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Content:
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Kostenloses Mitnahme-Exemplar Titelthema: Abenteuer um die Ecke 24 FREIZEITIPPS UND -AKTIVITÄTEN IN DER REGION: URBANES PADDELN, BIER BRAUEN, ESCAPE ROOM U. V. M. Interview des Monats: OSZE- Direktor, Bundestagskandidat und Heilbronner Gemeinderat Michael Link Außerdem: LITERATURSTANDORT HEILBRONN, PIANO WINE BAR, URBANE KUNST, U. V. M. * Hanix gewinnt: IDEENSTARK – die Auszeichnung für Kreativschaffende in Baden-Württemberg Nr. 49 Juni/Juli 2017 ist ausgezeichnet!*

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Digital oder persönlich? Garantiert Volksbank!

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LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, Hanix Nr. 49 bevor wir auf unseren Themenschwerpunkt hinweisen, wollen wir erklären, weshalb die Cover-Unterzeile diesmal »ist ausgezeichnet!« heißt. Wir meinen das im wahrsten Sinne des Wortes. Am 22. Mai wurden wir in Reutlingen bei der Landeskonferenz der Kreativwirtschaft geehrt. Und da sind wir mächtig stolz darauf. Insgesamt gingen schließlich starke 87 Bewerbungen ein. Ausgewählt wurden zwölf Kultur- und Kreativschaffende und Teams aus Baden-Württemberg, die die Jury mit ihrer Geschäftsidee, laufenden Tätigkeit oder besonderen Unternehmerpersönlichkeit überzeugten. IDEENSTARK ist eine Auszeichnung der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg und wird unterstützt durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg. Zum Themenschwerpunkt haben wir diesmal unsere Rubrik »Abenteuer um die Ecke« gemacht. Der Sommer steht vor der Türe, da macht es mehr als Sinn, insgesamt 24 Freizeitaktivitäten vorzustellen, die es wert sind, ausprobiert zu werden. Ein wirkliches Abenteuer hat unsere Frontfrau Maike Endresz erlebt, als sie sich auf den Weg gemacht hat, um für unseren Beitrag »Zeit mit Freunden in der Natur« einen entspannten Tag zu verbringen. Wenige Kilometer vor dem Ziel hat ihr Auto plötzlich gestreikt. Mitten im Funkloch zwischen Etzlenswenden und Farnersberg. Satte fünf Stunden Wartezeit, mehrere Fußmärsche, um endlich Empfang zu haben und einige Tränen hat es gefordert, bis unsere liebe Maike es geschafft hatte, den Abschleppdienst zu ihrem Auto zu lotsen. Nachdem Schock und Frustration nachgelassen hatten, konnte sie die unfreiwillige digitale Diät bei schönstem Wetter im Wald zwischen Etzlenswenden und Farnersberg durchaus genießen. Wo wir sonst noch für diese Ausgabe waren: im Heilbronner Rathaus zum Interview des Monats mit OSZE-Direktor und Bundestagskandidat der FDP, MICHAEL LINK, in der Piano Wine Bar, in einer Ape, in Bonfeld auf dem blacksheep-Festivalgelände, in Bibliotheken und Archiven, im Figurentheater, im neu eröffneten Verliebt in Bad Wimpfen, auf der Zugspitze, in Museen, auf dem Neckar, im Weinkeller, in einer Brauerei, in der Luft, im Stadtwald, hinterm Teleskop, auf dem Flohmarkt, im Gerichtssaal, Down Under und an vielen weiteren Plätzen. Fühlen sich ausgezeichnet: die Abenteurer aus der Hanix-Redaktion. Endlich da: Fünf Stunden nach der Autopanne kam auch schon der Abschleppdienst, um unsere Mitarbeiterin aus dem Funkloch zwischen Etzlenswenden und Farnersberg zu ziehen. EDITORIAL Stolz wie Oskar: Hanix ist Preisträger beim IDEENSTARK-Wettbewerb.

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IMPRESSUM 6. Jahrgang VERLAG / HERAUSGEBER HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn USt.-ID: DE 271248199 Vertreten durch: Marcel Kantimm Robert Mucha CHEFREDAKTEUR Robert Mucha (V.i.S.d.P.) REDAKTION Friedemann Orths, Lea Pomocnik REDAKTIONELLE MITARBEITER Dr. Bernhard Stumpfhaus, Leonore Welzin, Brigitte Fritz-Kador, Maria Sanders, Matthias Marquart AUTOREN UND MITARBEITER Nicolai Köppel, Mares Baudewijns, Sibel Taylan, Thomas Aurich, Ralph Munz, Oliver Maria Schmitt, Annette Geisler, Maria Maroge, Memo Filiz, Sarah Baudenbacher, Judith Budai ARTDIREKTION Raimar Schurmann LAYOUT Raimar Schurmann (Leitung), Florian Geiger FOTOGRAFEN UND ILLUSTRATORINNEN Meli Dikta (www.blickboutique.de) Memo Filiz (www.memografie.com) Ulla Kühnle (www.freiraum-photos.de) Nico Kurth (www.nicokurth.com) Erich Benz (www.erichbenz.com) Kathrin Leisterer Lisa Maria Klotz (www.lisamariaklotz.de) LEKTORAT Friedemann Orths, Udo Völker VERMARKTUNG & SALES Maike Endresz (verantw.) VERLAGSKOORDINATION / ADMINISTRATION / SOCIAL MEDIA Marcel Kantimm DRUCK Druckerei Ziegler GmbH & Co. KG Auwiesen 1 74924 Neckarbischofsheim VERTRIEB Auslage an ca. 1.000 Stellen im Großraum Heilbronn KONTAKTE info@hanix-magazin.de Maike Endresz: maike.endresz@hanix-magazin.de Marcel Kantimm: marcel.kantimm@hanix-magazin.de Robert Mucha: robert.mucha@hanix-magazin.de Telefon: +49 7131 1216500 Die Meinungsäußerungen in diesem Magazin liegen in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Autoren und geben nicht zwingend die Meinung des Verlages und der Redaktion wieder. COPYRIGHT 2015 Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Kein Teil dieses Magazins darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form, gleich welcher Art, reproduziert werden. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages strafbar. 6 Hin- & Weggucker Der Bildvergleich Diesmal: Knotenpunkt Inselspitze vs. »Luftbrücke« über die Bahngleise am Hauptbahnhof 8 Stadt-, Land- und Metroleben Unsere Veranstaltungstipps für Juni und Juli 14 Streifzug durch die Region Diesmal: Kinder- und Jugendtheater Radelrutsch, »My Little Pony«-Convention und ein Interview mit Ulrich Schneider über das blacksheep-Festival 16 Smalltalk Dinge, die Heilbronner nicht sagen, Thekenphilosophen & #ashtag #eilbronn 18 600 Sekunden KÖPPELS ZEHN MINUTEN HEILBRONN Nicht das auch noch 20 Taschenkontrolle bei Ioana Radulescu, Gastgeberin in der Piano Wine Bar 22 Mein Lieblingsding HEILBRONNER ZEIGEN IHR LIEBSTES STÜCK Diesmal: Pier 58-Kapitän Simon Reinhardt und seine Piaggio Ape 24 Gesellschaft Literaturstandort Heilbronn INHALT Hanix Nr. 49

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30 Kultur Hartmut Liebschs Figurentheater in Kochertürn & Hohenloher Kultursommer 46 Titelthema Abenteuer um die Ecke – 24 Freizeittipps für den Sommer U. a. Urban Paddling, Porsche Museum, ein Tag am Gericht, Rundflug über die Region, Schnitzeljagd im Stadtwald, Weinprobe im Schloss Affaltrach u. v. m. 62 Heilbronn – A Nice Place To Come From DIE OLIVER MARIA SCHMITT- KOLUMNE Kenner trinken Dönerwein 64 Brief an die Heimat Roadtrip durch den Südwesten Australiens ABENTEUER UM DIE ECKE Hanix Nr. 49 32 Wirtschaft Verliebt – Kulinarische Neueröffnung in Bad Wimpfen und vieles Leckeres mehr 34 Kunst Andrea Jahn & Stefan ›Aritzona‹ Hans 36 Film Arthaus-Tipp »In Zeiten des abnehmenden Lichts«. Dazu weitere Filmstarts 40 Interview des Monats Politiker Michael Link: Wir sprachen mit dem Heilbronner Gemeinderat und OSZE-Direktor über den Brennpunkt Rathausplatz, Bereiche, in denen die Heilbronner Stadtentwicklung noch Luft nach oben hat und gefährliche OSZE-Missionen in der Ukraine HANIX NR. 49 68 Historischer Schuss Badespaß, 1952 – 1954 70 .jpg BILDERGALERIE U. a. Heilbronner Leerstand, Innere Sicherheit & IDEENSTARK-Workshop 74 Veranstaltungskalender Gute Termine für Juni und Juli 82 Tiere ab 18 Von Lisa Maria Klotz Diesmal: Die Vögeln

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MITTWOCH, 19. APRIL 2017, 16:57 UHR KNOTENPUNKT INSELSPITZE, HEILBRONN Heilbronn hat seit Ostermontag einen neuen Ort der Kommunikation und der Begegnung: Aufbruch.Heilbronn – Knotenpunkt Inselspitze. Ein Thema steht dort im Mittelpunkt: die Zukunft der Stadt. In dem ehemals als Galerie genutzten Raum unterhalb der Friedrich-Ebert-Brücke im Zentrum Heilbronns präsentiert sich der neu geschaffene Veranstaltungsort als Treffpunkt und interaktiver Informationsort. Ausgehend von einem 3,50 mal vier Meter großen dreidimensionalen Stadtmodell im Maßstab 1:500 wird die Zukunft Heilbronns aufgezeigt. Der Knotenpunkt Inselspitze ist eine Zusammenarbeit der Stadt Heilbronn sowie ihren Partnern Experimenta, Stadtsiedlung Heilbronn, Zukunftsfonds Heilbronn und Bundesgartenschau Heilbronn 2019. Die Stadt hat die Räume umgebaut, einige Wände herausgenommen und neue Sanitäranlagen eingebaut. Der Außenbereich wird künftig möbliert und mit in Kübeln gepflanzten Zierapfelbäumen begrünt. Auf der Brücke machen Fahnen auf den Ort aufmerksam. Der Knotenpunkt Inselspitze als Ausstellungs- und Veranstaltungsort ist über die Sommermonate täglich (außer Montag) von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Zwei Mitarbeiter helfen bei Fragen weiter. Der Eintritt ist auch bei Veranstaltungen frei. Hanix Nr. 49 Foto: Meli Dikta HINGUCKER

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FREITAG, 28. APRIL 2017, 12:47 UHR HAUPTBAHNHOF, HEILBRONN Wir nennen sie: Heilbronner Luftbrücke. Denn: Die angedachte Fußgänger- und Radwegbrücke über die Gleise des Hauptbahnhofs wird nicht bis zur Bundesgartenschau 2019 gebaut. Aus Kostengründen. Das beschloss der Gemeinderat am 25. April. Dabei wurden früh euphorische Lobeshymnen auf die Brücke angestimmt. Von einem »unverwechselbaren, signéehaften Bauwerk« und einem »markanten Zeichen für die Buga«, einer »Landmarke« für den neu entstehenden Stadtteil erzählen Ratsdrucksachen vergangener Jahre. Unverzichtbar erschien sie der Stadtverwaltung damals: Die Gleisanlagen des Hauptbahnhofes stellten »eine große Barriere dar«, es seien ohne die Brücke »große Umwege zu bewältigen«. Das Projekt wird nun geschoben, einige Pessimisten glauben gar überhaupt nicht mehr an den Bau über die Gleise. Die Bundesgartenschau findet ohne die blitzförmige Brücke und die kurzen Wege vom Bahnhof ins Gelände statt. Die zukünftigen Bewohner des Stadtteils Neckarbogen dürfen sich vorerst auf einen umständlichen Weg zum eigentlich so nahgelegenen Hauptbahnhof einstellen. Hanix Nr. 49 Foto: Meli Dikta WEGGUCKER

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TIPPS FÜR HEILBRONN Sportveranstaltung 2. bis 4. Juni STUDYLYMPICS 2017 Frankenstadion, Heilbronn Ob der olympische Geist Anfang Juni in Heilbronn spürbar sein wird? Jedenfalls reisen die sportlichsten DHBW-Studenten nach Heilbronn, um sich zu messen. Zum wiederholten Mal lädt der AStA der Dualen Hochschule Baden-Württemberg zu den Studylympics ein. Bei den Studylympics treten DHBW-Studierende in den Disziplinen Fußball, Volleyball und Leichtathletik gegeneinander an. Dazu gibt es ein von den Studenten erdachtes Rahmenprogramm. Die Abschlußparty findet in der Gartenlaube statt. Sport 17. & 18. Juni SPARKASSEN CHALLENGE HEILBRONN POWERED BY AUDI 2017 Heilbronn Neben der Elite des Triathlonsports gehen bis zu 2.500 FreizeitsportlerInnen an den Start. Das Kräftemessen findet auf drei Distanzen statt: Challenge Half, Olympische Distanz und in der Volksdistanz. Neu ist eine Firmenwertung bei allen Wettbewerben. Dieses Triathlon-Event wird »mitteninderstadt« ausgetragen: So findet das Schwimmen im Neckar statt. Ebenso beginnt und endet die Radstrecke in der Stadt, der Zieleinlauf ist auf dem Marktplatz. Am 17. Juni findet die Junior-Challenge statt. Ebenso startet am Vortag der Frauenlauf auf der Oberen Neckarstraße. Pop- und Poesie-Show 25. Juni SWR1 POP & POESIE IN CONCERT Wertwiesenpark, Heilbronn Die Erfolgsgeschichte von »SWR1 Pop & Poesie in Concert« begann im Jahr 2009. Seither sorgen die Mischung aus Konzert, Lesung, Comedy und Show regelmäßig für ausverkaufte Hallen. Auch diese Show setzt auf das bewährte Konzept: Neun Musiker, Sänger und Schauspieler interpretieren die Lieblingshits der SWR1- Hörerinnen und -Hörer so, dass die oft gehörten Titel in einem ganz neuen Licht erscheinen. Auf dem Programm stehen Songs von REM, Elvis Presley, den Beatles, Kiss, Rolling Stones, AC/DC, Pink Floyd und weiteren Legenden der Rock- und Popgeschichte. Gesprächsrunde 10. Juli AUTOR IM GESPRÄCH: FERIDUN ZAIMOGLU BOXX Junges Theater, Heilbronn Gleich mit seinem ersten Buch hat er 1995 dauerhaft Spuren hinterlassen: »Kanak Sprak« wurde zum geflügelten Wort für die Sprache der Deutsch-Türken. Feridun Zaimoglu stammt aus der Türkei, kam aber schon ein Jahr nach seiner Geburt nach Deutschland. Hier ging er zur Schule, hat Kunst- und Medizinstudien begonnen, bevor er sich für das Schreiben entschied. Mit Romanen wie »German Amok« und »Leyla« hat er das Publikum für sich gewonnen und die Kritiker überzeugt. In seinem letzten Roman »Siebentürmeviertel« hat er von den Problemen eines Jugendlichen erzählt, der 1939 von Deutschland nach Istanbul emigrieren muss, wo Kulturen, Religionen und menschliche Leidenschaften hart aufeinanderprallen. Feier 15. & 16. Juli BRÜCKEN- UND BAUSTELLENFEST BUGA-Gelände, Heilbronn Mit einem Weltrekordversuch im Feuerspucken feiern BUGA und Stadt Heilbronn die Fertigstellung der Karl-Nägele-Brücke und laden zum Baustellenfest auf das BUGA-Gelände ein. Mehr als anderthalb Jahre lang war die Brücke gesperrt, um auf vier Fahrstreifen verbreitert und mit Fuß- und Radwegen ausgestattet zu werden. Das Festwochenende beginnt am Samstag um 18 Uhr. Ein heißer Weltrekordversuch wird gegen 21:30 Uhr starten. Mindestens 300 Teilnehmer sollen gleichzeitig Feuer spucken. Am Sonntag ist die BUGA- Baustelle von 11 Uhr bis 17 Uhr für alle Interessierten offen. BUGA-Mitarbeiter führen Interessierte über das Gelände. Sie zeigen, was auf dem Gelände und am Neckarufer schon alles fertig ist, und beantworten Fragen. Das beliebte Baggerfahren, ein Bobbycar-Rennen auf der gesperrten Kalistraße sowie viele andere Mitmach-Möglichkeiten werden angeboten. Festival 27. - 29. Juli »VIEL & DRAUSSEN«-FESTIVAL Wilhelm-Waiblinger-Haus, Heilbronn »Mach’s viel – Mach’s draußen« dachte sich vor neun Jahren das Popbüro Heilbronn und organisierte gemeinsam mit Ehrenamtlichen und regionalen Künstlern das Viel & Draußen-Festival. Bis heute treffen sich jährlich regionale und überregionale Bands und Künstler am letzten Juli-Wochenende traditionell im Innenhof des Wilhelm-Waiblinger-Hauses und feiern ein Festival mitten im Herzen Heilbronns. Das Motto ist Programm: drei Festivaltage, zahlreiche Bands, über 100 beteiligte Künstler vom Poetry Slam über Rock und Pop bis hin zu Hard Rock und Heavy Metal! STADTLEBEN Hanix Nr. 49

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DIE TIPPS FÜR REGION Comedy 1. Juni AFTER-WORK MEETS COMEDY Audi-Forum, Neckarsulm Gleich drei hochdekorierte Kabarettisten und Comedians direkt nach der Arbeit. Rolf Miller, der Träger des Deutschen Kabarettpreises und Kult-Comedian, ist der Meister des Halbsatzes. Keiner versteht es so gut wie er, mit Banalem Kompliziertes auszudrücken. Er spricht hinterhältig indirekt Wahrheiten aus, die wehtun. Thomas Schreckenberger bringt Licht ins Dunkel auf der verzweifelten Suche nach irgendjemandem, dem man noch trauen kann. Begleitet wird er von den üblichen Verdächtigen aus Politik und Gesellschaft. Den weiblichen Part des Abends bestreitet Nessi Tausendschön. Die preisgekrönte frech-knallige Top-Comedienne zeigt zusammen mit ihrem Gitarristen, dass sie nicht nur »wörtlich«, sondern auch »sängerisch« eine Wucht ist. Kulinarik 1. und 2. Juni 3. CRAFT & BIER FESTIVAL Kurpark, Bad Rappenau Wie unterschiedlich Bier trotz der immer gleichen Zutaten Hopfen, Malz, Hefe und Wasser schmecken kann, ist nur durch individuelle Geschmackstests erkennbar. Beim 3. Craft & Bier-Festival in Bad Rappenau gibt es Gelegenheit, dies ausführlich zu tun. Zwölf regionale und überregionale Brauereien bieten mehr als 50 handwerklich hergestellte Biere und Brauspezialitäten im Ausschank an, alle im probierfreundlichen 0,2-Liter-Glas. Damit das Bier eine gute Grundlage findet, bieten fünf regionale Gastronomen das richtige Essen dazu an. Hier ist die Auswahl ebenso vielfältig wie das Bierangebot. Damit ungetrübt genossen werden kann, empfiehlt sich die Anfahrt mit der Stadtbahn. Klassikkonzert 25. Juni 5. SEENACHTSKONZERT – STUTTGARTER SALONIKER Badesteg am Starkholzbacher See, Schwäbisch Hall Patrick Siben und seine STUTTGARTER SALONIKER verwandeln den Starkholzbacher See in eine Konzertarena, ganz im Stile der großen Klassik-Open-Airs. Die Saloniker spielen live Wassermusiken und Gondellieder von Barock bis zur Moderne. Man darf der leichten klassischen Muse und der Unterhaltungsmusik der Vollblutmusiker auf dem See lauschen – gerne auch beim Picknick mit der ganzen Familie. Theater ab 8. Juli BURGFESTSPIELE STETTEN- FELS: DIE PÄPSTIN & DAS KLEINE GESPENST Burg Stettenfels, Unterguppenbach Seit nunmehr einigen Jahren begeistern die Burgfestspiele Stettenfels jährlich Groß und Klein mit ihrem ausgewählten Theaterprogramm. Mal sind es hochmittelalterliche Geschichten, mal große Hollywood-Erfolge, die im Burggraben der Burg Stettenfels inszeniert werden. Dieses Jahr spukt es auf Burg Stettenfels. »Das kleine Gespenst« erobert den Burggraben und sorgt dort für viel Wirbel. Der Roman »Die Päpstin« von Donna W. Cross ist ein Welterfolg. Der gleichnamige Film von Sönke Wortmann erreichte ein Millionenpublikum. Nun ist es gelungen, »Die Päpstin« als Theaterstück auf die Burg Stettenfels zu holen. Open-Air-Konzerte 21. – 23. Juli WÜRTH OPEN AIR 2017 Carmen-Würth-Forum, Künzelsau Das Programm für das diesjährige Open- Air-Wochenende auf dem Gelände des neuen Carmen-Würth-Forums hat es in sich. Nur drei Tage nach Eröffnung des Carmen- Würth-Forums stellen sich am 21. Juli die in diesem Zusammenhang neu gegründeten Würth-Philharmoniker erstmals der Öffentlichkeit vor. Cro kommt am 22. Juli zum Würth-Open-Air. Der Deutsch-Rapper, Sänger, DJ und Musikproduzent wird als Top-Act auf dem Open-Air-Gelände auftreten. Am 23. Juli wird Sting auf der weitläufigen Festival-Fläche spielen. Es ist eines von drei Konzerten, die der Brite im Sommer in Deutschland gibt. Konzert 28. Juli SILBERMOND – »LEICHTES GEPÄCK«-OPEN-AIR Residenzschloss Innenhof, Ludwigsburg Im Anschluss an die Veröffentlichung ihres Erfolgsalbums »Leichtes Gepäck« im Dezember 2015 begeisterten Silbermond 2016 Fans wie Presse gleichermaßen mit den gefeierten Live-Konzerten der »Leichtes Gepäck«-Tour 2016. Da zeigte sich erneut: Die Live-Bühne ist der Ort, wo Silbermond ganz sie selbst sind, der Ort, an dem die Band ihre ganz spezielle Magie entfaltet. So löste denn die Ankündigung der Fortsetzung der »Leichtes Gepäck«-Tour in 2017 allerorten begeisterte Resonanzen aus. LANDLEBEN Hanix Nr. 49

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Jeder Weg braucht einen Mutigen, der ihn zum ersten Mal beschreitet. Der neue Panamera Turbo Sport Turismo. Erfahren Sie mehr bei uns im Porsche Zentrum Heilbronn. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel.: +49 7131 5034-200 Fax: +49 7131 5034-220 info@porsche-heilbronn.de www.porsche-heilbronn.de Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 13,1–12,9 · außerorts 7,4–7,3 · kombiniert 9,5–9,4; CO 2 -Emissionen kombiniert 217–215 g/km

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DIE TIPPS FÜR S, MA, HD & KA Comedy 10. Juni LUKE MOCKRIDGE Hanns-Martin-Schleyer Halle, Stuttgart In seinem neuen Live-Programm »Lucky Man« nimmt uns Entertainer Luke Mockridge mit in die Welt der Selbstfindung. Charmant, reflektiert, scharf beobachtend, aber gewohnt optimistisch, erfasst er aktuelle Themen mit großer Neugier. Seit Januar 2017 widmet er sich live all den Themen, die seine Generation bewegen. Wer jetzt denkt, dass bei Luke nur Leute in den Zwanzigern in Lachanfälle ausbrechen, der irrt. Lukes Charme und Witz kann sich kaum jemand entziehen. Clubbing 14. Juni LTJ BUKEM MIT DJ SYKES, RENÈ & FAIRONNE UND MC MIKE ROMEO halle02, Heidelberg LTJ Bukem – kaum ein Name ist klangvoller in der internationalen Drum & Bass Szene als der des Londoners Danny Williamson. Wie kein Zweiter steht er für atmosphärische Sets und hat mit seinem Label Good Looking auch als Produzent Geschichte geschrieben. Zusammen mit dem Frankfurter MC Mike Romeo kommt der Engländer jetzt zu einer weiteren Session in die halle02, die sowohl für eingefleischte Fans als auch für Genre- Neulinge zu den unbedingten Pflichtterminen gehört! Liquid at its Best! Festival für urbane Kunst 23. Juni bis 19. Juli METROPOLINK #3 Heidelberg & Schwäbisch Hall Metropolink – ein junges Festival widmet sich der Urban-Art mit großflächigen Wandmalereien und eigens für riesige Formate im öffentlichen Raum entwickelten Motiven. Es ist beachtlich, was das Organisationsteam von Metropolink in enger Kooperation mit der Stadt Heidelberg gleich für die erste Ausgabe des Festivals auf die Beine gestellt hat: Ein Symposium »Kunst und Kommunikation im öffentlichen Raum«, drei Workshops für Kinder und Jugendliche, Cubes mit 24 Wänden werden als mobile Ausstellungsräume durch die Stadt bewegt, in sechs Stadtteilen werden Vernissagen zelebriert, Hauswände bemalt und in der gesamten Stadt werden rund 30 Stromkästen neu gestaltet. Im vergangenen Jahr sei die zweite Ausgabe des Straßenkunst-Festivals in Heidelberg ein voller Erfolg gewesen, wirbt Festivalleiter und Kurator Pascal Baumgärtner. Mit 20.000 Besuchern und danach sieben Sonderseiten im Merian-Reisemagazin habe es der Stadt einen Imagegewinn verschafft. Noch heute seien die Touristen-Bustouren zu den riesigen Kunstwerken an den Fassaden der Renner. Wissenschaft 28. bis 30. Juni SUMMER SCHOOL – WISSENSCHAFT KOMMUNIZIEREN Universität, Mannheim Wie kann ich als Wissenschaftler/in meinen Themen über die Fachgrenzen hinaus Öffentlichkeit verschaffen? Wie kann ich meine Forschung in die Medien einbringen? Welche Themen sind für die Medien interessant, wie muss ich sie darstellen? Welche Unwägbarkeiten birgt die Zusammenarbeit mit der Presse? Und ergibt es Sinn, mittels Blog, Facebook oder Twitter direkt mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren? Kulturfestival 11. bis 16. Juli SOMMERFESTIVAL DER KULTUREN Marktplatz, Stuttgart Im Sommer 2001 fand das erste Sommerfestival der Kulturen statt – damals noch in kleinem Rahmen im Innenhof des Alten Waisenhauses. Was sich in den vergangenen Jahren daraus entwickelt hat, ist eine Erfolgsgeschichte, die bundesweit ihresgleichen sucht. Sechs Tage lang wird in Stuttgart getanzt, gefeiert und geschlemmt. Für kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt und ein reiches Kulturprogramm sorgen die Stuttgarter Migrantenvereine. Mit dabei ist auch ein bunter Markt der Kulturen. Das Festival ist nicht nur ein kultureller Höhepunkt im Fest-Angebot der Stadt – es ist auch ein nachdrückliches und positives Signal gegen Rassismus und Ausgrenzung jeglicher Art. Musikfestival 21. bis 23. Juli DAS FEST Günther-Klotz-Anlage, Karlsruhe Das Fest verwandelt die größte Parkanlage der Stadt, die Günther-Klotz-Anlage, für drei Tage in Deutschlands Festival-Zone Nummer eins. Neben der Open-Air-Hauptbühne, auf der schon Peter Fox, Juli, Silbermond, Faithless, PUR, Fury in the Slaughterhouse, Die Fantastischen Vier, Bad Religion und Clueso aufgetreten sind, sorgen fünf weitere Bühnen und ein 20 Hektar großer Sport- und Familienpark für Hochstimmung auf dem Gelände mit dem legendären »Mount Klotz«. METROLEBEN Hanix Nr. 49

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ZIEGLERKUNDE SEIT 2016 ...WEIL VIELE GUT DRUCKEN KÖNNEN! FÜR UNSERE HOCHWERTIGEN, INTERNATIONAL VERTRIEBENEN KUNSTBUCHPUBLIKATIONEN BRAUCHEN WIR JEDOCH DAS ENT- SCHEIDENDE QUENTCHEN MEHR... [Andreas Schubert, Leitung Design und Produktion Kehrer Verlag] VERLAG FÜR KUNST- UND FOTOGRAFIEBÜCHER. Die komplette Kundenstimme unter: www.crossmediaexperts.de

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»NICHT UNTERSCHEIDEN ZU KÖNNEN, OB MAN EHRENAMTLICH ODER BERUFLICH UNTERWEGS IST, IST EIN PRIVILEG« Musik entdecken und die besondere Atmosphäre genießen. Am 22. Juni startet im Bonfelder Schlosshof das 4. blacksheep Festival. ULRICH SCHNEIDER ist Vorsitzender der Blacksheep Kulturinitiative e. V. Wir trafen den 44-Jährigen zum Nachmittagsplausch im Bonfelder Schlosshof und sprachen mit ihm über das Festival mit dem besonderen Flair, seine Tätigkeit für das Reformationsjubiläum in Wittenberg und seine Bundestagskandidatur. Von Lea Pomocnik & Robert Mucha, Foto: Meli Dikta Hanix: Herr Schneider, wenn man Sie aktuell persönlich treffen möchte, können Sie nicht viele Termine anbieten. Was treibt Sie gerade um? Ulrich Schneider: Neben der Vorbereitung des blacksheep Festivals beschäftigt mich das Reformationsjubiläum, der fünfhundertste Jahrestag des Thesenanschlages von Martin Luther. Ich bereite diesbezüglich die kirchlichen Großveranstaltungen in Wittenberg und Mitteldeutschland vor. Viel Zeit können Sie also nicht in Bonfeld verbringen. Ende Juni findet das 4. blacksheep Festival statt. Sie sind Vorsitzender des zugehörigen Kulturvereins. Können Sie bei der Organisation des Festivals in diesem Jahr überhaupt tatkräftig mithelfen? Ich bin froh, dass die Mitglieder im Verein und im Kreativteam Verständnis dafür haben, dass ich dieses Jahr nicht so viel dabei sein kann wie in den vergangenen Jahren. Zum Glück kann Vieles per Telefon und auch online geregelt werden. Heute habe ich beispielsweise das Sicherheitskonzept im Zug fertig geschrieben, so etwas kann man auch aus der Ferne. In den letzten Jahren sah man Sie während des Festivals strohbehutet mit dem Klapprad über das Gelände fahren, immer mit Funkgerät in der Hand, nach dem Rechten sehend. Wird es dieses Bild in diesem Jahr wieder geben? Welchen Aufgabenbereich verantworten Sie beim Festival? Auch dieses Jahr plane ich, beim Festival dabei zu sein. Zusammen mit meinem Co-Vorsitzenden Jürgen Puscher und Franz Koroknay vom Kreativteam übernehme ich die Veranstaltungsleitung. Wir planen und entscheiden gemeinsam, wie in Krisensituationen vorzugehen ist. Ansonsten helfe ich ein bisschen bei der Einlasskontrolle und kümmere mich um Leute, die zu begrüßen sind. Mit einem deutlich erhöhten Etat ausgestattet, hat das Bandgremium um Kreativteamleiter Franz Koroknay wochenlang an dem Line-Up für 2017 gefeilt. Gibt es neben größerem Etat für die Künstler weitere Budgeterhöhungen, um das Festival noch attraktiver zu machen? Dieses Jahr haben wir, was die Künstlergagen und -buchungen angeht, nochmal was draufgelegt. Wir wollen Schritt für Schritt wachsen und insofern ist es das Line-Up, was dieses Jahr stärker ist als in den Jahren zuvor. Jedoch werden wir an dem Bewährten der letzten Jahre festhalten. Die Bonfelder »schwarzen Schafe« werben mit der besonderen familiären Atmosphäre, Detailliebe und dem einzigartigen Schlosshof-Flair für ihr Festival. Was macht das Festival für Sie persönlich besonders? Das Besondere ist, dass wir ein super Programm haben. Es ist für jeden etwas dabei. Wir haben Nachwuchskünstler, bekannte Acts, wir bieten etwas für Familien, für jüngere Leute und Kinder. Die Menschen, die öfter zum blacksheep Festival kommen, wissen einfach, was sie erwartet und dass sie sich hier wohlfühlen werden. Es ist nicht nur ein tolles Musikprogramm, sondern auch das Drumherum stimmt. Warum sollte man nicht nur das blacksheep Festival besuchen, sondern auch den deutlich weiteren Weg nach Wittenberg zu den Reformationsfeierlichkeiten auf sich nehmen? Wittenberg bietet den Sommer über etwas ganz Besonderes. Bei vielen Mitmachangeboten und der Möglichkeit sich einzubringen ist für jeden etwas dabei. Es ist eine Veranstaltung, die Zukunftsfragen vor dem Hintergrund dessen stellt, was seit 500 Jahren Reformation bedeutet hat. Wir schauen auf das, was die Reformation in der Kirche verändert hat, aber auch, was Reformation mit der Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und den Sozialverbänden gemacht und diese beeinflusst hat. Sie arbeiten in vielen Verbänden und sind in Vereinen tätig, für die das gesellschaftliche Wohl im Vordergrund steht. Erlernter Beruf oder Berufung? Von beidem etwas. Bei dem, was ich mache, kann man ein Volkswirtschaftsstudium gut gebrauchen. Hinzu kommt das Engagement, das ich mit der Arbeit verbinde. Nicht immer genau unterscheiden zu können, ob man gerade ehrenamtlich oder beruflich unterwegs ist, ist ein Privileg. ◆ Weitere Infos: www.blacksheep-kultur.de Hanix Nr. 49 STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION

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Hanix Nr. 49 GRATULATION: 40 JAHRE RADELRUTSCH! Heilbronner Kinder- und Jugendtheater feiert Geburtstag Inspiriert vom kulturellen Aufbruch der 1960er und 70er Jahre, gründet Bernard Wilbs 1977 in Bad Friedrichshall das Kindertheater Radelrutsch. Eine Entscheidung mit Folgen, denn die Theaterbesucher von damals sind die Abonnenten von heute. Den Anfang machen die »Mugnog-Kinder«, eine Produktion des Berliner Grips-Ensembles: »Kennen Sie einen Mugnog? Nein?! Komisch, und dabei haben Sie eine ganze Menge davon zu Hause. Fragen Sie mal Ihre Kinder!« Pam und Tom machen Ferien bei Onkel und Tante. Mangels Puppen und Bauklötzen beschäftigen sie sich mit dem Mugnog, einer geheimnisvollen Kiste. Mit diesem Mugnog verschaffen sie sich Autorität nach dem Muster: »Der Mugnog hat gesagt, wenn man nicht müde ist, braucht man auch nicht ins Bett.« Wenn sich Bernard Wilbs an die Anfänge des Kinder- und Jugendtheaters Radelrutsch erinnert, runzelt er die Stirn: »Weihnachtsmärchen – sonst gab es im Theater so gut wie nichts für Kinder.« Das Grips-Theater und die Rote Grütze sind Leuchttürme eines zeit- und kindgemäßen Realismus der späten 60er, frühen 70er Jahre. In den Stücken geht es um den Ärger, den Kinder mit Erwachsenen haben. Vorläufer ist das russische Theater, dessen wichtigste Impulsgeberin die Autorin, Kinder- und Musiktheater-Regisseurin Natalja Saz (1903 – 1993) ist. Auf ihre Anregung gehen Alexander Tolstois »Das goldene Schlüsselchen« (1936) und Sergei Prokofjews »Peter und der Wolf« (1936) zurück. Freiräume für Fantasie schaffen, zu wortschöpferischer Sprachvielfalt ermuntern, den Mut wecken sich zu Wort zu melden, die Lust am Mitmachen fördern – das sind einige der Ziele des Kinder- und Jugendtheaters, das sich in der Traditionslinie von Saz, Grips und Rote Grütze weiter entwickelt. Musik ist bei Radelrutsch bis heute essentieller Bestandteil. Für das aktuelle Stück »Kotzmotz der Zauberer – oder Monarosadella«, das schon im Titel Klangpoesie ausdrückt, hat der Pianist und Pädagoge Thomas Koch die Musik komponiert. Neben den Schauspielern Nataša Rikanović, Yasmin Röckel, Udo Grunwald, Denis Fink und Thomas Fritsche gehören vier Musiker zum Pool der Mitarbeiter: die Harfenistin Maren Ferber (Bad Rappenau), der Posaunist Christof Schmidt (Tübingen), der Schlagzeuger und Akkordeonspieler Tobias Escher (Waiblingen) sowie der Pianist und Klavierlehrer Thomas Koch (Ansbach). Radelrutsch-Gründer und -Leiter Bernard Wilbs, der zunächst eine kaufmännische Ausbildung macht, nimmt in Freiburg privat Schauspielunterricht und bildet sich an der Akademie Remscheid zum Theaterpädagogen aus. Zu den Mitstreitern der ersten Stunde gehört auch Martin Ernst, heute freischaffender Musiker, Tonund Lichttechniker. Er hat noch die Grips-Lieder der ersten Produktionen im Ohr, kann sie ad hoc singen: »Doof gebor’n ist keiner, doof wird man gemacht. Und wer behauptet doof bleibt doof, vor dem nehmt euch in Acht!« Das Radelrutsch-Jubiläumsprogramm bringt den Astrid-Lindgren-Klassiker »Die Kinder aus Bullerbü« auf die Bretter, die die Welt bedeuten. »Besuch aus Digitalien« thematisiert den Umgang mit Bildschirm-Medien. »Krach im Haus der 1000 Lieder« sowie »Ich und Du – Juchu!« greifen das Thema multikulturelles Miteinander auf. Und »Kotzmotz der Zauberer«, nach dem gleichnamigen Buch von Brigitte Werner, zeigt, wie Freundschaft entsteht. Ein Muss für jedes Alter. Zum dritten Mal findet das Sommertheater-Festival statt. Schließlich klingt das Jubeljahr mit dem Radelrutsch-Adventstheater im Deutschhofkeller aus. ◆ (lew) STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION WO SICH »BRONIES« UND »PEGASISTERS« TREFFEN Das Forum am Schlosspark in Ludwigsburg verwandelt sich zur märchenhaften Kulisse für »My Little Pony«-Fans. Sieht man 40-jährige Männer in rosa Ponykostümen und hört man Namen wie Pinkie Pie und Fluttershy, dann weiß man, dass die GalaCon nicht weit entfernt ist. Am 29. und 30. Juli lädt der Bronies e. V. Stuttgart ein, gemeinsam den Spaß an der Serie, den bunten Figuren und vor allem in der Community mit Freunden und Gleichgesinnten zu feiern. Egal ob männliche »Bronies«, weibliche »Pegasisters«, ob jung oder alt. Alle sind willkommen. Die GalaCon ist eine der europaweit größten und bekanntesten »My Little Pony«-Conventions. Wer sich jetzt fragt, wo die Ernsthaftigkeit bleibt – hier kommt die Antwort. Für die »My Little Pony«-Fans ist es ganz besonders wichtig, die Freundlichkeit und Anständigkeit, welche die Serie lehrt, ins wirkliche Leben zu übertragen. Das Mitgefühl der Ponys reicht weit. Fluttershy ist die Verkörperung des Mitgefühls für alle Lebewesen. Wohlbefinden und individuelle Bedürfnisse sind wertvoll. Aus diesem Grund findet auf der GalaCon eine »Charity Auction« statt. Die gemeinnützige Organisation »Bronies for Good« will die Nachricht der Ponys nach außen tragen und die Welt zu einem besseren Ort machen. Bei einer Auktion werden Sachspenden von »My Little Pony«-Fans versteigert und der Erlös wird für gute Zwecke eingesetzt. Doch die GalaCon besteht noch aus vielen anderen spannenden Veranstaltungshighlights. Der Gala Ball und die Gala Party, einem klassischen Tanzball und einer Tanzparty im Disko-Stil, bieten die Möglichkeit neue Freunde kennenzulernen. Für den Soundtrack der Nacht sorgen Fan- Musiker und Stargäste wie unter anderem Blackgryph0n. Die GalaCon bietet zwei Tage lang alles, was das »My Little Pony«-Herz begehrt. Eine kunterbunte »Opening Ceremony«, Workshops sowie Game Shows lassen die Herzen der Fans höher schlagen ◆ (lep)

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Dinge, die Heilbronner nicht sagen: »FC Union, mein Verein!« THEKENPHILOSOPHEN In jeder Ausgabe stellen wir unseren Thekenphilosophen eine knifflige Frage aus dem Leben. Das Szenario: Der Gast sitzt an der Theke, weiß nicht weiter und fragt den Wirt nach dem richtungsweisenden Ratschlag. Unser Thekenszenario diesmal: Unser Stammgast hat in der hiesigen Presse verfolgt, dass seit 2010 im Schnitt jährlich 2.000 18- bis 25-Jährige aus Heilbronn wegziehen und junge Lehrer die Stadt maximal als Durchgangsschulamt betrachten. These des Gastes: Heilbronn ist für junge Erwachsene und Berufseinsteiger eine unattraktive Stadt. Was kann getan werden, damit Heilbronn junge Erwachsene zum Hierbleiben bewegt? Oder ist es gar nicht so schlimm, wie die These des Gastes vermuten lässt? Protokoll: Friedemann Orths Fotos: Ulla Kühnle Sibel Taylan, Data 77112 Die Welt will dir zeigen, wer du bist und wer du nicht bist. Auch Heilbronn. Ich gehe davon aus, dass nicht jeder davon träumt, hier für immer und ewig abzuhängen. Sein behütetes Nestchen verlassen und hinaus in die große weite Welt stiefeln ist nie verkehrt. Man findet heraus, wo sein Platz ist und wo nicht. Manchen wird klar, dass sie sich genau hier, bei ihren Freunden, am wohlsten fühlen. Für andere ist klar: Es gibt kein Zurück. Aber wie du weißt, man schleppt seine Ängste, Unzufriedenheit, Unfreiheit oder Langeweile mit sich herum. Leben ist eine Kunst. Thomas Aurich, u. a. Winterdorf Als Student kam ich vor 38 Jahren nach Heilbronn und bin geblieben. Wir Studierenden hatten zu dieser Zeit eine einhellige Meinung zu Heilbronn: »Die Drei-Meeresstadt – morgens ein Nebelmeer, abends ein Lichtermeer, nachts gar nichts mehr.« Der Aufbruch ist inzwischen da. Die Dieter-Schwarz-Stiftung steht für mehr und mehr Studierende in Heilbronn. Am Profil der Jugend- und Studierendenstadt zu arbeiten ist unser Job. Lasst uns einen runden Tisch machen. Eine Stadt ist so jung, wie es Akteure gibt, die auf Verbesserung drängen. Ralph Munz, u. a. The Rooms Club Wer bleibt hier denn schon freiwillig? Das Kulturprogramm lädt mehr zum Weinen als zum Verweilen ein. Eine anständige Club- und Subkultur hat es mal gegeben, heute ist sie unauffindbar. Restaurants, die etwas anderes anbieten als Wiener Schnitzel oder Tortellini in dicker Rahmsauce sucht man hier oft vergeblich. Wen wundert es, dass innovative, geistreiche, szenige, modebewusste Kultur- und Feierliebende in Scharen aus diesem Landstrich herausziehen? Ich wohne hier schon lange genug und habe Viele kommen und gehen sehen. Die meisten, die ich wieder traf, meinten: Egal wo, überall sei es besser als hier. Ich bin nicht dieser Meinung und gebe die Hoffnung nie auf, dass auch in Heilbronn die Uhren mal anders ticken werden. Und wenn nicht alle fliehen würden, könnte es auch besser werden. Wir kämpfen weiter für ein freies, unabhängiges und bewusstes Heilbronn. Mares Baudewijns, Eckstein Heilbronn bietet nicht für jeden Studenten den passenden Studiengang an, deshalb zieht es viele junge Menschen in Uni-Städte. Es fehlen klassische Treffpunkte für Studenten und Schüler – allgemein für junge Menschen. Ich sehe nur sehr wenige Studenten, obwohl ich in der Gastronomie tätig bin. Wo sind die alle? Heilbronn ist nicht lebendig genug für junge Menschen, die Stadt gleicht ab einer bestimmten Uhrzeit einer Geisterstadt. SMALLTALK Hanix Nr. 49

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#ASHTAG #EILBRONN Unsere Social-Media-Rückschau zu Heilbronn. Mal spannend und unterhaltsam, oft langweilig und öde. Wir schlagen uns für euch durchs Heilbronner Twitterund Facebook-Dickicht und scrollen auch da, wo es wehtut. DER SPIEGEL widmet dem »König von Heilbronn« acht Seiten In der Ausgabe vom 15. April 2017 versuchte sich der Spiegel mit einer Annäherung an Dieter Schwarz, dem »König von Heilbronn«, wie die Hamburger den Lidl- und Kaufland- Gründer nennen. Der Teaser kam boulevardesk daher: »Mit seinem Geld kauft er sich seine Heimatstadt … alle sind von ihm abhängig.« Beim Lesen wird schnell klar: Der Autor ist hier im Städtle meist auf auskunftsarme Weggefährten von Dieter Schwarz getroffen. Die Heilbronner schweigen sich über ihren »König« eben aus. In den sozialen Medien keimte hingegen eine leidenschaftlich geführte Diskussion auf. Sie reichte von »Lang lebe der König« bis »Schwarz kauft sich eine Stadt und privatisiert Bildung zugunsten seines Unternehmens«. Glückwunsch, Heilbronner Eigenheimbesitzer Am 5. Mai haben sich die Hamburger Redakteure des Spiegel erneut mit Heilbronn beschäftigt. Denn laut einer Studie der Postbank werden die Hauspreise bis 2030 in vielen Regionen Deutschlands weiter kräftig steigen. Aber nirgends so sehr wie in Heilbronn. Wer hier als Altersvorsorge auf Immobilien setzt, darf sich auf eine rosige Zukunftsrendite freuen. Die mit Abstand stärksten Preissteigerungen sind laut den Studienautoren in Heilbronn zu erwarten. Die Wohnimmobilien dürften sich laut Studie bis 2030 jährlich um vier Prozent verteuern. Auf Platz zwei: Erding. In der altbayerischen Herzogstadt steigen die erwarteten Hauspreise um 2,1 Prozent jährlich und damit nur halb so stark wie in Heilbronn. Ei, Ei, Ei – Riesenei in Heilbronner Schrebergarten gelegt Eine Legehenne des Heilbronners Vlado Miškovic hat Anfang Mai ein riesen Ei aus sich herausgepresst. Die Fakten: 140 Gramm schwer, 7,7 Zentimeter lang und 5,7 Zentimeter breit. Als die Lokalpresse den Hühner-Papa zum Foto mit dem Rekord-Ei bat, winkte der unaufgeregt ab: »Ist ja schließlich nur ein Ei.« Das Ei hingegen ließ sich anstandslos von der versammelten Presse fotografieren. Liegt die Zukunft eigentlich auf der Straße? Wir schaffen Verbindungen und sind Ihr Wegbereiter. Asphalteinbau Wir lieben unser Hand-Werk. Und möchten auch für junge Menschen Wegbereiter sein – Wegbereiter in eine gesicherte Zukunft mit guten Aufstiegschancen. Schneider Bau GmbH & Co. KG 74074 Heilbronn · Hans-Rießer-Straße 18 Telefon 0 71 31 / 94 43 - 0 www.IhrWegbereiter.de http://www.facebook.com/IhrWegbereiter

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»Wer Karl Lagerfeld zitiert, hat die Kontrolle über seine Zitate verloren« (Zitat, aber von wem?) Ein sehr kluger Mann hat mal sinngemäß geschrieben, die Zeit wäre erfunden worden, damit »der ganze Quatsch« (Zitat) nicht auf einmal passiert. Ein vielleicht genau so kluger Mann – wer weiß das schon – hat es dann gesungen, auf Englisch, was wiederum ich – kein Kommentar – gehört habe. Und manchmal, wenn viel los ist, denke ich an diesen Satz. Nicht immer, aber genau darum geht es ja in diesem Satz. Wenn ich es immer denken würde, wäre das ein Anhaltspunkt dafür, dass immer noch zu viel von »dem ganzen Quatsch« (Zitat) gleichzeitig, also quasi ständig, passiert. Vielleicht kriege ich auch nicht mit, dass ich es denke, oder ich vergesse es wieder. Wer beinahe alles im Leben schon einmal gemacht hat (Zugfahren, Schuhe zubinden, die Liste ließe sich fortsetzen), wer »alles« gesehen hat »außer dem Wind« (Zitat), kann sich unmöglich alles merken, weil worin denn bitte? Der Kopf ist rund, damit einem von den eigenen Gedanken schwindlig werden kann. Und dennoch: Wenn viel los ist, frage ich mich, wer daran die Schuld trägt, dass so viel los ist. Und ob es nicht möglich wäre, dass gerade so viel passiert, dass man nicht merkt, dass so viel passiert. Und ob das geht – wenn man nur wüsste, wie. Also doch auf zur Von Nicolai Köppel Foto: Ulla Kühnle Nicht das auch noch Schuldigensuche. Wenn gerade Zeit ist, komme ich drauf, dass es vermutlich an den anderen liegt. Manchmal denke ich auch, es liegt an mir – aber nur, wenn ich keine Zeit habe, zu erkennen, dass es doch immer nur die anderen sind. Da vermählen sich aufs Unseligste zwei weitere Sprüche: »Die Hölle, das sind die anderen« (Gilbert Bécaud) und »Die Phönizier haben das Geld erfunden, aber leider viel zu wenig davon« (wer das gesagt hat, weiß ich gerade nicht, weil immer dann, wenn man es mal braucht, passiert eben nicht alles gleichzeitig, aber das kann die Leserschaft ja nachgoogeln, und sei es nur, damit sie virtuell mal vor die Tür kommt und nicht zu viel Zeit vor Printmedien verbringt. Wer Printmedien liest, ist einsam. Wer suchmaschint, online shoppt, cookiegestattend und Bookmarks setzend durchs Netz braust, kann ja wenigstens theoretisch dabei beobachtet werden und ist nicht so allein). Exkurs mit Rückkehrgarantie: Auf einem im Buchhandel vertriebenen T–Shirt stand schon in den 90ern zu lesen: »So many books ... so little time.« Abgesehen davon, dass der für Kulturkitsch anfällige »Mensch« (J. W. Goethe) auf solchen Wegen auch immer mit seiner dezent thematisierten Sterb- lichkeit hausieren geht – ein T–Shirt mit der Aufschrift »So viel Rotwein ... und nur eine Leber« oder »So viel Schokolade ... und nur eine T-Shirt-Größe im Schrank zuhause« gibt es nicht. Warum? Vielleicht weil »So many books ... so little time« angesichts der am Markt befindlichen »Überzahl« (Attila der Hunne / Franz Beckenbauer) schlechter Bücher auch eine tröstliche Botschaft auszusenden vermag, im Sinne von »Passt scho« (s. o.). Aber vielleicht täusche ich mich ja. Dass naturgemäß 98 % der, ich greife jetzt mal völlig zufällig nach einer Produktkategorie, Sexspielzeuge nicht zu den besten 2 % ihrer Klasse gehören, tröstet schließlich auch niemanden. Es gibt immerhin viele verschiedene Arten und man findet immer was Annehmbares, wenn man lange genug sucht – aber mehr als ein T-Shirt mit Aufdruck kann man nicht gleichzeitig tragen (warum eigentlich nicht? Drüber nachdenken: Hausaufgabe! Kommt beim nächsten Mal dran!) Wer immer von diesen höllischen »anderen« also die Zeit erfunden hat, muss sich vorwerfen lassen, nicht weit genug damit gegangen zu sein. Es passiert immer noch zu viel allerorten parallel, ohne dass daraus ein Gewinn für egal wen entstünde – außer, man beschließt, dass es so ist. Einfach mal sagen: Alles ist gut so, wie es ist, auch all jene Prozesse, Dingelchen und Leute, die ich gar nicht im Überblick habe. Solch meditative Duldungspower hat nur einen Fehler: sie verbraucht meine wertvolle Zeit, in der ich mich spitze erregen kann über »all den Quatsch« (Zitat), der sich mal schön zwei und zwei an der Tür aufstellen darf. Soll keiner sagen, ich hätte was gegen Synergie, Synchronizität und Spiegelneuronen, aber doch nicht alles auf einmal, bitte! Dafür hab ich keine Zeit! Ach so, und weil das hier ja eigentlich eine Heilbronnkolumne ist, sei gerade an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich gesagt: Heilbronn! So. Hätten wir das auch wieder. Und jetzt? ◆ Nicolai Köppel denkt sich diese Kolumne »600 Sekunden« nicht aus, sondern lässt sie jedesmal extra passieren. Mehr gibt’s hier: www.nicolaikoeppel.de 600 SEKUNDEN – DIE STADTKOLUMNE Hanix Nr. 49

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WÜRTH OPEN AIR 21. – 23. JULI 2017 KLASSIK POP ROCK Würth Philharmoniker Dirigent: Kent Nagano Solist: Lars Vogt, Klavier Freitag, 21. Juli 2017 Einlass: 19.30 Uhr Samstag, 22. Juli 2017 Einlass: 16 Uhr Sting Sonntag, 23. Juli 2017 Einlass: 17 Uhr 07–10–04/17 Carmen Würth Forum · Künzelsau-Gaisbach · www.wuerth-open-air.de Karten gibt es bei allen eventim-Vorverkaufsstellen oder unter www.eventim.de

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Ein neues Land, eine nicht vertraute Sprache und fremde Mentalität – die junge IOANA RADULESCU ließ vor zwei Jahren Freunde, Familie und sicheren Job in Rumänien hinter sich und zog nach Heilbronn. Sie fackelte nicht lange, als ihr Mann Romulus sie fragte, ob sie ihn begleiten würde, wenn er seinen Arbeitsplatz zum Hauptsitz in die Käthchenstadt verlegen würde. Die studierte Marketing-Fachfrau nutzte den neuen Lebensabschnitt, um persönliche Träume zu realisieren: Eine eigene Piano Wine Bar in Heilbronn eröffnen, die Kulturliebhaber, Kunstschaffende, Live-Musik und Weingenuss zusammenführen soll. Von Maria Maroge, Fotos: Meli Dikta Eine Piano-Bar eröffnet trotz vieler Hindernisse BERUF: Marketing-Expertin, Neugastronomin JAHRGANG: 1987 BERUFUNG: Wein- und Kultur-Botschafterin Leidenschaften beglücken und betören. Davon hat Ioana einige: Wein, Gesang, Jazz, Kunst und Kultur. Dieses berauschende Gefühl mag auch ihren Enthusiasmus erklären, als Neuheilbronnerin eine Bar zu eröffnen, um mit anderen Menschen diesen Genuss zu teilen. In kürzester Zeit eignete sich die Rumänin die deutsche Sprache an. Nachdem es mit einer Anstellung in ihrem studierten Marketing-Metier stockte, wollte sie nicht tatenlos bleiben und fokussierte sich auf ihre anderen Talente: Singen, Weinkenntnisse und als Philosophin mit Master-Abschluss Dialoge schaffen. »Man muss viel Energie aufbringen, um hier neue Beziehungen aufzubauen, aber genau das ist der Charme, eine andere Kultur verstehen zu lernen und zu erleben.« Die Idee der eigenen Piano Wine Bar war im April 2016 geboren. Ein Weg voller Hindernisse und Hürden nahm seinen Lauf, der viel Geduld, Optimismus, Recherche und finanzielles Polster forderte. Dann entdeckte Ioana die Räumlichkeiten im sogenannten »Stadthaus Mozart« in der Frankfurter Straße. Und als die Zusage dafür an ihrem Geburtstag eintraf, war klar, dass alles so sein soll. Der Meterstab in ihrem Rucksack zeugt nicht nur davon, dass sie beim Umbau der Bar das Meiste in Eigenregie aufbaute, sondern auch regelmäßig Vernissagen plant und die Exponate selbst anbringt. Ebenso plant sie das Eventund Menüangebot, entwirft die Flyer, kümmert sich um Werbung und Angestellte. Auf der Karte stehen besondere Speisen sowie regionale und internationale Weine. »Wir wollen junge Winzer unterstützen, aber auch hervorragende Weine aus der ganzen Welt vorstellen, die man unbedingt probieren sollte.« Ihre vielen, sprudelnden Ideen werden im Notizbuch und Laptop festgehalten, zum Beispiel, nicht nur Piano-Abende mit Weinproben zu veranstalten, bei denen sie selbst manchmal singt, sondern auch regionale und internationale Musiker und Künstler für eine Zusammenarbeit zu gewinnen – Termine gibt es auf www.pianowinebar.com. Die gutgelaunte Frau mit rotem Lippenstift und Hut – sie liebt die Farbe rot und besitzt laut eigener Angabe eine üppige Hutsammlung – wünscht sich eine Community von Wein- und Kulturinteressierten um sich herum, die in ihrer Bar genussreiche Stunden verbringen können und dürfen. Ihr Partner Romulus, den sie in Heilbronn heiratete, unterstützt Ioana auf allen Ebenen. Er habe zudem das gleiche Faible für Kunst und Kultur, ergänzt die Wahlheilbronnerin schmunzelnd, die in ihrer Jugend in Rumänien viele Gesangswettbewerbe gewann und dadurch eine gewisse Bekanntheit erlangte. Doch sie ließ sich nicht vom Musikbusiness blenden, wie sie sagt, und studierte darum in Bukarest Philosophie, Kommunikation und Public Relations. »Für mich machte es Sinn, hierher zu kommen. Ich betrachte es als Geschenk, hier meine eigenen Erfahrungen zu sammeln und mich weiterzuentwickeln.« ◆ TASCHENKONTROLLE Hanix Nr. 49

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Hanix Nr. 49 IOANA RADULESCU LEERT IHREN RUCKSACK

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Aus Zeitgründen wurde diesmal unser Interview auf dem Weg zum Lieblingsding von SIMON REINHARDT geführt. Mit ihm am Steuer. Was schmissig und auch gleich wiederum ironisch ist. Denn Simon, bekannt als Gründer des einstigen Burnside Stores und Besitzer des Pier 58 auf der unteren Neckarstraße, möchte mit seiner Flammerie und den Dingen drum herum vor allem eines schaffen: Entschleunigung. Interview: Sarah Baudenbacher, Fotos: Meli Dikta Viel Liebe und Schmirgelpapier Hanix: Hey mein Lieber, magst du mir verraten, was dein Lieblingsding ist? Simon Reinhardt: Ahoi! Mein Lieblingsding im Moment ist unsere Ape. Wobei, was heißt Lieblingsding … das ist mittlerweile sogar eine Hassliebe. Ahahaha, wie das? Wir haben jetzt unheimlich viel Zeit und Geld in die alte Dame gesteckt. Sie braucht wirklich viel Liebe und Schmirgelpapier. Was macht sie für dich besonders? Warum hast du dich gerade für eine Ape entschieden? Ich finde, die Ape an sich hat sehr viel Charme. Ich fahre auch selber gerne Vespa, das kommt ja auch so aus der Garage. Wo hast du den Oldtimer her? Die haben wir aus Italien, aus dem Bergamont. Wir haben sie dort gebraucht privat gekauft und sind von dort aus mit ihr auf dem Anhänger durch die Schweiz gefahren, über die Berge, und waren zwei Tage unterwegs. Ein Video dazu findet man auch auf unserer Pier 58-Webseite. Das war ein ziemlicher Trip. Wir sind an einem Tag hochgefahren über die Schweiz nach Bergamont, haben dort übernachtet und sind am nächsten Morgen um sieben Uhr ins Auto gestiegen und über Österreich zurückgefahren; wegen des Verzollens. Ein riesiger Umweg! Am nächsten Tag sind wir um halb drei Nachts in Heilbronn angekommen. Ich und mein Kumpel Alfredo waren kurz vor einem Kreislaufkollaps. Du kannst mit dem Anhänger nicht besonders schnell fahren. Mit 50 Sachen schleichst du da durch. Wir sind durch Skigebiete gefahren und hofften, dass es nicht zu Schneien anfängt. In welchem Zustand befindet sich die alte Dame momentan? Wir schrauben an dem Ding jetzt schon fast vier Monate rum. Immer an den Wochenenden, weil wir alle arbeiten und alles in Eigenleistung machen. Angefangen hatten wir damit, dass wir ein Bodenblech aufgemacht haben und gemerkt haben, wie verrostet das Teil eigentlich ist. Ein komplett neuer Boden musste rein. Momentan ist sie noch im Originallack »Durchfallgrün«. Das werden wir natürlich in den nächsten Wochen noch ändern. Sie bekommt eine neue Lackierung in Anthrazit und eine tolle Beschriftung. Dazu möchten wir noch mit Holzelementen arbeiten. Und was genau habt ihr dann mit der fertigen Ape vor? Sobald sie fertig ist, wird sie zu unserem Cateringfahrzeug. Wir sind jetzt schon sehr viel unterwegs auf Firmenevents und bieten dort Streetfood-Courts an, mit verschiedenen Themen und Hanix Nr. 49 MEIN LIEBLINGSDING

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NAME: Simon Reinhardt ALTER: 39 Jahre BERUF: Einzelhandelskaufmann BERUFUNG: Flammkuchenbäcker, bester Papa der Welt sein WÜRDE SEIN LIEBLINGSDING TAUSCHEN GEGEN: Einen richtig guten Flammkuchen Hanix Nr. 49 verschiedenen Zelten. Wir bieten Streetfoodköstlichkeiten aus aller Welt an. Zum Beispiel Hotdog New York Style, Gamja Dog (eine Streetfoodleckerei aus Korea), Berliner Currywurst im Glas, Cocktails, hausgemachte Limonade und natürlich auch unsere leckeren Flammkuchen. Es sind auch individuelle Dinge möglich. Wir kommen zu den Events inklusive Personal, der Kunde muss sich um nichts kümmern. Die Ape haben wir aus dem Grund gekauft, um das Ganze noch abzurunden. Als Foodtruck, einfach als Unterstützung für unsere Streetfood-Aktivitäten. Das klingt ziemlich nice. Ich nehme an, sie lässt sich dann von allen Seiten öffnen? Genau, die Idee ist dann »hinfahren und Klappe auf.« Es kommt ein Ofen rein und dann geht es zu den Events. Das erste Mal gebucht sind wir im Juni auf einer Hochzeit. Also: Klappe auf, Sekt in die Hand und heiße Snacks auf die Faust. Das Gefühl mit der Ape rumzufahren, kannst du es beschreiben? Man fühlt sich erst mal ein bisschen deppert. Vor allem gerade, da noch kein Sitz drin ist. Man muss im Stehen und halb im Knien fahren. Das kannst du später gleich mal ausprobieren. Aber ich glaube, wenn der Sitz erst mal drin ist, fühlt es sich richtig gut an. Wenn man dann die Scheiben aufmacht, Ellenbogen raus … Entschleunigung. Das ist genau das, was wir auch mit dem Pier verfolgen. Wir sagen, wir wollen kein WLAN, wir wollen Entschleunigung schaffen und einen Platz, an dem man sich wohlfühlt. Da finde ich alte Gegenstände richtig passend zu unserem Konzept. Wie unsere Ape, die Oldtimer-Dame. ◆ Auf der Suche nach einer kulinarischen Reise? www.pier-58.de/catering Ausstellung Comics! Batman, Donald, Tim & Co. – Comics in Deutschland nach 1945 14. Juli - 17. September Eintritt frei! „Unter der Pyramide“ SIMONS APE

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Den Literaturstandort Heilbronn erkunden, das ist eine Reise, die, so gut sie geplant sein mag, zu Orten und Namen führt, die überraschen, bei der die Zeitgrenzen kaum eine Rolle spielen, bei der man nicht ans Ziel kommt und ehrlicherweise am Ende immer noch nicht weiß, wie sehr sich Kunst – in diesem Fall Literatur – als ein nicht eingeengter Begriff in der DNA der Stadt festgesetzt hat. Literatur findet nicht im luftleeren Raum statt, sie ist real in ihrer Wirkung, sie greift in Schicksale ein, manchmal mehr, als dass sie Schicksale schildert – auch viele dieser Stadt. Im letzten geistigen Aufbruch unserer Zeit – und der kam nun mal von den berühmten 68ern – wurde ein Satz aus der Frauenbewegung zur Parole: Das Private ist politisch. Lesen ist immer etwas Privates, schreiben dagegen nicht. Die Menschheit heute lässt sich in eine lesende und eine nicht-lesende unterscheiden. Der einzige in Heilbronn regelmäßig publizierende Verlag, der Distel-Verlag, hat überhaupt nicht zufällig seine Wurzeln in dieser Zeit. Von Brigitte Fritz-Kador, Fotos: Robert Mucha & Gunter Glücklich »Es kann nicht alles ›Käthchen‹ sein« Hanix Nr. 49 Blick in die LitLounge: Der Distel-Verlag ist der einzige regelmäßig veröffentlichende Verlag in Heilbronn GESELLSCHAFT

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Hanix Nr. 49 Ist das nicht lustig? Der Schüler eines Heilbronner Gymnasiums, Abi-Jahrgang 1965, klaut sich in Heilbronner Buchhandlungen, von denen es damals etliche gab, systematisch durch alle Farben der »Bibliothek-Suhrkamp« hindurch und ist auch noch stolz drauf. Es ist jene Taschenbuchreihe, in der jährlich in den 48 Farben des Regenbogenspektrums Texte der besten Autoren veröffentlicht werden – bis heute geben sie den Billy-Regalen Zeitlosigkeit. Exemplarisch ist diese Anekdote dennoch: Sie zeigt, welchen Stellenwert moderne Literatur damals hatte. Heilbronn als Literaturstandort. Wer weiß schon noch, dass von hier aus Bildung in die Welt ging? In den Nachkriegsjahren wurden in der Vereinsdruckerei die berühmten Reclam-Hefte gesetzt, lektoriert und gedruckt! Geadelt ist die Stadt durch zwei Namen: Kleists »Käthchen von Heilbronn« und den hier geborenen Wilhelm Waiblinger (1804–1830). Hand aufs Herz: Wenn in Heilbronn von der Waiblingerstraße die Rede ist, denken die meisten doch an die gleichnamige Kreisstadt vor den Toren Stuttgarts statt an den Dichter! Heute wäre Waiblinger Punk, hätte noch mehr Follower als zu seinen Lebzeiten. Ein junger Mann, der ein kurzes Dichterleben zwischen »Liebe, Geniekult, Abenteuerlust und Wahnsinn« führt, wie es in dem Klappentext zu dem Roman heißt, den Peter Härtling über ihn geschrieben hat (»Waiblingers Augen«). Darin lässt er ihn sagen: »Ich bin ein Dichter, doch eingesperrt von Fantasien, Wünschen, Vorsätzen, Urteilen und Regeln anderer. Von Kind auf fügte ich mich Zwängen.« Und das sollen überlebte Empfindungen sein? Wie viele Deutschlehrer an Heilbronner Gymnasien begeistern ihre Leistungskursschüler heute mit Wilhelm Waiblinger, nicht nur aus Lokalpatriotismus, auch, weil ihnen die Seelenbeben dieses Alters nachvollziehbar sind! Der Sohn eines Kammersekretärs, dem Rechtschaffenheit über Vaterliebe ging, wartet immer noch darauf, in Heilbronn die Anerkennung und Präsenz zu finden, die ihm zusteht. Dass man das Haus Schützenstraße 16 (Baujahr 1927) 1979 zu einem »Jugendhaus« machte und nach ihm benannte, war für Heilbronner Ignoranz fast schon genial, dass sich hier heute u.a. ein Forum für Poetry-Slam bietet, für Festivals, die gerne herablassend als »Jugendkultur« bezeichnet werden, als sei dies das Diminutiv von Kultur, macht Sinn. 2005 mussten sich Karl-Heinz Kimmerle (Grüne) und Rainer Hinderer (SPD) nochmals für dessen Sanierung (Brandschutz!) und den Erhalt des Hauses starkmachen, 2009 wurde hier auch das »Popbüro Heilbronn-Franken« eingerichtet. Waiblinger hätte sich hier gerne »herumgetrieben« – kein Verb umschreibt seinen Lebensweg besser als dieses. Es endete in Armut in Rom, sein Grab nahe der Cestiuspyramide auf dem deutschen Friedhof im Vatikan ziert ein Grabstein, »gestiftet von seinen Freunden aus dem Schwabenlande«, auch mit seinem Geburtsort. Sein nebenan ruhender Zeitgenosse wird lediglich als »Filius Goethe« genannt. Waiblingers lebenslange Affinität zu Hölderlin spiegelt sich nicht nur in ihrer gemeinsamen Ideallandschaft des antiken Griechenland. Das Werk, das ihn als Schüler mit einem Schlag berühmt gemacht hat, heißt »Phaeton«, so wie die Nobelkarosse von VW. Der »philosophische Roman« hat so viel Zeitgeist, dass einem schwindlig werden könnte. Waiblinger hat den »Phaeton« als »Briefroman« geschrieben, das war die Mode seiner Zeit, im Grunde die gleiche Kommunikationsform wie Twittern – mit Grammatik. Er LITERATURSTANDORT HEILBRONN Genuss aus alter Zeit In Heilbronn u. a. erhältlich bei: - Feinkost Müller, Titotstr. 14 - Weinhandlung Kirchner, Karlstr. 109 - Tourist Information, Kaiserstr. 17 www.Jubelbrand.de Bild: Original Postkarte Marktplatz Heilbronn, 1906

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tat dies in einem Alter, in dem heute G8ler das Abitur ansteuern und erregte sogleich großes Aufsehen und Ansehen, war seither »wer« in der Literaturszene. Verlegt wurde das »Enfant terrible« der Biedermänner im renommierten Cotta-Verlag, in bester Gesellschaft zu Goethe und Schiller. Was Cotta angeht: 1812 erwarb die Verleger- und Freiherrenfamilie von Cotta das historische Hofgut Hipfelhof in Frankenbach. Es diente als Sommersitz, war bis 1959 im Besitz der Familie, ist heute Kulturdenkmal. Vergriffen ist inzwischen die Gesamtausgabe von Waiblingers Werken, die 2004 bei Klett-Cotta neu herausgegeben wurde. In diesem Jahr hätte man sich gerade in Heilbronn Waiblingers intensiv annehmen können, aber außer der Stadtbibliothek hat niemand seinen 200. Geburtstag wahrnehmbar begangen. Man fragt sich schon, warum es in Heilbronn eine Gerhardt-Hauptmann-Schule, aber keine »Wilhelm-Waiblinger-Schule« gibt. Wäre Wilhelm Waiblinger, dieser James Dean der Literatur aus Heilbronn, als Namensgeber wirklich so untauglich? Längst hat man ihm hier verziehen, dass er Heilbronn einmal als einen »öden Ort« beschrieben und dabei mit dem unglücklichen SPD-Kanzlerkandidaten Rudolf Scharping verglichen hat. Literatur und Lokalpatriotismus, das kann eine schöne und eine fatale Mischung ergeben. Mark Twain vollendete seinen Klassiker über Tom Sawyer und Huckleberry Finn während seines Deutschlandaufenthaltes. Lokalpatrioten verbreiten gerne, dass nicht der Mississippi, sondern der Neckar Ort der Handlung sei. Die Schilderung seiner Floßfahrt von Heilbronn nach Heidelberg enthält den berühmten Satz: »Deutschland im Sommer ist die Vollendung des Schönen, aber niemand, der nicht auf einem Floß den Neckar hinuntergefahren ist, hat die äußersten Möglichkeiten dieser sanften und friedlichen Schönheit wirklich begriffen und ausgekostet.« Sein Reisetagebuch ist große Literatur, bis heute lesbar – und lesenswert. Mit Spannung kann man erwarten, was man z. B. aus der schwäbischen Dichterlandschaft bei der BUGA macht – hat man da schon mal was läuten gehört? Auf dem Silbertablett liegen noch viele Namen, z. B. Mörike, oder der des ebenfalls mit Heilbronn eng verbundenen David Friedrich Strauß (1808 bis 1874), Schriftsteller, Philosoph, Theologe. Schüler von Hegel und Schleiermacher, ein großer und kritischer Geist der Zeit, der schon mit seiner ersten Schrift »Das Leben Jesu« unerhörtes Aufsehen erregte, solches in Heilbronn, wo er über Jahre lebte, aber auch wegen seiner turbulenten Ehe mit einer Sängerin und eines Sorgerechtsstreites um die Kinder. Lokalpatriotismus ist in der Gegenwartsliteratur eine wohlfeile Münze – aber nicht zwangsläufig. Man kann Heilbronn mit Liebe und Lässigkeit begegnen, der Stadt so eine gewisse Heiterkeit – auch auf höherem Niveau – verleihen, die man ihr sonst nicht zutraut. In den Büchern von Rainer Moritz findet man sie. Wenn er seine Jugendjahre hier beschreibt (1958 in Heilbronn geboren), ist manches in mildes Licht getaucht und Heilbronn doch »a nice place to be«. In der Jugendszene wird das eher bestritten. Ein Buch des bekennenden Fußball-, Schlager- und Harry-Mergel-Fans über seine Lieblingsplätze und -Persönlichkeiten mit Fotos von Roland Schweizer gehört in jeden Heilbronner Bücherschrank – leider ist es vergriffen. Moritz ist auch Verfasser so berührender Romane wie die beiden Bände zu »Madame Cottard«, aber auch einer »literarischen Stellungssuche«: »Wer hat den schlechtesten Sex?« Fast schon omnipräsent ist er als Literaturkritiker, seine Erfolgslaufbahn eine aus dem Bilderbuch: Abi am Robert-Mayer- Gymnasium, Studium in Tübingen (Germanistik, Philosophie und Romanistik), 1988 Promotion über Hermann Lenz, dann eine vielstufige Karriere im Verlagswesen, zuletzt Cheflektor beim Reclam-Verlag in Leipzig, Programmgeschäftsführer beim Verlag Hoffmann und Campe und seit 2005 leitet er das Literaturhaus Hamburg. Längst hat man ihm hier verziehen, dass er Heilbronn einmal als einen »öden Ort« beschrieben und dabei mit dem unglücklichen SPD-Kanzlerkandidaten Rudolf Scharping verglichen hat. Wer Heilbronn liebt, kann ihm nur ein langes literarisches Leben wünschen, bestimmt findet er hier noch weitere Perlen, die sonst vor die Säue geworfen blieben. Rainer Moritz sagt: »Heilbronn und die Literatur ist ein schwieriges Thema. Wenn ich über Heilbronn schreibe, hat das manchmal nostalgische Aspekte – aber vor allem hat es, möglicherweise durch die Hamburger Ferne bedingt, wie bei vielen Autoren damit zu tun, dass Erinnerungen eine Art Identität stiften.« Rainer Moritz ist in der Zeit in Heilbronn aufgewachsen, als Hans-Ulrich Eberle die Stadtbücherei (so hieß sie damals) leitete. Über den Literaturstandort Heilbronn zu schreiben und ihn nicht erwähnen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wer als Schüler oder Schülerin in die Stadtbücherei kam, wurde von ihm an die Hand genommen, manchmal auch auf die runde Sitzbank in sein von Bücherstapeln überquellendes Büro eingeladen. Kaum jemand hat sich mit so viel Herzblut vor Ort für Literatur und Bildung eingesetzt als der »Dippl-Bibbl« (so wurde der Diplom-Bibliothekar von Freunden genannt). Klein, kugelrund, dem Wein fast so zugetan wie dem guten Buch, phänomenal gebildet, hat er an Heilbronn auch gelitten, die Wirtschaftswunderjahre waren nicht gerade eine Epoche des Geistes. Eberle ist leider erst nach seinem Tod doch eine Ehre zuteilgeworden, in einem Buch in seiner Lebensleistung gewürdigt zu werden. Bemerkenswert unter Hanix Nr. 49 Literaturkarriere aus dem Bilderbuch: Leiter des Hamburger Literaturhauses Prof. Dr. Rainer Moritz 26 LITERATURSTANDORT HEILBRONN

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den Beiträgen ist der eines Harry Mergel, damals Vorsitzender des Vereins »Heilbronner Kulturtage« (Gaffenberg-Festival), in dem es u. a. heißt: »Um die von Weinseligkeit umwölkte Festkultur dieser Stadt, die ihren Erfolg und Nutzen oft genug am Bratwurst-Umsatz und an der Hektoliter-Bilanz misst, mit Neuem und Unerwartetem zu beleben, braucht es Utopien und den Mut, die Realisierung zu versuchen«. So hat Eberle gedacht und vielleicht denkt man auf dem Rathaus immer noch so, z.B. wenn es um die neue Kulturkonzeption geht? »Literatur braucht einen Ort«, sagt auch Christian Marten-Molnar, vormals Dramaturg am Theater Heilbronn, im Literaturcafé der Aufbaugilde. Hier kann man sich aufhalten, etwas essen, in die Bücherkiste greifen und schmökern oder nebenan, im Gilde-Kaufhaus, unter Hunderten von Büchern für ein oder zwei Euro alles bekommen, was sich oberhalb von »Schundliteratur« bewegt. Marten-Molnar nennt sein persönliches Projekt »Kultureller Zwischenraum« – es ist ein Platz für kreative Ideen. Kann man Begegnungen mit Literatur auch da vermitteln, wo soziale Gegebenheiten und »Bildungsferne« die ungünstigsten Voraussetzungen geschaffen haben? Marten-Molnar bejaht es, es sei dann möglich, wenn man mit kleinen Schritten beginnt, das kann auch mal ein Goethe-Zitat sein. Seine Stadtführung mit Mitgliedern der Wohnungslosenhilfe, wo »in kurzen Szenen, humorvollen Dialogen und nachdenklich machenden Monologen« das Publikum an die Schlafplätze – und auch mitten hinein in das Leben der Wohnungslosen mitgenommen wird, das ist ein Akt der Stadtkultur. Dabei. Fast alle diese Aktionen haben neben ihrer literarischen auch eine soziale Komponente und sie finden im »freien Raum« statt, zwar angewiesen auf Sponsoring, aber ohne institutionelle Weisungen. Dass Marten-Molnar auch »literarisch« produziert, zeigen nicht nur seine Bühnen- bzw. Regiearbeiten, darunter Schuberts »Winterreise« am Theater Heilbronn, zusammen mit dem WKO, oder die mehrmals nachgespielte Bühnenfassung von Falladas »Kleiner Mann, was nun«. Gerade ist die geradezu »sagenhafte« Ära von Intendant Hansgünther Heyme in Ludwigshafen zu Ende gegangen. Marten-Molnar hat dessen gerühmte und beispielhafte Theaterarbeit in einem Buch dokumentiert. Dessen Lektüre würde so manchem Dauerbejubler der Heilbronner Theaterarbeit den Horizont erweitern. Der Distel-Verlag ist der einzige regelmäßig veröffentlichende Verlag in Heilbronn, – und ein typischer Fall von besserer Außen- als Innenwahrnehmung. Seiner Gründung ging kein »Business-Plan« voraus, sondern eine Idee, eine politische Wahrnehmung und eine daraus folgende Einstellung. Marion von Hagen hat in Marburg Politologie studiert, u.a. bei Wolfgang Abendroth, der später auch bei ihr veröffentlichte. Ihre Freundin, die Heilbronner Buchhändlerin Carmen Tabler, sowie Uli Dieterich, wollten vor allem der Friedensbewegung ein Sprachrohr geben, dem Antifaschismus begegnen, auch der damals durch die Gewerkschaften neu definierten Sozialpolitik, sie wollten zeigen, dass Ökonomie nicht alles ist, Gedanken, die sich schon zuvor in den Heilbronner »Existentialistenkellern« verbreitet hatten. Diesem Themenbereich waren die ersten Veröffentlichungen renommierter Wissenschaftler gewidmet. Als sich Ende der 80er Jahre diese Bewegungen »totgelaufen« hatten, änderte Marion von Hagen das Verlagsprogramm, orientierte sich neu. Zufall, Glücksfall? Der renommierteste französische Literaturverlag, Gallimard, hatte Kapazität frei und keine Scheu, mit einer noch jungen, ihm unbekannten deutschen Verlegerin zusammenzuarbeiten, ihr seine (Krimi-)Autoren anzuvertrauen, Adventure Company GmbH | Edisonstraße 3 | 74076 Heilbronn | Tel. 07131-87055 www.adco-hn.de

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Von OB Manfred Weinmann aus Dresden nach Heilbronn geholt, hat es ihr Leiter, Günther Emig, zu einer Institution gemacht, dessen Anerkennung in der gesamten Kleistforschung vielleicht nur noch durch den unermüdlichen Fleiß seines Direktors übertroffen wird. Der führte dazu, dass jüngst ein Akt seinen Abschluss fand, der eigentlich eine Sensation darstellte und Heilbronn in die Schlagzeilen hätte bringen müssen – wenn die Stadt in Deutschland besser auf dem Schirm wäre! Das Literaturarchiv Marbach musste an das Kleistarchiv von Heilbronns Partnerstadt Frankfurt/Oder, Kleists Geburtsstadt, ein schon deshalb wertvolles Porträt des Dichters zurückgeben, weil es vermutlich das einzig authentische, nicht idealisierte Bild von ihm ist, das sog. »Gefangenenbild«. Das wurde dort entsprechend gefeiert, in den Feuilletons auch gebührend berücksichtigt. Die Provenienzforschung dazu hatte Emig noch zu Zeiten der DDR gemacht, Marbach zeigte damals wenig Neigung, seinen Hinweisen nachzugehen, dass die rechtmäßigen Besitzer bzw.Erben des Bildes eben in Frankfurt/Oder saßen. Nun ist alles geklärt. Nicht nur die Stadtbibliothek im K3, auch das hier angesiedelte Kleistarchiv platzt aus allen Nähten. Es stapeln sich Archivalien, Dokumente, Bücher, vor allem auch die Vielzahl der eigenen Erscheinungen. Was wird aus dem Archiv, wenn im nächsten Jahr Emig in den zumindest amtlichen Ruhestand geht? Als Oberbürgermeister Himmelsbach im Zuge von Sparmaßnahmen 2008 das Sembdner-Archiv, am liebsten gleich noch mitsamt Direktor, an Frankfurt verkaufen wollte, verhinderte dies ein Empörungsschrei durch alle deutschen Feuilletons. Bei der derzeit auf dem Rathaus erarbeiteten neuen Kulturkonzeption (der letzte Kulturbericht stammt von 2005) wird man sich auch über diese Institution Gedanken machen müssen. Entweder dieser Leuchtturm der Literaturwissenschaft bleibt in Heilbronn und wird angemessen untergebracht (vielleicht in einem »Literaturdiese Zusammenarbeit dauerte bis 2010. Seit 1999 erscheint unter der Bezeichnung »DistelLiteraturVerlag« ein anspruchsvolles Belletristik-Programm: vor allem Krimis der »Série noire« mit Romanen aus dem französischen und spanischen Sprachraum von Autoren wie Jean Patrick Manchette, Léo Malet, Chantal Pelletier, Jean-Bernard Pouy, Didier Daeninckx, Tito Topin. Im Jahr 2003 erhielt der Verlag den »Deutschen Krimipreis« für die Werkausgabe des französischen Autors Jean-Patrick Manchette. Manche der Bücher sind vergriffen, gerade gibt es wieder eine Neuerscheinung, »Casablanca im Fieber« von Tito Topin. Man muss diesen lapidaren, oft auch knallharten Stil mögen, der die Distel-Auswahl prägt und deren Schauplätze faszinieren. Die darin geschilderten Menschen haben mehr Leben und Blut als so manche Kunstfiguren gängiger Krimi-Bestseller. Verlagsort des Distel-Verlages ist die Sonnengasse in Heilbronn, seit es hier die »DistelLitLounge« gibt, hat man auch ein »Literaturhaus« der besonderen Art. Nicht nur, weil man im Angesicht von Che Guevara gedankenschwer Zigarren rauchen kann – natürlich in einem Separee. Die LitLounge ist längst Treffpunkt für Menschen, die genauso gerne gut essen wie gut lesen, sie hat ihr Publikum. Jeden Donnerstagabend kann man hier neben Cocktails, ganz unheilbronnerisch, schwere und schöne Tropfen aus Italien, Portugal und Spanien genießen, auch bei Veranstaltungen, Lesungen und Musik. Nichts was den Massengeschmack bedient, denn der Ort wird auch nicht von Massen heimgesucht, es ist alles ein bisschen stylish, ästhetisch, anders – eben so wie die Bücher – ein Ort tut Heilbronn gut. Von der »Musikstadt Heilbronn« spricht der OB gerne, wer aber von der »Literaturstadt«? Nicolai Köppel, in Heilbronn lebender Verfasser von Romanen, Drehbüchern, Kurzprosa, Hanix-Kolumnist, Projektleiter der 23. Baden-Württembergischen Kinder- und Jugendliteraturtage in Bietigheim-Bissingen, des Literaturfestes Ludwigsburg und Geschäftsführer des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg, sagt: »Literatur-Interessierte gibt es viele – nur was die Verbindung literarischer Kultur zum Wesen der Stadt angeht, halten sich die offiziellen Institutionen sehr zurück. Dass alle paar Jahre ein Krimi mit Lokalkolorit erscheint, hilft auch nicht viel. Mit Literatur werden die wenigsten reich – und stolz einen Namen hervorheben, dessen Träger oder Trägerin quasi vom Beruf nicht oder nur mit Mühe leben konnte, dazu gehört eine andere Mentalität.« »Absolut viel!« könnte Waiblinger jungen Menschen heute sagen und: »Eine junge und aktive Waiblinger-Gesellschaft wäre sicher besser für das literarische Leben der Stadt als das Kleist-Archiv, das sinnvoll ist, aber theoretisch überall beheimatet sein könnte.« Denn: »Es kann ja nicht alles ›Käthchen‹ sein!«, sagt Köppel und hat da so seine Meinung, ob es ein Glücksfall oder ein Unglücksfall für das literarische Heilbronn war: »Kleist ist ein großer Liebling von mir, aber ich glaube, der künstliche Käthchenkult verstellt den Blick auf die wirkliche Literatur aus dem wirklichen Heilbronn und ist nicht mehr zeitgemäß für eine Stadt im Aufbruch. Das regelmäßig gewählte Käthchen ist nicht viel mehr als eine alternative Weinkönigin. Heilbronn und Käthchen - eine für die Literatur eher abschreckende Konstellation, von der keiner im Ernst weiß, was sie eigentlich soll.« Auch wer sich dieser Meinung nicht anschließen möchte: Das »Käthchen« hat Heilbronn nicht nur den Ruhm und die ständige Namenspräsenz in den Spielplänen nicht nur deutscher Bühnen gebracht, sondern auch die einzige Einrichtung der Literatur von wahrhafter Geltung, bzw. Außenwirkung, das Kleist-Archiv Sembdner. Ärmer an Renommee wäre Heilbronn ohne das Kleistarchiv. Hanix Nr. 49 Genießt national mehr Ansehen als hier vor Ort: das Kleistarchiv Sembdner und dessen Leiter Günther Emig 28 GESELLSCHAFT

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Hanix Nr. 49 haus«) oder man folgt dem ursprünglichen Ansinnen Helmut Himmelsbachs. Günther Emig könnte das heute sogar der Sache wegen verstehen. Rainer Moritz sagt, Emig habe viel auf die Beine gestellt, aber man braucht auch für die Zukunft Trittsicherheit. Ärmer an Renommee wäre Heilbronn ohne das Kleistarchiv. Eine Übersetzerin war Maria Schäfer-Rümelin, zusammen mit vier Geschwistern in Heilbronn geboren und aufgewachsen, lebte sie bis zu ihrem Tod 1966 in der Rümelin-Villa, dem berühmten Muthesiusbau, am Lerchenberg. Ihr Mann Max Schäfer war u. a. Attaché in Griechenland. Einer ihrer Brüder, Friedrich, war Journalist, ihre Eltern Richard Rümelin und Johanna Hagenbucher. Ihr Großneffe Frank Rümelin sagt, es sei tatsächlich nicht ausgeschlossen, dass sie, wie kolportiert wird, einfach aus Langeweile begann, als Erste die Werke des französischen Schriftstellers André Gide, der 1947 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, ins Deutsche zu übertragen. André Gide, der selber eine große Affinität zur deutschen Dichtung hatte, zu übersetzen, erforderte eine intensive Auseinandersetzung mit seinem Werk, und angesichts der Fülle der Übersetzungen auch den entsprechenden Fleiß. Ihre Übersetzungen verlegte u. a. der Suhrkamp-Verlag. Theodor Heuss schrieb im Oktober 1962 in einem Brief an die mit ihm befreundete und ihm nahestehende Toni Stopler: »Mit Wuggel (gemeint ist seine Nichte Hanna Frielinghaus) nach Heilbronn, Festabend der alten Heilbronner Gymnasiasten … u. a. ein Besuch bei Maria Schäfer-Rümelin. Tragisches Schicksal, seit ein paar Jahren die Zitterkrankheit.« Maria Schäfer-Rümelin ist im Familiengrab auf dem Heilbronner Hauptfriedhof beigesetzt. Fragt man jemand in Heilbronn nach Gundi Feyrer, erntet man unwissendes Schulterzucken. Die 1956 in Heilbronn Geborene lebt in Wien und Malaga und ist der typische Fall einer »Vielfachbegabung«: Autorin (Prosatexte, Gedichte, Theaterstücke und Hörspiele), Bildende Künstlerin, Performerin, Übersetzerin, Filmemacherin. Nach dem Abi 1975 lernte sie Steinmetz, studierte Steinbildhauerei an den Hochschulen in München und Hamburg, einer ihrer Lehrer war der Ernst-Franz-Vogelmann-Preisträger Franz Erhard Walther. Auch sie wurde vielfach ausgezeichnet, erhielt u. a. den Literaturförderpreis der Stadt Hamburg, 1995 das 3sat-Stipendium beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt und 2002 das Österreichische Staatsstipendium. Feyrer war Stadtschreiberin in Graz. Ihre Arbeiten bespricht selbst die Neue Zürcher Zeitung. Für die Edition Frey des Schweizer Verlegers, Schauspielers und Millionenerbes Patrick Frey hat sie das Buch »27 dicke Bilder und fliegende Sätze« gestaltet, in dem sie ihre Künstlerfreunde beschreibt und abbildet, darunter Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. In diesen Tagen ist ein neues Werk von ihr in dem ambitionierten Wiener Klever-Verlag erschienen: »Krumme Gedanken zu Physik und Poesie – Die Wirklichkeit ist nicht zu fassen«. Es Buch zu nennen, wäre zu simpel. Es ist ein gedrucktes Kunstwerk, in dem sie ihre Faszination für die Quantenphysik poetisch umsetzt und in dem der schöne Satz als Selbstbeschreibung steht: »Ich bin ja schon drin, ich bin der Moment selbst, die Stadt, die Stille, der Lärm und die Muse. Ich bin ein Moment und gleich danach wieder ein anderer.« Ihre Familie in Heilbronn besucht sie gelegentlich. LITERATURSTANDORT HEILBRONN

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Theatermacher HARTMUT LIEBSCH organisiert vom 7. bis 22. Juli die 4. Mühlenfestspiele in der Alten Mühle in Kochertürn. Von Leonore Welzin, Foto: Nico Kurth Figurentheater – aus Schlamm geboren, aus Teig geknetet Viele Mühlen klapperten einst an rauschenden Bächen in der Region! Heute ist es still um sie geworden. Sie verfallen leise. Deshalb ist das Figurentheater-Festival Kochertürn, das der Theatermann Hartmut Liebsch 2010 ins Leben gerufen hat, einzigartig. Seither tanzen bei den Mühlenfestspielen Puppen, Figuren und Marionetten, vergnügt sich das Publikum jeden Alters in romantischer Kulisse. An diesem besonderen Ort wollen die Mühlenfestspiele den Menschen der Region Heilbronn erstklassiges zeitgenössisches Figurentheater näher bringen. Bei den diesjährigen Festspielen hat die Eigenproduktion »Solo mit Esel« von Hartmut Liebsch ihre Kochertürner Premiere. Hartmut Liebsch, Jahrgang 1960, studierte an der staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart im Studiengang Figurentheater. Er lebt und arbeitet als freier Puppenspieler, Schauspieler, Puppenbauer, Regisseur und Theaterveranstalter in der Alten Mühle Kochertürn. 1985 gründete er mit Sigrun Kilger das Materialtheater Stuttgart. Schon in der Studienzeit entwickeln, inszenieren und spielen sie das »Frühstücksmärchen«, ein Stück, das noch heute zum Repertoire gehört. Es wurde bisher mehrere Hundert Mal – in fünf Sprachen weltweit – aufgeführt. Es folgten zahlreiche Inszenierungen, die zu internationalen Festivals weltweit eingeladen waren. Etliche Stücke wurden mit Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem »Stuttgarter Theaterpreis«. In diesem Jahr gibt es zwei besondere Anlässe für die Festspiele: Hartmut Liebsch und die Absolventen des ersten Studienjahres des 1983 gegründeten Studienganges Figurentheater an der Stuttgarter Hochschule haben vor 30 Jahren ihr Diplom als staatlich geprüfte Diplom-Figurenspieler erhalten. »Dieses Jubiläum wollen wir feiern«, sagt Liebsch. Das kleine »Who is Who« der aktuellen Figurentheaterszene wird mit herausragenden Produktionen dabei sein. Der zweite Anlass: Gyula Molnàr, langjähriger Freund, Mentor und Regisseur der drei jüngsten Inszenierungen von Hartmut Liebsch, beendet seine Regietätigkeit. Das bedauert der Veranstalter und gönnt sich »eine kleine Verneigung vor diesem großen Meister der kleinen Form«. Unter anderem wird Gyula Molnàr – hoffentlich nicht zum allerletzten Mal – seinen vielbejubelten »Gagarin« präsentieren. Ebenfalls in der Regie von Molnar zeigt Hartmut Liebsch seine 2010 entstandene Hommage an die Mühle. »Der letzte Müller, ein Stück Archäologie«, so der Titel, bei dem Liebsch seine Figuren aus Teig knetet, ist als Wiederaufnahme für das letzte September-Wochenende geplant. Was als Versuchsballon 2011 begann, hat sich mittlerweile in der Heilbronner Kulturlandschaft etabliert. Die Mühlenfestspiele 2015 waren ein großer Erfolg, dafür spricht eine Auslastung von 90 % sowie die durchweg positive Zuschauerund Presseresonanz. Mit dem Jahrhunderthochwasser des Kochers gingen die Pläne für das Jahr 2016 baden, das Areal versank im Schlamm. Komplett zerstört war das Mobiliar der Gastronomie. Hier sprang das Land mit unbürokratischer Soforthilfe ein. Vereinsmitglieder, Freunde und Kollegen haben das Gelände in tagelanger Arbeit präsentabel gemacht. Quasi aus dem Schlamm geboren gehen die Mühlenfestspiele 2017 mit einem Best-of und preisgekrönten Produktionen an den Start. ◆ Programm der Mühlenfestspiele 2017: 7. Juli: »Licht bitte« Kaufmann & Co. 8. Juli: »Die Gräfin« Stefanie Oberhoff & »Chaisson« Lisa Moll 9. Juli: »Die wilden Schwäne« Anne Klatt, Michael Misonpoust 11. Juli: »Rawumms« Melanie Florschütz 13. Juli: »Bilder einer Ausstellung« Raphael Mürle 14. Juli: »Giganten der Empfindsamkeit« Charlotte Wilde, Michael Vogel, Christoph Bochdansky 15. Juli: »Gagarin« Gyula Molnàr 16., 21. & 22. Juli: »Solo mit Esel« Hartmut Liebsch KULTUR Hanix Nr. 49

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Hanix Nr. 49 Der 31. Hohenloher Kultursommer hat begonnen. Diese Saison zieht sich das Thema Frankreich durch das Programm. Von Leonore Welzin, Foto: PR Berauschend wie roter Mohn Zwischen Kocher, Jagst und Tauber bricht mit der Mohnblüte eine eigene Jahreszeit an: der Hohenloher Kultursommer. Das Musikfestival geht in die 31.Saison, 72 Veranstaltungen stehen auf dem Programm. Etwa alle 15 Kilometer findet sich eine sehenswerte Schlossanlage wie in Weikersheim, Neuenstein, Öhringen oder Langenburg. Hinzu kommen prachtvolle Klosterkirchen (Großcomburg, Kloster Schöntal) sowie geschichtsträchtige Dorfkirchen, idyllische Keltern und Scheuern. Das Musikfestival Hohenloher Kultursommer bringt die ganze Gegend in Schwingung und Einklang, indem es die baulichen Kleinode mit Konzerten belebt und bereichert. Mohnblumen sind das Erkennungszeichen. Sie flattern als Logo auf Fahnen überall dort, wo das größte Musikfestival der Region bis 1. Oktober Station macht. Wie jedes Jahr setzt das Festival auf qualitativ hochwertige Programme, die teilweise eigens mit den Künstlern – in Bezug zum historischen Aufführungsort – entwickelt werden. In den bekannten Akzentreihen »Klaviersommer«, »Brass & Co.«, »Junge Gesichter«, »Kammermusikalisches«, »Sommerklassik bei Hofe« oder »Konzertgenuss in Kirchen, Klöstern Singt wie Edith Piaf: Asita Djavadi und Kapellen« bietet sich den Gästen eine facettenreiche Bandbreite. In dieser Saison zieht sich das Thema Frankreich wie ein feiner roter Faden durch das Programm, weitere Themenschwerpunkte sind das Reformationsjubiläum und Vokalmusik aus verschiedenen Epochen und Ländern. »Bonjour la France« heißt es beim Musikfest auf Schloss Weikersheim, das am Samstag, 1. Juli zum Lustwandeln im Schlosspark einlädt. Das »Hohenlohische Versaille« ist Aushängeschild und saisonaler Höhepunkt des Hohenloher Kultursommers, der einen musikalischen Querschnitt sämtlicher Epochen und Stile unseres Nachbarlandes bereithält. Mit Open-Air, Auswahlkonzerten, kulturellen Begegnungen, kulinarischem Angebot, Festkonzert und barockem Feuerwerk lockt das Event jährlich bis zu 2.000 Besucher. Zur Tradition ist in Neuenstein ein Auftritt des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn geworden. Mit Doppelkonzerten von Mendelssohn und Chausson – Solisten sind William Youn (Klavier) und Linus Roth (Violine) – wird das Ensemble am 3. Juni romantische Stimmung verbreiten. Die Sparte Weltmusik nimmt mit 14 Konzerten einen großen Stellenwert ein. Die Fans von Bläserklängen kommen in diesem Sommer ebenfalls wieder auf ihre Kosten: Dabei sind das Mannheim Brass Quintett (25. Juni), Tine Thing Helseth und ihr zehnköpfiges Damenensemble (4. August) sowie Johann Plietzsch mit seinem Barocktrompeten-Ensemble Berlin (20. August). ◆ Weitere Infos: www.hohenloher-kultursommer.de

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Schon wenn man vor dem Verliebt in Bad Wimpfen steht und es betritt, bemerkt auch der Laie intuitiv: Hier waren und sind Profis am Werk – mit einem ganz eigenen Konzept. Von Matthias Marquart , Foto: Ulla Kühnle Von der Haute Cuisine zum Lauginator Die Einrichtung ist stimmig, eckig, nüchtern, stellenweise etwas retro. Das selbst entworfene Logo mit dem V-förmigen Herz ziert Eingang, Gläser, die Etiketten zahlreicher Wein- und Sektflaschen sowie diverse Accessoires. Eine stellenweise nicht verputzte Wand zeigt noch die ursprüngliche Bausubstanz des Gebäudes in der Carl-Ulrich-Straße, einem ehemaligen Getränkemarkt – zuletzt eine wenig charmante Bauruine – die nun zu neuem Glanz erwacht ist und ein wenig »Großstadtflair« in die ansonsten doch eher kleinstädtisch geprägte Stauferstadt zaubert. Die Profis, die sich hier auslassen, heißen Alexander Wieprecht, Manuel Stoll und Ruven Baumgärtner. Letzterer ist erfolgreicher Massenbachhausener Unternehmer, Eigentümer und Strippenzieher im Hintergrund, während Wieprecht und Stoll das gastronomische Know-how einbringen. Wieprecht: »Wir wollten ganz bewusst kein ›Kuschelrestaurant‹ eröffnen, sondern ein Konzept umsetzen, das schon lange in unseren Köpfen war. Anfangs hatten wir die Befürchtung, dass dies hier schwierig werden könnte, doch seit wir im April eröffnet haben, wird das Restaurant sehr gut angenommen.« Doch das Verliebt sollte und soll nicht die letzte, sondern nur eine Station in den Plänen der drei sein. Lauginator und Strandparty Wieprecht, in Sangerhausen, Sachsen-Anhalt, geboren und zur Schule gegangen, absolvierte im Ramada Hotel in Bad Soden am Taunus eine Ausbildung zum Koch. Anschließend arbeitete er im nahegelegenen Frankfurt im renommierten Hotel Steigenberger, wo er auch Manuel Stoll kennenlernte. Wieprecht: »Er war mein Auszubildender und hat sich vom ersten Tag an super angestellt. Wir hatten schon damals viel Spaß miteinander und geflachst, dass wir irgendwann mal gemeinsam Bratwürste verkaufen, auf jeden Fall mal was zusammen machen wollen.« Das sollte aber noch etwas dauern, denn statt Bratwurst und Imbissbude war erst mal »Haute Cuisine« angesagt. Wieprecht war noch in diversen Restaurants in Deutschland unterwegs, Betriebsleiter einer großen Kantine in Frankfurt und leitete unter anderem die Gastronomie der Karlsruher Messe. Insgesamt gingen sieben Jahre ins Land, in denen Manuel Stoll im Ausland tätig war. Beide verloren sich allerdings nie aus den Augen und hatten regelmäßig Kontakt – mittlerweile war längst eine enge Freundschaft entstanden. Alexander Wieprecht: »Manu hat damals in einem Restaurant in Darmstadt gearbeitet, ich war in Schwaigern und Küchenleiter bei einem Caterer, als wir uns wieder mal getroffen und uns entschlossen haben, jetzt wirklich etwas Gemeinsames aufzuziehen. Wir waren beide der ›High-End-Küche‹ überdrüssig und wollten etwas machen, das uns Spaß macht und mit dem wir Geld verdienen können.« Und da sie beide leidenschaftlich gerne Fleischkäse-Brötchen bei einem befreundeten Metzger aßen, der diesen auch im Laugenbrötchen anbot, kam ihnen die zündende Idee: der Lauginator. Dieser begann sein Dasein mit zusätzlich gebratenen Zwiebeln, zu denen sich Krautsalat nach amerikanischem Vorbild mit Karotten und Mayonnaise gesellte. Wieprecht: »Nach einem feucht-fröhlichen Abend in einem Salzburger Irish-Pub hatten wir beide Hunger und holten uns eine Wurst. In Salzburg gibt es die auch mit Meer- Hanix Nr. 49 Einer der Macher des »Verliebt« und Mitentwickler 32 des Lauginators: Alexander Wieprecht WIRTSCHAFT

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rettich – das hat uns geschmeckt und so haben wir das bei unserer Kreation hinzugefügt. ›Unser‹ Metzger hat für uns den Fleischkäse dann rundgemacht und der klassische ›Lauginator‹ war fertig.« Mittlerweile gibt es diesen schon in drei Varianten und er findet reißenden Absatz. Wieprecht: »Ich war mit Ruven irgendwann mal auf einer langweiligen Party und wir haben uns über Gastronomie unterhalten. Zum Beispiel auch darüber, dass es in Heilbronn viel zu viel Systemgastronomie und zu wenig individuelle Bars und Restaurants gibt, weil sich außer den großen Ketten nur die Wenigsten die Pachten leisten können. Irgendwie müsse es doch auch anderes geben.« Womit er nach dem Gespräch nicht rechnete: Schon am nächsten Tag klingelte bei ihm das Telefon. Wieprecht: »Ruven hat mich angerufen, abgeholt und mir gleich verschiedene Immobilien gezeigt, wo wir ein Konzept wie das ›Verliebt‹ zusammen umsetzen könnten – das ging ruck zuck.« Die Wahl fiel dann auf Bad Wimpfen. Doch bis das Gelände und die Immobilie in Wimpfen umgebaut, saniert und alle Genehmigungen eingeholt waren, dauerte es seine Zeit. Zunächst machten die Beiden also den Heuchelbergstrand – eine Strandbar, die in Schwaigern im letzten Sommer sehr gut angenommen wurde und die dieses Jahr ab dem 20. Juli wieder an den Start geht. Der Heuchelbergstrand – das sind 40 Tonnen Sand, kein Wasser, aber eine Atmosphäre, die junges und älteres Publikum zum Entspannen, Feiern und Erholen einlädt – ohne Coca Cola und Pommes – dafür mit Lauginator, vegetarischen und veganen Speisen sowie Liegestühlen, selbst gemachten Möbeln, Live-Musik, Cocktails und Beach-Volleyball. »Professionell aber legère«, bringt es Wieprecht auf den Punkt. Überzeugende »Zwischenlösung« Da das »Verliebt« anschließend noch nicht fertiggestellt war, musste eine Zwischenlösung her. Die fand sich dann in der Idee, einen Imbisswagen anzuschaffen, und auch Catering anzubieten. Das war dann der Moment, an dem Manuel Stoll und der »Lauginator« ins Spiel kamen. Nach einigem Suchen wurde das passende Vehikel gefunden, umgebaut und an den Start gebracht. Mittlerweile gibt es das etwas andere Imbiss-Angebot jetzt an jedem Wochentag in Schwaigern und an den Wochenenden auf Veranstaltungen in ganz Süddeutschland. Marke kreieren Und auch das etwas andere Gastro-Konzept der drei Partner hat sich nun im »Verliebt« verwirklicht. Doch das soll und wird wohl auch nicht die Endstation sein. Wieprecht: »Wir sind ein super Team. Ich bin die Hebamme, bringe alles an den Start, Manuel ist der Macher und Restaurantleiter und Ruven ein toller Chef im Hintergrund, der uns machen lässt und vertraut.« So soll aus dem »Verliebt« langfristig eine Marke werden und es sollen noch weitere Restaurants folgen. Und, etwas ganz Persönliches ist im Verliebt dann doch noch zu finden: Da ist die kleine Spielecke mit Kaufladen und Kinderbüchern – allesamt ausgesucht von Alexander Wieprechts drei Kindern. ◆ Besonders ausgezeichnet Unsere SANWALD Weizenbiere sind mehrfach mit der DLG-Goldmedaille prämiert. Denn sie werden nach traditionellen und altbewährten Rezepturen gebraut. Und das schmeckt man – damals wie heute. SANWALD.DE Dreifach mit Gold prämiert

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Von Dr. Bernhard Stumpfhaus DER VORDERE TEIL DES KOPFES Die Arbeiten von Andrea Jahn Die Künstlerin Andrea Jahn hat sich durch vielfältige Interventionen in Heilbronn einen Namen gemacht. So war sie beispielsweise in den Räumlichkeiten der Zeag zu sehen, im Rahmen der Gruppenausstellung zum Thema ›Frau‹. Ebenfalls wurde sie mit einer prominenten Einzelausstellung unter dem Titel ›update‹ im Bildungscampus gewürdigt. Mit der ›Galerie Jahn‹ in der Schulgasse, im Herzen der Stadt, unternahm es die Künstlerin sogar, mit Ausstellung und Förderung junger Kunst, der Stadt so etwas wie ein urbanes Flair zu verpassen. Die Künstlerin ist gebürtige Aachenerin. Sie hat in ihrer Geburtsstadt an der Fachhochschule für Gestaltung Kunst im öffentlichen Raum studiert. Ein weiteres Studium der Malerei absolvierte sie an der Akademie der Bildenden Künste in München. Andrea Jahn ist eine die Themen der Zeit sehr aufmerksam verfolgende Künstlerin. So hat sie beispielsweise die Vorkommnisse am Kölner Bahnhof in der Silvesternacht 2015 mit einer umfangreichen Serie kommentiert. Das umstrittene Diktum der Kölner Oberbürgermeisterin, Frauen sollten, um sich zu schützen, eine Armeslänge Abstand halten, war der Künstlerin der impulsgebende Anstoß. Vor allem aber beschäftigt sich Jahn mit dem menschlichen Gesicht als eine der zentralen Kommunikationsplattformen zwischenmenschlichen Informationsaustausches. Wer bin ich, was will ich in den Augen der anderen sein, welche Bedeutung will ich mit welcher Emotion verstärkt mitteilen? Dabei interessiert sich Jahn allerdings nicht für die Physiognomie oder die Mimik des menschlichen Gesichtes. Vielmehr sieht sie es im Sinne eines facebooks als das Schlachtfeld gesellschaftlicher Konflikte, motivisch wie methodisch. So nimmt sie geschnittene wie zerrissene Ausschnitte aus Zeitungen, klebt sie zusammen, löst sie wieder ab, übermalt sie, kratzt sie wieder frei, um sie dann erneut mit weiteren Schichten farbiger Folie und schrillen Acrylfarben zu überziehen. Schließlich werden Streifen wieder entfernt und darunter Liegendes kommt abermals zum Vorschein. Malerei, Collage, Decollage, Montage, so wie wir in unseren Profilen multimedial auftreten, so nutzt Jahn die verschiedensten Techniken zur Gestaltung ihrer Köpfe. Auch die Dynamik, die wir in täglichen Updates unseren Profilen verpassen, findet in den Arbeiten Jahns ihren Niederschlag. Von starren, handelsüblichen Leinwänden mit fixierenden Keilrahmen ist Jahn umgestiegen auf flexible Folien, bei denen es keine Festigkeit mehr gibt. Ähnlich der verschiedenen Oberflächen der Screens, auf denen unsere Profilbilder erscheinen, sind auch die Bilder Jahns gehalten, mal matt, mal shiny. Flexibel können sie an die Wand gehängt, auf den Boden gelegt oder über Eck gebogen werden; der wechselnde Erscheinungsort ähnelt den verschiedenen Devices, mit denen wir unsere Profile füttern und sichtbar machen. Mal erscheinen wir im Smartphone, mal auf dem Desktop-Screen, mal im Fernsehen, mal auf dem Tablet. Unsere Eingaben sind mal klein, mal groß, mal verzerrt, erscheinen mal in anderer Farbe. Es ist schon erstaunlich, dass wir diesen variablen Erscheinungen so etwas wie Festigkeit, wie Authentizität zusprechen. Jahn versteht die Vielschichtigkeit ihrer Arbeiten als eine Datenschichtung. Die Künstlerin geht mit ihrer Analogie zwischen Malerei und Internetprofil so weit, dass sie Bilder als Speicher von Informationen versteht: Jeder Pinselstrich, jedes montierte Zeitungsfoto, sogar die Leerstellen abgerissener Klebestreifen können als Spuren von etwas gelten, von ästhetischen Entscheidungen, von Texten und Schriften, Zeichen, die ins Bild montiert wurden etc. Das Bild merkt sich alles und es ist sehr schwierig, Eingearbeitetes wieder zu löschen. Jahn arbeitet mehrschichtig, eher im Sinne eines Prozesses denn mit dem Ziel, ein Werk – also etwas Fertiges – abzuschließen. Allerdings dürfen wir die fantasievolle Analogie von Jahns Profilköpfen mit unseren Netzprofilen nicht zu einseitig sehen. Es gibt auch gegenläufige Bewegungen zu entdecken; so etwa das Umkleben der Bilder mit Klebestreifen. Es ist, als wolle die Künstlerin das Geschaffene konservieren, die gesammelten Daten ihrer Modifikation entreißen. Die Arbeiten Jahns entfalten ihre spezifische Dynamik in dieser Ambivalenz: Einerseits, dass es nichts Festes, Bleibendes gibt, alles, auch das einzelne Werk der Veränderung ausgesetzt ist, sich aber andererseits jede Spur, jeder Arbeitsschritt bleibend abbildet. Jedes Bild hat seine eigene Ausstrahlung, seine eigene Einzigartigkeit, die bleibt oder sich verändert. Unsere Profile im Netz sollen ja angeblich unverwechselbar sein, sie ändern sich jedoch nach Mode und technischen Möglichkeiten. So stellen diese Bilder die Frage, was an unseren Profilen das Unverwechselbare, Einzigartige ist. So reflektiert Jahn in ihren Arbeiten unseren Zweifel an dem Bleibenden unserer Identität: Was sind wir als eine Individualität, was bleibt an ihr identisch, wo sich doch alles an uns – gewollt und ungewollt – verändert und verwandelt. ◆ Kontakt zur Künstlerin: www.andrea-jahn.de Hanix Nr. 49 »Hände weg!«; 140 x 120 cm; Lack, Folie, Collage, Öl 2016 © Andrea Jahn KUNST

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SACHLICHE, SCHÖNE UND KLARE ARBEITEN WIE EIN STÜCK WÜSTE IN ARIZONA Der Künstler Stefan ›Aritzona‹ Hans Hanix Nr. 49 Stefan Hans, oder prägnanter: ›Aritzona‹, zählt zum Urgestein der hiesigen Künstlerszene. Es gibt wohl kaum jemanden, der ihn hier nicht kennt. Immerhin gehört er zu den Gründern der produzentengalerie B27 in Offenau, im Jahre 1998, und ist ihr bis heute treu geblieben. Er hat einen besonderen Humor und dieser ist mit dafür verantwortlich, dass diese Galerie solch ein lebendiges, mithin unkonventionell-experimentelles Gepräge hat. Stefan Hans ist durch und durch ein freischaffender Künstler. Bereits als 16-Jähriger hatte er seine erste Ausstellung. Allerdings bleibt es für ihn nicht aus, ab und an ein gewisses Geld dazuzuverdienen. Und der Betrieb, in dem er für die grafische Branche arbeitet, gehört zu den Orten, wo die lustigsten Witze in ganz Heilbronn erzählt werden. Er ist ein absoluter Medienspezialist. Neben seinem liebsten Genre, dem Kinofilm, widmet er sich ausführlichen Studien von Comics, Fernsehfilmen, bunten Magazinen und Computerspielen. Diese zeitgenössischen Medien sind ihm der Rohstoff, aus dem er seine Inspirationen zieht. Er sammelt Zeitungsausschnitte, Fotos, Stills von laufenden Fernsehfilmen, Kinderspielzeug, Verpackungen. Der Künstler liebt an diesen Produktionen das »Klare und Einfache, oft auch Banale«. Seine Sammlung ist ihm Material für seine Arbeiten, die er keineswegs nur in Gemälden umsetzt, sondern auch zu obsessiven Objekten, etwa aus Silikon. Überhaupt hat er eine Neigung zur Objekt-Kunst. Selbst seine Malereien sind eher Bildobjekte denn bloße Bilder. Das mag auch daran liegen, dass er keine Rahmen mag. Auf den ersten Blick mag es näherliegend sein, seine Bildsprache zu analysieren, seinen collageartigen Umgang mit sei-nen KUNST gesammelten medialen Fundstücken. Vielleicht mag man sich auch lieber unterhalten über seine – dem alten Filmgenre entlehnten – Schwarz-Weiß-Kompositionen, die von den stacheligen Kakteen klassischer Westernlandschaften über die Stadtkulissen der Krimis bis hin zu typischen Posen männlicher Helden oder den Üppigkeiten fragmentierter Models von rubenshaften Ausmaßen reichen. Die Arbeiten von Aritzona wären ein Eldorado für den Medienforscher und seine semantisch-semiotisch angeleiteten Studien zum Formvokabular der unterschiedlichen Bildmedien. Jetzt könnte man zu dem Schnell-Schluss gelangen, Stefan Hans wäre ein später Nachfahre der Pop-Art, die ja auch durch Collage und malendes Nacharbeiten von Vorbildern aus den neuen Medien die Sprache von Film und Werbung in ihrer Funktionsweise entlarvt und karikiert. Dem ist aber nicht ganz so. Eigentlich ist Stefan Hans ein klassischer Maler. So überführt er die Fernsehbilder in Malerei. Er tut es allerdings nicht auf die Weise, wie es seit den 1970er Jahren die Fotorealisten praktizieren, indem sie die Malerei zu einem fotografischen Trompe-l’œil umarbeiten. Vielmehr realisiert Aritzona seine Malereien von einer zweiten Natur so, dass man im unsicheren Urteil nicht sagen kann, welchen Status seine Bilder haben. Denn seine vom Film abgemalten Bilder sehen aus wie Landschaftsmalereien, freilich gesehen durch das Objektiv der Kamera auf eine vom Ausstattungsteam beleuchtete und ausstaffierte Natur. Zentraler scheint mir aber, dass er die flachen Bilder, flimmernd auf der Leinwand oder im Bildschirm glimmend, rückführt in unser Leben, uns physisch wieder zugänglich macht. Das ist heutzutage eine Pointe. Besucht man nämlich die vielen großen Kunstmessen, so fällt dort auf, dass die Malerei mittlerweile völlig abhängig geworden ist von der virtuellen Ästhetik des Internets. Die meisten Motive dort kommen aus dem Netz, kaum ein Künstler schaut auf die Wirklichkeit. Das hat zur Folge, dass all diese Malereien nicht nur digitale Fotomotive nacharbeiten, sondern auch mit einem lackartigen Überzug die Glare- Type-Displays der digitalen Darstellungsinstrumente imitieren. Der Glanz über den Bildern lässt ihre Stofflichkeit verschwinden. So ist es dem Betrachter unmöglich, sich körperlich so mit dem Bild-Objekt zu vergemeinschaften, dass er das Motiv mit seiner Phantasie beleben und zu seinesgleichen machen könnte. Wird die aktuelle Malerei zunehmend virtualisiert, so bleiben die Bildobjekte bei Aritzona allein schon durch ihre breiten Seiten unserer Körperlichkeit verpflichtet und öffnen sich für unsere physischen Projektionen. Von hier aus verwundert es nicht, dass Stefan Hans in den letzten Jahren zunehmend seine Wege in die reale, uns umgebende Natur gefunden hat. Es ist eine Vielzahl von Aquarellarbeiten entstanden, die Landschaften hier im Umland oder am Bodensee zeigen. Aber auch bei diesen Bildern bleibt er seiner medialen Orientierung treu. Zunächst einmal fotografiert er sein Motiv mit der Smartphone-Kamera, um sie dann im Ausschnitt zu Papier zu bringen. Das Bemerkenswerte dieser Aquarelle ist, dass sie die begehbare Landschaft mit all ihrem Zauber zeigen, aber mit einer neutralen Sachlichkeit, wie sie eben nur die Kamera zuwege bringt. ◆ Kontakt zum Künstler: www.aritzona.de Von der Weibertreu aus in Richtung Weinsberger Sattel; Aquarell © Stefan ›Aritzona‹ Hans

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90 Jahre wird Wilhelm Powileit (Bruno Ganz) an diesem Tag im Herbst des Jahres 1989 alt und alle kommen zu Besuch in die Villa, wo Powileit zusammen mit seiner Frau Charlotte (Hildegard Schmal) residiert: Sein Stiefsohn Kurt (Sylvester Groth), der lange Jahre in Gefangenschaft in Sibirien verbracht hat und dort seine russische Frau Irina (Evgenia Dodina) kennenlernte. Neben zahlreichen Abgeordneten der Partei, die Wilhelm für seine langjährigen Verdienste einen weiteren Orden verleihen, ist auch Kurts Schwiegertochter Melitta (Natalia Belitski) zu Gast, allein ihr Mann Sascha (Alexander Fehling) fehlt: Er hat in der Nacht Republikflucht begangen und die sich auflösenden Grenzen des Ostblocks genutzt, um sich in den Westen abzusetzen. Wie ein Damoklesschwert hängt die Flucht Saschas über den Feierlichkeiten und mit ihr das nahende Ende eines ganzen Staates. IN ZEITEN DES ABNEHMENDEN LICHTS »Ein vielschichtiger, zärtlicher, komischer und tragischer Film über die deutsche Geschichte und den Verlust von Heimat und Idealen.« (filmstarts.de) Jahrzehnte Familiengeschichte beschrieb Eugen Ruge in seinem vielfach ausgezeichneten Bestseller »In Zeichen des abnehmenden Lichts«, der in seiner ganzen Fülle nur in einer mehrteiligen Fernsehserie hätte adaptiert werden können. Für das Kino bedurfte es einer gewaltigen Kompression, die Wolfgang Kohlhaase vorgenommen hat: Abgesehen von einem kurzen Pro- und Epilog ist die Erzählzeit auf einen Tag beschränkt, auch der Ort fast ausschließlich das Haus von Wilhelm Powileit, ein Haus, das pikanterweise einst einem Nazibonzen gehörte. Hier residiert der überzeugte Stalinist, den Bruno Ganz als verhärmten alten Mann spielt, der nicht akzeptieren will, dass sich das Rad der Geschichte weitergedreht hat. Seine Ehe ist nur noch Fassade, seine Haushälterin bezahlt er, um sich kurz an ihrem Busen zu reiben, seine Medikamente versteckt er hinter Büchern. Matti Geschonneck, der sich bereits im Kinofilm »Boxhagener Platz« mit Familien aus Ostberlin beschäftigte, konzentriert sich wieder auf die Geschichte des nicht mehr existierenden Landes. Er inszeniert ein Drehbuch von Wolfgang Kohlhaase, der seit mehr als 50 Jahren deutsche Filmgeschichte schreibt und sich hier zum wiederholten Mal Berlin widmet. Der Drehbuchautor, zuletzt im Berlinale-Wettbewerb mit »Als wir träumten«, verdichtet den Erfolgsroman von Eugen Ruge zu einer Studie der verlorenen Utopien. Ein filmisches Gesellschaftsbild, in dem Wege und Irrwege des 20. Jahrhunderts am Beispiel einer auseinanderbrechenden Großfamilie aufgezeigt werden. ◆ In den Arthaus-Kinos ab 1. Juni 2017 Deutschland, Russland 2017 Länge: 100 Minuten Genre: Drama, Komödie Regie: Matti Geschonneck Darsteller: Bruno Ganz, Sylvester Groth, Hildegard Schmahl u. v. m. ARTHAUS-KINOTIPP Hanix Nr. 49

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AUSSERDEM IM KINO Die Mumie Start: 8. Juni Scheinbar sicher in einer Gruft tief unter der erbarmungslosen Wüste begraben, erwacht eine uralte Königin, deren Schicksal ihr unrechtmäßig genommen wurde, in unserer Gegenwart. Mit sich bringt sie eine Bösartigkeit, die über Jahrtausende gewachsen ist, und Schrecken, die sich dem menschlichen Verständnis entziehen. Von den weitläufigen Sanden des Nahen Ostens durch verborgene Labyrinthe unter dem modernen London – es ist der Beginn einer neuen Welt von Göttern und Monstern. Mit Tom Cruise und Sofia Boutella. Wonder Woman Start: 15. Juni Bevor sie Wonder Woman war, war sie Diana, Prinzessin der Amazonen, in einem behüteten Inselparadies aufgewachsen und zur unbesiegbaren Kriegerin ausgebildet. Als ein amerikanischer Pilot am Strand abstürzt und von einem gewaltigen Konflikt erzählt, der in der Welt da draußen tobt, verlässt sie ihr Zuhause, überzeugt davon, die Bedrohung stoppen zu können. Während sie zusammen mit den Menschen in einem Krieg kämpft, um alle Kriege zu beenden, entdeckt Diana ihre vollen Kräfte – und ihr wahres Schicksal. Mit Gal Gadot und Chris Pine. All Eyez on me Start: 15. Juni Der Film begleitet Rap-Legende Tupac Shakur von seinen Anfangszeiten in New York City bis hin zu seinem Aufstieg zur bekannten und einflussreichen Stimme, bevor er im Alter von nur 25 Jahren sterben musste. Allen Widrigkeiten zum Trotz ließen ihn sein rohes Talent, seine kraftvollen Texte und sein revolutionäres Denken zur kulturellen Ikone werden, deren Vermächtnis weit über seinen Tod hinausreicht. Mit Demetrius Shipp Jr. und Jamal Woolard. Ich – Einfach unverbesserlich Start: 6. Juli Wer kennt sie nicht – die Animationshits von Illumination Entertainment. Ich – Einfach unverbesserlich 3 – die neuesten Abenteuer von Gru, Lucy, ihren süßen Töchtern – Margo, Edith und Agnes – und natürlich den Minions kommen 2017 ins Kino. Gru bekommt es dabei mit einem neuen Gegner zu tun, dem bösen ehemaligen Kinderstar Balthazar Bratt, der inzwischen zwar erwachsen ist, aber sich nicht mehr von der Figur lösen kann, die er in den 80er-Jahren so erfolgreich gespielt hat. Im Handumdrehen entwickelt er sich zu Grus Erzfeind. The Party Start: 27. Juli Um ihre Ernennung zur Gesundheitsministerin im Schattenkabinett zu feiern, lädt die ehrgeizige Politikerin Janet enge Freunde und Mitstreiter in ihr Londoner Stadthaus. Als ihr Ehemann Bill mit einem brisanten Geständnis herausplatzt, nimmt die Party eine überraschende Wendung. Plötzlich offenbaren auch die anderen Gäste lang gehütete Geheimnisse, woraufhin Beziehungen, Freundschaften, politische Überzeugungen und Lebensentwürfe in Frage gestellt werden. Innerhalb kürzester Zeit kippt die kultivierte Atmosphäre in ein emotionales Chaos aus gegenseitigen Anschuldigungen. Während im Ofen die Häppchen verbrennen, fliegen im Wohnzimmer die Fetzen wie die Whiskeygläser und die Party steuert unaufhaltsam auf den großen Knall zu. Mit Patricia Clarkson und Bruno Ganz. WAS ZÄHLT SIND FARBE, FORM UND SIE. Same but different. Mit klaren Formen und starken Farben passt sich USM Ihrem Leben an. Immer individuell – purer Ausdruck Ihrer selbst. Bodo Linkohr Bürokonzepte, Fischeräcker 14, 74223 Flein Tel. 07131/58 20 50, linkohr@linkohr-buerokonzepte.de, www.linkohr-buerokonzepte.de

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Alte Bergstation Zugspitze 17. März 2017, 11:55 Uhr (Foto: Ulla Kühnle)

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MICHAEL LINK ist seit 2014 Direktor des OSZE-Büros für demokratische Institutionen und Menschenrechte in Warschau. Der Heilbronner war zuvor Staatsminister im Auswärtigen Amt. Vor drei Jahren wurde er zum zweiten Mal in den Heilbronner Gemeinderat gewählt. Im Herbst will Link nach vierjähriger Abstinenz erneut in den Deutschen Bundestag einziehen. Wir sprachen mit dem FDP-Politiker im Heilbronner Rathaus über innerstädtische Brennpunkte, wie man konservative Köpfe mit weichen Faktoren begeistern kann, die »deutschen« Ergebnisse beim Türkei-Referendum und das harte Handwerk eines Berufspolitikers. Von Robert Mucha und Lea Pomocnik Fotos: Ulla Kühnle & OSZE Hanix Nr. 49 »HEILBRONNER MUSS MAN WERDEN KÖNNEN« INTERVIEW DES MONATS

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Hanix Nr. 49 Hanix: Herr Link, wir treffen uns im Heilbronner Rathaus. Mittendrin im von der Heilbronner Polizei neu ausgerufenen Brennpunkt. Brennt es hier auf dem Marktplatz aus Ihrer Sicht tatsächlich oder übertreibt die Polizei? Michael Link: Es kommt darauf an, zu welcher Uhrzeit. Die Medien wollen natürlich Interessantes berichten. Mich stört daran, dass die Themen Migranten, Flüchtlinge und Einwanderer wieder hervorgeholt werden. Denn das führt nicht weiter. Diejenigen, die die Probleme machen, sind nicht repräsentativ für Flüchtlinge. Aber das Problem besteht, weshalb ich gut finde, dass die Polizei massiv Präsenz zeigt. Einige Leute trauen sich abends nicht mehr hier her. Ich habe von allen Altersklassen gehört, egal ob jung oder alt, dass sie um den Marktplatz einen Bogen machen. Das finde ich schade. Man muss erst recht dort hingehen und auch die ansässigen Lokale besuchen. Ansonsten wird sich die Szene noch verstärken. Haben Sie selbst ein mulmiges Gefühl, wenn Sie abends in der Innenstadt unterwegs sind? Es dauert eine Weile, bis ich erschrecke. Wenn Gruppen zusammenstehen, die teilweise durch ihr Auftreten einschüchternd MICHAEL LINK wirken, ist es einfach nicht gut. Es wird immer ein Problem mit Leuten geben, die über die Stränge schlagen, das gibt es in jeder Bevölkerungsgruppe, besonders natürlich bei jungen Menschen. Aber das ist nicht türken- oder flüchtlingsspezifisch. Flüchtlinge haben hier keine Wurzeln, also sind die Probleme sichtbarer als bei Einheimischen. Die Polizei will durch mehr Präsenz in Heilbronns Stadtmitte die Situation in den Griff bekommen. Mehr Streifen alleine können nicht die alleinige Lösung sein. Welche Möglichkeiten hat die Kommune, um beim Löschen des »Brennpunkts« zu helfen? Und: Schöpft sie alle Möglichkeiten aus? Das Paradoxe ist, dass es in Heilbronn bei diesem Punkt gut läuft. Flüchtlinge sind bei uns nicht zentral untergebracht, sondern in der Stadt verteilt. Denn zu große Ansammlungen an einem Fleck schaffen Unsicherheit. Die Stadt hat die Aufgabe die Unterbringung zu entzerren, was gut umgesetzt wurde. Die Problematik in der Innenstadt besteht aber … Deshalb ist die Polizeipräsenz so wichtig. Sie kann allerdings nicht verhindern, dass das alles überhaupt stattfindet. Das ist Aufgabe der Gesellschaft insgesamt. Die normalen Instrumente

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»Kultur soll sich nicht nur Top-down, sondern muss sich vor allem Bottom-up entwickeln. Wichtig dabei: Das Entstehende sollte gefördert werden.« wie Bildung und Elternhaus sind bei Menschen wie Flüchtlingen schwieriger anzusetzen. Muss man also temporär mehr Streetworker einstellen? Der Inklusionsbeirat sowie der Integrationsbeirat, in dem ich Mitglied bin, reden darüber, ob solche Maßnahmen die richtigen sind. Es könnte ein Weg sein, denn letzten Endes kann das nur durch Mensch-zu-Mensch-Kontakt in den Griff bekommen werden. Platzverbot hilft da nicht, denn dann gehen sie woanders hin. Aber: Großstadt wird immer eine Durchgangsstation für Leute »on the move« sein. Das gehört dazu, und man muss lernen, mit diesen Problemen umzugehen. Sich nur in die eigenen vier Wände zu verziehen, weil etwas passieren könnte, ist keine Lösung. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht und das muss man den Leuten erklären. Wir brauchen Streetworker, die mit den Leuten reden. Aber auch mehr Polizei. Denn Polizisten und Polizistinnen wirken meist allein schon durch ihre Präsenz. Wie empfinden Sie die Haltung der Heilbronner Bürgerschaft gegenüber dem Thema »Brennpunkt Marktplatz«? Besonnener als in anderen Gemeinden? Ich finde es bisher tatsächlich besonnener. Schauen Sie sich die Verhältnisse in Mannheim oder Karlsruhe an. Im Vergleich dazu ist es bei uns ruhig. Aber das löst nicht das Problem der Einzelnen, die sich verunsichert fühlen. Die interessiert der Vergleich mit Stuttgart oder anderen Städten nicht. Deshalb versuche ich, in meinen Sprechstunden oder durch die Mitarbeit im Integrationsbeirat das Thema besser zu verstehen. Ich habe genauso wenig eine abschließende Antwort wie die meisten anderen auch. Um das Problem lösen zu können, muss man es erstmal verstehen. Teile der Ängste sind rational, Teile irrational. Einiges hört man, anderes erlebt man selbst. Man muss entschlossen gegen die Kriminalität vorgehen, denn es ist eine Verletzung der Menschenwürde, wenn jemand in deine Privatsphäre eindringt. Ein anderes Thema, das Sie als Gemeinderat beschäftigt, ist sicher »Stadtentwicklung«. Reflexartig fallen in der Stadt die Leuchtturm-Beispiele Bundesgartenschau, Experimenta 2, Zukunftspark Wohlgelegen und Bildungscampus. Wo sehen Sie Luft nach oben in der Heilbronner Stadtentwicklung, um urbanes Flair und Anziehungskraft zu entwickeln? Viel Grün in der Stadt, Kultur im weitesten Sinn und bessere Verkehrsanbindung. Das sind die drei ziemlich überzeugenden Punkte, die man braucht, die total wichtig sind. Natürlich könnte ich noch berufliche Möglichkeiten nennen, aber die haben wir hier zum Glück. Wenn die Stadt einen Studierenden hier behalten möchte, dann gelingt das über die genannten weichen Faktoren. Diesbezüglich gibt es in Heilbronn viel Luft nach oben. Die Buga ist ein wichtiger Schritt, der mehr Lebensqualität bringen wird. Beim Thema Kultur ist die aktuell diskutierte Eventhalle nicht nur für Schüler, sondern auch für Studenten von großer Bedeutung. Da hat der Gemeinderat schon einiges unternommen. Beim Thema Verkehr würde sich im Gemeinderat jeder von uns einsetzen, dass Heilbronn eine ICE-Anbindung bekommt. Aber das wird nicht passieren. Die Planungen hierfür sind nicht realistisch. Wir müssen das tun, was geht. Also z. B. den für die Buga zugesagten IC- Anschluss auch danach erhalten! Und die Logistik des Nahverkehrs verbessern! Braucht die Stadtverwaltung oder der Gemeinderat, was die erwähnten weichen Faktoren angeht, ein neues Mindset? Viele entscheidende Köpfe scheinen, was die Thematik angeht, noch nicht im Heute angekommen. Wir wollen Leute, die freiwillig hier bleiben, nicht nur, weil sie woanders keine Arbeit finden. Dieser »Aha-Effekt« tritt in Heilbronn durchaus ein, immer öfter. Beim Thema Kultur sollte bedacht werden, dass diese nicht immer staatlich oder hoheitlich organisiert sein darf. Kultur ist mehr, als der Staat oder die Stadt macht. Kultur soll sich nicht nur Top-down, sondern muss sich vor allem Bottom-up entwickeln. Wichtig dabei: Das Entstehende sollte gefördert werden. Da kann der Gemeinderat noch einiges mehr tun. Beim Thema Lebenswert, Grün und Tourismus haben wir durch die Buga einiges getan. Schauen wir, was die Zeit bringt. Die Buga verliert ein Highlight nach dem anderen. Die geplante Brücke über die Gleise des Hauptbahnhofes ist ad acta gelegt. Haben Sie Sorge, dass die erhoffte Strahlkraft der Buga nicht erzeugt werden kann? Die Buga besucht man nicht wegen einer Brückenarchitektur am Bahnhof, sondern weil es etwas Spannendes bringt, was es woanders nicht gibt. Die klassischen Blumenfans kommen sowieso. Aber wir wollen darüber hinaus Leute anziehen. Für die braucht es andere Highlights. Für eine Brücke fährt niemand nach Heilbronn, wegen der Experimenta vielleicht schon. Die Buga in Verbindung mit der Experimenta kann die gewünschte Wirkung erzeugen. Verbunden mit den Wohnmöglichkeiten im Neckarbogen wird das Ganze interessant. Viele würden gerne in den Wohnhäusern auf Hanix Nr. 49 INTERVIEW MIT MICHAEL LINK

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dem Buga-Gelände leben, da die Lage sehr zentral ist. In puncto Lebensqualität ist das Projekt auf dem richtigen Weg. Den Neckarbogen sollen in Zukunft noch mehr Leute besiedeln. Für die ist es wichtig, ob sie um den Europaplatz und den Bollwerksturm herum müssen, um zum Bahnhof zu gelangen, oder innerhalb von zwei Minuten über diese Brücke direkt ans Gleis oder die Bushaltestelle kommen. Die Brücke muss kommen. Wir setzen uns massiv dafür ein. Der Plan ist nicht, den Bau der Brücke zu streichen, sondern ihn zu verschieben, da die finanziellen Mittel gerade nicht vorhanden sind. Ich frage mich dabei, ob es unbedingt eine so teure Brücke – ein Kunstwerk – sein muss, oder ob nicht vielleicht eine schöne, einfache, geradlinige Eisenkonstruktion ausreicht? Die Brücke ist wichtig für alle, die dort wohnen werden und unverzichtbar für den Stadtteil. OB Mergel betont gebetsmühlenartig, dass die wichtigen Jahre bezogen auf Heilbronner Stadtentwicklung nach 2019 kommen, wenn die Buga Geschichte ist. Wie sieht Ihre persönliche Heilbronn-Vision aus. Wie sollte Heilbronn im Jahr 2027 sein? Der neue Stadtteil darf nach der Buga nicht sich selbst überlassen werden. Deshalb benötigt es Projekte für die Zeit danach. Ein Thema, das ich interessant finde, ist die »digitale Stadt«. Eine Stadt ist heutzutage attraktiv, wenn sie etwas bietet, was andere nicht haben. Zum Beispiel flächendeckendes W-LAN. Zunächst muss man überlegen, wie der Bedarf gedeckt werden kann. Dann käme die Planung, wie das Ganze finanziert werden könnte. Das Projekt Heilbronn als »digitale Stadt« ist extrem spannend, da wir in Baden-Württemberg noch keine vergleichbare Stadt haben, die so ein Konzept realisiert. Technikfreundlich war man hier immer. Technik, die den Menschen dient, müsste das Motto sein. Kann man die konservativeren Köpfe von solch einer Vision überzeugen, oder ist das eher schöne Utopie? Die konservativen Köpfe kriegt man, wenn sie bei ihrem Sicherheits-Gen gepackt werden. Sicherheit heißt in diesem Fall Standortsicherung und beinhaltet die Frage, wie der Standort einzigartig gehalten werden kann. Ein weiterer Punkt könnte die Medizintechnik und entsprechende Technologie sein. Also das Feld, das im WTZ gefördert wird. Dazu passt die »digitale Stadt« gut. Jede Stadt ist wie ein Organismus, sie wächst an Aufgaben und Herausforderungen. Würden Sie die These, dass Projekte wie das WTZ und der Bildungscampus nur erfolgreich werden, wenn die angesprochenen »weichen« Faktoren dazukommen, unterschreiben? Die Leute, die für diese Unternehmen arbeiten sollen, wollen ein inspirierendes Umfeld. Heilbronn kann wenig mit geografisch gegebenen Vorteilen locken, Seen und Alpen sind weit. Deshalb müssen wir an den weichen Faktoren arbeiten. Kultur wird dabei immer wichtiger. Wichtig ist auch, endlich nicht mehr zwischen Heilbronnern und Nicht-Heilbronnern zu unterscheiden. Heilbronner muss man werden können. Sie wollen allerdings nicht nur Heilbronn durch Ihr Wirken beeinflussen, sondern auch die Bundespolitik. Ende September stehen die Bundestagswahlen bevor. Als Mitglied der FDP wurden Sie erneut als Kandidat für die Bundestagswahl für den Wahlkreis Heilbronn gewählt. Wie sehen Sie die www.distelhaeuser.de

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»Man kann bei dieser Zahl nicht davon ausgehen, dass die Türken hier ein Problem und nicht integriert seien. Diese Wahl lässt keine endgültigen abschließenden Rückschlüsse auf die Integration zu.« Chancen, den Wahlkampf für sich und Ihre Partei erfolgreich zu gestalten? Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Wahl von Trump die Proteststimmung etwas reduziert hat. Viele erkennen jetzt, wohin eine Protestwahl führt. Aber immer noch wollen viele Wähler mit einer Protestwahl den klassischen Parteien etwas signalisieren. Hier muss angesetzt werden. Ich muss versuchen, die Leute im Einzelgespräch zu packen: »Deine Stimme zählt.« Das Signal, dass etwas nicht stimmt, haben SPD, CDU, Grüne und FDP verstanden. Deshalb haben sie ganz unterschiedliche Politikangebote. Eine Wahl ist mehr als Kreuzchen machen, es ist Auswahl zwischen verschiedenen politischen Konzepten. Je besser die Auswahl, desto weniger ausgeprägt ist die Proteststimmung. Ihr Wahlkampf-Slogan lautet »Erfrischend Anders«. Erfrischend anders ist der jüngste Wahlkampfspot von FDP- Parteichef Christian Lindner. Er zeigt das harte Politiker-Leben. Denn im Social-Media-Zeitalter müssen sich Politiker mit ganz anderen Phänomenen als den altbekannten herumschlagen. Mit Shitstorms und Wutbürgern. Werden Sie einen ähnlich gestrickten und ästhetischen Spot produzieren lassen? Der Stil des Spots gefällt mir gut. Er versucht aus der klassischen Parteiwerbung herauszukommen und ein bisschen über sich selbst zu erzählen. Aber auch zu zeigen, dass Politik ein ziemlich hartes Handwerk ist, bei dem man kein freies Wochenende hat und mit wenig Freizeit auskommen muss. Bei uns hier vor Ort wird es kleinere Clips geben, aber erst in der heißen Phase ab August. Bei der Wahlkreisversammlung Ende letzten Jahres äußerte Ihr Gegenkandidat, dass Sie als ehemaliger Staatsminister im Auswärtigen Amt viel zu dem beigetragen haben, was die FDP 2013 aus dem Bundestag warf. Wie geht man mit solch einem Vorwurf um? 2013 habe ich mich tatsächlich intensiv gefragt, was falsch gelaufen ist, was ich hätte besser machen müssen. Ich musste drei Büros zumachen und Angestellte entlassen. Die Kommunalwahl 2014 war für mich entscheidend, ob ich politisch weitermache oder nicht. Nachdem die Wahl damals in Heilbronn sehr gut lief, habe ich mich voll im Wiederaufbau der Freien Demokraten engagiert. Wir haben ein großartiges Team hier vor Ort. Wir haben selbstkritisch unsere Fehler aufgearbeitet. Wir klammern uns nicht mehr an Koalitionen, sondern stehen für die eigenen Themen. Wir verstecken nicht, was falsch lief, aber wir sagen auch selbstbewusst, was wir damals erreicht haben, so z. B. die Verhinderung der anlasslosen Vorratsdatenspeicherung. Wir haben Grundrechtseinschränkungen verhindert und den Rechtsstaat gestärkt. Leider hat sich die CDU allen Vorschlägen einer maßvollen Steuersenkung verweigert. Haben Politiker Angst, Schwäche zu zeigen, weil sie davon ausgehen, dass es ihnen negativ ausgelegt wird? Und: Ist das ein Irrglaube? Jeder geht mit seinen Stärken und Schwächen unterschiedlich um, da gibt es keine Pauschalisierung. Aber kein Politiker wirkt gerne unvorbereitet. Am besten versucht man so zu sein, wie man ist, auch mit seinen Stärken und Schwächen. Ich glaube daran, dass die repräsentative Demokratie besser funktioniert, wenn jeder Experte für einen bestimmten Bereich zuständig ist und arbeitsteilig gearbeitet wird. Wenn ich mich in einem Bereich nicht so gut auskenne, gebe ich lieber keine Stellungnahme, anstelle auf alles eine Antwort zu finden. Das ist mir persönlich besonders wichtig. Das Bild, das man gerne von sich nach außen tragen würde, kann man kaum beeinflussen. Denn man weiß nie, was die Medien über einen schreiben oder sagen. Man darf seine Sache einfach nicht zu glatt machen wollen. Bei der letzten Bundestagswahl konnte die Wahlbeteiligung etwas zulegen und lag bei 71,5 Prozent. Wie wird es in diesem Jahr sein? Die Gesellschaft scheint politisiert, aber auch gespalten wie lange nicht mehr ... Wenn alle Gesetzmäßigkeiten der Politikwissenschaft zutreffen, dann wird es eine höhere Wahlbeteiligung geben. Das würde bedeuten, dass kleinere Parteien umso mehr kämpfen müssten, die fünf Prozent der Stimmen zu erhalten. Als Direktor des Büros für Demokratische Institutionen und Menschenrechte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) haben Sie und Ihr Team die Wahlen in der Türkei beobachtet. Sie monierten mangelnde Kooperationsbereitschaft der türkischen Regierung, die Hanix Nr. 49 Oberster Wahlbeobachter der OSZE und Mitglied des Heilbronner Gemeinderates: Michael Link INTERVIEW MIT MICHAEL LINK

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keinerlei Willen zeige, Manipulationsvorwürfe nach dem Verfassungsreferendum zu klären. Wie es aber scheint, haben die Türken in der Türkei weniger Stimmen für den Erdogan- Plan abgegeben als deren Landsleute hier in Deutschland. Wie sehr ernüchtern Sie die »deutschen« Wahlergebnisse zum türkischen Referendum? Es waren 1,4 Millionen Türken in Deutschland wahlberechtigt. Davon haben 49 Prozent abgestimmt. Von diesen 49 Prozent haben 65 Prozent für Erdogan gestimmt. Die Zahl der Türken in Deutschland ist wesentlich höher. Man kann bei dieser Zahl nicht davon ausgehen, dass die Türken als solche hier ein Problem und nicht integriert seien. Diese Wahl lässt keine endgültigen Rückschlüsse auf die Integration zu. Bei der Wahl selbst konnten wir leider nicht beobachten, was in den Konsulaten passiert ist. Unser Mandat bezieht sich immer nur auf Beobachtung in dem Land selbst, nicht auf Wähler im Ausland. Ich hätte gerne Teams für die Beobachtung in den Konsulaten gehabt. Es gab erhebliche Beschwerden von türkischen Staatsbürgern, dass dort nicht richtig ausgezählt worden sei. Es würde sich sicher lohnen, so etwas zu untersuchen, aber wir waren nicht dort, weshalb ich mich jeder Bewertung enthalten muss. Für die Türkei selbst kann ich nur sagen: Langzeit- und Kurzzeitbeobachter waren da und das Ergebnis ist sehr eindeutig, den internationalen Regeln in vielen Bereichen widersprechend. Wir haben unseren Job als professionelle Beobachter gemacht. Dieser ist es, nicht einzugreifen und zu kommentieren, sondern ungefiltert zu berichten, was wir sehen. Ihr Beobachterteam ist auch in der Ukraine im Einsatz. Erst gestern (Anm. d. Red.: Das Interview fand am 24. April statt) ist ein amerikanisches Mitglied des OSZE-Teams bei Luhansk durch eine Landmine ums Leben gekommen. Eine deutsche Mitarbeiterin wurde verletzt. Wird die Mission aufgrund des Unfalls gestoppt oder geht es weiter? Das Mandat zur Beobachtung geht weiter. Die OSZE-Zentrale in Wien ist für diesen Einsatz zuständig. Wir können natürlich niemanden zwingen dort zu bleiben, haben jedoch als Vorgesetzte eine Fürsorgepflicht. Der dortige Missionsleiter muss entscheiden, ob er das vertreten kann oder nicht. Ich vermute, er wird in den nächsten Tagen einige Beobachter umgruppieren. Anders als die Beobachter der SMM sind wir auf Wahlbeobachtung spezialisiert. Die hat strikte Vorbedingungen. Solange es in der Ostukraine keinen Waffenstillstand gibt, der wirklich hält, solange gibt es dort auch keine Wahl, geschweige denn eine Beobachtung. Eine aussagekräftige Beobachtung beginnt mit einer ca. sechswöchigen Langzeitbeobachtung vor Ort, deshalb ist der Waffenstillstand unverzichtbar. Solange es daran fehlt, schicken wir definitiv niemanden dorthin, das Risiko wäre zu groß. Im Vergleich dazu ist die Heilbronner Welt doch schwer in Ordnung. Wo und wie erholen Sie sich nach strapaziösen Arbeitstagen in Krisengebieten, Ihrem Warschauer OSZE- Büro oder einem Ihrer Wahlkampfauftritte am besten? Es gibt einen wunderschönen kleinen See zwischen Talheim und Untergruppenbach. Das ist ein Ort, wo man total ungestört ist. Das ist klasse. Auftanken und das Private kommen in letzter Zeit leider viel zu kurz. Der Ausgleich besteht letzten Endes oft nur darin, zu versuchen, sich kleine Zeitinseln zu schaffen und sich durch Musik und Literatur eine Auszeit zu nehmen. ◆ 49 45

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Titelthema: [S. 48–61] ABENTEUER UM DIE ECKE »Es sind immer die Abenteurer, die große Dinge vollbringen.« Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu, französischer Staatstheoretiker und Schriftsteller (1689 – 1755) Artwork: Kathrin Leisterer Hanix Nr. 49 FREUNDE & NATUR → S. 48 Besuch im Porsche Museum → S. 50 URBANES PADDELN → S. 52 Weinprobe in der Schlosskellerei Affaltrach → S. 54 10 WEITERE ABENTEUER → S. 56 Abenteuer um die Ecke: Check! → S. 60

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Die Stadt bietet viel Zerstreuung und Ablenkungsmöglichkeiten.Doch so wirklich Mensch sind wir vor allem draußen in der Natur, an der frischen Luft. Die Region um Heilbronn bietet genügend Natur, für die es sich lohnt, die Stadt zu verlassen. Egal ob das Heilbronner Land, der Kraichgau, das Zabergäu oder der hohenlohische Raum: Rund um Heilbronn herum bietet sich ein Paradies für Naturliebhaber dar. Wir waren in den Löwensteiner Bergen in Maad, einem Beilsteiner Weiler. Am Ende kamen 33 Städter in die Pampa und ins Funkloch gefahren und haben es nicht bereut. Dabei hat alles – ganz digital – mit einer WhatsApp-Gruppe angefangen. Von Robert Mucha, Fotos: Meli Dikta Mit Freunden in die Natur Hanix Nr. 49 Donnerstag, 6. April: Wetteronline.de sagt für Sonntag, den 9. April zwölf Sonnenstunden und über 20 Grad voraus. Kurz entschlossen wird eine WhatsApp-Gruppe mit dem Gruppennamen »Ein Tag in der Natur« gegründet. Nebenbei: Der Gruppenname wurde später in »Volvoposse feiert« umbenannt. Potentiell interessierte Freunde aus dem Adressbuch werden hinzugefügt und los kanns gehen. Denn auch Ausflüge in die Natur lassen sich einwandfrei mit dem Smartphone organisieren! Der Text lautete: »Moin, ihr Lieben ... Ich schlage vor: Es gibt ein feines Plätzchen in Maad in den Löwensteiner Bergen, mit bisschen Spielplatz, Wald nicht weit, Fernblick übers Bottwartal bis zum Stuttgarter Fernsehturm, Grill, Bank, Tisch, Funkloch, Wiese und Feld ... Hier könnten wir den Tag zusammen verbringen, Grillen, Trinken, entspannt sein … Die halbe Stunde Fahrt lohnt sich. Frage: Wer wäre dabei? Grillzeug, Salate, Getränke, etc. jeder selbst und in Absprache ... Und jetzt ihr!« TITELTHEMA: ABENTEUER UM DIE ECKE

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Hanix Nr. 49 Zur großen Überraschung kamen 33 Leute und drei Hunde dem Aufruf nach. Natur hat eben ihren Reiz. Natur in Gemeinschaft noch viel mehr. Nachdem im Gruppenchat ausgeheckt wurde, wer welchen Salat und welche Getränke beisteuert, war die Vorfreude groß. Ein Tag Stadtflucht bei bestem Wetter. Mit Freunden und Freunden von Freunden. Gegen 11 Uhr wurde der Platz auf einer Art Hochplateau geentert und nach und nach kamen alle 33 eingetrudelt. Salate wurden auf dem festverankerten Holztisch drapiert, Getränke fachmännisch unter Zugabe von Crushed-Ice in zwei Plastikschüsseln kühl gehalten sowie Schattenspender (Sonnenschirme und Strandmuscheln) aufgestellt. Ganz von alleine findet sich fast immer jemand, der sich um die Grillstelle und das Zustandebringen einer ordentlichen Glut kümmert. Die Kinder nutzten Schaukel, Wippe, Rutsche, einfache Fußballtore und die Umgebung, um Spaß zu haben. Keines hat nach einem Smartphone gefragt! Na gut: Eins. Aber die Kleinsten waren so mit Klettern, Spielen, Rennen und Ballspielen beschäftigt, dass sie digitales Gerät völlig vergessen hatten. Herrlich. Und die Erwachsenen? Die ließen es sich bei einem Glas Wein in Hängematten, Campingstühlen, auf der Holzbank oder auf der Picknickdecke gutgehen. Die Kinder immer im Blick. So entspannt lässt es sich im Heilbronner Pfühlpark nicht Eltern sein! Jeder genoss sichtlich die Ruhe. Zu hören war keine Autobahn, keine Alarmanlage, kein Gemotze. Nur natürlicher Sound war zu hören: Wind, Vögel, Rinder, Kinderlachen … Und so verwunderte es kaum, dass niemand so recht gehen mochte, solange es noch hell war. Erst gegen 21:30 Uhr beendeten wir unsere städtische Auszeit. Einige bereuten, kein Zelt mitgebracht zu haben. Die Kinder schliefen so gut wie schon lange nicht mehr. Die Erwachsenen übrigens auch. Fazit: Ein Tag in der wunderschönen Natur unserer Region kann den persönlichen Akku wieder aufladen. Kaum 30 Minuten Autofahrt sind nötig, um ein naturbelassenes, ruhiges Plätzchen zu finden. Der Aufwand wird belohnt mit Ruhe, Fernblick, Grün so weit das Auge reicht und einem zufriedenen Schlaf. ◆ SCHWIERIGKEITSGRAD: einfach DAUER: Mehrere Stunden ORT: Beilstein-Maad AUSRÜSTUNG: Grillgut, Schattenspender, Campingmobiliar, Picknickdecken, Sonnencreme KOSTEN: Einkauf für Grillen je nach Bedarf TIPP: Wer keinen geeigneten Platz kennt, kann per Google Earth auf Entdeckungstour gehen und nach geeigneten Orten fahnden. FREUNDE & NATUR

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Ein Besuch des Museums von Deutschlands Sportwagenhersteller Nummer eins ist vor allem eines: beeindruckend. In Stuttgart-Zuffenhausen besichtigten wir die heiligen Ausstellungshallen und staunten über Architektur, Historie, faszinierende Technik und wunderschöne Traumwagen. Von Friedemann Orths, Fotos: Memo Filiz Porsche Museum Stuttgart-Zuffenhausen Schon aus einigen Metern Entfernung ragt uns auf dem Porscheplatz vor dem Museum in Zuffenhausen eine gigantische Skulptur entgegen, die keine Zweifel mehr daran aufkommen lässt, dass wir unser Ziel erreicht haben: Drei Porsche der legendären 911er-Reihe thronen dort auf drei obeliskenartigen Pfeilern und huldigen dem deutschen Sportwagenhersteller. Das imposante Kunstwerk des Briten Gerry Judah dient der Begrüßung der Gäste und macht Besuchern, Passanten und Mitarbeitern deutlich: Hier wird nicht gekleckert, sonder geklotzt! Denn wie man es von einem Sportwagenhersteller, der seit jeher edles Design und technische Perfektion verbindet, erwartet, klotzt auch das Museumsgebäude selbst. Ganz wie bei einem Porsche üblich, verbindet das im Januar 2009 fertiggestellte Gesamtkunstwerk des Wiener Architekturbüros Delugan Meissl Form und Inhalt auf eine ganz besondere Art und Weise. Wie ein riesiger Keil scheint das Museum auf seinen unsichtbar wirkenden Stützen zu schweben; eine Symphonie aus spiegelnden Oberflächen und stumpfen Winkeln, die trotz der kräftigen, wuchtigen Form Eleganz und eine Art »Flow« ausstrahlt – ein Statement, passend für einen Autohersteller, der unzählige Design-Klassiker auf die Straßen der Welt und Menschen von Welt zum nächsten Meeting, zur nächsten Soiree oder zum Entspannen ins Spa bringt. Das Zusammenspiel von Kraft und Eleganz setzt sich auch im Inneren des Museums fort, hier dominieren eine klare Linienführung und eine fast klinisch wirkende Reinheit. Der oder die Ausstellungsraum/-räume – so genau ist das aufgrund der fließenden Architektur gar nicht festzustellen – wirkt wie ein einziges großes Atrium über drei Etagen verteilt. Hochglanz ist hier nicht nur für den Lack der Luxuskarossen ein absolutes Muss, selbst die Rolltreppenaufgänge, Podeste oder Tresen wirken wie aus einem Guss: glänzend und glatt. Dabei dient die klare Linienführung innerhalb des sogenannten »Fliegers«, dem »schwebenden« Block, in dem sich die Ausstellung befindet, nur einem Zweck: dem Auto. Und dem wird hier auf rund 5600 Quadratmetern Ausstellungsfläche gehuldigt. Und wie. Jederzeit kann man etwa 80 Porsche und 200 kleinere Exponate bestaunen, das Konzept des »rollenden Museums« sorgt dafür, dass die Kunstwerke auf Rädern und sogar der Aufbau der Ausstellung regelmäßig wechseln. Hierfür kann das Porsche Museum aus mehr als 400 Museumsfahrzeugen wählen, die in der museumseigenen Werkstatt restauriert und repariert werden. Neben Klassikern aus dem Rennsport, Konzeptwagen und Serienmodellen kann man so manches Unikat oder so manche Spezialanfertigung bestaunen. Darunter beispielsweise die legendäre »Sau« aus dem Jahre 1971 in Schweinchenrosa, ein 917/20 Hanix Nr. 49 50 TITELTHEMA: ABENTEUER UM DIE ECKE

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Coupé, das die Vorteile von Kurz- und Langheck des 917 verbinden sollte und seinen Namen der daraus resultierenden breiten Form verdankt. Da der Spitzname so viel Anklang fand, entschloss man sich, dem Wagen gleich eine komplette Schweine-Lackierung (inklusive Metzger-Beschriftung) zu verpassen. Auch ein waschechter Polizei-Carrera, den vermutlich jedes Kind als Modellauto besitzt und der dem Land Baden-Württemberg zum Bau des einmillionsten Sportwagens 1996 von Porsche geschenkt wurde, kann hier in seiner vollen Pracht betrachtet werden. Neben gewonnener Trophäen, einem Modell, das für den chinesischen Markt gedacht war und absolut nicht an einen Porsche erinnert, oder dem Amphibienfahrzeug »Jagdwagen«, mit dem Porsche seine Visitenkarte bei der Bundeswehr abgab, kann man sich an verschiedenen Monitoren Filme oder einzelne Modelle ansehen und so weiterführende Informationen erhalten. Doch auch andere Sinne werden im Porsche-Museum angesprochen. Das Umdrehen des Panamera GTS-Zündschlüssels, inklusive Sound des startenden Motors, kann man ebenso erleben wie das Durchdrücken des Gaspedals eines 911 GT3 RS. Ein Sequenzer, mit dem man Musik aus den rhythmischen Klängen verschiedener Porsche-Modelle (beispielsweise Warnblinker, Anruf-Knopf oder Mittelarmlehne eines 918 Spyder) mixen kann, lässt die Besucher zum DJ bzw. Live-Producer werden. Fazit: Das Porsche Museum ist eine Ode an Porsche, wie sie nur der Stuttgarter Automobilhersteller selbst präsentieren könnte. Gigantisch, massiv, protzig; fließend, klar, fein – wie ein echter Porsche. Die Mischung aus Historie, Markenkult und Technik ist für jeden Autofan einen Besuch wert. ◆ SCHWIERIGKEITSGRAD: einfach DAUER: 2–4 h ORT: Porsche Museum Porscheplatz 1 70435 Stuttgart AUSRÜSTUNG: KOSTEN: Erwachsene 8 €, ermäßigt 4 €. Kinder unter 14 Jahren kostenlos. TIPP: Montags hat das Museum geschlossen. Weitere Infos: www.porsche.de/museum

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Seit Sommer 2016 gibt es urbanes Paddeln ab dem Götzenturm in Heilbronn. Interessierte erkunden die Stadt vom Neckar aus! Zwischen Götzenturmbrücke und Hochwasser-Sperrtor dürfen urbane Paddler den alten Neckar sogar auf eigene Faust erkunden. Geführte Touren sind natürlich auch im Angebot. Von Judith Budai, Foto: Nico Kurth Urbanes Paddeln in Heilbronn Als wir uns an der Bootsanlegestelle beim Götzenturm einfinden, sind Inés und Eduard Forat schon fleißig dabei, unsere Kanus für den heutigen Ausflug vorzubereiten. Beide sind seit Mai 2014 Geschäftsführer von 100% Kanu+Bike sowie Gründer der Stadt-Land-Fluss Events GmbH. Inés ist gebürtige Heilbronnerin und hat in Frankfurt Betriebswirtschaftslehre studiert. Durch den Bereich Marketing kam sie mit den Themen Freizeit und Erholungsurlaub in Berührung und lernte dabei das Team von 100% Kanu+Bike kennen. Als deren Gründer Thomas Dierolf verstarb, übernahmen Inés und ihr Mann Eduard die Geschäftsleitung und pachteten die Bootsanlegestelle direkt am Heilbronner Götzenturm. Nun bieten sie neben Kanu- sowie Kajak-Touren auf dem Neckar, Jagst und Kocher, ebenso Gruppenund Firmen-Events wie zum Beispiel Floßbau, Team-Trainings und Spaß-Veranstaltungen wie »Kanu-Rallyes« und eine »Jagd auf Badeenten«, an. Nach einer herzlichen Begrüßung wird uns ausführlich das bereitstehende Equipment gezeigt. Dazu gehört natürlich das Kanu, spezifisch ein Canadier, des Weiteren die Paddel sowie Gepäcktonnen zur Aufbewahrung von kleineren Sachen innerhalb des Bootes, eine Flusskarte zur Orientierung sowie Schwimmwesten. Für Rücksäcke und anderes Gepäck, welches während der Fahrt nicht benötigt wird, steht vor Ort eine abschließbare Kiste zur Aufbewahrung bereit. Bei einer kurzen Einweisung erklärt uns Inés, auf was es beim Kanufahren ankommt: Dazu gehört das ordnungsgemäße Anlegen der Schwimmweste, wie man das Paddel richtig hält und im Kanu sitzt, wie das Ein- und Aussteigen funktioniert – ohne dass man gleich zu Beginn ins Wasser fällt – und was es bei starkem Wellengang oder vorbeifahrenden Booten zu beachten gilt. Damit Fluss und Umgebung sauber bleiben, gibt es zusätzlich noch ein paar Hinweise zum Naturschutz. Dann wird uns, anhand einer Flusskarte, die Strecke unserer heutigen Paddeltour gezeigt. Nachdem wir die Boote ins Wasser gesetzt haben, geht es auch schon los. Das Schwierigste beim Kanufahren ist das Ein- und Aussteigen. Um unnötiges Schwanken zu vermeiden, ist es wichtig, den ersten Fuß möglichst mittig ins Boot zu setzen, dann folgt der andere. Das Paddel dient dabei als Haltestange und wird quer zur Sitzbank platziert. Trotz allem Respekt vorm kalten Wasser schaffen wir es trockenen Fußes auf das Boot. Sitzt man erst einmal möglichst mittig drin, muss man seinen Körper entspannen und ruhig bleiben, um die Schwankungen auszugleichen. Gerade dieser Aspekt macht das Kanufahren so besonders. Denn es kommt darauf an, ein Gefühl für das Boot sowie dessen Verhalten auf dem Wasser zu entwickeln. Die Beine sollten ausgestreckt und entlang der Bootsseiten platziert werden. Auf diese Weise lässt sich das Kanu durch Hüft- und Beinbewegungen am Besten steuern. Für das Lenken ist hauptsächlich die Person zuständig, die ganz hinten im Boot sitzt. Daher sollte es sich, wenn möglich, um einen erfahrenen Paddler oder jemanden, der sich das Steuern des Kanus zutraut, handeln. Für einen bestmöglichen Auftrieb im Wasser hält man das Paddel mit der einen Hand möglichst weit oben am Griff, die andere platziert man am unteren Ende und in Nähe des Paddelblattes. Dabei hält man den Rücken möglichst gerade. Damit das Kanu nicht kippt, sollte man außerdem vermeiden, während der Fahrt aufzustehen. Unsichere können sich zunächst bei einer kleinen Proberunde in Nähe der Bootsanlegestelle mit dem Kanu vertraut machen. So erleben wir bei einer kleinen Fahrt auf dem Neckar Heilbronn und Umgebung aus der Entenperspektive. Gleichzeitig kommen wir zur Ruhe, genießen das schöne Wetter und stellen fest, dass dieses Erlebnis sich auch prima für Familien mit Kindern eignet. Das Gleiche haben sich auch Inés und Eduard gedacht und bieten daher bereits für Dreijährige ein Schnupper-Paddeln an. Ab einem Alter von fünf Jahren sind Zwei- bis Drei-Stunden-Touren erlaubt und Kinder ab zwölf Jahren können bereits an den Tagestouren teilnehmen. Das Equipment sowie die Einweisung erfolgt gruppenspezifisch und ist auf das jeweilige Alter der Teilnehmer zugeschnitten. TITELTHEMA: ABENTEUER UM DIE ECKE Hanix Nr. 49

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Für Paddler, die insbesondere Heilbronn und Umgebung vom Wasser aus erleben möchten, bietet das Gründerpaar drei Kanu-Touren unter dem Titel »Urbanes Paddeln in Heilbronn« an. Es gibt die »Kanufahrt für Genießer und Entdecker«, welche zwischen der Götzenturmbrücke und dem Hochwasser-Sperrtor verläuft, dann eine »Geführte Kanu-Rund-Tour für sportlich Aktive« von der Götzenturmbrücke bis zur Neckar-Mündung und weiter Richtung Salzhafen, sowie eine »Kanu-Stadtrundfahrt für Natur- und Kulturinteressierte« von der Götzenturmbrücke bis zum Salzhafen und zurück. So erleben nicht nur Besucher und Stadt-Neulinge, sondern auch langjährige Anwohner, die Heilbronn bereits in- und auswendig kennen, unsere Stadt aus einem völlig neuen Blickwinkel. Als wir wieder festen Boden unter den Füßen haben, erfahren wir von dem Gründerpaar, dass sie zusätzlich noch zwei Tipi-Dörfer mit einer Burger-Bar in Neckargerach leiten. Unter der Marke »NeckarTours Abenteuer-Camping«, erstreckt sich das dortige Angebot von Übernachtungen im Tipi bishin zu Kursen für intuitives Bogenschießen, Wanderungen durch die Neckar-Schlucht, Beach-Volleyball und natürlich Kanufahren. Buchungen sind jedes Jahr ab Mai möglich. Das Schießen mit dem Bogen ist für Einsteiger wie auch Fortgeschrittene geeignet und wird ebenso mobil, als sportliches Event für Gruppen und Firmen, angeboten. Fazit: Eine Tour mit dem Kanu ist für Jung wie auch Alt geeignet. Um die Schwankungen auf dem Wasser auszugleichen, benötigt man ein gutes Körpergefühl. Hat man den Dreh aber erstmal 2017 raus, bietet diese Freizeitaktivität eine ideale Mischung aus Ruhe und Spaß. Bereits nach wenigen Minuten auf dem Wasser erhöht sich das Bewusstsein für die eigene Umgebung und macht einen mit Leichtigkeit auf die besonders schönen Seiten Heilbronns aufmerksam. ◆ SCHWIERIGKEITSGRAD: Mittel bis schwer DAUER: 30 Minuten bis 2 Stunden ORT: Ausgangspunkt für alle Kanu-Touren unter dem Titel »Urbanes Paddeln in Heilbronn« ist die Bootsanlegestelle am Götzenturm. AUSRÜSTUNG: Kleidung, die notfalls nass werden kann. KOSTEN: 5 bis 39,50 Euro pro Person Weitere Touren und Preise: www.kanu-bike.de TIPP: Nichts für Menschen, die schnell seekrank werden. catch me if you can M Die Analphabetin, die rechnen konnte M Ziemlich beste Freunde M Götz von Berlichingen M in 80 Tagen um die Welt M Pettersson, Findus und der hahn M Goethes sämt liche Werke… leicht gekürzt M Backbeat – Die Beatles in hamburg M Hurengespräche M Gregor meyle BURGFESTSPIELE Tickets: 07943/912345 www.burgfestspiele-jagsthausen.de machen TheaTer ...jedes Jahr im Sommer

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Eine Betriebsführung mit anschließender Weinprobe im besten Weingut im Weinbaugebiet Württemberg gefällig? Sehr gerne! In der Schlosskellerei Affaltrach führt Geschäftsführerin TANJA BAUMANN charmant und kompetent übers Gelände und erzählt dabei allerlei Interessantes zum Familienbetrieb und natürlich rund ums Thema Wein. Von Judith Budai, Foto: Ulla Kühnle Weinprobe in der Schlosskellerei Affaltrach Bei unserer Ankunft im Verkaufsraum der Schlosskellerei Affaltrach werden wir herzlich von Tanja Baumann empfangen. Die junge Geschäftsführerin absolvierte nach ihrer Ausbildung zur Bankkaufrau bei der Kreissparkasse Heilbronn ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Dresden sowie im Anschluss einen Sommelière-Lehrgang in Koblenz. Zusammen mit ihrem Vater Dipl.-Kfm. Thomas Baumann, der 1984 in die Firma eintrat und noch bis heute für das Unternehmen verantwortlich ist, sowie ihrem Bruder Marc Baumann, der seinen Master of Arts an der Hochschule in Pforzheim absolvierte, übernahm sie im Sommer 2015 die Geschäftsleitung. Im Jahr 1928 von Willy Baumann und seiner Frau Elisabeth gegründet, befand sich die Schlosskellerei stets in Familienbesitz. Heute werden hier, neben 15.000 Eigenmarken (darunter Marken für viele luxuriöse Unterkünfte, wie das Hotel Traube Tonbach, Schloss Bensbach und Hotel Bareiss), zahlreiche Kreationen des Hauses sowie eine Auswahl von 30 verschiedenen Sekten, produziert. Mit je einem Glas Impuls Muskateller werden wir von Tanja durch den großzügigen Verkaufsraum »meeting life« geführt. Da dieser Raum durch Weinproben regelmäßig zu einem kleinen Zentrum des sozialen Austausches wird, ist er, nach dem Zitat »All real living is meeting«, zu deutsch »Alles wahre Leben ist Begegnung«, von Martin Mordechai Buber, einem österreichisch-israelischen Religionsphilosophen, benannt. Im Anschluss leitet uns die Geschäftsführerin durch das sechs Hektar große Betriebsgelände. Hier arbeiten insgesamt 65 Mitarbeiter sowie Saisonkräfte. Die Schlosskellerei wird von mehreren Winzern beliefert und verfügt über insgesamt mehr als 400 Hektar eigenem Weinanbaugebiet. Die erste Station unserer heutigen Führung ist die neue Halle. In dieser befinden sich 21 Edelstahltanks mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 12 Millionen Litern. Gleich neben dem Eingang entdecken wir eine kleine Besonderheit: ein Natursteinfass aus Granit. Durch Tanja erfahren wir, dass es aus einem Stein gemeißelt wurde und durch seine großen Poren eine besondere Mineralität an den Wein abgibt. Als nächstes besichtigen wir den Holzfasskeller, welcher durch eine Temperatur von durchschnittlich 10 Grad optimale Bedingungen für den Gärungsprozess bietet. Hier stehen 50 Fässer aus portugiesischer und französischer Eiche, die zum Teil 20 Jahre alt sind. Pro Fass können 3.000 bis 30.000 Liter Wein gelagert werden. In einem anderen Raum befinden sich viele kleine Tanks, mit deren Inhalt zahlreiche neue Kreationen so zum Beispiel das Vergären von Wein mit Bierhefe ausprobiert werden. Weiter geht es zum Transvasierungs-Gebäude. Der Begriff »transvasieren« stammt vom französischen Wort »transvaser« ab und bedeutet »umfüllen«. Dabei wird die zweite Gärung sowie auch die Lagerung auf der Hefe noch in der Flasche durchgeführt. Deren Inhalt wird nach einer gewissen Zeit in Großbehälter umgefüllt, in denen durch Filter die Enthefung stattfindet. Dann erfolgt die Zugabe der Versand-Dosage, eine spezielle Süßreserve, die einem Schaumwein vor der endgültigen Verkorkung zugesetzt wird, und anschließend die Abfüllung in Flaschen sowie die Verkorkung. Im Anschluss führt uns Tanja in das hauseigene Weinlabor. In diesem werden die Richtwerte wie zum Beispiel Restzucker und Säure analysiert. Eine Treppe weiter unten befinden wir uns in der Anlage zur Abfüllung und Verpackung. Täglich gehen hier circa 60.000 Flaschen über das Band. Auch Mehrweg-Flaschen sowie Kohlenstoffdioxid, welches bei der Gärung von Traubensaft zu Wein entsteht, werden hier aufbereitet und im Anschluss neu abgefüllt. Danach gelangen wir zur Sektlagerung, die sich neben einer Anlage zur Etikettierung von Eigenmarken befindet. Von dort aus geht es zur Lagerhalle, in der ganze 1,7 Millionen Flaschen auf ihren Abtransport warten. Nach der Führung kehren wir für eine Weinprobe in den Verkaufsraum zurück. Neben acht verschieden Weinen wird uns ebenso eine Platte mit appetitlichem Aufschnitt und verschiedenen Brotsorten serviert. Dabei erklärt uns Tanja, auf was es beim richtigen Weingenuss ankommt: Zunächst hält man das Glas leicht schräg, um die Farbe besser betrachten zu können. TITELTHEMA: ABENTEUER UM DIE ECKE Hanix Nr. 49

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Dann nimmt man, mit der Nase am Glas, sorgfältig den Geruch des Weines auf. Allein dabei lassen sich über 300 verschiedene Aromastoffe feststellen, die sich in drei Gruppen unterteilen: Typ der Rebsorte, sekundäre Aromastoffe und tertiäre Aromen, die vom Holz des Fasses stammen, in dem der Wein gelagert wurde. Beim Trinken ist es vor allem wichtig, den Wein im ganzen Mundraum zu verteilen. Je nach Sorte lassen sich so Aromen wie süß, sauer, salzig und bitter feststellen. Wurde das richtige Gericht zum Wein gewählt, stellt sich außerdem ein harmonisches und kribbelndes Geschmackserlebnis ein. Daher werden uns, passend zu den letzten beiden Rotweinen, drei verschiedene Sorten Schokolade von der Hallinger Genuss Manufaktur GmbH gereicht. Zum Abschluss gibt es noch eine Kostprobe eines besonderen Sektcocktails mit je einer Kugel Mango- und Himbeersorbet. Der Sekt »ICE« entstammt der jungen Verkaufslinie des Unternehmens und ist ein Mix aus Riesling und Kerner. Während wir uns diese Leckerei auf der Zunge zergehen lassen, neigt sich die Weinprobe dem Ende zu. Nachdem wir viel Wissenswertes über die Herstellungsmethoden der Schlosskellerei erfahren und unseren Geschmacksnerven mit exquisiten Weinen und leckerem Essen geschmeichelt haben, verabschieden wir uns von Tanja Baumann und machen uns auf dem Heimweg. Fazit: Bei unserem Aufenthalt haben wir die harmonische Familientradition der Baumanns, die sich in ihren Weinen und Sekten widerspiegelt, kennengelernt. Eine Probe mit passendem Essen und gastfreundlicher Atmosphäre wird so zu einem besonderen Erlebnis. Allen, die ein seit Generationen geführtes Familienunternehmen und die zahlreichen Geschmacksfacetten von Wein und Sekt näher kennenlernen möchten, empfehlen wir daher einen Besuch in der Schlosskellerei Affaltrach. ◆ SCHWIERIGKEITSGRAD: Leicht DAUER: Je nach Wein- oder Sektprobe 2,5 bis 3,5 Stunden. ORT: Schloss Affaltrach »meeting life«, Willsbacher Straße 7, 74182 Obersulm-Affaltrach AUSRÜSTUNG: Es wird keine Ausrüstung benötigt. KOSTEN: 25 - 30 Euro pro Person TIPP: Weitere Infos: www.schlossaffaltrach.de und www.weingut-dr-baumann.de Das Streetfood-Festival der Schlosskellerei Affaltrach findet vom 17. bis 19. Juni 2017 statt. Klimatechnik www.prosermo.de UMWELTBEWUSST GUT klimatisiert in den Sommer Die KLIMA-SPEZIALISTEN von prosermo in Abstatt! Mit den modernen Split-Geräten von DAIKIN und MITSUBISHI ELECTRIC, die aus einem räumlich getrennten Innen- und Außengerät bestehen, sorgen wir von prosermo für ein angenehmes Wohlfühl-Klima ohne störende Geräuschkulisse. Kompakt gebaut erlauben diese Geräte auch eine unauffällige Platzierung bei effizienter Leistung. Je nach Auslegung kann dabei ein Außengerät auch mehrere Innengeräte versorgen. Unsere Systeme arbeiten dabei völlig zugfrei, sind durch die komfortable Timer-Funktion leicht zu bedienen und außerdem mit modernsten Filtersystemen ausgestattet, die einströmende Luft effektiv von Staub und Pollen befreien. Eine gute Beratung und eine professionelle Installation beim Kauf einer Klimaanlage sind unerlässlich, sprechen Sie gleich mit uns. Wir sind die Spezialisten für Ihr individuelles Wohlfühlklima und finden auch für Sie eine funktionierende Klimalösung. Kommen Sie vorbei, wir freuen uns auf Sie! Damit Sie sich wohlfühlen! Im Deboldsacker 13 · 74232 Abstatt · info@prosermo.de prosermo: Ihr Spezialist in Sachen Klimatechnik! Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne. 07062 269 754 0

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Frei nach Grillkurs beim Grillgott Obersulm Löwensteiner Straße 60 74182 Obersulm-Willsbach www.grillgott.com Cube Escape – das Freizeiterlebnis der besonderen Art Allee 29 74072 Heilbronn www.cube-escape.de Von Judith Budai, Friedemann Orths, Lea Pomocnik & Maria Sanders Fotos: PR, Meli Dikta, Nico Kurth & Memo Filiz Was an einem schönen Sommerabend mit Freunden neben einem Glas guten Weins nicht fehlen darf, ist das perfekt gegrillte Steak. Beim Grillgott kann das nötige Handwerk dazu gelernt werden. In verschiedenen Kursen können zusammen mit Grillexperten Erfahrungen gesammelt werden und Spaß macht es sowieso. Bei einem Willkommens-Aperitif startet die Runde in einer lockeren Atmosphäre. Neben verschiedenen Zubereitungs- und Schneidetechniken erfahren Teilnehmer etwas über Herkunft und Qualität des Fleisches sowie über den Umgang mit dem Sous-Vide (Wasserbad). Gearbeitet wird mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. Um die gegrillten Gerichte auch zu Hause zubereiten zu können, gibt es eine Rezeptmappe mit den Rezepten des Grillkurses zum Mitnehmen. Beim Vater/Mutter-Tochter-Grillkurs können auch die Kleinen vom Profi lernen. Unter Leitung von Ralf Jakumeit grillen Eltern und Kinder zusammen. Es wird darauf geachtet, dass die Gerichte leicht zu Hause nachgegrillt werden können. Bei den verschiedenen Schwerpunkten der Kurse ist für jeden etwas dabei. Ein Raum, ein Weg, ein Ziel – und 60 Minuten Zeit. Das Ziel: Im Team aus einem geschlossenen Raum entkommen! Hinweise kombinieren, Rätsel lösen und Zusammenhänge erkennen. Das ist der Weg den Schlüssel zu finden, um zu fliehen. Bei diesem kreativen und logischen Teamspiel ist Geschick gefragt. Teilnehmer haben die Wahl zwischen zwei verschiedenen Themenräumen, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben. Bevor es losgeht, gibt es eine 15-minütige Einführung, bei der alles erklärt wird. Die Action beginnt dann in einem fast komplett dunklen Raum. Im Themenraum »Die Vernissage« besteht die Aufgabe darin, ein wertvolles Gemälde aus einer Ausstellung zu stehlen. Der »Raum der Wünsche« ist voller Zauberei und Hexerei. Hier müssen verschiedene Gegenstände gefunden werden, um aus dem Raum entkommen zu können. Empfohlen wird, mit dem Raum »Vernissage« zu beginnen. Über Kameras werden die Teilnehmer überwacht und erhalten Tipps, die digital mitgeteilt werden. Die Teams bestehen aus zwei bis fünf Personen. Bei Gruppen ab sechs Personen wird geteilt und im Wettstreit gegeneinander angetreten. Ab sechs Personen wird zudem eine telefonische Buchung empfohlen. Hanix Nr. 49 56 TITELTHEMA: ABENTEUER UM DIE ECKE

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Hanix Nr. 49 Heilbronn einmal anders sehen Information und Buchung: Touristik-Information Heilbronn Kaiserstraße 17 74072 Heilbronn www.heilbronn-touristik.de Die Fußgängerzone der Innenstadt Heilbronns ist den meisten bekannt. Doch es gibt viel mehr zu sehen, als die Architektur des Marrahauses und die Kilianskirche. Bei einer Auswahl an öffentlichen Stadtführungen kann Heilbronn aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet werden. Die »Führung zur Marktzeit« sowie die Cityführung »Viertel nach Sechs« findet wöchentlich statt. Wer schon jeden Winkel und jede Gasse der Innenstadt kennt, kann an einer der vielen Themen- und Erlebnisführungen teilnehmen und Unbekanntes entdecken. Das ganze Jahr über stehen verschiedene Themen, die Heilbronn betreffen, auf dem Programm. Egal ob die Besichtigung der Weinvilla, des alten Friedhofes oder der Bahnhofsvorstadt, die Stadtführer sind bei jeder Tour mit viel Wissen und interessanten Geschichten ausgestattet. Nicht nur Erwachsenen, sondern auch Kindern und Jugendlichen wird bei den Familienführungen die Historie der Stadt Heilbronn näher gebracht. Für die Führungen kann man sich in der Tourist-Information in Rathausnähe oder im Internet anmelden. Ebenfalls möglich sind Stadtführungen auf Anfrage. Kleiner Tipp: Etwas mehr Zeit einplanen als angegeben. PLUS 10 Abflug ins Abenteuer Pilot Siggi Graf Heinrieter Straße 8 74074 Heilbronn Telefon: 0172 9107300 www.neckarrundflug.de Wieso nicht die Perspektive wechseln? Über den Wolken Heilbronns lassen sich die Stadt und ihre Region neu kennenlernen. Zusammen mit dem Piloten Siggi Graf und seinem grünen Doppeldecker Kiebitz BJ 2009 geht es hoch in den regionalen Luftraum. Der Neckar-Rundflug beginnt auf dem Flugplatz Baumerlenbach in Langenbrettach, geht über Neuenstadt, entlang des Kochers nach Neckarsulm, Bad Wimpfen, über die Böllinger Höfe bis nach Heilbronn und Lauffen, hinweg über die Löwensteiner Berge und den Breitenauer See. Aber auch individuelle Flugtouren sind möglich. Typisch für einen Doppeldecker ist, dass der Pilot hinten sitzt und der Fluggast vorne. Damit fühlt es sich für den Fluggast an, als würde er die Maschine selbst steuern. Wer zu zweit fliegen will, kann einen weiteren Doppeldecker hinzubuchen, sodass zwei Flieger gleichzeitig in der Luft unterwegs sind. Ab 230 Euro die Stunde und pro Person kann die Stadt und das wunderschöne Ländle von oben genossen werden. Falls gewünscht, wird ein Transfer von Heilbronn nach Baumerlenbach gegen Aufpreis ermöglicht. Gruppenpreise für bis zu vier Personen werden auf Anfrage erstellt. Das fliegende Cabrio hebt im Frühjahr, Sommer und Herbst bei guter Wetterlage ab. Das Besondere: Rundflüge sind auch früh morgens oder abends möglich. Und noch einen Tipp direkt vom Piloten: »Sportliche Kleidung genügt. Lehnen Sie sich zurück und freuen Sie sich auf ein unvergessliches Abenteuer.« Schnitzeljagd im Stadtwald Heilbronner Stadtwald Jägerhaus 1, Heilbronn Entfernung vom Heilbronner Marktplatz: ca. 4,0 Kilometer www.heilbronn.de Wem einfache Spaziergänge und Wanderungen zu langweilig sind, kann diese durch eine Schnitzeljagd mit seinen Freunden oder der Familie aufpeppen. So bietet der Heilbronner Stadtwald, welcher sich vom Wartberg im Norden bis zum Schweinsberg im Süden erstreckt, durch seine Größe von 1100 Hektar ideale Bedingungen für das Geländespiel. Für eine klassische Schnitzeljagd werden zwei Gruppen, die »Sucher« und die »Verstecker«, gebildet. Die Verstecker-Gruppe fängt an und markiert für die Sucher mittels Papierschnipseln, Sägemehl oder vorher vereinbarten Zeichen wie beschrifteten Zetteln, eingeritzten Pfeilen, Kreidepfeilen, angeordneten Steinen oder Stöcken einen Weg durch den Wald. Dabei können Irrwege gelegt werden, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen. Nach 15 Minuten beginnen die Sucher den Hinweisen zu folgen. Die Schnitzeljagd ist beendet, wenn eine Gruppe die andere eingeholt oder gefunden hat. Übrigens: Das moderne Pendant dazu ist eine GPS- Schatzsuche. Dafür wird vorab mittels PC eine Karte mit Koordinaten erstellt. Diese dienen der suchenden Gruppe als Wegweiser zum Zielort und sie müssen, zum Beispiel mit Hilfe von Google-Maps, in der Realität gefunden werden. Dazu werden die vorher am PC erstellten Koordinaten mit den aktuellen Smartphone-Koordinaten der Suchergruppe verglichen. Tipp: Für Schnitzeljagd und Co. eignen sich festes Schuhwerk sowie Kleidung, welche genügend Bewegungsfreiheit bietet.

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Sterne, von Sagen und Mythen umwoben Robert-Mayer-Sternwarte Bismarckstraße 10, 74072 Heilbronn www.sternwarte.org Schon im Altertum waren die Menschen fasziniert von den Tausenden funkelnden Lichtpünktchen am Nachthimmel, die wir Sterne nennen. Damals erkannten die ersten Naturforscher die Unterschiede zwischen den verschiedenen Himmelskörpern, die willkürlich am Himmel verteilt zu sein scheinen. Und um ein bisschen Ordnung in diese Sternenvielfalt zu bringen, fasste man markante Sternformationen zu Sternbildern zusammen. Daraus haben sich mittlerweile 88 international anerkannte Sternbilder entwickelt. Und welche das sind, kann in der Robert-Mayer-Sternwarte genau erfahren werden. Dort gibt es Führungen, hochauflösende Objektive und eine Plattform, auf der sich die Sterne bestens beobachten lassen. Vielleicht ist die Sternwarte ein besonderer Ort, die Liebste zu überraschen und ihr die Frage aller Fragen zu stellen und anschließend den Tag mit einer Sternpatenschaft zu krönen? Alles möglich. Die Sternwarte ist etwas für alle, die mehr über die Himmelskörper und die Geschichten, die sich um sie ranken, erfahren möchten – oder für diejenigen, die einfach schon lange nicht mehr Sternegucken waren. Eine der nächsten Führungen findet am 24. Juni um 15 Uhr statt: »Die Sonne – der Stern, von dem wir leben«. Tipp: Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Die Führung dauert etwa eineinhalb bis zwei Stunden und findet wetterunabhängig statt. Flohmarktstand machen www.geros-flohmarkt.de www.flohmarktine-frauenflohmarkt.de Musik-CDs, die man beim letzten großen Liebeskummer gehört hat und die jetzt im Regal verstauben. Klamotten, die man vor drei Sommern das letzte Mal getragen hat. Oder die Kaffeemaschine, die man von Tante Hilde zur Hochzeit geschenkt bekam und die immer noch eingepackt im Karton liegt, weil man sich bereits vorher eine neue gekauft hat. Was soll man mit all den Sachen machen, die zwar noch gut erhalten sind, die man aber nicht mehr braucht? Dann ist es wieder an der Zeit für einen Flohmarktstand, um die kleinen Schätze zu verkaufen und dabei daheim zu entrümpeln. Regelmäßige Flohmärkte werden von Geros Flohmarkt auf der Theresienwiese in Heilbronn veranstaltet. Jeder kann ohne Anmeldung mitmachen. Platzvergabe ist morgens ab 6 Uhr. Die Standmiete liegt bei 9 Euro pro Meter und wird vor Ort in bar bezahlt. Das Auto kann kostenlos am Stand stehen. Nächste Termine: 9./10./30. Juni (9-16 Uhr). Im Gegensatz zur Theresienwiese ist der Frauenflohmarkt von Flohmarktine wesentlich kleiner, doch bietet er mit diversen Schnäppchen, Vintage- und Second- Hand-Ware ein originelles Angebot in immer anderen Locations. Die Verkaufsplätze beginnen mit dem »Standard«-Angebot: Tisch (2,20 × 40 cm), Stuhl und Bierbank als zusätzliche Verkaufsfläche für 28 Euro. Und wer mal bei Facebook »Flohmarkt« eingibt, findet zahlreiche Gruppen und Veranstaltungen, über die man sich bestens informieren lassen kann. Noch ein paar Tipps: Früh vor Ort sein. Bei viel Second-Hand-Ware ist ein Tapeziertisch als Standtisch und ein Hocker praktisch. Auffälligen Eyecatcher platzieren wie rote Glitzerschuhe. Ware mit Preisen auszeichnen, um bei Langfingern nicht abgelenkt zu sein. Ausreichend Münzen als Wechselgeld mitnehmen und dann: Jede Menge Spaß haben. Museum mit Genuss Museum im Deutschhof Deutschhofstr. 6 74072 Heilbronn www.museen-heilbronn.de Heilbronns städtische Museen bieten seit jeher eine Mannigfaltigkeit an Themen, Ausstellungen, Führungen, Events und Workshops für Interessierte und solche, die es werden wollen. Eines dieser Events haben wir an einem Sonntagvormittag im Deutschhof genauer unter die Lupe genommen – Museum mit Genuss. Für alle, die ihre sonntäglichen Museumsbesuche gerne mit einem Mittagessen und einem Glas Wein abschließen wollen, wird eine einzigartige Führung geboten. Ein Rundgang zu einem speziellen Themengebiet mit den Kuratoren, beendet durch ein gemeinsames Essen mit den anderen Teilnehmern. Die Speisen sind dabei auf das jeweilige Thema abgestimmt; hierfür überlegt sich Assia Rehm mit ihrem Catering-Service für jede Themenführung ein besonderes Gericht. In unserem Fall durften wir einer Führung über die schwäbische Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts mit Kuratorin Dr. Rita E. Täuber beiwohnen. Dabei bekamen wir in einem etwa eineinhalbstündigen Rundgang allerhand Wissenswertes zu regionalen Malern wie Carl F. Doerr, Friedrich Salzer und Gustav Schönleber sowie deren Leben und Werken zu hören und zu sehen. Nach der Führung warteten dann – wie könnte es anders sein – schwäbische Linsen mit Saitenwürstchen bei einer gemütlichen Runde mit den anderen Gästen auf uns. Selbstverständlich kann auch nur an der Führung teilgenommen werden, welche inklusive alkoholfreier Getränke 5 Euro kostet. Für das Mittagessen kommen noch einmal 12 Euro hinzu. Tipp: Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Besucher beschränkt, ein vorherige Anmeldung ist erforderlich. Hanix Nr. 49 58 TITELTHEMA: ABENTEUER UM DIE ECKE

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Hanix Nr. 49 Ein Tag am Gericht Landgericht Heilbronn Wilhelmstraße 8 74072 Heilbronn www.landgericht-heilbronn.de Wer ist im Recht bei einer ungewollten Kündigung – Arbeitnehmer oder Arbeitgeber? Wie wird ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz geahndet? Und welche Beweise werden bei einem Raub oder einer körperlichen Straftat vorgebracht? Beim Heilbronner Landgericht kommen Tag für Tag neue und oft spannende Themen auf den Tisch, welche nicht nur für eingefleischte Rechtswissenschaftler interessant sein dürften. Bei sogenannten »öffentlichen Verhandlungen« kann jeder, der Lust darauf hat, live und ohne Voranmeldung bei einem Gerichtsprozess dabei sein. Im Gegensatz zu den meist gestellten Prozessen, welche man aus dem Fernsehen kennt, erfährt man so hautnah, wie Rechtsverfahren wirklich ablaufen, welche Beweise vorgebracht werden müssen, wie sich Anwälte gegenüber Klägern behaupten und alles weitere, was dazu gehört, damit der Hammer im Gericht endgültig fällt. Die Termine und Themen der aktuellen Verhandlungen kann man auf der offiziellen Internetseite des Landgerichts Heilbronn finden. Tipp: Auch im Amtsgericht Heilbronn finden öffentliche Gerichtsverhandlungen statt. Die aktuellen Prozesstermine kann man von der Anzeigetafel im Eingangsbereich auf der Wilhelmstraße 2-6 erfahren. Wichtig: Beim Landgericht sowie beim Amtsgericht werden Personenkontrollen durchgeführt. Dokumente wie einen Personalausweis oder Reisepass sollte man daher mit sich führen. PLUS 10 Sein eigenes Bier brauen Distelhäuser Brauerei Grünsfelder Straße 3 97941 Tauberbischofsheim www.distelhaeuser.de Wer schon immer einmal sein eigenes Bier brauen wollte, ist hier genau richtig: In der Distelhäuser Brauwerkstatt treffen ursprüngliche Getreidesorten auf neue Hopfensorten und laden dazu ein, selbst Hand anzulegen. Im Sudhaus wird experimentiert, gebraut und historische Bierrezepturen werden neu interpretiert. Es besteht die Möglichkeit zwischen zwei verschiedenen Biererlebnissen zu wählen, dem »Fassbräu« und dem »Flaschenbräu«-Erlebnis. Beim »Fassbräu«-Erlebnis starten Teilnehmer mit einer kleinen Brauereibesichtigung, testen bei einer Bierprobe die verschiedenen Sorten und legen am Ende selbst Hand beim Brauen an. Der Biersud, der mitgebraut wurde, wird in Fässern abgefüllt und kann anschließend mit nach Hause genommen werden. Gegen Hunger und Durst gibt es Distelhäuser Getränke und ein deftiges Brauer-Vesper. Wie der Name schon sagt, wird beim »Flaschenbräu«-Erlebnis das selbst gebraute Bier in Flaschen abgefüllt. Der Druck der Etiketten mit eigenem Logo und der Etikettierung der Flaschen ist inklusive. Bei beiden Erlebnisangeboten ist ein Mittagoder Abendessen buchbar. Termine erfolgen nach Anfrage. Die Mindestteilnehmeranzahl beträgt 10 Personen, maximal sind 30 Teilnehmer pro Termin möglich. Der Preis passt sich je nach Anzahl der Teilnehmer an und beträgt zwischen 85 Euro und 99 Euro.

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Seit Oktober 2015 stellen wir uns die Frage: Was kostet nicht viel, lässt sich innerhalb eines Tages in der Region erledigen und bringt im besten Fall auch noch Spaß? In jeder Ausgabe begeben wir uns auf die Suche nach ebensolchen Aktivitäten, die man in Heilbronn erleben kann. Ein Abenteuer um die Ecke eben. Folgende Abenteuer um die Ecke haben wir seit Herbst 2015 für euch ausprobiert. Fotos: Meli Dikta, Ulla Kühnle, Memo Filiz & Erich Benz Abenteuer um die Ecke: Check! Hanix Nr. 49 1. SPORTWETTEN IN HEILBRONN Wer einen besonderen Kick beim Fußballschauen erleben möchte und Raucher ist, für den ist ein Besuch im Wettbüro sicher spannend. Für uns wäre es auf Dauer jedoch zu frustrierend. Wir regen uns ja schon ohne Geldeinsatz genug über die Ergebnisse auf. z. B. www.tipico-heilbronn.de 2. PUBLIC GOLF IN TALHEIM Wir haben uns immer gefragt, was die Faszination beim Golfen sein soll. Nach einer Schnupperrunde können wir es nachvollziehen: Eine ruhige Sportart in der Natur, die Technik, Ausdauer und Präzision verlangt und von wirklich jeder Altersklasse gespielt werden kann. Die Rente kann kommen! Wem es bis dahin noch zu lange dauert: Man kann ja schon einmal üben gehen … www.talheimerhof.de 3. LASER-TAG IN ERLENBACH Laser-Tag ist anstrengend, macht dafür aber unheimlich viel Spaß. Die Mischung aus Versteck, Fangen und Schießen ist unkompliziert und von jedem schnell zu lernen. Außerdem fördert eine Runde Laser-Tag koordinierte Teamarbeit – Teams, die sich absprechen und eigene Strategien entwickeln, sind klar im Vorteil. Wer schnellen Spaß haben möchte, der aber dennoch allerlei taktische Möglichkeiten bietet, der ist bei einer Runde Laser-Tag in Erlenbach also genau richtig. www.lasertagheilbronn.com 4. EXPERIMENTA IN HEILBRONN Bei der Hülle und Fülle an interaktiven Ausstellungsstücken ist für jeden etwas dabei und selbst Themen, die auf den ersten Blick uninteressant wirken, sind spannend aufgearbeitet. Dass die Stationen in erster Linie für Kinder gedacht sind, macht es unserer Meinung nach gerade für Erwachsene noch interessanter. Ein ideales Familienausflugsziel also, welches eine Erweiterung des eigenen Horizonts bietet, so wie es Wissenschaft eben immer tun sollte! www.experimenta-heilbronn.de 5. WALDKLETTERPARK WEINSBERG Ein super Erlebnis! Der Waldkletterpark Weinsberg bietet eine große Auswahl an Parcours und richtig tolle Attraktionen; Teambuilding-Maßnahmen runden das Angebot ab. www.waldkletterpark-weinsberg.de 6. SALZBERGWERK BAD FRIEDRICHSHALL Das Salzbergwerk Bad-Friedrichshall kommt mit einem überwältigenden Einblick unter den Boden, auf dem wir uns täglich 60 TITELTHEMA: ABENTEUER UM DIE ECKE

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Hanix Nr. 49 bewegen, daher. Die gewaltigen Dimensionen von Stollen und Gerät werden erst dann richtig deutlich, wenn man sie selbst live und in Farbe innerhalb des Bergwerks in 180 Metern Tiefe erfährt – ein echtes Erlebnis! www.salzwerke.de/de/tourismus 7. POKEMON GO IN HEILBRONN Mit Pokémon Go kann man bekannte aber auch neue Umgebungen auf spielerische Art und Weise erkunden. Ein bisschen blöd kommt man sich auf der Jagd nach imaginären Monstern natürlich schon vor. Allerdings fiel uns dann wiederum ein, dass wir auch keine schlechtere Figur abgeben als die Menschen, die ihr Handy dauerhaft für Whatsapp, Snapchat oder Facebook und Co. nutzen und Bilder von »lustigen« Sprüchen (gespickt mit Orthografie- und Grammatikfehlern) mit Kommentaren der Sorte »was ist das für 1 [sic!] life« kommentieren. www.pokemon-go-suche.de/heilbronn 8. FRANZÖSISCH KOCHEN UND SCHLEMMEN IM »REBSTOCK LA PETITE PROVENCE« IN BÖCKINGEN Gerade für Hobbyköche ist ein Kochkurs im »Rebstock« interessant, kann man doch direkt von einem wahren Profi am Herd lernen und ihm über die Schulter schauen. Aber auch Gelegenheitsköche finden bei Dominique jede Menge Spaß und vor allem eines: ein unglaubliches Menü. Und das Schönste daran fasst der Koch selbst zusammen: »Ein Kochkurs im Rebstock ist weniger ein Kurs als ein gemeinsamer Nachmittag mit Freunden, gutem Essen und gutem Wein.« www.rebstock-provence.de 9. INTUITIVES BOGENSCHIESSEN IN JAGSTHAUSEN Dinge aus der Entfernung mit einem Pfeil zu treffen macht einen unglaublichen Spaß. Das Surren des Pfeils, der die Luft zerschneidet und das Geräusch des einschlagenden Geschosses üben eben einfach eine Faszination aus, der man sich als Nachfolger von Jägern und Sammlern nur schwer entziehen kann. Hat man den – Achtung, Wortspiel – Bogen erst einmal raus, lassen die ersten Erfolgserlebnisse nicht lange auf sich warten und machen Lust auf mehr, sei es in der Trainingshalle oder draußen in der Natur. www.ox-bow.de 10. SCHWARZLICHT-MINIGOLF IN ASPERG Wer völlig anderes Minigolfen erleben will, ist beim Simigo genau richtig. Die abgedunkelten Räume, die nur von den grellen, wunderschönen Kunstwerken beleuchtet werden, die atemberaubenden 3D-Effekte und die Disco-Atmosphäre sorgen für ein wirklich tolles Erlebnis. Klar, Minigolf bleibt Minigolf, aber vielleicht macht es eben genau deshalb so viel Spaß! www.simigolf.de BEREITS GETESTET

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Die Oliver Maria Schmitt-Kolumne Heilbronn – A Nice Place To Come From Foto: Ulla Kühnle KENNER TRINKEN DÖNERWEIN Warum die Verspargelung der Welt nicht aufzuhalten ist Nun, da frisch ein neuer Frühling übers Unterland rollt, die Blümchen blühen, die Krume aufkrustet und frische, pralle Sprösslinge ans Licht schießen und die Schlangen vor den Spargelhäuschen immer länger werden, da stellt sich mehr denn je die pikante Frage: Was soll ich nur zum Essen trinken? Und was beim Trinken essen? Den richtigen Wein zur Speise zu finden, das ist eine hochspezialisierte Wissenschaft, die bis heute Sommeliers zur Verzweiflung und Gourmets zum Verdursten bringt: Passt ein 2007er Lemberger aus dem leicht getoasteten Holzfass tatsächlich zu kaltgeschmorter Rehkitzschulter im Kartoffelsalatmantel? Harmoniert zweifach püriertes Eisbein wirklich mit einem Neckartal-Kerner aus dem schwierigen Jahr 2003? Wer weiß das schon? Leicht hat es hier nur – wie so oft – der Spargelesser. Der greift nämlich ganz einfach zum »Spargelwein«. Denn unter diesem Namen findet man das Begleitgetränk während der Spargelsaison zuhauf im Weinregal. Die weißen Köpfchen kieken noch kaum aus dem Sand, da steht der erste Saisonwein des Jahres auch schon bereit: Spargelwein! Kein Zweifel – das ist genau der vergorene Traubentrunk, der zum Spargel passt. Oder ist alles ganz anders? Ist Spargelwein etwa – aus Spargeln gemacht? Dann wäre das ja ein ganz alter Hut, denn schon Ende der Vierziger Jahre ließ Friedrich Dürrenmatt den Helden seiner Komödie »Romulus der Grosse« immer wieder »Spargelwein« trinken: ein aus vergorenen Spargeln gemachtes Getränk. Soviel wir aber wissen, wurde es niemals hergestellt. Und außerdem: Dessertwein wird ja auch nicht aus Nachtisch gemacht, und Glühwein nicht aus Glüh. Nein, es waren die jederzeit zu allem entschlossenen Österreicher – Wegbereiter nicht nur der Glykolsüßung –, die den uralten Menschheitstraum verwirklichten, Weißwein zu asparagisieren: 1998 prämierten österreicher Marketingmenschen erstmals ein Traubengärprodukt, das besonders gut zu Spargelgerichten passen sollte, mit der Bezeichnung »Selektion Spargelwein«. Heute gibt es im Handel Hunderte verschiedenster Spargelweine, durchweg irgendwas billiges Weißes, das durch die Umwidmung zum Gemüsebegleiter der drohenden Versektung oder Verasbachung entgeht. Der Erfolg der Spargelweinverklappung gibt den Erfindern recht, auch etliche württembergische Winzer etikettieren schon munter mit dem Label »Spargelwein« – die Verspargelung der Welt ist wohl nicht mehr aufzuhalten: In der Fleischtheke beim Metzger müffelt inzwischen bereits allen Ernstes »Spargelschinken« vor sich hin, und man kann sich nur wundern, dass die Weinindustrie da nicht längst nachlegt: Wann wird endlich Schnitzelwein abgefüllt? Wann kriegen wir original schwäbischen Maultaschenwein, wann spritzigen Spätzlewein? Und wann, das ist man der internationalen Küche schlechterdings schuldig, wann endlich wunderbar würzigen Dönerwein? Werden Heilbronner Winzer wenigstens zur Buga 2019 irgendeinen blumigen Bundesgartenwein auf die Flasche ziehen? Das kann doch nicht so schwer sein! Vielleicht fangen wir besser mit was Einfacherem an: Versierte Verkoster wissen, dass zu einem Wein, den man gerne trinkt, oft auch ein anderer Wein passt, den man danach gern trinkt. Aber wie soll der dann heißen? Weinwein? Nein, zu verwirrend. Deswegen sollte jetzt erst mal ein neuer Wein in die Alkregale gestemmt werden, ein Spitzengetränk, das einfach zu allem passt, sogar zu Spargeln, zum Rostbraten, zur Bundesgartenschau, ein Superseller für Funtrinker und Genießer, denn er heißt einfach kurz und gut: »Passender Wein«. Prost. ◆ Oliver Maria Schmitt, Jahrgang 1966, ist Romancier und Journalist. Für seine Reportagen wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Henri-Nannen-Preis 2009. OLIVER MARIA SCHMITT-KOLUMNE – FOLGE 11 Hanix Nr. 49

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1052. 29.06.-04.07.2017 www.badwimpfen.de

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Ein Brief mit Fotografien aus Australien von Fotograf MEMO FILIZ Liebe Heimat, da sind wir schon wieder. Die Koffer sind gepackt, die Akkus geladen und der Brustgeldbeutel ist unter dem Sweatshirt versteckt. Nein, Spaß! Ich trage mein gesamtes Bargeld dummerweise immer lose in der Hosentasche. Was dazu führt, dass ich beim Bezahlen wie ein Unsympath in Chino-Hosen und dem Pullunder über den Schultern rüberkomme. Allerdings wie einer ohne Geldklammer und mit mehr Münzgeld als Scheinen in den Taschen. Es ist sechs Uhr morgens! und ich warte auf Katrin, Reisebloggerin von vielunterwegs.de, damit wir endlich los können. Ich begleite Katrin knappe vier Wochen auf ihrem Drei-Monats-Trip durch Australien. Für die erste Verwunderung sorgt dann auch schon mein Koffer. Ich habe den größtmöglich zu bestellenden Reisekoffer der Welt! Katrin reist als Profi mit einem großen Rucksack durch die Welt und lacht mich schon direkt aus. Weshalb ich einen so riesigen Koffer mitbringe, will sie wissen. Nun ja, ich bin Vollamateur in Sachen Backpacking und habe wohl zu optimistisch gepackt. Die Reise führt uns mit Qatar Airways, inklusive einer Zwischenlandung in Doha, nach Adelaide. Mit neuneinhalb Stunden Zeitverschiebung und einigen Stunden Verspätung, weil es in Katar ein Unwetter gab, kommen wir nach einem langen Tag in Adelaide an und ziehen in unser AirB&B-Loft. Katrin lässt sich da immer nur den geilsten Scheiß raus. Damit wir noch was zum Trinken bekommen, laufen wir zu einem australischen »Späti«. Hier dämmert es mir dann auch direkt, was die nächsten Wochen auf uns zukommt: Die Preise in Australien sind so exorbitant hoch, dass ich jeden Schluck meiner vier Dollar teuren 0,6-Liter-Coke genieße. Dann schlafe ich ein, bis mich der Jetlag auch schon wieder weckt, um 2 Uhr morgens. Das geht jetzt noch ein paar Tage so weiter. Olé! Um 8:30 Uhr sind wir in der Stadt zu einer Central-Market-Tour verabredet und lassen uns hier die Geschichten der einzelnen Stände erzählen. Das Beste daran ist allerdings nicht die Führung, sondern die Tatsache, dass wir an jedem Stand auch eine kleine Probe zu essen bekommen. Kostenlos. Ich feier den Sparfuchs in mir! Es gab geräuchertes Känguru, Frozen Joghurt, Gin und etwas Sushi-Ähnliches, das komplett abgefahren und gut geschmeckt hat. Hanix Nr. 49 BRIEF AN DIE HEIMAT

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Hanix Nr. 49 Allerdings versuche ich mich mit mäßigem Erfolg etwas zurückzuhalten, da ich mich mit vollem Magen gerne auf der Stelle schlafen legen möchte. Hier schaffe ich es gerade noch, mich auf den Beinen zu halten, was mir wirklich schwerfällt. Ich habe mich schon direkt am ersten Morgen überfressen. Wer mich kennt, weiß: Ein Memo-Traum! Am dritten Tag unseres Australien-Roadtrips warten wir auf unseren Shuttlebus zur Fähre. Kangaroos Island ist für die kommenden zwei Tage gebucht. Die drittgrößte Insel Australiens, mit unzähligen Kängurus als Bewohnern. Auf dem Weg zu Fähre sehe ich auch schon die ersten entlang der Straße hüpfen. Andere hängen ab, manche schauen dem vorbeifahrenden Bus zu und tatsächlich, Kängurus boxen sich. Mit der Fähre sind wir über die tobenden Wellen gebrettert. Das rede ich mir zumindest ein, denn mein Magen gab erste Warnungen an mich ab. Ich konnte alles bei mir behalten. Ein Glück! Zwei Tage verbringen wir hier mit der unglaublichen Natur, jeder Menge Kängurus und Koalas, die es sich auf den Eukalyptusbäumen gut gehen lassen. Die Nationalparks, Buchten und eben die Tiere sind sehr dankbare Fotomotive. Danach ging es auf unserer Strecke von Adelaide nach Perth weiter nach Port Lincoln. 6.000 km sind zu fahren, also düsen wir mit unserem Mietwagen über die Schnellstraßen Australiens. Maximalgeschwindigkeit: 110 km/h. Tag sieben: Wir werden von David abgeholt, mit dem wir hier die schönsten Ecken besuchen. Bevor wir starten, besuchen wir einen Ort, Fresh Fish Place genannt, den man hier wohl auf keinen Fall verpassen darf. Ich als »riesiger« Fischfan freue mich schon riesig darauf, erzählt zu bekommen, wie frischer Fisch eingeliefert und zum weiteren Verkauf verarbeitet wird. Ich kann mit Fisch leider nichts anfangen und freue mich, dass es hier beim Essen auch alles frittiert gibt. Frittiert schmeckt tatsächlich alles ganz okay. Ich könnte meinen Schuh frittieren und danach essen. Tatsache! Danach lassen wir ordentlich Luft aus Davids Reifen, um uns für die Fahrt durch die Sanddünen vorzubereiten. Also David macht das alles. Ich stehe nur da und schieße Fotos davon, wie er arbeitet. Wer mich kennt, weiß: Ein Memo-Traum! Zwischendurch fragt er Katrin tatsächlich, ob ich nicht vielleicht schwul sei, da ich ihn ständig fotografiere. Wieder was über mich und auch über Australier gelernt! Etwas später heizen wir die Sanddünen hoch und runter, driften um die Kamera für die besten Fotos und ich schieße Postkartenmotive an den Stränden und Buchten. Wahnsinnig schön ist das hier alles. Den Abend lassen wir gemütlich bei Wein, Käse, Trauben, Kräckern und geräuchertem Lachs in der Mikka-Station ausklingen. Hier hängen die Koalas auf Brusthöhe in den Bäumen. Katrin versucht auch schon heimlich, einen mitzunehmen, so sehr ist sie in die Tiere verliebt. Nächster Tag, nächster Stop in Coffin Bay. Ein kleiner Traum geht für mich in Erfüllung. In Neoprenhosen und Gummistiefeln kämpfen wir uns durch das Meer und lernen alles über die Austernproduktion. Wir lernen, wie man Austern knackt und bekommen auch schon um 11 Uhr etliche Austern zu essen. Ich bin der Einzige unter den zehn Teilnehmern, der auf diesen Programmpunkt überhaupt keinen Bock hatte. Sie wollten die Austern auch unter keinen Umständen für mich frittieren. Das chinesische Ehepaar neben mir lässt sich noch den Champagner bringen, als wir uns endlich auf den Weg zur nächsten Stadt machen. Riesige Felsvorsprünge und einsame Buchten säumen unseren Weg, bis wir in Ceduna ankommen, wo es das schlechteste Internet Australiens geben muss. Das Netz hier ist katastrophal. Dafür erwartet uns kurz darauf die längste geradeaus führende Straße in Australien. Es geht 146,6 km stumpf geradeaus. Es war die wahrscheinlich langweiligste, aber auch anstrengendste, 146,6-km-Fahrt meines Lebens. Da fahre ich lieber 150 km über die B27 von Heilbronn nach Aschaffenburg. Immerhin: Zwei Zeitzonen durchbrechen wir an diesem Tag und gewinnen anderthalb Stunden Tageszeit! Zeit, die ich am Handy und Rechner in Kalgoorlie verbringe. Denn ich habe wieder funktionierendes WLAN! Yeah! Mit dem Rechner setze ich mich an den Pool und genieße die Sonne. Als Einziger. Denn keiner ist so klug wie ich und setzt sich freiwillig in die Nachmittagssonne in Australien. MEMO AUS AUSTRALIEN

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Nach inzwischen zweieinhalb Wochen Roadtrip geht es zur Abwechslung mal wieder aufs Wasser. Mit Bremer Bay Killer Whale Expeditions. Fazit: Memo steigt wohl nie mehr auf ein Boot, außer es ist das Tretboot auf dem Breitenauer See. Während sich Katrin schon seit Tagen auf die Expedition freut, sitze ich nach einer Stunde Fahrt bekümmert und seekrank draußen, einsam und frierend. Neun Stunden dauert die Ausfahrt insgesamt und ich habe jede einzelne Sekunde gelitten. Hätte ich mal gewusst, dass sich mein Magen mehrfach dreht, sobald sich der Horizont bewegt, würde ich jetzt lieber in unserer Unterkunft ohne WLAN meine Fotos bearbeiten. Da an diesem besonderen Tag so viele Orcas und Wale gesichtet wurden wie schon lange nicht mehr, überzogen wir die Ausfahrt um zwei weitere Stunden. Wir sind nach über drei Wochen Unterwegs-Sein endlich in Perth angekommen. Knappe 6.000 km sind wir gefahren, 600 GB an Fotomaterial habe ich gesichert und bearbeitet und nun heißt es ein paar Tage zu entspannen, bevor es für mich wieder nach Hause geht. Nach der Bootsausfahrt zu den Orcas musste sich das Blatt für mich auch mal wieder wenden. Und auf dem Rückflug war es soweit: Upgrade für die Business Class von Qatar Airways. In Jogginghose und Kapuzensweater sitze ich in einem Phantasiesessel, ziehe mir während der 17-stündigen Flugzeit sämtliche Filme der Qatar-Airways-Videothek rein und wundere mich, wie die Stewardess es schafft, dass ich immer eine gekühlte Coke Light dastehen habe. Immer! Zwischendurch finde ich das schon fast befremdlich und hatte Angst, dass ich ununterbrochen beobachtet werde, nur damit sie meine Wünsche entgegen nehmen kann. Es kommt auch vor, dass ich gar nicht weiß, worauf ich gerade Lust habe und schon steht da ein Schälchen mit gewärmten Nüssen neben meiner Coke. Wow! Nie mehr Economy, denke ich mir, bis ich in meiner Hosentasche krame und viel Münz- aber wenig Papiergeld ertaste. Hanix Nr. 49 Ich freue mich auf dich, liebe Heimat! Memo BRIEF AN DIE HEIMAT

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Dein Fachgeschäft für das perfekte Grillerlebnis! GrillGott, Löwensteiner Str. 60, 74182 Willsbach www.grillgott.com

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Badespaß 1952–1954 (Foto: Hermann Eisenmenger, Stadtarchiv Heilbronn und Heilbronner Stimme) Warum ins Freibad gehen, wenn es auch abenteuerlichere Möglichkeiten gibt! Und das auch noch für umsonst und ohne strengen Bademeister. Diese Kinder hier haben jedenfalls für sich eine Freibad-Variante entdeckt, die vermutlich damals schon nicht erlaubt gewesen war. Dennoch blicken die Jungs und das eine Mädchen selbstbewusst und auch ein bisschen stolz in die Kamera des Heilbronner-Stimme-Fotografen Hermann Eisenmenger, der den Schnappschuss leider nicht datiert hat. Vermutlich war es auch eine Mutprobe, von der neuen Otto-Konz-Brücke ins kalte Neckarwasser zu hüpfen. Da konnte die Neckarhalde mit ihren 1953 angeschafften beiden Rutschen, dem neuen Kinderkarussell und der Wippschaukel nicht mithalten. Höchstens die vier nagelneuen Sprungbretter waren vielleicht für diese kessen Kinder ein Anreiz, auch mal ins Freibad zu gehen. In den Jahren 1952 bis 1954 kostete die Tageskarte im Freibad Neckarhalde für Kinder 25 Pfennig (ohne Kleideraufbewahrung 10 Pfennig weniger), für Erwachsene 40 bzw. 30 Pfennig. Für eine Kinder-Jahreskarte musste man 5 DM, für eine Erwachsenen-Jahreskarte 8 DM investieren (der durchschnittliche Stundenlohn für Arbeiter lag 1952 bei 1,50 DM, 1954 bei 1,62 DM). Eine Badehose konnte man sich für 20 Pfennig leihen – am neuen Neckarkanal tat es aber auch die Unterhose. Die Otto-Konz-Brücke, die hier als Sprungbrett diente, war im Zuge des neuen Neckarkanals erbaut und im September 1951 dem Verkehr übergeben worden; ein Jahr später fand die offizielle Eröffnung der Staustufe Heilbronn und der kanalisierten Neckarschifffahrtsstraße Heilbronn bis Gemmrigheim statt. Im September 1999 wurde festgestellt, dass die Wehr-Brücke so sanierungsbedürftig geworden war, dass sie neu gebaut werden musste. 2003 begannen die Arbeiten; im April 2005 war der Neubau der Otto-Konz-Brücke planmäßig fertig. Wer mehr über die 50er Jahre in Heilbronn erfahren möchte, dem sei die Neuerscheinung des Stadtarchivs »Die 1950er Jahre in Heilbronn« empfohlen. Mehr dazu unter www.stadtarchiv-heilbronn.de. 68 DER HISTORISCHE SCHUSS Hanix Nr. 49

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ringringwedddings.com Hanix Nr. 49 f r e i r a u m - p h o t o s . d e www.blickboutique.de P o R t RAit kiN deRFotoGRAFie tieR e R e P o R t AGe N NAtuR

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.jpg Heilbronner Leerstand, Innenstadt, Heilbronn 16.04.2017, ab 11:01 Uhr bis 19.04.2017, 17:46 Uhr Fotos: Meli Dikta Die Einkaufsstadt Heilbronn verliert immer mehr an Attraktivität. Viele Ladengeschäfte in typischen 1b-Lagen, ideal für inhabergeführte Geschäfte, sind längst weg. Ob es an der stiefmütterlichen Behandlung lag, die ihnen widerfuhr? Das Engagement dieser Einzelhändler »belohnte« die Stadt oft damit, ihnen beim Weindorf die Toilettenwagen vor die Ladentüre zu stellen oder sie bei der Weihnachtsbeleuchtung im Dunkeln stehen zu lassen. Nun grüßen zig traurige Schaufenster in der Innenstadt. Eine mögliche Lösung: Zwischennutzungskonzepte. Hat 2016 in der Hafenmarktpassage wunderbar funktioniert. .JPG – BILDERGALERIE Hanix Nr. 49

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Hanix Nr. 49 .JPG – BILDERGALERIE

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Kickoff-Workshop IDEENSTARK, Wizemann Coworking Space. Idea & Innovation Lab, Quellenstraße 7a, Stuttgart 11.05.2017, 17:30 Uhr bis 19:37 Uhr Fotos: Robert Mucha Die MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg vergab erstmalig die Auszeichnung IDEENSTARK an Kultur- und Kreativschaffende des Landes. Es haben sich insgesamt 87 Gründer, Selbstständige und Freiberufler um die Auszeichnung und die Teilnahme an einem einjährigen Förderprogramm beworben. Unter anderem auch Hanix mit dem Projekt, Heilbronn zur Schwarmstadt zu entwickeln. Mit stolzgeschwellter Brust können wir an dieser Stelle verkünden, dass wir zu den zwölf Ausgezeichneten gehören. Am 11. Mai fand in Stuttgart der Kickoff-Workshop statt und die Preisträger konnten sich erstmals kennenlernen. Hanix Nr. 49 72 .JPG – BILDERGALERIE

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Hanix Nr. 49 Vernissage »Annika Winkelmann – Innere Sicherheit«, Scheddach des Zigarre Kunst- und Kulturwerkhaus, Achtungstraße 37, Heilbronn 12.05.2017, 19:09 Uhr bis 21:18 Uhr Fotos: Meli Dikta »Innere Sicherheit – Ein Thema von nationalem Interesse, eminent politisch … Annika Winkelmann lotet in ihren Objekten die Bipolarität menschlicher Begegnung als eine Gratwanderung zwischen Umarmen und Erdrücken, zwischen Selbst- und Fremdbezug aus. Dass sie sich hierbei auf die eigenen Empfindungen und nicht auf geborgte als Material ihrer Gestaltung beruft, das zeigen die fotografischen Selbstporträts der Künstlerin im Store wie im Katalog.« (Dr. phil. Bernhard Stumpfhaus) .JPG – BILDERGALERIE

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Theater Heilbronn Juni & Juli 2017 BOXX Anders (Schauspiel ab 12 Jahren) 01.06., 02.06., 27.06., 28.06., 29.06., 30.06., 10.07., 11.07. & 12.07. Großes Haus Kinder der Sonne (Schauspiel) 02.06., 07.06, 10.06., 16.06., 18.06., 04.07., 09.07. & 20.07 Komödienhaus Honig im Kopf (Komödienhaus) 02.06., 03.06., 10.06., 18.06., 22.06., 29.06. & 30.06. BOXX Kriegerin (Schauspiel für Jugendliche) 03.06. Termine Juni 2017 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8, Flavour & Jäkbar Do 01. Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave im Alten Theater – Stefan Koschitzki Quintett (Jazzkonzert) Großes Haus My fair lady (Musical) 08.06. BOXX Impro in der BOXX (Theaterclub) 10.06. Großes Haus Pera Palas (Schauspiel) 09.06., 02.07., 08.07., 13.07. & 16.07. Großes Haus Charleys Tante (Musikalische Komödie) 11.06. & 17.06. BOXX BOXX | Pur Shakespeare 18.06., 19.06. & 20.06. BOXX König & König (Schauspiel für Kinder) 22.06., 23.06., 25.06. & 01.07. Burghof der Götzenburg, Jagsthausen Burgfestspiele: Catch me if you can – Premiere (Musical) Kurpark, Bad Rappenau 3. Craft & Bier Festival (Craft-Beer-Festival) Stadtalle, Heidelberg 8. Philharmonisches Konzert (Klassisches Konzert) Theaterhaus, Stuttgart Brundibár – Kinderoper von Adolf Hoffmeister und Hans Krása (Oper) Mojäk Galerie, Heilbronn Bis 14. August. Sergej Vutuc (Ausstellung) Fr 02. experimenta, Heilbronn Top Secret! Blick durch’s Schlüsselloch – Kinderabend für Neugierige (Mitmachaktion) Großes Haus Was ihr wollt (Schauspiel) 24.06., 01.07., 07.07., 12.07., 18.07., 19.07. & 21.07. BOXX Chrash Boom Boxx Junior (6. Theaterfestival der Kooperationsschulen) 26.06. Großes Haus Das triadische Ballett (Ballett von Oskar Schlemmer) 27.06., 28.06., 29.06. & 30.06. BOXX Heut’ ist so ein schöner Tag! (Gastspiel des Theater Radelrutsch) 03.07., 04.07. & 05.07. BOXX Es war einmal (Theaterclub) 08.07. & 09.07. Genossenschaftskellerei, Heilbronn Sommerfest (Weinfest) Kurpark, Bad Rappenau 3. Craft & Bier Festival (Craft-Beer-Festival) Thermen- und Badewelt, Sinsheim »Elements« – Lange Thermennacht (Thermennacht) Rittersaal, Schloss Neuenstein Virtuose Seele (Klavierkonzert) Nürburgring Rock am Ring (Rockfestival) Zeppelinfeld, Nürnberg Rock im Park (Rockfestival) Sa 03. Genossenschaftskellerei, Heilbronn Sommerfest (Weinfest) BOXX Die Tänzerin von Auschwitz (Vortrag von Paul Glaser) 13.07. Großes Haus Compañía Sharon Fridman (Gastspiel) 15.07. BOXX Krieg – Stell dir vor er wäre hier (Theater) 20.07. & 21.07. Komödienhaus Diese Nacht – oder nie! (Komödie) 20.07., 21.07., 22.07., 25.07., 26.07., 27.07., 28.07., 29.07. & 30.07. Burghof der Götzenburg, Jagsthausen Burgfestspiele: Ziemlich beste Freunde – Premiere (Komödie) Forum Fränkischer Hof, Bad Rappenau »Stars im Blick« von Stephan Hofmann (Ausstellung) Marguerre-Saal, Theater Heidelberg Die Zauberflöte (Musiktheater) ZKM, Karlsruhe »Hybrid Layers« (Ausstellungseröffnung) Hockenheimring, Baden-Württemberg Porsche Sports Cup (Autorennen) Nürburgring Rock am Ring (Rockfestival) Zeppelinfeld, Nürnberg Rock im Park (Rockfestival) Hanix Nr. 49 74 01. – 03.06.2017

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Hanix Nr. 49 So 04. Hip-Island, Heilbronn Beach of Love (Clubbing) Genossenschaftskellerei, Heilbronn Sommerfest (Weinfest) Wasserschloss, Bad Rappenau Weltklassik am Klavier – Chaminade – für Sie wiederentdeckt! mit Johann Blanchard (Konzert) Wasserschloss, Bad Rappenau Bis 23. Juli jeden Sonntag: »verBunTen« – Kunst verbindet – Vielfalt der Kulturen (Ausstellung) Wald- und Schlosshotel, Friedrichsruhe Themenmenü Pfifferlinge – jeden Sonntag im Juni (Kulinarik) Forum Fränkischer Hof, Bad Rappenau »Stars im Blick« von Stephan Hofmann (Ausstellung) Hockenheimring, Baden-Württemberg Porsche Sports Cup (Autorennen) Nürburgring Rock am Ring (Rockfestival) Zeppelinfeld, Nürnberg Rock im Park (Rockfestival) Mo 05. Genossenschaftskellerei, Heilbronn Sommerfest (Weinfest) Di 06. Ebene3, Heilbronn KoKi: Don’t Blink – Robert Frank (Kino) 04. – 13.06.2017 Mi 07. Kinostar Arthaus, Heilbronn »Luther« – von Eric Toll (Spielfilm) Scala-Kino, Neckarsulm Im Sommer wohnt er unten (Film) Do 08. Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave im Alten Theater: Iiro Rantala und Ulf Wakenius – Klavier-Gitarren Duo (Konzert) Theaterhaus, Stuttgart Gauthier Dance: Big Fat Ten – 10 Jahre Gauthier Dance (Tanz) Fr 09. BUGA-Gelände, Heilbronn Öffentliche Baustellenführung (Führung) Karlstorbahnhof, Heidelberg The End of Music Festival of dark and heavy sounds – Day 1 mit Obscure Sphinx, Wiegedood und Void Obelisk (Clubbing) halle02, Heidelberg 3 Teams spielen Impro! (Improtheater) Sa 10. Burghof der Götzenburg, Jagsthausen Burgfestspiele: Die Analphabetin, die rechnen konnte – Premiere (Schauspiel) Forum Fränkischer Hof, Bad Rappenau »Stars im Blick« von Stephan Hofmann (Ausstellung) Karlstorbahnhof, Heidelberg The End of Music Festival of dark and heavy sounds – Day 2 mit Schammasch, FARCE, Moribound Mantras, Hester und WRECK (Clubbing) Alter Saal, Theater Heidelberg Woyzeck – Drama nach Georg Büchner (Theater) So 11. Burghof der Götzenburg, Jagsthausen Burgfestspiele: Pettersson, Findus und der Hahn – Premiere (Kleinkinderstück) Forum Fränkischer Hof, Bad Rappenau »Stars im Blick« von Stephan Hofmann (Ausstellung) Ordenssaal, Residenzschloss Ludwigsburg Schlossfestspiele: Olivia Trummer – Händel: Rejoice, Rejazz (Jazzkonzert) Evangelische Stadtkirche, Waldenburg Musik der Empfindsamkeit (Konzert) SAP Arena, Mannheim Luke Mockridge – »Lucky Man« (Comedy) Mo 12. LKA Longhorn, Stuttgart Good Charlotte (Konzert) Di 13. Ebene3, Heilbronn KoKi: Frank Zappa – Eat that Question (Kino)

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Mi 14. Scala-Kino, Neckarsulm Im Sommer wohnt er unten (Film) MS Connexion Complex, Mannheim DEX!T Techno (Clubbing) Do 15. Jazzclub Cave 61, Heilbronn Feetwarmers Jazzband Heilbronn (Jazzkonzert) Talaverla Mainwiesen, Würzburg Umsonst-und-Draußen Festival (Festival) Fr 16. Brauhaus, Neckarsulm HG. Butzko »Menschliche Intelligenz, oder: Wie blöd kann man sein?« (Comedy) Thermen- und Badewelt, Sinsheim »Elements« – Lange Thermennacht (Thermennacht) Schlosshof, Heidelberg Avanti Italia (Schlosskonzert) SAP Arena, Mannheim Udo Lindenberg (Konzert) BALLETT JAZZ HIP HOP YOGA FELDENKRAIS VILLMATSTR. 35 74076 HEILBRONN TELEFON 07131/160506 WWW.STEPS-TANZSTUDIO.DE Talaverla Mainwiesen, Würzburg Umsonst-und-Draußen Festival (Festival) Hockenheimring Matapaloz – das Böhse Onkelz- Festival 2017 (Festival) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Das Grillseminar auf Burg Stettenfels (Seminar und Verkostung) Sa 17. Mobilat Club, Heilbronn Riders on the Storm (Clubbing) Lauffen am Neckar Brückenfest (Fest) Forum Fränkischer Hof, Bad Rappenau »Stars im Blick« von Stephan Hofmann (Ausstellung) Stadtmitte, Bad Rappenau Bad Rappenauer Stadtfest (Fest) Schloss Affaltrach, Affaltrach Street Food Festival (Kulinarik) Hospitalkirche, Schwäbisch Hall Wolkenbilder – Debussy trifft den kleinen Prinzen (Musikalische Lesung) Hockenheimring Matapaloz – das Böhse Onkelz- Festival 2017 (Festival) halle02, Heidelberg Heidelberger Craft Beer Festival (Craft-Beer-Festival) Talaverla Mainwiesen, Würzburg Umsonst-und-Draußen Festival (Festival) So 18. experimenta, Heilbronn Experimentalshow: Schlau hoch 2 (Show für Kinder) Lauffen am Neckar Brückenfest (Fest) Burghof der Götzenburg, Jagsthausen Burgfestspiele: In 80 Tagen um die Welt – Premiere (Musical für Kinder) Forum Fränkischer Hof, Bad Rappenau »Stars im Blick« von Stephan Hofmann (Ausstellung) Stadtmitte, Bad Rappenau Bad Rappenauer Stadtfest (Fest) Schloss Affaltrach, Affaltrach Street Food Festival (Kulinarik) Hockenheimring Matapaloz – das Böhse Onkelz- Festival 2017 (Festival) Auto- und Technikmuseum Sinsheim Trabi, Lada, Simson & Co. (Ostalgie-Treffen) Schloss, Weikersheim Schloss und Wein (Weinfest) Talaverla Mainwiesen, Würzburg Umsonst-und-Draußen Festival (Festival) Mo 19. Botanischer Obstgarten, Heilbronn »Siddharta« von Hermann Hesse – Lesung mit Kathrin Becker und Hans Rudolf Spühler (Lesung) Schloss Affaltrach, Affaltrach Street Food Festival (Kulinarik) Deutsch-Amerikanisches-Institut, Heidelberg Astrid Arndt – Die gläserne Seite (Literatur) Deutsch-Amerikanisches-Institut, Heidelberg Klaus Scharioth – Donald Trump und Europa (Vortrag) Di 20. Harmonie, Heilbronn Chris de Burgh (Konzert) Ebene3, Heilbronn Koki: Tour de France (Kino) Technoseum, Mannheim Das ethische Dilemma selbstfahrender Autos (Expertendiskussion) Mi 21. Volkshochschule, Heilbronn »Zusammenleben der Religionen in Sontheim« – Fahrradtour mit Annette Geisler (Tour) Scala-Kino, Neckarsulm Mikro und Sprit (Film) Alter Saal, Theater Heidelberg RNZ-Forum mit Paul Kirchhof und Klaus Welzel (Gesprächsrunde) Do 22. Jazzclub Cave 61, Heilbronn Hendrika Entzian Quartet – Young Modern Jazz (Konzert) Ordenssaal, Residenzschloss Ludwigsburg Schlossfestspiele: Mark Padmore & Wiener Klaviertrio (Kammermusik) Schlosshof, Bonfeld Blacksheep Festival (Musikfestival) Fr 23. Bildungscampus, Heilbronn DHBW Bewerbernacht (Informationsveranstaltung) Hanix Nr. 49 76 14. – 23.06.2017

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Hanix Nr. 49 Osiander, Heilbronn Julia Corbin: Die Bestimmung des Bösen (Lesung) Kulturkeller, Heilbronn Heinrich Klassen und Heinz Scheel: Liebe – jenseits von Zeit und Raum (Musik) Burghof der Götzenburg, Jagsthausen Burgfestspiele: Götz von Berlichingen – Premiere (Schauspiel) Hoftheater, Öhringen Serenata per due – Träumerisch virtuos (Konzert) Schlosshof, Bonfeld Blacksheep Festival (Musikfestival) Thermen- und Badewelt, Sinsheim Internationales Saunafest (Saunaerlebnis) Heidelberg & Schwäbisch Hall Bis 19.07. Metropolink #3 – Festival für urbane Kunst (Urban-Art-Festival) Killesberg Freilichtbühne, Stuttgart Helge Schneider (Konzert) Sa 24. Wertwiesenpark, Heilbronn Dieter Thomas Kuhn und Band (Konzert) Kulturkeller, Heilbronn Heinrich Klassen und Heinz Scheel: Liebe – jenseits von Zeit und Raum (Musik) Bonhoefferkirche, Heilbronn-Sontheim »Gaff nicht in den Himmel« – Oratorium über Martin Luther (Oratorium) Kulturforum, Brackenheim Johnny Armstrong: »Gnadenlos« (Comedy) 23. – 30.06.2017 Forum Fränkischer Hof, Bad Rappenau »Stars im Blick« von Stephan Hofmann (Ausstellung) Schlosshof, Bonfeld Blacksheep Festival (Musikfestival) Neckarpark, Bad Cannstatt 24. Stuttgart-Lauf (Sportevent) Thermen- und Badewelt, Sinsheim Internationales Saunafest (Saunaerlebnis) Auto- und Technik Museum, Sinsheim Modelleisenbahnen: Internationales Spur-1 - Treffen (Ausstellung) So 25. Pastue Ballpark, Heilbronn Heilbronn Pirates vs. Bad Mergentheim (Baseball) Forum Fränkischer Hof, Bad Rappenau »Stars im Blick« von Stephan Hofmann (Ausstellung) Wasserschloss, Bad Rappenau Ausstellungseröffnung »Moonlight Serenade« von Tony Nwachukwu – jeden Sonntag (Ausstellung) Schlosshof, Braunsbach Kammermusik in Blech (Konzert) Auto- und Technik Museum, Sinsheim Modelleisenbahnen: Internationales Spur-1 - Treffen (Ausstellung) Thermen- und Badewelt, Sinsheim Internationales Saunafest (Saunaerlebnis) Linden-Museum, Stuttgart Sūnyatā Meditation (Meditationskurs) Mo 26. Volkshochschule, Heilbronn »Wozu Religion?« mit Eugen Drewermann (Vortrag) Götzenburg, Jagsthausen Petersson, Findus und der Hahn (Theater für Kinder) Renitenz Theater, Stuttgart Die Qual der Wahl – Diskussionsrunde zur Bundestagswahl (Diskussion) LKA-Longhorn, Stuttgart Mestadon (Konzert) Di 27. Stadtbibliothek, Böckingen Lesecafé on Tour (Kultur) Im Wizemann, Stuttgart Against me! (Konzert) Ebene3, Heilbronn KoKi: Einfach das Ende der Welt (Kino) Mi 28. Scala-Kino, Neckarsulm Tschick (Film) Ordenssaal, Residenzschloss Ludwigsburg Schlossfestspiele: Khatia Buniatishvili (Konzert) Do 29. Jazzclub Cave 61, Heilbronn Superflow Pop + Funk (Konzert) Theatersaal Forum am Schlosspark, Ludwigsburg Schlossfestspiele: American Dreams (Orchester) Stadtbücherei, Heidelberg Lesezeit: Massoud Baygan liest aus »Das Glasperlenspiel« von Hermann Hesse (Lesung) Fr 30. Audi-Forum, Neckarsulm Izah – Soul R’n’B, Jazz und Hip Hop (Konzert) Kurhaus, Bad Rappenau CoCo – Comedy & Co. PassParTu – »Die demografische Windel« (Comedy) Forum am Schlosspark, Ludwigsburg Kris Kristofferson (Country-Konzert) Mercedes-Benz Museum, Stuttgart Teesy & Vona (Konzertsommer)

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Termine Juli 2017 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8, Flavour & Jäkbar Bis 14. August Mojäk Galerie, Heilbronn Sergej Vutuc (Ausstellung)) Sa 01. Innenstadt, Heilbronn Rosenmarkt (Markt) Passage im K3, Heilbronn Großer Kinderbuchflohmarkt (Flohmarkt) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Schwabenvierer – Die schwäbische Comedy (Comedy) halle02, Heidelberg Summer Session – Heidelbergs No.1 Urban Sound Event (Clubbing) Messe, Stuttgart Comic Con Germany 2017 (Comic-Messe) Schloss Weikersheim Musikfest auf Schloss Weikersheim (Konzertabend) So 02. Innenstadt, Heilbronn Rosenmarkt (Markt) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Komplette Burgführung (Führung) Messe, Stuttgart Comic Con Germany 2017 (Comic-Messe) Mo 03. GiG7, Mannheim Startup Crashkurs – von der Geschäftsidee zum ersten Kunden (Seminar) Alte Feuerwache, Mannheim Jazz/Popularmusik (Konzert) Di 04. Burghof der Götzenburg, Jagsthausen Burgfestspiele: Goethes sämtliche Werke – Premiere (Schauspiel) Botanischer Obstgarten, Heilbronn Mein lieber ferner Mensch – Briefwechsel zwischen Anton Tschechow und Olga Knipper (Lesung) Mi 05. Kinostar Arthaus, Heilbronn »Siddharta« nach Hermann Hesse (Spielfilm) Theatersaal Forum am Schlosspark, Ludwigsburg Burgfestspiele: Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker (Konzert) SAP-Arena, Mannheim Elton John and his Band: Wonderful Crazy Night Tour (Konzert) Do 06. German Graduate School of Management and Law, Heilbronn Management 3.0 - Die Perspektive für Führung in agilen und modernen Organisationen (Coaching) Fr 07. Burghof der Götzenburg, Jagsthausen Burgfestspiele: Backbeat – Premiere (Musik und Schauspiel) Neckarhalle, Neckargartach Ingo Appelt (Comedy) Wasserschloss, Bad Rappenau Dan Popek – The Art of Piano (Konzert) Sa 08. BUGA-Gelände, Heilbronn Fotografieren auf dem BUGA-Gelände (Fotowalk) Alte Feuerwache, Mannheim Eric Lau (Konzert) Altstadt, Heidelberg #Walkmeet (Fotowalk) So 09. Museum im Deutschhof, Heilbronn Designer Heinrich Löffelhardt und die Gute Form – Mit Kuratorin Kerstin Skrobanek Burg Stettenfels, Untergruppenbach »Das kleine Gespenst« (Theater) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Gospelcrew live in Concert (Konzert) Burghof der Götzenburg, Jagsthausen Burgfestspiele: Andres Müller – Comedy & Lunch (Comedy) Mo 10. BOXX Junges Theater, Heilbronn Autor im Gespräch: Feridun Zaimoglu (Gesprächsrunde) Inselspitze, Heilbronn BUGA-Café (Kreativ-Treffen) Di 11. Götzenburg, Jagsthausen In 80 Tagen um die Welt (Theaterstück für Kinder) Mi 12. Botanischer Obstgarten, Heilbronn »Wohl geh ich täglich andere Pfade: F. Hölderlin und seine Orte« (Vortrag) 01. – 12.07.2017 Hanix Nr. 49

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Hanix Nr. 49 halle02, Heidelberg Frightened Rabbit – Painting Of A Panic Attack (Konzert) Do 13. Theater Forum am Schlosspark, Ludwigsburg Schlossfestspiele: Mnozil Brass – Cirque (Musik-Comedy) Auto- und Technik Museum, Sinsheim Heidelberg Historic – historische Automobil-Rallye (Fahrzeugtour) Fr 14. Unter der Pyramide, Kreissparkasse Heilbronn Beginn der Ausstellung »Comics!« (Ausstellung) Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall Junge Meisterpianistin (Klavierkonzert) Technoseum, Mannheim 22. Internationales Volkswagen-Treffen (Fahrzeugtreffen) Sa 15. Karl-Nägele-Brücke, Heilbronn Brücken- und Baustellenfest (Feier) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Burgfestspiele Stettenfels (Theater) Biedensand-Bäder, Lampertsheim Tanz der Bässe – Electronic Beach Festival (Clubbing) Technoseum, Mannheim 22. Internationales Volkswagen-Treffen (Fahrzeugtreffen) 12. – 22.07.2017 So 16. BUGA-Gelände, Heilbronn Brücken- und Baustellenfest (Feier) Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Die Blaue Maus (Freilichtspiele) Burg Stettenfels, Untergruppenbach »Das kleine Gespenst« (Theater) Salinenpark, Bad Rappenau Spiele ohne Grenzen – Dein Tag im Park (Spaßnachmittag) Schlosstheater, Residenzschloss Ludwigsburg Schlossfestspiele: Norbert Lammert – Welt aus den Fugen (Lesung) Hotel & Restaurant Amtshaus, Mulfingen-Ailringen Sommerfest »Open (Fl)air 2017« (Musik & Kulinarik) Technoseum, Mannheim 22. Internationales Volkswagen-Treffen (Fahrzeugtreffen) Mo 17. Götzenburg, Jagsthausen Ziemlich beste Freunde (Theater) Di 18. Burg Stettenfels, Untergruppenbach Burgfestspiele Stettenfels – »Das kleine Gespenst« (Theater) LKA-Longhorn, Stuttgart Bad Religion (Konzert) Theaterschiff, Stuttgart Was lockt im Netz? (Comedy) Mi 19. Burg Stettenfels, Untergruppenbach Burgfestspiele Stettenfels (Theater) Theater tri-bühne, Stuttgart Tolga hat’s nicht leicht (Theater für Kinder) Do 20. BUGA-Gelände, Heilbronn Alice im Inzwischenland (Literarische Lesung) Schlosskirche, Residenzschloss Ludwigsburg Schlossfestspiele: Voces8 – In Paradisum (Vokalmusik) Fr 21. Burg Stettenfels, Untergruppenbach Burgfestspiele Stettenfels (Theater) Talheim Haigern Live! (Open-Air- Festival) Solitude-Rennstrecke, Stuttgart Solitude Revival (Rennsport- Festival) Günther-Klotz-Anlage, Karlsruhe Das Fest 2017 (Festival) Sa 22. Talheim Haigern Live! (Open-Air- Festival) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Burgfestspiele Stettenfels (Theater) Gemeindehalle, Neuenstadt-Kochertürn Barrelhouse Jazzband (Jazzkonzert) Weinbaumuseum, Erlenbach-Binswangen Weinkabarett »Schräglage« Women’s only und für harte Männer (Kabarett) Forum Fränkischer Hof, Bad Rappenau Gemeinschaftsausstellung »Es war einmal ein Streichholz ...« der Künstlergruppe Walldorf – jeden Samstag und Sonntag (Ausstellung) Adolf Würth GmbH, Künzelsau Cro (Konzert) Solitude-Rennstrecke, Stuttgart Solitude Revival (Rennsport Festival) halle02, Heidelberg Drum’n’Bass (Clubbing) MBA, LL.M., M.Sc. AN DER GGS WIR SUCHEN... Wissbegierige Angestellte oder Selbstständige mit Erststudium WIR BIETEN... Erstklassige berufsbegleitende Master-Studiengänge in Management & Recht In Vollzeit ab 2018: M.Sc. in Management INFOTAG Samstag, 22.07.2017, 10:30-15:00 Uhr Anmeldung unter www.ggs.de/infotag

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August/ September- Ausgabe Hanix erscheint Ende Juli 2017 Interesse an einem Hanix-Abo? Dann mailt uns! abo@hanix-magazin.de www.hanix-magazin.de facebook.com/hanix.magazin So 23. Burg Stettenfels, Untergruppenbach Burgfestspiele Stettenfels – »Das kleine Gespenst« (Theater) Talheim Haigern Live! (Open-Air-Festival) Bad Rappenau – Wollenberg Jakobimarkt (Markt) Wald- und Schlosshotel, Friedrichsruhe Heidelberg Historic am Jagdschloss in Friedrichsruhe (Feier) Solitude-Rennstrecke, Stuttgart Solitude Revival (Rennsport Festival) Mo 24. Burg Stettenfels, Untergruppenbach Burgfestspiele Stettenfels – »Das kleine Gespenst« (Theater) Talheim Haigern Live! (Open-Air - Festival) halle02, Heidelberg The Strumbellas (Konzert) Di 25. Volkshochschule, Heilbronn »Die Götter, die die Welt bedeuten« Lesung mit Kerstin Müller (Lesung) Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall Klangvolle Schmucksteine (Kammermusikalisches Konzert) Mi 26. Burg Stettenfels, Untergruppenbach Burgfestspiele Stettenfels (Theater) Genossenschaftskellerei, Heilbronn Open Air Kino (Film) Do 27. Genossenschaftskellerei, Heilbronn Open Air Kino (Film) Fr 28. Burg Stettenfels, Untergruppenbach Burgfestspiele Stettenfels (Theater) Biergarten Künzelsau 8. Hohenlohe Harley Run (Rennsport) Sa 29. Burg Stettenfels, Untergruppenbach Burgfestspiele Stettenfels (Theater) Genossenschaftskellerei, Heilbronn Open Air Kino (Film) Forum am Schlosspark, Ludwigsburg My Little Pony – GalaCon 2017 (Fan-Treffen) So 30. Neckarbühne, Heilbronn Concerto Canale (Konzert) Genossenschaftskellerei, Heilbronn Open Air Kino (Film) Burg Stettenfels, Untergruppenbach »Das kleine Gespenst« (Theater) Forum am Schlosspark, Ludwigsburg My Little Pony – GalaCon 2017 (Fan-Treffen) Mo 31. BUGA-Gelände, Heilbronn Alice im Inzwischenland (Literarische Lesung) Genossenschaftskellerei, Heilbronn Open Air Kino (Film) 23. – 31.07.2017 Hanix Nr. 49

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