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LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, Hanix Nr. 47 das Auto ist nach wie vor des Deutschen liebstes Kind. Und somit auch von uns Heilbronnern heiß geliebt. Ist doch auch der Wohlstand der Region eng verwebt mit der hiesigen Automobilbranche. Unser Themenschwerpunkt diesmal: »Auto«. Der Automobilmarkt ist eine harte Branche – speziell für Zulieferer und externe Dienstleister. Umso erstaunlicher, dass bei csi entwicklungstechnik, einem Hersteller und Zulieferer hochwertiger Module im Interieur- und Exterieurbereich aus Neckarsulm, sogenannte »weiche Faktoren« eine herausragende Rolle spielen. Wilhelm Maybach wurde 1846 in Heilbronn geboren und wuchs dort zusammen mit vier Geschwistern auf. Mit zehn Jahren war er Vollwaise. Später wurde Maybach der kongeniale Partner von Gottlieb Daimler und der »König der Konstrukteure«, wie ihn die Franzosen tauften. Im Herbst 1955 starb James Dean, neben ihm im Porsche saß der gebürtige Heilbronner Rolf Wütherich, der nach dem Unfall depressiv wurde und 26 Jahre später tödlich in Kupferzell verunglückte. Außerdem haben wir mit der Leiterin des Audi Forum Neckarsulm gesprochen und schauen auf die Geschichte der Motorenstadt Heilbronn zurück. Am 6. März ist DR. MARK BENECKE in der Stuttgarter Schleyer-Halle bei der Körperwelten-Ausstellung mit einem Vortrag zu Gast. Für das Interview des Monats fuhren wir deshalb nach Regensburg ins tiefste Bayern. Dort trafen wir den wohl bekanntesten Kriminalbiologen der Welt zum launigen Gespräch über das Wattestäbchen-Phantom EDITORIAL von Heilbronn, nächtliches Leichenpräparieren mit Gunther von Hagens und über Zitiersicherheit aus »Mein Kampf«. Hanix-Fotografin Meli Dikta ließ es sich nach dem Shooting nicht entgehen, Beneckes Madagaskar-Fauchschabe (Gromphadorhina portentosa) anzufassen. Keine Sorge: Fotografin und Schabe geht es gut. Wo wir sonst noch für diese Ausgabe waren: in Haberschlacht bei The Taste- Finalist BORIS BIGGÖR, bei Cakedesignerin STEFFI BIEDERMANN in Kirchardt, vor der Glotze, ein letztes Mal im Complex 23, zum ersten Mal in der Jäkbar/Mojäk Galerie, im Therapeutikum Heilbronn, in der Kunstund Kulturwerkstatt Zigarre, zum intuitiven Bogenschießen in Jagsthausen, in der Bildungsstadt Heilbronn, bei Rapper JAVO, im Alten Theater Heilbronn, an der Heilbronner Hochschule, im neueröffneten Deutschhofmuseum, in einem Yogacamp auf Mallorca und vielen weiteren Orten. Tritt das Gaspedal ordentlich Richtung Süden! Die Hanix-Redaktion. Hanix-Fotografin Meli Dikta war so fasziniert von der Madagaskar-Fauchschabe, dass sie unbedingt Dr. Mark Beneckes Insekt in die Hand nehmen wollte. Nach anfänglicher Nervosität beiderseits verstanden sich Fotografin und Schabe hervorragend.

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Impressum VERLAG / HERAUSGEBER HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn USt.-ID: DE 271248199 Vertreten durch: Marcel Kantimm Robert Mucha CHEFREDAKTEUR Robert Mucha (V.i.S.d.P.) REDAKTION Friedemann Orths, Lea Pomocnik REDAKTIONELLE MITARBEITER Dr. Bernhard Stumpfhaus, Brigitte Fritz-Kador, Maria Sanders, Matthias Marquart, AUTOREN UND MITARBEITER Nicolai Köppel, Mares Baudewijns, Sibel Taylan, Thomas Aurich, Ralph Munz, Oliver Maria Schmitt, Annette Geisler, Maria Maroge, Helen Hofmann, Sarah Baudenbacher, Martin Zips / Sueddeutsche Zeitung ARTDIREKTION Raimar Schurmann LAYOUT Raimar Schurmann (Leitung), Florian Geiger FOTOGRAFEN UND ILLUSTRATORINNEN Meli Dikta (www.blickboutique.de) Memo Filiz (www.memografie.com) Ulla Kühnle (www.freiraum-photos.de) Nico Kurth (www.nicokurth.com) Klaus Schaeffer Kathrin Leisterer Lisa Maria Klotz (www.lisamariaklotz.de) Wolfgang Träger Natalis Lorenz LEKTORAT Friedemann Orths, Udo Völker VERMARKTUNG & SALES Maike Endresz (verantw.), Agentur Sansi VERLAGSKOORDINATION / ADMINISTRATION / SOCIAL MEDIA Marcel Kantimm DRUCK Druckerei Ziegler GmbH & Co. KG Auwiesen 1 74924 Neckarbischofsheim VERTRIEB Auslage an ca. 1.000 Stellen im Großraum Heilbronn KONTAKTE info@hanix-magazin.de Maike Endresz: maike.endresz@hanix-magazin.de Marcel Kantimm: marcel.kantimm@hanix-magazin.de Robert Mucha: robert.mucha@hanix-magazin.de Telefon: +49 7131 1216500 Die Meinungsäußerungen in diesem Magazin liegen in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Autoren und geben nicht zwingend die Meinung des Verlages und der Redaktion wieder. COPYRIGHT 2015 Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Kein Teil dieses Magazins darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form, gleich welcher Art, reproduziert werden. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages strafbar. 6 Hin- & Weggucker Der Bildvergleich Diesmal: Wer aufgibt ist tot vs. Complex 23 8 Stadt-, Land- und Metroleben Unsere Veranstaltungstipps für Februar und März 14 Streifzug durch die Region Diesmal mit Jennifer Rostock, einem Fotoprojekt mit Flüchtlingen & einem Interview mit Martina Wieland, Geschäftsführerin des Therapeutikum Heilbronn 16 Smalltalk Dinge, die Heilbronner nicht sagen, Thekenphilosophen & #ashtag #eilbronn 18 600 Sekunden KÖPPELS ZEHN MINUTEN HEILBRONN Warte nur, balde ... 20 Taschenkontrolle bei Boris Biggör, Koch 22 Mein Lieblingsding HEILBRONNER ZEIGEN IHR LIEBSTES STÜCK Diesmal: Cakedesignerin Steffi Biedermann und ihr Profibackblech 24 Abenteuer um die Ecke Auf Robin Hoods Spuren: Intuitives Bogenschießen in Jagsthausen INHALT Hanix Nr. 47

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Hanix Nr. 47 26 Politik & Gesellschaft Bildungs- und Wissensstadt Heilbronn? 32 Kultur Gespräch mit Oliver Palko und Katharina Huber vom Alten Theater Heilbronn 34 Musik Javo ist im Hauptberuf Architekt bei der Stadtsiedlung Heilbronn. Seine große Leidenschaft gilt aber Raps und Beats. 36 Wirtschaft Hochschule Heilbronn: Bildung und Innovation im digitalen Zeitalter & Interview mit Prof. Dr. Ralf Dillerup, Leiter des Studiengangs Unternehmensführung an der Heilbronn University Graduate School 38 Kunst Neueröffnung des Deutschhofmuseums & Kunst- und Kulturwerkstatt Zigarre 40 Film Arthaus-Tipp »Lion«. Dazu weitere Filmstarts 44 Interview des Monats Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke. Wir sprachen mit dem Kölner über das Wattestäbchen- Phantom von Heilbronn, das Blutgefäßsystem eines Einhorns und Zitiersicherheit aus »Mein Kampf« HANIX NR. 47 50 Titelthema csi: Bester Arbeitgeber der Automobilbranche, König der Konstrukteure: Der Heilbronner Wilhelm Maybach, Stadtgeschichte: Motorenstadt Heilbronn, Audi Forum Neckarsulm, Rolf Wütherich: Der Heilbronner war Beifahrer bei James Deans Todesfahrt 64 Heilbronn – A Nice Place To Come From DIE OLIVER MARIA SCHMITT- KOLUMNE Unbeschallt, unszenig, uncool 66 Brief an die Heimat Yoga und Selbstbesinnung auf Mallorca 68 Historischer Schuss Parkuhren in der Fleiner Straße, 1966 70 .jpg BILDERGALERIE U. a. Heilbronner Fotoslam, Jäkbar/Mojäk Galerie, The Game auf Tour & Impressionen aus der Region 74 Veranstaltungskalender Gute Termine für Februar und März 82 Tiere ab 18 Von Lisa Maria Klotz Diesmal: Die Möpse

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FREITAG, 18. NOVEMBER 2016, 21:33 UHR ARD-SPIELFILM »WER AUFGIBT IST TOT« Im Oktober 2015 hatten sich noch viele Autofahrer aus der Region darüber geärgert, dass der Schemelsbergtunnel mehrfach für den ARD-Dreh »Wer aufgibt ist tot« gesperrt wurde. Wer steht schon gerne im Stau? Niemand! Selbst wenn TV-Star Bjarne Mädel gerade im Tunnel am Arbeiten ist. Etwas mehr als ein Jahr später wurde die komplett in Heilbronn und Umgebung gedrehte Tragikomödie zur Primetime in der ARD ausgestrahlt. Und am Ende hat der Film, trotz der Straßensperrungen im Frühherbst 2015, auch den Heilbronnern gefallen, wie zahlreich auf Twitter unter dem Hashtag #WerAufgibtIstTot nachzulesen ist. Bis zum 18. Februar 2017 ist »Wer aufgibt ist tot« noch in der ARD-Mediathek online abrufbar. Hanix Nr. 47 Foto: Robert Mucha HINGUCKER

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DONNERSTAG, 22. DEZEMBER 2016, 13:17 UHR COMPLEX 23, SALZSTRASSE HEILBRONN Es ist zum Heulen und ein Armutszeugnis für die Stadtverwaltung und die lokale Politik. Wolfgang Egewardt und Sandra Miassar stellen zum 31. Januar 2017 den Kultur- und Barbetrieb im Complex 23 ein. Hiervon betroffen sind der Veranstaltungs- (Café & Bar daneben) und der Ausstellungsbereich (Triangel). Ebenso wird sich der multimono Kaufladen von der im Complex 23 verankerten festen Ladenfläche trennen. Der Kaufladen wird allerdings in mobiler Form mit dem Schwerpunkt auf eigenen Produkten und Projekten weiter existieren. Damit wird Heilbronn 2017 um mehr als 100 kulturelle Veranstaltungen ärmer sein. Noch viel schlimmer: Die Einstellung des kulturellen Programms im Complex 23 hätte wohl verhindert werden können, wenn man im Rathaus und auf dem Kulturamt nur gewollt hätte. Hanix Nr. 47 Foto: Meli Dikta WEGGUCKER

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TIPPS FÜR HEILBRONN Konzert 2. Februar PETE JONES Pier 58, Heilbronn Tische raus. Musik rein. Folk, Blues und Rock sind nur wenige von vielen Genres, die der Sänger, Songwriter und Gitarrist Pete Jones in seine Musik mit einbringt und daraus seinen ganz eigenen Stil entwickelt hat. In seinen Texten behandelt er aktuelle Themen wie Mensch, Natur und Tier, Werte und Normen der Gesellschaft und unser Verhalten gegenüber der Welt. Seine besondere Stimme lässt jeden in seine Welt eintauchen. Clubbing 11. Februar 6 JAHRE RIDERS ON THE STORM MIT BASSFACE SASCHA U.V.M. Club Mobilat, Heilbronn Dass sich Drum&Bass in der Käthchenstadt äußerster Beliebtheit erfreut, liegt nicht zuletzt an den »Riders On The Storm«-Partys im Mobilat. Heute feiert die Partyreihe gebührend ihren 6. Geburtstag. Zu diesem Date hat man die nationale Ikone und deutsche Nr.1 geladen: Bassface Sascha. Pflichttermin! Lesung 19. Februar LESUNG MIT J. M. CORNERMAN Hartmans, Heilbronn J. M. Cornerman mit deutschen und schweizerischen Wurzeln lebt seit ihrem sechsten Lebensjahr in der Nähe von Heidelberg. Nach einer Ausbildung zur Kinderkrankenschwester und einem Fernstudium in Homöopathie wagte die zweifache Mutter vor wenigen Jahren den großen Schritt und veröffentlichte ihr erstes Buch. »Punish 1« erschien im Januar 2015. Seither hat sich die Liebesromanserie um die Boxer des Punish-Boxclubs auf dem deutschen E-Book-Markt einen Namen gemacht. Zur Lesung bringt die sogenannte Punishermom ihr neuestes Werk aus dem Boxclub mit und liest exklusiv aus »Punish 6 – Cayden Hastings« vor. Verkostung 25. Februar WHISKYTASTING Mangold, Heilbronn Die Frieder-Weber-Brauwerkstatt wird zum Raum für schottischen Geschmack und zum Genießen einer Whiskyauswahl vom Feinsten. Whiskykenner und -liebhaber Jon Wells nimmt Teilnehmer mit auf eine lehrreiche Reise nach Schottland. Der gebürtige Engländer präsentiert und verkostet sechs verschiedene Whiskys. Er erklärt außerdem die Herstellungsweisen und geschmacklichen Besonderheiten. Der schwäbische Chefkoch sorgt zwischendurch mit einem saftigen Braten für ein kulinarisches Erlebnis. Kunstveranstaltung 10. März TÊTE-À-TÊTE/SKULPTUREN UND MUSIK Kreissparkasse Heilbronn, Unter der Pyramide Der Förderkreis für Neue Musik Heilbronn e.V. begeht sein 20-jähriges Bestehen. In seinem Auftrag haben die international gefragten Komponisten Charlotte Seither und Ulrich Alexander Kreppein jeweils eine Kopfskulptur aus dem Bestand der Städtischen Museen Heilbronn als Vorlage und Sujet für ein neues Klaviertrio ausgewählt. Das renommierte Boulanger Trio Berlin mit Birgit Erz, Ilona Kindt und Karla Haltenwanger gestaltet diese außergewöhnliche Uraufführung, bei der auch die zugehörigen Skulpturen von Jean Ipoustéguy und Markus Daum ausgestellt sind. Gesprächsrunde 22. März AUTOR IM GESPRÄCH: HEINRICH STEINFEST BOXX Junges Theater, Heilbronn Mit seiner literarischen Arbeit trat Steinfest etwa ab Mitte der 90er Jahre an die Öffentlichkeit. Albury, Wien, Stuttgart – das sind die Lebensstationen des erklärten Nesthockers und preisgekrönten Autors, welcher den einarmigen Detektiv Cheng erfand. Der Schriftsteller und Künstler wurde mehrfach mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet und bereits zweimal für den Deutschen Buchpreis nominiert. Neben Romanen und Beiträgen für Anthologien schreibt er gelegentlich essayistische Artikel für Zeitungen und Zeitschriften. STADTLEBEN Hanix Nr. 47

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DIE TIPPS FÜR REGION Sonderführung 3. Februar NACHTS IM SCHLOSS: LATER- NENFÜHRUNG FÜR KINDER Residenzschloss, Ludwigsburg Heute Abend können Familien das Residenzschloss Ludwigsburg auf eine neue Weise entdecken. Alle Lichter in den Räumen sind erloschen und nur Laternen erleuchten den Weg. An jeder Station des Rundgangs bekommen Kinder und Erwachsene Geschichten erzählt über die Zimmer selbst und über die Menschen, die sich dort aufgehalten haben, als das Schloss noch bewohnt war. Im Schlafzimmer von Herzog Carl Alexander beispielsweise befindet sich der älteste Holzboden des Schlosses: Kein Wunder, dass er knarzt und knarrt – die Stimmung auf diesem Rundgang ist ganz außergewöhnlich. Kochkurs 19. Februar KOBE BEEF – UND BIG BOTTLE-PARTY Reber’s Pflug, Schwäbisch Hall Der Kochkurs beginnt mit einer kurzen Menübesprechung und dem Austeilen der Kochschürzen und der Rezeptunterlagen. Danach geht es in die Küche und es wird gemeinsam mit Hans-Harald Reber in der Profiküche von »Reber’s Pflug« gekocht. Der Spitzenkoch ist an diesem Abend sicher auch bereit, sich ein paar Küchengeheimnisse und wertvolle Tipps und Tricks für zu Hause entlocken zu lassen. Im Anschluss wird in netter Runde das selbst zubereitete und angerichtete vier- Gänge-Menü genossen, wozu begleitende Weine kredenzt werden. Comedy 21. Februar ÖZCAN COSAR – DU HAST DICH VOLL VERÄNDERT KULTURa, Öhringen In seinem zweiten Programm nimmt Özcan Cosar die Zuschauer mit auf die Reise der beruflichen Selbstfindung eines jungen Mannes zwischen zwei Kulturen, der vor den alles entscheidenden Fragen steht: Wo warten Karriere-Chancen, wenn man mit einer Extraportion Talenten und Interessen gesegnet ist, aber mitten im »hab-nochnicht-alles-ausprobiert-Modus« steckt? Özcan erzählt von seinem bisherigen beruflichen Werdegang: vom gewitzten Barkeeper über die bodenständige Zahnarzthelferin, dem coolen DJ, ambitionierten Sportlehrer und begnadet guten Breakdancer bis hin zum inzwischen mehrfach preisgekrönten Comedian. Kino 15., 22. & 29. März PICKNICK MIT BÄREN Scala-Kino, Neckarsulm Bill Bryson, seines Zeichens ein sehr erfolgreicher Schriftsteller von Reiseberichten, juckt es wieder einmal an den Füßen. Auch wenn er sich in seinem gemütlichen Rentnerleben mit seiner Frau Cynthia grundsätzlich wohlfühlt, will er sich noch einmal in ein letztes großes Abenteuer stürzen. Auf der Suche nach einem Begleiter für die Reise, die sich zunächst als schwierig gestaltet, trifft Bill auf einen alten Schulfreund. Als ehemaliger Alkoholiker und mit einigen Kilos zu viel auf den Rippen war er dabei nicht gerade Brysons erste Wahl. Aber die beiden Senioren raufen sich zusammen, um gemeinsam in der rauen Wildnis zu bestehen. Konzert 19. März SARAH LESCH LIVE B-Seite MusikCaféBar, Lauffen am Neckar Sarah Lesch schrieb Musik für Kindertheaterstücke und zählt seit Jahren zu den umtriebigsten und produktivsten Liedermachern mit mittlerweile zwei Alben und unzähligen Konzerten in der Vita. Sarah Lesch ist Preisträgerin des Troubadour Chansonpreises, des FM4- Protestsongcontests, des Preises der Hanns-Seidel-Stiftung (Songs an einem Sommerabend), sowie des Udo Lindenberg Panikpreises 2016. Ausstellung 25. März SONDERAUSSTELLUNG: CRAZY WHEELS Auto- und Technikmuseum, Sinsheim Ab dem 25. März präsentiert das Auto & Technik Museum Sinsheim die neue Sonderausstellung Crazy Wheels mit kuriosen Fahrzeugen aller Art. Darunter das längste Serienmotorrad der Welt, die Böhmerland, wie auch das größte Motorrad mit Straßenzulassung, die Gunbus. Das Bestehen langjähriger Kontakte zwischen Museumsverein und außergewöhnlichen Bastlern und Enthusiasten bringt verrückte Entwicklungen wie ein Kreidler-Mofa mit offizieller Autobahnzulassung mit sich. LANDLEBEN Hanix Nr. 47

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Wir haben ihn gebaut, weil wir an Sie glauben. Zeigen Sie, dass wir uns nicht getäuscht haben: Der neue 911 Carrera GTS. Ab sofort bestellbar bei uns im Porsche Zentrum Heilbronn. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel.: +49 7131 5034-200 Fax: +49 7131 5034-220 E-Mail: info@porsche-heilbronn.de www.porsche-heilbronn.de Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 12,9–10,7 · außerorts 7,3–6,9 · kombiniert 9,4–8,3; CO 2 -Emissionen kombiniert 212–188 g/km

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DIE TIPPS FÜR S, MA, HD & KA Dinner & Music 7. Februar HAPPENING #3 Im Wizemann, Stuttgart Es wird mal wieder Zeit für ein Happening, bei dem Gäste sowohl kulinarisch als auch musikalisch verwöhnt werden. Bereits zum dritten Mal lädt das Wizemann-Team ein, ein vorzügliches Drei-Gänge-Menü in Verbindung mit akustischer Livemusik im »happen« zu genießen. Der musikalische Gast heißt Cris Cosmo. Für seinen mitreißenden Sound mischt er handgemachte deutsche Popmusik mit Reggae, Dancehall, Latino, Funk und Clubmusik zu einem tanzbaren, interaktiven Cocktail. Kunstmesse 16. bis 19. Februar ART KARLSRUHE Messe, Karlsruhe Ob Malerei oder Bildhauerei, ob Zeichnung, Druckgrafik, Multiples oder Fotografie. Auf 35.000 qm Ausstellungsfläche entsteht eine klar strukturierte, architektonisch anmutende »Kunstlandschaft«, die zu intensivem Sehen, konzentrierter Auseinandersetzung und entspanntem Einkauf einlädt. Abgesicherte bildnerische Positionen werden bewusst in Balance mit jüngsten künstlerischen Experimenten gehalten. Es herrschen familiäre Stimmung und gute Laune vor; abseits des üblichen Kunstmarktgetümmels begegnen sich hier Künstler, Galeristen und Kunstliebhaber auf Augenhöhe und pflegen intensiven Austausch. Flohmarkt 11. März NACHTKONSUM: NACHTFLOHMARKT Festhalle Baumhain im Luisenpark, Mannheim Keine Lust auf wenig Besucher, Plastikfolien, Regenschirme und wellige Bücher? Mannheims größter Event-Nachtflohmarkt ist wetterunabhängig, bringt viel Livemusik mit und gibt euch die Möglichkeiten, bis Mitternacht auf 300 Meter Verkaufsfläche gemütlich zu flanieren, feilschen, trinken und stöbern. Los gehts ab 17 Uhr in der Baumhainhalle im Luisenpark. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Und früh aufstehen am Wochenende? Nicht beim Nachtflohmarkt. Clubbing 18. März DEX!T – TECHNO EVENTS MS Connexion Complex, Mannheim DEX!T bedeutet Feierei, gute Laune und vor allem ganz viel Spaß in dunklen, abgeschotteten Räumen, in denen der Teufel durch Bässe geweckt wird. Bekannt wurde die DEX!T im Mannheimer Nachtclub MS CONNEXION und ist mittlerweile ein beliebtes Reiseziel für alle Techno-Gestörten. Seimen Dexter ist der Erfinder der Eventreihe und wird als DEX!T-Papa angesehen, der mit seinen reizenden Ideen bisher großen Erfolg schöpft. Kulturveranstaltung 25. März LANGE NACHT DER MUSEEN Diverse Veranstaltungsorte, Stuttgart Die Lange Nacht der Museen gibt alljährlich spannende Einblicke in die Stuttgarter Kultur-Szene. Museen, Kulturinstitutionen, Galerien und Atelierhäuser öffnen ihre Türen und präsentieren Performances, Filme, Projekte, Ausstellungen, Führungen und vieles mehr. Dabei bringen Shuttlebusse der SSB Kunstfans und Partygänger zu den teilnehmenden Einrichtungen. Auch U-Bahn-Stationen werden mit einbezogen und in ein Lichtermeer verwandelt. Spaziergänge in der Nacht lassen den Besucher Kunst und Kultur entdecken, die im Alltag oft wenig beachtet wird. Konzert 31. März JONATHAN KLUTH & BAND halle02, Heidelberg Es gibt ein neues Album von Jonathan Kluth und es hat eine große Reise hinter sich. In völliger Eigenregie aufgenommen, inmitten der Großstadt Berlin produziert und einmal quer durch Kalifornien gewandert, wurde »Spaces in Between« zu einem facettenreichen und persönlichen zweiten Album, auf dem der Mittzwanziger mutig alles kombiniert, was man von ihm kennt und liebt. Der Klang der Umgebung, charaktervolles Gitarrenspiel und seine markante Stimme mischen sich mit energetischen Songs zwischen Großstadtleben und Reiselust. METROLEBEN Hanix Nr. 47

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Wir wünschen allen Hanix-Lesern e i n g u t e s u n d erfolgreiches 2017 w w w . c r o s s m e d i a e x p e r t s . d e

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»ERSTKLASSIGE RAHMENBEDINGUNGEN FÜR DIE INKLUSION PSYCHISCH ERKRANKTER« Die Förderung seelischer Gesundheit und erfolgversprechende Rehabilitation steht für Martina Wieland bei ihrer Arbeit an erster Stelle. Wir sprachen mit der Geschäftsführerin des Therapeutikum Heilbronn über ihre zwölfjährige Tätigkeit als Chefin der Rehabilitationseinrichtung und das Ziel, mehr Unterstützung und Hilfe für Betroffene zu signalisieren. Von Robert Mucha & Lea Pomocnik, Foto: Meli Dikta Hanix: Frau Wieland, Sie gehören mit nun zwölf Dienstjahren als Geschäftsführerin zum Inventar des Therapeutikum Heilbronn. Ihr Job scheint Ihnen Spaß zu machen, richtig? Martina Wieland: Mir macht mein Job sogar mehr Spaß als vor zwölf Jahren, da dieses Unternehmen unheimlich viel Entwicklungspotenzial hat. Für mich ist der Prozess der Veränderung immer da und alle gehen ohne Widerstand mit. Wie wichtig ist Ihnen der soziale Aspekt Ihrer Arbeit? In der freien Wirtschaft könnte eine Frau Ihres Kalibers sicherlich mehr verdienen … Ich habe in die Wiege gelegt bekommen, nach anderen zu schauen und betriebswirtschaftlich zu denken. Mir macht es Spaß, Ressourcen für die Behandlung, Betreuung und Rehabilitation von Menschen herbeizuführen. Hand aufs Herz: Nie an eine neue Herausforderung gedacht? Das Therapeutikum zu verlassen, kam bis jetzt nie infrage. Jedoch wäre ich sehr kreativ, wenn beispielsweise veränderte Rahmenbedingungen meine Entscheidungsfreiheit einschneiden würden und ich mich umorientieren müsste. Mit dem Richtfest des neuen Gebäudekomplexes in der Kreuzäckerstraße im Spätherbst 2016 wurde ein Zeichen für mehr Platz zum Arbeiten und Wohlfühlen im Küchen- und Kantinenbereich gesetzt. Im Sommer sollen die neuen Räumlichkeiten bezogen werden. Ein Meilenstein fürs Therapeutikum Heilbronn? Finanztechnisch gesehen ist es eines der größten Projekte, aber es gab andere Meilensteine wie das Appartementhaus, das wir zusammen mit Ralf Klenk gebaut haben. Dort haben wir Lebensraum für psychisch beeinträchtige Menschen geschaffen, in welchem sie nicht stigmatisiert werden und niemand bemerkt, dass sie eine Krankheit haben. Als Geschäftsführerin der größten Rehabilitationseinrichtung in der Region haben Sie die Expertise: Wie gelingt eine möglichst sichere und erfolgversprechende Inklusion psychisch erkrankter Menschen? Durch ein therapeutisches Setting, das sehr engmaschig und konzentriert über einen bestimmten Zeitraum vom hochqua- lifiziertem Personal durchgeführt wird. Für psychisch Erkrankte ist eine Stadt wie Heilbronn zur Rehabilitation erstklassig, da man nicht auffällt und dazu viele Möglichkeiten und kurze Wege hat. Durch die Unterstützung im Bereich Arbeit und Berufsbildung werden die Rehabilitanden des Therapeutikums auf den erneuten Eintritt in den freien Arbeitsmarkt vorbereitet. Bestehen Kooperationen zwischen dem Therapeutikum und Unternehmen? Es bestehen um die 40 Kooperationen mit Unternehmen. Wir erledigen Arbeitsaufträge für Firmen, dafür können wir dort Menschen mit psychischer Behinderung platzieren. Sie bieten uns Praktikumsplätze an und stellen ein. Auch kaufen wir von Kooperationspartnern Gelände oder mieten Gebäude. Das ist also ein Geben und Nehmen. Das Therapeutikum hat seine Anfänge 1971 im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Haben sich im Vergleich zu den Anfangsjahren auch die psychischen Erkrankungen verändert bzw. sich neue Krankheitsbilder herausentwickelt? Persönlichkeitsstörungen haben, gerade bei jungen Menschen, stark zugenommen. Drogenkonsum in jungen Jahren ruft oft Psychosen hervor, da sie Hirnschädigungen verursachen können. Die Menschen werden immer jünger und auch stärker krank, sind orientierungsloser denn je. Der 10. Oktober ist der Tag der seelischen Gesundheit. Bedarf es nach wie vor mehr Aufklärung zu psychischen Krankheiten, damit Stigmatisierungen in der Gesellschaft vermindert werden und Erkrankte nicht mehr zögern, sich Hilfe zu suchen? In Heilbronn könnten wir einiges mehr tun, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Jährlich überlegen wir zusammen mit öffentlichen Einrichtungen und Trägern, was wir an diesem Tag veranstalten können. Versuche, über die Presse für Aufklärung zu sorgen, sind stark ausbaufähig. ◆ Hanix Nr. 47 STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION

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Hanix Nr. 47 SEHEN UND GESEHEN WERDEN Mit dem Projekt des Kunstund KulturWerkHauses Zigarre »Heilbronn sehen und gesehen werden«, das im vergangenen Jahr begann, wurde im Rahmen eines Fotoworkshops für und mit Geflüchteten ein Zeichen für Integration gesetzt. Foto: Klaus Schaeffer Vernissage: Freitag, 10. Februar, Einlass 18:30 Uhr Beginn: 19 Uhr Sheddach-Saal im OG der Zigarre, Heilbronn Was sie erwartet, wusste niemand. Vor dem Zusammentreffen im Innenhof der Zigarre Anfang Oktober waren sowohl die Geflüchteten als auch Miriam Wilke und Klaus Schaeffer unter Mitarbeit von Klaus Koppal und Mia-Maria Jäger ahnungslos, aber nicht planlos. In welcher Sprache werden wir kommunizieren? Kommen unsere Botschaften an? Können Ziele und Interessen gemeinsam verfolgt werden? Fragen, die erst durch intensive Zusammenarbeit zwischen den Geflüchteten und den ehrenamtlichen Mitarbeitern beantwortet wurden. »Fotografie gibt uns die Möglichkeit der Verständigung und des Austausches. Austausch wiederum öffnet Türen, gemeinsam etwas zu schaffen und bringt uns voran. Das ist die einfachste und schnellste Integration.« Worte, die Miriam Wilke wichtig sind und die Gründe für die Durchführung des Projektes widerspiegeln. Zwischenmenschliches und die Begegnung stehen beim Fotoworkshop im Vordergrund. Die Geflüchteten im Alter zwischen 16 und 34 entdeckten mit Handy- und Kompaktkameras die Stadt Heilbronn. Viele verschiedene, abwechslungsreiche Fotos sind entstanden, auch solche, die zum Nachdenken anregen. Durch unterschiedliche Herkunftsländer wie Gambia, Afghanistan, Irak oder Syrien wurden Fotos aus der Vergangenheit mitgebracht, die Traditionen aus der Heimat der Workshopteilnehmer zeigen. Fotos aus den Flüchtlingsheimen spiegeln den Ort für das Entstehen neuer Freundschaften wider. Eine Vernissage wird den Ausdruck von Emotionen, Gefühlen und Wahrnehmungen durch Fotos zeigen und lädt dazu ein, Botschaften zu erkennen und darüber nachzudenken, wie wir »gesehen werden«. Der Sheddach-Saal im Obergeschoss der Zigarre wird an diesem Abend zum Raum für Fotografien mit tiefgehenden Geschichten. ◆ (lep) DIE »HENGSTIN« ZEIGT, WAS SIE KANN Die Band rund um Jennifer Weist zeigte sich nicht nur beim Anti-AfD-Song oder im Kampf für feministische Werte selbstsicher und souverän. Hymnen mit Haltung: Jennifer Rostock spielen am 9. Februar in Stuttgart. Denkt man an die Zeilen »Willst du ’ne Steuerpolitik, die nur dem Großverdiener nützt, dann wähl die AfD« kurz vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern zurück, erinnern sich viele an die heißen Diskussionen zu den kritischen Texten Jennifer Rostocks. Der Netzhit erreichte Ende letzten Jahres mehr als zwölf Millionen Klicks auf YouTube. Die Band wollte mit ihrem Song ausdrücken, dass sie sich dafür einsetzt, der rechtspopulistischen AfD keine Chance zu geben. Großen Einsatz und weibliche Stärke zeigt Jennifer Weist auch bei ihrem Musikvideo zum neuen Song »Hengs-tin«, indem sie splitterfasernackt Zeichen gegen Sexismus setzt. Fraglich bleibt, ob der hüllenlose Weg zur Gleichberechtigung ein guter Weg ist, jedoch trifft die Band bei wichtigen Themen oft den richtigen Ton. ◆ (lep)

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Dinge, die Heilbronner nicht sagen: »Stadtmarketing braucht entsprechendes Budget!« THEKENPHILOSOPHEN In jeder Ausgabe stellen wir unseren Thekenphilosophen eine knifflige Frage aus dem Leben. Das Szenario: Der Gast sitzt an der Theke, weiß nicht weiter und fragt den Wirt nach dem richtungsweisenden Ratschlag. Unser Thekenszenario diesmal: Der Stammgast, der ein echt toller Typ ist, ist in letzter Zeit aufgrund der Flüchtlingskrise und Terroranschläge zu einem »besorgten Bürger« geworden, der sich zum Beispiel durch Merkels Flüchtlingspolitik oder andere Religionen bedroht fühlt. Wie sollte der Gast am besten mit der Situation umgehen? Protokoll: Friedemann Orths Fotos: Ulla Kühnle Sibel Taylan, Data 77112 Man ist doch ständig in Gefahr! Väterchen Tod kannste eh nicht bescheißen. Deine Angst will mal einen Huggie (Umarmung) von dir, damit du sie besser verstehen kannst – wie bei allen ungeliebten Gefühlen musst du dich ihr stellen. Sie mal fragen, wieso sie bei dir anklopft: Wo kommt sie her? Was hat sie vor? Mach ihr die Türe auf und du wirst herausfinden, dass sie deine Freundin ist und sie immer bei dir sein wird, aber nur, damit du vorsichtig bleibst. Loslassen gelingt durch Annehmen, nicht durch Loswerden wollen. Angst zu haben ist eine Entscheidung. All unsere Gefühle haben ihre Berechtigung, ihre Zeit und ihren Platz. Angst macht handlungsunfähig. Sie vergiftet unsere Hirne und Sinne. Lass dich bitte nicht von den politischen Extremisten, Hasspredigern und dem TV täuschen! Thomas Aurich, u. a. Winterdorf Die Chinesen sagen, jede Krise sei eine Chance. Der Gast möge sich Tatsachen vor Augen halten. Deutschland ist ein Einwanderungsland, immer gewesen. Wir brauchten stets MitarbeiterInnen aus dem Ausland. In den 20ern die Spanier, in den 60ern Italiener, danach Jugoslawen, Türken, Albaner etc. Heute Mitarbeiter, Unternehmer, Freunde, die ihren Kindern das Studium ermöglichen. Die Syrer sind Menschen, bei denen Bildung ein hohes Gut ist. Wir brauchen sie, wer erhält sonst unser Handwerk? Ein Syrer hat im Stein- und Duftparadies an der Unteren Neckarstraße einen vollen Geldbeutel vom Spielplatz abgegeben. Mir ist einer über drei Bahnsteige hinterher, ich hatte das Wechselgeld im Automaten vergessen. Chapeau. Sorgen muss der Gast nur vor den Hasserfüllten haben. Die werden wählen gehen, unsinnige Parteien, ohne Plan, mit Hass. Die Vernünftigen bleiben vielleicht der Wahl fern. Dann kann es kommen wie beim Brexit. Milliardenverluste und Negativfolgen für den Wohlstand. Ralph Munz, u. a. The Rooms Club Im Grunde genommen ist alles ganz einfach. Wenn du in Liebe und Achtsamkeit lebst, brauchst du auch keine Angst mehr vor Bedrohungen haben. Die Angst in uns, und das sieht man gerade jetzt deutlich, vergiftet uns. Wenn die Angst so nahe zu uns kommt, dann werden wir unsicher und handeln nicht mehr in Zuversicht und Güte, sondern in Verteidigung und Gewalt. Wir als deutsches Volk, also auch jeder fünfte Nicht-Deutsche, haben, meiner Meinung nach, die Pflicht, nachdem was uns der zweite Weltkrieg angetan hat und was wir anderen angetan haben, gerade jetzt in Nächstenliebe zu handeln. Und dann bin ich auch in der Gewissheit, dass uns niemand mehr bedrohen wird. Natürlich nicht gleich morgen, aber in einer gewissen Zeit. Lassen wir aber wieder die Angst zu, dann kommt der Spruch des Mittelalters erneut zum Tragen: Auge um Auge – Zahn um Zahn. Und was das bringt, wissen wir ja zu deutlich, nichts. Lasst uns die Kriege beenden und anderen Völkern helfen zu Wohlstand und Fülle zu gelangen und ihre Kinder in Frieden und Gewaltlosigkeit erziehen zu können. Dann wäre uns allen schon mächtig geholfen. Auch dir, mein Lieber. Und allen anderen! Mares Baudewijns, Eckstein Es ist definitiv viel Schlimmes passiert in der letzten Zeit, da kann man schon verstehen, dass es besorgte Bürger gibt. Dem Gast würde ich vorschlagen, an das Gute im Menschen zu glauben! Allen Menschen generell respektvoll, positiv und freundlich entgegentreten. Ein anderer Glaube oder eine andere Hautfarbe bedeutet nicht gleich kriminelles Potenzial! Meine persönlichen Erlebnisse waren bisher alle positiv. Bei meinem Gast vielleicht auch, und dies sollte er im Sinn behalten. Er könnte vorerst überlegen, größere Veranstaltungen zu meiden oder Reisen an bestimmte Orte, welche gefährdet sind, zu unterlassen. Ansonsten mein persönlicher Tipp: Weniger Nachrichten, mehr Sport schauen! SMALLTALK Hanix Nr. 47

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#ASHTAG #EILBRONN Unsere Social-Media-Rückschau zu Heilbronn. Mal spannend und unterhaltsam, oft langweilig und öde. Wir schlagen uns für euch durchs Heilbronner Twitterund Facebook-Dickicht und scrollen auch da, wo es wehtut. ARD-Sportschau sucht deutsche Großstädte ohne großen Sport – Heilbronn ist dabei Die Redaktion der Sportschau hat eine 24er-Liste mit spitzensportschwachen deutschen Großstädten zusammengestellt. Die Kriterien: »Es gibt keinen Bundesligisten, weder im Fußball (1., 2., 3. Liga) noch im Handball, Volleyball, Basketball, Eishockey oder Hockey (jeweils 1. Liga), weder bei den Frauen noch bei den Männern.« Schnell mopsten sich Heilbronner Falken-Fans auf der Facebook-Seite der Sportschau, dass die Falken als DEL2-Team ja wohl Spitzensport anböten. Schlichter Konter von Facebook-User Kevin Simon: »Gründlich lesen hilft. Dann muss man sich auch nicht von einem Kevin die Welt erklären lassen.« Heilbronner leben kürzer So liest sich jedenfalls die Excel-Tabelle des Statistischen Landesamts. Wer derzeit im Hochschwarzwald geboren wird, kann sich auf ein längeres Leben einstellen. Der Stadtkreis Heilbronn dagegen gehört in die Schlussgruppe und liegt bei den Männern auf dem vorletzten Platz vor Mannheim. Über zweieinhalb Jahre mehr Lebenszeit haben die Schwarzwälder zu erwarten. Dazu erklärte die Heilbronner Stabstelle Strategie fantasievoll: »Wenn erst zum Ende des Lebens nach Heilbronn gezogen werde, beeinflusse das rechnerisch die Systematik der Lebenserwartung.« Aha. »Sie nennen ihn Killerwal« – Lidl-Chef Klaus Gehrig Manager des Jahres 2016 Das manager magazin kührte Klaus Gehrig zum Manager des Jahres. Auch wenn der gar nicht wollte. »Herzlichen Glückwunsch, Sie sind unser ›Manager des Jahres‹!« Schlichte Antwort des »letzten Großmeisters des Handels«: »Ich kann das nicht annehmen.« War dem manager magazin egal. Gehrig wurde trotzdem zum Manager des Jahres gekürt und somit zum Coverboy der Januar- Ausgabe. Wir schaffen Verbindungen und sind Ihr Wegbereiter. Umkleide für unsere Mitarbeiter in Heilbronn. Von so viel Orange ist man ja beinahe geblendet. Arbeitssicherheit ist für uns überlebenswichtig – und nicht nur eine leere Phrase. Das Einhalten der Vorschriften erleichtert das Arbeiten und sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Schneider Bau GmbH & Co. KG 74074 Heilbronn · Hans-Rießer-Straße 18 Telefon 0 71 31 / 94 43 - 0 www.IhrWegbereiter.de http://www.facebook.com/IhrWegbereiter

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David Bowie, Leonard Cohen und Prinzessin Leia. Von Nicolai Köppel Foto: Ulla Kühnle WARTE NUR, BALDE ... Hanix Nr. 47 Außerdem Knut Kiesewetter. Dazwischen noch ungewohnt viele andere Menschen, von deren Tod ich im abgelaufenen Jahr hauptsächlich über Facebook erfahren habe. Dass Prinzessin Diana gestorben ist, hat mir noch meine Oma am Frühstückstisch erzählt. Heutzutage hätte ich das schon eine Minute vorher auf dem Klo von einem Freund erfahren, der bereits sein Profilfoto umgestellt hat. John Lennons Tod kam in der Tagesschau, und meine Mutter war ganz durcheinander und hat von heute aus gesehen einen guten Job gemacht, wie sie einem Achtjährigen erzählt hat, wer das war. Als im Jahr darauf mein Vater starb, wusste ich, das ist jetzt so ähnlich, nur viel näher. Wüste, beleidigende Hashtags gegen das abgelaufene Jahr musste ich lesen. Und auch, dass es jetzt so weitergeht, weil unsere Helden jetzt eben alt sind und nicht gesund gelebt haben. Und auch, dass wir uns bei dem RIP-Gewitter langsam mal überlegen müssen, was für eine Welt wir Keith Richards eines Tages hinterlassen wollen. Schon im August 2016 – genauer: nach Hermann Kant, aber vor Gene Wilder – dachte ich mir: Wenn das so weitergeht mit den Prominententoden, muss ich am Jahresende eine HANIX-Kolumne dazu schreiben. Die dann natürlich erst im Februar 2017 erscheinen würde. Aber ist genau das unser aller trauerndes Grundgefühl: zu früh, zu früh! Oh, zu spät, zu spät! Und, so dachte ich spätestens im September – so zwischen Jörg Zink und Hilmar Thate – ein origineller, ja gar originärer Grundgedanke zum Thema »Viele berühmte Leute tot dies Jahr« muss her. Mit einem Facebook-Post kurz nach George Michael wollte ich angesichts des übergreifenden 2016-Bashings in den sozialen Netzwerken anbereiten: »Wenn 2017 der erste Prominente stirbt, schreibt bestimmt jemand: EY 2016 – IST GUT JETZT!« – aber wie schal klingt das heute, wo doch schon in den ersten Wochen 2017 wieder welche mehr weg sind: Legenden, Idole, Wegbereiter, 600 SEKUNDEN – DIE STADTKOLUMNE

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role models, einstige Wichsvorlagen ... nein, so nicht, Herr Köppel! Aber wie sonst dem Bedrückenden beikommen? Das Leben feiern? Ausgleichende Schwängerungsversuche unternehmen? Jetzt erst recht! Moment, aber in eine Welt, die seit dem 20. Januar unter dem stumpfen Beat von D. J. Trump zuckt, kann man doch nicht mehr guten Gewissens ... und da war er, der originäre Gedanke. Weltbevölkerung wächst. Allein bei uns daheim! Verglichen mit dem Jahr 1750 (18 Millionen) müssten wir in unserem Land heute (81 Millionen) ziemlich genau viereinhalb Goethes haben! Etwa nicht? Sind wir dümmer geworden, verglichen mit der Bevölkerung des vorindustriellen Deutschlands? Doch wohl kaum. Und so geht das weltweit. Okay. Auch wenn Leute immer älter werden: Wo mehr Leute wohnen, sterben eben auch mehr Leute. Und wo in den ichsagmal 1920er Jahren gefühlte drei Dutzend Berühmtheiten ausreichten, um das umliegende Volk zu amüsieren, so war spätestens seit den Beatles jedes einzelne Bandmitglied wichtig (wenns nach mir ginge: seit den Marx Brothers!), und die Zahl der A-, B- und C-Promis wuchs mit der wachsenden Pop-Alphabetisierung. Wer starb in den 50ern? James Dean. In den 60ern? Schon drei mehr. In den 70ern? Komm ich jetzt nicht drauf, müssen aber schon einige viele gewesen sein. In den 80ern? Die, die unsere Eltern gut fanden, keine Ahnung, wie die hießen. In den 90ern? Unsere ersten Lieblinge, ach, viel zu jung! In den Nullerjahren? Wer will, kann den Hauch der eigenen Sterblichkeit schon spüren. Und seit ein paar Jahren hustet sie einem schon spürbar feucht in den Nacken. Why so serious? 2016 war speziell. Vielleicht wird 2017 ruhiger. Aber so wie jedes Jahr ein paar hundert Tierarten verschwinden (und die Fauna nicht schnell genug neue Arten in die Gegend mutiert, wenn wir ihr nicht helfen) und so manches Supermarktprodukt aus den Regalen verschwindet, weil wir es nicht mehr gekauft haben (früher hat man diese grünen VIVIL-Pfefferminz ü-ber-all gekriegt!!), bereitet sich die Popkultur auf eine Welt nach uns vor. Irgendwann ist irgendjemand froh, dass wenigstens Justin Bieber noch lebt. Von jenen herausragenden Gestalten der Popkultur, die in den letzten zehn Jahren zu Weltruhm gekommen sind, kann ich mir nicht vorstellen, dass meine Töchter in 50+ Jahren etwas anderes sagen als bestenfalls ›Ach, gabs der/ die/das noch?‹ Peter Gabriel, Tom Waits, Christopher Walken, Bruce Willis, Eckhard Henscheid und der eine Nebendarsteller aus der 90er-Jahre-Serie aus Amerika, den ich so arg gern mag, sind immer noch da. Ich hatte 2016 einfach Glück. Mehr als viele andere. Und wenn das aus dem einen oder anderen Grund irgendwann vorbei ist, reinkarniere ich einfach in einen der dann etwa sechs Goethes, die es bis dahin geben muss. Und verhalte mich unauffällig. Kann aber gut sein, dass ich mit den anderen fünf eine Art Whatsapp-Gruppe aufmache, nur um zeitnah mitzukriegen, wann es die anderen schrägt. ◆ Nicolai Köppel denkt sich diese Kolumne »600 Sekunden« nicht aus, sondern lässt sie jedesmal extra passieren. Mehr gibt’s hier: www.nicolaikoeppel.de

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BORIS BIGGÖR aus Brackenheim wollte alles, nur nicht Koch werden! Der heute 38-Jährige probierte beruflich vieles aus, bis er sein wahres Talent und seine Leidenschaft erkannte: Den Kochlöffel schwingen! Mit Witz und Kreativität kochte er sich 2016 sogar in der TV-Show »The Taste« bis ins Finale. Von Maria Maroge, Fotos: Meli Dikta Von der großen TV-Bühne zum persönlichen Koch zuhause BERUF: Küchenmeister JAHRGANG: 1978 BERUFUNG: Genussakrobat Die beruflichen Etappen von Boris sind vielfältig. Erst eine Lehre zum Industriekaufmann, dann Fachhochschule, um Psychologie und Marketing zu studieren. Dann lieber doch erst Zivildienst machen. Währenddessen, im Winterurlaub, bricht er sich das Handgelenk. Sein Glücksbringer, die Metallschiene trägt er seither am Schlüsselbund und bei jeder neuen beruflichen Herausforderung mit sich. Die Sache mit dem Glück funktionierte. Zuletzt bei der SAT.1-Kochsendung »The Taste«. Eine Castingshow, bei der die Teilnehmer nicht nur Kochprofis sein müssen, sondern auch unterhaltsam und stressresistent. »Ich hätte ja nie gedacht, dass die mich da nehmen!«, erklärt Boris. Partnerin Nadine und Freund David Oberdorf überredeten ihn Anfang 2016 zur Bewerbung, die er humorvoll gestaltete, mit Argumenten wie »Ich bin Muttis Liebling!« Die Agentur prüfte dann telefonisch, ob er wirklich so spritzig sei. War er. Boris durfte eine Runde weiter und ein Video von sich drehen. Das saß auch, denn er wurde zum Probekochen nach Köln eingeladen. Während er schnippelte und kreierte, testete man seine Nerven: Kann er gleichzeitig Fragen beantworten und lässig bleiben? Konnte er. Es folgte die letzte Hürde: O-Töne vor der Kamera geben. Kein Problem für den quirligen Schwaben. Und er erhielt einen Tag später die Einladung zur Teilnahme an der begehrten Show. Er kochte sich anschließend durch sechs Themenfolgen bis in die finale Show und auf den dritten Platz. Dieses Erlebnis machte ihn nicht nur in der Region bekannt. »Mein Selbstwertgefühl ist auch gestiegen. Ich bin mit der Show gewachsen«, erklärt der smarte Brackenheimer. Diese Erfahrung brachte ihn auch zum Nachdenken über seine weiteren beruflichen Träume und Ziele. Viele Stationen durchlief er als Koch bereits: im Restaurant Waldhorn in Cleebronn ausgelernt, anschließend ins Schlosshotel-Restaurant Liebenstein, danach ins Adler am Schloss nach Bönnigheim, eine Saison ging es nach St. Anton/Österreich, zurück ins Adler, um anschließend 2011 den Küchenmeister zu absolvieren, für eine Saison kochte er dann in Arosa/Schweiz und kehrte als 1. Küchenchef zurück ins Adler am Schloss. Dann gönnte er sich eine Pause: eine Asienreise über fünf Monate mit Freund David, der einst als Azubi in Boris’ Leben trat. Sie bereisten gemeinsam fernöstliche Länder und Küchen und brachten kulinarische Ideen mit in die Heimat. Ins kleine zerschlissene Notizbuch schreibt sich Boris seine Rezeptkreationen auf, ins Große Ideen zu Business und Menüs. Zurück in Deutschland leitete Boris das Catering des Voltino in Heilbronn. Freund David eröffnete in Lauffen das Café-Restaurant Lichtburg. Dann kam »The Taste« und anschließend die Gewissheit, was Eigenes zu wagen. Nicht die große Bühne, sondern lieber das kleine Wohnzimmer als Showroom: Gruppen ab acht Personen können Boris in ihr Zuhause buchen, um mit einem Mehrgänge-Menü von ihm verwöhnt zu werden. Immer mit im Gepäck: seine Palette zum Anrichten des Gekochten und der Soßenlöffel von der Oma mit Gravur, aber auch seine Kopfhörer fürs regelmäßige Joggen. »Da habe ich die besten Ideen«, etwa für seine jetzige Teilzeittätigkeit als Food Consultant beim Adler am Schloss in Bönnigheim oder seine Kochkurse. Infos dazu bietet seine Homepage www.borisbiggoer.de. »Mein größter Traum aber ist es, eine kleine Showküche bei mir daheim zu haben, in der ich ein- bis zweimal im Monat zu mir einlade, während ich die Kinder hüte.« Letzteres wünscht er sich von Freundin Nadine. Doch das müsse er erst noch mit seiner Herzdame besprechen, ergänzt Boris verschmitzt. ◆ TASCHENKONTROLLE Hanix Nr. 47

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Hanix Nr. 47 BORIS BIGGÖR LEERT SEINE TASCHE

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STEFFI BIEDERMANN hat es durchgezogen und ihr Hobby, das sie vor elf Jahren für sich entdeckt hat, zum Beruf gemacht. Im Oktober 2016 wurde das Ganze, begleitet von Fokus TV, im englischen Birmingham auf dem weltgrößten Tortenwettbewerb »Cake international« mit Bronze belohnt. Seit mittlerweile drei Jahren lebt sie davon, Cakedesign-Kurse zu geben und füllt damit nicht nur die Bäuchlein der Teilnehmer, sondern auch deren Herzen. Interview: Sarah Baudenbacher, Fotos: Meli Dikta »Der Biskuit wird voll hoch, will ich auch haben!« Hanix Nr. 47 Hanix: Liebe Steffi, was ist es, das du für dich dein Lieblingsding nennst? Steffi Biedermann: Mein erstes Backblech. Damit habe ich begonnen, mein Zuckerspiel auszuleben. Welche Geschichte verbirgt sich dahinter? Wo hast du es her? Eine Freundin von mir hatte Backzubehör verkauft. Es war wie auf einem Tupperabend, es gab Backvorführungen und alles, was man fürs Backen braucht. Ich war sofort angefixt und hab mir das Komplettset bestellt. Es handelt sich um ein Profibackblech. Man bäckt einfach gleichmäßiger und effektiver damit. Die Bäcker backen übrigens auch mit Lochbackblechen. Das sieht man am Boden eines Laugenbrötchens an den viereckigen Abdrücken. Was verbindest du mit ihm? Backen hilft mir tatsächlich Emotionen, ob positive oder negative, zu verarbeiten und vom Alltag abzuschalten. Wenn es mich packt, dann muss ich backen. Auch wenn ich genervt bin. Wunderschön, wenn man seine Passion gefunden hat … Angefangen habe ich über Facebook, in dem ich alles, was ich gebacken habe, gepostet und umschrieben habe. Die Fangemeinde wuchs ziemlich schnell und aufgrund vieler Anfragen hab ich aus Spaß einen Workshop zum Thema Motivtorten angeboten. Der war gleich ausgebucht und sehr erfolgreich. Das ging so schnell, dass ich gemerkt habe, dass ich meinen eigentlichen Beruf nicht mehr ausüben kann. Ich habe das Ganze ja nicht gelernt, bin eigentlich Zahnarzthelferin. Nach 16 Jahren habe ich mich dazu entschlossen, meinen Beruf aufzugeben. Und das Backblech ist mitverantwortlich dafür, dass du heute keinem Zahnarzt mehr assistierst? Das Backblech und meine Kinder. Als das mit den Tortenverzierungen angefangen hat, war das eine Zeit, in der sich gerne mal die Muttis im Kindergarten übertrumpft haben beim Kuchenbacken. Dann kam der Tag, an dem sich mein Sohn eine Spongebob-Torte gewünscht hat. Damals war diese Form der Verzierung noch nicht wirklich bekannt hier in Deutschland. Über amerikanische Internetseiten habe ich dann rausgefunden, wie man Fondant selbst herstellt: Man nimmt Marshmallows, schmilzt sie ein, fügt kiloweise Puderzucker hinzu und färbt anschließend mit Lebensmittelfarbe. Mit der Zeit haben sich meine Fertigkeiten verfeinert. Jetzt arbeite MEIN LIEBLINGSDING

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NAME: Steffi Biedermann ALTER: 37 BERUF: Cakedesigner, gelernte Zahnarzthelferin BERUFUNG: Backen, Cakedesign WÜRDE IHR LIEBLINGSDING TAUSCHEN GEGEN: gar nichts spirited – Duna by Arper Hanix Nr. 47 ich mit Puderpinseln und anderen Werkzeugen. Eigentlich genau wie beim Schminken mit verschiedensten Farben und kleinen Döschen. So ist auch der Name entstanden: Steffi’s Torten-Makeup. Das Kaff Kirchardt spielt für die Kursteilnehmer sicherlich keine Rolle? Nein gar nicht. Viele Kursteilnehmer sagen: »Mensch das ist wie damals bei der Oma.« Es ist ländlich gelegen, das Haus ist sehr gemütlich eingerichtet und man fühlt sich schnell heimelig. Ich hatte mir am Anfang schon Gedanken gemacht, wer hier aufs offene Land rauskommt. Aber die Leute kommen aus Köln, Friedrichshafen, Stuttgart, Tuttlingen oder Tübingen zu mir nach Kirchardt. Ich gebe aber auch Kurse außerorts. Wie kamst du an dieses Omahäuschen? Es passt perfekt zu deinem Angebot … Bei der Location hier hatte ich ziemliches Glück. Das Haus gehörte ursprünglich meiner mittlerweile besten Freundin, witzigerweise die Exfrau meines jetzigen Mannes. Sie hatte hier drin einen Laden für eigens hergestellte Naturkosmetik. In diesem Haus finden meine Kurse statt und man kann sich auch in meinem Laden direkt mit allem, was man fürs Backen braucht, eindecken. Wie funktioniert das eigentlich, dein Profilochbackblech? Es kommt eine Dauerbackfolie drüber und dann bäckt man bodenlos, wie ein Bäcker. Der Vorteil ist, dass die Hitze überall hinkommt und dadurch ein gleichmäßigeres Backergebnis herauskommt. Das ist das Geheimnis. Es spart Zeit und mein Biskuit war nicht mehr nur ok, sondern plötzlich »Boa«! Bewahrst du das Blech an einem bestimmten Ort auf? Es steht immer parat im Backofen. Es ist immer im Einsatz und ich würde es auch niemals hergeben. ◆ Infos: Steffi’s Torten-Makeup im Netz unter www.torten-makeup.de Genuss aus alter Zeit www.Jubelbrand.de Bild: Original Postkarte Marktplatz Heilbronn, 1906 STEFFI BIEDERMANN

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Was kostet nicht viel, lässt sich innerhalb eines Tages in der Region erledigen und bringt im besten Fall auch noch Spaß? In jeder Ausgabe begeben wir uns auf die Suche nach ebensolchen Aktivitäten, die man in und um Heilbronn erleben kann. Ein Abenteuer um die Ecke eben. Von Friedemann Orths, Foto: Memo Filiz Nach der Ankunft am Zentrum für Intuitives Bogenschießen auf dem Stolzenhof und der Begrüßung durch Jochem Vogt geht es zur Einweisung in die Trainingshalle. Jochem hat auf dem alten Rittergut der Familie Götz von Berlichingens sein Hobby zum Beruf gemacht; aufgrund der großen Nachfrage war einfach keine Zeit mehr für seine Haupttätigkeit. Neben diversen Kursen, Firmenevents, Junggesellenabschieden oder Kindergeburtstagen können auch Teambildungsmaßnahmen oder Betriebsausflüge auf dem Stolzenhof veranstaltet werden. In der Halle wartet schon das Equipment darauf, von uns begutachtet und von Jochem erklärt zu werden: Wir werden mit sogenannten Recurve-Bögen (auch Reflexbögen genannt) schießen, deren Name auf die im ungespannten Zustand zurückgebogene Form der Wurfarme weg vom Schützen zurückführt. Zusätzlich werden wir mit einem Köcher, ein paar Carbonpfeilen sowie einem Schießhandschuh und einem Armschutz ausgestattet. Los geht es mit einer kurzen Einweisung und Jochem erklärt uns, wie die Intuition ins Bogenschießen kommt. Anstelle des Zielens vertrauen intuitive Bogenschützen nämlich auf fest antrainierte Bewegungsabläufe, die man immer und immer wieder wiederholt, bis sie automatisch funktionieren – also intuitiv. Somit liegt der Fokus auf dem Schützen und seinen Fähigkeiten und weniger auf hochmodernem Equipment. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den einzelnen Schritten, in die das Abgeben eines Schusses »unterteilt« ist; diese sollten immer exakt gleich ausgeführt werden, sodass sie ins Unterbewusstsein übergehen. Alles beginnt mit dem richtigen Stand. Bogenschützen stehen in einem 90-Grad-Winkel zum Ziel, da der Arm, der den Bogen hält, seitlich vom Körper ausgestreckt wird. Das Einspannen des Pfeils in die Sehne sowie der Griff der mittleren drei Finger, mit denen man die Sehne spannt, folgen dabei genauso dem immer gleichen Ablauf. Nun wird das Intuitives Bogenschießen in Jagsthausen Das Hanix »Abenteuer um die Ecke« wird präsentiert von Ziel fixiert, wobei es zu Beginn wirklich schwierig ist, nicht ein Auge zuzukneifen und zu zielen. Vielmehr geht es darum, sich auf das Ziel zu konzentrieren, indem man – ganz simpel – mit beiden Augen darauf schaut. Als nächstes folgt das Anspannen der Sehne, für die Anfänger wie wir eine Kraft von etwa 25 Pfund aufwenden müssen – Jochem schießt übrigens mit einem Bogen, der mehr als das Doppelte an Kraft erfordert und somit auch eine höhere Reichweite ermöglicht. Auch hier gilt es, exakt den vorgegeben Bewegungsablauf einzuhalten, indem der Mittelfinger beim Zurückziehen der Sehne den Mundwinkel als »Fixpunkt« berührt. Jetzt bleibt nur noch, die Sehne loszulassen und endlich einen Pfeil ins Ziel zu jagen! Sehne über die Finger »rollen« lassen und nicht vergessen, den Bogen erst zu senken, wenn der Pfeil im Ziel ist – oder daneben. Doch siehe da: Gleich mein erster Schuss trifft die Zielscheibe, wenn auch am obersten Rand und aus nur zehn Metern Entfernung. Das habe ich tatsächlich nicht erwartet, schließlich habe ich noch ungute Erinnerung an die Driving-Range beim Golfen. Jochem allerdings scheint nicht überrascht, das scheint hier Standard zu sein. Meine nächsten beiden Pfeile treffen knapp neben dem ersten, was mir laut unseres Instruktors zeigt, dass ich bis auf das Treffen eigentlich alles richtig mache! Anscheinend ist mein Körper nicht richtig »justiert« oder meine Kurzsichtigkeit bringt wieder mal Nachteile, denn obwohl ich die Mitte der Scheibe anvisiere, schieße ich zu hoch. Doch Jochem hat einen simplen Ratschlag für mich: Anstatt direkt die Mitte zu fixieren, soll ich beim nächsten Versuch ABENTEUER UM DIE ECKE Hanix Nr. 47

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ungefähr so weit nach unten schauen, wie ich nach oben zu hoch geschossen habe. Und tatsächlich treffe ich beim nächsten Versuch – inzwischen klebt ein Ballon auf der Scheibe – fast genau in die Mitte und werde mit einem Knall belohnt. Es wird deutlich, dass man hier schnell erste Erfolgserlebnisse feiern kann, die den Spaß beim Schießen natürlich nur fördern. Und obwohl ich bei den nächsten Versuchen schlechter abschneide, geht die Motivation nicht flöten und ich bin gierig auf den nächsten Schuss. Da ist Jochems Aussage, dass fast jeder Teilnehmer nach einem ganztägigen Kurs das Ziel aus 35 Metern trifft, absolut glaubwürdig. Nachdem sich Jochem sicher ist, dass es zu keinen größeren Verletzungen bei uns und Schäden auf seinem Grundstück führen wird, werden wir in die Wildnis auf den 3D-Parcours entlassen. Hier gibt es 30 Ziele, welche aus den verschiedensten lebensgroßen und realistisch aussehenden Kunststofftieren wie beispielsweise einem Vielfraß, allerlei Geflügel, Bären und Wild bestehen. Auf einer Score-Karte kann man, ganz wie beim Minigolf, seine Punkte eintragen. Der Parcours führt auf etwa fünf Kilometern durch die Wiesen und Wälder des Hofes und wird mindestens zwei Mal im Jahr umgebaut, sodass keine Langeweile bei den Stammgästen aufkommt. Hier wird man plötzlich mit Höhenunterschied oder teilweise verdeckten Zielen konfrontiert, was ein nochmals völlig anderes Erlebnis als in der Übungshalle bietet. Außerdem hat jedes Ziel vier verschiedene Abschussplätze, die je nach Schwierigkeit unterschiedlich platziert sind. Fazit: Dinge aus der Entfernung mit einem Pfeil zu treffen, macht einen unglaublichen Spaß. Das Surren des Pfeils, der die Luft zerschneidet und das Geräusch des einschlagenden Geschosses üben eben einfach eine Faszination aus, der man sich als Nachfolger von Jägern und Sammlern nur schwer entziehen kann. Hat man den – Achtung, Wortspiel – Bogen erst einmal raus, lassen die ersten Erfolgserlebnisse nicht lange auf sich warten und machen Lust auf mehr, sei es in der Trainingshalle oder draußen in der Natur. ◆ SCHWIERIGKEITSGRAD: mittel bis schwer DAUER: etwa 6 Stunden ORT: OX-BoW Events, Consulting & Services, Im Stolzenhof 3, 74249 Jagsthausen AUSRÜSTUNG: gutes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung, Bögen und Equipment können gemietet werden KOSTEN: Ein ca. 1-stündiger Schnupperkurs mit anschließendem Ausflug auf den 3D-Parcours kostet pro Person 35 Euro (vorherige Anmeldung erforderlich). TIPP: weitere Infos: www.ox-bow.de

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Wann immer man über die Notwendigkeit von Bildung und Wissen spricht, wird apodiktisch behauptet, davon hänge unser aller Zukunft ab. Wer mag da widersprechen. Auch nicht dem einzigen autorisierten Zitat des Mannes, der dafür sorgt, dass in Heilbronn Millionen und inzwischen auch Abermillionen in Bildung über seine Stiftung, die Dieter Schwarz- Stiftung, investiert werden. Er lautet »Bildung ist der Rohstoff der Zukunft«, der einzige, den Deutschland habe. Bildung und Wissen haben in dieser Stadt einen Stellenwert verbunden mit einem Status der Selbstwahrnehmung, wie man ihn früher nur »alten« Universitätsstädten zuschrieb. Und es ist die Stadt, die wie kaum eine andere den Nachweis dafür liefert, wie sehr das staatliche Monopol auf Bildung verwässert ist, gleichzeitig aber die Bildungslandschaft ohne privates Engagement längst verdorrt wäre. Die Haltung zu Bildung und Wissen definiert auch die jeweilige Welthaltung. Die erschöpft sich nicht darin, dass man den Heilbronner Lieblingsslogan vom »Lebenslangen Lernen« oder das Schwarz-Zitat mantraartig bei jeder (un)passenden Gelegenheit wiederholt, sondern genauer auf die Inhalte schaut, im Blick hat, wie dieser Rohstoff veredelt wird, wie Worte zum Begriff werden. Von Brigitte Fritz-Kador, Fotos: Robert Mucha & Ulla Kühnle Heilbronn – die Bildungsstadt, die Wissensstadt? Hanix Nr. 47 POLITIK & GESELLSCHAFT

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Hanix Nr. 47 OB Harry Mergel benannte Heilbronn stets als »Wissensstadt«. Wenn er das neuerdings so nicht mehr tut, sondern, wie beim Bürgerempfang am Dreikönigstag von einer Bildungs- und Wissensstadt spricht, dann ist diese erweiterte Definition auch darauf zurückzuführen, dass Hanix dazu mal nachgefragt hat: »Bildungs- oder Wissensstadt?« Seine Antwort: »Eine Trennung der beiden Begriffe in einem ausschließenden ›oder‹ ist nicht sinnvoll. Denn Heilbronn ist Bildungs- und Wissensstadt. Es gibt keine vergleichbare Stadt mit einem derart breitgefächerten Angebot von der frühkindlichen bis zur Hochschul- und berufsbegleitenden Bildung, wozu eben auch Wissensvermittlung gehört. Eine wichtige Rolle in der Verknüpfung von Wissen und der weitergefassten Bildung, zu der für mich ganz essentiell auch kulturelle Bildung zählt, spielen auch die außerschulischen Lernorte wie Stadtarchiv, Stadtbibliothek, die Städtischen Museen, das Theater und natürlich experimenta, AIM sowie Kinderuni.« Die Grenzen zwischen staatlichen und privaten Bildungseinrichtungen verwischen. Warum überhaupt sollte man Wert auf diesen Unterschied legen? Ein Beispiel macht es deutlich: Was ist der Unterschied zwischen Zivilisation und Kultur? Zivilisation ist, wenn man eine Badewanne hat, Kultur ist, wenn man sie auch benutzt. Was die »Bildungs- und Wissensstadt« zu bieten hat, dokumentiert am anschaulichsten der Bildungsbericht der Stadt Heilbronn. Demnächst wird die erste Ausgabe unter der Ägide der dafür zuständigen Bürgermeisterin Agnes Christner erscheinen, eine sehr empfehlenswerte Lektüre, selbst nackte Zahlen können viel Wirklichkeit abbilden, in »postfaktischen« Zeiten ganz besonders. Längst bekannt ist dagegen dieser Zahlenvergleich: Bei den Studierendenquoten hat Heilbronn im Landesvergleich immer noch die rote Laterne. Die Hochschule Heilbronn (HHN) betreibt zusammen mit der Reinhold-Würth-Hochschule einen Campus in Künzelsau und zählt derzeit rund 8.300 Studierende. Wer in Heilbronn studiert, kann auf dem Bildungscampus die komfortablen bis luxuriösen Einrichtungen wie Bibliothek, Mensa, Aula bis hin zum E-Auto nutzen. Zwei Fakultätsgebäude der HHN stehen bereits auf dem Bildungscampus, demnächst wird hier auch das Rektorat angesiedelt sein. Die Grenzen zwischen staatlichen und privaten Bildungseinrichtungen verwischen, auch weil die Schwarz-Stiftung staatliche Einrichtungen finanziert bzw. ihre »Immobilie« diesen mietfrei überlässt. Der Wettbewerb um Studenten ist längst im Gange, Heilbronn kann viele Asse im Ärmel ausspielen. Reinhold Geilsdörfer, Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung, spricht noch vorsichtig von einem BILDUNGS- UND WISSENSSTADT?

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offenen Ende der Bemühungen in Bezug auf den Prozess, an dessen Ende eine Kooperation mit der Uni Mannheim stehen soll (verbunden mit dem Ende oder dem Aufgehen der eigentlich so renommierten German Graduate School, der »Privatuni« der Stiftung). OB Harry Mergel ist da schon weiter. In seiner Neujahrsansprache sagte er: »Auch der Hochschulausbau wird 2017 weitergehen. Durch die avisierte Zusammenarbeit der German Graduate School mit der Mannheim Business School haben wir zudem die reelle Chance, in den nächsten Jahren den Status ›Universitätsstadt‹ zu erlangen. Ich bin sicher, dass wir vor 2020 die ›magische Zahl‹ von 10.000 Studenten in Heilbronn überschreiten werden und der Effekt, den wir bereits heute wohltuend spüren, dass unsere Stadt jünger, bunter und internationaler ist, wird sich noch deutlich verstärken.« Warum aber haben dann im Jahr 2006 noch knapp 1.500 junge Heilbronner die Stadt verlassen, 2015 aber schon über 2.700? An fehlenden Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat das kaum gelegen. Der Ehrgeiz, mit dem der Bildungscampus vorangetrieben wird, ist jedenfalls bestechend. Geilsdörfer sieht ihn als »Glücksfall« für die Gesellschaft, er habe für die Entwicklung und den Zusammenhalt der Gesellschaft und den Strukturwandel eine herausragende Bedeutung, steigere die Attraktivität der Region und davon hänge auch deren wirtschaftliche Entwicklung ab. Diese erreiche man in einer Breite, wie es der Staat nicht könne. In diesen Kontext stellt er neben die DHBW auch die 2002 ins Leben gerufene AIM. Die Präsenz, ja die Durchdringung der regionalen Bildungslandschaft, die die AIM mit ihren Angeboten, z. B. nach der in der Pädagogik und Wissenschaft nicht unumstrittenen Methodik des Wirtschafts- und Erziehungswissenschaftlers Heinz Oben: Michael Schatz, Rektor der Johann-Jakob- Widmann-Schule Unten: Reinhold Geilsdörfer, Geschäftsführer der Klippert erreicht hat, sehen nicht alle Betroffenen so positiv wie z. B. Bürgermeisterin Agnes Christner. Die Stadt, aber auch andere Institutionen bis hin in die karitativen hat hier einen Partner gefunden, der ihr z. B. bei dem Thema »Deutschlernen« für Flüchtlinge sehr viel Arbeit abnimmt. Messbar sind die Erfolge des Methodentrainings von Klippert, wie sie AIM propagiert, nicht. Sie verteilt ja auch keine »Noten« wie z. B. die Schulen, doch in der staatlichen Lehrerausbildung haben sich auch seine Ansätze etabliert. Die Schülerschaft der Johann-Jakob-Widmann- Schule ist die heterogenste Heilbronns. Zu einem Reizwort bei der Betrachtung der Heilbronner Bildungslandschaft ist »Übergangsquote« geworden. Es beschreibt die Zahl der Schüler, die auf eine weiterführende Schule, also Realschule und Gymnasium, wechseln und dort dann auch einen Abschluss machen. Hier lag die Stadt seit Jahren unter dem Landesdurchschnitt, bei Klassen mit bis zu 80 Prozent Kindern von nicht-deutscher Herkunft auch kein Wunder. Den jetzigen Standard überhaupt zu erreichen ist wohl auch ein Verdienst der Sprachförderung durch die AIM. Hier die Quoten zu erhöhen ist eines der Ziele der städtischen Bildungspolitik. Für die 30 Prozent der Schüler, die es in ihrem allgemeinbildenden Gymnasium nicht bis zum Abitur schaffen, gibt es das hässliche Wort »Abschulung«. Nach den neuesten Zahlen haben sich die Übertrittsquoten auf öffentliche Realschulen und Gymnasien in Heilbronn inzwischen dem Landesdurchschnitt (Realschulen 33,8 Prozent, Gymnasien 43,4) Prozent angepasst, bei den Heilbronner Realschulen waren es zuletzt 34,5, bei den Gymnasien 41,4 Prozent. Als vor einem Jahr diese Zahlen bei einem Vortrag von Wolf Krämer-Mandeau (Chef einer privaten Beratungsfirma, die deutschlandweit für 500 Städte und Gemeinden Gutachten erstellte, gegen dessen Analysen es auch viel Protest gab und dem der Volkswirtschaftler Stefan Traub von der Uni Hamburg »Zahlenwust« unterstellte) in Heilbronn thematisiert wurden, sorgte das für ebenso viel Aufsehen wie auch Ärger. Hier seien die Heilbronner Gymnasien an den Pranger gestellt worden – und dies, ohne mit ihnen im Vorfeld zu sprechen, sagt Isabella Peimann-Schaak, Rektorin des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums, das als einziges öffentliches Gymnasium einen bilingualen Zug (englisch) anbietet. Da spreche sie durchaus auch für ihre Kollegen. Der Gutachter habe aus einer Momentaufnahme unzutreffende Schlüsse gezogen, die Gymnasien seien nicht gescheitert. Wenn am RMG laut Statistik nur etwa die Hälfte der eingeschulten Fünftklässler nach acht bzw. neun Jahren das Abitur schafft, so sind hier wie auch sonst jene nicht berücksichtigt, die nach einem Schulwechsel z.B. an einem beruflichen Gymnasium die Hochschulreife erlangen. Was die Rektorin genauso beschäftigt, ist nach ihrer Wahrnehmung die Tatsache, dass in der Stadt die Gemeinschaftsschule – politisch so 28 Dieter-Schwarz-Stiftung BILDUNGS- UND WISSENSSTADT? Hanix Nr. 47

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gewollt – die eindeutig präferierte Schulform ist und die Gymnasien derzeit hinten angestellt werden. Auch hier spreche sie für ihre Kollegen, sagt sie. Bürgermeisterin Agnes Christner, die die Herkulesaufgabe einer Neuordnung bzw. Weiterentwicklung des Heilbronner Schulwesens schultert, der man diese Sorgen auch vorgetragen habe, äußert keine Kritik an der Arbeit der Gymnasien. Allerdings: »Beredt« ist auch der bauliche Zustand mancher von ihnen. So erhält das EHKG noch nicht einmal die Mittel (ca. 5.000 Euro) für eine Lautsprecheranlage, wie sie als Präventionsmaßnahme gegen Amokläufe eigentlich vorgeschrieben ist. Peimann-Schaak sagt. »An unserer Schule müssen die Lehrer hinaus auf den Flur gehen, um eine Durchsage aus dem Rektorat zu hören«. Im Falle eines Amoklaufes wäre das äußerst fatal. Die Stadt hat in ihrem Haushaltsplan 2016/2017 22 Millionen Euro für Schulen eingestellt. Doch wie man am Beispiel der Dammschule sieht, welche nahezu unzumutbare Zustände und Kosten allein der unumgängliche Brandschutz einfordert, dann sind die Millionen fast nur »peanuts«. Die EHKG-Rektorin spricht auch an, was man sonst nicht hört: Es gebe eine »globale Minderung« der Mittel von fünf Prozent – wegen der Buga. Und in einem ist auch diese Schule keine Ausnahme, was die Rektorin durchaus als Herausforderung sieht, der es nachzukommen gilt: Der elterliche Erziehungsauftrag wandert immer mehr in die Klassenräume, bei Ganztagsschulen sowieso, aber auch bei Gymnasien. In dieser Beziehung kann man fast schon von »Ver-Ostung« der Schulen sprechen: In der früheren DDR wurden Kinder schon im »Hosenscheißer-Alter« in staatlichen Einrichtungen politisch indoktriniert (was Gott-sei-Dank keine Schule mehr macht), sie lernten hier aber auch mit Messer und Gabel essen. Der »Gemischtwarenladen« unter den Heilbronner Schulen ist die Johann-Jakob-Widmann-Schule. Als zum Vorlesetag im Dezember der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir auf Einladung von Monika Ziller in der Stadtbibliothek vorlas, waren zwei Klassen dieser Schule dazu eingeladen. Nach seiner Leseprobe forderte Özdemir die etwa 15-jährigen zu einer Diskussion auf. Den meisten von ihnen war unschwer anzusehen, dass sie mit ihm den Migrationshintergrund teilen. Erst zögerlich, dann aber sichtbar vorbereitet, stellten sie dem Politiker ihre Fragen – samt und sonders intelligente, hellwach, an der (politischen) Gegenwart interessiert und auch oft gut informiert. Am Ende musste die denkwürdige Diskussion, weil auf Augenhöhe geführt, abgebrochen werden. Özdemir hatte noch andere Termine. Solche Veranstaltungen lassen hoffen, auch weil sie zeigen, was Schule dazu beitragen kann, dass der Untergang des Abendlandes eben Wunsch. Programm. Ihre Veranstaltung im Audi Forum Neckarsulm. Wenn Sie Individualität suchen, finden Sie bei uns die passende Location! Von Konferenzen bis Abendgalas: Es erwartet Sie ein maßgeschneidertes Programm mit perfektem Service. Sichern Sie sich eine professionelle Beratung durch unser Veranstaltungsteam. Mehr Einblicke und Informationen unter: www.audi.de/foren

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nicht bevorsteht. Schulleiter Michael Schatz preist für seine Schule ein »Kompentenzraster« an, das nicht »defizitorientiert sei, mit offenen Lernzeiten, auch in den Klassen, in denen junge Flüchtlinge für den Übergang ins reguläre Schulsystem fit gemacht werden. Seine Schülerschaft ist so heterogen wie an sonst keiner Heilbronner Schule. Sie reicht von einem Kind mit Migrationshintergrund, das erst »alphabetisiert« werden muss, bis zum erwachsenen »Meisterschüler« an der einzigen deutschen Meisterklasse (Bundesfachschule) für Stuckateure. Für einen Teil der Schüler liegt der Schulerfolg schon im Erreichen des Hauptschulabschlusses. Für andere in der Fachhochschulreife. Nicht nur der Auftritt in der Stadtbibliothek, auch die Schülergruppen, die sich beim Auflesen des Abfalls vor ihrer Schule abwechseln, zeigen, dass man mit einer Schulphilosophie, umschrieben in den drei Worten »Verantwortung – Wertschätzung – Zuverlässigkeit«, alle erreichen und »bilden« kann. In der Schulpraxis heißt das auch: wenig Formalitäten, Transparenz in den Entscheidungen, Mitnahme der Schüler auch im »selbstorganisierten Lernen.« Besonders stolz ist er auf die erst 2016 eingeführte Schulart »AVdual« (duale Ausbildungsvorbereitung) für Schüler, die entweder einen Hauptschulabschluss erlangt haben oder in eine Ausbildung vermittelt werden konnten. Schatz sagt: »Wir sind zufrieden, wir sind gut versorgt, wir sind erfolgreich«. Man habe zwar zu wenig, aber gute Lehrkräfte – und dies bei einem 70-Prozent-Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund, insgesamt sind es 1.500. Sicher tragen auch Investitionen in den Ausbau der Schule dazu bei, die Mensa ist geradezu schnieke, dass sich die Schüler wohlfühlen. Es gebe keinen Vandalismus, keine Schlägereien, gerade mal zehn Verweise in den letzten Jahren und das bei Schülern, von denen viele einen ganzen Rucksack voller Probleme mit sich tragen, sagt Schatz. Darunter sind auch junge Flüchtlinge, deren traumatische Erlebnisse er kaum wiedergeben könne, die Formen von Gewalt und Missbrauch erfahren hätten, die ganz besondere Anforderung an die Schulsozialarbeit stellten. Diese Schulsozialarbeit ist auch für andere Schulen ein Thema und für Agnes Christner wie auch Karin Schüttler, Leiterin des Schul- und Kulturamtes, ein zentrales Anliegen, vor allem auch den Anforderungen mit mehr Kräften zu begegnen. Eine oder zwei Wochenstunden Sozialarbeit (z. B. in psychologischen Sprechstunden) an einer Schule sind definitiv zu wenige. Im Jahr 2015 sind 12.000 Menschen neu in Heilbronn zugezogen, 7.000 davon mit Zuwanderungsgeschichte, bereits da schon 800 davon Flüchtlinge. Sie brauchen diese Hilfe, aber überhaupt die Bildungsangebote für sie zu erstellen, erfassen und abzustimmen unter Einbeziehung der unterschiedlichsten privaten und karitativen Bildungsträger ist eine ebenso notwendige wie immense Aufgabe. Das gilt auch für die Inklusion. Nach der verpflichtenden Vorgabe der UN-Behindertenrechtskommission von 2008 hat man in Heilbronn einen noch weitergehenden Schritt gemacht: Nicht mehr das Kind passt sich der Schule an, sondern das System dem Kind, mit dem Ziel, so viel Bildung und Ausbildung zu geben, dass ein weitgehend selbstbestimmtes Leben möglich ist – eine bemerkenswerte Einstellung, die öffentlich noch nicht so richtig honoriert wurde. Die Sonder- und Förderschulen in Heilbronn, die Pestalozzi-Schule, Neckartalschule, Gebrüder-Grimm-Schule für Sprachbehinderte und die Paul-Meyle-Schule für geistig Behinderte besuchen derzeit über 300 Kinder. An der Johannesschule in Flein, eine heilpädagogische Schule nach der Pädagogik Rudolf Steiners mit den Förderschwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung, sind derzeit 33 Kinder in der Förderschule von Klasse 1 bis 9, in der Schule für geistig Behinderte 49 Schüler aufgenommen, die meisten aus dem Stadt-und Landkreis Heilbronn. Architektur und Ausstattung der Schule sind beeindruckend bis luxuriös und verfolgen, wie alles hier, nicht nur einen hohen Qualitätsanspruch, sondern auch das Ziel einer Elitenbildung. Bevor man einen Waldorfschüler verspottet, weil er seinen Namen tanzen kann, sollte man es einmal selber versuchen – ohne dabei auf die Nase zu fallen und sich den Waldorf-Campus in Sontheim ansehen. Und wer einmal beobachtet hat, wie Waldorfschüler schreiben lernen, indem sie große Bögen in schönen Farben malen Hanix Nr. 47 Oben: 30 Johann-Jakob-Widmann-Schule BILDUNGS- UND WISSENSSTADT?

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und daraus Buchstaben entwickeln und dann einem Erstklässler einer »Normalschule« bei seinen ersten Rechenaufgaben zusieht, wie er Zahlen in kleine Kästchen zwängt, bekommt den treffenden Zugang zu dem Begriff »Kästchendenken«. Heilbronn hat viele Privatschulen und -kindergärten. Im Montessori-Kinderhaus des ASB gilt das Prinzip »Die Selbstentfaltung des Menschen reift durch Liebe, Achtung und Respekt und ist einer stetigen Wandlung unterzogen«, auch an der Ludwig-Pfau-Schule wird diese Pädagogik »gelebt«. Über 400 Kinder gehen in die Waldorfschule, das Freie katholische Bildungszentrum zählt rund 900 Schüler, Träger der Alice-Salomon-Schule (Sonderschule) ist die Diakonische Jugendhilfe. Viele Heilbronner Kinder besuchen das evang. Paul-Distelbarth-Aufbaugymnasium in Obersulm oder werden nach Erlenbach in die Josef-Schwarz-Schule gefahren. Diese bilinguale Privatschule gehört zum Bildungsangebot der Dieter-Schwarz-Stiftung – und man muss sie sich erst mal leisten können, das Schulgeld ist happig. Architektur und Ausstattung der Schule sind beeindruckend bis luxuriös und verfolgen, wie alles hier, nicht nur einen hohen Qualitätsanspruch (bis hin zum Schulessen), sondern auch das Ziel einer Elitenbildung. Lernformen in aufgelösten Klassenstrukturen, ein zweckdienlich ausgerichtetes Leistungsprinzip, eine geförderte und geforderte Anspruchshaltung ergeben eine Grundmelodie, über die man Kinder subtil dahin bringt, wo man sie haben will: Eben etwas Besseres zu sein. Ob das Gegenteil davon eine Form von Gleichmacherei ist, ist auch eine noch unbeantwortete Frage. Das RMG übrigens steht als Schulgebäude der Kaiserzeit in seinem in Stein gehauenen gesellschaftlichen Anspruch für eine Auffassung von Schule, die schon die Sinnsprüche über dem Portal verkünden. Hier kann man Bildung sehen! Das Schlagwort in der Architektur vom »intelligenten Bauen« impliziert, dass es »dummes Bauen« gibt. Beispiele im Schulbau dafür findet man reichlich in Heilbronn, auch solche am Rande des Verrottens. Was hier in Fertigbauweise hochgezogen wurde, zeugt nicht von Wertschätzung für Schüler und Bildung. Sie sind hässlich, ungastlich, vermitteln keinen Begriff von Ästhetik oder Qualität, ihr Anspruch ist es, funktional zu sein – für funktionierende Menschenkinder. Schulen sind aber keine Zwischenaufenthalte auf dem Weg nach oben, sondern prägende Orte. Es braucht dafür keine furchteinflößenden »Lehranstalten«, aber Schulhäuser von Bestand. Das Umdenken hat in Heilbronn schon länger begonnen und es ist ein gutes Zeichen, wenn man Stararchitekten wie Bernardo Bader einen Kindergarten planen lässt. Die Bildungslandschaft in Heilbronn ist vielfältig, sie in allen Details darzustellen ist hier nicht der Ort, es gibt ja auch noch die vielen Bildungsangebote der freien Träger oder der IHK, die am Ende keinen Lernwilligen außen vor lassen, jedem etwas bieten, vieles erreichbar machen, und auch sie lassen noch Platz für Träume. Zwei davon seien hier verraten: Karin Schüttler, Leiterin des Schul- und Kulturamtes der Stadt, träumt von einer internationalen Schule für Heilbronn, und Pressesprecher Anton Knittel davon, dass auf dem Bildungscampus auch mal die Geisteswissenschaften einziehen. Warum eigentlich nicht? ◆ Duales Studium Dein Einstieg in eine erfolgreiche Zukunft Wir sind ein sehr erfolgreiches internationales Handelsunternehmen. Denn wir verfolgen konsequente Ausbildungskonzepte und fördern individuelles Engagement. In mehr als 10 dualen Studiengängen – vom Vertrieb und der Logistik über die IT und Immobilien bis zur Produktion und unseren Zentralbereichen – bieten wir dir einen professionellen Einstieg: leistungsstark, dynamisch und fair. Informiere dich noch heute online unter: www.kaufland.de/arbeitgeber DER GEFRAGTE BÜRGER Unser Ziel ist, aus jeder Chance einen Erfolg zu machen. Wenn du das genauso siehst, stehen dir zahlreiche Möglichkeiten offen, um erfolgreich in deine berufliche Zukunft zu starten. Weitere Informationen findest du auf unserer Karriereseite. Werde auch du Teil unseres Teams.

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Seit nun bald zwei Jahren haben KATHARINA HUBER und OLI PALKO das Zepter im Alten Theater übernommen. Inzwischen sind die beiden Stuttgarter überzeugte Heilbronner geworden. Wir sprachen mit den Quereinsteigern in Sachen Kulturwirtschaft und Kleinkunstbühne über deren Naivität beim Kauf des Alten Theaters, ihre Pläne mit dem zugehörigen Hotel, die Kunst, Aromen harmonisch zu kombinieren und die nötige Disziplin, um sich nicht zu Tode zu schuften. Von Robert Mucha, Fotos: Nico Kurth »Wenn wir dahinterstehen, funktioniert es!« Hanix Nr. 47 Hanix: Katharina und Oli, ihr zwei seid die »neuen« Besitzer des Alten Theaters. Wie lange seid ihr nun schon dabei? Katharina Huber: Gekauft haben wir es im Sommer 2014, so richtig aktiv dabei sind wir aber erst seit März 2015. Wir wohnen mittlerweile auch dort, sind also Heilbronner geworden. Ihr habt die Nachfolge der Bullings angetreten, die sich hier als Kleinkunstbühne etabliert hatten. Ihr habt ein neues Konzept auf die Beine gestellt. Wie waren eure Erwartungen und Sorgen? Oli Palko: Wir hatten keine Erwartungen, schließlich sind wir keine Gastronomen oder Veranstalter. Wir haben den Kauf auch nicht mit der Überlegung getätigt, das für den Rest unseres Lebens zu machen. Katharina hatte eigentlich nach etwas ganz anderem gesucht, weshalb wir uns keine großen Gedanken gemacht haben. KH: Ich habe mich vorher oft mit den Bullings getroffen und mich sofort in das Gebäude verliebt. Ich kam nicht mehr davon weg und so lief eines ins andere – sogar die Bank spielte mit. Nach was hattest du denn eigentlich gesucht? KH: Ich war auf der Suche nach einem Haus mit Scheune, die ich zu einem Tanzraum umbauen wollte, den man für Unterricht oder Seminare nutzen kann. Außerdem sollte es 30 Minuten von Stuttgart entfernt liegen. (lacht) OP: Skepsis war bei uns durchaus vorhanden und spürbar. Aber durch unsere Blauäugigkeit oder Naivität hat sich das gar nicht so sehr ausgewirkt. Wir haben einfach gemacht. Das Publikum hat sich sicherlich geändert, aber es kommen immer wieder Leute zu uns, die mit leuchtenden Augen von der Zeit erzählen, als es hier noch Varieté oder im Sommer Brunch gab. Wie fällt euer bisheriges Heilbronn-Fazit aus? Schließlich ist die Käthchenstadt ein anderes Pflaster als eure Heimatstadt Stuttgart … KH: Ja, viele Leute sagten uns am Anfang, Heilbronn sei etwas eigen, die Bewohner etwas komisch. Davon habe ich jedoch nichts gespürt, das sind doch Menschen wie alle anderen auch! (lacht) Ich bin aus dem Haus gegangen und jeder hat mich gegrüßt – was will ich mehr, das ist doch wunderbar. Es war also ein super Start, der meine gute Meinung von Heilbronn nur bestätigt hat. OP: Ich glaube, dass die Heilbronner selbst so skeptisch von sich denken und sprechen, aber sie sind alle okay! (lacht) Wir fühlen uns rundum wohl in unserem neuen Zuhause. Es ist nicht so anonym wie in Stuttgart oder beispielsweise in Köln, wo diese Kumpelhaftigkeit auch manchmal nur oberflächlich ist. Wenn man hier zwei Mal beim selben Metzger einkauft, wird man sofort herzlich begrüßt. Obwohl es hier eine enorme Wirtschaftskraft gibt und hier viel Geld fließt, hat sich die Stadt doch irgendwie ihren ländlichen Charme erhalten. Das ist einfach sympathisch. Das, was ihr nun macht, ist ja durchaus ein anderes Kaliber als ein kleines Häuschen mit Tanzraum zu bewirtschaften. Ihr seid in den Kulturbetrieb und die Kulturwirtschaft quereingestiegen. Hattet ihr wirklich keinen Plan, den ihr abarbeiten wolltet, um Fuß zu fassen? KH: Naja, die Scheune ist eben schon ausgebaut! So musste ich mir keine Gedanken mehr über die Inneneinrichtung machen. (lacht) Wir wussten nur, dass es bunt werden sollte. OP: Was die Bühne angeht, haben wir auf jeden Fall »einfach gemacht« und es auf uns zukommen lassen. Klar war, dass hier Tanz stattfinden sollte und wir Hochzeiten haben wollten. Es war 32 KULTUR

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Hanix Nr. 47 aber auch klar, dass Katharina weiterhin in ihrem Beruf arbeiten würde und wir das Hotel vermieten wollten. Ansonsten haben wir unsere Erfahrungen gemacht und dann die nötigen Dinge justiert, das funktioniert ziemlich gut und macht natürlich auch Spaß. Man lernt so viele unterschiedliche Menschen – ob Künstler oder Gäste – kennen, man redet miteinander und ist einfach froh, hier zu sein. Was war eure bisher größte Herausforderung? OP: Die Technik! (lacht) KH: Für mich ist es die Zeit. Ich verbringe hier einfach noch nicht genug Zeit. Ich bin selbständige Bilanzbuchhalterin und verbringe pro Woche mindestens drei Tage zum Arbeiten in Stuttgart. Das wird auch noch eine Weile so bleiben, da ich sehr gerne für diese Firmen arbeite. Dort gibt es tolle Menschen, die ich sicherlich eines Tages vermissen werde. Katharina, du sagtest, das Alte Theater habe dich gefunden. Hast du dir davor andere Objekte angeschaut oder war es das Erste? KH: Es war nicht das Erste. Zwei oder drei Häuser mit Scheune habe ich vorher angesehen, in einem anderen gab es schon eine Tanzschule. Dann verliebte ich mich in ein Haus in Asperg, erst danach kam das Alte Theater. Als das in Asperg wegen des Umbaus aber nichts wurde, war ich so enttäuscht, dass ich schon gar nicht mehr weitersuchen wollte. Habt ihr mit dem Erwerb des Alten Theaters euren Traum verwirklicht? Oder wollt ihr hier etwas aufbauen, es später aber wieder abstoßen? OP: Wir sind keine Menschen, die sagen, dass sich das Leben irgendwann nicht mehr verändert. Das Alte Theater wird unsere Zukunft sein, hier werden wir alt werden. Wir haben Spaß an der Arbeit, merken aber auch, dass wir uns selbst Regeln geben müssen, damit wir uns nicht zu Tode arbeiten. Wir wissen, dass unsere Liebe auch ihre Zeit und ihren Platz braucht. Euer Programm soll bunt sein. Was bekommt man bei euch außer dem Jazzclub Cave 61 und Gonzo ’n’ Friends geboten? KH: Ein ganz wichtiger Bestandteil ist die Wave, eine Tanzveranstaltung, die immer sonntags stattfindet. Dienstags unterrichte ich orientalischen Tanz, was gut angenommen wird. Hochzeiten, Geburtstage und Firmenfeiern runden unser Angebot ab. OP: Mittlerweile haben wir auch begonnen, eigene Formate wie das Kunstflow-Event, den Gourmetabend und die »Tanz ist«-Messe aufzubauen. Es soll Konzerte geben, bei denen wir voll hinter der Musik stehen, aber auch Neues wollen wir ausprobieren. Egal ob Weltmusik, Kulinarik oder einen Operettenabend: Wenn es uns gefällt und wir dahinterstehen, wir die Menschen mögen, funktioniert es. Das ist das Wichtigste. Wie sieht die Aufgabenteilung bei euch aus? KH: Momentan schreibt tatsächlich Oli die Rechnungen, aber das werde ich in Zukunft, wenn ich öfter da bin, übernehmen. (lacht) Ansonsten macht er die Werbung und alles, was damit zusammenhängt, er kocht und entwickelt Gerichte, kauft ein und ist unser Hausmeister. Er macht also sehr viel. Abends machen wir gemeinsam die Bar. Neben dem Tanz mache ich die Deko und natürlich die Bilanz und kümmere mich darum, die Hochzeitsfeiern oder Firmenveranstaltungen zu organisieren. Wird die Gastronomie in Zukunft eine größere Rolle in eurem Betrieb einnehmen? OP: Wir werden es auf jeden Fall vorantreiben. Wir haben drei festangestellte Mitarbeiter und wollen bei unseren Veranstaltungen, solange es nicht zu viele Leute sind, selbst kochen. Das Feedback, das wir bekommen, ist enorm. Es bestärkt uns natürlich darin, unser kulinarisches Angebot auch weiterhin anzubieten. Und natürlich macht es großen Spaß. KH: Wirklich wahr, mein Mann ist ein großartiger Koch. Man kann die Harmonie und Kreativität förmlich spüren, wenn es ums Kochen geht. Du hast dir das Kochen selbst beigebracht … OP: Angefangen hat es mit dem gemeinsamen Kochen mit meiner Oma. Die Feinheiten habe ich dann von meiner Mutter gelernt. Ich sage immer: Ich kann nicht kochen, weiß aber, wie Genuss und Aroma funktionieren. Ich hatte viel mit Wein zu tun, was mir dabei ungemein geholfen hat. Die Technik, wie man schneller schnippelt oder wie Vakuumgaren funktioniert, kann man einfach lernen. Zuvor sollte man allerdings wissen, was miteinander harmoniert und was nicht. Zum Alten Theater gehört auch ein Hotel mit Themenzimmern. Erzählt uns mehr darüber. KH: Im Sommer haben wir sechs der zehn Zimmer neu geschaffen und diese komplett renoviert und zu Themenzimmern gemacht. So können unsere Gäste in einer Orient- oder Wave-Welt wohnen, ebenso haben wir ein Schreiber-, Weisheits- und Theaterzimmer, komplettiert von unserem Landlust-Raum. Die restlichen vier Zimmer werden wir bis Februar renoviert und gestaltet haben. OP: Während meiner beruflichen Zeit in Frankreich habe ich Erfahrungen mit chambres d’hôtes, also Fremdenzimmern gemacht, bei denen man als Gast abends einfach zum gemeinsamen Essen eingeladen wird, wenn man möchte. So etwas schwebt mir auch für das Alte Theater vor, denn es ist einfach schön, gemeinsam mit anderen Menschen unterschiedlicher Kulturen abends zusammenzusitzen und ein gutes Essen zu genießen. Ich finde es schade, wenn man den Leuten nur die Schlüssel gibt und sie am nächsten Tag wieder verschwinden. Die größte Freude ist es, mit Menschen zu tun zu haben und ihre Geschichten zu hören. Zum Alten Theater gehört auch ein Biergarten … OP: Unser Theatergarten ist wieder eine Sache für sich. Dort herrscht eine ganz andere Stimmung und wir würden ihn gerne regelmäßiger für Gäste zugänglich machen. Schwierig wird es wohl mit der Umsetzung werden, denn im Sommer ist bekanntlich auch die Hochzeit für Hochzeiten und somit geschlossene Gesellschaften. Wir werden uns noch zusammensetzen und ein Konzept überlegen. Es soll feste Öffnungszeiten geben, ob wir das schaffen werden, können wir noch nicht sagen. Wie sehen eure Pläne für 2017 und darüber hinaus aus? OP: Die Renovierung der restlichen Zimmer abzuschließen ist unsere nächste Aufgabe. Ansonsten lernen wir einfach immer mehr dazu und bringen uns die Dinge selbst bei. Da uns viele Leute sagen, wie schön hier früher die Silvesterpartys oder der Sonntagsbrunch waren, sind wir am Überlegen, auch so etwas einmal zu veranstalten. KH: Unser Hotel ist ein wichtiges Standbein, deswegen steht die Etablierung für 2017 im Fokus. Ansonsten wollen wir die bisherigen Kulturformate optimieren und erweitern. ◆ ALTES THEATER Schwingen gemeinsam das Zepter im Alten Theater und fühlen sich heimisch in Heilbronn: Oliver Palko und Katharina Huber

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Heilbronn wird oft unterschätzt. Auch musikalisch. Dabei sind wir erst vor Kurzem auf den Rapper JAVO aufmerksam geworden und haben ihn in seinem Heilbronner Homestudio besucht. Er hat uns von seinem großen Traum erzählt und welche Message er seinen Fans mitgeben will. Von Maria Sanders, Fotos: Meli Dikta Wir drücken auf den Klingelknopf. Ein kurzes Surren ist zu hören, als sich die massive Haustür öffnet. Noch ein paar Treppen weiter nach oben, bis wir die Wohnung von Jascha Vogt alias Javo in Heilbronn erreichen. »Kommt rein«, sagt der Musiker freundlich. »Wir nehmen Vielsaitig geht’s weiter grad auf.« Nicht zu überhören denken wir, als sich uns eine dominante Männerstimme und ein kräftiger Basssound entgegendrängen. Unsere Neugier steigt. Als wir eintreten, sehen wir weiße Wände und helle Sideboards, die mit Familienfotos dekoriert sind. Dabei sticht uns eine übergroße Uhr im Flur ins Auge. Wir spähen in das Zimmer um die Ecke, aus dem die Musik kommt. »Wir arbeiten an einem neuen Track«, erzählt Javo begeistert und setzt sich neben den Produzenten Tio Timers (29), dessen bürgerlicher Name Michael Tonhäuser ist. Am Mikro steht Vrobzn alias Robin Frank (25). Javos Kopf und Fuß wippen im selben Rhythmus. Sein Blick ist konzentriert und wandelt sich zu einem zufriedenen Lächeln. »Geht gut rein«, sagt er schließlich und meint die Hookline des Songs. Rap kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt »Plauderei«. Es ist ein schneller, rhythmischer und markanter Sprechgesang in der populären Musik und Teil der Kultur des Hip-Hops. Mittlerweile hat sich Rap jedoch von seinen Wurzeln gelöst und wird auch in anderen Musikstilen eingesetzt, wie in Pop oder Crossover. Javo ist mit Hip-Hop groß geworden. Bands wie Blumentopf oder Freundeskreis prägten seinen Musikgeschmack, bis er später selber anfing zu rappen. Mit elf ging es los. In übergroßen Pullis von Karl Kani, weiten Dickies-Hosen und massiver Goldkette performten Javo und Cousin Colin im Kinderzimmer. Sie nannten sich »CC«, die »Cool Cousins« und nahmen ihren Sprechgesang mit dem Kassettenrecorder auf. »Die Qualität war mies, aber egal, wir haben das echt gelebt«, erinnert sich Javo mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Ihr großer Traum damals: Einmal auf dem Garagendach von Colins Eltern ein Konzert für all ihre Fans zu geben. Es hat eine Weile gedauert. Aus dem Konzert auf dem Dach ist nichts geworden, dafür feierte Javo sein Live-Debut vor tausend Leuten auf dem Ganzhornfest, einem der beliebtesten Feste im Unterland. Zeit für eine Pause. Javo macht Kaffee, setzt sich an den Stehtisch zwischen MUSIK Hanix Nr. 47

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Hanix Nr. 47 Küche und Wohnzimmer und erzählt uns, warum er zunächst einen ganz anderen Weg eingeschlagen hat. »Ich liebe es, frei zu sein«, beginnt er und formt mit seinen Händen Figuren in der Luft. Die Freiheit zu haben, eine Idee im Kopf selber zu gestalten und sie ein Jahr später anfassen zu können. Javo hält einen Moment inne, seine Stirn liegt in Falten. »Aus nichts wird was«, beschreibt er seine Faszination für Architektur. Seine grünen Augen leuchten. »Das ist ein unbeschreibliches Gefühl.« Deshalb studierte Javo Architektur in Darmstadt, rund 130 Kilometer von Heilbronn entfernt. Und die ist ihm nicht immer leicht gefallen. Er hat eine starke Bindung zu seinen Schwestern Janka (30) und Jella (19). Es belastete ihn, auch nicht immer für seine jüngere Schwester da sein zu können. Also schrieb er »Vernunft bis Wahnsinn« für sie. JAVO »Ich find’s wichtig, den Kids auch was mitzugeben. Dass sie nicht nur dumpfen Gangster-Rap hören.« Dieses Lied ist auch auf seiner ersten EP »Erste Schritte« zu hören, begleitet von Schwester Jella im Background. 2015 folgte die EP »360«, die er zusammen mit Hans Rampelt alias Bengel auf den Markt brachte. Heute nennt er seine Musik »Rack«, eine Mischung aus Rap und Rock. Und damit hat seine dritte EP »Vielsaitig« (VÖ 2016) einen ganz eigenen Sound bekommen. Rauer Sprechgesang mit schnellen Gitarrenriffs auf vier Tracks, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch eine klare Line zeigen. In seinen Songs rappt er von verlassener Liebe, Sehnsucht und echtem Leben. Jetzt ist Javo wieder zurück und will auch hierbleiben. »Heilbronn gehört zu mir«, sagt er stolz. Graue Jeans, dunkles Hemd und weiße Turnschuhe – wie ein typischer Gangster-Rapper kommt Javo nicht unbedingt rüber. Und anstatt sich aufzuregen, regt er an. Sein Leben in die Hand zu nehmen und Entscheidungen zu treffen. Nicht, weil man muss, sondern weil man eine Idee davon hat, wohin das eigene Leben führen soll. Bildung mache dabei viel aus. »Ich finde es wichtig, den Kids auch was mitzugeben«, sagt der gebürtige Bad Friedrichshaller und wird auf einmal ganz ernst. »Dass sie nicht nur dumpfen Gangster-Rap hören.« Die Message an seine Fans? »Es geht darum, seine Chancen zu sehen und sie zu nutzen«, erklärt er. Wie auch immer man geboren sei. Ob man es leicht oder schwer hatte im Leben. Die Voraussetzungen sind verschieden, aber jeder hat Chancen im Leben. Und ob du sie nutzt, hängt von deiner Einstellung ab. Sie bestimmt dein Leben. Und auf einmal fällt uns wieder die große Uhr im Flur ein, als wolle sie sagen: »Nutze deine Zeit, nutze sie jetzt.« Genau dieses Lebensgefühl vermittelt Javo in seiner Up-Tempo-Nummer »Pixel«. »Ich gebe Gas bevor ich sterbe, ich hinterlass das größte Erbe, Digga ich weiß, wer ich bin«, schmettert er rotzig, selbstbewusst und stimmgewaltig die Worte heraus, die an den musikalischen Stil seiner Kollegen Casper und Kontra K erinnern. Javo ist unabhängig und bei keinem Label unter Vertrag. Wie es also für ihn weitergeht, bleibt spannend. Vergangenes Jahr hat sich der Heilbronner beim Energy Newcomer Contest beworben, bei dem jeden Monat Künstler aus ganz Deutschland gegeneinander antreten. Javo gewann im August. Nun kämpfen die Monatsgewinner um den Titel und um 10.000 Euro Preisgeld für eine professionelle Studio-Ausrüstung. Bereits Bands wie Glasperlenspiel haben durch diesen Sieg ihren ersten Plattenvertrag bekommen. Na dann sagen wir nur noch, viel Glück! ◆ Weitere Infos unter: jaschavogt.wixsite.com/javo facebook: javomusik Freude Essen Gymnasiumstr. 28 74072 Heilbronn T 07131 962932

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Mit der Hochschule Heilbronn beherbergt unsere Stadt die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Unser Autor erklärt, welche Herausforderungen auf sie im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung zukommen. Von Dr. Bernhard Stumpfhaus Hochschule Heilbronn: Bildung und Innovation im digitalen Zeitalter Für die Käthchenstadt Heilbronn stellt die Hochschule Heilbronn eine kommunizierende Röhre dar für die Herausforderungen der Wirtschaft, der zeitgenössischen Kommunikation und Forschung sowie durch die kritische wie produktive Ausbildung junger Studierender zum Unternehmertum von morgen. Auch ist die Hochschule wegen ihrer internationalen Verknüpfungen eine Schleuse für die Belebung der hiesigen Kultur. Einer der Gründe für die besondere Qualität der Hochschule ist ihre breite Unterstützung durch die Stadt und private Förderer; Garanten dafür, dass der Bezug zur Praxis im Studium gewährt bleibt. Denn es liegt vor allem an der engen Verzahnung mit den Unternehmen, dass Studierende im Rahmen von Praktika und Forschungsprojekten berufliche Erfahrungen in der Arbeitswelt bekommen. Die Hochschule öffnet sich dabei besonders den Herausforderungen des demographischen Wandels in Deutschland und der digitalen Globalisierung. Professor Brecht, der erst kürzlich gewählte Prorektor des Bereichs ›Studium und Lehre‹, weist ausdrücklich darauf hin, dass die Hochschule nicht nur nach außen international gut aufgestellt sei, sondern auch intern durch Ausweitung etwa von Studienaustausch-Projekten und fremdsprachlichen Lehrveranstaltungen für ein ausgewogenes internationales Klima an der Hochschule sorge. Erst kürzlich fand eine Studienreise zur chinesischen Partneruniversität in Hefei statt. Im Rahmen dieser Exkursion galt es zum Staunen aller Beteiligten – 20 Studenten aus Heilbronn mit 20 Studierenden der Partnerhochschule aus Hefei in China wurden von drei (!) Professoren begleitet – die Dynamik der chinesischen Wirtschaft kennenzulernen. Auch den ethischen Herausforderungen einer technisch induzierten Veränderung der Ökonomie stelle sich die Hochschule. Die im November 2016 veranstaltete zweitägige Tagung zu »Ökonomie und Ethik«, in der man zum einen die heutigen Bedingungen des Wirtschaftens systemisch analysiert, damit einer grundsätzlichen Kritik unterzogen, zum anderen ökonomische Modelle und praktische Alternativen präsentiert hat, zeugt deutlich von diesem Engagement der Hochschule und ihrer herausragenden Qualitäten. Außerhalb des Landkreises sorgt die Hochschule immer wieder für großes Aufsehen: Sie wird in den Medien als innovativer Think- Tank für ethisches Unternehmertum in Deutschland gewürdigt. Ein Kongress im Sommer des Jahres, ausgerichtet von einem der Hochschule assoziierten Netzwerk namhafter Unternehmer, vom ›Controlling-Dialog‹, widmete sich den »digitalen und globalen Herausforderungen für Strategien und Unternehmenssteuerung 2020«. Dort wurden vor allem die Veränderungen der Unternehmenskultur unter den technischen wie ideellen Disruptionen der Digitalisierung diskutiert: dass die Digitalisierung den Marktwert eines Unternehmens weg von den Finanzwerten hin zu Daten und immateriellen Werten verschöbe; dass sich die Weise der Führung im Zeitalter der Industrie 4.0 grundlegend vom evolutionär denkenden Management hin zum revolutionär agierenden Leadership in einer Atmosphäre von Risikokultur verändere, unter Bedeutungszunahme intellektuellen Kapitals. Als Nebenbemerkung sei gesagt, dass nicht nur für uns die Lebensplanung, sondern auch für die Unternehmen die strategische Zukunftsgestaltung durch die Zunahme von Volatilität trotz algorithmischer Prädiktionen grundsätzlich schwieriger wird. Doch was für einen Schatz beherbergt Heilbronn hier eigentlich? Zum einen ist es eine sehr traditionsreiche, praktisch orientierte Hochschule. Sie wurde 1961 als ›Staatliche Ingenieurschule Heilbronn‹ mit 50 eingetragenen Studenten gegründet. Zu den anfänglichen Studiengängen Feinwerktechnik und Maschinenbau kam 1971 ein betriebswirtschaftlicher hinzu. Es folgte die Umwidmung zur Fachhochschule. Seit 1972, bei der Implementierung des Hochschulstudiengangs ›Medizinische Informatik‹ im Rahmen der mittlerweile realisierten Zusammenarbeit mit der Uni Heidelberg zeigt sich die digitale Orientierung der Hochschule. Zum anderen ist die Hochschule mit über 8.300 Studierenden heute die größte Hochschule für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Die Studierenden verteilen sich auf vier Standorte: In Schwäbisch Hall werden vor allem arbeitsmarktorientierte Bachelor-Studiengänge angeboten. Der Campus in Künzelsau, unter dem Namen ›Reinhold Würth Hochschule‹, realisiert Masterstudiengänge aus den Fachgebieten Technik und Wirtschaft. In Heilbronn gibt es zwei Standorte: Einerseits den seit 1965 bestehenden Bau in der Max-Planck-Straße in Sontheim, den Hauptsitz der Hochschule, andererseits, seit 2011, den Campus Heilbronn am Europaplatz, unterstützt von und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bildungscampus der Dieter-Schwarz-Stiftung. Es wäre zu wünschen, dass die Hochschule Heilbronn unsere Stadt weiter öffnet für die gesellschaftlich produktiven Disruptionen, die eine globale Vernetzung und ihre Risiken bedeuten. ◆ Hanix Nr. 47 36 WIRTSCHAFT

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Professor DR. RALF DILLERUP leitet den Studiengang Unternehmensführung an der Heilbronn University Graduate School mit den Forschungsschwerpunkten Strategie, Controlling und Finanzen. Wir unterhielten uns mit ihm über die Herausforderungen der Digitalisierung an der Hochschule. Von Dr. Bernhard Stumpfhaus, Foto: Memo Filiz Hanix Nr. 47 »Die richtigen Fragen stellen und das Richtige daraus machen« Hanix: Herr Professor Dillerup, in Ihren Prognosen stellen Sie in Aussicht, dass im beginnenden Zeitalter der Digitalisierung die größten Gewinne durch Optimierung der Produktionsprozesse und Veränderungen in den Geschäftsmodellen eingefahren werden. Müssen wir uns Sorgen um die Arbeit machen? Professor Dr. Ralf Dillerup: Arbeit in Summe wird nicht verloren gehen. Die Frage ist aber: Wo fällt welche Arbeit an? Digitalisierung heißt ja auch, dass Dienstleistungen irgendwo erbracht und international verschoben werden. Das wird sicherlich dazu führen, dass Arbeit, die heute hier erbracht wird, in anderen Ländern angeboten wird und natürlich auch umgekehrt. Arbeit wird globaler. Wie verändert die Digitalisierung die Hochschule und das Lernen der Studenten? Wir denken daran, über Online-Angebote Basisveranstaltungen medial aufzubereiten. Für Grundlagenfächer, die größere Studentengruppen ansprechen, sind solche Online-Angebote überlegenswert. In anderen Ländern sind Online-Portale, die teilweise sogar Abschlüsse produzieren können, die größten Wettbewerber der klassischen Universitäten. Allerdings bedeuten Präsenzveranstaltungen, etwa mit Fallstudien und problemorientiertem Lernen, intensivere Lernformen. Lernen ist hier in der Interaktion deutlich besser. Es wird also ein Miteinander der Lernformen geben. Wenn unternehmerisches Denken und Führungskräftepotential gefordert ist, benötigen wir Präsenzen und gemeinschaftliches Arbeiten in der Gruppe mit einem Coaching durch die Dozenten. Für viele faktenorientierte Themen sind aber digitale Lehrangebote z. T. die bessere Variante. Wie sieht es mit der Kompetenzverteilung von Mensch und Maschine aus? WIRTSCHAFT Arbeit, die besser von der Maschine erledigt wird, wird nicht mehr so wie heute benötigt werden. Also muss man sich auf das konzentrieren, was Menschen besser können: Kommunizieren, Probleme verstehen, erfassen. Kurzum: Die richtigen Fragen stellen und das Richtige daraus machen. Antworten zu finden können unter Umständen Maschinen mit künstlicher Intelligenz besser. Die richtigen Fragen zu stellen ist eine hochkomplexe Fähigkeit. Welche Qualitäten brauchen wir dazu? Das ist einer der Kernpunkte. Wir sind in der schulischen Situation, auch bei den Hochschulen, immer noch geprägt von den klassischen Weisen des – vor allem faktenbasierten – Lernens. Auswendiglernen war bisher ein Erfolgsfaktor. Wissen hat aber heute eine sehr schnelle Halbwertszeit. Ein gewisses Basiswissen ist zwar notwendig, die Kernthematik ist aber eher, problem- und handlungsorientiert zu denken sowie unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten auszuarbeiten. Die eigentliche Herausforderung ist dabei, kritisch denken zu lernen. Wie geht die Hochschule Heilbronn mit dieser auf sich schnell verändernde Zusammenhänge reagierenden Dynamisierung von Wissen um? Die herkömmliche Vorstellung, es gäbe ein Studium, das als Basis für ein ganzes Leben ausreichen mag, ist so sicherlich kein Zukunftsmodell. Wir sehen hier, dass die Zweigliedrigkeit des Studiums, Bachelor und Master, seine Bedeutung hat. So haben wir immer mehr die Mischung einer Erstausbildung mit einer späteren, zeitversetzten Weiterqualifizierung. Nach einem ersten Abschluss drängt es immer mehr Studierende in die Arbeitswelt, um sich dann Vollzeit oder berufsbegleitend fachorientiert höher zu qualifizieren. Es gibt die Tendenz zum lebenslangen Lernen. Und da wird auch die Hochschule eine Rolle spielen. Es stehen für uns große Veränderungen an, auf die wir bereits reagieren. Wir bauen unser Angebot so gut wie möglich mit den einwerbbaren finanziellen Mitteln aus. Auch der demografische Wandel in Deutschland macht sich bemerkbar. Die große Zahl der Schulabgänger, die an die Universitäten und Hochschulen drängen, wird kleiner und es stellt sich für uns die Frage, wie wir unsere zur Verfügung stehenden Kapazitäten nutzen. Eine Variante ist sicherlich, internationaler zu werden, eine andere, dass sich die Hochschulen mehr auf Forschung und jenes lebenslange Lernen einstellen. Wie stellen Sie sich eine solche lernende Rückorientierung der im Beruf stehenden Hochschulabsolventen zu Ihrer Hochschule vor? Wir setzen uns hier intensiv mit den Standards und Erfahrungen weltweit auseinander und sehen, dass die Verbindungen zu Ehemaligen, aber auch solche über Forschungs- und Weiterbildungsthemen immer weiter vernetzt werden müssen. Dies ist eine zu begründende Tradition, die wir so bisher nicht hatten. Wir setzen uns sehr mit diesem Thema auseinander und wollen Kontakte halten, auch um in der Gesellschaft intensiver Impulse setzen zu können. Die Aufgabe einer Hochschule kann es also nicht mehr sein, ausschließlich Absolventen zu produzieren, sondern sie muss auch dafür sorgen, dass neues Wissen Wirkung in der Praxis entfaltet. ◆

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Von Dr. Bernhard Stumpfhaus WISSENS- WERTES, WUNDERVOLL, WIEDER- HERGESTELLT Die Neueröffnung der Heilbronner Museen im Deutschhof Die Heilbronner Museen sind neu eröffnet. Viele Besucher waren bereits dort, Familien mit ihren Kindern, Kenner, Designer, Künstler. Vieles, wirklich Vieles ist dazugekommen. Das bedeutet aber auch, dass Anderes etwas kondensierter gezeigt werden muss. Dieses Andere ist vor allem natürlich die Kunst. Bisher lag der Schwerpunkt auf der Plastik. Bald der ganze erste Stock war mit Skulpturen und Kleinplastiken ausgestattet. Es gab Würdigungen der Vogelmann-Preisträger und einen ganzen Beuys-Raum mit Objekten, Grafiken und natürlich dem wunderbaren Tonband: »Jajaja – Nenene«. Jetzt ist dort keine Zitrone mehr, keine Rose der Demokratie. Denn hier ist nun die naturwissenschaftliche Sammlung untergebracht. Bereits das Erdgeschoss ist umgestaltet. Rechterhand der Information geht es in die erste Dauerausstellung. Dort sind jetzt die Skulpturen und Kleinplastiken untergebracht, thematisch organisiert. Endlich ist auch – gleich im Eingangsraum hinter der Glastür – wieder das Wachsbildnis eines jüdischen Kindes von Medardo Rosso zu sehen; in der deutschen Museenlandschaft eine Rarität. Die Räume sind thematisch aufbereitet. Sehr didaktisch geordnet finden wir Kleinplastiken zum Thema ›Figur und Abstraktion‹, so aufgereiht, dass der Gedanke von Gegenständlichkeit zur Abstraktion gleichsam linear nachvollzogen werden kann. Durch einen Zwischenbereich schreitend, der dem Sujet ›Linie, Fläche, Raum‹ gewidmet ist, kommen wir zur ›Internationalen Skulptur seit 1980‹. Hier sind die Vogelmann-Preisträger, Roman Signer, Thomas Schütte mit seinem schimmernden Glaskopf und im Gang danach Franz Erhard Walter und Christiane Möbus zu entdecken. Spektakulär geht es im 1. Stock weiter. Gleich als Verlängerung des Treppenaufgangs gelangen wir in die neue naturwissenschaftliche Abteilung. An großen, farbig gestalteten Wänden erfahren wir von den Meeren, der Flora und Fauna, die das Heilbronner Land im Trias überschwemmt und belebt haben. Anschaulich wird vor Augen geführt, wie es zur Entstehung des weißen Goldes, des Salzes, in dieser Region gekommen ist. Es gibt sogar einen eigenen Medienraum, mit mehreren Beamern bestückt, sodass alle Wände und die Decke bestrahlt werden. Man kann sich durchaus unter Wasser wähnen. Zur ›Belebung‹ dieser Landschaft muss man gewisse Fragen beantworten und Knöpfchen drücken. Sind die Antworten richtig, erscheinen die abgefragten Wesen. Wandelt man durch die Inszenierung der sauber zubereiteten Versteinerungen in den neuen Vitrinen, kommen die einem fast wie kleine Plastiken vor, so wie überhaupt auch die Präsentation der Steine an der Wand das vergleichende Sehen anregt, so als ob man kunstgeschichtliche Materialproben vor sich hätte. Von hier aus ist der zeitlich und auch thematisch atemberaubende Schritt von den Versteinerungen der Trias zu den ›schwäbischen Landschaften‹ zwischen Romantik und Realismus von gleichsam traumwandlerischer Präzision. In diesen Gemälden ist nun das landschaftliche Ergebnis der eben studierten geologischen Mutationen der Äonen im Bild zu bewundern. Das erste Bild neben dem Durchgang von Trias zur Romantik ist das Aquarell von Gustav von Schmoller, das einen Sandsteinbruch in Heilbronn Mitte des 19. Jahrhunderts zeigt. Das Bild wirkt dort wie die Dokumentation zur Gewinnung jener steinernen Proben, die eben zu sehen waren. Dieser Wechsel ohne Türen, in der freien Flucht der Räume an den Fenstern entlang, macht nicht nur anschaulich, dass es hier um alles geht, was Heilbronn betrifft, seine Natur, seine Kultur, sondern auch, dass Heilbronn weniger ein Ort ist, denn eher eine zeitlose Idee. Zusammen mit dem zweiten Stock, der leicht verändert, inhaltlich mit seinen archäologischen Exponaten vom Talheimer Fund über Bad Wimpfener Römerplastik bis hin zum fränkischen Frühmittelalter im Wesentlichen so belassen ist, wie wir ihn kennen, können wir Heilbronn durch alle Zeiten hindurch, fast als eine enzyklopädisch angeleitete Tour durchstreifen. Und da es einen direkten Verbindungsgang zum Nachbargebäude gibt, in dem das Stadtarchiv beheimatet ist, so haben wir hier nun ein zusammenhängendes Zentrum für Informationen, Wissenswertes und die Kultur dieser Stadt. Die einzelnen Abteilungen im Deutschhof beschäftigen sich mit dem Käthchen von Heilbronn, mit Sammlern und ihren Sammlungen und geben damit Eindrücke von den Leidenschaften des hiesigen Großbürgertums. Feierlich wird Bruckmanns ›Silber für die Welt‹ inszeniert, fein säuberlich arrangiert unseren Augen dargeboten. Es lohnt sich ein Spaziergang durch das neu gestaltete Haus. Es bietet eine Menge Anregungen und Unerwartetes. So hängt dort ein ausgezeichnetes Porträt des Malers Franz von Stuck oder ein Gemälde von Franz von Lenbach. In der Design-Abteilung hängt ein Wahnsinnsfoto von Werbefotograf Willi Moegle. Es gibt also viel zu entdecken: im Museum, über Heilbronn. ◆ Hanix Nr. 47 Foto: Wolfgang Träger

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KUNST- UND KULTUR- WERKSTATT ZIGARRE Vielfalt und reichhaltige Komplexität Hanix Nr. 47 Für ›die Zigarre‹, wie das ›Kunst- und Kulturwerkhaus‹ in der ehemaligen Zigarrenfabrik in der Achtungstraße kurz genannt wird, ist weniger die Frage, wer, als eher woher man sie kennt. Der Kurzname suggeriert eine leicht zu fassende Einheit. Das ist mitnichten der Fall. Schon die Architektur mutet von außen komplexer an, als es etwa der Wikipedia-Eintrag beschreibt: »Der langgestreckte, zweiflügelige Bau aus Backstein mit Zierstreifen an der Außenfassade besteht aus einem viergeschossigen Kopfbau und einem dreigeschossigen Bürogebäude.« Es gibt mindestens vier Eingänge, verschiedene Verbindungsgänge zwischen den einzelnen Gebäudeteilen, alle verschieden, je nachdem, in welchem Stockwerk wir uns gerade aufhalten, ein verzweigtes Labyrinth an Gängen und Räumen, in denen Künstler ihre Ateliers haben. Viele dürften die Gastronomie K2acht kennen, mit ihren Ausstellungen, Hochzeiten, Konzerten, vor allem aber im Sommer mit seinem Hof, wo man sehr angenehm ein Weizen trinken und mit den ansässigen Künstlern allerlei besprechen und diskutieren kann. Andere kennen ›die Zigarre‹ wohl eher von den dort angebotenen Tanzkursen her, vom Salsa oder durch die Teilnahme an den Veranstaltungen zu improvisierten und musikalisch gestalteten Bewegungen. Wieder andere kennen die Frauenräume mit ihren Versammlungen, Vermietungen und Filmvorführungen. Es findet sich in den Räumen der Frauenverband Courage, Amnesty, der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC), der Türkische Frauenverband und die Flüchtlingsinitiative. Auch die Off-Werkstatt – in den Multifunktionskeller umgezogen, weil in den herkömmlichen Räumen Maßnahmen zur Einrichtung des Feuerschutzes ergriffen werden – mit ihren gemeinschaftlichen Großraumateliers erfreut sich großer KUNST Beliebtheit. Für die Zukunft ist übrigens in den gerade verwaisten alten Werkräumen eine Druckwerkstatt geplant. Wer in den Terminkalender ›der Zigarre‹ schaut, findet dort zusätzlich noch das Figurentheater Anett und die Altjazzer. Gelegentlich werden Flohmärkte ausgerichtet. Großer Beliebtheit erfreuen sich die zahlreichen Ausstellungen im Scheddach ›der Zigarre‹, ein großer, flexibler Raum oben, unter dem Dach. Dort stellen nicht nur die in den elf Ateliers des Hauses beheimateten Künstler aus, sondern auch junger Nachwuchs, etwa der Aka Stuttgart. Geplant sind für die Zukunft ebenfalls Präsentationen von internationalen Künstlern. Neben der Vorstellung einzelner Künstler gibt es auch immer wieder kuratierte Gruppenausstellungen zu bestimmten Themen. So zeigte ›die Zigarre‹ Ideen zur BUGA, noch bevor letztere in der Stadt wirklich Thema war; oder das alle zwei Jahre stattfindende ›internationale Schachtelfest‹, zu dem jeder eingeladen ist, der sich bereitfindet, seine Beteiligung am gemeinsamen Buffet in einer Schachtel mitzubringen. Das Scheddach gehört zu den Aushängeschildern ›der Zigarre‹, das nicht nur als Schnittstelle der Künstler und Künstlerinnen des Hauses mit der Öffentlichkeit dient, sondern auch als Ort des Austausches zwischen den Generationen. So ist es ein besonderes Anliegen, vor allem auch mit dem künstlerischen Nachwuchs in lebhaftem Kontakt zu bleiben. Dass dabei die Kunst kein bloß unterhaltsamer Selbstläufer ist, das zeigt eine Ausstellung jetzt im Februar. Sie stellt ›Ergebnisse des Fotoworkshop für und mit Geflüchteten‹ vor. Die Komplexität und Vielschichtigkeit ›der Zigarre‹, ihre gesellschaftliche Bedeutung für die Kultur Heilbronns zeigt sich aber nicht nur in ihrer derzeitigen Zusammensetzung der zahlreichen Akteure. Auch die Geschichte des Hauses gibt dafür beredtes Illustration: Natalis Lorenz Zeugnis. 1908 wurde es von der jüdischen Familie Kahn als Zigarrenfabrik in Betrieb genommen. Im Dritten Reich wurde das Unternehmen zwangsarisiert und im Dezember 1944 bei Bombenangriffen zerstört; nach dem Krieg wieder aufgebaut. 1962 wurde die Firma aufgelöst und es fanden zahlreiche Heilbronner Institutionen hier Obdach. Der Bahnhof, die vhs-Heilbronn konnten einziehen. Sogar die Verwaltung der heutigen Hochschule Heilbronn hatte hier ihr Quartier. Als Ende der 1990er Jahre das Gebäude leer stand und ein Totalabriss in der Diskussion war, setzten sich Heilbronner Künstler dafür ein, ›die Zigarre‹ zu sanieren und sie der kulturellen Nutzung zuzuführen. Seit 16 Jahren besteht sie nun unter der Verwaltung des Zigarre e. V. Die hier ansässigen Künstler sind geschichtlich tief und regional breit mit der Heilbronner Kultur vernetzt. Derzeitige Künstler gehörten der ›Galerie Reflexion‹ in der Bahnhofstraße 6b an. Zwischen 1985 und 1989 galt es, ein ambitioniertes Forum für das Medium der Fotografie einzurichten für junge und etablierte Fotografen aus aller Welt. Die Künstler sind vernetzt etwa mit der Produzentengalerie B27 in Offenau, mit dem Kunstverein und dem Künstlerbund. Es gibt Untergruppen und Einzelkämpfer; Maler, Plastiker, Grafiker, Fotografen und Objektkünstler, jeder und jede mit eigenen Vorstellungen und Ansätzen. Zentral für den Geist ›der Zigarre‹ ist es jedenfalls, dass die Künstler hier frei arbeiten und experimentieren können. ◆ Weitere Infos: ZIGARRE Kunst-und KulturWerkHaus e.V. Achtungstr. 37 74072 Heilbronn www.zigarre-heilbronn.de

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Mit fünf Jahren wird der kleine indische Junge Saroo (Sunny Pawar) von seiner Familie getrennt, woraufhin er sich schließlich Tausende Meilen von Zuhause entfernt und verwahrlost in Kalkutta wiederfindet. Nach dieser beschwerlichen Odyssee nehmen ihn Sue (Nicole Kidman) und John Brierley (David Wenham) auf, ein wohlhabendes australisches Ehepaar, das ihn in ihrer Heimat wie seinen eigenen Sohn aufzieht. Doch seine Wurzeln hat Saroo nie vergessen und so macht er sich als junger Mann (nun: Dev Patel) mit Hilfe seiner trüben Erinnerungen und Google Earth auf die Suche nach seiner wahren Mutter. Während seiner Reise in die eigene Vergangenheit hofft er endlich auf jenes Dorf zu treffen, das sich mit seinen Erinnerungen ans Vergangene deckt … Der Film basiert auf dem Roman »A Long Way Home« von Saroo Brierley aus dem Jahr 2014, in dem der Autor seine eigene Lebensgeschichte niederschrieb. »Herzzerreißendes und aufwühlendes Gefühlskino mit Oscar-Potenzial.« (filmstarts.de) LION Hanix Nr. 47 Die schönsten Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst – nach dieser Maxime bedient sich Hollywood gern bei »wahren« Schicksalen, besonders wenn die vorher schon zu einem erfolgreichen Buch verarbeitet wurden. Regiedebütant Garth Davis, Drehbuchautor Luke Davies (»Life«) und die Produzenten um Harvey Weinstein finden genau die richtige Balance von Geradlinigkeit und Gefühl – und dazu mit »Slumdog Millionär« Dev Patel sowie dem sechsjährigen Sunny Pawar zwei nahezu perfekte Hauptdarsteller: So wird »Lion« zu einem bewegenden und tränenreichen Feel-Good-Drama. Die erste Stunde des Films gehört dabei ganz dem kleinen Saroo. Der Kinderdarsteller und Newcomer Sunny Pawar spielt sich mit seinen großen braunen Rehaugen, seinen verwuschelten Haaren und dem schlurfenden Schlappengang sofort in die Herzen der Zuschauer. In der zweiten Filmhälfte steht dann der von Dev Patel gespielte junge Mann in der Identitätskrise im Mittelpunkt: Nächtelang sitzt Saroo vor Google-Earth-Ausdrucken und sucht Hinweise auf Bekanntes, angetrieben von dem Gedanken, dass er auf dem anderen Kontinent eine Mutter hat, die ihn vielleicht ebenfalls sucht. Zugleich steckt er tief in einem moralischen Dilemma, denn er will seiner Adoptivmutter nicht wehtun, die ihn großgezogen hat. Patel spielt diesen In den Arthaus-Kinos ab 23. Februar 2017 USA, Australien, GB 2016 Länge: 129 Minuten Genre: Biografie, Drama, Abenteuer Regie: Garth Davis Darsteller: Dev Patel, Nicole Kidman, David Wenham, Rooney Mara, u. v. m. Konflikt, diese innere Zerrissenheit mit einer fast schon manischen Intensität, seine Getriebenheit lässt sich sogar an der Frisur ablesen - am Ende hat er wirklich fast eine Löwenmähne. Dies ist Patels bisher stärkste Darbietung, vor allem was die emotionale Bandbreite angeht. ◆ ARTHAUS-KINOTIPP

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AUSSERDEM IM KINO Fifty Shades Of Grey 2 – Gefährliche Liebe Start: 9. Februar Die 21-jährige Studentin Anastasia Steele (Dakota Johnson) lernte zuvor den milliardenschweren 27-jährigen Christian Grey (Jamie Dornan) kennen und war ihm sofort verfallen. Doch die ausschweifenden sexuellen Neigungen des jungen Erben verunsichern sie zunehmend. Daher bricht sie die Beziehung zu Christian ab – jedoch ist das Verlangen nach ihm zu groß, als dass sie ihn vergessen könnte. T2 Trainspotting Start: 16. Februar Fortsetzung des Drogen-Kultfilms »Trainspotting« von Danny Boyle, wieder mit Renton (Ewan McGregor), Spud (Ewen Bremner), Sick Boy (Jonny Lee Miller) und Francis Begbie (Robert Carlyle). Das Sequel basiert auf dem Irvine-Welsh-Roman »Porno«. Das Buch spielt zehn Jahre nach »Trainspotting« und statt mit Drogen beschäftigt sich die Ex-Clique um Renton (Ewan McGregor) darin mit dem Pornogeschäft. Kong: Skull Island Start: 9. März In den 1970er Jahren macht sich ein Trupp von Soldaten, Regierungsbeauftragen und Zivilisten auf, eine mysteriöse Insel zu erkunden. Die Gruppe unter dem Kommando von Lieutenant Colonel Packard (Samuel L. Jackson), zu der auch der mysteriöse »Reiseleiter« Bill Randa (John Goodman), der Spezialkräfte-Veteran James Conrad (Tom Hiddleston) und die Kriegsfotografin Weaver (Brie Larson) gehören, wird sehr unfreundlich empfangen: Etwas holt die Helikopter vom Himmel! Die Überlebenden der Abstürze erfahren, dass auf »Skull Island« ein Riesenaffe haust, eine gefährliche Kreatur, die wie ein einsamer Gott über die Insel streift. Lommbock Start: 23. März Stefan (Lucas Gregorowicz) hat vor 15 Jahren seiner Heimatstadt Würzburg den Rücken gekehrt und wollte sich eigentlich den Traum erfüllen, in der Karibik eine Strandbar zu eröffnen. Doch dann schlug er eine ganz andere Laufbahn ein, machte als Anwalt Karriere und nun steht er kurz vor der Hochzeit mit der Geschäftsfrau Yasemin (Melanie Winiger), deren Vater einer der mächtigsten Männer der Emirate ist. Nur noch die Geburtsurkunde fehlt, weshalb Stefan fix nach Deutschland reisen muss, um sie abzuholen. Doch dann trifft er seinen alten Freund Kai (Moritz Bleibtreu), mit dem er einst den Cannabis-Pizzalieferservice »Lammbock« betrieben hat. Kai und Stefan wollen auf die alten Tage nur noch einen letzten Joint durchziehen – doch damit nimmt das Unheil seinen Lauf ... Wenn der Vorhang fällt Start: 23. März Eine Beschreibung, mit der in »Wenn der Vorhang fällt« erklärt wird, was das Musikgenre aus Rap und Beats ausmacht, geht so: Wenn Hip Hop eine Person wäre, dann eine höchst schizophrene, mit einem Arm total aufgepumpt und dem anderen in ganz normaler Größe – und es wäre auf jeden Fall egal, wo diese Person herkommt. Drei Jahre lang hat der Filmemacher Michael Münch an seinem Dokumentarfilm gearbeitet, in dem er näher unter die Lupe nimmt, wie sich der Deutschrap in den vergangenen 30 Jahren entwickelte. Dabei standen ihm allerlei Szenegrößen in Gesprächen Rede und Antwort: Max Herre, Prinz Pi, Sido, Marteria, Smudo, Samy Deluxe, Nate57, Afrob und MC Rene, um nur einige zu nennen. GENIESSEN SIE DIESE HERB-FRISCHE, UNFILTRIERTE BIERSPEZIALITÄT JETZT AUCH ZUHAUSE. FAMILIENBRAUEREI-DINKELACKER.DE

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Bühnenbild Uubbuurruu-Konzert, Data 77112, Heilbronn 22. November 2016, 19:38 Uhr (Foto: Nico Kurth)

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Ein bekannter Radiosender aus Berlin kündigt ihn folgendermaßen an: »Er ist Vorsitzender der Deutschen Dracula-Gesellschaft. Er ist Mitglied des Komitees des Nobelpreises für kuriose wissenschaftliche Forschungen. Er ist der bekannteste Kriminalbiologe der Welt. Er ist DR. MARK BENECKE.« Wir sprachen mit dem Kölner über langweilige Journalistenfragen, das Wattestäbchen-Phantom von Heilbronn, den immer noch ungeklärten Tod von Uwe Barschel, sein Verhältnis zu Gunther von Hagens und seinen bevorstehenden Vortrag »Dr. Mark Benecke trifft Körperwelten« in Stuttgart. Von Robert Mucha, Fotos: Meli Dikta Hanix Nr. 47 FUCK POSTFAKTIZISMUS! INTERVIEW DES MONATS

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Hanix Nr. 47 DR. MARK BENECKE

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Hanix: Mark, du batest im Vorfeld nur mit neuen, dir noch nicht gestellten Fragen zum Interview zu erscheinen, damit wir uns beide nicht langweilen. Auf welche Frage von einem Journalisten wartest du sehnsüchtig? Mark Benecke: Auf keine. Das ist ja wie im Job, ich weiß nicht, was kommt und freue mich einfach, wenn es spannend ist. Schreiben die meisten Journalisten, die dich interviewen wollen, ihre Fragen von Kollegen ab, dass du explizit um neue Fragen bittest, oder langweilst du dich generell schneller als andere Leute? Das hat eigentlich weniger mit Journalisten zu tun. Ich beantworte auch viele Fragen von Schülern, die an meinem Beruf interessiert sind oder aus dem Publikum. Da sammeln sich natürlich die gleichen Fragen und so hat man schnell eine Liste mit den 20 häufigsten, die einen dann wirklich langweilen. Aber das ist ganz normal und wird auch immer so sein. Und ja: Ich langweile mich schneller als andere Leute. Das braucht man allerdings auch für meinen Job. Für jedes Problem benötigt man einen anderen Lösungsweg, so bleibt der Kopf gelüftet. Kannst du Langeweile auch mal genießen und ertragen? Oder hast du ständig Hummeln im Hintern? Hummeln im Hintern sind es weniger, ich liege auch mal gerne in der Badewanne oder schlafe. Es soll eben etwas Neues passieren. Passiert nichts, schlafe ich ein. Was langweilt dich an deinem Job am meisten? Die siebzigste Brandleiche reißt einen bestimmt nicht mehr vom Hocker. Am Job langweilt mich tatsächlich gar nichts, weil wir gestalten können, was wir machen. Mein Team und ich meiden allerdings Fälle, bei denen man merkt, dass es den Leuten auf einem niedrigen Niveau darum geht, Recht zu haben. Ein aktuelles Beispiel: Ein Jugendlicher ist mit Turnschuhen über ein Auto gelaufen, es gab keinerlei Schäden, er wurde aber beobachtet. Das Amtsgericht wollte uns daraufhin ein Schuhabdruck-Gutachten aufs Auge drücken. Leicht verdientes Geld, oder? Geld spielt hierbei für mich eine sehr untergeordnete Rolle. Es gibt einfach Fälle, die mir wichtiger sind als der eben beschriebene. Beispielsweise wenn Kinder betroffen sind oder alle Angehörigen eines gestorbenen Jugendlichen denken, es handle sich um Suizid, obwohl es offensichtlich keiner war. Kommt es vor, dass du als öffentlich vereidigter Sachverständiger einen Job annehmen musst, der dir eigentlich zu langweilig ist? Eigentlich muss ich jeden Auftrag annehmen, das musste ich sogar schwören. Allerdings gäbe es eine simple Ausrede: Ich könnte sagen, ich habe keine Zeit. Das habe ich jedoch noch nie gemacht und das werde ich auch nicht tun. Es wäre bescheuert, wenn wir die Menschen, die mit ernsten Fällen zu uns kommen, abblitzen lassen würden. Wäre der Fall um den Polizistenmord in Heilbronn aus kriminalbiologischer Sicht spannend oder eher langweilig? Auf den ersten Blick scheint klar, wie es geschehen ist: Kopfschuss aus nächster Nähe. Jeder Fall ist, wie er ist. Nehmen wir jetzt mal die »emotionalen« Kategorien wie Polizisten, Schüsse und Blut raus und benutzen einen »klassischen«, typischen Fall, übrigens einen echten: Typ in mittlerem Alter, 45–55, verwest, zu Hause, Nachbarn haben nichts mitbekommen. Die Schwester des Verstorbenen, die Schuldgefühle hat, weil sie seit zehn Jahren nicht mit ihrem Bruder geredet hat, sagt dann plötzlich: Da sind Blutspritzer. Dann sagen wir: Klar sind da Blutspritzer, der Bruder hat seit zehn Jahren Heroin genommen, gesoffen und alle anderen Mieter tyrannisiert und ist gegen die Kante der Marmorfensterbank gefallen. Das steht so im Polizeibericht. Bis die Schwester uns dann mitteilt, dass die Blutspritzer auch woanders sind, als es im Polizeibericht steht, nämlich im Keller. Dann schauen wir uns den Keller mal an und vergessen alles andere drumherum. Soll heißen: Polizist oder nicht, Schuss oder nicht – egal. Hast du den Fall aus der Ferne mitverfolgt, dich damit beschäftigt oder wurdest du gar bei der Jagd nach dem »Phantom von Heilbronn« miteinbezogen? Ich wurde auch zu dem Fall von Die Zeit befragt und hatte genau die gleiche Situation ein paar Jahre zuvor in meinem Labor gehabt, als wir verunreinigte Wattestäbchen aus China mitgebracht hatten. Das haben wir aber sehr schnell herausgefunden, denn eine solche Verunreinigung ist total einfach festzustellen, indem man aus jeder Packung eine Probe nimmt. Das wurde im Fall des »Phantoms von Heilbronn« nicht oft genug gemacht. Wieso ist es niemandem aufgefallen, dass die Wattestäbchen mit der weiblichen DNA möglicherweise schon vorher kontaminiert waren? Mir ist das absolut rätselhaft. Wenn wir Spuren am Tatort abreiben, kommt das Stäbchen sofort zurück in die Hülle oder die Probe wird getrocknet. Dann nehmen wir grundsätzlich und ohne jede Ausnahme ein zweites unbenutztes und verpacktes Wattestäbchen und machen auch davon einen genetischen Fingerabdruck zum Vergleich mit der abgeriebenen Probe. Ich habe es noch nie erlebt, dass diese Blindprobe nicht gemacht wird. Das ist das Erste, was man im Labor lernt. Und spätestens da muss auffallen, dass etwas nicht stimmt. Wenn so was nicht auffällt, hängt es vielleicht mit politischem Druck und mangelndem Geld zusammen. Den Sachverständigen hat man möglicherweise so sehr ins Gewissen geredet, dass viele eine selektive Wahrnehmung entwickelt haben. Immer wenn sie wieder die gleichen Spuren gesehen haben, ist ihnen das Phantom in den Kopf gestiegen. Das wäre natürlich ein kriminalistischer Fehler. Du hattest nicht den Drang in Heilbronn anzurufen und vorzuschlagen, mal beim Wattestäbchenproduzenten nachzuschauen? So etwas mache ich niemals. Die Leute machen ihren Job und brauchen niemanden, der sie anruft. Auf politischer Ebene kannst du nur sachlich und ruhig bleiben und dann den Politikern und Politikerinnen überlassen, was sie damit machen. So ist es auch bei Polizei, Presse, Staatsanwälten, Richtern, Leuten, die im Knast sitzen usw. Das sage ich jetzt nicht, weil ich das gut finde, sondern aus meiner 25-jährigen Erfahrung. Wenn es brennt, kommen die Leute schon. Übrigens kommt aus Heilbronn auch der Ehrenvorsitzende deiner Partei DIE PARTEI – Oliver Maria Schmitt. Kennt ihr euch als PARTEI-Genossen? Ja klar, bei den großen Veranstaltungen hält er ja gerne gute Reden. Ist Oliver ein politisches Vorbild für dich? Immerhin hattest du es ihm im letzten Jahr nachgemacht und dich zur OB- Wahl in deiner Wahlheimat Köln aufstellen lassen. Schmitt hatte es zuvor in Heilbronn und Frankfurt versucht, war sogar Kanzlerkandidat. Meine Kandidatur in Köln hatte eher mit anderen verrückten Aktionen, die vorher stattfanden, zu tun. Ich bin ja viel unterwegs und besuche so öfter die einzelnen Ortsverbände oder die kommen zu meinen Veranstaltungen. Dadurch bin ich vermutlich auch der Einzige, der die Diversität vor Ort sieht, weil ich die kleinsten Hanix Nr. 47 INTERVIEW DES MONATS

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Hanix Nr. 47 »Immer wenn sie wieder die gleichen Spuren gesehen haben, ist ihnen das Phantom in den Kopf gestiegen. Das wäre natürlich ein kriminalistischer Fehler.« DR. MARK BENECKE 47

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und schrottigsten Verbände kennenlerne. Mein echtes Vorbild war jemand aus Baden-Württemberg, der in zwei benachbarten Dörfern kandidiert hatte. Richtig klassisch im Hinterzimmer einer Wirtschaft: Er hatte sich überlegt, an den beiden Veranstaltungen jeweils das exakte Gegenteil zu erzählen. Das hat er durchgezogen und durchgehend positive Presse bekommen, weil das niemandem aufgefallen ist. Das fand ich sehr lustig, und da die beiden anderen ZUR PERSON: Bekannt ist Dr. Mark Benecke aus True Crime-Serien wie »Autopsie« und »Medical Detectives«, wo er als Kriminalbiologe die unterschiedlichsten Verbrechen beurteilt. Hauptberuflich ist er als Deutschlands einziger öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für biologische Spuren tätig. So hat er beispielsweise in Moskau Adolf Hitlers Schädel untersucht und wird zu den verschiedensten Tatorten deutschlandweit gerufen. An der Universität zu Köln studierte er Biologie, Zoologie und Psychologie. Dort promovierte er über genetische Fingerabdrücke, bevor er verschiedene ermittlungstechnische Ausbildungen der Kriminalbiologie in den Vereinigten Staaten, darunter an der FBI Academy, durchlief. Er wird als Sachverständiger hinzugezogen, um bei vermuteten Gewaltverbrechen mit Todesfolgen biologische Spuren auszuwerten. Er ist darüber hinaus international Ausbilder an Polizeischulen sowie Gastdozent zu kriminalbiologischen Themen, Autor, Interviewpartner und Talkshowgast zu kriminalistischen Fragen und wissenschaftlichen Phänomenen sowie Vortragsreisender. Kandidaten von FDP und SPD bei den Kölnern auch nicht so gut ankamen, haben wir uns gedacht, dass wir da ganz gut dazwischenpassen könnten. Serdar Somuncu ist der aktuelle Kanzlerkandidat der DIE PARTEI. Was kann er besser als Schmitt? Was erhofft ihr euch von ihm? Wir erhoffen uns gar nix von ihm, er soll machen, was er will. Da er sich in einigen Talkshows ziemlich gut geschlagen hat, er der einzige war, der überhaupt irgendetwas von Substanz gesagt hat, habe ich aus den oberen Reihen der PARTEI schon solche Sachen wie »zu viel Inhalt« vernommen. Dann aber hat er in Köln eine Rede gehalten und gesagt: »Köln ist die verlogenste Stadt Deutschlands«, was den Kölner Lokalpatrioten natürlich überhaupt nicht geschmeckt hat. Am nächsten Tag gab es einen Shitstorm im Stadtanzeiger. Da hat Serdar natürlich gleich nachgelegt und angekündigt, von Köln nach Berlin zu ziehen, was noch sehr viel schlimmer aufgenommen wurde. Das hat uns gefallen. Wird die PARTEI den populistischsten Wahlkampf ihrer Geschichte führen? Somuncu ist diesbezüglich ja prädestiniert. Ja. Schließlich machen wir immer Populismus. Und wir haben die jungen Leute, die dafür empfänglich sind. Die sind ohnehin schon unsere Fans, ganz ohne Manipulation. DIE PARTEI könnte auch am rechten Rand fischen, denn kaum ein zweiter Deutscher dürfte so zitiersicher wie Serdar sein, wenn es um »Mein Kampf« geht. Ich bin diesbezüglich auch relativ zitiersicher, da mein Opa das Buch in seinem Wohnzimmer stehen hatte. Diese Ausgabe habe ich geerbt und sie gründlich für mein Kriminalbiologie-Buch durchgearbeitet. Aber was Serdar angeht: Er ist natürlich Künstler und was seine Hasspredigten angeht, ist das ein abgeschlossener Zyklus für ihn. Die Rechten sind ja sehr divers, da gibt es die Verzweifelten, die Hater, die sich mal vereinzelt Punkte von uns herausnehmen, aber eigentlich landen die nicht bei uns. Ein Mini-Ortsverband hatte sich mal rechts geäußert, aber das war vermutlich so eine Agent-Provocateur-Sache und ist versandet. Die merken recht schnell, dass das nichts für sie ist bei uns. Die jüngeren Rechten, die wir sehen, sind aber meist gar nicht rechts, die wissen einfach nix. Früher waren jene die Protestwähler. Wenn die dann merken, dass es bei uns lustig ist, ist deren Gesinnung wie weggeweht. In deinem Beruf und bei deiner Arbeit bist du nur der Wahrheit verpflichtet. In der Politik treten wir mit Trumps Wahl ins post-faktische Zeitalter ein, wie der Deutschlandfunk feststellte. Dass die Wahrheit in der Politik nicht mehr so wichtig zu sein scheint, muss dich als politisch engagiertem Naturwissenschaftler doch wahnsinnig machen? Oder eröffnet das ganz neue Möglichkeiten? Ich war ja schon öfter bei Hintergrundgesprächen von Parteien dabei, in denen es darum geht, politische Positionen festzulegen. Dort wird ganz normale, extrem sachliche und gute Arbeit abgeliefert, zumindest wenn die Türe zu ist. Ansonsten wird eben kalkuliert, was man sich so erlauben kann, um noch gut vor dem Wähler dazustehen. Für mich ist das gar nichts Besonderes, ich bin mit diesem Schizo-Shit sozusagen aufgewachsen. Vor ein paar Jahren habe ich erlebt, wie mir eine Landtagsabgeordnete nach einer Diskussion hinter verschlossenen Türen sagte, dass sie meine Meinung voll und ganz teile, sie jetzt aber nach draußen gehen müsse und genau das Gegenteil erzählen werde, da das die Linie der Partei sei. Seitdem ist mir das also ziemlich egal und ich bleibe stur bei den Tatsachen. INFOS ZU KÖRPERWELTEN IN STUTTGART: Noch bis zum 20. Mai läuft Gunther von Hagens’ Ausstellung »Körperwelten & Der Zyklus des Lebens« in der Stuttgarter Hanns- Martin-Schleyer-Halle. Am 6. März ist Dr. Mark Benecke im Rahmen der Ausstellung in Stuttgart. Tickets für »Dr. Mark Benecke trifft Körperwelten« gibt’s bei allen gängigen Ticketportalen. INTERVIEW DES MONATS Hanix Nr. 47

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Hanix Nr. 47 Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit sind im Kommen, ob hier, in Frankreich, den USA, Österreich oder weiteren Ländern. Macht dir das Angst? Oder denkst du, unsere Gesellschaft in Deutschland ist stark genug, um dem Einhalt zu gewähren und sich aktiv gegen diese Entwicklung zu bekennen? Hinter all dem Populismus und den Erfolgen der rechten Parteien steckt Angst. Dazu gibt es sogar eine naturwissenschaftliche Veröffentlichung: Wenn man Menschen, die eher konservativ eingestellt sind, Bilder zeigt, die normalerweise Interesse oder Neugier hervorrufen, z. B. ein überfahrenes Tier, dann erzeugt das bei ihnen eher Ekel und Abscheu als bei liberalen Menschen. Das heißt also, dass rechte Menschen Angst haben. Reagiert man darauf selbst mit Angst, dann gerät man schnell in einen Zyklus, der dann darin endet, was wir im Dritten Reich mit SA und SS hatten. Die beste Methode mit diesen Leuten umzugehen ist eben nicht, ängstlich zu sein, sondern sie auszulachen. Das ist das Einzige, was sie auf die Palme treibt. Wenn du sie einfach nur auslachst, schwimmt ihnen die ganze Scheiße weg, da das alles nur durch Angst zusammengehalten wird. Anfang März machst du mit einem Vortrag in Stuttgart auf Gunther von Hagens’ »Körperwelten« halt. Worum wird es gehen bei »Dr. Mark Benecke trifft Körperwelten«? Ich werde vermutlich irgendetwas mit Fäulnis oder so machen. Am Anfang stelle ich mich vor und erkläre, warum ich Körperwelten und Gunther toll finde, weil er ja doch immer mal wieder komisch angeguckt wird. Zu recht? Sein Begriff »Demokratisierung der Anatomie« ist korrekt, aber überhaupt nicht catchy. Ich kenne Gunther schon lange, habe sogar schon nachts vor der Eröffnung mit ihm Leichen »zusammengebaut«: Er macht das wirklich aus absoluter, friedlicher, den Menschen zugewandter Überzeugung. Er ist irgendwie aus der Zeit gefallen, aber ich wüsste auch nicht, in welche Zeit ich ihn stecken sollte. (lacht) Das erzähle ich dann am Anfang, denn die Ausstellung hat überhaupt nichts mit dem Sensations-Krimskrams zu tun, von dem man öfter hört. Versteht man sich auf Anhieb, weil man es beruflich oft mit Leichen zu tun hat? Da haben wir noch nie drüber geredet. Das hat auch nichts mit den Leichen zu tun, wir haben bei der Kölner Ausstellung oft gemeinsam geschwiegen oder uns später die Sachen im Plastinarium angeschaut. Ein Beispiel: Er hat ja ein riesiges Einhorn-Präparat, bei dem er nur das Blutgefäßsystem des Pferdes präpariert hat, was eine unglaublich aufwendige Arbeit ist. Jeder, der das sieht und sich fragt, wie viel Arbeit das gewesen sein muss, hat immer noch nicht den Hauch einer Ahnung davon, wie viel Arbeit das wirklich ist. Die Hölle auf Erden. Und dann fragt er mich, so ganz nebenbei: »Sag mal, wie findest du das denn?« Aber nicht, um sich Lob abzuholen, sondern weil er wissen möchte, ob das überhaupt eine gute Idee war. So ist er. Wir tauschen uns also nicht gegenseitig über unsere Leichen aus. Es geht ihm eher darum, ob das Einhorn jetzt auf diesem wahnsinnig geilen Pferdepräparat bleiben soll oder nicht. Du bist an 250 bis 300 Tagen im Jahr unterwegs. Wie viel Zeit davon widmest du dich deinem eigentlichen Beruf als Kriminalbiologe? Viel. Ich kann dir jetzt keinen Prozentsatz sagen, aber es ist sehr viel. Dazu gehört auch viel Kleinkram, z. B. Fragen von Anwälten beantworten, Akten lesen, mit Knackis sprechen und so was. Reinhold Messner erzählte einst, dass er mit den »Abfallprodukten« seiner Bergsteigerei seinen Lebensunterhalt verdient. Wir könnten uns gut vorstellen, dass du mit den »Abfallprodukten« deiner eigentlichen Tätigkeit auch viel besseres Geld verdienst als mit der forensischen Laborarbeit. Frustriert das ein bisschen? Wenn man sich anschaut, was beispielsweise Bausachverständige im Vergleich zu mir verdienen, dann ist das schon hart. Die verdienen, wenn sie Glück haben, an zwei Tagen 75.000 Euro, während ich froh wäre, für einen Fall 750 Euro zu bekommen. (lacht) Mir ist es ganz wichtig, Fragen aus dem Publikum und von Angehörigen zu beantworten. Das ist mir ein zentrales Anliegen. Für mich ist alles ineinander verzahnt, wie eine mechanische Uhr. Man kann nicht einfach ein Rädchen rausnehmen, denn dann läuft die Uhr nicht mehr. Das ist also weit und breit kein Abfall. Deine Arbeitsplätze könnten unterschiedlicher kaum sein: Tatort, Labor und Bühne. Hast du einen Lieblingsplatz? Nö. Ich bin ja Dienstleister und deshalb ist es mir egal. Seit ich Jugendlicher war, habe ich immer gearbeitet und eben das getan, was ich angeboten bekommen habe. Und wenn es denn möglich wäre: Welchen historischen Tatort würdest du gerne als Erster nach der Tat betreten? Da habe ich keine Wünsche. Ich habe mal gesagt, dass es gut gewesen wäre, wenn jemand, der sich mit Forensik und Spurensicherung auskennt, als Erster das Hotelzimmer von Uwe Barschel betreten hätte, weil dieser Fall dann einfach gelöst hätte werden können. Ansonsten ist mir absolut jeder Fall recht. Es gibt keine spannendsten, wichtigsten, besten oder größten Fälle. Denn in jedem Fall steckt etwas ganz Wichtiges, Unerwartetes. Die spektakulären Fälle üben keinen Reiz auf dich aus? Die großen Fälle, bei denen es um Vergewaltigung und Kopfabschneiden geht, geraten schnell in Vergessenheit, weil ja bald der nächste superblutige Fall auftaucht. Es sind die kleinen, schrägen und seltsamen Dinger, die mir viel mehr in die Knochen gehen. Abschließend die Frage: Hast du dich sehr gelangweilt während dieses Interviews oder war es zu ertragen? Nein, alles gut. ◆ »Es wäre gut gewesen, wenn jemand, der sich mit Forensik und Spurensicherung auskennt, als Erster das Hotelzimmer von Uwe Barschel betreten hätte.« DR. MARK BENECKE

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Titelthema: [S. 52–63] AUTO »Man kann ein Auto nicht wie ein menschliches Wesen behandeln – ein Auto braucht Liebe.« Walter Röhrl, zweifacher Rallye- Weltmeister (1980 & 1982) sowie vierfacher Gewinner der Rallye Monte Carlo. Artwork: Kathrin Leisterer Hanix Nr. 46 Erfolgsfaktor Mensch → S. 52 WILHELM MAYBACH → S. 54 Audi Forum Neckarsulm → S. 56 MOTORENSTADT HEILBRONN → S. 58 Verdammt in alle Ewigkeit → S. 62

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Die Automobilbranche ist eine harte Branche – speziell für Zulieferer und externe Dienstleister. Umso erstaunlicher, dass bei csi entwicklungstechnik, einem Entwicklungsbüro für hochwertige Module im Interieur-, Exterieur- und Karosseriebereich aus Neckarsulm, sogenannte »weiche Faktoren« eine herausragende Rolle spielen. Von Matthias Marquart, Fotos: Ulla Kühnle Erfolgsfaktor Mensch Hanix Nr. 47 Strahlende Gesichter bei den beiden csi-Geschäftsführern Mathias Leixner und Kai Kisseberth. Und das aus gutem Grund. Denn csi hat vor Kurzem beim kununu-Arbeitgeber-Ranking der Automobilbranche Deutschlands den ersten Platz belegt. Mathias Leixner: »Das ist für uns deshalb etwas ganz Besonderes, da bei kununu Mitarbeitern, Auszubildenden und Bewerbern die Möglichkeit gegeben wird, anonym abzustimmen. Dadurch wird gewährleistet, dass – anders als bei vielen Top-Arbeitgeber-Rankings – auch ein wirklich repräsentatives und vor allem ehrliches Ergebnis erzielt wird.« Und dieses Ergebnis kann sich sehen lassen. So wurde csi entwicklungstechnik bei der Befragung mit einem Durchschnitt von 4,49 von maximal fünf zu erzielenden Punkten eingestuft. Bewertet werden verschiedene Kategorien unter anderem die Arbeitsatmosphäre, der Kollegenzusammenhalt und Arbeitsbedingungen. Die Wand, der Schrank und der Schreiner Doch was unterscheidet das 1995 in Neckarsulm von Steffen Boll und Ingeborg Ritter (bis 2011) gegründete Unternehmen, das Projekte für nahezu alle namhaften Hersteller realisiert, von anderen Arbeitgebern aus der Automobilbranche? Kai Kisseberth: »Wir arbeiten in einer sehr hart umkämpften Branche und benötigen hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiter, um erfolgreich am Markt bestehen zu können. Anders als viele Mitbewerber sind wir aber keine Verleihfirma, die Mitarbeiter in eine Arbeitnehmerüberlassung schickt. Bei uns werden nahezu alle Projekte – oft auch standortübergreifend – im eigenen Haus bearbeitet, wodurch bei den Mitarbeitern ein starkes ›Wir-Gefühl‹ entsteht. Gegenseitige Wertschätzung und ein gutes Betriebsklima nehmen dabei für uns Gute Arbeitgeber: Kai Kisseberth (links) und Mathias Leixner TITELTHEMA: AUTO

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Hanix Nr. 47 einen sehr hohen Stellenwert ein.« Mittlerweile arbeiten über 550 Mitarbeiter an acht Standorten bei csi, allein 180 in Neckarsulm. Und um diese hochqualifizierten Mitarbeiter zu bekommen und vor allem auch zu halten, hat csi einen ganz eigenen Weg eingeschlagen. Leixner: »Wir wären austauschbar, wenn wir Mitarbeiter nur über Geld und Karrierechancen für uns gewinnen wollten. Sicher, wir zahlen den branchenüblichen Lohn, doch entscheidend ist, dass sich die Mitarbeiter bei uns wohlfühlen und so ihre optimale Leistungsfähigkeit entwickeln können. Wir haben eine eigene Akademie für Weiterbildungen, ein Programm für Ernährung, Bewegung und Antistressmanagement, flexible Vertrauensarbeitszeiten und vieles mehr, was wir den Mitarbeitern anbieten. Bei uns gibt es keine ›command-and-control-Strukturen‹, starre Zielvorgaben oder Stechuhren. Die Entwicklung von Fahrzeugen erfordert viel Kreativität, die entsprechende Freiräume für selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten voraussetzt.« Und mit einem Grinsen ergänzt Kisseberth: »Man muss sich das manchmal so vorstellen, als würde ein Kunde zu einem Schreiner kommen und den Wunsch äußern, dass der einen fünf Meter breiten Schrank an einer drei Meter breiten Wand unterbringe. Da sind dann wirklich innovative Ideen gefragt und wir haben derartige Projekte im Automobilbereich immer wieder ›irgendwie‹ auch gestemmt.« die Recruiting-Strategie bei csi von anderen Mitbewerbern. Mit Slogans wie »Wilde Zeiten«, »csi rockt«, »csi sucht Superhelden« oder »Bock auf Arbeit« wirbt das Unternehmen für sich als den etwas anderen Arbeitgeber. Kisseberth: »Wir entscheiden bei Bewerbern nicht nur nach dem Lebenslauf und Noten, sondern für uns sind Softskills, das heißt soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Motivation, eine strukturierte Arbeitsweise und Kreativität, aber auch Humor wichtige Faktoren, um zu entscheiden, ob jemand zu uns passt.« So hat csi nicht selten einem vermeintlich »schlechteren« Bewerber den Vorzug bei der Einstellung gegeben. Und dass die beiden da im Regelfall ein gutes Näschen haben, zeigt die niedrige Fluktuationsrate bei dem Entwicklungstechnik-Spezialisten. Mathias Leixner: »Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beträgt bei uns etwa acht Jahre, viele Mitarbeiter sind aber auch schon von Anfang an dabei.« Für die Zukunft sehen sich die Geschäftsführer des nachhaltig, gleichmäßig und stetig wachsenden Unternehmens gut aufgestellt. Mathias Leixner: »Wir sind dabei, wenn es darum geht, die Zukunft zu entwickeln und da wird sich in den nächsten Jahren sehr viel tun. Es wird Neues entstehen, das uns dazu zwingt, in vielen Bereichen radikal umzudenken. Die Innovationsgeschwindigkeit wird enorm zunehmen, wenn ich da nur an autonomes Fahren, E-Mobilität oder neue Dienstleistungskonzepte im Bereich Mobilität denke.« Und um da weiterhin so erfolgreich mitzuhalten, setzt csi entwicklungstechnik nach wie vor auf seine Mitarbeiter, auf den »Erfolgsfaktor Mensch«. ◆ Ueltzhöfer ...mehr als einkaufen! Wir unterstützen 74081 HN-Sontheim Mauerstr. 78 - 90 Tel.: 07131 203980 74196 Neuenstadt a. K. Bahnweg 6 Tel.: 07139 9364930 74229 Oedheim Kochendorfer Str. 16 Tel.: 07136 9610080 74074 Heilbronn Charlottenstr. 9 Tel.: 07131 2057290 www.ueltzhoefer.edekadrive.de Gelebte Unternehmenskultur So arbeitet csi entsprechend oft mit der sogenannten Design- Thinking-Methode, einem Kreativprozess zur Ideenfindung, der sich am Nutzer orientiert und unter anderem darauf basiert, dass Probleme besser gelöst werden können, wenn Menschen unterschiedlicher Disziplinen in einem die Kreativität fördernden Umfeld zusammenarbeiten. Leixner: »Das ist eine sehr agile Methode, man könnte sie auch ›Brainstorming 4.0‹ nennen.« Dabei ist es selbstverständlich wichtig, dass die entsprechenden Teams harmonieren. Kai Kisseberth: Deshalb ist für uns entscheidend, ob ein Bewerber in unsere Unternehmenskultur passt.« So unterscheidet sich auch ERFOLGSFAKTOR MENSCH Aus der Region – für die Region * Rundschau für den Lebensmittelhandel, Ausgabe Juni 2016, ** Rundschau für den Lebensmittelhandel, Ausgabe März 2015 facebook.com/edeka-ueltzhoefer

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Wilhelm Maybach wurde am 9. Februar 1846 in Heilbronn geboren und wuchs dort zusammen mit vier Geschwistern auf. Die Familie zog später nach Stuttgart. Mit zehn Jahren war er Vollwaise. Später wurde Maybach der kongeniale Partner von Gottlieb Daimler und der »König der Konstrukteure«, wie ihn die Franzosen tauften. Text & Fotos: Daimler Archiv Wilhelm Maybach – König der Konstrukteure Auf eine Anzeige im »Stuttgarter Anzeiger« hin nahm sich eine karitative Einrichtung seiner an. Im Reutlinger Bruderhaus ging er zur Schule, und Gustav Werner, der Gründer und Leiter des Bruderhauses, erkannte sehr früh die technische Begabung des Knaben und förderte ihn. In Reutlingen lernte er 1865 auch Gottlieb Daimler kennen. Wilhelm Maybach wurde der kongeniale Weggefährte Gottlieb Daimlers und blieb mit ihm bis zu dessen Tod eng verbunden. Mit Daimler war er im September 1869 nach Karlsruhe gegangen und dann zu den Deutzer Motorenwerken. Dort inspiriert wollte er einen leichten, schnelllaufenden Verbrennungsmotor konstruieren, geeignet für Fahrzeuge zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Nachdem Daimler die Gasmotorenfabrik Deutz nach Differenzen mit der Geschäftsleitung Mitte 1882 verlassen hatte, folgte ihm Wilhelm Maybach im Oktober 1882 nach Cannstatt, um dort den leichten, schnell laufenden Verbrennungsmotor zu entwickeln. Bei seinen um- fangreichen Recherchen entdeckte Maybach ein Patent des Engländers Watson, das eine ungesteuerte Glührohrzündung beschreibt – eine wichtige Voraussetzung für höhere Drehzahlen. Dem liegenden Versuchsmotor von 1883 folgte die sogenannte »Standuhr«, ein Motor mit stehendem Zylinder, der besonders leicht und kompakt war und sich damit auch für den Einbau in Fahrzeuge eignete. 1885 wurde zunächst ein hölzernes Reitrad, im Folgejahr dann auch eine Kutsche mit dem neuen Motor ausgerüstet. Aber Maybach war rasch klar, dass es nicht ausreichte, lediglich Motoren für Kutschen zu produzieren. Die Erfindung, die aus dieser Einsicht resultierte, war der Stahlradwagen. Bei diesem Fahrzeug fällt Maybach auch der Verdienst zu, das Zahnradwechselgetriebe in den Automobilbau eingeführt zu haben. Auf der Pariser Weltausstellung von 1889 präsentiert, gab der Stahlradwagen außerdem den Anstoß zur Entstehung der französischen Automobilindustrie. Als Daimler im November 1890 mit Duttenhofer und Lorenz die Daimler-Motoren-Gesellschaft gründete, sollte Maybach Chefkonstrukteur werden, aufgrund der für ihn unannehmbaren Vertragsbedingungen schied er aber bereits im Februar 1891 wieder aus. Im Oktober 1892 mietete Wilhelm Maybach im Auftrag von Gottlieb Daimler den Gartensaal des ehemaligen Hotels Hermann in Cannstatt und setzte dort mit zwölf Arbeitern und fünf Lehrlingen seine Konstruktionsarbeit fort. Maybach entwickelte zunächst den »Phönix«-Motor, der zwei parallel stehende, in einem Block zusammengegossene Zylinder und Hanix Nr. 47 54 TITELTHEMA: AUTO

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Hanix Nr. 47 eine Nockenwelle zur Steuerung der Auslassventile aufwies. Bereits im September hatte der geniale Konstrukteur die Schwungradkühlung und den Riemenantrieb, die er nach seinem Ausscheiden aus der DMG entwickelt hatte, zum Patent angemeldet. Maybachs Arbeiten im Hotel Herrmann führten zur Entwicklung des sogenannten »Riemenwagens«, eines kutschenähnlichen Automobils, dessen Motor im Heck angeordnet war und seine Kraft über ein Riemengetriebe auf die Hinterräder übertrug. Neu war auch der ebenfalls von Maybach entwickelte Spritzdüsenvergaser, der Urahn des modernen Vergasers. Der Riemenwagen wurde ab 1895 bei der Daimler- Motoren-Gesellschaft gebaut, nachdem Daimler und Maybach im November 1895 in die DMG zurückgekehrt waren. Verschiedene Ausführungen des »Phönix«-Zweizylindermotors wurden eingebaut: von der 2 PS starken Version mit 750 cm³ Hubraum über Varianten mit 3, 4 und 6 PS bis zum 2,2-Liter-Motor mit 7,5 bis 8 PS. Insgesamt wurden etwa 150 Exemplare des offiziell als »Daimler Motor-Kutsche« bezeichneten Riemenwagens produziert, davon der Großteil mit 4-PS-Motor. Obwohl der Riemenwagen, abgesehen von seinem Motor, die Entwicklung der Automobiltechnik nicht entscheidend beeinflusste, hat er dennoch einen festen Platz in der Geschichte: Nicht nur das erste motorisierte Taxi der Welt war ein Daimler Riemenwagen, sondern auch der weltweit erste Motor-Lastwagen, ausgeliefert im Oktober 1896. Emil Jellinek begann seine Beziehung zur DMG ebenfalls mit einem Riemenwagen: Als sein erstes Daimler-Automobil erhielt WILHELM MAYBACH er im Oktober 1897 einen 6-PS-Doppel-Phaeton mit Riemenantrieb. Ein Riemenwagen war es auch, an dem Daimler und Maybach die elektrische Zündung erprobten, auf die Benz, damals noch Wettbewerber, bei seinen Motoren von Anfang an gesetzt hatte. Im Juli unternahm ein mit Bosch Niederspannungs-Magnetzündung ausgerüsteter 8-PS-Wagen, der von Otto Salzer gefahren wurde, eine fünftägige Erprobungsfahrt durch die österreichischen Alpen. Aufgrund der dabei gewonnenen Erfahrungen kam es bald danach zur Ablösung der für den Daimler-Motorenbau charakteristischen Glührohrzündung. Auf Betreiben des englischen Industriellen Frederick Simms trat Maybach schließlich im November 1895 als technischer Direktor wieder in die Dienste der DMG. Dort entwickelte er zunächst den Röhrchenkühler mit Ventilator, später dann den Bienenwabenkühler. Erst diese effektive Form der Motorkühlung machte den Weg frei zum modernen Automobil. Als weitere technische Leistung entwarf der »König der Konstrukteure«, wie ihn die Franzosen nannten, den ersten Vierzylinder-Automobilmotor, und in den Jahren 1898/99 entstand eine Motorengeneration von fünf Typen zwischen 6 und 23 PS. Eine seiner herausragendsten Konstruktionen schuf Maybach nach Daimlers Tod im Jahre 1900: den ersten Mercedes, der auf der »Woche von Nizza« im März 1901 Furore machte, ein Fahrzeug, das sich von allen bisher in der Daimler-Motoren-Gesellschaft gedachten und gebauten Wagen deutlich abhob und das das Kutschenzeitalter im Automobilbau beendete. Seine Entstehung verdankte es, neben Maybach, auch Emil Jellinek, der von Maybach und der DMG immer wieder leistungsstärkere und schnellere Automobile gefordert hatte. Trotz der großen Erfolge der Mercedes-Wagen in den folgenden Jahren wurde Maybach Opfer von Intrigen. Er wurde als Chefkonstrukteur abgelöst und seine Aktivitäten auf ein »Erfinderbüro« beschränkt. 1907 verließ er verbittert die DMG. Als am 5. August 1908 in Echterdingen der Zeppelin LZ 4 durch Sturmböen zerstört wurde, bot Maybach dem Grafen Zeppelin an, einen neuen, besseren Luftschiffmotor zu bauen. Die Verhandlungen, die sich daraufhin ergaben, führten am 23. März 1909 zur Grün-dung der »Luftfahrzeug-Motorenbau-GmbH Bissingen«. Technischer Leiter war Wilhelm Maybachs Sohn Karl, der auch den neuen Motor konstruiert hatte. 1912 übersiedelte die in »Luftfahrzeug-Motoren-GmbH« umbenannte Firma nach Friedrichshafen. Vater und Sohn waren an dem Unternehmen mit je 20 % beteiligt, Wilhelm Maybach überließ die Geschicke der Firma jedoch völlig seinem Sohn. Ab 1922 wurden in Friedrichshafen auch Luxus-Automobile hergestellt. Ein Höhepunkt der Produktpalette war der Maybach 12 Typ DS von 1929, das erste Automobil mit V12-Motor, das wie sein Nachfolger, der Typ »Zeppelin«, als deutsches Pendant zum Rolls-Royce gesehen wurde. Am 29. Dezember 1929 schloss Wilhelm Maybach für immer die Augen. ◆

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BRIGITTE URBAN ist seit 2014 Leiterin des Audi Forum Neckarsulm. Im Gespräch mit der Audianerin erhielten wir Einblicke in das Kunden- und Veranstaltungszentrum des Automobilbauers am Standort Neckarsulm. Von Robert Mucha, Fotos: Meli Dikta »Uns haben mehr als 2,3 Millionen Menschen besucht« Hanix: Frau Urban, als Leiterin des Audi Forum Neckarsulm sind Ihnen Zahlen und Fakten rund ums Forum naturgemäß wichtig. Wie viele Besucher gab es im vergangenen Jahr? Brigitte Urban: Im Jahr 2016 besuchten ca. 210.000 Menschen das Audi Forum, davon ungefähr 38.000 Neuwagenabholer. Seit der Eröffnung des Hauses vor 11 Jahren begrüßten wir mehr als 2,3 Millionen Gäste. Rund 140 Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen sorgen dafür, dass täglich alles funktioniert. Im Audi Forum kann man nicht nur seinen neuen Audi abholen, es finden ebenfalls Veranstaltungen statt … Es gab letztes Jahr rund 32 Kultur- und Kinderveranstaltungen. Bei den Kinderveranstaltungen versucht Audi sicherlich, die Faszination für Technik und Autos zu vermitteln. Wie hoch ist der Anteil an Mädchen bei diesen Events? Relativ hoch. In der »Werkstatt für junge Meister« bauen die Kinder unter anderem ein Audi R8-Modell zusammen und bekommen bei einer Werkführung Einblick in die Audi-Produktion. Wir bieten hier einen Termin ausschließlich für Mädchen an. Und das ist so erfolgreich, dass wir das Angebot sicher fortführen werden. Sie bieten auch Ferienprogramme für Kinder und Jugendliche an. Arbeiten Sie hier mit Pädagogen zusammen? Mitarbeiter aus unserem eigenen Bildungswesen und aus der Entwicklung arbeiten an der Gestaltung unseres Kinderprogrammes. Und wir arbeiten zum Teil auch mit Pädagogen zusammen. Besteht der Wunsch ihrerseits, die Kinderprogramme noch weiter auszubauen? Wir verfügen hier über ein attraktives und abwechslungsreiches Programm, das gut gebucht wird. Wir möchten eine optimale Betreuung der Kinder garantieren, daher werden wir die Teilnehmeranzahl auch in Zukunft eher kleiner halten. Ist für 2017 Neues im Veranstaltungsbereich geplant oder halten Sie hauptsächlich an den bereits etablierten Formaten fest? Wichtig war mir, bei unserem Eventprogramm auch etwas für jüngere Zielgruppen anzubieten. Daher haben wir erst vergangenes Jahr das Veranstaltungsformat »After work meets …« ins Leben gerufen, was eine sehr gute Resonanz hatte. Alle Events waren nach kurzer Zeit ausgebucht. Das werden wir auf jeden Fall fortführen. Generell versuchen wir natürlich, unser Veranstaltungsprogramm ständig weiterzuentwickeln. Sehen Sie sich auch als regionalen Kulturförderer oder setzen Sie bewusst auf überregionale Highlights? Sowohl als auch. Wir wollen überregionale Akzente setzen und sind durchaus offen für regionale Künstler. Bands aus der Umgebung fanden bei vergangenen Veranstaltungen bereits großen Anklang. Im Audi Forum kann man auch Konferenzen abhalten. Welche technischen und räumlichen Voraussetzungen haben Sie hier anzubieten? Wir haben insgesamt fünf Konferenzräume und einen nagelneuen Kreativraum, in denen bis zu 200 Personen Platz finden. Die Räume sind mit modernster Medientechnik ausgestattet und können teilweise auch kombiniert werden. Jährlich führen wir ungefähr 450 Konferenzen durch. Und in der Konferenzpause kann man automobile Atmosphäre genießen? Wir bieten unseren Konferenzkunden nicht nur einen perfekten Service und Tagungsräume, sondern auch Rahmenprogramme wie z. B. Werkführungen in die Produktion, in die Audi R8-Manufaktur oder zu den Ausstellungen im Haus. Eine schöne Bestätigung für mein Team: Das Audi Forum gewann erneut den ersten Platz in der Kategorie »Eventlocation« beim diesjährigen Wettbewerb des Web-Portals »Besondere Tagungsund Eventlocations«. Können Audi-Fans hier auch ihre Hochzeit feiern oder wird das Forum nicht an private Gesellschaften oder Personen vermietet? Wir bieten unsere Räumlichkeiten nur für Firmenkunden an. Es gibt aber durchaus Brautpaare, die ins Audi Forum kommen, um dort ihre Hochzeitsfotos machen zu lassen. ◆ TITELTHEMA: AUTO Hanix Nr. 47

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Diese drei Jungs haben allen Grund zur Freude! Sie arbeiten beim begehrtesten Arbeitgeber der Automobilbranche! Laut kununu ist csi der begehrteste Arbeitgeber der Automobilbranche Deutschlands. Kein anderes Unternehmen hat im Jahr 2016 einen so positiven Gesamt-Score verzeichnen können wie der Fahrzeugentwickler. Platz 1 als bester Arbeitgeber – darauf sind wir stolz ! Und besonders auf unsere über 550 Mit arbeiter, die an acht Standorten innovative Lösungen für Premiumkunden der Auto mobilindustrie entwickeln. Das e rfordert Konsequenz, Leidenschaft und höchste Kreativität. Denn wir arbeiten schon heute an der Mobilität von übermorgen und ver lieren dabei nie unser Ziel aus den Augen: ENTWICKLUNG VOM FEINSTEN! csi entwicklungstechnik NECKARSULM INGOLSTADT SINDELFINGEN MÜNCHEN WOLFSBURG ZWICKAU WEISSACH WINTERBERG www.csi-online.de

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MOTORENSTADT HEILBRONN Text und Bilder: Haus der Stadtgeschichte/Stadtarchiv Heilbronn DER KLEINE FALCON AUTOS AUS SONTHEIM Es war nur eine Episode in der Geschichte der Unterländer Autoindustrie – von August 1920 bis Ende 1921 war Sontheim Sitz der Falcon-Automobilwerke GmbH. Der Firma war kein dauernder Bestand beschieden; nach ihrer Umwandlung in eine Aktiengesellschaft wurde sie nach Ober-Ramstadt verlegt und ging schließlich in den Röhr-Werken auf. Treibende Kraft bei Falcon in Heilbronn war Gottlieb Hartlieb, der auch als Rennfahrer Erfolge feierte – einer seiner Siege wurde legendär, nachdem er mit seinem Falcon erst zu Beginn des Rennens in Berlin eingetroffen war: »Hartlieb ist in ganz Deutschland durch seine schneidige Fahrt beim Avusrennen im vorigen Herbst bekannt geworden«, schrieb das »Nachrichtenblatt der Kraftfahr-Offizier-Vereinigung« 1922. NSU/FIAT ITALIENER AM NECKAR – DAS FIATWERK HEILBRONN Das Neckarsulmer Motorrad- und Automobilunternehmen NSU hatte sich 1925 unter der Führung seines Hauptaktionärs Jakob Schapiro mit den Heilbronner Süddeutschen Carosseriewerken Schebera und weiteren Firmen zu einem frühen Konzern zusammengeschlossen. Schapiro musste jedoch 1928 seine Anteile an die Dresdner Bank abgeben. Daraufhin wurde das Heilbronner Werk von Fiat übernommen und als NSU Automobil-AG weitergeführt. Nach 1933 erhielt diese deutsch-italienische Firma eine politische Dimension und wurde zu einem Symbol des faschistischen Bündnisses der »Achsenmächte«. Das Heilbronner Tagblatt schrieb etwa 1939 anlässlich eines Besuchs von 650 Fiat-Arbeitern in Heilbronn: »Italiener! Für den Duce, für den Führer, für Italien und Deutschland, für Heilbronn und NSU: Heil, Heil, Heil!« In der Nachkriegszeit nahm Fiat die Produktion in Heilbronn wieder auf und führte sie bis 1969 weiter, bis 1966 unter der Marke NSU/Fiat. TITELTHEMA: AUTO Hanix Nr. 47

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Hanix Nr. 47 DIE HEILBRONNER FAHRZEUG-FABRIK OPFER EINES SPEKULANTEN Zu den ältesten Heilbronner Automobilunternehmen zählte die Heilbronner Fahrzeug-Fabrik, die 1905 gegründet worden war. Während des Ersten Weltkrieges führte die Firma Heeresaufträge aus, geriet aber nach Kriegsende in Schwierigkeiten und wurde 1920 mit der Berliner Firma Schebera fusioniert. Kopf der Transaktion war Jakob Schapiro, der führende Spekulant der deutschen Automobilindustrie in den 1920er Jahren. Er erzwang 1925 die Fusion mit NSU und besaß bedeutende Anteile an etlichen weiteren Automobilwerken. Schapiro geriet mit der Wirtschaftskrise in Schwierigkeiten. Die Banken übernahmen das Kommando, die NSU Vereinigten Fahrzeugwerke AG wurden 1928 aufgeteilt, die Heilbronner Fahrzeugproduktion übernahm Fiat. 1930 brach der Schapiro-Konzern endgültig zusammen, Schapiro wurde verhaftet: »Dem schnell Emporgekommenen und jetzt in die Tiefe Gestürzten kann man ein gewisses Mitleid nicht absprechen«, schrieb die Neckar-Zeitung am 13. November 1931. MOTORENSTADT HEILBRONN Kolping-Bildungszentrum Heilbronn Bahnhofstraße 8, 11 und 19-23 Kilianstraße 11 74072 Heilbronn www.kolping-bildungswerk.de Für alle, die auf Qualität und attraktive Preise abzielen. Abb. zeigt Pajero 5-Türer PLUS 3.2 DI-D 4WD Automatik. * 5 Jahre Herstellergarantie bis 100.000 km, Details unter www.mitsubishi-motors.de/garantie Messverfahren VO (EG) 715 / 2007 Pajero 5-Türer PLUS 3.2 DI-D 4WD Automatik Kraftstoff ver brauch (l / 100 km) inner orts 10,5; außer orts 8,6; kombi niert 9,3. CO 2 - Emission kombi niert 245 g / km. Effizienz klasse D. Ab Sofort Ihr neuer Mitsubishi-Partner in Heilbronn Autohaus Schneider GmbH Urbanstr. 39 – 49 . 74 0 74 H e i l b r o n n Tel. 07131 / 86455 . www.Autohaus-Schneider-Heilbronn.de

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KUPFER-ASBEST-CO GUSTAV BACH AUTOTEILE AUS KUPFER UND ASBEST Am Vorabend des Ersten Weltkriegs entstand in Heilbronn ein Autozulieferer, der die Produktion von Dichtungen für Automotoren auch im Kriegsfall sicherstellen sollte. Beteiligt war der Unternehmer Albert Hirth, Bosch-Geschäftsführer Gustav Klein und der Heilbronner Ingenieur Gustav Bach. Bald kamen elektrische Bauteile hinzu: »Richtungsweiser« als Vorläufer des Blinkers, mit dem Aufkommen von Autoradios auch Wechselrichter, um den Batterie-Gleichstrom in Wechselstrom für die eingebauten Geräte umzuwandeln. Die Firma besteht bis heute. Die Produktion von Wechselrichtern – insbesondere für Solaranlagen – wurde 1999 in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert. GUSTAV DRAUZ & CO. KAROSSERIEN Das Jahrhundert des Automobils begann in Heilbronn mit der Gründung der Wagenbaufabrik von Gustav Drauz. Der Wagnermeister entstammte einer Weingärtnerfamilie. Die erste Karosserie der Firma wurde für NSU gebaut, später entstanden Aufbauten für viele andere Automobilhersteller. Spezialität waren hochwertige und exklusive Cabriolets. In den 1930er Jahren wurden größere Stückzahlen im Auftrag von Ford produziert. Während des Krieges beschäftigte Drauz über 300 Zwangsarbeiter. Auch in den 1950er Jahren wurden Serienkarosserien für Ford gefertigt. 1965 verkaufte Drauz die Heilbronner Karosserie-Produktion an NSU und verlagerte sich auf den Bau von Werkzeugen und Anlagen für die Automobilproduktion. Heute gehört das Unternehmen zur ThyssenKrupp System Engineering GmbH. MOTORENSTADT HEILBRONN Hanix Nr. 47

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DRÖGMÖLLER-KAROSSERIEN GMBH SCHÖNE AUTOS, GROSSE BUSSE 85 Jahre lang währte die Karosserie-Tradition der Firma Drögmöller in Heilbronn. Nach Anfängen mit Autokarosserien spezialisierte sich das Unternehmen auf Omnibus-Aufbauten und erlangte einen weithin bekannten Ruf als Spezialhersteller. Während des Zweiten Weltkrieges produzierte auch Drögmöller für die Rüstung und stellte Spezialfahrzeuge für die Wehrmacht her. Wie andere Firmen der Branche hat auch Drögmöller Zwangsarbeiter eingesetzt. In der Nachkriegszeit wurden erfolgreich neue Omnibustypen entwickelt und produziert. Volvo übernahm die Heilbronner Firma 1994; 2005 wurde die Produktion von Omnibussen in Heilbronn eingestellt. Natur- wissenschaft & Technik ... zum Anfassen! Auch für Hipster – nicht nur für Nerds. Die lern- und erlebniswelt für Jung & alt ÖFFNUNGSZEITEN: Montag bis Freitag 9:00 – 18:00 Uhr Samstag, Sonntag, Feiertage 10:00 – 19:00 Uhr experimenta gGmbH Kranenstr. 14 · 74072 Heilbronn Telefon 07131 / 887950 www.experimenta-heilbronn.de 61

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Im Herbst 1955 starb James Dean, neben ihm im Porsche saß der gebürtige Heilbronner Rolf Wütherich, der nach dem Unfall depressiv wurde und 26 Jahre später tödlich in Kupferzell verunglückte. Von Martin Zips/Sueddeutsche Zeitung vom 19. Mai 2010 Fotos: Archiv und Boulevard Bünde Verdammt in alle Ewigkeit an Krebs. Wer aber war Rolf Wütherich, der aus dem Wagen geschleudert wurde und schwer verletzt überlebte? »Ein hübscher Kerl« Der Schwabe Wütherich war damals 28 Jahre alt. »Ein hübscher Kerl«, erzählt sein Freund, der Stuttgarter Rennfahrer Eugen Böhringer, 50 Jahre nach dem Unfall. »Rolf war Mitglied bei der Porsche-Versuchsabteilung. Er kam gut bei Frauen an – auch und gerade wegen seines kleinen Sprachfehlers.« Durchblättert man das Zeitungsarchiv nach alten Artikeln über Rolf Wütherich, so erfährt man, wie oft dieser Mann Glück im Leben hatte. Zum Beispiel 1952, als sein Wagen von einer Autobahnbrücke stürzte und auf der darunter liegenden Bundesstraße explodierte. Schon damals war Wütherich aus dem Wagen geschleudert worden und hatte überlebt. Ein halbes Jahr später überschlug er sich mit seinem Testwagen in der Nähe von Heilbronn. Und als Rallyefahrer, so ist den stark vergilbten Zeitungsseiten zu entnehmen, verunglückte er »einige Male« in den französischen See-Alpen. »Er war wie besessen von schnellen Autos«, erinnert sich sein Freund Eugen Böhringer. Hanix Nr. 47 Die Kreuzung der Highways 41 und 46 im staubtrockenen kalifornischen Hinterland ist die einzige ihrer Art in den USA, die einen (besonderen) Namen hat: Seit dem 50. Jahrestag eines Verkehrsunfalls, der die Welt bewegte, heißt sie offiziell »James Dean Memorial Junction«. Es war am 30. September 1955, als der amerikanische Schauspieler James Dean bei einem Unfall ums Leben kam. Sein deutscher Beifahrer, Rolf Wütherich aus Heilbronn, überlebte. An einer Kreuzung zwischen Los Angeles und San Francisco waren Dean und Wütherich in einem Porsche 550 Spyder auf den Ford eines amerikanischen Studenten geprallt. Seitdem ist über James Dean, der nur 24 Jahre alt wurde, viel geschrieben worden. Auch 50 Jahre nach dem Unfalltod pilgern Fans an die Unglücksstelle in der Nähe von San Luis Obispo County. Der Student, der offenbar Deans Geschwindigkeit unterschätzt und den Porsche von der Straße gedrängt hatte, gab zeit seines Lebens keine Interviews. Er starb vor zehn Jahren Jimmy (links) und Rolf Wütherich in dem Porsche, der keine vier Stunden später zum Wrack wurde »Ich habe ihn überredet zu fahren« Nach dem Krieg ging der einstige Fallschirmspringer Wütherich für Porsche als Mechaniker in die USA. Dort organisierte er Flugplatzrennen, freundete sich mit dem motorsportbegeisterten Filmstar James Dean an, betreute dessen Porsche. Am 30. September 1955 waren sie gerade auf dem Weg zu einem Rennen. Obwohl Dean seinen Spyder noch nicht richtig beherrschte, »habe ich ihn dazu überredet, TITELTHEMA: AUTO

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Hanix Nr. 47 das Steuer zu übernehmen«, sagte Wütherich einmal. Bereits vor dem Unfall verpasste die Polizei Dean wegen überhöhter Geschwindigkeit einen Strafzettel. Einige Kilometer weiter geschah das Unglück. Es dauerte vier Tage, bis Rolf Wütherich im Krankenhaus sein Bewusstsein wieder erlangte. In den USA wurde er noch viele Monate lang wegen einer Schädelfraktur, wegen Becken-, Ober- und Unterschenkelbrüchen stationär behandelt. Dank seiner Bekanntschaft mit James Dean war nun auch Wütherich ein Star. »Liz Taylor stand an seinem Krankenbett«, erinnert sich eine Frau, mit der Rolf Wütherich mal liiert war. Nach seiner Entlassung reiste der Heilbronner weiter mit Vorführwagen durch Amerikas Westen, machte Mechaniker und Verkäufer mit Autos aus Zuffenhausen vertraut. Drei Jahre nach dem Unfall sei er in einem Gasthaus plötzlich durchgedreht, erzählt der Mercedes-Fahrer Eugen Böhringer. Wütherich wurde in eine kalifornische Nervenheilanstalt eingewiesen und mit Elektroschocks behandelt. 1959 flog er nach Deutschland zurück. In Stuttgart suchte er einen Psychotherapeuten auf, gewann wieder festen Boden unter den Füßen, arbeitete weiter für Porsche. 1965 wurde er gemeinsam mit Böhringer Zweiter bei der Rallye Monte Carlo, gewann auch die Vize-Europameisterschaft der Rallyefahrer. Während eines Rennens stieg er einmal aus seinem Wagen aus, um einem verletzten Radfahrer zu helfen. Dafür erhielt er den Fair-Play- Sportpreis. »Eigentlich war er harmlos, nett und ein bisserl draufgängerisch«, sagt seine ehemalige Ehefrau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Um sich ein neues Standbein aufzubauen, eröffnete Rolf Wütherich in Stuttgart eine Go-Kart-Bahn. Dann bekam er Depressionen, hatte Schulden, wollte keine Rennen mehr fahren, erlitt auf der Arbeit einen Nervenzusammenbruch, versuchte sich mit Tabletten umzubringen und schnitt sich die Pulsadern auf. Wieder wurde er in der Nervenklinik behandelt. Es sei die »schlimmste seelische Belastung« in seinem Leben gewesen, dass er damals James Dean ans Steuer gelassen habe, sagte er einmal. Fans geben Wütherich Schuld Nie währten Wütherichs Ehen länger als vier Jahre. Seine vierte Ehefrau stach er 1967 mit einem Küchenmesser nieder. Vor Gericht erklärte er, er habe sie gefragt, ob sie nicht gemeinsam mit ihm aus dem Der Motor aus dem Trümmerhaufen, eingebaut in ein anderes Auto, brachte zwei neuen Besitzern Tod und Invalidität, einem Mechaniker gebrochene Knochen, als es beim Verladen auf dessen Beine fiel. Das dunkelste Kapitel im Leben des Rolf Wütherich: Als Angeklagter (rechts) sitzt er hier vor dem Schwurgericht Stuttgart wegen Mordversuchs an seiner Frau Doris. Leben scheiden möchte. Den Abschiedsbrief hatte er bereits verfasst und auch mit ihrem Namen unterschrieben. Doch sie wollte nicht sterben. »Er hat 14-mal auf mich eingestochen«, sagte sie in ihrem ersten Zeitungsinterview seit diesen Tagen. »Ich hatte einen Schutzengel, dass ich überhaupt überlebt habe.« Der Unfall mit James Dean habe wahrscheinlich Wütherichs Hirnsubstanz geschädigt, attestierte ein Gutachter beim Prozess vor dem Stuttgarter Schwurgericht. Er fühle sich von Deans »manchmal hysterisch reagierenden Anhängern« verfolgt, sagte Wütherich. Deans Fans würden ihm eine Mitschuld für den Tod ihres Idols unterstellen. Der Autoexperte wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Später arbeitete er in einem Motorradladen in Kupferzell bei Schwäbisch-Hall. Am 22. Juli 1981 meldete das Haller Tagblatt: »Rolf Wütherich (54), Anfang der fünfziger Jahre auf wichtigen Rennplätzen Mechaniker des amerikanischen Filmidols James Dean, zerbrach auch an diesem Ruhm. In der Nacht auf Dienstag verunglückte er tödlich in Kupferzell. In einer lang gezogenen Kurve in der Ortsmitte geriet er mit seinem Honda-Personenwagen infolge überhöhter Geschwindigkeit und vermutlich alkoholischer Einwirkung – so die Polizei – ins Schleudern und nach rechts von der Fahrbahn ab. Der Wagen prallte gegen eine Hausmauer. (...) Bis kurz vor seinem Unfalltod flatterten ihm Briefe von Dean-Fans ins Haus, die ihn für den Tod ihres Idols verantwortlich machten.« ◆ DIE TODESFAHRT VON JAMES DEAN

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Die Oliver Maria Schmitt-Kolumne Heilbronn – A Nice Place To Come From Unbeschallt, unszenig, uncool Warum das Heilbronner Nachtleben für Überraschungen gut ist Die gute Nachricht vorweg: Wer das Heilbronner Nachtleben sucht, verpasst nichts – und wird doch überrascht. Das weiß ich, weil ich nach längerer Zeit der Absenz mal wieder tief in die spätabendlichen Zerstreuungsmöglichkeiten der Neckarstadt eintauchen wollte. Um aber nicht sinnlos nach alten Clubs und Kneipen zu fahnden, die es nur noch in meiner Erinnerung gab, segelte ich im Windschatten eines befreundeten lokalen Lokalkenners durch die Lokalszene. So war es jedenfalls geplant. Zum Aufwärmen nahmen wir ein paar Getränke im Charivari. Als dieses schloss, zogen wir weiter. Der Freund sagte: »Wir gehen ins Data!« Wir gingen zum Data, doch es war zu. Der Freund sagte: »Dann gehen wir ins Plan B.« Doch die Bar war schon geschlossen. Der Freund entschied: »Wir gehen ins Mobilat«. Doch das Mobilat war dunkel. Da sagte der Freund: »Wir probieren’s im Veranda8.« Doch die Location in der Fußgängerzone war dicht – wir aber nicht. Da sagte ich: »Wir gehen ins Cousteau, da war ich schon vor dreißig Jahren, da war das noch krass hetero.« Natürlich hatte auch der Traditionsclub zu. »Fuck«, sagte ich, »irgendwie haben wir alles verpasst.« »Quatsch verpasst. Ich erkläre dir gleich mal, was verpasst ist. Jetzt gehn wir aber erst mal in Solly’s Bar.« Das relativ neue Etablissement Ecke Süd- und Ludwig-Pfau-Straße hatte tatsächlich geöffnet. Nachtaktive Trinker bevölkerten die Theke, vor einem Karaoke-Bildschirm sangen fidele Osteuropäer schrecklichen Osteuropa-Trash mit – in drei Worten: Es war herrlich. Und rauchen durfte man auch noch. Ich erkannte das Lokal, in dem ich Jahre meines Lebens zugebracht hatte, kaum wieder. Damals hieß es noch »Ludwig-Pfau-Stüble«, war ein einfaches Speise- und Bierlokal und für die Zwecke meiner regelmäßig sich treffenden Ausgehcrowd genau das richtige: unbeschallt, unszenig und uncool, kein Arschlochfakror, kein Hackfressenalarm. Nur ehrliches, unverstelltes Trinken. Wie heute Abend auch. »So, und jetzt, noch was zum Thema verpasst«, sagte mein Nachtlotse und erzählte von seiner Hochzeitsreise nach Dublin: Als Trauzeuge war er geladen, zur Hochzeit seines besten Studienfreundes. Da musste er natürlich hin, trotz seiner ungeheuren Flugangst. Und da er auf gar keinen Fall fehlen durfte, habe er die heikle Reise sogar schon drei Tage vor der Vermählung angetreten. Jedenfalls fast. Falls die Flugangst ihn zu sehr übermannt hätte, wäre Irland dann ja auch noch per Zug und Fähre erreichbar gewesen. Alles lief hervorragend, mit nur zehn Minuten Verspätung erreichte der Airbus aus Frankfurt den Flughafen von OLIVER MARIA SCHMITT-KOLUMNE – FOLGE 9 Hanix Nr. 47

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Dublin. Allerdings ohne ihn an Bord. Genau in dem Moment, als die Türen schlossen, habe er panisch gekrampft, randaliert und geschrien, dass er noch nicht sterben wolle. Wieder zuhause in Heilbronn rief er seinen Neurologen an, der ihm eine kleine Packung starker Beruhigungsmittel verschrieb. Zwei Tabletten vor Reiseantritt würden vollauf genügen. Sicherheitshalber nahm er vier, machte sich erneut auf zum Flughafen, checkte ein und erlitt schon am Gate derartige Panikattacken, dass er sofort das Flughafengebäude verließ und ein Taxi nach Hause nahm. Der freundliche Fahrer hätte dann alle Mühe gehabt, ihn, den selig Schlummernden, in die Wohnung zu wuchten. Am nächsten Abend wurde er durch schrilles Klingeln geweckt – da kam der Koffer vom Flughafen zurück. Nun war es allerdings zu spät für den Land- und Seeweg. Am Telefon beschwichtigte er noch einmal den inzwischen ziemlich misstrauischen Bräutigam, sprach außerdem mit dem Neurologen, der ihm riet, die Beruhigungsmittel nun deutlich früher zu nehmen und buchte einen Last- Minute-Flug für den nächsten Morgen. So würde er zur Trauung um zwölf Uhr auf jeden Fall anwesend sein. Vier Uhr früh klingelte der Wecker, obwohl der Flug erst um neun Uhr ging. Zum Frühstück gab’s die restlichen Benzodiazepine, er spielte ein wenig mit seinen Sachen, schaute fern, las die Zeitung, machte Atemübungen, polierte die Schuhe, rief den Freund in Dublin an, um ihm … Irgendwann gegen Abend weckte ihn tatsächlich das Klingeln des Telefons, über dem er, am Tisch sitzend, eingeschlafen war. Die elektronische Anruferliste verzeichnete 22 entgangene Anrufe, immer die gleiche irische Vorwahl. Seit diesem Vorfall nehme er eigentlich keine Beruhigungsmittel mehr, sagte mein Freund, außerdem sei seine Aviophobie inzwischen quasi »wie verflogen«. Und verpasst habe er, so schloss der Lokalkenner seinen Vortrag, eigentlich kaum was. Denn die Dubliner Ehe wurde schon drei Monate später wieder glücklich geschieden. Seitdem ich diese seine Geschichte gehört habe, sehe ich vieles – auch ohne Trauzeugenjob – viel gelassener. »Man verpasst letztlich nichts«, sagte mein Freund – und hatte beneidenswert recht. Schließlich hatten wir in dieser schönen Nacht auch nicht das Heilbronner Nachtleben verpasst (was es nicht gibt, kann man nicht verpassen) – sondern eine anständige Bar in dieser Stadt gefunden. Und das ist schon mal eine ziemlich gute Nachricht. ◆ Oliver Maria Schmitt, Jahrgang 1966, ist Romancier und Journalist. Für seine Reportagen wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Henri-Nannen-Preis 2009. Make ideas great again! Bewirb dich als Art Director! (m/w) Bist du ein kreativer Kopf, der die Mauern gewöhnlicher Ideen niederreißt, der Grenzen überwindet und der die Entwicklung überzeugender Kampagnen als Berufung versteht? Hast du Berufserfahrung und Lust, dich mal wieder richtig in einer Werbeagentur zu verwirklichen? Dann bist du erste Wahl und unser idealer Kandidat (m/w) ! bewerbung@projekt-x.de · www.projekt-x.de

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Ein Brief mit Fotografien aus Mallorca von HELEN HOFMANN Liebe Heimat, ich schreibe Dir diesen Brief von der nächtlichen Terrasse einer mallorquinischen Finca. Der Vollmond scheint so hell, dass es zum Schreiben keiner Kerzen bedarf. Vor dem Mond ziehen Wolkenberge übereinander und es scheint, als würde wundersamerweise immer ein Wolkenloch für die freie Sicht zum Mond freigelassen – ganz so wie eine Bühne für die Hauptdarstellerin. Die Nacht ist angenehm kühl und still bis auf die innere Symphonie, die ich mir für das Spektakel am Nachthimmel vorstelle. Ich bin vollkommen ruhig, vollkommen glücklich im Jetzt, vollkommen ich. Diesen bezaubernden Moment möchte ich mit Dir teilen wie eine besinnliche Retrospektive einer sich im Fluss befindlichen Entwicklung, passend zum Jahresende oder den Wünschen für das kommende Jahr. Wenige Stunden später: Ich werde von den Hähnen geweckt, als es draußen noch dunkel ist. Durch das geöffnete Fenster streicht nach Erde duftende Luft ins Zimmer. Mit den anderen Kursteilnehmern treffe ich mich schweigend zur Morgenmeditation vor den großen Gongs, die im Lichte der Salzlampen sehr ehrerbietig wirken. Unsere kleine Yogagruppe schwingt sich leise singend und wiegend in den neuen Tag. Wir machen dynamische und meditative Übungen, die Körper, Geist und Seele mittels Atemtechniken, Bewegung, Rezitation und Entspannung in Einklang bringen. Nach einer solchen Stunde fühle ich mich geerdet, beweglich und hellwach, ein fast süchtig machendes Glücksgefühl. Wir lernen uns hier tatsächlich in rauschhafte Zustände zu bringen, nur dass die Glückshormone ausschließlich durch das Zusammenspiel dieser speziellen Übungen ausgeschüttet werden. Ich sitze also im Schneidersitz und genieße – mich. Draußen graut langsam der Morgen heran. Die Vögel sind längst beim Morgenkonzert, als ich in Begleitung der Finca-Hündin in den nahegelegenen Naturpark spaziere. Der Nebel steigt aus den Feldern und je heller es wird, desto mehr nehmen die knorrigen Bäume Konturen an. Später bewundern wir einen roten Feuerball, der Hanix Nr. 47 BRIEF AN DIE HEIMAT

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Hanix Nr. 47 aus dem Meer zu steigen scheint. Minütlich verändert sich nun das Farbenspiel der Natur um uns herum. Mein Gang ist beschwingt, die Morgensonne wärmt den Rücken, und ich freue mich auf den neuen Tag. Da ist sie wieder, diese Gewissheit, in mir angekommen zu sein. Genau dieses Gefühl, liebe Heimat, dieses Gefühl will ich so gerne bewahren und es bringt mich zum Nachdenken über Dich! Unsere städtische Gesellschaft hat sich in vielen Aspekten von grundlegend menschlichen Bedürfnissen entfernt. Die Tagesrhythmen und Jahreszeiten hier auf der Insel, die Grundbedürfnisse der Pflanzen und Tiere um uns herum und die Nähe der Menschen zur Natur drängen mir Fragen auf: Mit welchen Dingen und Werten umgebe ich mich in meinem Alltag zu Hause? Welche davon sind gewählt und welche Gewohnheit oder vermeintlicher Zwang? Sollten wir nicht besser versuchen, alternative Lebensformen neu zu denken? Vielleicht wären grundlegende Veränderungen nötig, in denen das Verhältnis zur Zeit, zu Geld und zu unserer Umwelt anders wäre als das, was gerade in dem uns umgebenden System als erstrebenswert gilt. Wir müssten dazu unsere Komfortzone verlassen und uns auf eine unbekannte Reise begeben. Ich benutze hier absichtlich das »WIR«, denn der Mensch ist ein Rudeltier und als Gemeinschaft zu viel mehr fähig als allein. Zugegeben, nicht jeder Tag kann sich wie ein ausgeschlafener Urlaubstag auf der Insel anfühlen! Dennoch werde ich versuchen, meinen Lebensalltag zu hinterfragen, um herauszufinden, was mich trennt von dem beschriebenen Glücksgefühl. Beim Yoga lernen wir dazu passende Methoden, die Ängste abbauen, Kraft aufbauen und beides mit einer gewissen Gelassenheit in Balance bringen. Ich wünsche mir, meine ganz persönliche innere Heimat wie einen gemütlichen Ruhepol einzurichten, von dem ich dann entspannt auf andere zugehen, ihnen zuhören, von ihnen lernen und Veränderungen zulassen kann. Du brauchst nicht eifersüchtig sein, liebe Heimat. Du bist auch ein Teil davon. Deine Helene auf Entdeckungsreise Infos zur Finca findet ihr unter www.yoga-urlaub-mallorca.com und zur Autorin unter www.saxophonfrau.de HELEN AUS MALLORCA

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Parkuhren in der Fleiner Straße Herbst 1966 (Foto: Fritz Friederich, Stadtarchiv Heilbronn) Hanix Nr. 47 Nicht nur Autos, sondern auch Parkuhren prägten seit Ende der 1950er Jahre das Bild der Heilbronner Innenstadt. 1966, als dieses Foto entstand, gab es hier insgesamt 432 Parkuhren. Sie wurden mit Groschen gefüttert – für eine halbe Stunde zahlte man zehn Pfennig, die Höchstparkdauer betrug zwei Stunden. Da es kostspielig war, die Uhren auf andere Beträge umzurüsten, wurde die Parkgebühr erst 1972 auf 20 Pfennig pro halbe Stunde erhöht. Die ersten Heilbronner Parkuhren waren im April 1959 auf dem Kiliansplatz aufgestellt worden. Die Lohtorstraße folgte wenige Monate später mit 19 Parkuhren nach. Schon bald wurden weitere Innenstadtstraßen, darunter die Fleiner- und die Sülmerstraße, mit Parkuhren bestückt. Denn auch die Heilbronner Kaufleute setzten sich dafür ein, mehr Kurzzeitparkplätze für ihre motorisierte Kundschaft einzurichten und die Langzeitparker an den Stadtrand zu verdrängen. Da der Marktplatz ebenfalls von Dauerparkern zugestellt wurde, führte man hier nach langen Diskussionen im Februar 1967 das Parkscheibenmodell ein. Damals wurde jedoch deutlich, dass man das Problem des fehlenden Parkraums grundsätzlicher angehen musste. Zunächst stand die Idee eines großen Park-Hochhauses im Raum. Dann kam der kühne Vorschlag auf, die City mit einem Kranz von Tiefgaragen zu umgeben und die Innenstadt autofrei zu machen. Immerhin: Am 1. September 1971 wurde die B+B Tiefgarage unter dem Stadtgarten eröffnet. Und wenige Wochen später wurde die Fleiner Straße dauerhaft zur Fußgängerzone erklärt. Die Parkuhren wurden hier unverzüglich abmontiert, damit sie den Fußgängern nicht im Weg standen und diese nun ungestört schlendern konnten. Mittlerweile sind die Parkuhren in Heilbronn ausgestorben. Näheres unter 68 www.stadtarchiv.heilbronn.de DER HISTORISCHE SCHUSS

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Hochzeitsreportagen / Paarshootings / Photobooth Hanix Nr. 47 nicokurth-hochzeitsfotografie.de f r e i r a u m - p h o t o s . d e www.blickboutique.de P o R t RAit kiN deRFotoGRAFie tieR e R e P o R t AGe N NAtuR

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.jpg Fotoslam von Achso! e. V., Kunst- und Kulturwerkstatt Zigarre, Heilbronn 26.11.2016, ab 19:30 Uhr Fotos: Moritz Häberle, Joachim Körner, Janos Adelsberger, Uli Springer, Giuseppe di Giandomenico, Rosa Herter-Kindt [1] Abschlussfest Kinderfreizeit »Gaffenberg«, Vor dem Balonstart, Heilbronn, 21.08.2016 [2] Hafen-Architektur, Getreidesilos, Heilbronn, unbekannter Aufnahmezeitpunkt [3] Tischkickerpartie, Flavour, Heilbronn, unbekannter Aufnahmezeitpunkt [4] Hauseingang mit Botanik, Heilbronn, unbekannter Aufnahmezeitpunkt [5] Kunst, Complex 23, Heilbronn, unbekannter Aufnahmezeitpunkt [6] Almosentafel, Kiliansplatz, Heilbronn, unbekannter Aufnahmezeitpunkt .JPG – BILDERGALERIE Hanix Nr. 47

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Hanix Nr. 47 Neueröffnung Jäkbar/Mojäk Galerie, Frankfurter Straße 20, Heilbronn 17.12.2016, 14:09 Uhr bis 15:18 Uhr Fotos: Robert Mucha Die ehemaligen Macher des Mojo in der Heilbronner Innenstadt sind nach fünf Jahren gastronomischer Abstinenz wieder am Start. Serpil Aslan und Francisco Gondar Alfonso eröffneten Mitte Dezember einen spannenden Mix aus Café/Bar, Accessoire- & Vinylshop und Kunstgalerie. Herzlich willkommen zurück und viel Glück mit eurem Vorhaben. Wir werden öfter vorbeischauen … .JPG – BILDERGALERIE

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[1] Baustellencontainer, Parkplatz am experimenta-Parkhaus, Heilbronn, 05.01.2017, 14:27 Uhr [2] Vorweihnachtszeit, Weihnachtsmarkt, Heilbronn, 02.12.2016, 15:22 Uhr [3] Einhorn im Schnee, Waldheide, Heilbronn, 02.01.2017, 13:15 Uhr [4] Fassadengestaltung, Complex 23, Heilbronn, 22.12.2016, 14:15 Uhr [5] The Game Backstage, Theaterfabrik, München, 15.12.2016, 22:38 Uhr [6] Schneemann, Neubaugebiet, LB-Oßweil, 08.01.2017, 16:24 Uhr Fotos: Meli Dikta, Memo Filiz und Robert Mucha Hanix Nr. 47 72 .JPG – BILDERGALERIE

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Hanix Nr. 47 [7] The Game on Stage, Essigfabrik, Köln, 16.12.2016, 22:35 Uhr [8] Baum im Winternebel, Waldheide, Heilbronn, 22.12.2016, 15:27 Uhr [9] Voller Altglascontainer, Gartenlaube, Heilbronn, 13.12.2016, 09:07 Uhr Fotos: Memo Filiz, Meli Dikta und Robert Mucha .JPG – BILDERGALERIE ANANASDIÄT? VIELLEICHT DOCH LIEBER MEHR SPORT? EINE STUNDE ZÜGIGES SCHWIMMEN VERBRENNT CA. 400 KALORIEN. WWW.HEILBRONNER-BAEDER.DE Warum tut Liebe weh? ... oder kann das weg? Liebst du? Fühlst du dich fremd? Was tun Premieren Orlando 05.03.17 »Kunst« 11.03.17 König&König 12.03.17 Pera Palas 19.03.17 ab 5 jahren WWW.THEATER-HEILBRONN.DE

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Theater Heilbronn Februar & März 2017 Großes Haus Ein Lied von Liebe und Tod (Gloomy Sunday) (Schauspiel) 01.02., 03.02., 14.02., 18.02., 26.02., 04.03., 26.03., 28.03. & 31.03. Großes Haus Der Zauberer von OZ (Märchen) 01.02., 02.02. & 09.02. BOXX Die Windmühlen (Schauspiel) 01.02., 02.02., 05.02., 30.03. & 31.03. Großes Haus Charleys Tante (Musikalische Komödie) 02.02., 19.02., 08.03., 25.03. & 30.03. Termine Februar 2017 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Complex23 / Bar Daneben, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8 Komödienhaus Der Vorname (Komödie) 03.02., 04.02., 08.02., 12.02., 14.02., 18.02., 23.02. & 24.02. Großes Haus Christoph Sonntag – Die Jubeltour (Theater Spezial) 04.02. Großes Haus Don Quijote (Schauspiel) 05.02. & 07.02. BOXX Die Werkstatt der Schmetterlinge (Kindertheater) 07.02., 08.02., 09.02. & 10.02. Komödienhaus Lalelu: Muss das sein?! – Das Trendprogramm (Theater Spezial) 09.02. Großes Haus Terror (Schauspiel) 11.02. & 16.02. Mi 01. Kinostar Arthaus, Heilbronn VHS-Reihe »Filme von Frauen über Frauen« – Die bleierne Zeit (Kino) Scala-Kino, Neckarsulm Sing Street (Kinofilm) Deutschordensschloss, Bad Mergentheim Über den Tellerrand: Silvia Schellenberg-Thaut (Heilbronner Architekturgespräche) Technoseum, Mannheim Das Fahrrad in der Literatur (Lesung mit Ragna Pitoll) Großes Haus Der fliegende Holländer (Oper) 15.02, 17.02. & 24.02. BOXX Im Netz (Schauspiel) 16.02., 17.02., 18.02., 20.02. & 21.02. BOXX Die Kinder aus Bullerbü (Kindertheater) 26.02 & 27.02 Großes Haus Orlando (Oper) 05.03., 10.03., 14.03., 18.03. & 23.03 Komödienhaus Kunst (Komödie) 11.03., 16.03., 17.03., 23.03., 24.03. & 29.03. BOXX König & König (Schauspiel für Kinder) 12.03., 14.03., 15.03., 16.03. & 17.03. Großes Haus Pera Palas (Schauspiel) 19.03., 22.03., 24.03. & 29.03. Do 02. Pier 58, Heilbronn Pete Jones (Konzert) Harmonie, Heilbronn SWR3 Comedy mit Zeus & Wirbitzky (Comedy) Zigarre, Heilbronn TotalRoyal – Jamsession (Konzert) Im Wizemann, Stuttgart Fler (Rapkonzert) ZKM, Karlsruhe Carl Einstein. Re-Visited (Symposium) Komödienhaus Monika Hirschle – Gell, Sie sen’s? (Theater Spezial) 19.03. BOXX Kriegerin (Schauspiel) 23.03. & 24.03. BOXX Besuch aus Digitalien oder: »... aus welchem Film bist du?« (Kindertheater) 25.03. BOXX »Ich und Du – Juchu« oder das Haus der 1000 Lieder (Musikalisches Kindertheater) 26.03., 27.03. & 28.03. Großes Haus Half Broke Horses (Schauspiel) 27.03. Komödienhaus Annete Frier & Christian Brückner – Ihre Verbindung wird gehalten! (Theater Spezial) 30.03. Fr 03. Buchhandlung Stritter, Heilbronn Mein Tagebuch soll sein wie eine Reisetasche (Lesung) Kulturkeller, Heilbronn Der letzte der feurigen Liebhaber (Theater) Kolping Bildungswerk, Heilbronn »Bildung öffnet Türen« (Informationsveranstaltung) Residenzschloss, Ludwigsburg Nachts im Schloss (Laternenführung für Kinder) Thermen & Badewelt, Sinsheim Lange Thermennacht – Tropical Dreams (Thermennacht) Hanix Nr. 47 74 01. – 03.02.2017

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Hanix Nr. 47 Kultura, Öhringen Othello – Bernd Lafrenz spielt Shakespeare (Comedy) ZKM, Karlsruhe Carl Einstein. Re-Visited (Symposium) Sa 04. Mobilat Club, Heilbronn Welcome to the Pit – HNX (Konzert) Museum im Deutschhof, Heilbronn KunstWerkLabor (Kunstworkshop für Kinder) Kunst- und Kulturwerkstatt Zigarre, Heilbronn Flohmarktine (Frauenflohmarkt) Kulturkeller, Heilbronn Der letzte der feurigen Liebhaber (Theater) halle02, Heidelberg Yalta Club: MIDAS (Konzert) Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall Führung mit kreativpraktischem Arbeiten im Kunstatelier (Kreativkurs für Kids) Alte Feuerwache, Mannheim Wallis Bird (Home) ZKM, Karlsruhe Carl Einstein. Re-Visited (Symposium) So 05. Chillers, Heilbronn NFL Superbowl Live (TV-Sportevent) Kolbenschmidt Arena, Heilbronn Heilbronner Falken – Dresdner Eislöwen (Eishockeyspiel) 03. – 10.02.2017 Karlstorbahnhof, Heidelberg Bodo Bach (Comedy) Mo 06. Im Wizemann, Stuttgart Wallis Bird (Pop-Folk-Konzert) Di 07. Kreissparkasse, Heilbronn sicher@net – Generation online (Veranstaltung im Rahmen des Safer Internet Day) Stadion FC Astoria, Walldorf FC Astoria Walldorf – Arminia Bielefeld (DFB-Pokalspiel) Im Wizemann, Stuttgart Happening #3 feat. Cris Cosmo (Dinner & Music) Kulturhaus Karlstorbahnhof, Heidelberg Klima (Popkonzert) Kultura, Öhringen Philipp Scharri (Stand-up- Comedy & Slam-Kabarett) Mi 08. Unter der Pyramide, Kreissparkasse Heilbronn Im Licht der Berge (Lichtshow) Scala-Kino, Neckarsulm Sing Street (Kinofilm) Theaterhaus, Stuttgart Wallers letzter Gang (Stuttgarter Filmpremiere) Do 09. Mobilat, Heilbronn Kunst gegen Bares (Comedy, Schauspiel & Musik) Kaffee Hagen, Heilbronn »Margrets Schwester – auf der Suche nach einem glücklichen Leben « (Lesung mit Gunter Haug) Theaterschiff, Heilbronn Rainer Moritz – Helden des Südwestens (Kabarett & Lesung) Akademie Würth, Künzelsau Martin Zingsheim – kopfkino (Kabarett) Kultura, Öhringen Findus zieht um (Familientheater) Im Wizemann, Stuttgart Jennifer Rostock (Rockkonzert) Fr 10. Kolbenschmidt Arena, Heilbronn Heilbronner Falken – Löwen Frankfurt (Eishockeyspiel) Harmonie, Heilbronn Dodokay: Schwaben – Menschen – Abenteuer (Comedy) Wo der Hahn kräht, Flein Keller - Küche - Klang (Musikalisch-kulinarischer Abend) Kulturkeller, Heilbronn Stefan Waghubinger – Außergewöhnliche Belastungen (Kabarett) Kunst- und Kulturwerkstatt Zigarre, Heilbronn Ergebnisse des Fotoworkshop für und mit Geflüchteten (Fotoausstellung) halle02, Heidelberg Motorama – Dialogues-Tour (Post-Punk-Konzert) Lindenmuseum, Stuttgart Migranten, Integration und deren wirtschaftsräumliche Potenziale (Vortrag von Prof. Dr. Antonie Schmiz) Porsche-Arena, Stuttgart Bülent Ceylan: Kronk (Comedy) MBA, LL.M., M.Sc. AN DER GGS WIR SUCHEN... Wissbegierige Angestellte oder Selbstständige mit Erststudium WIR BIETEN... Erstklassige berufsbegleitende Master-Studiengänge in Management & Recht INFOTAG Samstag, 18.03.2017, ab 10.30 Uhr Anmeldung unter www.ggs.de/infotag

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Sa 11. halle02, Heidelberg Giant Rooks (Konzert) Mi 15. Thermen & Badewelt, Sinsheim Lange Thermennacht – Tropical Dreams (Thermennacht) Mobilat Club, Heilbronn 6 Years »Riders on the Storm« B-Day Bash (Clubbing) Altes Theater, Heilbronn Fabulous Disney meets Musical in concert (Musical) Harmonie, Heilbronn Dschungelbuch (Musical) Ebene3, Heilbronn D’accord (Jazzkonzert) Kulturkeller, Heilbronn Der letzte der feurigen Liebhaber (Theater) Wo der Hahn kräht, Flein Keller – Küche – Klang (Musikalisch-kulinarischer Abend) Kulturbühne »Kapelle im Schloss«, Brackenheim The London Quartet a cappella (Konzert) Hanns-Martin-Schleyer-Halle, Stuttgart A Day To Remember (Rockkonzert) Freund & Kupferstecher, Stuttgart Retrogott + DJ Haitian Star (Konzert) Festhalle Baumhain im Luisenpark, Mannheim Nachtkonsum (Nachtflohmarkt) So 12. Museum im Deutschhof, Heilbronn »Wir kamen ... und wir bleiben« (Lesung mit Frank Lutz) Kulturbühne »Kapelle im Schloss«, Brackenheim Kotzmotz, der Zauberer (Kindertheater) Reblandhalle, Neckarwestheim Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel (Kindertheater) Universum, Stuttgart Stuttgarter Comedy Clash (Comedywettbewerb) Lindenmuseum, Stuttgart Digitale Reisefotografie (Seminar mit Josef Niedermeier) Alte Feuerwache, Mannheim Katrin Bauernfeind »Hinten sind Rezepte drin« (Comedy) Mo 13. Im Wizemann, Stuttgart Alex Clare (Popkonzert) Di 14. IHK Heilbronn-Franken, Heilbronn Beratungstage für Freie Berufe in Heilbronn (Informationstag) REBgut, Lauda-Königshofen Valentinstag-Menü (Dinner) Messe, Stuttgart Didacta (Bildungsmesse) Porsche Museum, Stuttgart Lesung mit Richy Müller (Lesung) Botanischer Garten, Heidelberg Schokoladenwerkstatt (Workshop) miomente Vinothek, Ludwigsburg Das ABC der Weine: Sinnliches Einsteiger-Weinseminar (Weinseminar) Bürgerzentrum, Brackenheim Feuerwehrmann Sam (Kindertheater) Do 16. Harmonie, Heilbronn 6. Heilbronner Konzert (Klassikkonzert) Zigarre, Heilbronn Altjazzer (Konzert) Pier 58, Heilbronn Impulse Eve (Konzert) Altes Theater, Heilbronn DePhazz feat. Pat Appleton (Jazzabend) Stadthalle, Marbach Özcan Cosar – Du hast dich voll verändert (Comedy) Messe, Karlsruhe artKarlsruhe (Kunstmesse) ZKM Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe David Murray/Aki Takase Duo (Konzert) halle02, Heidelberg Mach’s besser: 25 Jahre »Die Sterne« (Konzert) Fr 17. Kolbenschmidt Arena, Heilbronn Heilbronner Falken – ESV Kaufbeuren (Eishockeyspiel) Kulturkeller, Heilbronn Der letzte der feurigen Liebhaber (Theater) Sa 18. K2acht/Zigarre, Heilbronn Melody against Gravity & Orion Walsh (Folkkonzert) Altes Theater, Heilbronn Tanzt – Die 3. Groove-Party mit DJ RJ (Party) Mobilat Club, Heilbronn Klangvorhang: Trompetendisko & DJ Winkler (Konzert & Party) Kulturkeller, Heilbronn Der Damenwal (Kabarett) Flavour, Heilbronn Soulconnection – Soul is coming home (Konzert) Seel, Heilbronn Schulranzenparty für alle Einschüler (Einschulungsveranstaltung) Café und Wein, Heilbronn Musical Dinner – bei Café und Wein (Musikalischkulinarischer Abend) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Whiskeyseminar (Verkostung) Kulturbühne »Kapelle im Schloss«, Brackenheim Peter Pux (Konzert) KulturKeller, Bönnigheim Poems oft the Rock (Konzert) Tollhaus, Karlsruhe Hindi Zahra – »Homeland«- Tour 2017 (Konzert) MS Connexion Complex, Mannheim DEX!T (Clubbing) Hanix Nr. 47 76 11. – 18.02.2017

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Hanix Nr. 47 So 19. Hartmans, Heilbronn Lesung mit J. M. Cornerman (Lesung) Karlstorbahnhof, Heidelberg Die kleine Hexe (Kindertheater) Mo 20. Theaterhaus, Stuttgart Kulturpolitik im Glashaus mit Staatssekretärin Petra Olschowski (Diskussionsrunde) Augustinum, Heidelberg Inseln des Nordens – Abenteuer am Polarkreis (Live-Reportage) Di 21. Kultura, Öhringen Özcan Cosar (Comedy) Theaterschiff, Stuttgart Wir schweifen App (Kabarett) ZKM Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe Neue Klänge aus dem Reich der Mitte (Konzert) Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle, Stuttgart Harry Potter Film Concert Series (Live-Orchester) Fr 24. Volkshochschule, Heilbronn Bibelfest (Erzähltheater mit Bea von Malchus) Kolbenschmidt Arena, Heilbronn Heilbronner Falken – Kassel Huskies (Eishockeyspiel) Kulturkeller, Heilbronn Der letzte der feurigen Liebhaber (Theater) Karlstorbahnhof, Heidelberg Afrob – Mutterschiff-Tour 2017 (Konzert) Sa 25. Kulturbühne »Kapelle im Schloss«, Brackenheim Piero Masztalerz (Cartoon Comedy) SAP-Arena, Mannheim Mario Barth: Männer sind bekloppt aber sexy! (Comedy) So 26. Innenstadt, Heilbronn Pferdemarkt (Markt) Harmonie, Heilbronn Antik- und Trödelmarkt (Flohmarkt) Waldorfschule, Heilbronn Waldorfbörse »Rund ums Kind« (Börse) Innenstadt, Heilbronn Pferdemarkt (Markt) Mo 27. Innenstadt, Heilbronn Pferdemarkt (Markt) Di 28. Kolbenschmidt Arena, Heilbronn Heilbronner Falken – Crimmitschau (Eishockeyspiel) Tollhaus, Karlsruhe Pawel Popolski – »Der wissen der Wenigste« (Comedy & musikalische Lesung) Mi 22. Liederhalle Schiller-Saal, Stuttgart Heart of Storm – Rock & Modern Dance (Musik und Tanz) Do 23. Ebene3, Heilbronn Vinyl Party – from 60s to 80s (Party) Audi Forum, Neckarsulm Industrie 4.0 und Informationsaustausch – Vortragsreihe Wissenschaft im Dialog (Kolloquium) 19. – 28.02.2017 Innenstadt, Heilbronn Pferdemarkt (Markt) Altes Theater, Heilbronn Open Door – Präsentation mit Come together Harmonie, Heilbronn Antik- und Trödelmarkt (Flohmarkt) Kulturkeller, Heilbronn Kalla Wefel – Motzen ist mein Yoga! (Kabarett) Mangold, Heilbronn Whisky-Seminar (Verkostung) Waldorfschule, Heilbronn Frauenflohmarkt »Kleiderrausch« (Flohmarkt)

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Termine März 2017 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Complex23 / Bar Daneben, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8 Mi 01. Scala-Kino, Neckarsulm Brooklyn: Eine Liebe zwischen zwei Welten (Kinofilm) Kinostar Arthaus, Heilbronn VHS-Reihe »Religion« – Die zehn Gebote (Kino) Do 02. Zigarre, Heilbronn Jamsession (Konzert) Messe, Stuttgart Retro Classics (Oldtimermesse) Kultur- & Kongresszentrum Liederhalle, Stuttgart Helge Schneider – Radio Pollepopp (Konzert) Fr 03. Thermen und Badewelt, Sinsheim Lange Thermennacht – Abenteuer Afrika (Thermennacht) Kreatief, Neckarsulm Innerwisch & Support (Konzert) REBgut, Lauda-Königshofen Weinprobe »Österreich« (Verkostung) halle02, Heidelberg Knorkator (Rockkonzert) Augustinum, Heidelberg Sky du Mont: Steh ich jetzt unter Denkmalschutz (Autorenlesung) Königssaal, Schloss Heidelberg Studio Braun (Comedy) Messe, Stuttgart Retro Classics (Oldtimermesse) Im Wizemann, Stuttgart Clueso (Popkonzert) Theaterhaus, Stuttgart Achim Sam – Iss was (Infotainmentshow) Residenzschloss, Ludwigsburg Nachts im Schloss (Laternenführung für Kinder) Festhalle Baumhain im Luisenpark, Mannheim Nachtkonsum (Nachtflohmarkt) Sa 04. Altes Theater, Heilbronn Wang & Wu – ein Operettenabend (Oper) Intersport redblue, Heilbronn Bauen, Wohnen & Renovieren (Messe) BOXX, Heilbronn Sebastian 23 – SoloSlamShow (Solo Slam) Messe, Stuttgart Retro Classics (Oldtimermesse) So 05. Kolbenschmidt Arena, Heilbronn Heilbronner Falken – EHC Wölfe Freiburg (Eishockeyspiel) Intersport redblue, Heilbronn Bauen, Wohnen & Renovieren (Messe) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Arnim Töpel (Comedy) Messe, Stuttgart Retro Classics (Oldtimermesse) halle02, Heidelberg Bosse – »Engtanz«-Tour 2017 (Konzert) Mo 06. Halle02, Heidelberg Teesy Wünschdirwas-Tour (Rapkonzert) Porsche-Arena, Stuttgart Lindsey Stirling (Konzert) Di 07. Audi Forum, Neckarsulm Frühlings-Kreativwerkstatt – Auf die Plätze, fertig, losgebastelt! (Kreativworkshop für Kinder) Im Wizemann, Stuttgart Walking on Cars (Konzert) halle02, Heidelberg Kat Frankie & Band (Konzert) Mi 08. Rathaus, Heilbronn Empfang zum internationalen Frauentag (Veranstaltungsbegrüßung) Museum im Deutschhof, Heilbronn Perspektivenkonzert mit Volker Hemken – Bassklarinette und Elektronik (Konzerte) Scala-Kino, Neckarsulm Brooklyn: Eine Liebe zwischen zwei Welten (Kinofilm) Audi Forum, Neckarsulm Frühlings-Kreativwerkstatt – Auf die Plätze, fertig, losgebastelt! (Kreativworkshop für Kinder) Theater und Orchester, Heidelberg Dead or Alive (Poetry Slam) Do 09. Harmonie, Heilbronn Harry G: #HarrydieEhre (Kabarett) Audi Forum, Neckarsulm Frühlings-Kreativwerkstatt – Auf die Plätze, fertig, losgebastelt! (Kreativworkshop für Kinder) Fr 10. Kreissparkasse, Heilbronn Jubiläumskonzert »20 Jahre Förderkreis für Neue Musik« (Konzert und Ausstellung) Kulturbühne »Kapelle im Schloss«, Brackenheim Ganes – an cunta che (Konzert) 01. – 10.03.2017 Hanix Nr. 47

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Hanix Nr. 47 ZKM, Karlsruhe Eröffnung: Aldo Tambellini. Black Matters (Ausstellung) Karlstorbahnhof, Heidelberg MC Rene (Rapkonzert) halle02, Heidelberg The Underforgotten Table Tour – Teil Zwei (Konzert) Tollhaus, Karlsruhe Jan Weiler – »Im Reich der Pubertiere« (Lesung) Jugendkulturzentrum forum, Mannheim Mother’s Cake + Katinka (Konzert) Lindenmuseum, Stuttgart Whiskey-Tasting (Verkostung) Sa 11. Altes Theater, Heilbronn Weinmesse des Edeka Ueltzhöfer (Verkostung) KulturKeller, Bönnigheim Stilbruch (Konzert) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Das perfekte Angrillen & Gin-Seminar (Grillseminar & Verkostung) MS Connexion Complex, Mannheim Jungle Fever Germany (Clubbing) So 12. Intersport Redblue Messe, Heilbronn Paul Panzer – Invasion der Verrückten (Comedy) MS Connexion Complex, Mannheim Jungle Fever Germany (Clubbing) 10. – 23.03.2017 Haus an der Walk, Öhringen Berlin 21 (Jazzkonzert) Porsche-Arena, Stuttgart Koray Avci (Konzert) clubCANN, Stuttgart Körner (Popkonzert) Universum, Stuttgart Stuttgarter Comedy Clash (Comedywettbewerb) Alte Feuerwache, Mannheim Offene Bühne: Kunst gegen Bares (Bühnenabend) Mo 13. Stuttgarter Fernsehturm Panoramakonzert bei Vollmond (Blues- & Jazzkonzert) Di 14. Intersport Redblue Messe, Heilbronn Württembergisches Kammerorchester Heilbronn – Babykonzert (Konzert) Alte Mälzerei, Mosbach Andorra (Theater) JubeZ, Karlsruhe Sarah Lesch (Konzert) Kulturbrücken Jungbusch, Mannheim Bergfilm – »Constants«-Tour (Elektro-Pop-Konzert) Porsche-Arena, Stuttgart Muttersprache/Live (Konzert) Mi 15. Theaterhaus, Stuttgart Rüdiger Hoffmann (Comedy) Ballei, Neckarsulm Paulette (Kriminalkomödie) Do 16. Zigarre, Heilbronn Altjazzer (Konzert) Akademie Würth, Künzelsau SWR Big Band mit Fola Dada – Kings of Swing (Konzert) Alte Feuerwache, Mannheim Hundreds (Konzert) Fr 17. Kulturkeller, Heilbronn Schwester Cordula liebt Arztromane (Ein-Frau-Theater) Im Wizemann, Stuttgart Phillip Boa & the Voodooclub (Popkonzert) Theaterhaus, Stuttgart Eröffnung des 24. Stuttgarter Kabarettfestival 2017 (Kabarett) Thermen und Badewelt, Sinsheim Lange Thermennacht – Abenteuer Afrika (Thermennacht) Sa 18. KulturKeller, Bönnigheim Grachmusikoff – Abschiedstournee (Konzert) Karlstorbahnhof, Heidelberg Der Mann mit dem Cello: Opus Dreizehn (Kabarett) SAP Arena, Mannheim Martin Rütter: »nachSITZen muss abgesagt werden« (Comedy) MHP Arena, Ludwigsburg MHP Riesen vs. Basketball Löwen Braunschweig (Basketballspiel) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Olaf Bossi – Glücklich wie ein Klaus (Kabarett) So 19. Museum im Deutschhof, Heilbronn Museum mit Genuss (kulinarische Museumsführung) B-Seite MusikCaféBar, Lauffen am Neckar Sarah Lesch Live (Konzert) halle02, Heidelberg Drangsal »No Sleep ›Til harieschaim‹«-Tour (Konzert) Mo 20. Liederhalle Hegel-saal, Stuttgart Banff Mountain Film Festival Tour Di 21. Alte Feuerwache, Mannheim Social Impact Bar – Social Entrepreneurs stellen sich vor (Kreativkonferenz) Mi 22. Die Stadtmitte, Karlsruhe Orange Room /w Fendee & Smoking Tuna (Clubbing) ClubCann, Stuttgart Wincent Weiss – Musik sein – Tour 2017 (Konzert) Maimarktclub, Mannheim Wanda (Konzert) Do 23. halle02, Heidelberg Seiler und Speer (Konzert)

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WIR KÖNNEN MAGAZIN – ABER NICHT NUR! Was wir in gewohnter Hanix-Qualität noch so drauf haben, ist bisher ein Geheimtipp: Hanix verknüpft, was zusammengehört. Über die letzten Jahre konnte Hanix die besten Autoren, Gestalter, Fotografen, Filmer, Cutter, Musiker, Booker und Vermarkter der Stadt für sein Netzwerk gewinnen. Die Stärke liegt in der Vielseitigkeit der Kombination: Media und Content, Musik, Booking und Beratung, Print und PR, Merch und Marketing, Druck und Digital, Planung und Party, Grafik, Gastro und Social Media – fast alles geht. Weil wir es halt können. Neugierig auf mehr? info@hanix-magazin.de oder 07131/1216500 Hanix Nr. 47

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Hanix Nr. 47 Liederhalle Hegelsaal, Stuttgart Andreas Gabalier – MTV Unplugged (Konzert) Fr 24. Altes Theater, Heilbronn Theater & Evergreens mit Andrea Schilling (Theater) Karlstorbahnhof, Heidelberg Mila Mar (Alternativkonzert) REBgut, Lauda-Königshofen Casablanca: Parodie von Andreas Büttner (Theater) Herrenwiese, Öhringen 45. Öhringer Autofrühling Auerbachhalle, Urbach Die Prenzlschwäbin – Ischdesbio-Tour (Comedy) Hanns-Martin-Schleyer-Halle, Stuttgart Korn + Heaven Shall Burn & Hellyeah (Konzert) Sa 25. Altes Theater, Heilbronn (Ä)lternabend (Konzert) Kulturkeller, Heilbronn Wortfront (Konzert) Intersport Redblue Messe, Heilbronn handgemacht – DaWanda Kreativmarkt (Messe/Markt) Kulturbühne »Kapelle im Schloss«, Brackenheim Tonträger – Leiser Lärm (Konzert & Kabarett) KulturKeller, Bönnigheim Otmar Traber – Beziehungskisten (Comedy) Musik- und Singschule, Heidelberg International Ocean Film Tour Vol. 4 (Doku- & Wassersportfilmabend) 23. – 31.03.2017 Im Wizemann, Stuttgart Tokio Hotel – Dream Machine World Tour »Part 1 Europe & Russia« (Konzert) Weinhaus, Löwenstein Löwensteiner Frühlingsmarkt (Weinfest) Verschiedene Veranstaltungsorte in Stuttgart Lange Nacht der Museen (Kulturveranstaltung) MS Connexion Complex, Mannheim Janosch – Oh wie schön ist Panama (Musiktheater) So 26. Weinhaus, Löwenstein Löwensteiner Frühlingsmarkt (Weinfest) Untergruppenbach Vernissage Projekt ÉGALITÉ von Michael Hieronymus Alte Feuerwache, Mannheim 11 Freunde – Köster und Kirschneck lesen vor (Lesung) Mo 27. Im Wizemann, Stuttgart Genetikk (Hip-Hop-Konzert) SAP-Arena, Mannheim Harlem Globetrotters (Basketballshow) Karlstorbahnhof, Heidelberg Marc Copland – Solo (Konzert) Di 28. Porsche-Arena, Stuttgart Harlem Globetrotters (Basketballshow) Mi 29. Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall In Seenot. Die Lust am Untergang (Vortrag von Dr. Felix Krämer) Tollhaus, Karlsruhe Genetikk Live 2017 (Popkonzert) halle02, Heidelberg »Yo, Fatoni« (Konzert) Porsche-Arena, Stuttgart Sting – »57TH & 9TH«-Tour (Konzert) Do 30. halle02, Heidelberg Subway to Sally – NEON Ekustiktour 2017 (Konzert) LKA-Longhorn, Stuttgart Christina Stürmer (Konzert) Fr 31. Harmonie, Heilbronn Dieter Nuhr: Nur Nuhr (Comedy) Theaterschiff, Heilbronn Loriots Dramatische Werke (Theatercomedy) Botanischer Garten, Heidelberg After-Work-Cooking mit »jungen Wilden« (Kochworkshop) MHP Arena, Ludwigsburg Nicky Jam in Concert (Konzert) April/Mai- Ausgabe Hanix erscheint Ende März 2017 Interesse an einem Hanix-Abo? Dann mailt uns! abo@hanix-magazin.de www.hanix-magazin.de facebook.com/hanix.magazin

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Tiere ab 18 Lisa Maria Klotz kam wahrscheinlich durch Geburt zur Welt. Seitdem zeichnet, malt und spielt sie am liebsten Quatsch. Zur Beruhigung backt Lisa Pfannkuchen und ihr animalisches Buch »Tiere ab 18« soll man sich und anderen gefälligst in großer Stückzahl bestellen! Check da Shit out: www.tiereab18.de Mehr zu Lisa gibt’s hier: www.lisamariaklotz.de Hanix Nr. 47 TIERE AB 18

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Alle 46 bisher erschienenen Ausgaben sowie die drei Best Offf-Magazine von Hanix findet ihr in unserem Online- Archiv unter www.hanix-magazin.de. Für Smartphones und Tablets gibts Hanix über die kostenlose »keosk.«-App.

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