auf den »Badener Hof« kommt nicht umhin sich zu fragen: Steht dieser undefinierbare »Häuserhaufen« für Architektur und Stadtplanung in Heilbronn? Geht man durch die Straßen des einst mit großen Erwartungen erschlossenen Wohngebietes, stellt man zwar fest »So schlimm ist es nicht!« Aber ist »So-Schlimm-ist-esnicht« ein Maßstab? Dirk Vogel leitete das Heilbronner Hochbauamt von 1993 bis 2011, ist heute im Unruhestand als Berater der Dieter-Schwarz-Stiftung in architektonischen Fragen und als Preisrichter tätig. Bei einer »Tour d�Horizon« durch Heilbronn und seine Architektur kann er frei von der Leber weg argumentieren. Er sagt zum »Badener Hof«: »Hier ist immerhin etwas entstanden. Auch wenn alle meckern, aber es ist besser geworden, Strukturen sind erkennbar, Highlights fehlen«, man müsse solchen Stadtteilen auch Zeit geben. Und schon ist man mitten drin in den Außenbezirken: Viel schlimmer sei, wie das Areal des Jägerhauskrankenhauses bebaut wurde, nicht nur gegen seine Topographie, sondern auch gegen einen großartigen Architektenentwurf. Das imposante ehemalige Militärlazarett und Krankenhaus hatte in seiner dreiflügeligen Form eben diese Topographie aufgenommen, sollte, um »zwei Finger« ergänzt, eine Form der Wohnbebauung außerhalb der Norm bieten. Dafür fehlte dem Gemeinderat der Mut, ein symptomatischer und sich wiederholender Vorgang. Auch der Heilbronner Architekt Franz-Josef Mattes (von ihm sind u.a. Klosterhof, Volksbank an der Allee) trauert dieser vertanen Chance nach. Wie lang ist eigentlich die Liste der Versäumnisse, der »Untaten« und verpatzten Gelegenheiten in Heilbronn? Länger als die der gelungenen Beispiele. Überhaupt diese 60er- und 70er-Jahre, in denen man sprengte was das Zeug hielt, nicht nur das alte Fischer-Theater! Und das, um anschließend Bauwerke von banal bis brutal zu errichten. Es fehlte der Mut, den großen Wurf eines stilreinen 60er-Theaterbaus von Graubner zu errichten, aber er reichte aus, ihn so zu verstümmeln, dass es im »K3« endete, das die Innenstadt wie die Berliner Mauer abschottet. Mattes nennt das Haus einen »Problemfall für die Inhalte« (Musikschule und Stadtbibliothek), ein »Fiasko für den nördlichen Stadteingang«. Diesem »pragmatischen Aktionismus« der 90er-Jahre musste sich auch der Architekt beugen. Jahrzehntelang hegte man die Hoffnung, das Kaufhaus Breuninger hierher zu holen. Alt-OB Helmut Himmelsbach vergisst den Tag nicht, an dem die Stuttgarter endgültig »Njet« sagten: Es war der 11. September 2011. An mangelnder Kaufkraft lag es nicht, eher wohl an der Wechselwirkung von Architektur und Stadtmarketing. Heilbronn hat keinen Charme. Der vielzitierten »zweiten Zerstörung« der Stadt fielen auch die erhaltenswerten Gebäude zum Opfer, die diesen Charme bewahrt hätten, z.B. das noch bis zur »Bel Etage« erhaltene Rauch�sche Palais am Marktplatz. Ein Immobilienmakler, dessen Namen keiner mehr nennt, stellte stattdessen einen gesichtslosen Zweckbau hin – einfach eine Schande. Warum werden die dafür Verantwortlichen eigentlich nie benannt – diese Ratsprotokolle sind nicht verschwunden! Doch wäre man heute so klug, hier entweder das Palais zu rekonstruieren (wie den Deutschhof) oder würde man einem Bauwerk der Gegenwart die Chance geben, dem Anspruch seines Vis-à-vis, der Kilianskirche, zu entsprechen? Dirk Vogel bemängelt als eines der Grundübel der Stadtplanung, dass man in Heilbronn »keine Ecken kann«. Schon die Kaiserstraße bietet dazu mehrere Beispiele. Die Aufzählung der Sünden der Vergangenheit tut weh, ist aber notwendig, sie wirken bis heute nach. Ein paar Schritte weg von Rathaus und Kilianskirche und schon steht man in den hässlichsten Hinterhöfen. Diverse »Gassenkonzepte« dafür verstauben seit Jahren in den Schubladen der Planer. Vogel kritisiert, dass in diesen schäbigen Arealen zwischen Rathaus und Turmstraße immer noch nichts passiert sei, das seien doch wunderbare Flächen für eine Innenstadtbebauung! Und schon geht der Architekt mit ihm durch, skizziert er in die Luft, wie man über Garagendächer und verschiedene Ebenen Wohnqualität mit neuen Zugangsbereichen und Gärten schaffen könne. Er sagt, hier hätte die Stadt die Liegenschaften über Jahrzehnte hinweg aufkaufen müssen: »Wenn nicht da, wo sollte sonst die Stadt etwas entwickeln? Franz-Josef Mattes bekräftigt das: »Innerstädtisches Potential sehe ich zwischen den drei wichtigen Nord-Süd-Achsen Allee, Fleiner-/Sülmerstraße und Untere Neckarstraße durch bereits vorhandene, aber stiefmütterlich behandelte innerstädtische Flächen. Am ehesten sieht man dieses Potential im Höfchen der Nikolaikirche. Solche Flächen sind entlang der Sülmer- und Fleinerstraße in regelmäßigem Wechsel vorhanden, traurige Hinterhöfe, wie z.B. bei Hasengasse, Franziskanerhof, Innenhof Falkengasse, Innenhof Schulgasse usw. Hier könnten grüne und ruhige Quartierhöfe mit hoher innerstädtischer Aufenthaltsqualität entstehen, in West-Ostrichtung queren Gassen die Innenstadt, in denen kreative und spannende Läden geschaffen werden können. Ein herausragender Ort ist der Innenhof des Deutschhof.« Das beste »schlechte Beispiel« dafür, wie das Gestern das Heute bestimmt, ist das Wollhauszentrum. Es geht auf das Konto der »Ära Haldy«, so wie u.a. auch die massive Rosenbergbebauung oder die Sprengung des Hallenbades am Wollhausplatz. Der SPD-Baubürgermeister (seit 1971), geprägt von der Ästhetik des Ruhrpotts, hinterließ Spuren, die seine SPD-Nachfolger Ulrich Bauer und Hans Ulrich Frey nicht mehr tilgen konnten. Franz-Josef Mattes beschreibt diese Zeit so: »Nach dem Wiederaufbau mit zum Teil beachtlichen Bauwerken (Hauptbahnhof, Harmonie, Autohaus an der Stuttgarter Straße, Rathausanbau, Möbelhaus Kost …) war die Zeit der 60er- bis 80er- Jahre von purem Pragmatismus geprägt. Die Heilbronner waren mit dem Erscheinungsbild ihrer Stadt nicht zufrieden und das artikulierten sie auch, aber kaum jemand hat sich aktiv dafür eingesetzt, die ›Entschuldigung‹ war die Zerstörung vom 4. Dezember 1944. Erst Anfang der neunziger Jahre war die Zeit reif für ein Umdenken. Ich glaube, dass zum Erwachen ARCHITEKTUR IN HEILBRONN

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Oben: Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs zur Erweiterung der experimenta von Sauerbruch & Hutton aus Berlin Unten: Neueröffnetes Marrahaus: Benannt nach dem italienischen Künstler Antonio Marra aus dem ›Dornröschenschlaf‹ sehr viel Baubürgermeister Ulrich Frey und mit ihm Stadtrat Friedrich Niethammer beigetragen haben.« Den architektonischen Aufbruch in der Stadt markieren für Mattes u.a. die Architekturgespräche der Architektenkammer, die es seit Mitte der 90er-Jahre gibt. Frey habe sehr früh das architektonische Defizit in Heilbronn benannt und sich für architektonischen Anspruch in Heilbronn eingesetzt, sagt er, nicht indem er die Stadt schlechtredete, sondern nach Lösungen suchte, unterstützt durch Dirk Vogel. Dieser plädiert schon lange und vergeblich für die (Wieder-) Einführung einer Gestaltungskommission, die sich besonders der städtebaulich wichtigen privaten Bauvorhaben annimmt, auf die Chancen hinweist, die durch konkurrierende Verfahren (Mehrfachbeauftragungen und Wettbewerbe) entstehen könnten. Den früheren Vorsitzenden der Kammer, Architekt Adolf Herzog, auch kein »Bequemer«, regt z.B. auf, dass die Geschäftshäuser ihre Fronten bis zum Anschlag an die Bürgersteige heranbringen, dadurch Arkaden, typische Baumerkmale von Urbanität, entfallen und die Häuser optisch nach vorn kippen. Architektenaugen sehen eben anders! Als im Herbst die Ergebnisse des zweijährlichen Architekturwettbewerbs der Kammer in der Region bekannt gegeben wurden, war nicht ein einziges Wohngebäude dabei. Gelungene Beispiele von Wohnhäusern liegen länger zurück, aktuelle sind Protzbunker, betongewordener Ausdruck von Großmannssucht, z.B. in der Lerchenstraße – oder Häuser, bei denen die Ausdrucksformen kurzlebiger Trends unreflektiert aufgenommen wurden, wie z.B. an einem Eckhaus in der Sandbergsteige, das ohne jeden Bezug zu Standort und Umgebung jetzt schon sein eigenes Verfallsdatum vorführt. Dabei hat gerade die Baugesinnung privater Bauherren einst die Stadt geprägt. Die wenigen noch erhaltenen Villen im Osten der Stadt zeigen was heute noch gelten sollte: Konsens bei Stil, Material (Heilbronner Sandstein) und Dimensionen, repräsentativ ja, aber auch offen zur Stadt. Dirk Vogel bedauert, dass seit den 50er-Jahren beim öffentlichen Wohnbau in Heilbronn immer nur Quantität vor Qualität gegolten habe. Das ist auch ein Warnruf bezogen auf das ambitionierte Programm von OB Harry Mergel, der in fünf Jahren 2000 neue »bezahlbare« Wohnungen bauen will (Zum Vergleich: Das ganze Land Rheinland-Pfalz plant 4000 Wohnungen). Wo diese Wohnungen (ent-) stehen werden ist umrissen, sicher nicht auf teuerstem Baugrund, aber wie werden sie aussehen? Der Blick vieler deutscher Städte richtet sich gerade über die Grenze auf das »Wiener Modell«. Im Wiener Sonnwendviertel kann man zu sozialen Preisen (7 Euro/qm – der Heilbronner Durchschnittswert liegt knapp darunter, bei Stadtsiedlungswohnungen unter 5 Euro) in Wohnanlagen leben, geplant von namhaften Architekten, mit geradezu luxuriösen Gemeinschaftseinrichtungen, möglich durch langfristige Kredite der Stadt. Selbst für 4 Euro/qm wohnt man nicht schlecht in Wien. Mergel will keine Mittel der Stadt einsetzen. Aber warum nicht einen Wettbewerb ausrichten, an den Ehrgeiz appellieren, anderswo zeigen Investoren und Architekten ja auch, dass »gut« oder »sehr gut« auch preiswert geht. Mattes� Forderung ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit: »Bei 28 POLITIK & GESELLSCHAFT Hanix Nr. 41

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Hanix Nr. 41 jedem Bauvorhaben muss es zuerst um die Stadtgestalt insgesamt gehen, denn nur bunte Papageien ergeben kein intaktes Stadtbild – und dann um das Einzelgebäude mit seinen städtebaulichen Chancen.« Zur Zeit richten sich alle Blicke auf den Neckarbogen, das benachbarte Gewerbegebiet »Wohlgelegen« sollte auch bei der Buga mitspielen – nun sagt Dirk Vogel, diese Chancen seien fast schon verspielt. Er kritisiert vor allem auch, dass die Anlage des Container-Terminals in Fortsetzung des Areals, ob er nun wirtschaftlich funktioniere oder nicht, viele Zukunftschancen zur Freihaltung des Neckars und der Anbindung des »Wohlgelegen« auf immer »verbaut« hat. So wie hier eine Großspedition das Areal zu einem weiteren »Container-Terminal« zerstückt hat, davon lenkt auch der Blick in die Höhe zum WTZ-Turm nicht ab. Wie gute Architektur die Macht des guten Beispiels ausüben kann, zeigt der Business-Park Schwabenhof, da muss »Wohlgelegen« noch nachlegen. Zu den vielen verpassten Chancen gehören auch die Bebauung des Landerer-Areals, also da, wo heute die Stadtgalerie wie ein gelandetes Ufo steht. Mattes erinnert an den Wettbewerbsentwurf von Meinhard von Gerkan von Anfang der Neunziger für die Stadtbücherei und Volkshochschule auf dem Landerer-Areal. Auch andere Architektenplanspiele dafür gab es, man träumte u.a. von einer Elite-Uni für Juristen, die Besseres versprachen. Immerhin: Die Sichtachse auf den Götzenturm blieb erhalten und dichte Bebauung, enge Straßenschluchten sind auch ein Zeichen für Urbanität – seit Reichsstadtzeiten! Zu den gelungenen neuen Achsen die sich jetzt bilden, zählt das grüne Band – der Neckar und was sich an seinen Ufern tut – als die wichtigste, weil verbindend für die ganze Stadt. Der Leiter des Grünflächenamtes, Hans Peter Barz, hat schon lange vor der Buga hier Pionierarbeit geleistet, aber weil er als »Stadtgestalter« eher von der leiseren Art ist, wurde das nicht immer gebührend gewürdigt. Barz hat, was in anderen Ämtern mitunter schmerzlich vermisst wird, einen philosophischen Unterbau für seine Arbeit – genau das generiert Nachhaltigkeit! Was er für die Neugestaltung des Harmoniegartens, verbunden mit dem geplanten Hotelneubau (Vogel sagt »dieser Investor ist ein Glücksfall für Heilbronn!«) plant, wird auch diesen optimieren und dafür sorgen, dass dieser wieder wird, was er einst war: Treffpunkt und ein von allen angenommener öffentlicher Raum. Demokratie braucht die »Polis«, weil sie mehr ist als die Anhäufung von Häusern und Wohnungen – und die »Polis« (Stadt) braucht die »Agora«, den Marktplatz, als zentralen Ort der Volks-Versammlung. Schon die alten Griechen wussten, dass ohne öffentlichen Diskurs Demokratie nicht funktioniert. Für Homer war das Fehlen einer Agora ein Anzeichen von Recht- und Gesetzlosigkeit und »Agora« heißt die von Dieter Schwarz gestiftete Skulptur des berühmten Bildhauers Joannis Avramidis, sie steht richtig vor dem Rathaus. Nach wie vor ist der Kiliansplatz am schönsten, wenn er Platz sein darf, nur von Menschen belebt. Zugerammelt von Werbezelten, Hüpfburgen und Bratwurstständen – dieses Schicksal möge dem neuen Platz am Götzenturm erspart bleiben. Dirk Vogel hält ihn für weitgehend gelungen, auch wenn er statt der Sonnensegel lieber eine längere Baumachse gesehen hätte. Hier, am Bollwerksturm, ist besonders gut erlebbar, wie sich Qualität beim Bauen auch in der Wahl der Baustoffe definiert. Das preisgekrönte Parkhaus (Architekt Mattes zählt es neben dem Theodor-Heuss-Gymnasium und dem Experimenta-Parkhaus zu seinen Lieblingsbauten) und die so wertig-selbstverständliche Architektur des benachbarten Bildungscampus stehen da in Idealkonkurrenz zum »Riverside«-Komplex mit seinen vorgesetzten Klinkertapeten und dem Mercure-Hotel mit seinen toten Fenstern und der Farbwahl von Kinderkacke. Wie gut hätte hier ein Wettbewerb getan. Und wie steht es mit den Solitären, die jedem Stadt- und Quartierensemble erst seinen Stellenwert geben? Ob der Hype um das Marrahaus gerechtfertigt ist, wird sich noch zeigen. Es ist – unbestritten – Beweis dafür, dass Investoren nicht nur nach Gewinnmaximierung streben. Dirk Vogel meint, dass sich der Effekt, den seine Farbigkeit zweifellos auslöst, durch die Sehgewohnheit abnützen wird. Das mag sein, aber jedem Heilbronn-Besucher wird es dennoch ins Auge fallen. Einen »Bilbao-Effekt« verspricht sich Franz-Josef Mattes von der experimenta 2. Was die weltweit agierenden, preisgekrönten Architekten Sauerbruch & Hutton hier entworfen haben, verbietet gängige Superlative wie »spektakulär« oder das meiststrapazierte Wort in Heilbronn: »Leuchtturmprojekt«. Dieser große Wurf geht darüber hinaus, dieser Bau wird nicht mehr und nicht weniger als ein Kunstwerk werden und er wird vorführen, wie ein genialer Architekt die innere Logik eines Gebäudes so nach außen trägt, dass es Kunst wird, so wie ein großer Musiker eine große Symphonie komponiert. Der Neckarbogen – in einem Satz Vorzuführen, wie man heute für morgen baut, ist immer noch erklärtes Ziel für diesen neuen Stadtteil, trotz mancher Abstriche an dessen zukunftsweisendes Konzept. Die Warnungen (»Wir springen viel zu kurz«) von Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas angesichts der Entwicklungsschnelligkeit bei autonomem Fahren oder E-Mobilität fanden kein Gehör, nach dem Beschluss des Gemeinderats »pro Tiefgaragen« äußert er sich nicht mehr dazu. Warum auch? Dass hier Bauprojekte in innovativer und zukunftsweisender Architektur, mit den Risiken der Erstmaligkeit behaftet, ins Wanken gekommen sind, ist nicht »Künstlerpech«, sondern auch Folge der Zeitknappheit. In einem Satz: Wenn es gelingt, für das Holzhybridhochhaus (Architekt Wittfoht, Stuttgart) nach Absage von Wüstenrot einen anderen Investor zu finden, wenn das »Haus der Ökumene« auch als sinngeschrumpftes Objekt seine Einheit aus Form und Funktionalität einigermaßen behält (Müller Architekten, Heilbronn), wenn die »Grüne Ecke«, deren Architekt Franz-Josef Mattes zusammen mit Mike Schlaich von dem weltweit renommierten Planungsbüro Schlaich & Bergemann (Stuttgart, Berlin) daran arbeitet, Ultraleichtbeton als Baustoff der Zukunft (Mattes: »Das Ende der ›fossilen Stadt‹«) für den Geschosswohnungsbau gegen die Phalanx von Bedenkenträgern auch in der Heilbronner Verwaltung durchzusetzen, wenn sich andere Bauträger in ihrer Hinwendung zu neuen Wohnformen, neuer Mobilität (Investor Kruck plant zusammen mit dem Fraunhofer-Institut) und höchsten Ökostandards dennoch in Funktion und Form dem Anspruch »Wohnen von Morgen« auch in ästhetischer Hinsicht nachkommen, dann kann der Neckarbogen immer noch ein Vorzeigequartier werden! Wenn! ◆ ARCHITEKTUR IN HEILBRONN

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Kraftpaket auf dem Eis – Künstler in der Küche. THOMAS GÖDTEL, Verteidiger und Mannschaftskapitän im Dienste des Eishockey-Zweitligisten Heilbronner Falken, wird von den Gegenspielern gefürchtet, wohingegen Feinschmecker seine japanische Küchenkunst schätzen. Denn seit November betreibt er nebenberuflich einen Sushi-Liefer- und Abholservice in Heilbronn. Von Marc Thorwartl Fotos: Memo Filiz / Privat Das zweite Standbein Hanix Nr. 41 Tatort: Die Küche des VIP-Raumes der Heilbronner Falken in der Kolbenschmidt-Arena am Europaplatz. Lautstark erklingt Helene Fischers »Atemlos durch die Nacht« aus den Bluetooth- Lautsprechern, gefolgt von einem Ballermann-Hit. »Solche Musik macht einfach gute Laune beim Arbeiten«, sagt Thomas Gödtel und lacht. Jeden Mittwoch- und Donnerstagabend tauscht der Modellathlet Schläger gegen Messer, Schulterschutz gegen Schürze und Puck gegen Fisch, um kulinarische Sushi-Schmankerl zu kreieren. Mit drei Jahren stand der gebürtige Garmisch-Partenkirchener zum ersten Mal auf dem Eis. »Auf einem zugefrorenen See in meiner alten Heimat.« Es machte ihm so viel Spaß, dass er in den Verein ging. »Ich habe alle Positionen ausprobiert, doch ziemlich schnell kristallisierte sich heraus, dass ich als Verteidiger am besten geeignet bin.« Frühzeitig stand für ihn fest, dass er Profi-Eishockeyspieler werden wollte. Doch sein Vater bewies Weitblick. »Er sagte mir, dass ich mich nicht nur aufs Hockey konzentrieren, sondern über den Tellerrand hinausblicken sollte und zusätzlich unbedingt noch eine Ausbildung in einem normalen Beruf absolvieren muss.« Die Richtung war ebenso klar. Da sein Onkel den Berggasthof Panorama führte, in dem sein Vater Küchenchef war, begann er mit 17 Jahren dort eine Ausbildung zum Koch. »Darüber bin ich heute noch dankbar. Denn ich habe die ersten beiden Jahre nicht nur mit Gemüseputzen und Kartoffelnschälen verschwendet, sondern durfte von Beginn an alle Stationen durchlaufen und habe unglaublich viel gelernt.« Marcus Kink, sein Freund aus Jugendjahren, brachte ihn dann auf die japanische Fisch-Spezialität. »Er war der Erste aus unserer Clique, der Garmisch verließ, um als Profi in der DEL zu spielen. Er ging nach Köln und dort gab es Sushi-Lokale. Als er zu Besuch in Garmisch war, hat er mir davon vorgeschwärmt. So Gödtel (l.) mit Sushi-Lehrmeister Tushio Sugiura in Los Angeles SPORT

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wurde mein Interesse geweckt.« Anfangs nur, um es selbst einmal auszuprobieren. Dank Youtube und Internet brachte er sich die ersten Handgriffe autodidaktisch bei. »Das war nicht einfach, da ich bei null angefangen habe.« Er stieg beständig tiefer in die Materie ein und immer häufiger kamen Freunde zum Sushi-Essen zu ihm nach Hause. »Ich habe durchweg positives Feedback erhalten, was mich darin bestärkte, die Sushi-Schiene weiterzuverfolgen.« Als er 2013 in die DEL nach Iserlohn wechselte, kam es zum entscheidenden Durchbruch. Sein Mannschaftskollege Michael Wolf betrieb dort die Sportsbar »Roomys«. Die hatte montags Ruhetag. »Ich sprach mit Michael, ob ich da Sushi machen könnte und er war sofort davon begeistert und ab sofort war Montag Sushi-Tag.« Auf Sylt traf er in diesem Sommer Bekannte aus Hamburg, die ihm erzählten, dass Starkoch Steffen Henssler an der California Sushi-Academy Los Angeles seinen Sushi-Chef gemacht hätte und ob er nicht als zweiter Deutscher diesen Weg einschlagen wolle. »Ich habe dann im Internet recherchiert, dort angerufen und mich um die Ausbildung beworben. Aufgrund meiner Kochlehre und meinen Sushi-Vorkenntnissen hat sich Sushi-Meister Toshi Sugiura dann bereiterklärt, mich zum Sushi-Chef auszubilden.« Los Angeles war für ihn der absolute Hammer: »Ich wurde am Flughafen abgeholt, danach ging es in Sugiuras Lokal und dann hat er mich erst einmal mit seinen Sushi-Künsten verwöhnt. Das war ein Geschmackserlebnis, wie ich es bis dato nicht kannte.« Am nächsten Tag ging es los. »Ich musste erst einmal lernen, wie man den perfekten Reis herstellt. Das Highlight war das Sommerfest in den Paramount-Filmstudios. Da haben Sugiura und ich Sushi für die LA-Highsociety hergestellt.« Gödtel meisterte Theorie- und Praxisprüfungen und bekam am Ende seines Aufenthaltes das Diplom als Sushi-Chef ausgehändigt. ◆ Lust auf Sushi bekommen? Vorbestellungen nimmt Thomas Gödtel jeden Mittwoch und Donnerstag ab 16.30 Uhr unter 0170-1831106 entgegen. Perspektivisch plant er in absehbarer Zeit die Tenno-Sushi-Lounge in Heilbronn zu eröffnen. Kapitel 31

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Manch Großmütterchen würde sich die Augen reiben, ob der neuen Lust am Sticken, Stricken und Häkeln! CHRISTIN THOR und LISETTE KELLER haben den Trend aufgegriffen. Ihr Motto: »Lasst uns gemeinsam kreativ sein!« Was in der Kreativ-Werkstatt der beiden Do-it-yourself-Freundinnen entsteht, kann sich sehen lassen. Von Leonore Welzin Fotos: Meli Dikta Ideen freien Lauf lassen Von Modeschmuck über Origami- Faltkunst und selbstgenähte Kosmetiktäschchen bis zu Papiergirlanden reicht das Spektrum. Zum Verlieben sind oft ganz einfache Dinge wie die niedlichen Häkeltiere oder die Motive, die man mit Steckperlen machen kann – egal ob Bildchen für die Wand, Geschenkanhänger oder Untersetzer mit Retro-Charme. Besonders viele Teilnehmer lockte in der Vorweihnachtszeit das Thema »Adventskranz aus Holzkugeln«. »Da kamen zum ersten Mal 24 Teilnehmerinnen (darunter zwei Männer) in unsere Kreativwerkstatt. Darüber haben wir uns total gefreut. Es hieß für uns aber auch zusätzliche Tische herbeizuschleppen, Stühle aus Mamas Keller zu mopsen, mehr Pinsel und Farben zu kaufen. Letztendlich steckt aber immer so viel Liebe und Freude in unserer Arbeit, dass es sich wieder richtig gelohnt hat«, erläutern die beiden. Elan und Optimismus mit dem die Heilbronnerinnen die Kreativ-Werkstatt betreiben, sind so ansteckend wie die gemütliche Atmosphäre: »Unsere Idee ist es, in Heilbronn eine Werkstatt zu schaffen für Kreatives aller Art. Wir möchten Menschen die Möglichkeit bieten, kreativ zu arbeiten. Gemeinsam mit anderen. Bei einem Kaffee und guter Musik. Unser Vorhaben ist es, regelmäßige Kurse anzubieten, vom Schneidern übers Häkeln, bis hin zu Mal- und Bastelarbeiten. Darüber hinaus soll die Möglichkeit bestehen, unsere Räumlichkeiten für eigene Kurse oder Events anzumieten«, lautet das Credo des Duos. Ein ganzheitliches Konzept, das nicht nur für griffbereites Material und Werkzeug, nebst Bastelanleitung sorgt, sondern ideale Bedingungen schafft, um der Kreativität freien Lauf zu lassen. Offenheit und Authentizität kennzeichnen die Persönlichkeit der beiden die von Berufs wegen schon sehr kreativ sind. Christin arbeitet im Online- Marketing, Lisette als Webdesignerin: »Den ganzen Tag digitale Produkte für das Internet zu schaffen, reicht mir nicht aus. Ich liebe auch Handgemachtes!«, bekennt Lisette. Sie sei angetrieben von der Leidenschaft für handgemachte DIY-Projekte: »Ich kann es einfach nicht lassen und bin auch nach Feierabend fleißig am Werkeln. Am liebsten häkle ich kuschelige Tiere für Kids. Darüber hinaus koche und backe ich total gerne. Kreativität steckt einfach in allem.« Christin sieht es ähnlich: »Es gibt viele Dinge, die musste ich erst lernen bis ich sie konnte, oder meinte zu können. Anders ist es mit der Kreativität – die ist einfach immer da!«, sagt sie und gesteht: »Meine Eltern durften sich schon in meiner Kindheit über viele, tolle selbst gemachte Dinge freuen! Und die mussten natürlich alle einen Platz finden!« Kennengelernt haben sich die beiden 32-Jährigen über die Arbeit bei der Heilbronner Stimme. Mittlerweile sind sie ein eingespieltes Team und, noch besser, Freundinnen, die die Liebe zu schönen und selbstgemachten Dingen teilen! Haben sie ein Lieblingsthema innerhalb des Do-it-yourself- (oder wie Kenner sagen DIY-Projektes?) »Unser Lieblings-DIY sind die Beton-Schalen und -Vasen. Die sehen in der Wohnung richtig toll aus und sind gerade super angesagt. Auch zum Verschenken perfekt!« Beim Thema Beton kommen die beiden restlos ins Schwärmen: »Das Gefühl, eine selbst betonierte Schale in der Hand zu halten KULTUR Hanix Nr. 41

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Bühnen-Poeten PAULINE FÜG und TOBIAS HEYEL, besser bekannt unter »großraumdichten«, sind Stammgäste im Complex23. Von Leonore Welzin Foto: Großraumdichten TEXTEN BIS DAS MIKRO SCHWITZT Hanix Nr. 41 ist einfach super! Diese Produkte haben einen ganz anderen Wert und sind einfach einzigartig! Und wann rührt man schon mal Zement und Quarzsand zu Beton zusammen?« Tja, da staunt die Oma und der Betonkopf wundert sich über die seltsame Verwandlung des uralten Baustoffs – der wie es heißt, schon vor 14.000 Jahren im Osten der heutigen Türkei bekannt war – in einen neuen Stoff zum Basteln! Mit härterem Material ließen sich vielleicht auch mehr Männer für feinmotorische Handarbeit gewinnen. Der erste Workshop übrigens, der mit dem Thema »Ein Adventskalender für die Liebste« die männliche Zielgruppe im Auge hatte, war der einzige, der mangels Anmeldungen (2) abgesagt werden musste. Ansonsten kann der Handmade- Treffpunkt für Kreativlinge aus der Region Heilbronn eine positive Bilanz ziehen. Handgemachtes mit ganz viel Herz, Liebe und Leidenschaft – was im März 2015 als kleine Initiative in Privatwohnungen begann, hat sich zur beachteten Institution gemausert. Seit Januar ist sie in einem neuen Domizil in der Friedhofstraße 19 (in Heilbronns Osten, nahe der S-Bahnhaltestelle Finanzamt) zuhause. Das erste Treffen im Februar ist Mittwoch den 10. um 18.30 Uhr. ◆ Weitere Infos: www.kreativwerkstatt-heilbronn.de Lesebühnen-Fans eilen durch die Salzstraße ins Complex23. Kurz nach 20 Uhr ist kein Stuhl mehr frei. Pauline Füg und Tobias Heyel sind zu Gast in der CaféBar daneben, im Gepäck die Lese-Show »Großraumdichten«. Ein skurriler Titel im kleinen Lokal mit dem Klima einer Wärmestube und dem Charme der Subkultur, kurz dem krassen Gegenteil der kühlen Architektur gläserner Großräume. Neonlyrik und Bühnenpoesie – es wird getextet bis das Mikro schwitzt. »Wir haben den Faden verloren und spinnen nur noch rum. Wir haben Streiflichter hinter den Ohren sind schneller als das Licht – sind langsamer als die Dunkelheit«. Teils synchron, teils dialogisch, ist der balladeske Text »Irrlichter« präzise wie ein Uhrwerk getaktet. Er ist Teil einer Trilogie über den Geschwindigkeitswahn, in der gefragt wird: »Warum wollen Menschen schneller sein als das Licht?«. Knapp drei Stunden reiben sich Dichterworte an der Realität, durchzucken unsichtbare Geistesblitze die kleine CaféBar. Seit 2005 treten Füg, die Diplom-Psychologin und gebürtige Leipzigerin mit Wahlheimat Würzburg sowie der Stuttgarter Neonlyriker (und abgebrochene Lebensmittelchemiker) Heyel gemeinsam auf. Als literarisches Doppel haben sie sich zehn Mal (2005–2014) für die jährliche deutschsprachige Poetry-Slam-Meisterschaft qualifiziert, damit sind sie das dienstälteste Slam-Team im deutschsprachigen Raum und können auch die meisten Teilnahmen an den Meisterschaften verzeichnen. 2009 erschien ihre CD »an grauzonen vorbei«, im selben Jahr haben sie mit dem Poetry-Clip »Spiegel« den 3Sat-Poetry-Clip-Wettbewerb gewonnen. Seither geht es weiter bergauf: 2010 ist »großraumdichten« Preisträger der Bremer Netzresidenz und tritt erstmals außerhalb Deutschlands für das Goethe-Institut Lissabon beim SpokenWord-Festival »Silencio« auf. 2015 wurde Füg mit dem Kulturförderpreis der Stadt Würzburg ausgezeichnet, Heyel hielt die Laudatio. Füg wie Heyel sind auch als Dozenten gefragt, an Theatern und Schulen geben sie Poetry-Slam-Workshops beispielsweise zum Thema »Perspektivenwechsel – Flucht und Willkommenskultur«. Für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat das Duo unter dem Motto »Toleranz stärken, Kompetenz fördern« ein Workshop-Konzept mit Themenschwerpunkt »Migration und interkulturelle Kompetenz« entwickelt. ◆ KULTUR

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Wirtschaft einmal andersrum. In Zeiten, in denen Traditionsmarken oft in der Versenkung verschwinden, hat MARKUS WEISSER den Spieß umgedreht und hat mit Hammer Jubelbrand eine alte Heilbronner Weinbrandgeschichte wiederbelebt. Von Matthias Marquart Foto: Ulla Kühnle DEN HAMMER AUSGEPACKT Hanix Nr. 41 Gut, dass sich Markus Weisser schon seit seiner Kindheit für Geschichte, speziell für Heilbronner Wirtschafts- und Stadtgeschichte interessiert. Gut, dass der 37-Jährige hartnäckig, zielstrebig und ein wenig »verrückt« ist. Gut, dass er mit seiner Labradorhündin gerne lange Spaziergänge unternimmt, bei denen er auf »verrückte« Ideen kommt und gut auch, dass er eine Frau und Familie hat, die ihn bei all seinen Vorhaben unterstützt und auch bei seinen »Schnapsideen« mitmacht. Denn genau als das, nämlich als »Schnapsidee« im wahrsten Sinne des Wortes, bezeichnete seine Frau Susanne Markus Weissers Vorhaben dem »Jubelbrand«, einer traditionellen und schon nahezu vergessenen Heilbronner Weinbrandmarke, neues Leben einzuhauchen. Metall und Weinbrand Doch der Reihe nach: Markus Weisser, am 5. Januar 1979 in Heilbronn geboren, hat nie in Heilbronn gelebt, sondern ist in Offenau und Bad Friedrichshall aufgewachsen und zur Schule gegangen. Gearbeitet, ja das hat er in Heilbronn. Der Betriebswirt war unter anderem bei der Volksbank Heilbronn, der Kreissparkasse Heilbronn und für Lidl im internationalen Geschäft und damit auch viel im Ausland tätig. 2007 zog es ihn aber wieder endgültig in die Heimat und er gründete mit seinem Schwager eine Metallbaufirma, die BW-Brennschneidtechnik GmbH & Co. KG in Erlenbach. Mittlerweile zählt das Unternehmen 15 Mitarbeiter und Weisser hat dort als Mitinhaber einen Full-Time-Job, Der Erlenbacher Metallunternehmer Markus Weisser erweckt die Heilbronner Weinbrand-Traditionsmarke zu neuem Leben WIRTSCHAFT

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Hanix Nr. 41 bei dem er oft auch »als Mädchen für alles« voll ausgelastet ist. Entspannung findet der Vater zweier Kinder bei seinem Hobby, der Geschichte Heilbronns und bei ausgedehnten Spaziergängen mit seinem Hund in den Weinbergen mit Blick auf die Stadt. Und bei diesen Spaziergängen lässt er seinen Gedanken oft freien Lauf. Weisser lacht und erzählt: »Einmal hab ich darüber nachgedacht, das klassische Heilbronner Gericht ›Böckinger Feldgeschrei‹ als Konserve auf den Markt zu bringen. Das scheiterte dann aber an der Herstellung, die wohl sehr problematisch und schwierig wäre.« Anders verhielt es sich dann aber, als Markus Weisser bei seinen Recherchen über die Stadtgeschichte auf ein altes Traditionsunternehmen stieß – die Landauer & Macholl Branntwein-Brennerei und Likörefabrik Heilbronn. 1861 gegründet, hatte das Unternehmen in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts seine Hochphase erreicht, war als Heilbronner Marke weltweit bekannt, musste dann aber 1981 aufgrund von erhöhter Alkoholsteuer, Absatzeinbrüchen und Investitionsstau seinen Betrieb einstellen. Doch dass diese Marke, als eine der Letzten, die wirklich für Heilbronn stehen und vielen älteren Menschen der Region noch bekannt ist, in der Versenkung verschwindet, wollte der Unternehmer nicht hinnehmen. Weisser: »Bei meinen Spaziergängen verfestigte sich mehr und mehr der Wille und Gedanke die Marke zu erhalten und je mehr ich in die Materie eintauchte, desto mehr wurde mir klar: Da geht was.« Und nachdem auch seine Frau seine »Schnapsidee« abgenickt hatte, machte er sich ans Werk. Markus Weisser: »Der Hammer-Jubelbrand hatte mich infiziert.« Nahezu drei Jahre beschäftigte er sich von da an immer intensiver mit dem ehemaligen Heilbronner Traditionsunternehmen, seiner Geschichte, den Produkten und den Menschen, die dahinterstanden. Durchgestartet Für etwa 1.000 Euro sicherte sich Weisser schließlich die Markenrechte des »Jubelbrandes« von der Firma Berentzen. Markus Weisser grinst und sagt: »Mit dem Unternehmen war ich schnell einig, das hat keine zehn Minuten gedauert. Gedauert hat dann das Vertragswerk, das auch wesentlich teurer war als der Markenkauf.« Doch dann konnte es losgehen und Weissers Vision vom Erhalt dieser »Marke für Heilbronn« wurde Schritt für Schritt Realität und so wurde der Metallbauunternehmer auch im Spirituosen-Geschäft aktiv. Und die Mühe hat sich gelohnt. Nachdem er lange nach einer geeigneten Brennerei auf der Suche war, die sowohl die gewünschte Qualität garantiert, als auch in ausreichender Menge herstellen kann, wurde er in Dudenhofen bei Speyer fündig. Dort wird der Jubelbrand in V.V.S.O.P.-Qualität produziert, das heißt, dass jeder Brand bevor er in die Regale kommt, mindestens fünf Jahre im Fass gereift ist. Und das erste Regal, das der Jubelbrand zierte, steht beim Heilbronner Einzelhändler Feinkost Müller. Außerdem bietet Weisser auch einen Kräuter- (der schmeckt ihm persönlich am besten) und einen Williams-Christ-Brand an – hergestellt selbstverständlich nach alter Heilbronner Hammer-Tradition. Die Weine für den Brand kommen dabei aus Württemberg, der Pfalz und Frankreich, das Obst von Streuobstwiesen der Region und die Zutaten für den Kräuterbrand aus ökologisch anbauenden Betrieben. Dabei ist Weisser gerade die konstant hohe Qualität seiner Produkte wichtig: »Wir produzieren kein Billigprodukt und den Jubelbrand wird es nur in der Region geben. Dennoch ist er unter 20 Euro zu haben – das war Voraussetzung für die Herstellung.« Im Vertrieb konzentriert sich der frischgebackene Spirituosenhändler auf Traditionsunternehmen wie eben Feinkost Müller oder auch auf alteingesessene Heilbronner Gastronomie. Das erste Lokal, das nach über 30 Jahren den »Jubelbrand« wieder auf der Karte hat, ist das Mangold. Weisser kann sich auch vorstellen, dass der Jubelbrand für Stadtmarketing und die Bundesgartenschau 2019 als Werbeträger fungieren könnte. An Ideen mangelt es ihm jedenfalls nicht. »Eine Weinbrand-Praline wäre super. Am besten in Zusammenarbeit mit einer Heilbronner Konditorei«, verrät er eine davon. Doch zunächst freut er sich darüber, dass es ihm gelungen ist, die Marke Jubelbrand zu erhalten und wieder zum Leben zu erwecken. Markus Weisser: »Mein Traum ist es, dass man in ein paar Jahren sagt: Hammer Jubelbrand – das ist Heilbronn.« ◆ Neu ab 4. März Die schönsten Nationalparks IMAX ® 3D k Kino Museum Sinsheim

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Von Dr. Bernhard Stumpfhaus ARTISTS SPECIAL Fast jeder stellt bei der Lektüre eines Ausstellungskataloges oder während einer Führung etwa im Museum die Frage: »Hat der Künstler das auch so gesagt?« Leider wird mit dieser Frage nicht erklärt, was man sich von den Worten eines Künstlers bei der Betrachtung seiner Arbeiten erhofft: Etwa einen Hinweis darauf, wie man Bilder in Worte oder Worte in Bilder übersetzen kann? Vielleicht vermutet man in der namentlich und physisch gegebenen Einheit des Künstlers auch eine Einheit von Sprechen und künstlerischer Tätigkeit? Weil ein Mensch ein Werk schafft, hat er auch ein Wort dafür? Und wenn dem so wäre, woher wüssten wir, dass das Wort eben so aussieht, wie der Künstler seine Arbeit gestaltet? Wahrscheinlichen müssten wir einen solchen Transfer von Wort zu Bild und umgekehrt lernen wie die Vokabeln einer fremden Sprache. Um hier einmal nachzuforschen, hat Hanix zwei Maler aus der Region besucht. Was teilt ein Künstler von seinem Werk so mit, was wäre in seiner Arbeit zu sehen und was dazu zu sagen? DER MALER UND PLASTIKER NATHAN RICHARDSON Begegnet man dem heute bald 60-jährigen Nathan Richardson, so steht man einem Mann gegenüber, der bereits 100 Leben gelebt und drei eigene Häuser mit den eigenen Händen gebaut hat. Sein jetziges ist »definitely my last one«. Richardson lebt seit 1994 in Lauffen, wo auch sein Haus steht, in der diesseits des Neckars gelegenen Altstadt direkt am Flußufer. Geboren ist er in Pontiac, Michigan nahe Detroit, unweit der kanadischen Grenze, einer mittleren Stadt, die von General Motors abhängig ist. Seine Kindheit ist so ziemlich anders geprägt als die der hiesigen Jugend. Schon als 13-jähriger war er mit dem Gewehr auf der Jagd »to get us some food«. Seine Mutter liebte es übrigens, indianische Motive mit großem Talent in Öl zu malen. Auch war sie eine ambitionierte Schriftstellerin. Während seines vierjährigen Militärdienstes bei der Amerikanischen Kriegsmarine ging Richardson gleichzeitig einem Kunststudium u.a. am Oakland C. College und dem Brooklyn College nach. Bis jetzt fühlt er sich maritimen Themen herzlich verpflichtet. Überhaupt gilt sein engagiertes Interesse seiner alten Heimat Amerika auch noch nach über 20 Jahren hier in Deutschland. Ich glaube, von den sechs Stunden Dauer unseres Gesprächs haben wir über die Hälfte mit Debatten über die aktuelle politische Weltsituation und die Rolle Amerikas darin verbracht. Und ich kann sagen, eine solche Diskussion mit Richardson ist Kampf im besten Sinne des Wortes. Ein gutes Argument ist nicht billig zu haben. Dabei geht Richardson strategisch vor wie ein erfahrener General, der seinen Feldzug genau plant: Die Entgegnungen kommen nicht nur aus der Breite des aktuellen Geschehens, sie werden zudem aus der Tiefe von Raum und Zeit unterstützt. Die Wucht seiner argumentativen Salven speist sich dabei nicht allein aus seinem enormen geschichtlichen Wissen, sondern auch aus seinem unglaublich kraftvollen Temperament. Es gibt kaum eine Erklärung, die Richardson nicht bereits kennt und mit den entsprechenden Mitteln zu beantworten weiß. Diese Gespräche sind zweifellos kein Small Talk. Hier geht es um etwas. Ein Individuum, so Richardson, das verantwortlicher Teil einer demokratischen Gesellschaft und nicht bloß von den Zeitläufen hinweggespült sein will, muss umfassend informiert sein THE WAY, 2015, Öl auf Leinwand, 40 × 40 cm und ständig seine Urteilskraft schärfen; das hätte ihm schon sein Vater gelehrt. Die Diskussionen mit Richardson sind Sparrings, keine Wettkämpfe, denn es geht nicht um den Sieg, sondern darum, die eigenen politischen Fähigkeiten wie die des Gegners zu verbessern. POINT TWO, 2015, Öl auf Leinwand, 50 × 70 cm Natürlich sprachen wir auch über Kunst, über seinen jüngsten Wechsel von der in Deutschland begonnenen Acryl- nun zurück zur Ölmalerei. Ein Maler, auch ein abstrakter, müsse sich, so Richardson, in den alten Techniken auskennen, müsse gegenständlich malen können, wissen, wie Licht und Schatten zu verteilen sind. Hände seien wegen der vielen Verkürzungen schwer zu malen. Und man erkenne einen guten Maler daran, wie die Hände gestaltet seien. Er stehe morgens sehr früh auf, um an seinen Bildern zu malen. Er müsse malen, wisse aber nicht warum. Er wisse nur: Wenn er nicht malen würde, würde er depressiv. Wichtig sei für sein Arbeiten, in den ›Groove‹ zu kommen; eine schwere Aufgabe, je älter man werde. Auf meine Frage, wie sich denn nun sein politisches Temperament und seine gewiefte Rhetorik in seinen tonigen Arbeiten, von ihm Hanix Nr. 41

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Hanix Nr. 41 oft ›novels‹ genannt, abbilde, ging er wortlos in das Lager seines ›studios‹ und holte ein kleinformatiges Bild hervor: »Actually, that’s me!« Ob er damit die ganze Komposition meine oder den Mann im Hintergrund, von dem man nicht wisse, ob er komme oder gehe, ließ er offen. Es sei nicht die Aufgabe, über seine Werke zu sprechen. Er male sie. Wer die Arbeiten und den Künstler live erleben möchte, ist dazu am 10.01.2016, ab 17 Uhr im hiesigen Künstlerbund eingeladen. DER MALER UND PERFORMER UDO GROSSKLAUS mehr ein ästhetisches Ereignis; wobei die Ästhetik nicht allein aus schönen Pässen und Torschüssen besteht, sondern in der interaktiven Gesamtanlage des Spiels, den Strategien der Trainer, die für Großklaus nicht nur für das Spiel selbst entschieden werden, sondern sich auch aus der Tiefe von Sportlerschicksal, Medienkritik und Vereinsgeschichte ergeben. Mit Großklaus Übertragungen im Fernsehen zu sehen ist auf humorvolle Weise lebendig und wirklich. Ähnlich verhält es sich auch mit den anderen großen Themen von Großklaus, der Politik, der zwischenmenschlichen Beziehung. Dabei verlaufen die Gespräche meist weniger über Argumente als viel mehr schillernd assoziativ von Pointe zu Pointe, auf das Gegenüber reagierend; das Gespräch als aphoristische Übung aus dem Handgelenk, ein interaktiver Tanz mit dem Partner. Die Anschaulichkeit seiner Vergleiche und Äußerungen ist zweifellos seiner ausgiebigen Belesenheit geschuldet. Übrigens schreibt er selbst auch kleine Gedichte. bis heute in vielerlei Hinsicht nützlich und mag vielleicht eine Erklärung bieten für die oft sandig-poröse Oberfläche seiner Bilder. Einem künstlerisch-philosophischen Jahr in der Anthroposophen-Hochburg Goetheanum in Dornach schließt sich ein Studium der Malerei u.a. an der Assenza-Kunstschule Münchenstein bei Basel an. Dort unterrichtet er mittlerweile selbst als Dozent. Als Maler bewegt er sich, will man diese Bezeichnungen aus dem Kalten Krieg denn unbedingt beibehalten, zwischen Figürlichkeit und Abstraktion. Er fertigt seine Farben und Substanzen selbst aus Pigmenten, aus Harz- und Dispersionsbinder, vermischt zuweilen mit Acryl und – je nach Bedarf – auch mit Sand, glitzerndem Staub oder anderen Effektträgern. Am liebsten malt er Landschaften oder Frauen, oder beides in einem. Oder er widmet sich den Beziehungen von Mann und Frau in all ihren Facetten. Zwar sind seine Malereien abgeschlossene Werke, die man fertig an die Wand hängen kann, doch eigentlich geht es ihm eher um den Gestaltungsprozess selbst, um eine elegante Linienführung aus der Hand, um die flüssig-fließende Gestaltung von Flächen. Zentral für diesen Vorgang sei das Reagieren auf das, was schon da sei. Die Hemmung vieler Künstler vor dem weißen Malgrund ist deshalb für Großklaus weniger eine Angst, als vielmehr das Fehlen von etwas, auf das man antworten könne. So malt Großklaus auch gern mit anderen zusammen, etwa bei seinen Malperformances zu den Vernissagen seiner Ausstellungen. Übrigens will der Künstler seine Eröffnungen in Zukunft selbst einleiten, allerdings nicht mit einer Rede, sondern mit einer Predigt: Kunst sei doch recht eigentlich eine Religion und die Künstler seien ihre Priester. Großklaus hat sein Atelier in Bad Rappenau. Es ist ein riesiger Raum innerhalb einer ausgemusterten Fabrik für Bademoden. Das ist praktisch, denn hier haben auch andere Künstler und Holzdesigner ihre Werkstatt. Man hilft und unterstützt sich gegenseitig. Bevor Großklaus 2009 nach Heilbronn kam, lebte er in Maulburg bei Basel. Er stammt aus der Gegend des südlichen Schwarzwalds, aus Schopfheim, unweit von Schönau, woher Joachim Löw stammt. Vielleicht mag diese Nähe erklären, warum Udo Großklaus ein solcher Fußballfan ist. Es ist ungemein lehrreich und inspirierend sich auch als Nichtkenner der Materie mit ihm über diesen Sport zu unterhalten. Fußball ist für Großklaus weniger Starkult, KUNST BISSCHEN REDEN, 2008, Mischtechnik auf Leinwand, 100cm × 60cm Udo Großklaus wurde 1962 als Sohn eines Schäfers geboren und hat als Bub selbst Schafe gehütet; eine für sein künstlerisches Schaffen motivgebende Erfahrung. »Eigentlich erzähle ich Geschichten von Schafen und anderen Menschen«, so eine Äußerung des Künstlers. Vor der endgültigen Entscheidung zur Kunst stehen die Ausbildungen zum Maschinenschlosser, Betonbauer. Vor allem letzterer Beruf ist ihm Udo Großklaus (Foto: Annika Winkelmann) Seine Arbeiten sind noch bis 21.01.2016 in der Galerie der VHS-Neckarsulm (neben der Ballei) zu sehen. ◆

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Cate Blanchett und Robert Redford stolpern über die Wahrheit. Herausgekommen ist ein »Intensiver Journalismus-Thriller mit herausragender Besetzung«. Das Drama basiert auf der im Jahr 2004 tatsächlich entbrannten Kontroverse um George W. Bushs Militärdienst. Mary Mapes veröffentlichte ihre Berichte unter dem Titel »Truth and Duty: The Press, the President, and the Privilege of Power«. TRUTH – DER AUGENBLICK DER WAHRHEIT Ab 17. März 2016 In den Universum Arthaus-Kinos Heilbronn USA 2015 Länge: 120 Minuten Regie: James Vanderbilt Darsteller: Cate Blanchett, Robert Redford, Elisabeth Moss, Dennis Quaid, u.v.m. Die preisgekrönte CBS-News-Produzentin Mary Mapes (Cate Blanchett) und der Nachrichtensprecher Dan Rather (Robert Redford) sind ein eingespieltes Team und für ihre investigativen Reportagen bekannt. Zusammen leiten sie die Nachrichtensendung »60 Minutes«. Eine Enthüllung sorgt im Jahr 2004 für besonders viel Furore und hat weitgreifende Konsequenzen für die Journalisten. Wie die Ermittlungen von Mapes und Rather zeigen, weigerte sich George W. Bush, als Soldat in den Vietnamkrieg zu ziehen. Während seines Militärdienstes 1968 nutzte die Familie Bush ihren Einfluss, um dem zukünftigen Präsidenten der USA den Einsatz zu ersparen und ihn stattdessen bevorzugt in die Nationalgarde eingliedern zu lassen. Mit ihrer Story lösen Mapes und Rather einen öffentlichen Skandal und ein Medienecho aus, das ihnen mit großer Wucht entgegenschlägt und ihre Karrieren ernsthaft gefährdet. Statt des Präsidenten geraten plötzlich die Reporter um Produzentin Mary Mapes (Cate Blanchett) und Nachrichtensprecher Dan Rather (trieft vor Gravität: Robert Redford) ins Kreuzfeuer. Regisseur Vanderbilt bleibt konsequent auf das journalistische Alltagshandwerk und seine technischen Details konzentriert: Aktenberge werden durchgearbeitet, Meetings abgehalten und die Telefone zum Glühen gebracht. Dass das trotzdem nie langweilig wird, liegt neben dem straffen Drehbuch vor allem an der zweifachen Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett (für »Aviator« und »Blue Jasmine«), die als Mary Mapes eine solche Leidenschaft und Integrität ausstrahlt, dass das Publikum sich dem Sog ihrer Recherchen kaum entziehen kann – und zwar selbst dann nicht, wenn es eine geschlagene Viertelstunde lang um eine spezielle Funktion einer 30 Jahre alten Schreibmaschine geht. James Vanderbilt hat mit dem Skript zu David Finchers »Zodiac« die Grundlage für einen der besten Reporter-Filme aller Zeiten geliefert. Es ergibt also Sinn, dass der Drehbuchautor (»The Amazing Spider-Man«, »White House Down«) für sein Regiedebüt nun ebenfalls ein Journalismus-Thema gewählt hat. ◆ ARTHAUS-KINOTIPP Hanix Nr. 41

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AUSSERDEM IM KINO Zoolander 2 Start: 11. Februar 2016 Die Fortsetzung der 2001 erschienenen Action-Komödie mit dem Fashion-Model Derek Zoolander, gespielt von Ben Stiller. Eine seltsame Mordserie hält die Welt in Atem: Jemand hat es offensichtlich auf die schönsten Menschen der Welt abgesehen, immer mehr Models und Schöne werden tot aufgefunden – so weit, so erschreckend. Doch damit nicht genug: Alle hatten sie während ihres Todes den von Ex-Supermodel Derek Zoolander berühmt gemachten, ikonischen »Blue Steel«-Gesichtsausdruck. Aus diesem Grund setzt Interpol Zoolander und dessen Freund Hansel McDonald (Owen Wilson) auf den Serienkiller an. Die beiden tauchen in eine neue, gefährliche Welt der Haute Couture ein, um den Fall zu lösen. Der geilste Tag Start: 25. Februar 2016 Tragikomödie, die von der Begegnung zweier Männer handelt, die sich zufälligerweise in einem Hospiz treffen und beschließen, vor ihrem Tod den besten Tag ihres Lebens zu verbringen. Eigentlich sind der 33 Jahre alte Andi (Matthias Schweighöfer) und der 36-jährige Benno (Florian David Fitz) zwei grundverschiedene Männer – eine Gemeinsamkeit haben die beiden jedoch: Sie sind todkrank und werden in absehbarer Zukunft sterben müssen. Deshalb planen die Todgeweihten ein Abenteuer, den geilsten Tag ihres Lebens, um noch einmal richtig die Sau rauszulassen. Aber egal wie weit die zwei reisen, echte Befriedigung scheint sich nicht einzustellen … Der Spion und sein Bruder Start: 3. März 2016 Eine neue Komödie von und mit Sacha Baron Cohen, der schon in Borat, Brüno oder Der Diktator die Lachmuskeln des Publikums strapazierte. Ein Top-Agent des Mi6, ausgebildet als gnadenloser Profikiller, ist auf der Flucht. Gespielt wird der Undercover-Spion von Mark Strong. Der muss sich nun, ob er will oder nicht, mit seinem idiotischen Bruder (Sacha Baron Cohen) zusammentun, um einen heiklen Fall zu lösen. Dass der Bruder des Agenten nicht nur nicht der Hellste, sondern auch noch ein fußballverrückter Hooligan ist, macht die Sache natürlich nur interessanter. Mein Ein, mein Alles Start: 31. März 2016 Französisches Drama, in dem zwei Menschen mittleren Alters die Höhen und Tiefen einer zum scheitern verurteilten Beziehung durchleben. Tony (Emannuelle Bercot) erholt sich gerade im Krankenhaus von einem schweren Skiunfall und versucht, ihre Gedanken zu ordnen. So erlebt und verarbeitet sie in Flashbacks noch einmal ihre wilde Beziehung zu Georgio (Vincent Cassel), einem Restaurator. Die beiden lernten sich in einem Club kennen und es schien Liebe auf den ersten Blick zu sein; im Laufe der Zeit jedoch zeigt sich, dass die Partnerschaft immer mehr in die falsche Richtung läuft: Obwohl die beiden voller Leidenschaft füreinander sind, können sie sich doch nicht glücklich machen: Trotz gemeinsamem Kind steuert die Beziehung auf eine Katastrophe zu … f r e i r a u m - p h o t o s . d e WEITERE KINOFILME

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Kofferraum-Business, Libanon 2015 (Foto: Memo Filiz)

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Christine Strobl ist seit 2012 Geschäftsführerin der ARD-Tochter Degeto. In Frankfurt trafen wir die mächtige TV-Frau, die an den Wochenenden nach Heilbronn pendelt, zum Interview und sprachen über die neue Degeto-Programmatik unter ihrer Leitung, Gleichberechtigung, Vitamin B und Heilbronn als Heimatstadt. Von Robert Mucha, Fotos: Memo Filiz »Ich habe den ARD-Dreh in Heilbronn nicht verhindert« Hanix Nr. 41 Christine Strobl, die älteste Tochter von Finanzminister Wolfgang Schäuble und Ehefrau von CDU-Politiker Thomas Strobl, wurde 2012 Programmgeschäftsführerin der Degeto. Sie verantwortet die Abteilungen Film und Planung, Serie sowie Kinder- und Familienprogramm. Vor ihrer Beförderung leitete Strobl die Abteilung Kinderund Familienprogramm des SWR. INTERVIEW DES MONATS

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Hanix Nr. 41 Hanix: Frau Strobl, wann gaben Sie das letzte Interview, in dem Sie nicht auf Ihren Vater oder Ehemann angesprochen wurden? Christine Strobl: Meistens werde ich spätestens am Ende noch dazu befragt. Das stört mich nicht. Erstens ist es inzwischen Gewohnheit und zweitens gehören die beiden schließlich zu meinem Leben dazu. Können Sie sich erinnern, wann Sie das letzte Mal für eine Woche am Stück in Heilbronn waren? Das ist lange her. Ich bin zwar jedes Wochenende in der Stadt und habe meine festen Rituale. Aber wann ich eine Woche am Stück in Heilbronn verbracht habe, kann ich gar nicht sagen … Mehr als drei Jahre wird es aber schon her sein. Was machen Sie, wenn Sie in Heilbronn sind? Hauptsächlich einkaufen und mehrere »Schwätzchen« halten. Ich gehe auf den Wochenmarkt und danach Kaffeetrinken und mit den Leuten, die ich dabei treffe, unterhalte ich mich ausgelassen. Wenn man, wie ich, unter der Woche nicht zuhause ist, muss man sich auch um solche trivialen Dinge wie den Haushalt kümmern. Finden Sie in der Heilbronner Innenstadt alles, was Ihr Shoppingherz begehrt? Eigentlich kaufe ich alles in Heilbronn. Auch Mode? Klar, fast alles was ich trage, ist in Heilbronn gekauft. Ich mag die Größe der Stadt unheimlich gern und habe meine Geschäfte, in denen ich alle kenne. Können Sie sich Heilbronn als kleine Medien- und Filmstadt vorstellen? Oder war so ein Dreh, wie im Oktober für den ARD- Film »Wer aufgibt, ist tot« eher die Ausnahme? Eine große Medienstadt wird Heilbronn wahrscheinlich nie werden. Aber es gibt das Beispiel Ludwigsburg, wo eine der renommiertesten Filmhochschulen Deutschlands angesiedelt ist. In diese Richtung könnte sich ja etwas in Heilbronn etablieren, auch wenn das ein langer Weg wäre. Heilbronn will und muss sich nach innen und außen besser Verkaufen. Nicht umsonst sagt Harry Mergel, dass die Aktie Heilbronn aktuell unter Wert gehandelt werde. Vielleicht müsste sich Heilbronn nicht nur als Wissens-, sondern auch Medienstadt positionieren, und beides miteinander koppeln. Dann würde man Publicity automatisch aus sich selbst heraus generieren. An Ludwigsburg sieht man jedenfalls, dass so etwas möglich ist, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Ludwigsburg als Standort der Filmakademie war auch nicht gottgegeben. Man muss das eben wollen und die richtigen Menschen zusammenbringen. Das hat sicherlich auch etwas mit dem Thema Ausbildung zu tun: In dem Moment, in dem Ausbildung angesiedelt wird, gelingt Einiges. Empfinden Sie Heilbronn als Ihre Heimatstadt? Ja, absolut. Ich bin hier glücklich und möchte privat auch nirgendwo anders hin. Heilbronn ist mein Zuhause. Wie viel haben Sie persönlich damit zu tun, dass in Heilbronn über einen Monat (Oktober 2015) ein großer ARD-Film mit nationalen Schauspielgrößen gedreht wurde? Am besten gar nichts. Beziehungsweise habe ich es nicht verhindert. (lacht) Grundsätzlich entscheidet sich so etwas ja auch durch die Geschichte des Films oder die Produktionsfirma, die unbedingt in einer Stadt wie Heilbronn drehen will. Wie war das Feedback der Filmcrew zum Drehort? Die hat sich wohlgefühlt. Sie ist sehr offen aufgenommen worden und allen hat es in Heilbronn sehr gut gefallen, vor allem auch wegen des guten Wetters. CHRISTINE STROBL Hier war man schon etwas stolz, dass so eine große Produktion in der Stadt realisiert wird. Wenn nur die Staus und Straßensperrungen nicht gewesen wären ... (lacht) Also ich habe noch nie einen Dreh erlebt, bei dem es keine Herausforderungen und damit auch vielleicht etwas Ärger gab. Der Unterschied zu beispielsweise Berlin ist aber, dass dort im vergangenen Oktober 38 Filmproduktionen stattfanden. Da ist dann die Begeisterung in der Stadt gegenüber den Einschränkungen durch Filmdrehs deutlich eingeschränkter. Wann werden Sie »Wer aufgibt, ist tot« erstmals sehen und wie werden Sie den Film in der Postproduktion begleiten? Auf jeden Fall werde ich ihn vor der Ausstrahlung sehen, wie jeden unserer Filme. Das sind etwa 160 pro Jahr. Seit 2012 sind Sie das Degeto-Oberhaupt. Sie mussten den Laden ordentlich auf links drehen, überhaupt erst Strukturen und Verantwortungsbereiche definieren und schaffen. Waren Sie selbst erschrocken, dass so etwas Unorganisiertes und Unkontrolliertes möglich war im Hause der großen ARD? Ich versuche, mich nicht zu viel mit Vergangenem zu beschäftigen. Aber als ich angefangen habe, war ich schon irritiert und habe es so auch nicht erwartet. Allerdings fällt hier auch eine Menge Arbeit für ein kleines Team an und da ist die Gefahr groß, dass strukturell etwas »verrutscht«. Ich glaube alles funktioniert besser, wenn man klare Aufgabenbereiche und Verantwortlichkeiten, eine offene Kommunikation und gute Organisationsstruktur hat. Das ist für mich die Grundlage für erfolgreiche Arbeit und die haben wir jetzt. Schon 2015 verfügten Sie wieder über den vollen redaktionellen Budgetrahmen von 160 Millionen Euro, hatten aber immer noch Altlasten abzuarbeiten. 2016 wird Ihr erstes »richtiges Jahr«; was darf erwartet werden? In der Produktion hatten wir keine Altlasten mehr, also ist 2016 eigentlich das zweite »richtige« Jahr. Wir haben ein großes Highlight am 6. Februar, einen Zweiteiler über Uwe Barschel, der auf dem Filmfest München den renommierten Bernd Burgemeister Fernsehpreis gewonnen hat. Auf »Der Fall Barschel« kann man sich wirklich freuen. Auch »Das Programm«, ein Thriller über ein Zeugenschutzprogramm, ist ein toller Film, der zum Jahresbeginn, am 4. Januar, ins TV kommt. 2016 allgemein wird ein tolles Fernseh-Jahr. Insgesamt verfügt die Degeto über ein Budget von 400 Millionen Euro. 240 Millionen sind, plump gesagt, für Verwaltungsaufwand vorgesehen. Das ist für Laien schwer nachzuvollziehen. Das ist auch ein falscher Eindruck. Unser Verwaltungsaufwand ist schlank, der liegt bei nur etwa zehn Millionen. Von den 400 Millionen Jahresbudget verantworten wir 160 redaktionell, d.h. Sie können sich also bei mir über den Inhalt der Filme beschweren. Die restlichen 240 Mio. sind vertragliche, kalkulatorische und administrative Dienstleistungen, die wir für die ARD-Sender erbringen, d.h. wir machen für sie die Verträge mit den Filmproduzenten und zahlen die Rechnungen über unseren Etat. Aber mit dem Inhalt der Filme haben wir an der Stelle nichts zu tun. Angetreten sind Sie zum einen mit dem Ziel, die Degeto transparenter zu machen, aber auch, um für eine neue inhaltliche Programmatik zu sorgen. Sprich, das, was der Zuschauer in Zukunft auf Degeto-Sendeplätzen zu sehen bekommt, wird sich maßgeblich vom Programm der Vergangenheit unterscheiden. Weniger Liebesschnulzen, mehr Themen aus dem Alltag. Richtig? Ja und nein. Das klingt jetzt so, als wäre alles schlecht gewesen, aber dem war überhaupt nicht so. Hier wurden

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»Die besten Regisseure oder der Autor, der ein gutes Buch geschrieben hat, sollen zuerst zu uns kommen. Das haben wir glaube ich geschafft und darauf bin ich auch stolz.« herausragende Filme gemacht. Es war allerdings schon so, dass sich gerade am Freitag manches Rollenbild, manches Klischee oder manche Gesichter so sehr eingeschlichen hatten, dass man daran etwas ändern musste und auch die Qualität der Filme nicht an jeder Stelle meinem Anspruch genügte. Hier haben wir uns modernisiert und es ist daher auch so, dass unsere heutigen Filme mit denen von vor vier Jahren nicht mehr viel gemeinsam haben. Wir haben eine große Vielfalt an Darstellern, auch junge, unbekannte Gesichter. Wir erzählen andere Geschichten, wir erzählen sie viel zeitgemäßer und widmen uns auch anderen Themen. So haben wir beispielsweise den Transgender-Film »Mein Sohn Helen« mit Heino Ferch und Jannik Schümann gedreht, den man früher sicher nicht um 20.15 Uhr gezeigt hätte. Wie war es früher? In der Vergangenheit war die Story eher so gestrickt, dass der Vater auf dem Bauernhof stirbt, die Tochter aus der Stadt zurückkommt, den Hof rettet und sich in ihre Jugendliebe vom Land verliebt. Heute ist am Freitag um 20.15 Uhr vieles einfach moderner geworden und dem Zeitgeist entsprechend. Wir wollen eine Anlaufstelle für die Besten und Kreativsten sein. Klingt nach einer neuen Zeitrechnung. Die besten Regisseure oder der Autor, der ein gutes Buch geschrieben hat, sollen zuerst zu uns kommen. Das haben wir glaube ich geschafft und darauf bin ich auch stolz. Hat Christine Neubauer schon bei Ihnen angerufen und sich ob des Kurswechsels beschwert? Christine Neubauer und ich sind in ständigem Austausch, insofern muss sie gar nicht anrufen. Es gibt Phasen, in denen man als Schauspieler mal mehr und mal weniger gefragt ist. Dafür kann Frau Neubauer erst mal nichts. Während Ihres ersten Jahres haben Sie über 200 Einzelgespräche mit Autoren, Produzenten, Schauspielern geführt. Die guten Ideen wurden damals an die Degeto nicht mehr herangetragen. Auf welches Klima und welche Rückkopplungen sind Sie bei diesen Gesprächen mit den Kreativen der Branche gestoßen? Die waren positiv überrascht und auch etwas skeptisch. Das Schöne an meinem Job ist, dass man viel Teamwork braucht und in ständigem Austausch steht. Manche Regisseure, die früher viel mit uns gearbeitet haben und jetzt nicht mehr so gefragt sind, sind deshalb vielleicht etwas enttäuscht, aber wir brauchen einfach auch Vielfalt. Haben Sie eine Lieblingsproduktion aus ihrem Hause und eine persönliche Lieblingssendung im Fernsehen? Nein, aber unsere Filme sind alle wie kleine Babys für mich. Schließlich beschäftigen wir uns immer für eine lange Zeit mit dem Thema und gehen mit dem Team einen langen Weg zusammen, von der Idee bis zur Ausstrahlung. Ich hänge an allen Filmen und möchte stolz auf sie sein können. Privat schaue ich dann eigentlich kaum noch in den Fernseher, da ich schon beruflich vier bis sechs Stunden Filme schauen darf. Wenn ich dann mal etwas sehe, sind es meistens Nachrichten. Also könnte man sagen, dass meine Lieblingssendung außerhalb der Degeto die »Tagesschau« ist. Wenn man sich quer durchs umfangreiche Unterhaltungsprogramm zappt, dann schüttelt oft genug reflexartig der Kopf. Sei es wegen unsäglicher Rückblicks- oder Top-25-Shows mit D- bis H-Promis oder wegen realitätsferner TV-Schnulzen, wie sie die Degeto früher zuhauf produziert hat. Wieso fehlt Fernsehmachern der Mut, etwas zu wagen? Liegt es nur am Quotendruck? Hier muss ich Ihrer Analyse widersprechen, die ich nicht teile. Ich empfinde uns nicht als mutlos, eher im Gegenteil. Hanix Nr. 41 INTERVIEW DES MONATS

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Schauen sie sich nur »Er ist wieder da« an, ein, wie ich finde, wirklich mutiger Film. Und es hat funktioniert. Ich könnte Ihnen viele Beispiele aus unserem Haus nennen, die ich sehr mutig finde. Wenn man das Gesamtbild aller TV-Sender betrachtet, kann eventuell der Eindruck entstehen, den Sie angedeutet haben. Das mag dann aber auch daran liegen, dass viele Fernsehen inzwischen als eine Art Nebenbei-Medium nutzen, ähnlich wie das Radio. Themenwechsel. Laut Eigenaussage mussten Sie nie um Gleichberechtigung kämpfen. Sicher? Ja, ich persönlich habe nie gespürt, dass ich als Frau Nachteile hätte. Ich kann allerdings auch nicht sagen, dass ich Vorteile hätte. Jedenfalls gab es nie eine Situation, in der ich nicht infrage kam, nur weil ich eine Frau bin. Ich weiß allerdings auch, dass es in der Summe anders ist, und achte in meinem Job darauf, auch Frauen zu fördern. Ich glaube, Frauen müssen das Thema »Netzwerk« stärker begreifen und mehr Vorbild für andere Frauen sein. Es kann ja nicht sein, dass z.B. 50 Prozent der Abgänger von Filmhochschulen weiblich sind, Regisseurinnen aber nur 20 Prozent unserer Produktionen besetzen. Hier wollen wir schon etwas ändern. Wie sieht es unter Ihrer Regie aus: Wie viele Führungspositionen gibt es bei der Degeto und in welchem Geschlechterverhältnis sind sie besetzt? In der Geschäftsführung sind wir bald wieder zu zweit. Spätestens zum 1. April 2016 wird Gerhard Schneider die kaufmännische Leitung der Degeto übernehmen. Da wäre das Verhältnis also 50/50. Von unseren sechs Abteilungsleitern sind zwei weiblich. Stellen wir uns einmal vor, Sie wären im selben Job, aber Sie hießen Christian von der Leyen, ihre Mutter wäre Verteidigungsministerin und ihre Ehefrau wäre Julia Klöckner, CDU-Vorsitzende in Rheinland-Pfalz: Wären ähnlich viele Vitamin-B-Vorwürfe, was Ihren Karriereweg angeht, auf Sie eingeprasselt, wie es in der Realität der Fall war? Über solche Vorwürfe habe ich mich nie geärgert, weil mir selbst das noch zu blöd gewesen wäre. Es ist natürlich legitim, dass Menschen solche Gedanken haben, aber ich nehme mir dann immer vor, das nicht allzu ernst zu nehmen. Es stört Sie nicht, wenn Ihre Karriere mit Ihrem familiären Hintergrund verknüpft wird? Klar kann es sein, dass man als Ehefrau oder Tochter betrachtet wird, aber im Endeffekt ist das doch egal. Ich mache meinen Job und ich mache ihn gerne und die, die ihn beurteilen müssen, machen das auch. Der Rest interessiert mich nicht. Jetzt da wir Sie kennen und schon hier sitzen: Wir bieten Ihnen eine Idee, eine Once-in-a-lifetime-Gelegenheit für eine zukünftige ARD-Serie. Drei Schlagworte: »Bezirksliga. Voll aus dem Leben. Lustig.« Die ersten Dialoge sind auch schon geschrieben. Wirklich unterhaltsam. Wollen Sie »off the record« mehr hören? Das müsste doch genau der Stoff sein, nach dem die Degeto sucht ... (lacht) Also ich bin immer interessiert und Bezirksliga klingt ja schon mal nach großer Komödie! Wir tun uns mit Komödien sowieso nicht leicht, da es unheimlich schwierig ist, den richtigen Humor zu treffen. Schicken Sie also mal was rein. Ich muss Sie jedoch warnen, dass sich viele Ideen sehr gut anhören, am Ende auf dem Papier dann aber weniger gut funktionieren. Wir hatten aber auch schon sehr gute Ideen von Leuten, die noch nie ein Drehbuch geschrieben hatten. ◆ CHRISTINE STROBL

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Titelthema: [S. 48–60] JOB & KARRIERE »Vielleicht ist es doch kein Burnout. Vielleicht ist der Job scheiße.« Meta Bene, Illustrator & Schöndenker Artwork: Kathrin Leisterer Hanix Nr. 41 360Grad-Azubisuche → S. 48 ABC DER JOBWAHL → S. 50 »Kontakt ist wichtig« → S. 52 KUNST GEHT NACH BROT – UND DAS KANN MAN IN HEILBRONN LERNEN → S. 54 »Verlasst eure Komfortzonen« → S. 57

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Hanix Nr. 40 Kapitel 47

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»Wenn die Generation schon alles hinterfragt, sollte man ihr auch Antworten liefern, um interessant zu bleiben« 360GRAD-AZUBISUCHE Wir sprachen mit DAVID SANSI und PHILIPP KIONKA darüber wie gutes Essen und gesunde Netzwerke zu Projekten wie der 360Grad-Azubisuche führen können und wie Unternehmen in Zukunft die Quantität und Qualität ihrer Bewerbungen steigern können. Von Kazimir Gusdek Foto: Memo Filiz Hanix: Zunächst: Wer seid ihr? Was macht ihr? David Sansi: Ich bin Marketing- und Eventleiter bei Radio Ton. Philipp Kionka: Komprimiert? (lacht) Ich vermiete mit einem Freund und Geschäftspartner rund 40 Studentenzimmer in Altbauten, betreibe seit über sechs Jahren das Kreativzentrum-Heilbronn in der Salzstraße, handle und vermittle Kunst und produziere Ausbildungsplatzfilme mit meiner Firma FormatFilm und Azubifilm.tv. Mit diesem Projekt möchte ich Unternehmen dabei unterstützen, die Quantität und Qualität ihrer Bewerber zu steigern. Seit Oktober 2015 auch in Zusammenarbeit mit RadioTon. Wie kam es zu eurer Zusammenarbeit und wie kann man sich euer Tun vorstellen? David: Mein Freund und Koch Peter von Ribbeck rief mich an und meinte »Da macht heute so ein junger Kreativer einen Netzwerkmittagstisch. Magst du mitkommen?« Hanix Nr. 41 TITELTHEMA: JOB & KARRIERE

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Hanix Nr. 41 Philipp: Stimmt ja! Das war ein schöner Mittag! #GemüselasagneundSchokoavocadocreme David: (lacht) Da lernten wir uns kennen und schätzen. Als ich von Philipps Projekt »Azubifilm.tv« mitbekommen hatte, habe ich das in der Chefetage vorgestellt und schnell grünes Licht bekommen. Darauf haben wir dann gleich einen Azubifilm gedreht. Das ging fix und reibungslos in sechs Stunden und noch ein paar Tagen im Schnitt. Nachdem der Film dann online war, haben wir überdurchschnittlich viel positive Rückmeldung bekommen. Das hat uns begeistert und motiviert, weiter zu denken. Und da kam es zur Idee für die 360Grad- Azubisuche? Philipp: Genau. Wir hatten ja bereits ganz unkompliziert und gewinnbringend zusammengearbeitet und da erschien uns das als logische Konsequenz. Wir haben uns also damit auseinandergesetzt, was Unternehmen benötigen, um mit ihrer Kommunikation bis zu den potentiellen Azubis durchzudringen. Außerdem haben wir zusätzliche Partner angesprochen, die in ihren Bereichen führend und vor allem nah an den gewünschten Zielgruppen sind. David: 360Grad-Azubisuche bedeutet in unserem Fall, dass der Kunde zu einem Preis und aus einer Hand Radiowerbung, einen Azubifilm, Printwerbung, regionalisierte Onlinewerbung und Social Media-Aufmerksamkeit bekommt. Das ist einzigartig, flächendeckend und vor allem preisgünstiger, als alle Leistungen einzeln einzukaufen. Und zusätzlich nehmen wir den Unternehmen die gesamte Erstellung und somit Arbeit ab. Philipp: Und erreichen damit tatsächlich die Personen, die es auch erreichen soll. Was haben nun die Firmen davon, wenn sie euch nach Auszubildenden suchen lassen? David: Zunächst decken wir junge Medien in der Region ab, gehen mit dem Sendegebiet weit darüber hinaus und bewegen uns mit den Azubifilmen über Youtube im optimalen Medium, um die Zielgruppe anzusprechen. Philipp: Besonders mit den Filmen wollen wir zeigen, was die Jugendlichen im jeweiligen Beruf erwartet. Das kann eine normale Stellenanzeige nicht. Wenn die heutige Generation schon alles hinterfragt, sollte man ihr auch Antworten liefern, um interessant zu bleiben. Deshalb zeigen die Filme nicht nur den zukünftigen Arbeitsplatz, sondern vor allem auch Azubis und Ausbilder im Unternehmen. Vielen ist es sehr wichtig zu wissen, mit wem sie mehrere Jahre arbeiten werden und ob ihnen diese Person sympathisch ist. Deshalb basieren unsere Filme auf Interviews, um möglichst nah an den Menschen der jeweiligen Firma zu sein. ◆ Mehr Informationen unter: www.azubifilm.tv 360GRAD-AZUBISUCHE

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AUSSCHLAFEN Nicht nur das Gehalt ist wichtig. Was man bei der Wahl des Arbeitgebers noch im Blick haben sollte. Ein Abc. Von Kathrin Fromm/ Zeit Campus Arbeitsbeginn: Die meisten Bürojobs beginnen zwischen 7 und 9 Uhr – mit Gleitzeit wahlweise etwas früher oder später. Im Kreativbereich geht es meist gegen 10 Uhr los. Als Arzt, Sozialarbeiter oder in der Kultur- und Tourismusbranche gibt es Schichtdienst – auch am Wochenende. In internationalen Teams gilt: Die asiatischen Kollegen sind bis mittags zu sprechen, für eine Videokonferenz mit Kollegen in Amerika muss man abends länger im Büro bleiben. Freiheit: Der Spielraum, den man hat, variiert, je nachdem, welche Rolle Hierarchien im Unternehmen spielen und welchen Führungsstil der Vorgesetzte pflegt. In einigen Firmen werden Ideen schnell umgesetzt, in anderen müssen sie erst von fünf Stellen genehmigt werden. Manche Vorgesetzte geben alle Arbeitsschritte vor, andere erkundigen sich nur kurz nach dem Zwischenstand des Projekts. Auch auf die zeitliche Freiheit kann man achten: Muss man jeden Gang zum Bäcker erklären, oder zählt vor allem das Ergebnis? Branche: Ist man beim Du oder Sie? Herrscht Anzug- und Krawatten-Pflicht selbst bei Sommerhitze? Viel hängt von der Branche ab: neben dem Umgangston, der Kleiderordnung und den Arbeitszeiten auch das Gehalt. Besonders förmlich geht es bei Banken und Versicherungen zu. Beim Gehalt liegen Banken, der Fahrzeugbau und die Chemieindustrie vorn. Bei Verlagen, im Sozialwesen sowie im Kultur-, Sportund Unterhaltungsbereich verdient man durchschnittlich am wenigsten. Extras: Was bietet die Firma neben dem Gehalt an? Gibt es Urlaubs- und Weihnachtsgeld? Prämien oder Boni, wenn Ziele erreicht werden? Bekommt man einen Dienstwagen, ein Firmenhandy oder eine vergünstigte Monatsfahrkarte? Ebenso kann man nachfragen, ob das Kantinenessen bezuschusst wird und ob es eine Kita für Mitarbeiterkinder gibt. Größe: Eine Umfrage des Trendence-Instituts ergab, dass die Wunscharbeitgeber von Absolventen vor allem große und bekannte Konzerne wie BMW, Bosch, Google oder Lufthansa sind. Der Vorteil, wenn man bei einem großen Unternehmen anheuert: Im ersten Berufsjahr verdient man im Schnitt rund 1000 Euro mehr im Monat als bei kleinen Firmen, auch Urlaubsgeld wird bei den Großen häufiger gezahlt. Außerdem haben Konzerne oft eigene Weiterbildungsakademien und können so regelmäßig Trainings und Seminare anbieten. Rund 60 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten aber bei kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern. Die Vorteile dort: Man lernt in kürzerer Zeit ein größeres Aufgabengebiet kennen und bekommt häufig schneller Verantwortung übertragen. Außerdem sind gerade mittelständische Unternehmen oft Weltmarktführer in ihrem Bereich und bieten den Mitarbeitern dadurch spannende Einblicke. TITELTHEMA: JOB & KARRIERE Hanix Nr. 41

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Hanix Nr. 41 Ort: Bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber sollte man auf den Standort achten. Ist man ein Großstadttyp, tut man sich bei adidas im fränkischen Herzogenaurach womöglich schwer. Andererseits bedeutet in der Großstadt zu arbeiten nicht automatisch, hübsche Cafés und Restaurants um die Ecke zu haben. Viele Firmen sind in Industriegebieten am Stadtrand angesiedelt. Auch für die Anfahrtszeit ist das interessant. Perspektiven: Befördert werden, mehr Geld verdienen, größere, interessantere Projekte betreuen: Im Vorstellungsgespräch kann man nachhaken, welche Aufstiegsmöglichkeiten das Unternehmen bietet. Sind zum Beispiel regelmäßige Fortbildungen vorgesehen? Wie lange dauert es in der Regel bis zur ersten Beförderung? Und gibt es die Möglichkeit, nach ein paar Jahren im Beruf eine Auszeit zu nehmen, um einen MBA zu machen oder seine Doktorarbeit zu schreiben? Feste Karriereschritte sind beispielsweise in der Beratungsbranche üblich. Gute Chancen, eines Tages eine Führungsposition zu bekommen, bieten Traineeprogramme, vor allem für Wirtschafts- und Naturwissenschaftler. Reisen: Die einen finden nichts schöner, als im Job unterwegs zu sein, und träumen von einem mehrjährigen Auslandseinsatz, die anderen fürchten jede noch so kleine Geschäftsreise. Deshalb sollte man sich vorher klarmachen, wie viel man bei einem Unternehmen unterwegs sein wird. Schon ABC DER JOBWAHL vor der Bewerbung kann man auf der Firmenwebsite nachschauen, ob und wo es Standorte im In- und Ausland gibt. Nicht nur große Konzerne agieren international, auch viele Mittelständler exportieren weltweit und produzieren zum Teil auch im Ausland. Wem ein Auslandsaufenthalt wichtig ist, sollte nach den konkreten Möglichkeiten fragen und deutlich Interesse signalisieren. Zum Teil gibt es auch internationale Traineeprogramme, vor allem bei Konzernen. Dann ist ein Auslandsaufenthalt fest eingeplant. Stimmung: Wie denken die Angestellten über die Firma und ihre Arbeit? Sind die Kollegen um die 30 oder eher im Alter der eigenen Eltern? All das kann entscheidend dafür sein, wie wohl man sich bei der Arbeit fühlt. Leider lässt sich im Vorstellungsgespräch nicht einfach die Stimmung erfragen. Eine Möglichkeit, an Informationen zu kommen, sind Bewertungsportale wie Glassdoor und Companize. Ein einfacher analoger Trick: zur Feierabendzeit mal bei der Firma vorbeischauen und beobachten. Wie sehen die Leute aus? Wird vor der Tür noch kurz gequatscht? Oder geht es ohne Verabschiedung schnurstracks zum Auto oder zur nächsten Haltestelle? Überstunden: Es ist sinnvoll, zu fragen, wie eine Firma mit Überstunden umgeht. Wie wird die Arbeitszeit erfasst? Steht im Arbeitsvertrag, ob und wie Überstunden vergütet oder ausgeglichen werden? Muss man auch nach Feierabend für den Chef erreichbar sein? Selbst wenn man nichts dagegen hat, ab und zu ein paar Überstunden zu schieben, ist es wichtig, die Rahmenbedingungen zu kennen. Zimmer: In welchem Büro man arbeiten wird, ist eine berechtigte Frage im Vorstellungsgespräch. Sitzt man allein im Zimmer? Teilt man sich einen kleinen Raum ohne Fenster mit vier Kollegen? Oder steht der Rechner in einem Großraumbüro? In manchen Firmen ist es inzwischen üblich, keinen festen Arbeitsplatz zu haben, sondern morgens einen Rollcontainer mit seinen persönlichen Dingen an einen freien Tisch zu schieben. Am besten, man lässt sich nach dem Vorstellungsgespräch die Büros zeigen. Dann sieht man auch gleich, was an der Wand hängt: schräge Poster und Kritzeleien, Hochglanzfotos vom Firmen-Event oder nur ein einsamer Flucht- und Rettungsplan? Auch das verrät etwas über die Art, wie hier gearbeitet wird.

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Fast jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland hängt an der Automobilindustrie, Jobs in dieser Branche sind gefragt. Allein in diesem Jahr stellt Audi etwa 6.000 neue Mitarbeiter ein, sagt Personalvorstand THOMAS SIGI. Von Werner Schmidt/Süddeutsche Zeitung, Foto: Audi Hanix Nr. 41 »KONTAKT IST WICHTIG« Thomas Sigi ist seit Oktober 2010 Arbeitsdirektor und Mitglied des Audi-Vorstands. Der gebürtige Konstanzer ist verantwortlich für den Geschäftsbereich Personal- und Sozialwesen. Hanix: Herr Sigi, seit Jahren beklagt die deutsche Wirtschaft den Ingenieurmangel. Gilt das auch für Audi? Thomas Sigi: Wir erhalten pro Jahr etwa 130.000 Bewerbungen. Das heißt: Während der Arbeitszeit geht bei Audi im Durchschnitt alle 41 Sekunden eine neue Bewerbung ein. Etwa die Hälfte kommt von Akademikern. Wir haben derzeit also keine Probleme, alle offenen Stellen zu besetzen. Gerne würden wir noch mehr Ingenieurinnen einstellen. Das ist aber gar nicht so einfach: Derzeit gibt es unter den Absolventen der Mint- Studiengänge nur elf Prozent Frauen. Für welche Sparten werden Ingenieure gesucht? Wir wollen uns vor allem in unseren strategischen Wachstumsfeldern verstärken. Besonders gefragt sind zum Beispiel Experten für alternative Antriebe und Leichtbau. Im Zuge der Digitalisierung suchen wir außerdem Spezialisten aus dem Ingenieurwesen oder der IT, die mit Kenntnissen im Bereich Machine Learning, Cloud Computing, Data Analytics und neue Fahrzeugarchitektur das Thema Audi connect vorantreiben. Für TITELTHEMA: JOB & KARRIERE

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den Bereich Audi mobility wollen wir Experten, die innovative Nutzungsmodelle und gesamtheitliche Mobilitätskonzepte entwickeln. Außerdem suchen wir Ingenieure für Themen rund um die »Smart Factory«, die digitale Fabrik der Zukunft. Wie viele Ingenieurinnen und Ingenieure stellt Audi in naher Zukunft ein ? In diesem Jahr holt Audi weltweit etwa 6.000 neue Mitarbeiter an Bord, 4.000 davon in Deutschland. Mehrere Hundert davon werden die Vernetzung des Autos und die Digitalisierung der Fabrik unterstützen. Auch kommendes Jahr werden wir in wichtigen Zukunftsfeldern Experten und Nachwuchskräfte einstellen. Wer hat die besseren Chancen, ein Absolvent mit Bachelorabschluss oder ein Bewerber mit Masterstudium? Wir schauen uns in erster Linie den Menschen an und nicht den Abschluss. Wir suchen Mitarbeiter, die für ihr Thema brennen, die Mut beweisen und sich über das Fachliche hinaus engagieren. Dabei ist es in den meisten Fällen nicht allein entscheidend, ob ein Bachelor- oder Masterabschluss vorliegt. Nur für einige Stellen, in denen wir dies explizit fordern, ist ein hoher Spezialisierungsgrad notwendig. Was sind die primären Erwartungen an einen Hochschulabgänger, der sich für einen Ingenieurjob interessiert? Fachlich rücken Kompetenzen in der IT immer mehr in den Fokus. Auch die Fähigkeit, vernetzt und flexibel zu reagieren, wird immer wichtiger. Neben der fachlichen Qualifikation wünschen wir uns Herzblut für unsere Themen. THOMAS SIGI Unsere künftigen Mitarbeiter sollten sich mutig einbringen, an ihren Aufgaben wachsen und sich weiterentwickeln. Weit mehr als 100.000 Menschen bewerben sich jährlich um einen Job in Ihrem Konzern. Wie stellen Sie sicher, den Richtigen oder die Richtige zu finden? Uns ist es wichtig, frühzeitig direkte und persönliche Kontakte zu potenziellen Bewerbern zu knüpfen. Deshalb tauschen wir uns mit Nachwuchskräften und Experten auf Messen und Karrieretagen oder auch in den sozialen Medien aus. Wir wollen langfristige Bindungen aufbauen. Ein Teil unserer Nachwuchskräfte hat vorher schon seine Abschlussarbeit bei Audi geschrieben oder sein Praktikum bei uns absolviert. In diesem Jahr machen etwa 2.000 junge Leute bei uns ein akademisches Praktikum, im Durchschnitt bleiben sie rund fünf Monate. Dabei erwerben sie erste fachliche Qualifikationen, wir lernen sie kennen – und sie wiederum uns. Wenn sie sich auf eine feste Stelle bewerben, erleichtert das den Auswahlprozess. Bei der Personalauswahl gilt grundsätzlich das Mehraugenprinzip, wir beziehen dabei auch künftige Kollegen des Bewerbers mit ein. Wichtig ist uns, dass nicht nur die fachliche Qualifikation stimmt, sondern dass die Persönlichkeit zu Audi passt. So findet umgekehrt auch der Bewerber sehr schnell heraus, ob er sich mit unserer Unternehmenskultur und unseren Werten identifizieren kann. ◆ ANZEIGE Fachkräfte für Heilbronn-Franken – herzlich willkommen! Die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF) betreibt das regionale Standortmarketing und setzt sich für die Förderung der Wirtschaft & Infrastruktur in Heilbronn- Franken ein. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist es, qualifizierte außerregionale und internationale Fachkräfte für die Unternehmen vor Ort zu gewinnen. Wie? Die WHF pflegt seit Jahren ein europaweites Hochschulnetzwerk und hält Kontakt zu Hochschullehrern und Professoren. Um die Stärken der Region an Studierende & Absolventen heranzutragen ist die WHF auf vielen Karrieremessen unterwegs. Gleiches Ziel verfolgt die WHF auch mit der Organisation von individuellen Exkursionen in die Region. Auch das Akademikerjobportal regiojobs24.de der WHF bietet hiesigen Unternehmen die Möglichkeit kostenlos Stellenangebote zu veröffentlichen um mehr Bewerber zu erreichen. Mit der Einrichtung des Welcome Centers Heilbronn-Franken wurde ein weiterer Baustein zur Fachkräftegewinnung gelegt. Seit Juli 2014 berät das Welcome Center kleine und mittlere Unternehmen in Fragen der Gewinnung & Integration internationaler Fachkräfte. Zudem bietet es für neuzugewanderte Fachkräfte samt Familie eine Lotsenfunktion bei Fragen rund um Leben, Wohnen, Bildung & Arbeit. „Wir wollen Fachkräfte für die Region gewinnen und willkommen heißen, damit sie sich wohlfühlen und die Region nachhaltig bereichern“, so Dr. Andreas Schumm, Geschäftsführer der WHF.

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Und wohin geht die Musik – und damit auch das Geschäft damit? Diese Frage stellte sich genreübergreifend. BEAT FEHLMANN ist Intendant der Südwestdeutschen Philharmonie in Konstanz, sehr erfolgreich – und ohne genreübergreifende Berührungsängste. »Wir haben seit hundert Jahren keine neue funktionale Harmonik« sagt er, das sei ein Problem. Und ob es eine Klangerweiterung und eine neue Welt in der Musik geben werde, das wisse auch er nicht. Was er aber sicher weiß, ist, dass auch die Optik in einem Konzert äußerst wichtig ist, dass in einem Orchesterkollektiv auch das Individuum wahrgenommen wird, »denn immer noch sind wir besser geschult zu sehen als zu hören!« Dass er sich in Heilbronn bei der GGS noch ganz anders schulen lässt, ist kein Zufall. Von Brigitte Fritz-Kador Fotos: Presse Kunst geht nach Brot – und das kann man in Heilbronn lernen Beat Fehlmann (41) sieht man es nicht an, was für einen Tag er hinter sich hat: Er ist morgens von Konstanz nach Heilbronn gefahren, hat ihn in den Seminarräumen der GGS (German Graduate School) auf dem Bildungscampus verbracht und ist um 20 Uhr zwar hungrig, aber immer noch uneingeschränkt aufgeschlossen und gesprächsbereit. Die paar Schritte von seinem Hotel zur DistelLitLounge ist er zu Fuß gekommen. Was treibt einen erfolgreichen Musiker, Komponisten und Intendanten dazu, zwei Jahre lang jedes zweite Wochenende und dazwischen auch noch das eine oder andere Mal bei üblicherweise 12- bis 14-Stunden-Tagen nach Heilbronn zu fahren, hier einen berufsbegleitenden Masterstudiengang (»LL.M. in Business Law«) zu belegen und dafür auch noch 10.000 Euro Studiengebühren zu entrichten? Er tut es sich und seinem Job zuliebe. * »Prinz, die Kunst geht nach Brot!«, sagt der Maler Conti in Lessings Trauerspiel »Emilia Galotti« von 1771 – daran hat sich bis heute nichts geändert. Weniger bekannt ist, wie TITELTHEMA: JOB & KARRIERE Hanix Nr. 41

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Hanix Nr. 41 es im Text weitergeht: »... aber der Künstler muss auch arbeiten wollen.« Oder eben lernen. Beat Fehlmann hat eine klassische Musikerausbildung gemacht, jetzt ist er »Arbeiter«. Als er, zur Überraschung vieler, vor drei Jahren zum Intendanten der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz gewählt wurde, hatte er schon Erfahrungen im Orchestermanagement (u.a. bei Justus Frantz� »Philharmonie der Nationen«) – dennoch: Einem jungen Schweizer, damals noch nicht mal im Schwabenalter, einen Apparat mit 110 Mitarbeitern, davon 65 Musiker, und einer Menge finanzieller Probleme obendrauf anzuvertrauen, konnte nur bedeuten, dass er seine Arbeitgeber, das Land Baden-Württemberg und die Stadt Konstanz, von sich überzeugt hatte. In den Etat des Orchesters fließen je 2,5 Millionen von der Stadt und vom Land ein, der Rest auf acht Millionen muss eingespielt werden. Während landauf, landab, Theater und Orchester am Abonnentenschwund leiden, vermeldet Konstanz einen Zugewinn von rund 200 neuen Abos (z. Zt. insgesamt über 2700). Im Verhältnis der Anzahl der Abos zur Einwohnerzahl spielt die Südwestdeutsche Philharmonie damit bundesweit in der ersten Liga, ist deutscher Vizemeister. Das schafft man nicht nur mit Musik alleine, dazu gehören Programmvielfalt, Präsenz, neue Ideen und wirtschaftliches Denken. Mit vier verschiedenen Abo-Ringen wurde die Traum-Auslastungsquote von 96 Prozent erreicht, der größte Konstanzer Konzertsaal hat nur 762 Plätze. Bei Amtsantritt erwartete Fehlmann ein Defizit von 600.000 Euro, die Budgetvereinbarung, in der er sich dazu verpflichtete es in fünf Jahren abzutragen, sei schon nach eineinhalb Jahren so weit erfüllt gewesen, dass man ihm den Rest ersparte. »Ein solches Konstrukt ist eigentlich Irrsinn« sagt Fehlmann. Da bei Orchestern die Personalkosten meist 80 Prozent des Etats betragen, bleiben als »Spielfeld« für eine »schwarze Null« nur 20 Prozent. Beat Fehlmann hat sich für die wirtschaftliche Seite seiner Führungsaufgaben zunächst an der Uni Zürich gezielt fit gemacht, sein Masterstudium an der GGS ist nun ein weiterer Schritt dazu. Ein Orchester wirtschaftlich aufzustellen geht in den Erfordernissen über die der Wirtschaft hinaus. Hier hat man es nicht nur mit sensiblen Musikern und einem sehr satten Markt zu tun, man muss sich auch gegenüber den Unwägbarkeiten der »Politik« behaupten und die Zuneigung des Publikums gewinnt man nicht auf einer rationalen, berechenbaren Ebene. »Laienspieler« haben da keine Chance. Ist das jetzt eine Künstlerkarriere oder eine Managerkarriere, die Fehlmann macht und wie hat er das hinkriegt? Er sagt – pures Understatement – er habe das Orchester neu positioniert und: »Die Schrauben, an denen ich drehen konnte habe ich gedreht, jetzt können wir wieder vernünftig arbeiten.« Es gehe im Orchesterbetrieb viel um Zuverlässigkeit, auch im finanziellen Bereich, und einfach um »vernünftige Arbeit«. BEAT FEHLMANN AN DER GGS Dazu gehören nach seiner Meinung wesentlich auch die Kenntnisse, die er jetzt in Heilbronn erwirbt. Wenn er in gut einem Jahr seinen Masterabschluss hat, ist er zwar kein »Jurist«, aber es wird ihm kein Arbeitsrechtler etwas vormachen, keine Verwaltung etwas abverlangen können, was er vom sicheren Terrain wirtschaftlichen und juristischen Wissens aus nicht einordnen könnte. Bei den immer verschärfteren Bedingungen, unter denen alle hochsubventionierten Kultureinrichtungen arbeiten, ist der Rechenstift mindestens genauso wichtig geworden, wie etwa der Dirigentenstab. »Das müsse man einfach so akzeptieren«, meint Fehlmann. *** Auf der Suche nach einem berufsbegleitenden Studium fand er, dass das Angebot der GGS in Heilbronn eines sei, wie man es sonst in Deutschland nicht erhält, von der inhaltlichen Ausrichtung her bis hin zu den mit dem Studium verbundenen Annehmlichkeiten einer akademischen Infrastruktur, die es so sonst kaum wo gäbe. So findet er es u. a. sehr gut, dass man an der GGS juristische Grundkompetenzen auch ohne juristische Vorbildung erwerben kann, schon das zeichne die GGS in Heilbronn aus. Und auf welchem Niveau hier Wissen geboten werde, auch von den Lehrkräften, das sei ein Genuss. Während er das sagt, hat er seinen Kalbsbraten mit Karotten und Kartoffelbrei genüsslich verzehrt, jetzt könnte man auch mal über Musik sprechen. Fehlmann ist ja nicht nur Intendant, sondern auch »Künstlerischer Leiter« in Konstanz. **** Und dann landet man doch wieder schnell bei deren wirtschaftlichen Aspekten. Ohne Sponsoren werde man, davon ist er überzeugt, Kulturbetriebe nicht aufrechterhalten können. »Es werden Orchester verschwinden«, sagt er, »wichtig ist deshalb, dass man sich beim Sponsoring verortet, also in der Region bleibt.« In Konstanz gelang ihm das mit vielen Partnern, persönlichen Gesprächen, Einladungen, Exklusivkonzerten, auch wenn es um kleinere Beiträge ging. Vielfalt und Format der Konzerte seien bei ihm von Sponsoring immer unberührt geblieben. Bei den sich immer stärker durchsetzenden Compliance-Regeln werde sich auch das Sponsorentum ändern. Sein GGS-Studiengangsleiter Prof. Martin Schulz ist ein international renommierter Experte auf dem Gebiet Compliance. Etwas, das ihm in Konstanz gelungen ist, könnte Beispiel auch für Heilbronn sein: Studenten gewinnen! In Konstanz gibt es derzeit 15.000 – in Heilbronn sollen es mal 12.000 werden. Fehlmann ist mit dem Orchester in die Uni gegangen: »Auch in der Musik gibt es immer einen Standortfaktor. Der Mensch ist abhängig davon, was ihn umgibt.« Studenten, die noch nie Zugang zu

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Hochzeitsreportagen / Paarshootings / Photobooth Klassik hatten, könne man sowohl mit dem traditionellen Repertoire wie auch zeitgenössischer Musik so erreichen, dass sie diese Begegnung, da ist er sich sicher, nie vergessen werden. Das funktioniere allerdings nicht auf Marketing-Ebene, sondern auf Überlegungen, wie man überhaupt zusammenfinden kann. Als Erfolgsbeispiel nennt er ein Projekt von Orchester und Uni zwischen Mathematik, Informatik und Musik: »Ich glaube an gemeinsame Plattformen« sagt er. Seit neuestem können Studenten gegen Vorlage ihres Ausweises die Konzerte der Philharmonie kostenlos besuchen. ◆ nicokurth-hochzeitsfotografie.de * Die tatsächlichen Studiengebühren würden laut GGS 20.000 Euro betragen, aber jeder zum Studium zugelassene Bewerber erhält ein 50-prozentiges Stipendium der Dieter Schwarz Stiftung. ** Der größte Konstanzer Konzertsaal hat 762 Plätze, die Harmonie in Heilbronn bietet für Konzerte etwa 1770 Plätze in 5 Preiskategorien. Die durchschnittliche Platzauslastung beim WKO liegt bei 70 bis 80 Prozent. Im Rahmen einer Budgetvereinbarung trägt auch der derzeitige Intendant des Theaters Heilbronn den von seinem Vorgänger angehäuften Schuldenberg ab, der allerdings aus einer Zeit der Mittelkürzungen wg. Wirtschaftskrise stammt. *** Auch die seit dieser Saison beim WKO als »geschäftsführende Intendantin« angestellte Madeleine Landlinger ist Musikerin und Managerin und hat sich das nötige Rüstzeug erarbeitet und einen betriebswirtschaftlichen Abschluss. Das sei aus dem heutigen Verständnis von Kulturmanagement nicht mehr wegzudenken, heißt es von ihr. **** In Heilbronn liegt sie bei Chefdirigent Ruben Gazarian. Kunst und Lernen Beat Fehlmann ist übrigens in guter Gesellschaft an der GGS, auch andere »Studenten« holen sich hier die Voraussetzung dafür, in der Kunst auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Pressesprecher Thomas Rauh sagt: »Die Zusammensetzung der Studenten ist sehr vielfältig. Der Studiengang Business-Law ist für Nicht-Juristen und Wirtschaftsjuristen konzipiert. Er vermittelt die juristische Denk- und Arbeitsweise und befähigt dazu, rechtliche Chancen und Risiken zu erkennen. Die Teilnehmer des Studiengangs sind häufig schon älter als 35 Jahre und stehen mitten im Berufsleben. Ihre Berufsfelder spannen sich von den Bereichen Banken/Versicherungen über Biochemie und Ministerien bis hin zum Klinikmanagement.« Christoph Malessa studiert berufsbegleitend an der GGS im MBA und ist bei Pixomondo, einem Spezialisten für visuelle Effekte, als COO für die Abläufe zuständig. Dort sind die Visual Effects für »Game of Thrones« oder den Film »Hugo Cabret« entstanden, die dem Studio einen Oscar und mehrere Emmys einbrachten. Und auch Amy Lungu, freischaffende Violinistin und Geschäftsführerin des Kulturvereins Assumstadt macht an der GGS berufsbegleitend ihren MBA. ◆ BEAT FEHLMANN AN DER GGS

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Stefanie Voss, so heißt es in einer Beschreibung, steht für frischen Wind in der Kommunikation: In Moderationen und Vorträgen oder bei der Konzeption von Marketing-Strategien. Nach langjähriger und internationaler Business-Erfahrung ist sie seit 2009 freiberuflich als Trainerin, Moderatorin, Referentin und Beraterin tätig. Wir sprachen mit der Rheinländerin nach ihrem Vortrag an der Heilbronner German Graduate School of Management and Law über den Nachteil von zu viel Komfort, motivierende Sinnsprüche auf Postkarten und ihr super Marketing-Asset. Von Robert Mucha, Fotos: Memo Filz »Verlasst eure Komfortzonen« Hanix Nr. 41 Hanix: Frau Voss, eines Ihrer Credos lautet: »Verlasse deine Komfortzone«. Hatten Sie es heute schon unbequem? Stefanie Voss: Meine Stimme war heute Morgen weg. Gestern hatte ich einen Vortrag vor über 100 Leuten, bei dem die Audioanlage ausgefallen war. So musste ich den Saal selbst beschallen und heute Morgen hörte sich das nicht gut an. Mit Halstabletten und Tee geht das aber wieder. »Annehmen, was ist« ist übrigens auch eines meiner Credos. Manchmal mache ich es mir jedoch auch bewusst unbequem. Wirklich? Was haben Sie gegen Komfortzonen? Die fühlen sich doch gut an. (lacht) Ich habe überhaupt nichts gegen Komfortzonen. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch Entspannung braucht. Das Problem ist, wenn ich diese Komfortzone überhaupt nicht mehr verlasse. Denn dann entwickle ich mich nicht weiter. Weiterentwicklung verlangt nach dem Verlassen der Komfortzone, da man Lernerfahrungen in der Regel nur außerhalb der eigenen Komfortzone haben kann. Reisen Sie also konsequent Economy, beziehungsweise 2. Klasse, wenn Sie unterwegs sind, oder darf es inzwischen beim Reisen komfortabel sein? (lacht) Ich reise sehr oft Economy. Aber Komfortzonen haben nichts mit Komfort im eigentlichen Sinne zu tun. Viele Menschen denken immer, dass sie in Panik geraten, wenn sie ihre Komfortzonen verlassen. Dabei gibt es einen Zwischenbereich zwischen Komfortzone und Panik, den ich »Stretching-Zone« nenne. In diesen Bereich können wir unsere Komfortzone ausweiten, was ich in meiner Arbeit anstrebe: Ich möchte Menschen dazu bringen, ihre Komfortzone Stück für Stück auszudehnen, in dem sie sich neue Erfahrungen Schritt für Schritt zumuten. Wenn ich Höhenangst habe, fange ich ja TITELTHEMA: JOB & KARRIERE

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auch nicht gleich mit Bungeespringen an, sondern arbeite mich langsam vor. Wann haben Sie zum letzten Mal Ihre eigene Komfortzone verlassen? Häufig gibt es Situationen, in denen ich mir denke, dass ich jetzt etwas machen könnte, es aber irgendwie nicht tue. Und dann sage ich mir: »Jetzt machst du es doch«. Ein ganz banales Beispiel: Ich stehe an der Kasse und die Schlange wird länger. Jetzt gehe ich einfach zur Kassiererin und frage, ob man nicht eine zweite Kasse öffnen könnte. Früher habe ich mir das immer nur gedacht, aber nie getan. Und so etwas ist auch ein Gang aus der Komfortzone. Dazu gehört auch, Menschen, die ich treffe, bewusst Komplimente zu machen. Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich früher selten positive Dinge gesagt habe. Sie haben mit 25 Jahren bewusst einen Karriereschnitt vorgenommen, um die Weltmeere mit dem Segelschiff »Vegewind« zu befahren. Wieso kam es zu dieser Entscheidung? Nach dem Abitur habe ich nicht studiert, sondern direkt eine Ausbildung angefangen und danach sofort gearbeitet. Ich hatte einfach das Gefühl, nochmal raus zu müssen. Mir fehlte das, was meine Freunde hatten: Semesterferien, Auslandssemester und so weiter. Ich hatte ein wenig Geld gespart und durch meinen Großvater (den deutschen Einhand-Weltumsegler Dr. Jörgen Meyer) schon immer die Idee einer Weltumsegelung im Kopf. Einen Partner hatte ich zu der Zeit auch nicht, also dachte ich mir: wenn nicht jetzt, wann dann? Wie lange hat es vom Entschluss die Welt zu umsegeln bis zum Ablegen gedauert? Ein halbes Jahr. In der Zeit habe ich alles mit meinem Arbeitgeber abgeklärt, meinen Krempel verkauft und mich vorbereitet. Hatten Sie bis dato schon Segelerfahrungen sammeln können oder sind Sie als absolutes Segel-Greenhorn aufs Schiff gegangen? Ich habe den ersten Segelschein im Jahr vor der Reise gemacht. Haben Sie da erstmals bewusst den bequemen Pfad verlassen oder liegt das in Ihren Genen? Das liegt in meinen Genen. Ich bin mit 16 als Austauschschülerin in die USA gegangen, und zwar exakt an dem Tag, als der erste Golfkrieg losging. Meine Familie und Freunde sind damals zu den Friedensdemonstrationen nach Bonn gegangen, die Amerikaner aber standen natürlich voll hinter ihren Truppen. Das war schon eine schwierige Zeit für mich, die mich auch ein Stück hat reifen lassen. Der nächste Schritt war dann Argentinien. Als junge, karriereorientierte deutsche Frau in einem lateinamerikanischen, von Machos geprägten Umfeld zu arbeiten, war schon ein Knaller. Und der dritte Schritt war schließlich die Weltumsegelung. Würden Sie jungen Berufstätigen zu einer beruflichen Lücke im Lebenslauf raten oder ist das immer noch eher hinderlich fürs berufliche Vorwärtskommen? Ich würde auf jeden Fall zu solchen Dingen raten und mich auch gar nicht an meiner persönlichen Karriereentwicklung orientieren. Jeder sollte sich manchmal fragen, was für einen selbst interessant ist und wo man den eigenen Horizont erweitern kann. Vor der Weltumsegelung haben mich auch ganz viele Kollegen und sogar Chefs bei Bayer gewarnt und gesagt, dass man sich nach einem Jahr doch gar nicht mehr an mich erinnern würde und es der falsche Zeitpunkt sei, mit 25 ein Jahr auszusetzen. Aber genau das Gegenteil war der Fall, nach meiner Rückkehr kannte mich jeder und ich war »die Weltumseglerin« bei Bayer. Ich hoffe, dass meine Kinder so etwas auch mal machen werden, sei es ein FSJ oder ein Auslandsaufenthalt. Es geht eben nicht darum, sich stringent an irgendwelchen Karriererichtlinien auszurichten; im Endeffekt geht es um die eigene Person und Persönlichkeitsentwicklung. Im Rückblick: Wäre die Schiffsreise vor dem Berufseinstieg karri- Hanix Nr. 41 58 IM GESPRÄCH MIT STEFANIE VOSS

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Hanix Nr. 41 »Als junge, karriereorientierte deutsche Frau in einem lateinamerikanischen, von Machos geprägten Umfeld zu arbeiten, war schon ein Knaller.« ereförderlicher gewesen? Sie wären viele Jahre früher zu wertvollen Erkenntnissen gekommen und hätten vielleicht schon 2005 Ihre Firma Cutwater gegründet und nicht erst 2009. Im Nachhinein kann ich das schwer sagen. Die Reise kam gefühlt genau im richtigen Moment. Zu meiner Zeit in Leverkusen war ich in einer Beziehung und hätte die Reise schon deshalb nicht gemacht. Durch meine Stelle im Ausland löste sich die Beziehung auf und so war ich frei, diese Entscheidung zu treffen. Außerdem fehlte mir nach der Schule schlicht das Geld. Sie sind nach diversen beruflichen Stationen inzwischen selbstständig und eine erfolgreiche Rednerin, Businessexpertin und viel gebuchter Coach. Wie gewinnt man in Ihrem Bereich Kunden und kommt an Aufträge? Wir stellen uns das – gerade zu Beginn – nicht einfach vor, vor allem, wenn man eine Einzelkämpferin ist. Es ist tatsächlich ein hartes Brot; die Währung in der Freiberuflerszene sind Kontakte. Ich hatte das Glück, schon immer ein gutes Netzwerk zu haben, das ich unbewusst aufgebaut habe. Ich denke, ich kann von mir behaupten, Menschen - egal ob Kollegen, Kunden oder Dienstleister - mit denen ich bei Bayer zusammengearbeitet habe, immer gut behandelt zu haben. Als ich dann selbstständig wurde, hat sich das massiv ausgezahlt. Trotzdem hat es drei bis vier Jahre gedauert, bis ich mir sagen konnte, okay, jetzt läuft es. Günstige Umstände haben auch dazu geführt, ich bin in einem Feld unterwegs, in dem es wenige Frauen gibt und mit der Weltumseglung habe ich ja eine tolle Story zu erzählen. Ein super Marketing-Asset sozusagen. Und, das klingt jetzt vielleicht ein wenig angeberisch: Ich glaube, ich mache meine Sache richtig gut, da ich ein Themenfeld gefunden habe, das mich total begeistert. Wenn das alles zusammenkommt, hat man es als Freiberufler gar nicht mehr so schwer. Wenn man sich einige Zeit mit Ihrer Homepage beschäftigt, ist man schnell beeindruckt von den Attributen, die Sie sich selbst zusprechen und dem Selbstbewusstsein, in dem es geschrieben steht: »Eine Frau, die Klartext redet. Eine Seglerin, die das Business kennt. Eine authentische Persönlichkeit. Ein Mensch, der berührt. Eine Kosmopolitin, bekennender Optimist, breit interessiert und sehr fokussiert zugleich. Das ist Stefanie Voss.« Waren Sie von Haus aus so selbstbewusst, oder muss man es lernen? Ich gebe Ihnen völlig recht, die Texte hauen ordentlich auf den Putz. Ein Stück weit bin ich auch so, aber ein anderes Stück weit bin ich eben auch demütig gegenüber den Dingen, die ich kann und nicht kann. Die Texte haben natürlich einen gewissen Marketing-Touch, den ich auch brauche, als Eintrittskarte zu den Kunden. Dennoch habe ich kein Problem meinen Kunden zu sagen, dass ich bestimmte Dinge nicht mache oder anbiete, weil ich sie nicht kann. Das ist natürlich ein Prozess, der sich entwickelt hat. Ich bin sicherlich eine Frau, die sehr selbstbewusst ist. Das kommt daher, dass das nun einmal Teil meiner Arbeit ist und ich auch ein Stück weit als Vorbild diene. Besuchen Sie selbst auch Coachings und Vorträge? Ja klar. Ich glaube an die positive Macht des Coachings und wäre ja blöd, wenn ich das nicht selbst nutzen würde. Ich bilde mich an fünf bis zehn Tagen im Jahr auf Veranstaltungen weiter und könnte meine Konzepte sonst auch gar nicht glaubhaft vertreten. Es ist ganz wichtig, gelassen in die Selbstreflexion zu gehen. Dann fangen wir doch direkt an: Was können Sie besonders schlecht? Ich bin nicht besonders geduldig. Außerdem möchte ich mehr Gelassenheit und noch mehr Dank, Demut und TITELTHEMA: JOB & KARRIERE

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Wir sind vielleicht etwas altmodisch ... ... ABER WIR MACHEN DEN GEILSTEN WEINBRAND DER STADT ! Bild: Original Werbung der Brennerei Hammer Heilbronn 1962 Wertschätzung für die Dinge, die ich habe, entwickeln. Vor einem halben Jahr ist meine ältere Schwester völlig überraschend gestorben. Da hat mir das Universum sehr, sehr schmerzhaft gezeigt, dass nichts selbstverständlich auf dieser Welt ist. Und das will ich mir noch viel öfter deutlich machen. Das Bild, das Sie in Ihren Vorträgen und Reden bemühen, um Ihre Botschaft zu vermitteln, ist das Segeln und Ihre persönliche Erfahrung während einer Weltumseglung. Ihre Kernaussagen dabei: ›Sprich mit dir selbst und führe dich, denn nur du kannst dich selbst führen. Jammere nicht, sondern nimm die gegebenen Umstände an und mach das Beste daraus. Sprich Klartext. Sei ein Teamplayer. Akzeptiere Regeln.‹ Wieso langt es nicht, diese Aussagen auf einer Postkarte mit einem Motivationsspruch zu lesen? Ich glaube, das Geheimnis ist die emotionale Berührung. Man kann natürlich sagen: Da kommt jemand, hält eine Dreiviertelstunde einen Vortrag, aber was soll mir das konkret bringen? Es ist die emotionale Bindung, die sich in dem Moment zu der Person, die den Vortrag hält, aufbaut. Ich kann Sie einfach ganz anders emotional berühren, wenn ich Ihnen eine Geschichte von mir erzähle und Sie dabei in meine Welt eintauchen, als wenn Sie nur eine Postkarte mit einem Spruch von mir drauf lesen. Ich gebe Ihnen völlig recht: Ich erzähle nichts Neues! Wenn Sie fies sein wollten, könnten sie sagen, dass ich absolute Plattitüden erzähle. Aber die emotionale Berührung ist das, was den Unterschied schafft. Coaching ist deshalb effektiv, weil Sie Geld dafür zahlen, damit sich jemand ganz intensiv darum kümmert, dass Sie sich mit sich selbst auseinandersetzen. Wenn Sie 100 oder 200 Euro für ein Coaching auf den Tisch legen, dann haben Sie eben diese Motivation und Hingabe, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Deshalb gehen Leute auch zu Personal-Trainern und geben denen quasi Geld dafür, dass die ihnen in den Hintern treten. Zu guter Letzt: Wo würden Sie heute beruflich und privat stehen, wenn Sie nicht die Welt umsegelt hätten? Oh, diese Frage habe ich mir noch nie gestellt. Gute Frage! Wahrscheinlich wäre ich zum nächsten Bayer-Job nach Brasilien gegangen. Aber bei Bayer wäre ich vermutlich heute auch nicht mehr, obwohl ich ohne die Umseglung wohl nie so weit bei Bayer gekommen wäre. Vermutlich wäre mein Leben gar nicht so anders verlaufen, nur die tolle Geschichte hätte ich eben nicht. Auf der Reise bin ich so dermaßen auf die Schnauze gefallen, dass ich gelernt habe, meine Ziele anders umzusetzen. Die Segelzeit hat mich sozusagen menschenkompatibler gemacht. Diese Grenzerfahrungen, die man bei einer Weltumsegelung macht, hätte ich dann wohl in einem Konzern gemacht und das wäre der Karriere sicherlich nicht so zuträglich gewesen. Es war ein Riesenglück für mich, so früh in meinem Leben derart hart an die Wand zu fahren. Vermutlich hätte ich die Reise nicht gemacht, wenn ich vorher gewusst hätte, was auf mich zukommt. ◆ Hanix Nr. 41 www.Jubelbrand.de 60 IM GESPRÄCH MIT STEFANIE VOSS

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Hanix Nr. 41 Die Oliver Maria Schmitt-Kolumne Arabertorte im Heilbronner Bernsteinzimmer Bei jeder Reise nach Heilbronn komme ich in eine andere Stadt. Straßen verlaufen plötzlich verkehrtherum, vertraute Verkehrshindernisse fehlen, dafür steht Neues im Weg, und wo vorher alte hässliche Häuser ragten, stehen jetzt neue hässliche Häuser. Das will ich aber nicht! Heilbronn ist meine Heimat, und die steht unter meinem ganz persönlichen Denkmalschutz. Heimat ist ja vor allem eine mentale Konstruktion, ein alter Erinnerungsrucksack, den man ein Leben lang mit sich herumschleppt, und in dem immer alles so bleiben soll, wie es irgendwann mal war. Sonst kommen ja keine Heimatgefühle auf. Ich erinnere mich noch genau an den Moment größter Niedergeschlagenheit, als ich unlängst, von der Hafenmarktpassage kommend, hinüber zur Harmonie wollte. Eine gute Stunde lang suchte ich diese kleine, scheußliche Unterführung, die ich als Robert-Mayer-Gymnasiast so oft durchquert hatte. Bis mich ein Passant aufklärte, dass der fragliche Fußgängertunnel unter der Allee schon vor Jahren zugeschüttet worden sei, Stadtbahn und so weiter. Mindestens viertausend Mal war ich durch diese deprimierende Betonröhre getapert, und kein einziges Mal hatte ich es gerne getan. Obwohl – einmal doch, ein einziges Mal! Das war eines schönen Frühlingstages, ich war in der achten Klasse, als ich dort meine alte Grundschulliebe Andrea Ahnert traf. Nach all den Jahren! Ich hatte sie gleich erkannt, obwohl sie inzwischen noch schöner geworden war. Langes, braunes Haar umspielte ihr ebenmäßiges Antlitz, die braunen Rehaugen funkelten wie geheimnisvolle Gemmen. Wir unterhielten uns kurz und intensiv: »Ich bin jetzt in der Achten.« – »Ich auch.« Dann trennten sich unsere Wege und ich habe sie nie wieder gesehen. Doch seit jenem unvergesslichen Tag hatte der triste Tunnel unter der Allee für mich eine besondere Aura. Bei jeder Durchquerung hoffte ich, die Begegnung möge sich wiederholen. Und nun ist nicht nur Andrea verschwunden, sondern auch der Ort meiner letzten Begegnung mit ihr. Aber ich wollte ja was ganz anderes erzählen, nämlich: Das Romann ist weg! Das älteste Café Heilbronns, ja vielleicht sogar Deutschlands, gegründet 1696! Seit 319 Jahren produzierte die Familie Romann in Heilbronn Kuchen und Torten und das beste Vanilleeis der Stadt, und genauso alt war auch die Inneneinrichtung. Was für ein Verlust! Doch müßig ist es, zu begreinen, dass die Welt sich ändert. »Sterben und geboren werden ist das stete Tun der Erden«, räsonierte schon der Barockdichter Paul Fleming. Café Janssen, Café Käthchen, Café Noller – alle längst perdu, und nun gab eben auch das Romann auf. Wir freuen uns schon auf den nächsten Gourmet-Burger- Brutzler oder Ein-Euro-Ramscher, der die Ladenlücke in der Sülmerstraße glanzlos füllt. Foto: Ulla Kühnle Jammern will ich nicht, aber warnen: Wenn jetzt zu viel verschwindet, wird es irgendwann zu spät sein. Eine der erfolgreichsten Zeitungsserien, die der preisbehangene Stimme-Starjournalist Uwe Jacobi startete, hieß »Die vermissten Ratsprotokolle«. Sie beschäftigte sich mit den Protokollen der Stadtratssitzungen zur Nazizeit. Sie hatten den Krieg wohl überlebt, waren dann aber irgendwann verschwunden, weil mächtige Heilbronner Kreise ein sehr großes Interesse daran hatten, nicht in diesen Protokollen aufzutauchen. Jahre später suchte die ganze Stadt danach, aber nichts war zu finden. Die Ratsprotokolle waren sozusagen das Bernsteinzimmer Heilbronns. Und nun ist es eben die Harmonie-Unterführung. Zack – weg, über Nacht verschwunden. In ein paar Jahren werden Zeitzeugen sich mühsam erinnern: »Ich glaube, im Sommer 2008 bin ich da ganz normal durchgelatscht. Oder war sie da schon gesperrt?« Andere werden sogar behaupten, die Harmonie-Unterführung habe es nie gegeben und Fotos davon seien in amerikanischen Filmstudios entstanden. Daher fordere ich: Buddelt diese vermisste Unterführung sofort aus und macht sie wieder passierbar! Und lasst sie uns diesmal ein wenig wohnlicher gestalten! Zum Beispiel könnte Familie Romann dort ja ein Café eröffnen – das erste und gleichzeitig älteste Unterführungscafé Deutschlands. Was für ein Superlativ! Dann könnte ich tagaus, tagein in diesem Café sitzen, die legendäre Romannsche Arabertorte in mich reinstopfen – und darauf warten, dass Andrea Ahnert endlich durch dieses unterirdische und zugleich überirdisch schöne Heilbronner Bernsteinzimmer spaziert. ◆ Oliver Maria Schmitt, Jahrgang 1966, ist Romancier und Journalist. Für seine Reportagen wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Henri-Nannen-Preis 2009. HEILBRONN – A NICE PLACE TO COME FROM

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Ein Brief mit Fotografien von Memo Filiz aus dem Libanon Hanix Nr. 41 Liebe Heimat, es ist 3:13 Uhr in der Früh und ich lande mit der Lufthansa-Maschine in Beirut. Mein Handyakku ist mittlerweile leer, und da ich traditionell ausnahmslos das Essen im Flieger verschlafe, habe ich auch noch Hunger. Das beginnt hier ja super. Jehad, mein Freund aus Heilbronn, holt mich mit seinem Vater am Flughafen ab. Sie haben sich vor Jahren ein eigenes Haus im Süden des Landes gebaut, in Aytaroun, tief im Libanon an der israelischen Grenze. Das bedeutet, wir brauchen für die 120-Kilometer-Strecke gemütliche drei Stunden. Als leidenschaftlicher Autoschläfer vergesse ich alles um mich herum und wache erst wieder auf, als sich die Türen des staubigen Neunsitzers öffnen. Die folgende Nacht war kurz. Wir waren zum Essen eingeladen. Jehads Eltern sind hier aufgewachsen und der Großteil der Familie lebt hier im Libanon. Eine Ziege wird geschlachtet und alle Familienmitglieder trafen sich auf dem Balkon zum Essen. Jede Menge Fleisch, das direkt gegrillt wird, Salate, Hummus so weit das Auge reicht und Pommes. Ich habe mich nie mit Hummus und Ziegenfleisch anfreunden können, sodass ich beim Salat und den Pommes bleibe. Auch nicht schlecht rede ich mir ein. Die Gastfreund- BRIEF AN DIE HEIMAT

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Hanix Nr. 41 schaft hier erstaunt mich. Ich werde direkt in alle Familienaktivitäten eingebunden und fühle mich in keinster Weise fremd. Nur verstehe ich kein Wort. Der Grund für meine Reise hierher ist eine Hochzeit. Jehads Bruder Ali hat sich hier in eine Frau verliebt. Diese Hochzeit begleite ich als Fotograf mit der Kamera. Es ist eine schwierige Zeit hier im Libanon. Der Krieg in Syrien, der IS und auch die angespannte Stimmung zwischen dem Libanon und Israel ist hier allgegenwärtig. Ein langer Zaun trennt das Land von Israel. Hinter dem Zaun: zig Landminen. Dahinter ein noch größerer Zaun. So soll verhindert werden, dass man über die Grenze kommt. Panzer patrouillieren auf den Hügelspitzen und während wir auf den Straßen entlang der Grenze fahren, werde ich das Gefühl nicht los, beobachtet zu werden. Die Luftangriffe Israels im Jahre 2006 spürt man im Libanon bis heute noch. Vor allem im Süden des Landes. Kaum ein Haus steht unbeschadet und die Meisten befinden sich im Wiederaufbau. Der Großteil der Bevölkerung hält sich durch Schafs- und Ziegenhaltung über Wasser und versorgt sich selbst. Einige Libanesen betreiben Autowerkstätten. Viel mehr Möglichkeiten für sein Einkommen zu sorgen, gibt es kaum. Aber die Leute sind zufrieden, so scheint es mir. Der IS, der im Nachbarland wütet, treibt eine unglaubliche Anzahl an syrischen Flüchtlingen ins Land und die Hizbollah versucht für ein wenig Sicherheit für die Fliehenden zu sorgen – auch durch wenige Tage dauernde Einsätze im vom Bürgerkrieg geplagten Nachbarland. Einige Hizbollah-Kämpfer kommen nur leider nicht aus Syrien von ihren Einsätzen zurück. Große Plakate mit ihren Bildern prägen die Stadt, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Die freien Tage bis zur Hochzeit verbringen wir damit, die Landschaften zu begutachten. Eins muss ich sagen, liebe Heimat, wir sind mit unserem Heilbronner Land doch sehr verwöhnt. Ich sehe hier viele Berge, aber meist sind diese felsig, kahl und mit wenigen ausgetrockneten Sträuchern und Bäumen bewachsen. Kommt man von den Hauptstraßen ab, wird es sofort holprig und steinig. Riesige Schafherden kreuzen unseren Weg, Geißböcke stoßen sich die Köpfe und überall, wirklich überall(!), stehen alte Mercedes-Limousinen. Wenn ihr euch je gefragt habt, wo all die schönen Mercedesse aus den 80ern hingekommen sind: sie sind hier! Alle! Mindestens 50 % aller Autos auf den Straßen kommen aus Stuttgart. W123er, 300SD, alles was das Youngtimer-Herz begehrt, parkt hier an jeder Straßenecke. Nur leider ist es eine Seltenheit auch mal einen ohne Rost, eingedrückten Kotflügel oder gar vollständig in einer Farbe zu Gesicht zu bekommen. Wir sind an einem Tag am Strand von Sour. Die nächstgrößere Stadt liegt eine Stunde Fahrtzeit entfernt. Hier gibt es einen kleinen Hafen, einen kleinen Basar in den Gassen der Stadt und einen toll anzusehenden Strand. Nur leider lädt Sour-Beach nicht zum Baden ein. Viel zu felsig und steinig ist der Strandabschnitt hier und taugt höchstens als Fotomotiv. Im Libanon leben beinahe genau so viele Muslime wie Christen. Neben den Moscheen stehen hier auch christliche Kirchen. Wir treffen eine Gruppe junger Libanesen am Strand, die uns auf ein Bier einladen und sich dafür MEMO FILIZ AUS DEM LIBANON

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Hanix Nr. 41 BRIEF AN DIE HEIMAT

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Hanix Nr. 41 interessieren, wo wir herkommen. Etwas unheimlich sehen sie aus, sind aber überraschend freundlich. Da sitzen wir am Strand, die Sonne geht unter, jeder hat ein Bier in der Hand und es gibt eine Menge Früchte, Sonnenblumenkerne und Chips. Ich frage mich zwar, woher die Plastikstühle und der große Tisch hier herkommen, genieße aber einfach den Ausblick, während ich auch hier kein einziges Wort verstehe und Jehad mir zwischendurch mal etwas übersetzt. Ein paar Tage später ist es so weit. Die Hochzeit steht an und alle sind aufgeregt. Ich wache jeden Morgen nach viel zu wenig Schlaf auf. Auch in den Nächten wird es nicht kühler als 20 Grad. Die Haut schwitzt, klebt und das dünnste Laken fühlt sich an wie eine Rheuma-Wärmedecke. Und die Stechmücken sind mein »Kryptonit«. Sie treiben mich in den Wahnsinn. Ihr leises, nicht aufhören wollendes blutrünstiges Summen zermürbt mich. Mit einer elektronischen Mückenklatsche machen wir uns im Dunkeln auf die Jagd nach den blutsaugenden Insekten. Obwohl wir alle Türen und Fenster geschlossen und abgedichtet haben, kamen wir jede Nacht auf über 100 Treffer, bis uns vor Müdigkeit die Augen zufielen. Ich vermisse ganz besonders mein gemütliches Bett in meinem kühlen Schlafzimmer zu Hause. Genug gejammert, zurück zur Hochzeit! Es ist Sonntag. Wir gehen alle noch zum Berber. Die Haare richten, den Bart stutzen und sich die Haare aus den Ohren brennen lassen, bevor wir uns am späten Nachmittag bei Alis Schwiegereltern treffen. Ich schieße hier eine Menge Fotos, bevor die Zeremonie in der Hochzeitshalle beginnt. Wir fahren mit einem sehr langen Autokorso durch die Stadt. Das waren wohl alle Fahrzeuge aus dem beschaulichen Aytaroun. An der Halle angekommen, wird das Brautpaar mit Feuerwerk empfangen. Zuerst betritt der Bräutigam, tanzend und durch Pauken begleitet, die Halle. Alles steht und die Nebelmaschinen und Wunderkerzen geben ihr Bestmögliches, um daraus ein Spektakel zu veranstalten. Wahnsinn! Die Musiker trommeln auf ihren Pauken, springen, tanzen, singen. Danach kommt die Braut über einen zweiten Eingang. Noch lauter und mit noch mehr Feuerwerk wird sie von Ali, den Musikern und Tänzern abgeholt. Ein überdimensionaler Kamerakran schwebt über mir und filmt, während ich versuche mich nicht von diesem Spektakel ablenken zu lassen. Ich muss hier kurz einfügen, dass ich 15 Jahre lang jeden Samstag auf türkischen Hochzeiten selbst Musik gespielt habe, aber wie die Libanesen hier direkt loslegen, habe ich noch nie gesehen. Drei volle Stunden lang wurde hier getanzt, gelacht und vor allem geschwitzt. Es ist höllisch heiß hier drin. Die einzige Pause gibt es, während die Torte kommt. Und ich sag es euch: Ein drei Meter hohes (ungelogen!) Crème-Monster wird vorgefahren. Es sind aber auch genug Menschen anwesend, die dieses Prachtexemplar innerhalb kürzester Zeit wieder verschwinden lassen. Meine Speicherkarten glühen und ich schieße unglaubliche Bilder einer Hochzeit, wie ich noch keine zuvor erlebt habe. Gegen Mitternacht setzen wir uns erschöpft ins Auto und fahren wieder zurück. Jehad und ich machen uns am darauffolgenden Tag los nach Beirut. Mein Flieger startet am Dienstag und wir wollen die letzten Stunden in der Hauptstadt verbringen. Auf der Suche nach einem Taxi, das uns nach Sour MEMO FILIZ AUS DEM LIBANON

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fährt, von wo wir dann weiter mit dem Bus fahren, haben wir uns für den scheinbar gemütlichsten Mercedes entschieden. Wir fahren aber erst los, als der Wagen ganz voll ist. Zwei ältere Frauen setzen sich zu Jehad nach hinten und wir machen uns auf den Weg. Die Fahrt endet allerdings nach fünf Minuten, als das Automatikgetriebe keinen Gang mehr einlegen will. Etwas irritiert sitzen wir im Auto und der Taxifahrer steuert den Wagen langsam an einen hohen Bordstein, der dann als Bremsklotz dient. Der Fahrer steigt aus und bockt das Auto mit dem Wagenheber auf einer Seite hoch, hämmert mit einer Eisenstange, unter dem Mercedes liegend, gegen das Getriebe. Ohne Erfolg. Und ja, wir sitzen dabei alle noch im Inneren des Wagens. Absurd. Wir warten eine halbe Stunde, bis ein Kollege mit einem anderen Mercedes auftaucht. Der sieht leider deutlich schlechter und ungemütlicher aus, aber dafür fährt er. In Beirut angekommen freue ich mich auf meine Dusche im Hotel, die aber nur salziges Wasser aus den Leitungen bringt. Wieder eine neue libanesische Erfahrung, die ich gemacht habe. Wir verbringen den Tag über in der Stadt, gehen Essen, bevor ich wieder mit dem Nachtflieger zurückfliege. Ich freue mich auf dich, liebe Heimat! Auf bald, Memo Hanix Nr. 41 PS: Liebe Heimat, wenn du dich für meine geschossenen Fotos interessierst, lade ich dich herzlich auf meine Website www.memografie.com ein, auf der ich einen kleinen Einblick meiner Reise geben werde. BRIEF AN DIE HEIMAT

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Hanix Nr. 41 Der historische Schuss Eine außergewöhnliche Karriere: Adolf Cluss 1898 (Privatbesitz/Stadtarchiv Heilbronn) Der alte Herr, der auf diesem Familienfoto aufrecht in der Mitte sitzt, konnte auf ein bemerkenswertes Leben zurückblicken. Er war der »rote Cluss«, wobei sich die Farbe Rot zunächst auf seine politische Gesinnung bezog, später dann auf die von ihm bevorzugte farbintensive Ziegelsteinarchitektur. Adolf Cluss war 1825 in der Heilbronner Klostergasse zur Welt gekommen. Nach einer Zimmermannslehre zog er in die Welt hinaus und schloss sich 1847 in Brüssel dem Bund der Kommunisten an. Ein Jahr später wanderte der 23-Jährige nach Nordamerika aus, wo er zunächst als Autor und Geldbeschaffer für verschiedene demokratische (Arbeiter-) Zeitungen tätig war. 1855 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft, drei Jahre später heiratete er. Adolf Cluss wurde bürgerlich und erfolgreich – ohne seine sozialpolitischen Ideale aufzugeben. Für sein Ingenieur- und Architekturbüro, das er 1862 in Washington D. C. gründete, plante er nicht nur repräsentative Bauten, sondern auch zweckmäßig-funktionale Markthallen sowie fortschrittliche Schulgebäude, für die er immer wieder – auch auf Weltausstellungen – ausgezeichnet wurde. Später prägte Adolf Cluss in seiner Wahlheimat Washington D.C. als städtischer Baurat und City-Engineer das Stadtbild mit, indem er zum Beispiel Tausende von Straßenbäumen pflanzen ließ; schließlich wurde er zum Inspektor für öffentliche Bauten in den USA ernannt. Eines seiner schönsten Gebäude ist das Arts and Industries Building der Smithsonian Institution, das Cluss von 1879 bis 1881 zusammen mit seinem (zeitweiligen) Geschäftspartner Paul Schulze entwarf. Dieses erste Nationalmuseum in den USA zeugt bis heute von Cluss� Grundhaltung, Bildung und Zugang zur Wissenschaft für alle möglich zu machen und Räume dafür zu schaffen, die ästhetisch auf höchsten Niveau stehen, deren Form sich jedoch der Funktion unterzuordnen hat. Mehr über Adolf Cluss bietet ein schön gestalteter, umfangreicher Begleitband, der 2005 zu seinem 100. Todestag erschien und der zurzeit zum Sonderpreis von 5 Euro beim Stadtarchiv und im Buchhandel erhältlich ist (Adolf Cluss – Revolutionär und Architekt. Von Heilbronn nach Washington. Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Heilbronn 46). DER HISTORISCHE SCHUSS

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.jpg »Help Portrait Heilbronn 2015«, Fotostudio Gebrüder Benz, Salzstraße 42, Heilbronn, 05.12.2015, 10 Uhr bis 14 Uhr Seit 2008 findet weltweit, immer im Dezember, das »Help Portrait«-Event statt. Seit 2013 auch in Heilbronn. In einem Fotostudio in der Salzstraße trafen sich kurz vor dem Nikolaustag vergangenen Jahres vier Fotografen, drei Visagisten, ein Filmer und zehn ehrenamtliche Helfer aus Heilbronn, um das 3. Heilbronner »Help Portrait« zu realisieren. Es gab Snacks, warme und kalte Getränke, eine herzliche Begrüßung für jeden, der den Weg ins Studio gefunden hatte – und am Ende natürlich insgesamt 79 professionell gemachte, gerahmte Portraitfotos zum Mitnehmen. Der Termin für kommendes Jahr steht auch schon fest: Das 4. Heilbronner »Help Portrait« findet am 3. Dezember 2016 statt. Anmeldungen interessierter Helfer bitte an erichbenz@me.com Fotos: Meli Dikta .JPG – BILDERGALERIE Hanix Nr. 41

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[1] Pferdesenior Baci, Pferdepension Eichhof, Allfeld/Billigheim, 02.01.2016, 13:08 Uhr [2] Baumkronen des Stadtwaldes, Waldheide, Heilbronn, 29.12.2015, 14:23 Uhr [3] Karussellpferd, Weihnachtsmarkt, Heilbronn, 03.12.2015, 17:21 Uhr [4] Hundeglück im Schuhkarton, Tierheim, Heilbronn, 27.12.2015, 16:01 Uhr [5] Winterspaziergang, Waldheide, Heilbronn, 27.12.2015, 14:20 Uhr [6] Schafherde, Mitten auf dem Acker, Allfeld/Billigheim, 02.01.2016, 13:35 Uhr Fotos: Meli Dikta & Memo Filz Hanix Nr. 41 70 .JPG – BILDERGALERIE

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[1] Gruppenselfie, Jamaican Cream im Creme 21, Heilbronn, 13.12.2015, 1:40 Uhr [2] Uferpromenade von oben, Breitenauer See, Obersulm & Löwenstein, 27.12.2015, 15:26 Uhr [3] Fan feiert Rapper, Wortsport X-Mas @ Mobilat, Heilbronn, 20.12.2015, 3:43 Uhr [4] Kiliansplatz ohne Schnee, Weihnachtsmarkt, Heilbronn, 04.12.2015, 11:08 Uhr [5] Hundeglück im Schuhkarton, Tierheim, Heilbronn, 27.12.2015, 16:34 Uhr [6] Parkende Züge, Böckinger Gleisbett von oben, Heilbronn, 29.12.2015, 15:36 Uhr Fotos: Meli Dikta & Memo Filz Hanix Nr. 41 .JPG – BILDERGALERIE

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Theater Heilbronn Februar & März 2016 BOXX Dantons Tod - Pocketversion (nach Georg Büchner) 01.02., 02.02., 03.02., 15.02., 25.02. & 26.02. Großes Haus Zauberflöte (Gastspiel der Staatsoperette Dresden) 02.02., 03.02., 05.02., 06.02. & 07.02. BOXX Homo Faber - Pocketversion (nach Max Frisch) 04.02., 05.02., 21.03. & 22.03. Komödienhaus Laible und Frisch - Bühnenreif (Schwäbische Komödie) 04.02., 05.02., 06.02., 11.02., 12.02., 13.02., 14.02., 16.02., 17.02., 18.02., 19.02. & 20.02. Termine Februar 2016 Mo 01. experimenta, Heilbronn Sonderausstellung »Muskelspiele« (Science-Ausstellung) Bis 10. April. In dieser Ausstellung BOXX Jekyll & Hyde (Live-Hörspiel nach Robert Louis Stevenson ) 06.02. BOXX Die Kuh Rosmarie (Kinderstück) 07.02., 16.03., 17.03., 18.03. & 20.03. Großes Haus Der nackte Wahnsinn (Komödie) 10.02., 13.02., 21.02., 13.03., 27.03. & 29.03. Großes Haus Wir sind keine Barbaren! (Schauspiel) 12.02. & 17.02. Großes Haus Der Auftrag. Erinnerung an eine Revolution (Schauspiel) 14.02., 18.02., 19.02., 24.02. & 12.03. Großes Haus Half Broke Horses (Gastspiel der American Drama Group) 15.02. wird Bewegung unter die Lupe genommen. Otto Rettenmaier Haus / Haus der Stadtgeschichte, Heilbronn Hermann Eisenmenger Fotografien. Heilbronner Zeitbilder 1947 – 2000 (Ausstellung) Bis 28. Mai. Fotografische Sonderausstellung. Altes Theater, Heilbronn Gonzo �N Friends (Konzert) Mit Special Guest. Maimarktclub, Mannheim Deichkind – »Niveau Weshalb Warum«-Tour (Konzert) 2016 geht der Wahnsinn weiter! Großes Haus Der Lebkuchenmann (Kindermusical) 16.02., 17.02. & 24.02. BOXX Krieg – Stell dir vor, er wäre hier (Schauspiel ab 12) 16.02. & 23.03. Großes Haus Pariser Leben (Operette) 16.02., 23.02. & 26.02 BOXX Die Werkstatt für Schmetterlinge (Kindertheater ab 6) 21.02., 23.02., 24.02., 02.03., 04.03., 06.03., 07.03. & 28.03. Komödienhaus Axel Hacke (Theater Spezial! Groß.Klein. Kunst.) 25.02. BOXX Hannes Strohkopp und der unsichtbare Indianer (Kindertheater ab 5) 28.02., 29.02. & 01.03. Di 02. Ebene 3, Heilbronn Kommunales Kino (Film) Nächster Halt: Fruitvale Station Kreissparkasse, Heilbronn Kammermusikreihe der Kreissparkasse Heilbronn: »Meisterstücke« (Konzert) Mit Violine, Viola & Violoncello. Karlstorbahnhof, Heidelberg Science Slam: Duell der Wissenschaftler (Science-Slam) Wissen schaffen mal anders. Raus aus der Uni, rein ins wahre Leben. Komödienhaus Alfons – Wiedersehen macht Freunde! (Theater Spezial! Groß.Klein. Kunst.) 01.03. Großes Haus Mozart Requiem (Ballett) 04.03., 05.03., 06.03., 19.03. & 20.03. Komödienhaus Die Lüge (Komödie) 11.03., 17.03., 18.03., 26.03. & 28.03. BOXX Noah und der große Regen (Kindertheater ab 5) 13.03., 14.03. & 15.03. Großes Haus Richard O’Brien’s The Rocky Horror Show (Musical) 18.03., 26.03. & 30.03. Großes Haus Médée (Oper) 24.03. Mi 03. Universum Arthaus-Kino, Heilbronn Das Thema Flucht im Film – Das Mädchen Hirut (Film) Dokumentarfilm über eine äthiopische Anwältin. Äthiopien 2015, 99 Min. Theaterschiff, Heilbronn Mann über Bord (Komödie) Aufführung an insgesamt 18 Terminen im Februar und März. Schleyerhalle, Stuttgart Deichkind – »Niveau Weshalb Warum«-Tour (Konzert) 2016 geht der Wahnsinn weiter! Hanix Nr. 41 72 01. – 03.02.2016

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Hanix Nr. 41 Do 04. Complex23, Heilbronn Filmabend (Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Watch out for details. Jazzclub Cave 61 im Alten Theater, Heilbronn Dirik Schilgens JazzGrooves (Konzert) Grandioser Hardbop, mal brasilianisch verjazzt, mal Bebop-inspiriert, mal ekstatisch. Alte Seilerei, Mannheim B-Tight – Born 2 B-Tight TOUR 2016 (Konzert) Hier wird gerappt, und das über Beats, die den Flavor der guten, alten Aggrozeit atmen. Theaterhaus, Stuttgart Eclat Konzert 1 (Konzert) Preisträgerkonzert. Klangforum Wien, Leitung Enno Poppe. DAI, Heidelberg Adam Zagajewski: Die kleine Ewigkeit der Kunst (Lesung) Adam Zagajewskis neues Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Unentbehrlichkeit der Kunst in der modernen Welt. Fr 05. The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn 5 Years »Riders on the Storm« (Clubbing) Mit Serum, Aames, Jano P u. v. m. Celebrate the E-Scalation. Happy Birthday Riders! Bukowski, Heilbronn Lebe, Liebe & Rey & Kjavik (Clubbing) Rey & Kjavik, Stefan Mint, Klangagent 04. – 07.02.2016 Complex23, Heilbronn There�s something (Bar/Konzert/Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Watch out for details. Ebene 3, Heilbronn Night of Guitars (Konzert) Watch out for details. Substage, Karlsruhe Motrip (Konzert) Für Rapfans: Der Bomber der Herzen präsentiert: Motrip Live 2016. Thermen & Badewelt, Sinsheim »Feuer und Eis« (Textilfreies Erlebnis-Event) Textilfreies Erlebnis-Event. Alte Feuerwache, Mannheim Science-Slam – Wissenschaft auf der großen Showbühne (Science-Slam) Beim Science-Slam werden NachwuchswissenschaftlerInnen aus der Uni ins Rampenlicht geholt. Sa 06. The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing) Watch out for Details. Bukowski, Heilbronn Elektronisch am Hafen (Clubbing) B. Otranto, Martin Kainer, Shie Complex23, Heilbronn There’s something (Bar/Konzert/Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Watch out for details. redblue, Heilbronn redblue meets Klassik: »Gipsy Violine« (Konzert) Eine Achterbahnfahrt durch den Kosmos der Violine. Altes Theater, Heilbronn 1. Groove-Tanzparty (Party) Musik aus den 60ern, 70ern, 80ern, 90ern und 00ern. Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn Michael Venezia (Ausstellung) Bis 29. Mai. Ein Blick zwischen frühem und spätem Werk soll zeigen, dass Michael Venezias Platz in der Geschichte der Malerei des 20. Jahrhunderts fest formuliert ist. Karlstorbahnhof, Heidelberg The Busters »Busting, Blasting, Everlasting« – Tour 2016 (Konzert) Die dienstälteste Ska-Band Deutschlands. Gefeiert von Asien bis Amerika! Halle 02, Heidelberg Dota & Band – »Keine Gefahr« (Konzert) Das zweite Jahr hintereinander eröffnet Dota das Chansonfest. Ein Novum. So 07. Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn Beuys und Italien (Ausstellung) Bis 29. Mai. Umfangreiche Ausstellung von der vielschichtigen Verbundenheit des Künstlers zum mediterranen Raum. Abraham-Gumbel-Saal, Heilbronn Beltracchi – Auf den Spuren des berühmten Kunstfälschers (Konzert) Das Acelga Quintett gilt als eines der führenden Quintette Deutschlands. Alte Seilerei, Mannheim Please Madame – »Espace The Nest« Tour 2016 (Konzert) Watch out for details! Theaterhaus, Stuttgart Eclat Klanginstallation (Klanginstallation) 4. bis 7. Februar 2016. Maximilian Marcoll: Neues Werk (2015)

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Merlin, Stuttgart Sven van Thom – So geht gute Laune (Konzert) »So geht gute Laune« heißt Sven van Thoms drittes Soloalbum. LKA Longhorn, Stuttgart Helloween – God Given Right Tour 2016 (Konzert) Kein Zweifel: Die Hamburger Schwermetaller mauserten sich zu einer der führenden Metal-Bands der Welt respektive anerkannten Gottvätern des Melodic Speed Metals. Mo 08. Kulturkeller, Heilbronn Literatur am Montag: Friedrich Wilhelm Nietzsche (Lesung) Ein/e Schauspieler/in liest aus den Texten von Nietzsche. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. Jubez, Karlsruhe 8. Balkan- und Gypsyparty am Rosenmontag (Party) Für eine mitreißende Balkanparty sorgt wie in den letzten Jahren schon »Taxi Sandanski«. Di 09. Ebene 3, Heilbronn Kommunales Kino (Film) Therapie für einen Vampir Theaterhaus, Stuttgart Tauschrausch – Impro-Comedy mit Mirjam Woggon, Helge Thun, Jakob Nacken (Comedy) Die Stars der Comedy-Stube kommen nach Stuttgart. Mit einem neuem Impro-Comedy- Format! Mi 10. Theaterhaus, Stuttgart Sigi Gall – Entspannung steigt (Konzert) Uraufführung und Debüt! Sigi Gall ist eine Drei-Sparten-Person. Sie singt und tanzt und spielt sich durch den Abend. Freund und Kupferstecher, Stuttgart Ivan Ave & Mndsgn (Konzert) Nice Hip-Hop-Shit. Konzerthaus, Karlsruhe Mozart Superstar – Das Musical (Musical) Die Deutsche Musical-Company Köln begeistert mit dieser Uraufführung über Mozarts Leben! Do 11. Jazzclub Cave 61 im Alten Theater, Heilbronn Rick Hollander Group feat. Brian Levy (Konzert) Das Rick Hollander Quartet bietet atemberaubenden modernen akustischen Jazz. Schwarzwaldhalle, Karlsruhe Helge Schneider Live: Lass knacken Oppa! (Konzert) 2014 hatte Helge Schneider seinen Abschied verkündet. Manchmal aber saß er an seinem Miniaturflügel und spielte vor sich hin, dabei fiel ihm auf, dass ihm sein Publikum doch irgendwie fehlte. Jubez, Karlsruhe Falk (Konzert) Dass der Liedermacher, Lyriker, Kabarettist und Songwriter einer der Großen seiner Generation ist, darüber sind sich Fans, Kritiker sowie diverse Jurys einig. DAI, Heidelberg Hans Magnus Enzensberger & Manfred Osten: Immer das Geld! (Lesung/Diskussion) »Papiergeld kehrt zu seinem inneren Wert zurück – Null.« Theaterhaus, Stuttgart Maxi Schafroth: Faszination Bayern (Comedy) Bizarre Beobachtungsreise. Alte Feuerwache, Mannheim Jazz Ensemble Baden-Württemberg – »Doors Without Words« (Konzert) Die Besetzung wurde verändert und auf eine instrumental hoch interessante Oktett-Besetzung erweitert. Fr 12. The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing) Watch out for Details. Bukowski, Heilbronn Tech to House (Clubbing) I-Kie, Daniel Calisse, Pravi Lopov Complex23, Heilbronn There’s something (Bar/Konzert/Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Watch out for details. Jubez, Karlsruhe Alain Frei: Neutral war gestern! (Comedy) Ein Schweizer nimmt Abschied von der Neutralität. Alte Feuerwache, Mannheim Das VPT interpretiert: Die drei ??? und der Phantomsee (Comedy) Playbacktheater. Capitol, Mannheim Matze Knop: »Diagnose Dicke Hose« (Comedy) Dir sagt man ständig, du sollst auf dem Teppich bleiben. Jetzt ist Schluss damit! Kulturfenster, Heidelberg Simon & Jan – Ach Mensch (Konzert) Kurz: eine liebevoll misanthropische Revue. Sa 13. Ebene 3, Heilbronn Funk & Soul (Party) Watch out for details! The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing) Watch out for Details. Bukowski, Heilbronn Melodien für den Club (Clubbing) 212Fahrenheit, Raum & Zeit, France Ari Complex23, Heilbronn There´s something (Bar/Konzert/Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Kreatief, Neckarsulm Me and my Brother (Konzert) Unplugged Music at its best. Alte Feuerwache, Mannheim Das VPT interpretiert: Die drei ??? und der Phantomsee (Comedy) Playbacktheater. Schatzkistl, Mannheim Ingmar Stadelmann – #humorphob (Comedy) In seinem neuesten Programm stellt sich Ingmar Stadelmann dem Kampf gegen die Humorlosigkeit mit der humoristischen Kalaschnikow. Merlin, Stuttgart Dorau & Klug – Ärger mit der Unsterblichkeit (Lesung) Andreas Dorau hat sich endlich für das Buch bei willigen Zigaretten an seine ersten vorbildlosen 19 Jahre als Popstar erinnert. Schräglage, Stuttgart 10 Jahre Drunken Masters (Party) Es steigt die große Geburtstags- Hanix Nr. 41 74 07. – 13.02.2016

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Hanix Nr. 41 sause im Club, der den Jungs von den Masters so am Herzen liegt. Schwarzwaldhalle, Karlsruhe Atze Schröder – Richtig fremdgehen (Comedy) Atze Schröders erfolgreiches Programm geht in die Verlängerung. So 14. Jubez, Karlsruhe The Good Life + Big Harp (Konzert) Zwei sehr besondere Bands auf gemeinsamer Europa-Tournee. Tollhaus, Karlsruhe 17 Hippies – 20 Jahre Jubiläumstour (Konzert) 20 Jahre 17 HIPPIES DAI, Heidelberg Ulrich Menzel: Die Ordnung der Welt (Vortrag) Theorie zur internationalen Ordnung und Beitrag zur Imperiumsdebatte, die neuen Auftrieb erhalten hat. Stadthalle, Karlsruhe Ani Lorak – »Carolina« (Konzert) Ani Lorak, zum ersten Mal in Deutschland, präsentiert eine grandiose Show: »Carolina«. Alte Feuerwache, Mannheim Das VPT interpretiert: Die drei ??? und der Phantomsee (Comedy) Playbacktheater. Mo 15. Complex23, Heilbronn Kaffeeklatsch mit Kind (Kindernachmittag) Spielen, Kaffee trinken und Kuchen essen für Groß und Klein. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. 13. – 19.02.2016 Theaterhaus, Stuttgart Das VPT interpretiert: Die drei ??? und der Phantomsee (Comedy) Playbacktheater. Altes Schauspielhaus, Stuttgart Terror (Schauspiel) Von Ferdinand von Schirach. »Die Frage ist, ob die Tötung Unbeteiligter im Extremfall erlaubt ist.« Di 16. Ebene 3, Heilbronn Komunales Kino (Film) Alois Nebel Theaterhaus, Stuttgart Ulrich Kienzle und die Frotzler: »Ja, wo komscht Du alds Arschloch no au her?« (Kabarett) Die Schwaben. Wer sind sie? Und warum? Eine skurrile Geschichtsstunde. Mit Musik. DAI, Heidelberg Martin Walser: Ein sterbender Mann (Lesung) Martin Walsers neuer Roman widmet sich Themen wie dem Altsein, der Zerbrechlichkeit von Freundschaften, dem Freitod. Jubez, Karlsruhe Blues Caravan 2016: »Blue Sisters« mit Layla Zoe, Ina Forsman, Tasha Taylor (Konzert) Im 12. Jahr gehen mit dem Blues Caravan erneut die heißesten, jungen Musiker von Ruf Records gemeinsam auf Tour. Mi 17. Harmonie, Heilbronn Württ. Kammerorchester: 6. Heilbronner Konzert »Seelenspiel« (Konzert) Pianistin Anna Gourari mit Werken von Finzi und Bach. kulturA, Öhringen Torsten Sträter – Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben (Kabarett) Sträter liest seine Geschichten vor und erzählt seltsames Zeug. Tollhaus, Karlsruhe Genetikk – Achter Tag Live 2016 (Konzert) Watch out for details! Merlin, Stuttgart Blues Caravan 2016: »Blue Sisters« mit Layla Zoe, Ina Forsman, Tasha Taylor (Konzert) Im 12. Jahr gehen mit dem Blues Caravan erneut die heißesten, jungen Musiker von Ruf Records gemeinsam auf Tour. Do 18. Jazzclub Cave 61 im Alten Theater, Heilbronn Goldings, Bernstein, Stewart (Konzert) Drei Feingeister des US-Jazz aus der Nähe erleben. Complex23, Heilbronn GanzKurzNoch-Livepodcast (Talkrunde) Eine Talkrunde mit mutigen Pionieren. Begleitet sie auf ihrer unfassbaren Reise. Capitol, Mannheim Ingo Appelt – Besser … ist besser! (Comedy) Der Wanderprediger ist zurück. Wagenhallen, Stuttgart Me and My Drummer – Love is a Fridge (Konzert) Drei Jahre nach ihrem Debütalbum kann die Band auf eine rastlose Geschichte blicken. Theaterhaus, Stuttgart Simon & Jan: Ach Mensch! (Comedy) Misanthropische Revue. Substage, Karlsruhe O.R.K. (Konzert) Inflamed Rides European Tour 2016. Support: Komara. Messe, Karlsruhe art Karlsruhe 2016 (Kunstmesse) Internationale Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst. 18. bis 21. Februar 2016. Maimarktgelände, Mannheim Jobs for Future – Messe für Arbeitsplätze, Aus- und Weiterbildung (Messe) An drei Tagen präsentieren über 300 Aussteller ihre Angebote. Fr 19. Kulturkeller, Heilbronn Thilo Seibel »Das Böse ist verdammt gut drauf« (Kabarett) Das Böse hat sich weiterentwickelt. Der Teufel steckt im Detail. The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing) Watch out for Details. Bukowski, Heilbronn Aniè Spielt Für Heilbronn (Clubbing) Aniè, Michael Otten, T-Watch Complex23, Heilbronn Schubsen (Konzert) Genre: PostPunk Thermen & Badewelt, Sinsheim »Feuer und Eis« (Textilfreies Erlebnis-Event) Textilfreies Erlebnis-Event. Brauhaus, Neckarsulm Timo Wopp - Moral - Eine Laune der Kultur (Kabarett) Du kannst entweder arbeiten oder reich werden. Und wenn seine Zuschauer das nicht hören wollen, dann jongliert Wopp eben. Ätsch! Theaterhaus, Stuttgart Johann König: Milchbrötchenrechnung – Das neue Programm (Comedy) Johann König geht mit frisch

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gebackenem Programm auf große Bühnenreise. Tollhaus, Karlsruhe Nessi Tausendschön (Kabarett) »Die wunderbare Welt der Amnesie«. Kulturfenster, Heidelberg Urknall – Der Platz für Neuentdeckungen (Konzert) Mit: Alex Mayr, DIA und Lennart Schilgen. Sa 20. The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing) Watch out for Details. Bukowski, Heilbronn Freiraum zum Morgen (Clubbing) Chris Sonaxx, Alessandro Funke, Analog Dome Complex23, Heilbronn There’s something (Bar/Konzert/Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Watch out for details. Theaterhaus, Stuttgart Füenf: Bock drauf! (Konzert) Wo die Band ihr Maul aufreißt, klappen erfahrungsgemäß die Kinnladen runter. LKA Longhorn, Stuttgart Prinz Pi – Im Westen Nix Neues 2016 (Konzert) Große Hallentournee unter dem Namen »Im Westen Nix Neues«. Tollhaus, Karlsruhe Deine Freunde – »Gebt uns Eure Kinder« Tour 2016 (Konzert) Es wird dafür gesorgt, dass der Nachwuchs seine gerechte Portion Musik bekommt. Capitol, Mannheim Bene Reinisch – »Kein Bock mehr auf Jungfrauen!« (Comedy) Der abgedrehte Mix aus verblüf- fenden Momenten, innovativem Blödsinn, mitreißender Comedy, der Vorliebe für Zuschauerinnen und einer Menge Charme machen die Show authentisch. So 21. KunstEtage K55, Heilbronn Künstlerbundausstellung: Karl Hopfensitz »Rückblick auf das bildnerische Arbeiten der letzten 60 Jahre« (Ausstellung) Bis 20. März. Malerei, Plastiken, Applikationen, usw. Alte Seilerei, Mannheim KONRAD STÖCKEL – Wie man mit AC/DC das Licht ausmacht Tour 2016 (Comedy) Chemie, Comedy und Zauberei sind bei Konrad Stöckel eine unschlagbare Mischung. Tollhaus, Karlsruhe Wanda (Konzert) Bussi Tour 2016. Theaterhaus, Stuttgart Bibi Blocksberg: Hexen Hexen Überall! (Kindertheater) Die Junghexen Bibi und Schubia proben den Aufstand gegen die Althexen und wollen alles ganz anders machen. Mo 22. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. LKA Longhorn, Stuttgart Machine Head - Live In Stuttgart (Konzert) Neo-Thrash-Götter auf deutschen Konzertbühnen. Theaterhaus, Stuttgart Günter Grünwald: Deppenmagnet (Kabarett) Am Ende ist sein neues Programm eine Mischung aus allem. Di 23. Ebene 3, Heilbronn Komunales Kino (Film) 20 feet from stardom Stadthalle, Karlsruhe African Angels (Konzert) Das Beste aus Oper, Gospel und African Traditionals! Mi 24. Bürgerzentrum, Brackenheim Pippi Langstrumpf (Kindertheater) Kinderklassiker. Wagenhallen, Stuttgart Katrin Bauerfeind – Hinten sind Rezepte drin! (Lesung) Kann ich emanzipiert sein und trotzdem ohne Unterwäsche in die Stadt? Wenn Sie solche Fragen mögen, werden Sie auch an diesem Abend viel Spaß haben. Tollhaus, Karlsruhe Julia Engelmann (Poetry-Slam) Eines Tages, Baby – Tournee 2015/2016. Do 25. Jazzclub Cave 61 im Alten Theater, Heilbronn Larry Coryell und Paulo Morello Trio (Konzert) Konzert einer Gitarrenlegende. Kaffeehaus Hagen, Heilbronn Schwäbische Sternstunden - Wie wir Weltspitze geworden sind (Lesung) Fragen, auf die Gunter Haug in seinem kurzweilig geschriebenen Buch verblüffende Antworten gibt. Audi Forum, Neckarsulm After-Work meets Sound Experience (Konzert) Mash-up Band Twisted und Daniel Ferreira ist »Human Beatbox«. Wagenhallen, Stuttgart Funny van Dannen: An der Grenze zur Realität (Lesung) Funny van Dannen protokollierte Gespräche von Ossis. An diesem Abend liest er sie vor. LKA Longhorn, Stuttgart Sum41 (Konzert) SUM 41s Karriere ist gefüllt mit Highlights, die weit über das hinausgehen, was gewöhnlichen »Punk«-Bands passiert. Jubez, Karlsruhe Rabaukendisko (Konzert) Drei Typen sind eine Gang. Der Beat macht dich alle und glücklich. Halle 02, Heidelberg Namika – Lieblingsmensch Tour 2016 (Konzert) Nicht nur ihr Song »Lieblingsmensch« hält sich seit Wochen in den Charts, auch ihre neueste Veröffentlichung »Hellwach« schlägt ein wie eine Bombe. Capitol, Mannheim Der Tod – »Mein Leben als Tod« (Comedy) Mit Witz und Charme (Rentnerschwemme) begegnet der Tod dem Tabuthema der modernen Gesellschaft. Fr 26. The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing) Watch out for Details. Bukowski, Heilbronn Tanzkatapult Bukowski (Clubbing) Björn Scheuermann, Moritz Scheit, Advisor Complex23, Heilbronn There’s something (Bar/Konzert/Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Watch out for details. Hanix Nr. 41 76 19. – 26.02.2016

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Hanix Nr. 41 LKA Longhorn, Stuttgart Kodaline (Konzert) Erst zwei Alben veröffentlicht, und schon jetzt werden Vergleiche mit den ganz Großen gezogen. Schleyerhalle, Stuttgart Alligatoah (Konzert) Himmelsfahrtskommando Tour 2016 Theaterhaus, Stuttgart Eure Mütter: Bloß nicht menstruieren jetzt! (Comedy) Kaum ein anderer Bühnen-Act bringt so viel Spaß und verblüfft durch so viel Originalität. Theaterhaus, Stuttgart Maximum Rock (Lesung & Live-Musik) Eine rockmusikalische Zeitreise vom Summer of Love bis Woodstock. Tollhaus, Karlsruhe Joris (Konzert) Hoffnungslos Hoffnungsvoll Tour 2016. Karlstorbahnhof, Heidelberg Phela & Tex (Konzert) Zusammen auf Tour, jeweils mit dem eigenen Programm. Schatzkistl, Mannheim Roberto Capitoni (Comedy) Stand-up-Comedy in 4D: Sehen, Hören, Fühlen, Lachen! Sa 27. The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing) Watch out for Details. Bukowski, Heilbronn Impulsgeber: Jam El Mar (Clubbing) Jam El Mar, Carmen Bernabe, Plasmiq 26. – 29.02.2016 Complex23, Heilbronn There’s something (Bar/Konzert/ Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Watch out for details. Bürgerzentrum, Brackenheim Jan Plewka singt Simon & Garfunkel (Konzert) Wer wäre geeigneter für diesen Ausflug in die eigene Geschichte als der Frontmann von Selig. Tollhaus, Karlsruhe Ildikó von Kürthy (Lesung) Von Kürthy liest, lacht und spielt Szenen aus ihrem neuen Buch. Jubez, Karlsruhe Blonder Engel (Konzert) Raffinierte Texte, schelmische Selbstironie, dazu virtuoses Gitarrenspiel und unbändiges Improvisationstalent des vielfach preisgekrönten Linzers. Porsche-Arena, Stuttgart Scooter (Konzert) »Can’t Stop The Hardcore«-Tour 2016. Theaterhaus, Stuttgart Eure Mütter: Bloß nicht menstruieren jetzt! (Comedy) Kaum ein anderer lustiger Bühnen-Act bringt so viel Spaß und verblüfft durch so viel Originalität. Halle 02, Heidelberg Enno Bunger – Flüssiges Glück- Tour (Konzert) Nach dem Trennungsalbum »Wir sind vorbei« veröffentlichte der Musik- und Textkünstler nun sein drittes Album »Flüssiges Glück«. So 28. Theaterhaus, Stuttgart Ildikó von Kürthy (Lesung) Von Kürthy liest, lacht und spielt Szenen aus ihrem neuen Buch. Alte Feuerwache, Mannheim Cheesecakes & Mixtapes (Talk & Musik) Einmal im Monat sind musikinte- ressierte Kuchenesser eingeladen zum Kaffeeklatsch, Kreislaufsekt und Käsekuchen. Tollhaus, Karlsruhe Die Feisten (Musik-Comedy) »Versuchslabor III«. Capitol, Mannheim Ida Gard – »Womb«-Tour 2016 (Konzert) »Dänemarks aufgehender Stern am Pop-Himmel«. Theater und Orchester Heidelberg, Zwinger 1 Wir sind die Neuen (Theater) In der Komödie prallen leicht, lustig, lebensklug und überspitzt zwei Generationen aufeinander. Es leben die Vorurteile! Mo 29. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. Alte Feuerwache, Mannheim Jan Weiler im Reich der Pubertiere (Lesung) Die lang ersehnte Fortsetzung des Nr.-1-Bestsellers »Das Pubertier«. Capitol, Mannheim Bosse – »Engtanz«-Tour 2016 (Konzert) Das, was hier ins Haus steht, ist der ausgelassene Engtanz mit dem Leben! Theaterhaus, Stuttgart Die Prinzen: 25 Jahre auf Bewährung (Konzert) »25 Jahre auf Bewährung« heißt die Jubiläums-Tour der Prinzen im Jahr 2016! Unser Sortiment an BIO-Produkten aus allen erdenklichen Bereichen ist so gross, dass eine auch nur a n s a t z w e i s e vollständige Aufzählung niemals in diese schmale Anzeige hineinpassen würde. Besuchen sie uns doch einfach in unserem Ladengeschäft in der Allee 9 oder im Internet unter reformhaus-heilbronn.de Allee 9, 74072 Heilbronn Fon:0713181557 | Fax:07131962168 www.reformhaus-heilbronn.de, www.facebook.com/reformhaus.maier

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Termine März 2016 Di 01. redblue, Heilbronn Babykonzert (Konzert) Musik für Babys bis zu einem Jahr, für Schwangere, für Eltern, für Oma und für Opa. Ebene 3, Heilbronn Komunales Kino (Film) Traumland Harmonie, Heilbronn Das Phantom der Oper (Musical) Diese Musical-Version hält sich nah an die Romanvorlage und in großen Teilen der Musik sind bekannte Opernzitate eingebunden. Mi 02. kulturA, Öhringen Ehnert vs. Ehnert – Zweikampfhasen (Comedy) Überall Singles, One-Night-Stands und Lebensabschnittsgefährten. Nur Jennifer und Michael Ehnert sind nicht in der Lage, sich voneinander scheiden zu lassen. Tollhaus, Karlsruhe Christoph Sieber (Kabarett) »Hoffnungslos optimistisch« Alte Feuerwache, Mannheim Das Vereinsheim (Konzert) Es ist nur eine kleine Bühne, mitten im Raum. Es ist eine Art Wohnzimmer für die Sinne. Kulturfenster, Heidelberg Die Höchste Eisenbahn (Konzert) Berliner Songwriter. Do 03. Complex23, Heilbronn Filmabend (Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Watch out for details. Altes Theater, Heilbronn Jens Düppe – Anima (Konzert) Jazzclub Cave 61 im Alten Theater. redblue, Heilbronn RebellComedy (Stand up-Comedy) RebellComedy ist zur mittlerweile wichtigsten und authentischsten Bühne für die neue Generation an Comedians geworden. Harmonie, Heilbronn Michael Mittermeier: »Wild« Es ist Freiwildzeit – der Mittermeier läuft ohne Leine rum, und er will nicht nur spielen … Fr 04. The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing) Watch out for Details. Bukowski, Heilbronn #MeinKleinesBerlinInHeilbronn (Clubbing) Elektronisches auf die Ohren. Watch out for details. Complex23, Heilbronn There’s something (Bar/Konzert/ Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Watch out for details. Stadthalle, Heidelberg Dieter Thomas Kuhn – Im Auftrag der Liebe 2016 (Konzert) Dieter Thomas Kuhn & Band machen süchtig! Nach einem Abend und einer Nacht der ganz besonderen Art. Sa 05. The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing) Watch out for Details. Bukowski, Heilbronn #MeinKleinesBerlinInHeilbronn (Clubbing) Elektronisches auf die Ohren. Watch out for details. Complex23, Heilbronn There´s something (Bar/Konzert/Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Watch out for details. Altes Theater, Heilbronn Lust – ein Gourmetabend mit 4-Gänge-Menü (Gourmetabend) Live-Musik, Zauberei und Flamenco Kulturkeller, Heilbronn Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen (Rednerinnen-Veranstaltung) In den Monologen kommen sehr unterschiedliche Frauen zu Wort. Musikschule, Neckarsulm Viva Voca (Konzert) Als Chorknaben waren sie bereits auf der ganzen Welt unterwegs – jetzt sind sie die Pop Stars der A-Cappella Szene! So 06. Harmonie, Heilbronn Heilbronner Sinfonie Orchester: »Zwei Zeitgenossen - Zwei Welten« (Konzert) Im Zentrum steht Max Regers 1913 entstandene »Böcklin-Suite«. Schleyerhalle, Stuttgart Apassionata – »Im Bann des Spiegels« (Show) Schöne Pferde & Showhighlights. Mo 07. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. Stadthalle, Heidelberg Gerhard Polt und die Well-Brüder aus’m Biermoos (Kabarett) Im Zusammenspiel von Polt und den Wellbrüdern entsteht ein besonderer »Bairischer Abend«. Di 08. Theaterhaus, Stuttgart Radio Doria – Jan Josef Liefers & Band (Konzert) Jan Josef Liefers ist einer der ganz großen Schauspieler in Deutschland – und er ist Musiker. Liefers und seine Band haben über 300 Konzerte auf dem Buckel. Theaterhaus, Stuttgart Jan Weiler im Reich der Pubertiere (Lesung) Die lang ersehnte Fortsetzung des Nr.-1-Bestsellers »Das Pubertier«. Capitol, Mannheim Hans Liberg – »Attacca« (Konzert) Es ist eine Vorstellung mit E- und U-Musik: Campingplatz-Repertoire in Kombination mit einem elitären Lied über George Condo. Mi 09. Schatzkistl, Mannheim Popforscher in Concert – Special Guest: Juliette Brousset (Konzert) Special Guest: Juliette Brousset. Theaterhaus, Stuttgart Sinatra & Friends: A Tribute to the World’s Greatest Entertainer (Konzert) Als Hommage an diesen einzigartigen Entertainer kommt eine Tournee, die die Stimme Sinatras Hanix Nr. 41 78 01. – 09.03.2016

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Hanix Nr. 41 und seine frechen Freunde Dean Martin und Sammy Davis Junior, genannt »The Rat Pack«, zurück auf die Theaterbühnen bringt. Do 10. Altes Theater, Heilbronn Sydney Ellis & her Midnight Preachers (Konzert) Jazzclub Cave 61 im Alten Theater Tollhaus, Karlsruhe Anne Clark featuring herrB (Konzert) »Wasted Wonderland« European Tour 2016 Alte Seilerei, Mannheim Vega & Bosca – »Alte Liebe rostet nicht« Tour 2016 (Konzert) Rap. DAI, Heidelberg Bärbel Wardetzki: Wo das Wir fehlt – Arbeit, Alltag und Narzissmus (Vortrag) Narzissmus findet sich nicht nur in Zweierbeziehungen, sondern in jedweder Form von Aufeinanderbezogensein, sei es im Beruf, zwischen Freunden, in der Familie oder in der Psychotherapie wieder. Fr 11. The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing) Watch out for Details. Bukowski, Heilbronn #MeinKleinesBerlinInHeilbronn (Clubbing) Elektronisches auf die Ohren. Watch out for details. Complex23, Heilbronn There’s something (Bar/Konzert/Film) Kulturprogramm für urbane 09. – 14.03.2016 Menschen. Watch out for details. Bürgerzentrum, Brackenheim 20 Jahre Bürgerzentrum Brackenheim (Festgala) Dem Namen »Halle für alle« hat das Bürgerzentrum in den vergangenen 20 Jahren alle Ehre gemacht. Schatzkistl, Mannheim John Doyle – Voll der Stress (Comedy) In seinem neuen Programm »Voll der Stress« beschäftigt sich John Doyle mit Menschen, die auf der Arbeit, bei der Kindererziehung und selbst im Schlafzimmer gestresst sind. Sa 12. The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing) Watch out for Details. Bukowski, Heilbronn #MeinKleinesBerlinInHeilbronn (Clubbing) Elektronisches auf die Ohren. Watch out for details. Complex23, Heilbronn There’s something (Bar/Konzert/Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Watch out for details. Kulturkeller, Heilbronn Ein Abend mit Lyrik von Mascha Kaléko und Musik von Herbert Baumann (musikalischer Lyrik-Abend) Die Wandelbarkeit von Alix Dudels warmer Stimme lässt jeden der ausgewählten Texte im genau richtigen Ton erklingen. Sebastian Albert intoniert Herbert Baumann einfühlsam und zart. Bürgerzentrum, Brackenheim 100 Jahre Christoph Sonntag – die Jubeltour (Comedy) 100 Jahre Christoph Sonntag! Grund genug für den TV- und Radiostar nun auch mit seinem Publikum zu feiern! Stadthalle, Heidelberg Wise Guys (Konzert) Die Wise Guys werden einfach nicht müde und so sind sie zurzeit gleich mit mehreren Touren unterwegs. Halle 02, Heidelberg Eko Fresh – Essenz Tour 2016 (Konzert) Eko Fresh ist seit über 16 Jahren eine Größe der deutschen Rap-Landschaft. Capitol, Mannheim Wolf Maahn & Band – »Sensible Daten Live« (Konzert) Insgesamt über 1200 Konzerte und etliche Festivals unter anderem mit Bob Marley, Fleetwood Mac oder Bob Dylan machten Wolf Maahn zu einer der deutschen Live-Legenden. Tollhaus, Karlsruhe Nils Landgren All Stars & Neue Philharmonie Frankfurt (Konzert) JazzNights – Some other Time – A Tribute to Leonard Bernstein. So 13. Moto-Cross-Gelände, Heilbronn Winter-Moto-Cross Rennen (Motorsport) Ein entscheidendes Finale statt vier Einzelrennen. Die Änderung traf letztes Jahr den Nerv der Zuschauer. Wagenhallen, Stuttgart Vincent Klink & Patrick Bebelaar – Ein Bauch spaziert durch Paris (Lesung) Meisterkoch Vincent Klink geht gern auf kulinarische Entdeckungsreise. Und manchmal liest er dann davon. Schwarzwaldhalle, Karlsruhe Joe Bonamassa (Konzert) Spaß und Leidenschaft, Professionalität und Visionen, dies alles bringt der Superstar des zeitgenössischen Bluesrocks scheinbar mühelos unter einen Hut. Mo 14. Complex23, Heilbronn Kaffeeklatsch mit Kind (Kindernachmittag) Spielen, Kaffee trinken und Kuchen essen für Groß und Klein. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. Porsche-Arena, Stuttgart Sarah Connor (Konzert) Früher sang sie bei »Wetten dass…!?« die Nationalhymne falsch. Heute geht Connor auf »Muttersprache«-Tour. Schleyerhalle, Stuttgart The Scorpions (Konzert) »The 50th Anniversary«-World- Tour 2016. DAI, Heidelberg Lacy Pool (Konzert) Oberg, Mahall und Griener s pringen am tiefen Ende in den Pool und tauchen in das überbordende Werk des unvergleichlichen Steve Lacy.

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Di 15. kulturA, Öhringen Hennes Bender – Klein/Laut (Kabarett) Der Comedy-Hobbit der deutschen Bühnen, stets auf 180 und immer kurz vorm Explodieren. Schleyerhalle, Stuttgart Macklemore & Ryan Lewis (Konzert) Part II: European Tour. With special guest: Rauray & XP Tollhaus, Karlsruhe Boy (Konzert) »We Were Here«-Tour 2016. Mi 16. DAI, Heidelberg Erica Jong – »Angst vorm Sterben« (Lesung) Mit »Angst vorm Fliegen« wurde Erica Jong zur Ikone der sexuellen Befreiung der Frau. Ebenso direkt und »un-verschämt« widmet sie sich jetzt einem Tabu der westlichen Gesellschaft: dem Altern, dem Sterben. Substage, Karlsruhe Montreal – Alles wird schlimmer Tour 2016 (Konzert) Montreal – das ist frischer Rock aus Hamburg, der mit eingängigen Melodien und hartem Schlagzeug die Live-Bühnen Europas aufmischt. Do 17. Altes Theater, Heilbronn Trio Wuh (Konzert) Jazzclub Cave 61 im Alten Theater Complex23, Heilbronn GanzKurzNoch-Livepodcast (Talkrunde) Livepodcast. Eine Talkrunde mit mutigen Pionieren. Tollhaus, Karlsruhe Salut Salon: Ein KARNEVAL DER TIERE und andere Phantasien (Konzert) Kompositionen aus Klassik, Chanson, Pop und Folk werden neu interpretiert oder in ungeahnte Zusammenhänge gesetzt. Fr 18. The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing) Watch out for Details. Bukowski, Heilbronn #MeinKleinesBerlinInHeilbronn (Clubbing) Elektronisches auf die Ohren. Watch out for details. Complex23, Heilbronn There’s something (Bar/Konzert/Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Watch out for details. Altes Theater, Heilbronn Tabea Anderfuhren (Konzert) Country & Bluegrass. Thermen & Badewelt, Sinsheim »Mediterraner Frühling« (Textilfreies Erlebnis-Event) Textilfreies Erlebnis-Event. Substage, Karlsruhe Mono Inc. & special guest (Konzert) Terlingua Tour 2016 Schatzkistl, Mannheim Mark Britton – Ohne Sex geht’s auch (nicht)! (Comedy) Erleben Sie Mark Brittons humoristischen Reisebericht aus dem Niemandsland zwischen Teenie-Disco und Seniorentreff. Karlstorbahnhof, Heidelberg Christian Steiffen – »Ferien vom Rock ’n’ Roll« Tour (Konzert) Meine Damen und Herren, entdecken Sie mit uns das Bern- steinzimmer der guten Musik: Christian Steiffen ist der Künstler, den unser Land braucht. Sa 19. The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing) Watch out for Details. Bukowski, Heilbronn #MeinKleinesBerlinInHeilbronn (Clubbing) Elektronisches auf die Ohren. Watch out for details. Complex23, Heilbronn There’s something (Bar/Konzert/ Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Watch out for details. Audi Forum, Neckarsulm Tatortkommissar liest »Mörderisches Bayern« (Musikalische Lesung) Udo Wachtveitl ist bekannt als Tatort-Kommissar Franz Leitmayr. Er lässt durch seine Sprechkunst ländliche und städtische Milieus auf beeindruckende Weise lebendig werden. Mit fantastischen Tönen und Klängen wird der Text unterlegt und gerahmt. Theaterhaus, Stuttgart Gauthier Dance: Infinity (Tanz) Im Zeichen der Acht: Eric Gauthier präsentiert einen gemischten Abend mit sage und schreibe acht Stücken, davon vier Uraufführungen. Schatzkistl, Mannheim Madeleine Sauveur – »Ich höre was, was du nicht sagst« (Musik-Kabarett) Ein höchst unterhaltsames Programm über die Verständigung zwischen Männern und Frauen. So 20. Merlin, Stuttgart Patricia Cammarata: »Sehr gerne, Mama, du Arschbombe« (Lesung) Tiefenentspannt durch die Kinderjahre. Wie man trotz allem den Humor nicht verliert und eine entspannte Haltung im Leben mit Kindern behält, verrät Patricia Cammarata in diesem Buch. Substage, Karlsruhe Ssio (Konzert) 0,9 Tour 2016! Halle 02, Heidelberg Cäthe: »Vagabund – Tour 2016« (Konzert) Cäthe hat längst ihren festen Platz in der deutschen Musikszene gefunden. Alte Feuerwache, Mannheim Kunst gegen Bares (Open Stage) Wieder ist »Kunst gegen Bares« in der Alten Feuerwache zu erleben. Das Publikum entscheidet, wie viel Geld ihm die Kunst Wert ist. Jubez, Karlsruhe The Skull (Konzert) The Skull featuring Eric Wagner (Sänger von Trouble) und Ron Holzner (Bassist von Trouble) aus den USA sind für Konzerte, Events und Festivals in ganz Europa unterwegs. Mo 21. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Wie jeden Montag in Heilbronn auch heute wieder: Livemusik mit Special Guest. Capitol, Mannheim Tanita Tikaram – »Closer To The People«-Tour 2016 ( Konzert) Tanita Tikaram kommt nun zurück. Hanix Nr. 41 80 15. – 21.03.2016

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Hanix Nr. 41 Di 22. Capitol, Mannheim Edoardo Bennato & Band – »Viva la Mamma« Live 2016 (Konzert) Der italienische Liedermacher und Rockmusiker – endlich in Mannheim! Mi 23. Substage, Karlsruhe Monster Magnet (Konzert) Celebrating The A&M Years Live. Special-Guest: Scorpion Child Alte Feuerwache, Mannheim The Fuck Hornisschen Orchestra (Konzert) Du fühlst dich schlapp? Deine Glieder schlabbern unkontrolliert vom Rumpf? Dir fehlt der Antrieb? Nimm dir Urlaub! Urlaub mit The Fuck Hornisschen Orchestra! DAI, Heidelberg Thea Dorn & Manfred Osten: Die Unglückseligen – Über die Sehnsucht nach Unsterblichkeit (Literatur) Thea Dorns neuer Roman bewegt sich in die Extreme moderner Biomedizin – und zugleich in die Untiefen einer romantischen Seele. Do 24. Altes Theater, Heilbronn Gary Bartz Quartett (Konzert) Jazzclub Cave 61 im Alten Theater Schleyerhalle, Stuttgart Sunrise Avenue (Konzert) Samu und seine Bandkollegen gemeinsam mit dem Wonderland-Orchester zurück in Deutschland. Jubez, Karlsruhe The Hirsch Effekt (Konzert) Genres wie Hardcore, Kammermusik, Death Metal, Jazz, 22. – 31.03.2016 Electronica und Deutsch Pop werden dekonstruiert und in das künstlerische Schaffen der Band eingesogen. Fr 25. The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing) Watch out for Details. Bukowski, Heilbronn #MeinKleinesBerlinInHeilbronn (Clubbing) Elektronisches auf die Ohren. Watch out for details. Complex23, Heilbronn There’s something (Bar/Konzert/Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Watch out for details. Sa 26. The Rooms Club, Heilbronn Beatz! Beatz! Beatz! (Clubbing) Watch out for Details. Mobilat, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing) Watch out for Details. Bukowski, Heilbronn #MeinKleinesBerlinInHeilbronn (Clubbing) Elektronisches auf die Ohren. Watch out for details. Complex23, Heilbronn There’s something (Bar/Konzert/ Film) Kulturprogramm für urbane Menschen. Watch out for details. Substage, Karlsruhe Powerwolf (Konzert) Blessed & Possessed Tour 2016 Capitol, Mannheim Here comes the Sun again – Flower Power in Concert (Show) Der Sound der Blumenkinder. So 27. Porsche-Arena, Stuttgart Revolverheld (Konzert) MTV Unplugged Live. Mo 28. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. Di 29. Stadthalle, Heidelberg Amazing Shadows performed by Catapult Entertainment (Show) Theater, Tanz, Akrobatik und als Gesamtes ein Fest für die Sinne. Mi 30. Tollhaus, Karlsruhe Akkordeonale 2016 (Konzert) Akkordeon-Musik. Do 31. Altes Theater, Heilbronn Ruth Sabadino & Boogaloo (Konzert) Jazzclub Cave 61 im Alten Theater Capitol, Mannheim Masud – »Who the fuck is Masud Akbarzadeh!?« (Comedy) Durch Masuds Augen wird die Welt zu einem Spielplatz voller Fantasie, aber auch bitter-süßer Realität. April/ Mai- Ausgabe Hanix erscheint Ende März 2016 Besuche auch facebook! info@hanix-magazin.de www.hanix-magazin.de

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Tiere ab 18 Lisa Maria Klotz kam wahrscheinlich durch Geburt zur Welt. Seitdem zeichnet, malt und spielt sie am liebsten Quatsch. Zur Beruhigung backt Lisa Pfannkuchen und ihr animalisches Buch »Tiere ab 18« soll man sich und anderen gefälligst in großer Stückzahl bestellen! Check da Shit out: www.tiereab18.de Mehr zu Lisa gibt’s hier: www.lisamariaklotz.de Hanix Nr. 40 TIERE AB 18

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