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Kostenloses Mitnahme-Exemplar Im Heft: Hanix Wandkalender 2017 Titelthema: Top 10 – Unsere Bestenliste sagt, was in der Region am meisten rockt ! INTERVIEW DES MONATS: EXTREMBERGSTEIGER HANS KAMMERLANDER ÜBER SEINEN LEHRMEISTER REINHOLD MESSNER UND DEN TOD ALS KLEINSTES ÜBEL. Wirtschaft: Sauberes Trinkwasser wird immer knapper auf der Welt. Zwei Unternehmensgründer haben in Heilbronn eine Lösung gefunden. WIR WAREN HAUTNAH IN NEW YORK DABEI ALS DONALD TRUMP PRÄSIDENT WURDE. Außerdem: WKO-Chefdirigent Ruben Gazarian, Kochen im La petite Provence, Destroyline am Sülmertor u. v. m. Nr. 46 Dezember/Januar 2017 Besser so!

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Im Alltag verlieren wir oft den Blick für das Schöne. Dabei befinden sich die faszinierendsten Dinge in unserer nächsten Umgebung. Erleben Sie die Faszination Porsche bei uns im Porsche Zentrum Heilbronn. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel.: +49 7131 5034-200 Fax: +49 7131 5034-220 E-Mail: info@porsche-heilbronn.de www.porsche-heilbronn.de

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LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, Hanix Nr. 46 was kann Heilbronn und die Region eigentlich? Was macht es hier lebenswert? Warum sollte man hierher, beziehungsweise nie wegziehen? Wegen dem gefeierten 7. Platz im deutschlandweiten Dynamikranking? Oder wegen des weniger schimmernden Platz 40 im Zukunftsranking? An der Herausarbeitung eines neuen Markenkerns arbeiten die Marketingexperten der Stadt seit Monaten fieberhaft. Derweil erzählten eingeladene Reiseblogger ihrer digitalen Leserschaft von den Vorzügen und den Geheimtipps Heilbronns. Da wollen wir uns nicht lumpen lassen und zum Jahresausklang etwas Kakao über das so unglückliche Heilbronner Herz schütten (siehe Seite 18). Wir haben Hanix-Mitwirkende nach ihrer persönlichen Heilbronn Top 10 gefragt. Dabei durfte sich die Liste auch außerhalb des Stadtgebietes bedienen. Also ist es genaugenommen eine Top 10 der Region, die wir intern abgefragt haben. Insgesamt kamen 20 sehr subjektive und persönliche Top-10-Listen von unseren Fotografen, Autoren, Layoutern, Anzeigenverkäufern und Druckern dabei heraus. Insgesamt 200 Tipps für die Stadt und ihr Umland. Einige Nennungen wiederholen sich, andere wurden überraschend nicht genannt. Wir wünschen viel Spaß mit unserem »Best of Heilbronn«- Themenschwerpunkt. Vielleicht animiert er ja zwischen den Jahren zum Nachmachen. Wie lautet eure Top 10 für Heilbronn? Weil wir so fasziniert vom Extrembergsteigen sind, ohne dabei ansatzweise Ambitionen zu hegen, in eisige Höhen zu steigen, haben wir die Chance im Heilbronner Flachland genutzt, und uns mit Extrembergsteiger HANS KAMMERLANDER bei seinem Besuch EDITORIAL in der Käthchenstadt unterhalten. Mit dem Südtiroler sprachen wir über seine Skiabfahrt vom Mount Everest, den Verlust von Freunden und Kletterkameraden im Berg und die Schwierigkeit mit Alpinisten eine dauerhafte Beziehung zu führen. Besonders freuen wir uns, dass dieser Ausgabe ein schicker Wandkalender für 2017 beiliegt. Die historischen Heilbronn- Fotografien von FRITZ FRIEDERICH führen auf eine Zeitreise in die 50er, 60er und 70er Jahre in Heilbronn. Wir hoffen, der Kalender findet einen Platz an einer Wand eures Vertrauens. Wo wir sonst noch für diese Ausgabe waren: im Friseursalon, auf Balkonien, zum Kochen im La petite Provence, beim Biolandwirt, bei den Armen und Reichen der Stadt, im Kammerorchester, bei Wasseraufbereitern im Heilbronner Hafen, bei der Handball- Akademie, beim Aktzeichnen, Downtown Manhatten als Donald Trump Präsident wurde und auf dem zugefrorenen Pfühlsee. Frohe Weihnachten und ein gesundes 2017! Make Heilbronn Great Again! Die Hanix-Redaktion Das Cover illustrierte diesmal der in Berlin lebende Heilbronner Leo Volland vom Via Grafik Gestaltungsbüro. Bis der Arm so war, wie er sein sollte, hat es einige Versuche gedauert. Zunächst sollte noch ein HNX-Tattoo auf den Oberarm. Sah aber doof aus, also blieb der Bizeps tattoofrei.

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Impressum VERLAG / HERAUSGEBER HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn USt.-ID: DE 271248199 Vertreten durch: Marcel Kantimm Robert Mucha CHEFREDAKTEUR Robert Mucha (V.i.S.d.P.) REDAKTION Friedemann Orths, Lea Pomocnik REDAKTIONELLE MITARBEITER Dr. Bernhard Stumpfhaus, Leonore Welzin, Brigitte Fritz-Kador, Maria Sanders, Matthias Marquart AUTOREN UND MITARBEITER Nicolai Köppel, Mares Baudewijns, Sibel Taylan, Thomas Aurich, Ralph Munz, Oliver Maria Schmitt, Annette Geisler, Maria Maroge,Helen Hofmann, Sarah Baudenbacher, Oliver Schmale / F.A.Z., Florian Mitzenheim, Florian Damaschke ARTDIREKTION Raimar Schurmann LAYOUT Raimar Schurmann (Leitung), Florian Geiger FOTOGRAFEN UND ILLUSTRATORINNEN Meli Dikta (www.blickboutique.de) Memo Filiz (www.memografie.com) Ulla Kühnle (www.freiraum-photos.de) Nico Kurth (www.nicokurth.com) Leo Volland / Via Grafik (www.vgrfk.com) Kathrin Leisterer Lisa Maria Klotz (www.lisamariaklotz.de) LEKTORAT Friedemann Orths VERMARKTUNG & SALES Maike Endresz (verantw.) VERLAGSKOORDINATION / ADMINISTRATION / SOCIAL MEDIA Marcel Kantimm DRUCK Druckerei Ziegler GmbH & Co. KG Auwiesen 1 74924 Neckarbischofsheim VERTRIEB Auslage an ca. 1.000 Stellen im Großraum Heilbronn KONTAKTE info@hanix-magazin.de Maike Endresz: maike.endresz@hanix-magazin.de Marcel Kantimm: marcel.kantimm@hanix-magazin.de Robert Mucha: robert.mucha@hanix-magazin.de Telefon: +49 7131 1216500 HEFT WELCHES REGIONALE BESTEN- LISTE AUF- FÜHRT 6 Hin- & Weggucker Der Bildvergleich Diesmal: Sechser im Lotto vs. Vermüllung der Weinberge 8 Stadt-, Land- und Metroleben Unsere Veranstaltungstipps für Dezember und Januar 14 Streifzug durch die Region Diesmal mit Green Day, einer Ausstellung über die Beat Generation & einem Interview mit Biolandwirt Jürgen Winkler 16 Smalltalk Dinge, die Heilbronner nicht sagen, Thekenphilosophen & #ashtag #eilbronn 18 600 Sekunden KÖPPELS ZEHN MINUTEN HEILBRONN Genug gelobt 20 Taschenkontrolle bei Julie Bynum, Stylistin 22 Mein Lieblingsding HEILBRONNER ZEIGEN IHR LIEBSTES STÜCK Diesmal: Marketingfachmann Christopher Bollmann und sein Balkon Hanix Nr. 46 Die Meinungsäußerungen in diesem Magazin liegen in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Autoren und geben nicht zwingend die Meinung des Verlages und der Redaktion wieder. COPYRIGHT 2015 Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Kein Teil dieses Magazins darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form, gleich welcher Art, reproduziert werden. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages strafbar. INHALT

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Hanix Nr. 46 24 Abenteuer um die Ecke Auf den Geschmack gekommen: Kochkurs im La petite Provence 26 Politik & Gesellschaft Arm und Reich in Heilbronn 34 Sport Ein Besuch bei der Handball- Akademie Heilbronn-Franken e. V. 36 Musik WKO: Ruben Gazarian – Von der Kunst des Dirigierens 38 Wirtschaft Qwair – Revolutionäre Wasseraufbereitung aus Heilbronn 40 Kunst Sieben Frauen & Kerstin Müller 42 Film Arthaus-Tipp »Nocturnal Animals« und »Manchester by the Sea«. Dazu weitere Filmstarts HANIX NR. 46 46 Interview des Monats Extrembergsteiger Hans Kammerlander. Wir sprachen mit dem Südtiroler über seine Skiabfahrt vom Everest, den Verlust von Freunden am Berg und tödliche Langeweile 50 Titelthema Heilbronn – Unsere Bestenlisten aus der Stadt und Region 66 Heilbronn – A Nice Place To Come From DIE OLIVER MARIA SCHMITT-KOLUMNE Made in WH 68 Brief an die Heimat New Yorks Schockstarre nach Trumps Wahlsieg 70 Historischer Schuss Zugefrorener Pfühlsee, 1997 72 .jpg BILDERGALERIE U. a. Wandgestaltung am Sülmertor, Brauereiführung bei Dinkelacker, Gerettete Schafe & Impressionen aus der Region 76 Veranstaltungskalender Gute Termine für Dezember und Januar 82 Tiere ab 18 Von Lisa Maria Klotz Diesmal: Der Bi-ber

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Hanix Nr. 46 MITTWOCH 19. OKTOBER 2016 13:30 UHR KIOSK UND LOTTOANNAHMESTELLE AM KARLSTOR Foto: Robert Mucha Ein Lottospieler aus Heilbronn tippte für die Samstagsziehung am 15. Oktober bundesweit als Einziger die sechs Gewinnzahlen 7, 13, 19, 29, 38 und 41. Die Superzahl war ebenfalls auf seinem Spielschein. Die gesamte Gewinnsumme beträgt 13.568.089,40 Euro, wie die Staatliche Toto-Lotto GmbH mitteilte. Der glückliche Gewinner gab seinen Spielschein im Heilbronner Stadtgebiet ab. Sein Spieleinsatz lag bei knappen fünf Euro. HINGUCKER

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MONTAG 10. OKTOBER 2016 8:51 UHR FLEINER HÖHE, FLEIN Foto: Robert Mucha Die Weinberge um Heilbronn herum werden gerne als Ausflugsziel der hiesigen Bürgerschaft genutzt. Ist ja auch schön. Ein Ärgernis für Wengerter werden die Weinbergsbesucher, wenn sie ihren Müll einfach oben liegen lassen. Nach dem Motto: Irgendjemand wird schon aufräumen. Nun hat sich jemand, wir vermuten einen Weinbauern hinter dem Aushang, Luft gemacht. Mit einem folierten Aushang auf der Fleiner Höhe bittet der Verfasser bestimmt aber humorvoll darum, keinen Müll am Weinberg zu hinterlassen. Recht hat er! Hanix Nr. 46 WEGGUCKER

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TIPPS FÜR HEILBRONN Tanzshow 8. Dezember BREAKIN’ MOZART – KLASSIK MEETS BREAKDANCE Harmonie, Heilbronn Mozart und Breakdance? Bereits nach der ersten Probe war allen bewusst, dass das funktionieren kann – und es hat sehr gut funktioniert, wie man heute weiß. Die jungen Tänzer und Tänzerinnen stellen sich der Herausforderung Mozarts und verbinden ihre Kunst auf einzigartige Weise mit der Musik des Wiener Wunderkindes. Mozart erklingt im Original live am Klavier interpretiert von Christoph Hagel, in Orchesterversionen und in modernen Hip-Hop-Bearbeitungen. Wummernde Technobeats fehlen ebenso wenig wie Funky Mozart und Rocking Amadeus. Konzert 9. Dezember LOS BANDITOS UND BABA BURNHAM Complex23/Bar Daneben, Heilbronn Los Banditos: Von St.Petersburg bis Madrid, von Helsinki bis Kairo lauscht man der Hingabe dieser Combo bei jeder Ausnahme – und alltäglichen Situationen. Eine extra mitgelieferte Botschaft erübrigt sich. Man kann nur sagen: »Das muss man hören und sehen!« Liedermacher Rainald Grebe sagt: »Wenn es dämmert draußen und der Tag noch wach ist. Dann, wenns dunkel ist, hab ich nix mehr verloren, dann kommt Rocknroll, dann kommen Los Banditos und die neue, brandalte Scheibe ›Apokalypse der Liebe‹, oder ›Palmöl in Malmö‹, oder wie sie heißt, erinnert mich an die alte Zeit, als ich noch keine Arthrose im Knie hatte und richtig gut hotten konnte. Für mehr Worte muss man Los Banditos live sehn. Ich denke mal, sie hams noch drauf. Bestimmt. Meine Empfehlung!« Konzert & DJ 16. Dezember KLANGVORHANG06 – BLACKBERRIES (LIVE) & SVEN FRANCISCO (DJ) Mobilat, Heilbronn Der Klangvorhang geht in die sechste Runde. Die Blackberries machen auf ihrer »Greenwich Mean Tour 2016« halt im Mobilat in Heilbronn. Die Plattenteller rotieren an diesem Abend zu den Klängen des Heilbronner DJs Sven Francisco. Die Blackberries machen den Unterschied zwischen einer guten und einer ausgezeichneten Plattensammlung. Der psychedelische Kraut-Pop der Band hat sich im Laufe des Jahres schon als ein Geheimtipp der Szene etabliert. Nachdem im Mai dieses Jahres Greenwich Mean Time veröffentlicht wurde, verglich der Rolling Stone den Sound der Band mit den psychedelischen Beatles und den Gesang mit dem eines Brian Wilson. Clubbing 30. Dezember LAST CHANCE TO DANCE: GEORGE MOREL Bukowski, Heilbronn Aus Miami düst ganz am Ende des Jahres House-Legende George Morel ein. Weil das Bukowski in der Hafenstraße für ihn zu den schönsten Clubs auf der elektronischen Landkarte Deutschlands zählt. Helge Baumberg (Zuckertuetentraum) und Bukalemun (Südklang/Kowalski) agieren als Mr. Morels Flügelmänner. Klassikkonzert 5. Januar NEUJAHRSKONZERT 2017 – »WIENER MELODIEN« Harmonie, Heilbronn Kaffeehausduft mit Sachertorte in der Nase, Walzermelodien und den Wiener Schmäh im Ohr, dazu eine Prise ungarisches Temperament – das ist die unnachahmliche Mischung dieser Weltstadt der Musik: Wien. Das WKO, Ruben Gazarian und Solist Emmanuel Tjeknavorian entführen auf eine Reise im Dreivierteltakt in das musikalische Lichtermeer dieser Stadt. Schauspiel/Uraufführung 21. Januar EIN LIED VON LIEBE UND TOD (GLOOMY SUNDAY) Theater, Heilbronn Das Theater Heilbronn bringt John von Düffels Schauspiel »Ein Lied von Liebe und Tod« als Uraufführung heraus. Von Düffel schrieb das Theaterstück nach dem Roman »Das Lied vom traurigen Sonntag« von Nick Barkow und dem Drehbuch für den preisgekrönten Film »Ein Lied von Liebe und Tod« von Rolf Schübel, die sich mit der Entstehungsgeschichte dieses Liedes auseinandersetzen. »Das Lied vom traurigen Sonntag« wurde bis heute von über 200 Musikern gecovert. STADTLEBEN Hanix Nr. 46

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Für Existenzgründer, Kreative und IT-Freaks – die Innovationsfabrik Heilbronn Bald auch mit attraktivem Co-Working-Angebot! Kontakt: Bernd Billek, Tel. 07131 6257-46 bernd.billek@stadtsiedlung.de www.innovationsfabrik.de

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DIE TIPPS FÜR REGION Markt 2. bis 4. Dezember WEIHNACHTSMARKT IM SCHLOSSPARK Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe Am 2. Adventswochenende öffnet zum ersten Mal der Weihnachtsmarkt vor dem Jagdschloss im Schlosspark des Wald & Schlosshotels Friedrichsruhe mit exklusiven Ausstellern, Christmaslighting, dem Würth-Chor & Friends und vielen glanzvollen Lichtern. Auf die kleinen Gäste wartet bereits die Friedrichsruher Dampflock die durch den Park schnauft und selbstverständlich auch der Weihnachtsmann auf seinem Schlitten, der die Weihnachtswünsche der Kinder entgegen nimmt. Kindertheater 14. Dezember DER KLEINE EISBÄR Stadthalle, Künzelsau Hoch im Norden, am Polarkreis, vergnügen sich Lars, der kleine Eisbär und Freund Robbi, die Robbe mit Eiskugelweitkullern, als zwei Eskimos mit einem Schlitten voller Tannenbäume eine Rast einlegen. Lars und Robbi belauschen die Menschen in sicherer Entfernung, bis sie wieder verschwunden sind und finden einen Tannenbaum, der vom Schlitten gefallen ist. Das Theaterstück wird von dem Wittener Kinder- und Jugendtheater aufgeführt. Eine spannende, abwechslungsreiche Geschichte für die ganze Familie, mit Kostümen und Bühnenbild wie aus dem Bilderbuch und Liedern, die ins Ohr gehen. Basketballbundesligaspiel 7. Januar MHP RIESEN LUDWIGSBURG – FC BAYERN MÜNCHEN MHP-Arena, Ludwigsburg In der easycredit-BBL kommt es in der Ludwigsburger MHP-Arena zum Spitzenspiel. Der Champions League- Teilnehmer aus Ludwigsburg empfängt die Basketballer des FC Bayern. In der letzten Saison hatte sich im Viertelfinale am Ende der Favorit durchgesetzt. Der FC Bayern München zog nach einem 87:76 im entscheidenden fünften Spiel über die MHP RIESEN Ludwigsburg ins Halbfinale ein. Sportveranstaltung 7. Januar DEL WINTER GAME 2017 WIRSOL Rhein-Neckar-Arena, Sinsheim Das 3. DEL Winter Game wird am 7. Januar 2017 in Sinsheim ausgetragen. In der Arena des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim treffen im badenwürttembergischen Prestige-Duell die Schwenninger Wild Wings und die Adler Mannheim aufeinander. Seit dem 2. DEL Winter Game in Düsseldorf im Januar 2015 steht der Besucherrekord im europäischen Club-Eishockey bei 51.125 Fans. Dieser Rekord bleibt in jedem Fall unangetastet. Denn das Fassungsvermögen des Sinsheimer Stadions beträgt beim 3. DEL Winter Game 29.700 Fans. Comedy 20. Januar SIMON PEARCE: ALLEIN UNTER SCHWARZEN Brauhaus, Neckarsulm Simon Pearce ist Schauspieler, Comedian und Kabarettist. Und ja, er ist schwarz. In seinem ersten Soloprogramm erzählt Simon Pearce mit viel Humor und Ironie, wie es ist, als Schwarzer mitten im tiefsten, schwarzregierten Bayern aufzuwachsen und zu leben. Immer wieder macht er skurrile und schräge Begegnungen, hat es mit offenem oder verstecktem Rassismus zu tun, dann wieder mit übertriebener Political Correctness. Gesellschaftskritik üben, ohne den erhobenen Zeigefinger, sondern augenzwinkernd und mit viel Ironie. Handmademarkt 28. & 29. Januar HANDMADELOVE DESIGN- & HANDMADEMARKT Burg Stettenfels, Untergruppenbach Majestätisch thront Burg Stettenfels über Untergruppenbach und bietet eine ideale Location für den Design- & Handmademarkt Heilbronn. Die komplette Burg mit Innenhof und Gewölbekeller wird in ein kunterbuntes Erlebnis für die ganze Familie verwandelt. Das Innenleben der Burg bietet Raum für die Vielzahl an Ständen mit verschiedensten handgemachten Produkten. Auf drei Stockwerken kann die Burg erkundet werden. Im historischen Innenhof wird mit verschiedenen Food- Ständen für das leibliche Wohl gesorgt. LANDLEBEN Hanix Nr. 46

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ÄRZTLICH G E L E ITET

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DIE TIPPS FÜR S, MA, HD & KA Konzert 1. Dezember MOOP MAMA – MOOPTOPIA TOUR 2016 + SPECIAL GUEST Substage, Karlsruhe Moop Mama – alle, die den Namen nicht kennen, wir sind eine Marching Band, heißt es in einem der Songs auf ihrem sensationellen Debütalbum »Deine Mutter«. Und wirklich: Zehn Leute, sieben Bläser, zwei Schlagzeuger und ein Sänger sind auf dem Weg mit ihrer Mischung aus Brass, Hip Hop und deutschem Rap alles über den Haufen zu laufen, was eben noch da stand und »Das gibts doch gar nicht« gemurmelt hat. Sich der Energie dieser Band zu entziehen ist eine unlösbare Aufgabe, der selbst die einzementiertesten Vollpfosten der Rockpolizei nicht gewachsen sind. Kreativmarkt 03. Dezember BEATBASAR halle02, Heidelberg Viele kreative Jungdesigner, Künstler und kleine Labels aus ganz Deutschland präsentieren im Alten Güterbahnhof in der halle02 ihre Produkte. Ein bunter Mix, bei dem garantiert für jeden das Passende dabei ist. Hübscher Schmuck, schöne Filz- und Lederwaren, Bilder, Zeichnungen und Ölmalerei, Upcycling-Schmuck beispielsweise aus Porzellan-Scherben, Caps, T-Shirts, Schals, Mützen, Gürtel, Taschen, Postkarten, Poster, Buttons, Cupcakes, Fadenbilder, Patchworkkissen, Windlichter und vieles mehr. Der Eintritt ist frei und für Kaffee & Kuchen, Snacks, Getränke und Beats ist gesorgt. Konzert 7. Dezember RY X Alte Feuerwache, Mannheim Die 12 Titel seines neuen Albums »Dawn« sind ein tief persönliches Debüt, das durch die eigene Selbstfindungsphase zu Stande gekommen ist. Sanfte Beats, Piano oder Akustikgitarre und dazu eine gehörige Prise Zerbrechlichkeit zeichnen seine Songs aus. RY X hat seine Europatour auf 14 Termine erweitert. Er beginnt in Paris, dann kommt er nach Deutschland, und somit auch nach Mannheim. Amsterdam, Brüssel und Belgien stehen auch auf dem Programm. Höhepunkt der Tour soll das Konzert in Londons Union Chapel werden. Festival 10. Dezember SEMF 2016 – STUTTGART ELECTRONIC MUSIC FESTIVAL Messe, Stuttgart Das Beste kommt zum Schluss. Am 10. Dezember wird die Stuttgarter Messe zum Epizentrum der internationalen elektronischen Musikszene. Das Stuttgart Electronic Music Festival, kurz SEMF, markiert auch 2016 wieder das Finale des Festivaljahres und feiert dieses Mal 10-Jähriges Jubiläum. Verschiedene Floors bieten für jeden Geschmack den richtigen Style und ausreichend Platz zum Feiern ist gesichert. Zum Line-Up gehören in diesem Jahr internationale Größen der Elektround Technowelt wie Fritz Kalkbrenner und Felix Jaehn, auch Sam Paganini ist mit dabei. Filmfestival 18. bis 22. Januar 300. STUTTGARTER FILMWINTER Diverse Locations, Stuttgart Zu diesem Anlass wird der international bekannte Künstler Christo den Tagblattturm verpacken. Das traditionsreiche Festival steht im Zeichen der guten Lüge. Angelogen werden wir jeden Tag in unserer schönen, neuen medialisierten Welt von der Trommelpost bis zu Twitter. Aus diesem Grund sehen wir es an der Zeit, die Lüge zurückzuerobern für die Phantasie, die Kunst und die Träume und singen lautstark mit Tocotronic »Wir brauchen dringend neue Lügen (…) Die uns vor stumpfer Wahrheit warnen«. Wir haben dazu weitere professionelle Lügner ins Boot geholt: Das FITZ! Zentrum für Figurentheater, das Haus der Geschichte, den Kunstbezirk und das Theater tribühne, in deren Räumen unsere Jubiläumsedition stattfinden wird. Temporäre Weinbar 21. Januar LANGE NACHT DER WEINE – WINE, FOOD AND MUSIC Im Wizemann, Stuttgart Die »Lange Nacht der Weine« kehrt zurück nach Stuttgart und geht dort in einer neuen Location in eine zweite fulminante Runde. Nachdem im April ein ganzes Wochenende lang aufregende Weine von deren Winzern präsentiert wurden, heißt es dieses Mal im Wizemann am Rosensteinpark: Auf die Weingläser, fertig, los. Ausgewählte Foodstände sorgen dafür, dass der Wein nicht auf leeren Magen fällt und auch der kulinarische Teil nicht zu kurz kommt. So entsteht für diesen einen Abend im einzigartigen Industrie-Setting der Konzerthalle die größte und spannendste Weinbar der Stadt. Es können je Veranstaltung bis zu 100 verschiedene Weine gratis verkostet werden. Die Verkostungsphase geht von 18 bis 22 Uhr. Im Anschluss geht der Abend mit einem DJ- und Live-Musik-Programm in die nächste Runde. METROLEBEN Hanix Nr. 46

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ZIEGLERKUNDE SEIT 2016 ….WEIL AUCH UNSERE PARTNER SO ZUVER- LÄSSIG UND PRÄZISE ARBEITEN SOLLTEN, WIE ROBOTER! [Markus Wadulla, Vertrieb, IPR Worldwide] FÜHRENDER HERSTELLER INTELLIGENTER PERIPHERIEN FÜR ROBOTER. Die komplette Kundenstimme unter: www.crossmediaexperts.de

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»BEWUSSTE ERNÄHRUNG IST BASIS FÜR NACHHALTIGE UND BIOLOGISCHE LANDWIRTSCHAFT« Auf dem Hof von WINO Biolandbau in Brackenheim wird auch in den Wintermonaten viel an Arbeit getan, damit das ganze Jahr regionale Produkte wie Obst und Gemüse vom heimischen Landwirt in unsere Haushalte gebracht werden können. Jürgen Winkler, Landwirt und Besitzer des Hofes, sieht gute Chancen für die Weiterentwicklung ökologischer Landwirtschaft. Von Lea Pomocnik, Foto: Meli Dikta Hanix: Ökologische Landwirtschaft ist zeitintensiver und anspruchsvoller als konventionelle Landwirtschaft. Was hat Sie dennoch dazu bewegt, diesen Weg zu wählen? Jürgen Winkler: Ich bin auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen und habe die Gefahren von chemischen Betriebsmitteln kennengelernt. In meinem Studium der Landwirtschaft hat sich für mich der marktwirtschaftliche Aspekt ergeben, dass wir Spezialitäten für die hiesige Bevölkerung anbieten müssen. Als Christ ist es mir wichtig, Verantwortung für die Schöpfung und die Mitwelt zu übernehmen. Was können Sie über das Klischee, der Landwirt hätte im Winter nichts zu tun, berichten? Welche Aufgaben stehen auch in der kalten Jahreszeit an? Diese Meinung ist in der Gesellschaft durchaus vertreten. Im Sommer ist die Arbeit termingebunden, im Winter ist das nicht so. Trotzdem müssen wir die Pflanzen zurückschneiden, Pfähle in die Obstwiesen einbringen und Drähte ziehen. Im Obst- und Weinbau gibt es das ganze Jahr über Arbeit. Zudem steht im Winter die Ernte der Kaki an. Angenommen Sie würden sich im Winter auf die faule Haut legen, hätte das Auswirkungen auf den Frühling und die Sommermonate? Wenn man die Apfelbäume im Winter nicht schneidet, würde es immer mehr Bereiche am Baum geben, auf die keine Sonne trifft. Die Äpfel hätten dann keine kräftig rote Farbe, sondern wären gelb und blass. Wenn es zu viel Schatten gibt, können sich außerdem Krankheiten stärker ansiedeln. Insgesamt hätte das die langfristige und schwerwiegende Konsequenz, kein Tafelobst mehr erzeugen zu können. Sie sind experimentierfreudig und bauen auch gerne exotische Früchte an – wie schaffen Sie es, optimale Bedingungen für das Wachstum zu sichern? Wir nehmen diesbezüglich verschiedene Schutzmaßnahmen vor. Feuchtwarmes Wetter im Sommer ist für den Bio-Obstbau eine Herausforderung, weil Pilzkrankheiten dann optimale Bedingungen haben. Bei Tafeltrauben und Kirschen wird in der Reifezeit ein Dach angebracht, damit die Früchte nicht nass und faulig werden. ◆ STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION Hanix Nr. 46

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Hanix Nr. 46 GREEN DAY BACK ON TOUR! Auf ihrer Revolution Radio Tour machen die US-Punkrocker am 18. Januar Halt in der SAP Arena in Mannheim. Die nächste Festival-Saison im Sommer 2017 wird schon heiß erwartet. Für die Pop-Punk-Band Green Day war eines klar: Sie wollen auf den großen Festivals wie Nova Rock, Hurricane und Southside dabei sein. Die Bekanntgabe ihrer Auftritte begeistert nicht nur treue Fans. Bereits zu Beginn des nächsten Jahres legen die Punk-Rock-Giganten mit ihrer Tour im Januar einen krassen Start hin. Sie wollen zeigen, was sie die letzten Monate geschafft haben. Getreu nach dem Motto »back to the roots« machen sie deutlich, dass sie nicht eingeschlafen und genauso großartig und stark wie zu Anfangszeiten sind. 37 Songs in 78 Tagen. Neue Album-Trilogie. Lauter, schneller, verrückter. Das war Green Day vor dem Absturz. Nachdem Billy Joe Armstrong die Tournee 2012 wegen Alkohol- und Medikamentensucht abbrechen musste, zog sich die Band zurück. Im Dezember 2015 gab die Band dann bekannt, sie arbeite an einem neuen Album. Plan war: von der Megaproduktion ins kleine Studio mit viel Kaffee statt Alkohol. In ihren neuen Songs zeigt die Band, dass sie sich neu entdeckt und »wieder gefunden« hat. Trotz einer anderen, eher klaren Richtung sind sie ihrem Stil treu geblieben. Gedanken und Gefühle zu gesellschaftlichen Themen und politischen Ereignissen fließen mit in die Texte der neuen Songs ein. Sie möchten die Verwirrung der Menschen in unserer heutigen Zeit ausdrücken, fragen sich, wo wir in dieser chaotischen Welt stehen und möchten uns auffordern dies herauszufinden, um unseren eigenen Standpunkt zu finden. (lep) ◆ BEAT GENERATION Karlsruhe wird zum Ausstellungsort einer geschichtlich bedeutsamen Bewegung der Literatur und Kunst. Als zweite Station nach dem Centre Pompidou in Paris präsentiert das ZKM Karlsruhe die Ausstellung »Beat Generation«. Bereits in den letzten Jahren hat das ZKM den leitenden Figuren der Beat Generation wie William S. Burroughs oder Allen Ginsberg große Ausstellungen gewidmet. In dieser neuen Ausstellung wird nun erstmals ein Überblick über die literarische und künstlerische Bewegung geliefert, die Ende der 1940er-Jahre entstanden ist und in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg zum Gegenmodell einer puritanischen, kapitalistischen Gesellschaft wurde. Wurden damals die »Beatniks« als subversive Rebellen betrachtet, so werden sie heute als Akteure einer der wichtigsten kulturellen Richtungen des 20. Jahrhunderts wahrgenommen. Drei Freunde, drei Schriftsteller, drei Bücher: Jack Kerouac, Allen Ginsberg und William S. Burroughs begegneten sich am Ende des Zweiten Weltkriegs in New York. Die drei Schlüsselwerke der Beat Generation, »On the Road«, »Howl« und »Naked Lunch«, entstanden in den 1950er-Jahren. Bücher, die Skandale auslösten, zu Kultbüchern wurden und Generationen von Lesern begeisterten. In ihren Werken rebellieren sie gegen die USA der Nachkriegszeit, gegen Prüderie, Anti-Kommunismus und Technikgläubigkeit. Für sie zählen die Natur, räumliche Weite, sexuelle Freiheit, Drogen, Jazz- und Bebop-Musik. Die Autoren der Beat Generation werden dadurch weltbekannt. Die im ZKM präsentierte Schau entfaltet die geografischen Fixpunkte der Bewegung, die von New York bis San Francisco, von Tanger bis Paris und London reichen. Sie zeichnet sowohl den wechselnden geografischen Schwerpunkt der Bewegung nach als auch ihre stetig sich verändernden künstlerischen Ausprägungen. Die Ausstellung kann bis zum 30. April 2017 besucht werden.(lep) ◆ RIESEN AUSWAHL Das Taschenhaus-Stütz GmbH Weinsberger Straße 17/1 · 74072 Heilbronn · Tel.: 0 71 31 / 94 20 27 Mo–Fr 9.00–18.00 Uhr · Sa 10.00–16.00 Uhr · www.dasTaschenhaus.de kostenlose Parkplätze direkt am Haus!

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Dinge, die Heilbronner nicht sagen »Auf welches Konzert sollen wir heute gehen?« THEKENPHILOSOPHEN In jeder Ausgabe stellen wir unseren drei Thekenphilosophen eine knifflige Frage aus dem Leben. Das Szenario: Der Gast sitzt an der Theke, weiß nicht weiter und fragt den Wirt nach dem richtungsweisenden Ratschlag. Unser Thekenszenario diesmal: Das zwölfjährige Kind des Gastes hat ein Angebot für ein renommiertes Sportinternat vorliegen. Dafür müsste es allerdings weit von zu Hause wegziehen. Sollte man das Kind ziehen lassen? Protokoll: Friedemann Orths Fotos: Ulla Kühnle Sibel Taylan, Data 77112 Poah!! Loslassen ist nie so einfach … Solange man ein Talent nicht ernst nimmt, wird man es auch nie vollst ausschöpfen können. Man kennt ja sein Kind – wie groß und stark es ist, ob man es so wirklich cool in seinem Talent fördern könnte. Man könnte ja mal drei bis vier Wochen (vorher) testen, um herauszufinden, ob es für beide Seiten passt und ob sich das Kind schon bereit fühlt für so eine große Herausforderung – und ob man sich selbst hinten anstellt. Vielleicht ist es ja aber auch an der Zeit, notfalls einfach in die Nähe des Internats zu ziehen, so komplett mit tutti familia … Es liegt ja nicht umsonst da, dieser Wisch. Oder wish? :) <3 changes Thomas Aurich, u. a. Winterdorf »Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen.« Wenn ein Kind dieses Alters ein solch tolles Angebot erhält, ist es ein Kind mit dem Willen zum Sieg. Das signalisiert Charakterstärke. Das Internat, begleitet von häufigen Besuchen der Eltern, wird den jungen Menschen weiterbringen. Klare Chance. Unbedingt ergreifen. Zeitdauer aber nicht übertreiben. Kinder brauchen Wurzeln. Ralph Munz, u. a. The Rooms Club Wie schon in einem der einflussreichsten Bücher die geschrieben worden sind, steht, (und nein, es ist keine der unzähligen Bibeln. Es stammt aus dem Buch »Der Prophet« von Khalil Gibran): »Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber. Sie kommen durch euch aber nicht von euch, und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht. Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken. Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen. Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen. Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen. Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.« Damit wurde wohl alles gesagt. Lasst eure Kinder ziehen, schenkt ihnen euer Vertrauen und eure Liebe; unterstützt sie in ihren Fähigkeiten und seid für sie da, wenn sie euch brauchen. So einfach ist alles. Mares Baudewijns, Eckstein Ganz klar nur dann, wenn es ein Herzenswunsch des Kindes ist und nicht von Ehrgeiz getriebene Eltern wie Herr Graf und Co. seiner Zeit. Jetzt oder nie, denn mit 14/15 ändern sich die Interessen meistens drastisch … Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll! SMALLTALK Hanix Nr. 46

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#ASHTAG #EILBRONN Unsere Social-Media-Rückschau zu Heilbronn. Mal spannend und unterhaltsam, oft langweilig und öde. Wir schlagen uns für euch durchs Heilbronner Twitterund Facebook-Dickicht und scrollen auch da, wo es wehtut. Knorr-Fix-Spiegelei gewinnt »PR-Bild Award 2016«! Zum elften Mal wurde der Branchenpreis »PR-Bild Award 2016« verliehen. Gekürt wurden Fotos aus insgesamt acht Kategorien: »NGO-Fotos«, »Event und Messe«, »Porträt«, »Unternehmenskommunikation«, »Tourismus und Freizeit«, »Sports & Health«, »Social-Media-Foto« und »Produktfoto«. Das Motiv »Spiegelei von Knorr« gewann dabei in der Kategorie »Social-Media-Foto«. »Mit unserem neuen Knorr Fix Spiegelei gelingt die beliebte Eierspeise im Handumdrehen.« Diesen Satz und das Foto postete das PR-Unternehmen ad publica Public Relations GmbH auf der Facebook-Fanpage der Heilbronner Traditionsmarke Knorr – als Aprilscherz. Viele Fans fielen darauf herein. (rom) Deutsche Post Glücksatlas 2016 – Warum sind Heilbronner so unglücklich? Der Deutsche Post Glücksatlas gibt zum sechsten Mal in Folge einen Überblick über das Wohlergehen der Deutschen. Wo leben die glücklichsten Menschen in Deutschland? Von den 19 Regionen haben uns natürlich Württemberg, Franken und Baden interessiert. Schließlich grenzen alle drei Regionen im Oberzentrum Heilbronn aneinander. Franken ist einer der Gewinner des diesjährigen Rankings. Die Region steigt von Platz 5 im Vorjahr auf Platz 2 und steigt somit aufs Siegertreppchen. Baden nimmt in diesem Jahr den 4. Platz ein und fällt im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze zurück. Württemberg verliert zwei Plätze und liegt nun auf dem 9. Platz im Mittelfeld des diesjährigen Regionenrankings. Weshalb also ist der Heilbronner (Württemberg) soviel unglücklicher als der Öhringer (Franken) oder der Eppinger (Baden)? Eine mögliche Antwort liefert der Glücksatlas gleich mit: »Trotz teilweise (sehr) guter objektiver wirtschaftlicher Zufriedenheitsindikatoren befindet sich Württemberg lediglich im Mittelfeld des Regionenvergleichs. Ein Grund dafür könnte die regionale Mentalität sein.« (rom) Das ist eine echte Herausforderung: Straßenbau im fließenden Verkehr. Wie kann das gelingen? Wir schaffen Verbindungen und sind Ihr Wegbereiter. Asphaltsanierung in Ortsdurchfahrt Da ist Organisationstalent gefragt. Und ein vorausschauender Blick. Nichts für Kurzsichtige und Engstirnige :-) Schneider Bau GmbH & Co. KG 74074 Heilbronn · Hans-Rießer-Straße 18 Telefon 0 71 31 / 94 43 - 0 www.IhrWegbereiter.de http://www.facebook.com/IhrWegbereiter

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Unser Kolumnist lässt sich was gefallen. Von Nicolai Köppel Foto: Ulla Kühnle GENUG GELOBT! Heilbronn ist spießig und langweilig … Hanix Nr. 46 … sagt Sibel Kekilli, sagt die Star-Datenbank von Pro7, sagt das Internet. In Verbindung mit Heilbronn bringt sie es auf weniger Suchmaschinentreffer als Robert Mayer ohne. Lässt man den Suchbegriff »Heilbronn« weg, überrundet die Schauspielerin klar den Arzt und Physiker. Auch der gewesene Schauspieler Pierre Franckh hat sich von seiner Geburtsstadt Heilbronn erwähnungsmäßig weitestgehend losgesagt, soweit dem Internet bekannt ist. Er kann zwar mittlerweile andere dazu motivieren, mit Umweg über ihn an sich selbst zu glauben, hingegen sich selbst quasi selber zu einem wie auch immer ausfallenden Heilbronn-Bekenntnis motivieren, das spart er sich noch auf. Heilbronn als totenstille Reserve. Tagesthemenmoderator Thomas Roth hat außer allenfalls privaten Spuren nichts in seiner Heimatstadt zurückgelassen (meine ehemalige Nachbarin berichtet, sie habe früher ›die Straße runter‹ mit ihm gespielt, als er noch ein Knabe war). Es steht zu vermuten, dass viele Prominente Heilbronner sind, es aber nicht rumerzählen. Wenige rühmliche Ausnahmen gibt es, die sich initiativ zu ihrer Heilbronnvergangenheit bekennen, einer davon ist Satiriker und steht hinter Heilbronn, mit Victoryzeichen resp. Häschenohren. Kaum einer sagt irgendwas, keiner sagt was Nettes über Heilbronn. Ins goldene Buch trägt man sich ein, wenn man geladen wird, aber auf dem roten Teppich ins Privatfernsehmikro schwärmen, wie schön es zuhause mal war, besonders im Sommer oder zur Weinlese oder jetzt bald zur Buga: »Ach wissen Sie was, scheiß auf den Grammy, ich nehme jetzt gleich den Flixbus heim« – das tut man nur, wenn man nichts mehr zu verlieren hat, wenn einem alles egal ist. Schade, dass einer wie David Hasselhoff nicht aus Heilbronn ist, sondern nur seine Ururoma aus Bremen (nach der ich, wie ich gerade beim Rumgoogeln bemerke, versehentlich meine Erstgeborene genannt habe – na, man darf da als Zugezogener nicht so picky sein). Ist das überall so? Stolz ist der Hamburger, der Bremer. Leicht eingeschnappt reagiert vielleicht der Kölner oder der Münchner, wenn man ihm die Heimat disst. In Heilbronn ist man höchstens auf provinzielle Art der Heimat übermäßig zugetan, und selbst das zum Glück eher auf Anfrage als aus Sendungsbewusstsein. Ändern daran die zehntausend Studis was, die Heilbronn so mitnehmen, wie andere Studis die in Größe vergleichbaren Beispielstädte Darmstadt oder Fürth mitnehmen, wenn es sie da zum Studieren hinverschlägt? Vielleicht bleiben ja ein paar hier hängen, verlieben sich und verwässern den Unterländer Genpool, machen im seltensten Fall strahlkräftige Karriere und hocken zehn Jahre 600 SEKUNDEN – DIE STADTKOLUMNE

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später im Sommer alle am Neckar und überlegen am Unterland herum, dass es zwar wirklich ziemlich ›naice‹ hier ist, aber um zu wissen, ob es sich um einen deutschlandmäßigen Geheimtipp von Bedeutung handelt, müsste man mal wieder für eine Weile raus hier, und wem eigentlich sollte man das erzählen? Are you ready for some thrilling news from Heilbronx? – Klar doch, warte, ich fahr noch eben kurz in Skiurlaub! Hülfe das Denkmälerbauen? Die vollrohr unnötige Käthchenpest hat wohl daran mitgebaut, dass nichts anderes Kulturelles aus der Stadt in absehbarer Zeit dauerhaft denkmalwürdig wird. Die paar auf diesem Weg Vergessenen wie Sauerbier im Erklärton anzubieten, schadet eher und nervt alle. Berühmt werden könnte man mit z. B einer Hasstirade auf Heilbronn, die in ihrer Heftigkeit ohne jedes historische Vorbild wäre, die so respektbefreit und dabei rattengut geschrieben ist, dass sie den seligen Thomas Bernhard aussehen lässt wie einen berufsmäßigen Salzburgschmeichler und den ganz und gar nicht unseligen Jan Böhmermann wie einen flaumklötigen Bubi, der gerade »Pups« gesagt hat und sich nun nicht mehr einkriegt vor Kichern. Welcher Heilbronner in diesem »Wahnsinnstext« auch erwähnt würde (ein Text nebenbei, der so verXXXXX lang sein muss, weil er so XXXXXXwahr ist und umgekehrt ebenso – und der dabei so justitiabel und multipel biographiezerfetzend wirkte wie er süchtig machte), so eine arme Erwähntensau zöge es hundert pro vor, stattdessen fotografisch beim sagen wir mal versuchten Erweitern des Ziegengenpools abgebildet zu werden. Ganz klar ausgedrückt: bevor der stadtbekannte XXXXX XXXXXXXX oder gar einer der zahllosen XXXXXXX wie XXX XXXXX oder die werte Frau XXXXX XXX es ertrügen, in einem solchen Text wie diesem wahrheitsgemäß als XXXXXXXXXXXXXX oder XXXXXXXX bezeichnet zu werden – ach, was sag ich bezeichnet, ich meine natürlich XXXXXXXXXX – da würden die doch eher mit dem XXXXX voraus in den von der Firma XXXXXXXXXXX illegal verdreckten XXXXXXXX springen. Und ehe das Amt für XXXXXXXX, das ja bekannt ist für seinen XXXXXXX Charakter, sich trauen würde, gegen die Aufdeckung der von höchster Stelle abgesegneten, ja gar unter Andro- hung von XXXXX und empfindlichen XXXXXXXXX befohlenen Praktiken in Sachen XXXXXXXXX, die würden doch nie bzw. sie könnten ja gar nicht anders. Oder doch? Natürlich nicht. Fein ist diese Stadt. Bis auf die Tatsache, dass immer wieder Sachen schieflaufen, weil Leute eben auch mal was nicht kapieren, sich überschätzen, böse sind oder einfach am falschen Ort rumstehen. Wie überall. Der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger ist gebürtig aus Fürth, die drei amerikanischen Gayporno-Brüder Shane, Hal und Vince Rockland sind aus Darmstadt. Weiß außerhalb aber auch eher keiner. Dann wird es wohl in Ordnung sein. Wer will denn so berühmt werden, dass irgendwelche Leute in der Geburtsstadt nach einem fragen kommen? Und wenn welche kommen, zahlt es ihnen heim – sagt nix! ◆ Nicolai Köppel denkt sich diese Kolumne »600 Sekunden« nicht aus, sondern lässt sie jedesmal extra passieren. Mehr gibt’s hier: www.nicolaikoeppel.de Raum für Erlebnisse. Willkommen im Audi Forum Neckarsulm. Erfolgreiche Konferenzen, Workshops und Veranstaltungen hängen von vielen Faktoren ab: einer attraktiven Location mit flexiblen Raumkonzepten, einem professionellen Rundum-Service und einem faszinierenden Rahmenprogramm mit einem Blick hinter die Kulissen der modernen Automobilproduktion. Tauchen Sie ein in die Faszination der Marke Audi. Das Audi Forum Neckarsulm bietet diesen besonderen Raum für Ihre individuellen Wünsche. Mehr Informationen erhalten Sie unter www.audi.de/foren

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JULIE BYNUM aus Heilbronn lebt von ihrem Hobby. »Wer seinen Beruf liebt, muss nie arbeiten«, erklärt die 34-jährige selbständige Stylistin im Sinne Konfuzius’. Ihre Welt beschreibt sie als farbenfroh, durch ihre wechselnden Haarfarben und Frisuren, schillernden Schminkpaletten, ihre Liebe zu verspielten Accessoires und für Partner Sven, aber auch durch ihre Heiterkeit, ihre kreative und musikalische Familie, ihren bunten Freundeskreis sowie eine große Portion Groove. Von Maria Maroge, Fotos: Meli Dikta Menschen schön und glücklich machen BERUF: Friseurmeisterin JAHRGANG: 1982 BERUFUNG: Frohnatur Was tut man, wenn man als Friseurin eine Haarfarbe- Allergie hat? Seinen Meister erst recht abschließen! Julie Bynum lässt sich die Freude an ihrem Beruf nicht nehmen – und trägt eben Handschuhe. »Ich mache jeden Tag ein paar Menschen glücklich und ein wenig schöner.« Im Heilbronner Salon Wellness for your Hair von Freundin Mona Hofmann mietete sie sich vor zwei Jahren einen Stuhl und frönt seither ihrer Leidenschaft: Die Köpfe und Welt etwas bunter gestalten, mit ihrem Kichern anstecken und dabei die Hüften zu gutem Funk und Soul schwingen. Musik ist seit ihrer Geburt immer dabei. Der Vater ist Amerikaner aus Washington, D. C. und legte den Kindern Groove und Kreativität in die Wiege. »Als er meine Mutter damals in der Laube kennenlernte, war sie Pazifistin und Hippie und er in der Army«, erzählt Julie vergnügt. Die Mutter überzeugte ihn, früh auszutreten. Drei Kinder und zwei Enkelkinder sind das Ergebnis. Beide Elternteile arbeiten heute im sozialen Bereich. Julie, in Schwäbisch Hall geboren und in Gellmersbach und Weinsberg aufgewachsen, ist die Älteste der Geschwister. Sie machte ihre Friseurlehre in Heilbronn, ihren Meister in Heidelberg und arbeitete in Köln und Stuttgart, bevor sie sich in Heilbronn selbständig machte. Ihre Schwester Jocelyn ist Modedesignerin und zweifache Mutter. Und dann gibt es noch den Jüngsten, Bruder Calvin, der beruflich malt, zeichnet und singt. Durch die Teilnahme an der Casting-TV-Show Voice of Germany vor zwei Jahren erlangte er als Sänger Bekanntheit über die Käthchenstadt hinaus. »Ich bin ein großer Fan seiner Stimme«, erklärt die 34-jährige Schwester stolz, die ihn immerhin bis ins Halbfinale begleitete. Kürzlich tourte er mit Sido und Cassandra Steen. Im Rhythmus der Musik fügt sich Julies Leben. So lernte sie vor knapp drei Jahren auch Sven kennen, der nebenberuflich als DJ auflegt. »Er schwäbelte so sympathisch«, erinnert sich Julie. »Als er mir eine Platte der Dazz-Band schickte, ohne zu wissen, dass es meine Lieblingsband ist, wusste ich: Das ist mein Mann!« Seither sind sie ein Paar und bereisen in ihrer freien Zeit gern die Welt, besuchen Konzerte, Festivals, Partys. So verwundert es nicht, dass sie ein dicker Schmöker zum Thema »Funk« in der Handtasche begleitet. Ihr Interesse ist, mehr als nur gute Vibes zu hören und leidenschaftlich gern dazu zu tanzen. »Musik prägt mein Leben, darum will ich auch die geschichtlichen Hintergründe kennen!« Mindestens ein Souvenir wird bei jeder Reise mitgenommen, ob das Parfum aus New York – »wenn ich den auftrage, denke ich an meine Zeit dort«, die »love«-Handyschale aus London – »damit ich immer die Liebe bei mir trage« oder die Spiegelohrringe vom Afro Punk Festival – »ich trage einen ganzen Kontinent am Ohr«. Ein besonderes Faible habe sie außerdem für Sonnenbrillen, Tattoos – sie hat mehr als ein halbes Dutzend – und Schokolade – »ich bin Schokoholic!«. Sie kichert, wippt hin und her, scherzt, auch über sich selbst. »Ich lache gern und laut und stecke gern andere mit guter Laune an!« ◆ TASCHENKONTROLLE Hanix Nr. 46

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Hanix Nr. 46 JULIE BYNUM LEERT IHRE HANDTASCHE

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CHRISTOPHER BOLLMANN wohnt inmitten der Heilbronner Innenstadt. Nichtsdestotrotz baut er auf die Natur, badet in ihrer Vielfalt und holt sie sich nach Hause. Der Marketingexperte war jahrelang für Diginights tätig, nun wechselt er zum neuen Jahr zur Buga2019. Interview: Sarah Baudenbacher, Fotos: Meli Dikta Hanix Nr. 46 Das geistige Barfußlaufen Hanix: Irgendetwas sagt mir, wir sind deinem Lieblingsding ganz nah. Was ist es? Christopher Bollmann: Der ganze Balkon. Es gibt hier nicht ein Ding, über das ich sage, das hab ich am liebsten. Es ist eine Zusammenstellung aus Sachen, mit denen ich etwas verbinde oder die mir geschenkt wurden. Eine Erbstückpalme von meiner Oma, Wildrucola aus dem Garten meines Vaters und ganz viel, was sich einfach »selbst sät« und man auch essen kann. Was macht ihn für dich so einzigartig? Ich denke, weil es eine Mischung ist, zwischen geplant und einfach mal lassen. Ich hol mir die Natur einfach zu MEIN LIEBLINGSDING

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NAME: Christopher Bollmann ALTER: 29 BERUF: Marketing Diginights, bald bei BUGA BERUFUNG: Menschen bewegen WÜRDE SEIN LIEBLINGSDING TAUSCHEN GEGEN: Ein altes Gewächshaus mit Steinwänden und einem Glasdach Hanix Nr. 46 mir nach Hause. Weil ich leider nicht immer die Zeit hab rauszufahren. Für mich ist es ein großer Ausgleich Zeit auf meinem Balkon zu verbringen, aufgrund dessen, weil ich durch meine Arbeit so durchdigitalisiert bin. Wenn ich dann hier am Rumpflanzen bin, ist es für mich wie das »geistige Barfusslaufen«. Ich hab hier auch nicht alles im Griff, vieles kann man einfach nicht kontrollieren. Hier gibt es vieles, was ich nie angepflanzt habe und das wächst dann einfach so raus. Zum Beispiel diese drei Paprikapflanzen, das hab ich nicht gepflanzt. Oder die verschiedenen Tomaten. Das wächst hier einfach mal so los. Für mich ist die Nachhaltigkeit wichtig. Woher hast du den grünen Daumen? Ich glaube das kommt so ein bischen von meinem Vater. Ich bin auf einem relativ großen Grundstück aufgewachsen, auf dem er viele unterschiedliche Pflanzen und Bäume angepflanzt hat. Also alles, was er irgendwie finden konnte oder irgendwo im Wald gesehen hat, hat er angepflanzt. Diese Lust auf Vielfältigkeit ... ich glaube, dass habe ich von ihm übernommen. Welche Erinnerungen verbindest du mit diesem Platz? Gibt es welche, die dir besonders im Kopf geblieben sind? Keine Bestimmten. Kochen und Essen mit Freunden. Dafür ist das hier eigentlich auch da. Dass man eben nicht immer ins Restaurant laufen muss, um es schön zu haben. Ich drücke dir 1000 Nachos in die Hand. Was stellst du damit, in Bezug auf deine grüne Oase an? Mit 1.000 Euro würde ich wahrscheinlich den Boden neu machen, weil der so schneckenfreundlich ist. Die Schnecken fühlen sich auf dem Holzboden einfach total wohl. Oder ich würde einfach Hochbeete bauen und da noch mehr Essen anpflanzen. Wieviel Zeit verbringst du hier? Viel zu wenig. ◆ CHRISTOPHER BOLLMANN

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Was kostet nicht viel, lässt sich innerhalb eines Tages in der Region erledigen und bringt im besten Fall auch noch Spaß? In jeder Ausgabe begeben wir uns auf die Suche nach ebensolchen Aktivitäten, die man in und um Heilbronn erleben kann. Ein Abenteuer um die Ecke eben. Diesmal: Französisch Kochen und Schlemmen im vom Guide Michelin ausgezeichneten »La petite Provence« in Böckingen. Von Friedemann Orths Fotos: Ulla Kühnle Das Hanix »Abenteuer um die Ecke« wird präsentiert von Hanix Nr. 46 Kochkurs im »Rebstock« Böckingen Als feststand, dass das Abenteuer um die Ecke dieses Mal der Besuch eines Kochkurses sein würde, bekam ich es doch etwas mit der Angst zu tun. Schließlich koche ich selbst eher wenig und beschränke mich auf Klassiker wie Nudeln mit verschiedenen Soßenvarianten oder diverse Tiefkühlgerichte. Immerhin wurde ich von meinen Eltern dazu erzogen, keine Maggi-Mischungen zu verwenden und da mein Vater ein absoluter Fan der französischen Küche ist, weiß ich zumindest in der Theorie, wie »gutes« Essen schmecken sollte. Natürlich kommt für ein Abenteuer um die Ecke auch kein herkömmlicher Kochkurs infrage, es sollte schon etwas Besonderes sein. Und dieses Besondere ist das Restaurant »Rebstock la petite Provence« in Böckingen. Hier führt Inhaber und Exilfranzose Dominique Champroux gemeinsam mit seiner Frau Beate ein wunderbar familiäres, französisches Restaurant. Treffpunkt ist samstagnachmittags im gemütlichen Hinterhof des Restaurants, wo der Gastgeber schon zwei große Tische mit unzähligen Kräutern dekoriert hat. Das Vier-Gänge-Menü, das ich gemeinsam mit den anderen Teilnehmern kochen werde, dreht sich nämlich voll und ganz um provenzalische Kräuter. Doch bevor es an die Arbeit geht, serviert der sympathische Dominique selbstgebackene Brownies und Kaffee, was einen direkt in den Siebten Himmel aufsteigen lässt. Auf Nachfrage stellt sich jedoch heraus, dass die Backwaren nicht der Chef, sondern seine Frau gebacken hat. Alleine hierfür hätte ich schon einen Stern vergeben! Während des Kaffeetrinkens lernt man die anderen Teilnehmer kennen und der Koch erklärt den Ablauf des Kurses. Dabei merkt man schnell, dass keinerlei Stress während des Kurses aufkommen wird, die Atmosphäre ist angenehm entspannt. Gekocht wird ein Menü, dessen Vorspeise aus geschmortem Schweinebauch, pochiertem Ei und flüssigem Kräutersalat besteht. Danach erwartet uns ein Jakobsmuschel-Tartar mit Zitronengras und Ingwer, Kalbshüfte mit Thymian-Parmesanmilch und Pfifferlingfondue mit Kartoffeln; als Nachtisch gibt es pochierte Karotten mit Schokoladenerde und Lorbeer-Eis. Haben sich alle kennengelernt, geht es endlich ans Werk. Zuerst werden die Kräuter geschnitten und der Schweinebauch für den Ofen vorbereitet. Aufgaben, die man selbst mit wenig Küchenerfahrung erledigen kann. Zu meinem Glück darf ich Kartoffeln kochen; auch eine Aufgabe, der ich voll ABENTEUER UM DIE ECKE

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und ganz gewachsen bin. So wird jedem Teilnehmer ein Auftrag, z. B. Pfifferlinge putzen, zugeteilt und Dominique sieht nach dem Rechten und steht mit Rat und Tat zur Seite. Wirklich bewundernswert ist, dass der Koch einfach alles zu wissen scheint und mit welcher Leichtigkeit er in seiner Küche arbeitet. Er hat jedes Rezept im Kopf und weiß alle Mengenangaben und Garzeiten auswendig, und das alles, während er an drei »Baustellen« gleichzeitig arbeitet und überfordert wirkende Teilnehmer, wie mich, beruhigen muss. Dominique ist so ein Profi, dass man sich aber jederzeit gut aufgehoben fühlt und einfach gar nichts schiefgehen kann. Nachdem der Schweinebauch im Ofen ist und dort zwei Stunden gart, werden die Karotten für den Nachtisch in Orangensaft geschmort. Dasselbe geschieht mit der Kalbshüfte, die in bestem Olivenöl und den frischen Kräutern und Gewürzen badet. Während des Werkelns in der Küche merkt man gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht, denn schon ist es Zeit zum Anrichten und für die Vorspeise. Wie erwartet, ist jeder Gang ein absolutes Gedicht: Der flüssige Kräutersalat, den man aus einem Glas per Strohhalm trinkt, ist eine echte Überraschung, genauso wie das Muscheltartar, das einem auf der Zunge zergeht. Jede einzelne Zutat kann man herausschmecken, hier merkt man, wie interessant das Kochen mit Kräutern ist und wie raffiniert diese ein Menü verfeinern können. Das spürt man natürlich ganz besonders am Lorbeer-Eis, bei dessen Genuss man nie auf die Idee käme, dass diese ungewöhnliche Kombination unpassend sein könnte. Mein persönlicher Favorit war jedoch die superzarte, rosafarbene Kalbshüfte, die bei zweistündigem Schmoren im Olivenöl und den Kräutern einfach nur perfekt KOCHKURS gelungen ist. Zu jedem Gang präsentiert Dominique den passenden Wein, der natürlich auch aus der Provence stammt. Nach dem Essen wird noch gemeinsam die Küche gesäubert, bevor man den Abend mit einem weiteren Glas Wein ausklingen lässt. Fazit: Gerade für Hobbyköche ist ein Kochkurs im »Rebstock« interessant, kann man doch direkt von einem wahren Profi am Herd lernen und ihm über die Schulter schauen. Aber auch Gelegenheitsköche finden bei Dominique jede Menge Spaß und vor allem eines: ein unglaubliches Menü. Und das Schönste daran fasst der Koch selbst zusammen: »Ein Kochkurs im Rebstock ist weniger ein Kurs als ein gemeinsamer Nachmittag mit Freunden, gutem Essen und gutem Wein.« ◆ SCHWIERIGKEITSGRAD: einfach bis mittel DAUER: insgesamt etwa 8 Stunden ORT: Restaurant »La petite Provence« Eppinger Straße 43 74080 Heilbronn AUSRÜSTUNG: keine KOSTEN: 95 Euro pro Person TIPP: weitere Infos: www.rebstock-provence.de

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Dieser Text beginnt mit einer Warnung: Nicht weiterlesen, wenn Sie nicht grün werden wollen vor Neid oder wenn Sie ein Feigling sind! Wenn Sie sich Ihre schöne Vorweihnachtslaune nicht trüben lassen möchten, wenn Sie lieber feiern und feuern als teilen und teilnehmen, wenn Sie nach dem Motto leben »Hauptsache mir gehts gut!« Doch wenn Sie – oder Du – um die dreißig bist, kannst Du dem Augenblick der Wahrheit jetzt ausweichen, ihm aber auf die Dauer nicht entgehen: Du wirst mit einiger Wahrscheinlichkeit zu den Armen von morgen gehören – es sei denn Du bist reich geboren oder reich geworden – wie auch immer! Wenn Du vorm Tafelladen einen armen Alten siehst, blickst Du auch in Deine Zukunft. Selbst wenn es Dir jetzt gut geht, kannst Du Dich nicht sicher fühlen, denn die Schere zwischen Arm und Reich in unserem reichen Land mit den vielen Armen geht immer weiter auf. Das muss nicht in einem Bürgerkrieg enden, aber ganz ausgeschlossen ist es auch nicht. Von Brigitte Fritz-Kador, Fotos: Meli Dikta Arm und Reich in Heilbronn POLITIK & GESELLSCHAFT Hanix Nr. 46

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Hanix Nr. 46 Als Willy Brandt 1969 Bundeskanzler wurde, benutzte er in seiner Antrittsrede das Wort »compassion«. Kaum einer konnte damals etwas damit anfangen. Heute sagt man Empathie dazu, das Wort ist in aller Munde, aber besser geworden ist dadurch nichts. »Wo sind die Jungen geblieben«, fragt Silke Ortwein vom DGB Heilbronn am Aktionstag zu dem Wortungetüm »Lebensstandardsichernde Rente« auf dem Kiliansplatz. Sie will den Blick schärfen für die immer größer werdende Problematik der Altersarmut. Vor Ortweins Mikro steht eine sehr überschaubare Ansammlung von Menschen, die meisten sichtbar im Rentenalter. Jene, um deren Probleme es geht, hasten vorbei, manche grinsen. Shoppen ist schöner als sich über »Rentenmärchen« aufklären zu lassen. Szenewechsel: 17. Oktober, der »Tag der Armut«. Rund 50 Menschen versammeln sich an einem regnerischen Herbstabend auf dem Heilbronner Hauptfriedhof. Sie gehören zum »Arbeitskreis Armenbegräbnis«, den es seit 2008 in Heilbronn gibt. Den ganzen Hauptweg hinauf und dann bis zum Grabmal Sperling haben sie rote Grablichter aufgestellt. Es ist eine feierliche Stimmung. Prälat Harald Stumpf und Pfarrer Roland Rossnagel von St. Peter und Paul halten eine Andacht, es spricht auch Alexandra Gutmann für die Diakonie und Bürgermeisterin Agnes Christner für die Stadt. Am Ende der von festlichen Posaunenklängen begleiteten Andacht zünden alle Teilnehmer ein Licht an. Es regnet und es ist dunkel, aber hier leuchtet auch etwas – nämlich ein Beispiel. In Heilbronn wird niemand »verscharrt« nur, weil er arm ist oder obdachlos. Alexandra Gutmann erinnert daran, dass gerade unter ihnen viele sind, die leiden, wenn ein Kumpel ohne Abschied geht, sie haben dann auch ihr eigenes Los vor Augen. Der Prälat sagt es anders: »Wer die Toten ehrt, der ehrt auch die Lebenden.« Die Würde und die Stärke einer Stadt zeige sich auch darin, wie sie mit ihren schwächsten Bürgerinnen und Bürgern umgehe. Roland Rossnagel erinnert daran: »Wir vergessen, dass wir Verantwortung für einander haben, dass Eigentum verpflichtet, dass kein Mensch allein leben und glücklich sein kann!« In Heilbronn finden jedes Jahr 35 bis 40 solcher Armenbegräbnisse statt. Wer um das Grabmal Sperling einen Zirkelkreis von vielleicht 200 Metern Durchmesser schlagen würde, erfasste hier im Osten der Stadt auch einen großen Teil ihrer Reichsten. Arme haben keine Wahl, Reiche schon. Schnell ist das Wort »asozial« auf der Zunge, wenn man Bettlern oder Obdachlosen in Heilbronn begegnet. Aber mal nachgedacht: wer ist wirklich asozial? Derjenige, der seine Kuscheltiere im Einkaufswagen mitschleppt und vor der Stadtgalerie sein Lager aufgeschlagen hat – oder derjenige, der in der Tiefgarage darunter sein Mercedes-Coupé so abstellt, dass er zwei Parkplätze belegt, einem anderen den Platz wegnimmt und nur für einen bezahlt? Das sind die Augenblicke in denen man sich »die Macht der Watsche zur rechten Zeit« zurückwünscht. Beim Armsein und beim Reichsein noch mehr kommt es immer auf das »Wie« an. Arme haben keine Wahl, Reiche schon. Als sich der Künzelsauer Schraubenkönig Reinhold Würth seine Luxus-Yacht »Vibrant Curiosity« leistete, galt die heftige Empörung darüber weniger ARM UND REICH IN HEILBRONN point of view – Aston by Kasthall Genuss aus alter Zeit Bild: Original Postkarte Marktplatz Heilbronn, 1906 www.Jubelbrand.de

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der Tatsache des »Dass« sondern dem »Wie«. Der Zeitpunkt war falsch. Würth hatte die Yacht im Frühjahr 2009 eingeweiht, als er seinen Mitarbeitern Kurzarbeit und Lohnkürzungen verordnet hatte. Wie sehr eine solche Yacht (un)glücklich machen kann, hat er dann freimütig dem Handelsblatt erzählt: Als er mit seiner Frau in den norwegischen Fjorden unterwegs war, hätten sich Dramen an Deck abgespielt: »Carmen, schau mal, diese wunderbare Landschaft!« habe er morgens zu ihr gesagt. Ihre Antwort: »Jetzt seh’ ich schon seit vierzehn Tagen nichts anderes als die blöden Buckel.« Kommen wir dahin, wo man Arme trifft, nicht in den Fjorden Norwegens, sondern in den Schluchten der Stadt, zum Beispiel in der Cäcilienstraße, in einem der Tafelläden des Kreisdiakonieverbandes. Seit einiger Zeit befindet sich der Zugang dazu hinter Holzgittern, so werden die Schlangen davor nicht sichtbar, die Menschen darin »nicht ausgestellt«, die in der Nachbarschaft nicht gerade wohlgelitten sind. Die Tafel des Heilbronner Kreisdiakonieverbandes hat 14 Ausgabestellen und Läden. Neben zwei Festangestellten arbeiten hier 35 ehrenamtliche Helfer, die etwa 10.000 bis 12.000 Menschen versorgen. Ein Anstieg um 20 Prozent ließ sich mit den ankommenden Flüchtlingen feststellen. Die gespendeten Lebensmittel reichen nicht mehr aus, oft muss reguläre Ware hinzugekauft werden, um sie zum Tafelpreis weiter zu geben. In der Cäcilienstraße leitet Andreas Carl seit fünf Jahren den Laden. Ganz offensichtlich gerne. Carl ist von solcher Statur, dass man sich mit ihm nicht anlegen möchte – und das ist in diesem Fall gut so. Denn »Verteilungskämpfe« gibt es auch hier immer wieder. Frischeprodukte wie z. B. Milch und Butter sind oft rar. Aber dann gibt es auch dies, wie er erzählt: Frauen, die im Range Rover vorfahren und den Kofferraum voll Butterpäckchen haben, weil sie gerade sowieso einkaufen waren. Manche rufen auch vorher an und fragen, woran es fehlt. »Glück« bedeutet es, wenn z. B. ein großer Kaffeeröster einen Eisenbahnwaggon voll Kaffee stiftet, was dann an alle Tafelläden verteilt wird. Die ausrangierten Einkaufwagen, die hier noch ihren Dienst tun, tragen das Lidl-Logo. Lidl ist einer der verlässlichen Spender, erzählt Carl, so wie auch Rewe, Edeka oder die Bäckerei Härdtner. Um im Tafelladen einzukaufen, braucht man einen Ausweis. Den bekommen alle Bezieher der sog. Grundsicherung. Auch hier haben die Dinge einen Preis: Der Joghurt kostet zehn, das halbe Pfund Butter 60 Cent. Der Tagessatz für die Ernährung eines Kindes von Hartz IV-Beziehern liegt bei ca. 2,90 Euro: Um ein Kind »anständig« zu ernähren, wurde dazu errechnet, bräuchte es wenigstens das Doppelte. Für 2,90 Euro bekommt man zwei Kugeln Eis. Die kann auch eine alleinerziehende Mutter, die für 1000 Euro netto einen Monat lang an der Supermarktkasse Waren über den Scanner zieht, nicht locker ausgeben. Wie »gut«, dass sie vermutlich auch nicht die fast 40 Euro pro Monat für ein Zeitungsabo übrig hat, so muss sie auch nicht lesen, dass Heilbronn, gemessen am Durchschnittseinkommen, die reichste Stadt Deutschlands ist. Rein statistisch! Im Rathaus verweist man vielmehr auf eine erhebliche Ungleichheit in Heilbronn, wenn man die Verteilung der Einkünfte auf die einzelnen Größenklassen in der Lohn- und Einkommensteuerstatistik betrachtet: In Heilbronn entfallen auf die 38 Einkommensmillionäre (Definition: Einkünfte ab einer Million Euro und mehr) 43,3 Prozent aller Einkünfte – im Landesdurchschnitt sind es dagegen nur 4,1 Prozent der Einkünfte, die auf diese Größenklasse entfallen! Im bundesweiten Ranking sieht es so aus: Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte je Einwohner: Stadtkreis Heilbronn 41.707 Euro, Landkreis Starnberg 34.915 Euro, Landkreis München 29.954 Euro, Hochtaunuskreis 29.288 Euro und Stadtkreis Baden-Baden 29.043 Euro. Nimmt man die Einkünfte des allseits bekannten Heilbronner Milliardärs aus der Statistik heraus, zeigt Heilbronn das ganz normale Bild einer Stadt, mit reichen und armen Menschen und sehr vielen dazwischen, denen es gut geht, was schon die Kaufkraftanalyse belegt. Wen wundert das auch: Seit drei Jahren sind die vierteljährlichen Konjunkturberichte der IHK immer nur positiv und noch positiver ausgefallen. Was haben allein »Audianer« an Jahresprämien erhalten! Und dennoch geht in Heilbronn die Schere zehn Mal weiter auf als sonst im Land! Hier liegt der Anteil am Gesamtbetrag der Einkünfte in allen anderen Größenklassen/Einkommen unter einer Million weit unter dem Landesdurchschnitt! Eine jüngere Statistik dazu als die von 2010 gibt es nicht. Mit der Einführung des Mindestlohns dürfte sich das gebessert haben, aber dass in Heilbronn die Zahl der Geringverdiener so hoch war und ist, als befände man sich noch in frühkapitalistischen Ausbeuterzeiten, das muss doch zu denken geben? Hanix Nr. 46 Oben: Gefüllte Regale im Tafel-Laden in der Cäcilienstraße. 28 Unten: Leitet seit fünf Jahren den Tafel-Laden: Andreas Carl POLITIK & GESELLSCHAFT

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Das ist die andere Seite von Heilbronn, nämlich dass es viele Menschen hier gibt, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind: »Man muss weit gehen, um Vergleichbares zu finden!« Mit der Einführung des Arbeitslosengeldes II spricht man offiziell nicht mehr von »Sozialhilfe«, sondern lieber von HLU-Empfängern. Diese »Hilfe zum Lebensunterhalt« bildet neben dem Arbeitslosengeld II und der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung die unterste Ebene im Netz der sozialen Sicherung. Die Zahl der HLU-Empfänger in Heilbronn betrug 2010 noch 82, sie hat sich stetig erhöht auf 115 im letzten Jahr: Ist das wenig? Dann betrachte man auch noch die »HzP«-Zahlen, hinter denen die Menschen stehen, die im Alter zu Hause oder in Heimen weder ausreichend gepflegt noch versorgt werden könnten, weil ihre Rente dafür nicht reicht: 2010 waren dies 751 Mitbürger, im Jahr 2015 dann 787 – also Einzelschicksale: Weggucken, wegducken? Bürgermeisterin Agnes Christner sagt: »In Heilbronn muss niemand verhungern!« Das gilt ja für das ganze Land. Aber anders als in manch anderen Kommunen gebe es hier eine gute Durchmischung der Bevölkerung. Auch wenn Einzelfälle von Reichtum immer wieder im Fokus stehen, geprotzt wird in Heilbronn eher weniger. Dennoch: wenn Otto Rettenmaier zu seinem 90. Geburtstag ein Feuerwerk entzündet, das ganz Heilbronn erhellt, flammt Neid auf. Es ist ein Neid im Mantel moralischer Entrüstung und darum zu vernachlässigen. Christner, die vor zwei Jahren nach Heilbronn kam und nun den größten Etat – eben wegen der ständig steigenden Sozialausgaben – innerhalb der Dezernate verwaltet, hat den Blick von außen noch nicht abgelegt. Sie sieht, wo immer noch die sozialen Bezüge fehlen, dass nicht alle aufgefangen werden, dass man immer noch mehr niedrigschwellige Angebote machen und Kontakt zu den Hilfssystemen halten muss: »Wir arbeiten an vielen Systemen für den Weg zurück« sagt sie, also den, der zurück in die Gesellschaft führt und zu einer gewissen Stabilität, weil so viele der Betroffenen oft nicht fähig, manchmal auch nicht mehr willens sind, ihr ganzes Leben zu ändern. Es geht dabei auch um Kinder, für die die Sozialsysteme für die tägliche Versorgung ausreichen, oft aber nicht mehr, um aus einer familiär bedingten Spirale von Armut und Abhängigkeit herauszukommen. Diese Kinder brauchen mehr als andere Bildung, angefangen bei Plätzen in den Kitas bis hin zu Ganztagsschulen wegen der oft alleinerziehenden Mütter. Hier habe sich das ganze System schon ausdifferenziert sagt die Bürgermeisterin unter Verweis auf die längst bundesweit sprichwörtlich hohen Aufwendungen Heilbronns auf diesem Gebiet. Agnes Christner kann auf zahlreiche Stiftungen in Heilbronn verweisen, die einspringen, wenn Kindern aus den sog. »bildungsfernen Schichten« Zugänge zu mehr Bildung, z. B. Musikunterricht, ermöglicht werden. Das ist die andere Seite von Heilbronn, nämlich dass es laut Christner eben viele Menschen hier gibt, die sich ihrer Verantwortung Die Wiedereinstiegs-Beratung der Bundesagentur für Arbeit. Starten Sie jetzt und erfahren Sie alles darüber, wie Sie Familie und Beruf vereinbaren können und was Sie weiterbringt. Denn Ihr Know-how als Fachkraft ist auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Informieren Sie sich jetzt unter www.dasbringtmichweiter.de

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bewusst sind: »Man muss weit gehen, um Vergleichbares zu finden!« sagt sie. Es gebe da einen Grundkonsens in Heilbronn, der sie sehr beeindruckt habe. Peinlich, ja geradezu obszön wirkt der Protz der sattsam fernseh-bekannten Autohändler-Familie aus Heilbronn, die sich beim Geldausgeben filmen lässt. Ein kluger Beobachter von Semi-Reichen dieser Strickart hat mal gesagt: »Reichtum muss man leben können!« Wie das geht, dafür hat man gerade in Heilbronn die besten und wohl auch manche der schlechtesten Beispiele vor Augen. Es entspricht mehr dem schwäbischen Understatement, Reichtum nicht vorzuführen. Wenn aber Bescheidenheit bis zum Exzess zelebriert wird, kommt das eher wie die höchste Form der Eitelkeit rüber. Früher schickten reiche Heilbonner gerne den Chauffeur nach Stuttgart um Frühkartoffeln zu kaufen, damit niemand mitbekäme, welchen Luxus sie sich leisteten. Was so sexy ist am Reichtum ist ja nicht die Möglichkeit, sich alles leisten zu können, da ist man schnell drüber, sondern die Macht, die Reichtum verleiht. Es ist auch die Macht, Gutes zu tun, was immer man darunter versteht oder es zu unterlassen, was auch ein Segen sein kann. Wer die Fabrikantenvillen aus den Heilbronner Gründerjahren der vorletzten Jahrhundertwende vor Augen hat, findet hier einen Reichtum vor, der auch einen Gestaltungswillen hatte, der sich einer bestimmten Ästhetik und einem Stadtbild verpflichtet sah. Sieht man heute die Häuser an, die sich Reiche in Heilbronn derzeit hinstellen, dann muss man bei etlichen von ihnen sagen: »Scho alles g’schwätzt!« Stilbildend ist da kaum mal etwas, überlebensfähig bis ins nächste Jahrhundert auch nicht, manches davon schlicht eine Frechheit. Was die Reichen von einst auch an ihre Häuser und Villen »rangeklotzt« hatten, es fand auch seine Entsprechung im sozialen Bereich. Dass die Familie Münzing ihre Villa in der Bahnhofstraße im Ersten Weltkrieg für ein Lazarett räumte, hatte nicht nur mit Patriotismus zu tun. Diese schreckliche Epoche ist sowieso ein wunderbares Beispiel dafür, wie gerade reiche Frauen ihr angeblich so unnützes Gartenlauben-Dasein abstreiften und dabei kreative Ideen und soziale Energien entwickelten. Dafür stehen Namen wie Johanna Bruckmann, Elly Heuss-Knapp, Johanna Rümelin, Antonie Reibel usw. Man muss Annette Geisler vom Stadtarchiv nur anstupfen, und schon sprudelt ein schier endloser Strom an solchen Beispielen. Und heute? Renate Brüggemann, mit einem erfolgreichen Unternehmer einer Heilbronner Traditionsfirma verheiratet, zitiert ihren Mann mit dem saloppen Satz »Solange Du mich damit nicht ruinierst!«, wenn sie ihrer Leidenschaft nachgeht, historische Gebäude in der Region zu erwerben und zu restaurieren, denkmalgerecht, mit den besten Leuten wie dem Dombaumeister des Ulmer Münsters. Erst im letzten Sommer ist so aus dem »Gemminger Hof« in Bad Wimpfen wieder ein Schmuckstück geworden, belohnt mit der Entdeckung des ältesten Brunnens der Stadt. Über zwanzig Jahre hat die Stadt Lauffen darum gekämpft, das Wohnhaus der Familie Hölderlin zu erwerben und sich dabei nicht übers Ohr hauen zu lassen. Dem Unternehmer Karl Heinz Schunk gelang es schließlich, die Immobilie zu erwerben, um sie der Stadt zu schenken. So kann man Reichtum auch leben, bis hin in den Bereich wo es dann auch um Leben und Tod geht: die Stiftung »Große Hilfe für kleine Helden« von Ralf Klenk, die dabei hilft, kranke Kinder und ihre Familien optimal medizinisch wie auch psychosozial zu betreuen, tut das in einer Weise, wie es das in Deutschland kaum gibt. In vielen Stufen erwuchs bei der Aufbaugilde bis heute eine Art »Hilfskonzern« mit einem »Dienstleistungsspektrum« von der Obdachlosenhilfe bis hin zu Bildungsangeboten. Es kommt eben auch sehr darauf an, wie Arm und Reich miteinander leben. Wie man damit lebt und gleichzeitig das Primat Hanix Nr. 46 Puppen im Second-Hand-Center der 30 Aufbaugilde Heilbronn. ARM UND REICH IN HEILBRONN

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der Menschenwürde nicht zum Lippenbekenntnis verkommen lässt, das zeigt die Aufbaugilde unter dem Dach des Kreisdiakonieverbandes als eines der ältesten und bestfunktionierenden Hilfswerke in Heilbronn. In vielen Stufen erwuchs bis heute eine Art »Hilfskonzern« mit einem »Dienstleistungsspektrum« von der Obdachlosenhilfe bis hin zu Bildungsangeboten und auch Angeboten an die Gesellschaft zum beiderseitigen Nutzen, z. B. bei Wohnungsauflösungen bis hin zur Schaffung »eigener Arbeitsplätze« wie im Gildekaufhaus. Vorher in einem Kuhstall in Frankenbach untergebracht, bietet das Second-Hand-Kaufhaus der Aufbaugilde auf 6000 m 2 in einem ehemaligen Großhandelsmarkt an der Austraße mit täglich über 400 zahlenden Kunden auch Arbeitsplätze für die eigene Klientel. Hier kann man alles erwerben, was »Reiche« nicht mehr brauchen: Möbel, Hausrat, Kinderwägen, Spielzeug, Kleider. Wer das »Geschäftstreiben« auch nur eine halbe Stunde beobachtet, kann nur in Demut von dannen ziehen, vorausgesetzt, er hat Augen im Kopf und ein Herz in der Brust. Geschäftsführer Hannes Finkbeiner sagt, es gibt keine »illegalen« Menschen, aber es gibt von der Gesellschaft illegalisierte Menschen. Hier nicht den Mut und die Motivation zu verlieren, ist schon bewundernswert. Denn er und seine Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer haben es mit jenen zu tun, denen man immer wieder im neuen Anlauf dabei hilft, eine Wohnung zu finden, sie in die Schuldnerberatung schickt, für eine Krankenversicherung sorgt – und sich vor allem derer annimmt, die ganz ausgestiegen sind, z. B. jene Obdachlose, denen man nicht mehr viel mehr als einen Erfrierungsschutz im Winter bieten kann. Das dafür vorgesehene Haus am Rande der Buga soll abgerissen werden. Seit Jahren sucht Finkbeiner, u.a. unterstützt von Architekt Adolf Herzog, nach einer neuen, geeigneten Bleibe. Niemand will diese Menschen in seiner Nähe haben. Agnes Christner hat nun das Wort gegeben: Das Haus bleibt stehen bis Ersatz gefunden ist. Es ist eine Sisyphos-Arbeit, die die Aufbaugilde und weitere vergleichbare Heilbronner Einrichtungen leisten. Aber in dem Sinne, wie es Albert Camus beschrieb: »Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen!« Sozialverhalten und Kultur – es ist eine schöne Kombination. Reiche wissen nicht oder müssen daran zweifeln, ob man sie um ihrer selbst willen mag, oder wegen ihres Status. Einer armen Maus kann das nicht passieren. Dass Geben seliger ist als Nehmen, gehört zu den Küchenweisheiten, die man eigentlich satt hat. Mehrere amerikanische Studien zeichnen allerdings ein Bild von »den Reichen«, das offenbar allen Klischees entspricht, angefangen damit, dass sie öfter Klopapier klauen. Die Ergebnisse belegen, dass sie häufiger lügen und betrügen, als Menschen mit niedrigerem sozialen Rang, sie nähmen sich im Straßenverkehr die Vorfahrt, würden öfter illegal Software kopieren, zu viel erhaltenes Wechselgeld einbehalten, usw. Als Begründung wird vermutet, dass in diesen DER GEFRAGTE BÜRGER Adventure Company GmbH | Edisonstraße 3 | 74076 Heilbronn | Tel. 07131-87055 www.adco-hn.de

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Schichten »Gier« positiver gesehen wird, als in ärmeren. Autorin Sybille Berg hält dagegen und erinnert daran, was reichen Kindern entgeht, deren Mutter ihnen niemals Kartoffelbrei mit Spinat gekocht hat und denen ein Leben lang diese Erfahrung von Liebe fehle: Sie würden freundschaftlich nur mit Menschen verkehren, die ihre Kontostände nicht mehr im Kopf dividieren könnten. Sie verstünden nicht, »dass es Grenzen gibt, Verlierer, Sauerkraut …« Viel schlimmer: Reiche wissen nicht oder müssen daran zweifeln, ob man sie um ihrer selbst willen mag, oder wegen ihres Status. Einer armen Maus kann das nicht passieren. Ist also Mitleid mit ihnen angesagt? Nur bedingt. Es gibt ja auch das Gegenbild: die Reichen, die nicht als nur Sponsoren, sondern auch als Mäzene auftreten, die um der Sache und nicht um ihrer selbst willen geben. Und die dann erfahren, wie dieses Geben selig machen kann. Auch die gibt es in Heilbronn. Die drei Millionen von Otto Rettenmaier für das Haus der Stadtgeschichte nutzten weder ihm noch seinen Geschäften, machten ihn aber vermutlich glücklich – und die Heilbronner. So glücklich wie Ernst Franz Vogelmann und Ruth Reinwald, die miteinander die Kunst als Leben beherrschten, in dem sie ihre Leben der Kunst und deren Weitergabe widmeten. Für viele Reiche ist es ein Motiv, der Gesellschaft etwas von dem zurückzugeben, was sie in ihr reich werden ließ. Der Fabrikant Vogelmann handelte ganz aus Liebe zu seiner Heimatstadt, wollte sie aus ihrer Mittelmäßigkeit holen. Sein Vermächtnis ist seine Stiftung und der Erwerb einer Beuys-Sammlung für Heilbronn, der mit einer Million Euro gestützte Bau der Kunsthalle Vogelmann, der Ernst-Franz-Vogelmann-Preis für Bildhauerei, inzwischen höchstrenommiert. Seine Lebensgefährtin Ruth Reinwald erzählt, wie glücklich es sie beide gemacht habe, miteinander auf Entdeckungsreise »in die Kunst« zu gehen, dabei zu lernen und dieses Glück auch mit anderen zu teilen. Sie selber hat in Erinnerung an ihren künstlerischen begabten, mit 19 Jahren verstorbenen Sohn die Christoph-Reinwald-Stiftung gegründet, als »Museumspädagogik« noch ein Fremdwort war. Inzwischen hat die Stiftung über 40.000 Kindern zusammen mit den Städtischen Museen den Zugang zum schöpferischen Tun erschlossen, vielen von ihnen wäre dieser schon wegen ihrer sozialen Herkunft verschlossen geblieben. Im Jahr 2015 hat Prof. Dr. med. Gerhard Trabert das »Mainzer Modell der gesundheitlichen Versorgung von wohnungslosen Menschen« ins Leben gerufen. Sein Ziel: keine Nischenmedizin für Arme. Dafür niedrigschwellig medizinische und soziale Hilfe im Rahmen einer ganzheitlichen biopsychosozialen Betreuung, d. h. von der konkreten medizinischen Hilfe bis hin zur Selbsthilfe oder dem, was man heute »Empowerment«-Förderung nennt. Ein dafür von der Aufbaugilde Heilbronn betriebenes Haus in der Wilhelmstraße ist vor einem Jahr bezogen und in Betrieb genommen worden. Die Widerstände der Nachbarschaft sind immer noch spürbar. Das Haus ist eine der Rettungsinseln im Meer der Gleichgültigkeit. Hier herrscht ein Kommen und Gehen. Über 200 Wohnungslose und Hilfsbedürftige haben hier eine »Postanschrift«, bekommen hier ein Bankkonto und etwa 70 von ihnen jeden Tag ein Frühstück für zwei Euro bis hin zu einem warmen Essen am Sonntag. Geradezu spürbar aber ist, wie diese Ärzte den Artikel 1 des Grundgesetzes verinnerlicht haben und danach handeln: »Die Würde des Menschen ist unantastbar!« In einer Nische des Hauses laufen Waschmaschinen, man kann hier auch duschen, bekommt etwas aus der Kleiderkammer, kann sich ohne Konsumverpflichtung aufhalten. Und an jedem Mittwoch ist »Sprechstunde«. In einem neuen Sprechzimmer praktiziert Dr. Thomas Gehrig, Urologe aus Neckarsulm, inzwischen unterstützt von vier weiteren Kollegen. Es kommen zwischen drei und fünfzehn Patienten ohne Krankenversicherung, sie werden medizinisch erstversorgt, wenn notwendig weitergeleitet oder in ein Krankenhaus eingewiesen. Ihr Patientenkreis umfasst mehrere Hundert im Jahr. An einem Oktobervormittag ist noch Dr. Ulrich Barthelmes dabei, Allgemeinmediziner im Ruhestand. Woher nehmen die beiden Ärzte die Motivation dafür, sie könnten in ihrer Freizeit ja auch Golf spielen? Barthelmes sagt, ihm gehe es gut, auch weil es ihm die Gesellschaft ermöglicht habe zu studieren und seinen Beruf auszuüben, davon will er etwas zurück geben. Hanix Nr. 46 Behandeln unversicherte Patienten in der Wilhelmstraße: Dr. med. Ulrich Barthelmes (links) und Dr. med. Thomas Gehrig. POLITIK & GESELLSCHAFT

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Gehrig hatte sein Schlüsselerlebnis, als er bemerkte, dass schon die früher notwendige Praxisgebühr von zehn Euro manchen Patienten einen Arztbesuch verunmöglichte. Der Anfang seiner »Hilfskette« ist oft das Ende einer langen Elendsgeschichte, viele Patienten kommen mit offenen Wunden – vor allem auf der Seele. Auch hier geht es nicht um medizinische Hilfe allein, es ist immer auch Lebenshilfe. Er höre hier viel öfter ein »Danke« sagt er, diese Patienten kämen nicht mit einer Anspruchshaltung, wie er es sonst in seiner Praxis oft erlebe. Die sächliche Arbeit ist spendenfinanziert, ein Sonographie-Gerät und eines für EKGs sollen noch angeschafft werden. Das Goethezitat »Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein« steht groß an der Wand. Geradezu spürbar aber ist, wie die Ärzte den Artikel 1 des Grundgesetzes verinnerlicht haben und danach handeln: »Die Würde des Menschen ist unantastbar!« Und dann erzählt Barthelmes noch den Fall eines Mannes, der erst seine Arbeit, dann seine Frau, sein Haus und schließlich alles verlor, aber erst dann zusammenbrach, als auch sein Hund starb. Was sagt so eine Geschichte über uns Menschen aus! Keine Arbeit haben ist die eine Seite der Armut, die andere ist keine Wohnung. Und wer als Grundsicherungsempfänger auch nur ein paar Quadratmeter mehr oder teurer bewohnt, zahlt drauf, hat fortan weniger zum Leben – also auch zum Essen. OB Harry Mergel hat zu einem seiner zentralen Punkte für seine Amtszeit die Schaffung von gefördertem und preiswertem Wohnraum gemacht. Zuständig dafür ist die Stadtsiedlung Heilbronn. Rund zweitausend Menschen stehen hier in der Warteschlange für eine entsprechende Wohnung. Von dem, was die Stadtsiedlung gerade an Wohnungen baut, auch im Neckarbogen, sind 30 bis 40 Prozent »Geförderte Wohnungen«. Das ist keine niedrige Quote, auch wenn sie nicht Spannende ausreicht. Für Stadtsiedlungs-Geschäftsführer Robert an der Brügge reicht der Armutsbegriff auch zur alleinerziehenden Mutter, die einer geregelten aber schlecht bezahlten Arbeit nachgeht, z. B. im Pflegedienst. Sie haben in unserem Land übrigens das höchste Armutsrisiko. Ihnen fühlt er sich genauso verpflichtet. Da es an privaten Investoren für »Geförderten Wohnungsbau« mangelt, bleibt es an der Stadtsiedlung, dafür zu sorgen, dass es menschenwürdige und bezahlbare Wohnungen gibt – und auch hier darüber hinaus mit Schuldnerberatung, zusammen mit dem Sozial- und Ordnungsamt dafür zu sorgen, dass ihre Bewohner sie auch behalten. Weihnachten steht vor der Türe, das Gewissen klopft an. Noch im Jahr 2009 seien in Heilbronn Obdachlose am Europaplatz im Winter unter Rhododendronbüschen gelegen erzählt Adolf Herzog, damals Rotary-Präsident. In diesem Jahr werden wie immer rund 70 Menschen bei der Friedenskirchengemeinde Weihnachten feiern, mit einem richtigen Festessen, Suppe, Braten, Nachtisch. Zuvor hat Bäcker Schmidt in Sontheim alle seine noch nicht verkaufte Weihnachtsware aus den Regalen geräumt, sein Beitrag zum Fest. Man könnte annehmen, dass man am Heiligen Abend etwas Besseres vorhaben könnte, als Obdachlosen Essen zu servieren. Für die hier Beteiligten gilt das nicht. Erst gegen Mitternacht, wenn das Fest für die einen vorbei ist, beginnt für die anderen das private Fest. Vorher hat Geben und Nehmen alle glücklich gemacht. ◆ Hier bin ich richtig! Deine Ausbildung im Team IT bei Kaufland. Wir sind ein sehr erfolgreiches internationales Handelsunternehmen – leistungsstark, dynamisch und fair. Unser Team setzt auf Motivation und Engagement von jedem Einzelnen. Wir bieten Chancen, Erfolge und Zukunft. Du möchtest Einblick in die Vielfalt modernster Technologien? Du interessierst dich für Anwendungsentwicklung, Innovationsmanagement oder Business Consulting für IT-Systeme? Dann bist auch du im Team IT genau richtig! Jetzt informieren und bewerben: www.kaufland.de/it DER GEFRAGTE BÜRGER

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In der Handballakademie Heilbronn-Franken e. V. werden junge Talente vereinsübergreifend gefördert. Mit viel Leidenschaft kümmern sich die ehrenamtlichen Mitglieder aber auch um viel mehr als nur den Sport in der Region. Von Friedemann Orths Fotos: Nico Kurth & Ulla Kühnle Hoch die Hände am Wochenende Hanix Nr. 46 Ein Samstagmorgen, kurz nach 10 Uhr, Sporthalle der Wilhelm-Maybach-Schule. Vertrauter Umkleidekabinen- und Turnhallengeruch steigt einem in die Nase, während sich etwa 15 bis 20 Jungen auf dem Hallenbelag warmlaufen, -springen und -sprinten. Nach einer kurzen Einweisung der beiden Trainer Irina Streit und Christian Forelle wird beim Training der Handballakademie Heilbronn-Franken direkt mit Wurf- und Passtechniken weitergemacht. Spezielle Übungen zur Koordination oder Sprungkraft bilden einen weiteren Teil des Trainings des Jahrgangs 2002. Während der Durchschnittsdeutsche seinen Samstagvormittag genießt, schwitzen die Jugendlichen bei Drills und Übungen, die sie allesamt zu besseren Handballern machen sollen. Das Besondere dabei: Sie spielen nicht alle im selben Verein, sondern gehören unterschiedlichen Handball-Clubs aus der gesamten Region an. Ziel und Zweck Doch warum trainiert ein, auf den ersten Blick bunt zusammengewürfelter Haufen junger Männer aus unterschiedlichen, womöglich noch in Konkurrenz stehenden Vereinen miteinander? Die Antwort ist bei der Akademie zu suchen. Gegründet wurde der eingetragene Verein 2011 und hat sich zur Aufgabe gemacht, den Handballsport in der Region, zusätzlich zu den Übungen in den verschiedenen Vereinen, zu fördern. Jugendliche sollen so an den Leistungssport herangeführt werden und durch die »Extra-Einheiten« der Akademie ein Training vermittelt bekommen, das es so im »Heimatverein« nicht gibt. Hierbei legen die Trainer besonderen Wert darauf, jeden Jugendlichen individuell und zugeschnitten auf seine Fähigkeiten zu fördern, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. »Es geht vor allem um die Mädchen und Jungen, die zwar talentiert sind, aber nicht in der Bezirksauswahl spielen«, sagt Peter Bezner, 1. Vorsitzender des Vereins. »Es wäre einfach zu schade, wenn diese jungen Talente nicht mehr gefördert werden, deshalb haben wir die Akademie gegründet.« Denn ohne die Akademie würden die guten Spieler, die es nicht in die Bezirksauswahl geschafft haben, durchs Raster fallen und eventuell sogar die Sportart wechseln. Und obwohl Handball in Deutschland durch den Titelgewinn der DHB-Auswahl bei der Europameisterschaft 2016 und der Bronzemedaille in Rio im vergangenen Sommer gerade einen Popularitätsschub erfährt, schwebt eben wie in ganz Deutschland der übermächtige Konkurrent Fußball über allem. Um die »Übriggebliebenen«, die kein Mitglied eines Fußballvereins sind, streiten sich dann andere Sportarten wie Basketball oder eben Handball. »Dabei müssen wir uns, was Handball in der Region angeht, überhaupt nicht verstecken. Mit den Damen aus Neckarsulm haben wir einen Erstligisten und sonst können wir mit Zweit- und Drittliga-Handball aufwarten,« sagt Heinz Nitsche, stellvertretender Vorsitzender der Akademie, stolz. Also kommt der Förderung überdurchschnittlich begabter Handballer und Handballerinnen eine noch wichtigere Bedeutung als ohnehin schon zu, da der Pool an Talenten eben kleiner als beispielsweise beim Fußball ist. Essentiell also ist die Aufgabe der Akademie, begabte Sportler an einem Ort zu »bündeln« und ihnen dort 34 SPORT

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Hanix Nr. 46 die besondere Förderung zukommen zu lassen: »Mittlerweile sind über 20 Vereine Mitglied unserer Akademie, die ihre jungen Sportler und Sportlerinnen zu unseren fünf Stützpunkten in der Region schicken«, sagt Bezner. So kümmert sich die Handballakademie mit Fördergruppen in Heilbronn, Weinsberg, Horkheim, Lauffen und Abstatt um rund 100 Schützlinge, denen die Förderung durch fähige Trainer und Trainerinnen zugute kommt. Ab November 2016 ist zusätzlich noch eine Gruppe in Neuenstadt angedacht. »Wir legen Wert darauf, nur hochqualifizierte Übungsleiter, die mindestens einen C-Schein besitzen, einzusetzen«, erläutert Bezner. Zweites Standbein Der zweite Aufgabenbereich neben der Talentförderung ist das Rühren der Werbetrommel in Schulen, um direkt an der Basis »anzugreifen«. Hierfür werden Arbeitsgemeinschaften an Schulen durch Bufdis angeboten, die den Schülern die Welt des Handballs näher bringen und sie schlussendlich in einen Verein führen sollen. »Was das angeht, sind wir auf einem sehr guten Weg. Im laufenden Schuljahr bieten wir unsere knapp 40 AGs an 31 Schulen an«, sagt Bezner. »Gerade nach der EM hat man ein gesteigertes Interesse der Schüler spüren können. Das geht durch alle Altersklassen an den Schulen«, berichtet Melanie Hubmann, die im vergangenen Jahr ihren Berufsfreiwilligendienst bei der Handballakademie absolvierte. Besonderes Augenmerk wird auf die Grundschulen gerichtet, denn in diesem Alter entscheiden sich schließlich HANDBALLAKADEMIE die meisten Kinder für eine Sportart in einem Verein. Ziel ist es, den Handball breiter aufzustellen, um so in der logischen Konsequenz eine breitere Spitze an Leistungssportlern zu erhalten. Heinz Nitsche fügt hinzu: »Normalerweise werden Talente vom Württembergischen Handballverband für eine Auswahl gesichtet. Das schaffen aber immer nur eine Handvoll Spieler, weshalb die, die es nicht geschafft haben, keine weitere Förderung außerhalb ihres Vereins erhalten. Das wollten wir ändern.« Während im Verein Taktik trainiert wird, fällt dieser Punkt beim Akademie-Training logischerweise weg, stattdessen wird besonderes Augenmerk auf die persönlichen Fähigkeiten der Jugendlichen gelegt. »Natürlich wollen wir so früh wie möglich mit der Förderung beginnen.« Und diese Philosophie trägt Früchte: Dank den Bemühungen der Akademie konnte schon im ersten Jahr eine Verdoppelung der Handballmannschaften auf die Landesebene verzeichnet werden. Ein großer Schritt, denn nur die besten Mannschaften der Bezirksebenen können auf Landesebene »aufsteigen«, die bis hin zur Bundesliga führt. Dieses Niveau konnte gehalten werden, in jedem Jahr schaffen es etwa 12–15 Teams in diesen elitären Kreis. Und auch viele Ex-Spieler haben den Sprung in die dritte oder fünfte Liga geschafft, was ohne die Arbeit der Akademie vermutlich nicht möglich gewesen wäre. Irina Streit, die selbst Trainerin bei der Handballakademie ist, erklärt, welchen wichtigen Vorteil die Extraeinheiten für Spieler und Vereine haben: Handballförderer: Heinz Nitsche, Irina Streit, Peter Bezner und Melanie Hubmann (v. l. n. r.) »Durch die Akademie können die Vereine bestimmte Trainingsmethoden ›outsourcen‹, für die im regulären Training einfach keine Zeit ist. So kann der Vereinstrainer oder die -trainerin Aspekte wie Koordination oder Krafttraining herunterfahren und sich viel mehr auf Taktik konzentrieren. Das hilft ungemein.« Förderung nicht nur im Sport Doch wie wird dieses Förderprogramm überhaupt finanziert? Für die Jugendlichen ist das Training nämlich kostenlos, berichtet Nitsche: »Wir wollen keine Beiträge erheben, also finanzieren wir uns ausschließlich durch Sponsoren – und das funktioniert. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Stadt uns alle Trainingshallen kostenlos zur Verfügung stellt.« Von Vorteil ist dabei, dass die Handballakademie vereinsübergreifend agiert. So stellen die Sponsoren bereitwillig Gelder zur Verfügung, da sie nicht darauf achten müssen, welchen Verein sie sponsern, um Konfrontationen mit konkurrierenden Clubs aus dem Weg zu gehen. Außer schnödem Mammon bieten die Sponsoren aber noch weitere Vorteile für die Akademie. So sind manche eine Kooperation mit dem Verein eingegangen und stellen beispielsweise Praktikumsplätze zur Verfügung. Aber auch für den Fall, dass die schulischen Leistungen aufgrund des Trainingspensums leiden sollten, hat die Akademie vorgesorgt: »Sollte die Schule unter dem Training leiden, haben wir auch dafür Mittel vorgesehen, um den jungen Menschen zu helfen. Uns ist wichtig, dass sich den Sportlern und Sportlerinnen neben ihrer sportlichen auch eine berufliche Zukunft durch unsere Arbeit eröffnet«, sagt Nitsche. Der Fokus liegt also nicht nur auf Handball, sondern auch auf der Persönlichkeitsentwicklung der Teilnehmer. »Wir versuchen, ein Gesamtpaket für junge Menschen anzubieten«, fasst Peter Bezner die Arbeit der Akademie zusammen. Und das gelingt ihr ziemlich gut. ◆

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In Heilbronn leben viele Musiker. Ein besonders herausragender ist RUBEN GAZARIAN, Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn (WKO). Nach der Probe treffen wir den 44-Jährigen und erfahren von der wohl besten Entscheidung seines Lebens und worauf es als Dirigent eigentlich ankommt. Von Maria Sanders, Fotos: Ulla Kühnle Von der Kunst des Dirigierens auf. Es wird ruhiger. Die Muskeln in seinem Gesicht entspannen sich und die geballte Faust ist wieder gelöst. Nur der Taktstock wiegt noch sanft hin und her. Dirigieren ist eine Kunst. Sie bedarf hoher Präsenz und Aufmerksamkeit. Tempo, Puls und Phrasierung – diese und andere Elemente tragen zum Ergebnis des Gesamtwerkes bei. Dabei ist die nonverbale Kommunikation mindestens genauso wichtig. »Ein Gesichtsausdruck kann viel mehr sagen als Hände und Taktstock«, findet Gazarian. Auch die eigene Befindlichkeit trage zur Qualität eines Stücks bei: »Wenn ich innerlich nicht fokussiert bin, dann überträgt sich das auf das Orchester«, sagt der 44-Jährige. Die Bezeichnung Dirigent stammt aus dem Lateinischen von »dirigiere« und bedeutet »leiten« beziehungsweise »führen«. Ein Dirigent ist als musikalischer Leiter eines Ensembles für die erfolgreiche Aufführung eines Musikstücks verantwortlich, das er zuvor mit den Musikern eines Orchesters erarbeitet hat. Das Orchester selbst besteht aus unterschiedlichen Gattungen von Instrumenten, die in Gruppen eingeteilt sind. Das WKO ist ein Streichorchester, das in die Gruppen der ersten Violinen, zweiten Violinen, Bratschen, Violoncelli und Kontrabässe aufgeteilt ist. Der Dirigent gibt den Ton an. »Ich möchte so sprechen können wie sie« Hanix Nr. 46 Dienstagvormittag in der Heilbronner Harmonie. Still ist es im Probensaal des WKO. So ruhig, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. Ruben Gazarian steht am Notenpult. Zusammen proben Dirigent, Musiker und eine Flötistin als Gastsolistin für ein neues Projekt: die CD-Produktion eines Klassikalbums. Ganz langsam hebt der Dirigent die rechte Hand, während er den Taktstock fest zwischen Daumen und Zeigefinger hält. Die Musiker beobachten die unauffällige Geste, von der doch alles abzuhängen scheint. Und auf einmal ertönt das Streichorchester mit einem überwältigenden Klang. Ruben Gazarian stammt aus einer armenischen Musikerfamilie. Sein Vater ist Violinist und seine Mutter Pianistin. Seine Eltern gaben ihr Wissen an ihre Kinder weiter, wodurch Ruben Gazarian mit vier Jahren seinen ersten Violinunterricht erhielt. Dirigieren ist eine Kunst »Takt 195 bitte.« Gazarian weist auf die jeweilige Stelle im Musikstück hin. »Hier darf es gern härter klingen«, sagt er und geht näher auf die Stimmung ein. Das Stück beginnt von vorn. Die Bewegungen seiner Hände sind erst schnell, scharf und kantig. Seine Haare bewegen sich im selben Rhythmus wie sein Körper. Er ist hochkonzentriert. Die Finger seiner Rechten sind gespreizt, die Finger seiner Linken zu einer Faust geballt. Sein Gesichtsausdruck mal leidend, dann wieder erstaunt. Und auf einmal taucht ein Lächeln in seinem Gesicht Zunächst studierte Ruben Gazarian Violine an der Spezialmusikschule P.I. Tschaikowsky, später am Staatlichen Konservatorium in Jerewan. Es folgte 1992 ein Engagement als Vorspieler und Solist im Staatlichen Kammerorchester Armeniens und zeitgleich als Geiger im Staatlichen Klaviertrio des Armenischen Rundfunks und Fernsehens. Dann die große Chance. 1993 bekam er eine Stelle als Erster Konzertmeister in Deutschland angeboten. Doch es gab ein Problem. »Ich konnte kein einziges Wort Deutsch«, erinnert sich der Dirigent. Der damals Anfang Zwanzigjährige lernte Vokabeln und las zahlreiche Artikel aus dem »Spiegel«. Die Tagesthemen im Fernsehen motivierten ihn ebenso. »Ich möchte so sprechen können wie sie«, nahm er sich die Moderatoren zum Vorbild. Schnell lernte er die Sprache und beeindruckt heute mit einer sehr gewählten und wortgewandten Ausdrucksweise. 1995 begann er ein Diri- MUSIK

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Hanix Nr. 46 gierstudium an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und schloss dies 1998 mit Höchstnote ab. Im Anschluss leitete er das Westsächsische Symphonieorchester bis 2002. Seither ist er Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn. Freizeit gab es kaum. Die Ausbildung war streng. RUBEN GAZARIAN »Ruben Gazarian ist ein sehr guter Dirigent«, sagt Zohar Lerner. Der 40-jährige ist Stimmführer der Ersten Geigen sowie Erster Konzertmeister des Orchesters und arbeitet seit sieben Jahren mit Gazarian zusammen. Lerner schätzt neben der hohen Professionalität des musikalischen Leiters seine herzliche Art. »Er ist ein toller Mensch.« Eine Selbstverständlichkeit sei das bei Dirigenten nicht. Für die Flötistin Kathrin Christians ist es die erste Zusammenarbeit mit ihm. Die 32-jährige Heidelbergerin freut sich über »die Arbeit auf Augenhöhe« und darüber, auch eigene Ideen einbringen zu können. »Ich dachte, die Bewegung bedeutet etwas Anderes«, sagt Gazarian überrascht. Es ist beeindruckend, wie hochgenau er jede einzelne Bewegung der Musiker deutet, interpretiert, um schließlich mit ihnen zu interagieren. Dann eine plötzliche Unterbrechung. Ruben Gazarian diskutiert kurz mit Konzertmeister Zohar Lerner. Die anderen Musiker reden auch und beraten sich. Die Passage des Musikstücks sorgt für Diskussion. Es folgt eine einvernehmliche Einigung und das Stück beginnt von vorn. Ruben Gazarians heutiger Erfolg ist das Resultat jahrelanger harter Arbeit. Der 44-Jährige erinnert sich an ein Erlebnis aus seiner Kindheit. Als er zehn Jahre alt war, brach er sich beim Fußballspielen mehrfach den Arm. Die Ärzte meinten, es würde ein Jahr dauern, bis er allein seinen kleinen Finger wieder spüren könnte. Das Jahr war schnell vorbei und der Zehnjährige war sich nicht sicher, ob er nach so einer langen Pause das hohe Leistungspensum überhaupt noch erreichen könnte. Für seinen Vater war klar: »Mein Sohn ist ein Geiger.« Ruben Gazarian erhielt intensive Förderung. Neben den allgemeinbildenden Fächern vormittags folgte nachmittags der musikalische Unterricht. Freizeit gab es kaum. Die Ausbildung war streng. So bemängelte beispielsweise sein damaliger Geigenprofessor, dass Gazarian die »Fingersatz-Oktaven« nicht sauber gespielt hätte – nicht verwunderlich nach einem Jahr Zwangspause. Es folgte eine Zeit, in der er die Musik rigoros ablehnte. Dann der große Knall. Ruben Gazarian war 15 Jahre, als er auf einmal mit der Musik nichts mehr zu tun haben wollte. Sein Vater verstand die Welt nicht mehr. Was ist mit meinem Sohn passiert? Denn Gazarians zweite große Leidenschaft galt immer dem Film. Er wollte Schauspieler und Regisseur werden. Er bewarb sich bei einem Casting und erhielt unter 4000 Kindern und Jugendlichen eine der begehrten Hauptrollen. Ein Jahr lang ging diese »Filmphase«, wie er sie heute selber mit einem Schmunzeln bezeichnet. Eine Zeit, in der er die Musik rigoros ablehnte. Eine Zeit, in der er feststellte, dass er sich für die Schauspielkunst weitaus mehr öffnen müsste, als er dazu tatsächlich bereit war. Ein Regisseur, den Ruben Gazarian sehr schätzte, sagte einmal zu ihm: »Beim Film ist nichts so, wie es zu sein scheint.« Die Aussage machte den jungen Musiker stutzig. Er nahm sich Zeit, sich neu zu sortierten und setzte schließlich seinen musikalischen Werdegang fort. Wohl eine seiner besten Entscheidungen. »Es war eine sehr anstrengende Zeit«, erinnert sich Ruben Gazarian. »Doch heute bin ich sehr dankbar für die strenge und besondere Ausbildung.« ◆ Ruben Gazarian ist im Dezember und Januar dreimal mit dem WKO in der Harmonie zu sehen: 4. Heilbronner Konzert am 7. Dezember. Neujahrskonzert am 5. Januar 5. Heilbronner Konzert am 18. Januar. Freude Essen Gymnasiumstr. 28 74072 Heilbronn T 07131 962932 Wir wünschen unseren KundeN und dem HANIX Magazin Schöne Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr 2017

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Sauberes Trinkwasser wird immer knapper auf der Welt. Zwei Unternehmensgründer haben sich des Themas angenommen und in Heilbronn eine Lösung gefunden. Von Oliver Schmale/F.A.Z., Fotos: Ulla Kühnle Der Kampf um jeden Tropfen Eigentlich ist die Erde ein Planet voller Wasser. Mehr als zwei Drittel der Oberfläche sind mit dem kostbaren Nass bedeckt. Trotzdem ist vor allem Trinkwasser ein begehrtes und gleichfalls rares Gut. Der Weltbank zufolge leben bereits jetzt etwa 1,6 Milliarden Menschen – ein Viertel der Weltbevölkerung – in Ländern, in denen die Flüssigkeit knapp ist. Beispielsweise in der Golfregion. »Dort ist die Achtsamkeit gegenüber Wasser viel höher als bei uns«, sagt der 47 Jahre alte Matthias Enzenhofer, der zusammen mit dem 50 Jahre alten Stefan Flinspach im Jahr 2013 die in Heilbronn ansässige Qwair GmbH gegründet hat, die sich mit dem Thema Wasseraufbereitung befasst. Untergebracht ist das vier Mitarbeiter zählende Unternehmen in einem unscheinbaren Bürohaus in einem Gewerbegebiet des Mittelzentrums. Auf den ersten Blick würde niemand vermuten, dass hier ein Unternehmen residiert, das eine Technologie entwickelt hat, die ganz neue Wege geht. Der Prototyp der Wasseraufbereitungsanlage steht aber nicht dort, sondern in einer Halle in der Nähe des Neckars. Verbaut ist sie in einem zwölf Meter langen und drei Meter hohen und breiten Seefrachtcontainer, damit die Anlage zu Demonstrationszwecken gleichfalls auf Reisen geschickt werden kann. Enzenhöfer, Hauptgesellschafter des Unternehmens und Erfinder der Technik, hat einst zum Start seiner Karriere eine Ausbildung zum Energieanlagentechniker gemacht. Nach Techniker und Meister kam noch der technische Betriebswirt hinzu. Er ist lange Zeit im höheren Management im Bereich Luftaufbereitung und Klimatechnik tätig gewesen. Ab dem Jahr 2004 habe er sich erste Gedanken zum Thema Wasserreinigung gemacht. Das Verfahren braucht nur wenig Energie Das Ergebnis sind heute 16 Patente, die auch die Grundlage für den Bau des Prototyps der Anlage bilden. Durch die Kombination von Luft, einer rotierenden Oberfläche und thermischer Energie wird die Flüssigkeit gesäubert. Dieser Prozess komme dem Prinzip der Verdunstung sehr nahe, sagt Flinspach, der für die Strategie zuständig ist. Bevor er den Sprung in die Selbständigkeit wagte, war der Betriebswirt unter anderem jahrelang im Ausland im Management im Bereich Finanzen tätig. Die Technik von Qwair arbeitet in einem Temperaturbereich zwischen 50 und 70 Grad Celsius. Deshalb benötigt sie nach den Angaben der beiden Unternehmensgründer wesentlich weniger Energie als herkömmliche Reinigungsverfahren und ist zugleich keimfrei und in einer Qualität, bei der zur Nachbehandlung keine Mineralisierung mehr notwendig ist. Diese muss beispielsweise bei dem entstehenden Destillat aus Umkehrosmoseanlagen erfolgen. Bei ihnen wird Meerwasser unter einem hohen Druck durch eine halbdurchlässige Membran gepresst, die das Salz zurückhält. Der Prototyp ist inzwischen 4000 Betriebsstunden gelaufen, wie Enzenhofer berichtet. Als dieser davon erzählt, hält Flinspach mehrere kleine Flaschen in der Hand. »Wir ha- Hanix Nr. 46 38 WIRTSCHAFT

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ben unser Schmutzwasser selbst gemacht«, sagt der ältere des Duos und tippt eine Flasche an, die eine graue Flüssigkeit enthält. Ein dreckiges Gebräu aus Auftausalz und Graphit. Davon seien 2000 Liter gereinigt worden. Herausgekommen sei normales Stefan Flinspach (links) und Matthias Leitungswasser, so der Enzenhofer vor ihrer WaterWin-Anlage 50-Jährige. Insgesamt haben die beiden über die Jahre hinweg bislang etwa drei Millionen Euro investiert. Allein der Bau des Prototyps der Anlage habe mehr als eine Million Euro gekostet, sagt Enzenhofer. Er sei von einer Spezialfirma zusammengebaut worden. »Wir haben nicht das Ziel, ein großer Anlagenbauer zu werden«, erläutert Flinspach. Vielmehr versteht sich Qwair vor allem als Lieferant für die entsprechende Technologie. »Wir sind das etwas andere Start-up« Staatliche Fördergelder haben die beiden Unternehmensgründer keine in Anspruch genommen. Hinter den beiden geschäftsführenden Gesellschaftern steht aber ein Netzwerk von Unternehmern aus der Region Heilbronn, die das Vorhaben mit Geld unterstützen. Zu den Finanziers zählt nämlich unter anderem einer der Gründungsgesellschafter der Bechtle AG, Ralf Klenk. »Wir sind das etwas andere Start-up«, meint Flinspach deshalb selbstbewusst. Damit spielt er vor allem auf die Tatsache an, dass viele Gründer heute vor allem um einiges jünger sind und sich aktuell zahlreiche Unternehmen im Bereich der Informationstechnologie tummeln. Enzenhofer und Flinspach hoffen, dass sie noch in diesem Jahr die erste Anlage mit ihrer Technik verkaufen. Sie haben zunächst vor allem die Staaten der Golfregion als mögliche Abnehmer für ihre Technik im Visier. Deshalb waren sie bereits mehrmals vor Ort, um entsprechende Gespräche zu führen. In den künftigen Anlagen sollen grundsätzlich auch Teile verbaut werden, die von vor Ort stammen. Aber das Herz, »die Steuerung und das entsprechende Modul« wollen die beiden in eigener Regie herstellen lassen, damit ihnen niemand die Technik streitig machen kann. Diese werde dabei stetig weiterentwickelt, sagt Enzenhofer. Wenn das System erfolgreich am Markt eingeführt wird, besteht großes Potential. Denn: Die Vereinten Nationen befürchten eine verheerende Trinkwasserknappheit. Bis zum Jahr 2050 werde der Wasserbedarf voraussichtlich um 55 Prozent steigen, heißt es in einem im vergangenen Jahr vorgestellten UN-Bericht. Und davon sind nicht nur Wüstenregionen oder Entwicklungsländer betroffen. Schwindende Reserven gibt es gleichfalls in Kalifornien oder Australien. Hier kämpfen die Menschen beispielsweise mit langen Dürreperioden.

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Von Dr. Bernhard Stumpfhaus SPRICHT AUS MIR, WENN ICH SPRECHE? Die Sprechkünstlerin Kerstin Müller Wir leben in Zeiten des Vorläufigen und Vorübergehenden. Bilder werden jetzt gemacht für nachher und haben dann keine Bedeutung mehr. Häuser halten solange wie die Mode, die in ihnen verkauft wird; Nachrichten, bis ihre Seite im Internet aktualisiert wird. Alles wird momentaner: zum einen Ohr hinein, zum anderen hinaus. Wir fühlen uns gehetzt, die Zeit wird knapp: Überforderung in der Beschleunigung. Dabei haben wir eigentlich nie anders gelebt. Nichts ist doch momentaner und vergänglicher als die menschliche Stimme, das menschliche Wort. Hat Faust seinen Mephisto denn nicht als Gehilfen eingestellt, weil er schneller als der Wind ist, so schnell wie der Gedanke? Die Heilbronner Sprechkünstlerin Kerstin Müller hat ihr Leben dem Wort gewidmet, dem Schreiben von Gedichten, mehr aber noch dem inszenierten stimmlichen Vortrag, dem Atmen, Sprechen und Singen. Sie hat sich einem künstlerischen Medium verschrieben, das nichts anderes kennt als ein Jetzt, das schon verklungen ist, sobald es unser Ohr trifft. Intuitive und spontane Interaktivität ist ihre Qualität in einem Jetzt, das aus lauter Jetzt besteht. Schon früh, gleich nach dem Abitur, hat sich Kerstin Müller der Sprache gewidmet, freilich erst einmal von außen, gleichsam vom Einband her. Sie hat eine Buchhändlerlehre absolviert bei der legendären Carmen Tabler, die eine politisch-literarische Bibliothek in der Titotstraße unterhielt, ein häufig frequentierter Treffpunkt für viele Heilbronner. Zu erster Berühmtheit hier im Unterland gelang Kerstin Müller durch ihre monologische Interpretation des Epilogs »Die Vergewaltigung« am Ende des Stückes von Dario Fo und Franca Rame »Sex – aber mit Vergnügen!« Noch heute wird Kerstin Müller auf diese Aufführung angesprochen. Bald danach bewarb sie sich gegen eine Vielzahl von Mitbewerben, auf Anhieb erfolgreich, an der Musikhochschule Stuttgart im Studiengang »Medienrhetorik und Kommunikation«. Diese Stuttgarter Zeit bescherte ihr eine Menge Anerkennung und Förderung. Als erste Frau wurde sie schon gleich im ersten Semester berufen zum Mitglied des studio gesprochenes wort. Sie gewann mit ihrem Ensemble Publikumspreise im dortigen Theaterwettbewerb. Sie wurde zum Gaststudium zunächst in das damalige Leningrad, dann in das heutige Petersburg eingeladen. Noch vor Beendigung des Lehrgangs wurde sie zur Dozentin an der Kunstakademie im »Verbreiterungsfach Werken und intermediales Gestalten« berufen. Seitdem bestritt sie – allein oder in Zusammenarbeit mit Musikern und Künstlern anderer Genres – Hunderte Aufführungen, Lesungen und führte in zahlreichen Stücken Regie. In Heilbronn ist sie bekannt durch ihre literarischen Spaziergänge, Moderationen, Lesungen, Performances und Regiearbeiten. Häufige Gastspiele hat sie in der Kunsthalle Vogelmann. Vor wenigen Jahren erst besuchte sie die Darmstädter Literaturwerkstatt unter der Leitung des Lessingpreisträgers Kurt Drawert. Seitdem schreibt sie auch eigene Gedichte und tritt mit ihnen in der Öffentlichkeit auf. Nebenbei bemerkt, gibt es wohl niemanden in Heilbronn, der sich mit Kerstin Müller über Literatur unterhält, ohne mit einer Menge präziser, abgestimmter literarischer Tipps beschenkt nach Hause zu gehen. Wer Kerstin Müllers Veranstaltung besucht hat, der schätzt ihre klare Stimme, ihre kräftige Präsenz, ihre Gegenwärtigkeit. Ihre Stücke leben von einer intensiven Ernsthaftigkeit, die sich gerade auch dann ausdrückt, wenn es eher dadaistisch zugeht. Auf die Frage, was ihre nachhaltige und eindrückliche Präsenz ausmacht, weiß sie selbst nur eine ungefähre Antwort. Am präzisesten treffe es wohl, so Müller, der griechische Ausdruck des Kairós. Kairós ist der Ausdruck für die richtige Entscheidung im richtigen Moment. Zentral sei dabei eine Art Offenheit, geistesgegenwärtig im Moment, egal, ob sie ein Stück vorbereite oder bereits auf der Bühne stehe. Das Kairós sei von synthetischer Qualität: Einerseits bedarf es intensiver Vorbereitungen und einer Art professioneller Urteilskraft: Der Kenntnis der Texte, Situationen, des Publikums, der Beherrschung der nötigen Techniken. Andererseits bedarf es der blinden Intuition, eines Instinktes, der glücklich die Gelegenheit beim Schopfe packt. Man kann bei allem noch so gut vorbereitet sein, ohne Kairós verpasse man den Moment und greife hohl ins Leere. Das Kairós, das ist das, was einen in den Fluss der Dinge, Worte und Begebenheiten greifen lasse, und jetzt das Entscheidende herausgreife. Wenn sie auf der Bühne stehe, sich die Räume des Publikums und ihr eigener innerer sich berühren und durchströmen, dann könne man nicht einfach so anfangen, man müsse lauschen, atmen, spüren, warten … Um dann im einzig richtigen Moment einzusetzen: Exuvia / die zone betreten. / der eintritt kostet / die haut. / immer läuft der wind vorüber ◆ Hanix Nr. 46 © Kerstin Müller

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Hanix Nr. 46 MUSS NICHT KUNST RAUSKOMMEN – HAUTSACHE FREI! Sieben Frauen treffen sich regelmäßig zum Aktzeichnen Kürzlich hat eine Gruppe von Frauen im Künstlerbund Heilbronn die vielbeachtete Ausstellung »Die Leiber der Weiber« in sieben Akten ausgerichtet. Zu sehen waren über viele Jahre hinweg entstandene weibliche Akt-Zeichnungen auf Papier von sieben Frauen, die sich gegenseitig in Einzel- oder Gruppenakten, in Ruhe oder Bewegung porträtiert haben. Es ist wohl mit Ausstellungen so, dass alles, was gezeigt wird, Kunst genannt werden muss. Ist es ein Automatismus? Ist es, weil Menschen nur kommen, wenn der verheißungsvolle Titel »Kunst« die Schau kürt? Dabei sind die Zeichnungen doch entstanden, ohne dass die Beteiligten jemals daran gedacht hätten, ein Kunstwerk zu schaffen. Man trifft sich freitags abends in einer Wohnung, mal in der einen, mal in einer anderen, um dort ungezwungen zusammen zu sein und zu zeichnen. Irgendein größerer Raum wird vorbereitend freigeräumt, die Türen werden geschlossen und man ist über mehrere Stunden für sich; alles wird ausgesperrt, was nicht dazugehört: die Partner, der Alltag, der Job, ... Das Setting gleicht einer hermeneutischen Situation. Die Welt ist ausgeklammert in der Begegnung und man kann sich den Fragen stellen: Wer bin ich und was kann ich heute Abend? Interessant dabei ist, dass diese Fragen niemand für sich allein beantworten kann. Dazu hat man zu viele Leerstellen, über die man nicht verfügt. Wer spricht, sieht seine Mimik nicht, wer Gesten macht, hat nicht die Wirkungen des eigenen Körpers im Auge. So gibt es immer etwas, das sich erst im Anderen entfaltet, sodass der Andere etwas weiß, das man von sich nicht wissen kann. Die Zeich- KUNST nungen der Anderen zeigen es und sie zeigen die Vielfältigkeit der eigenen Wirkungen, abhängig von den Stimmungen, den Interessen der aufzeichnenden Frauen, von der Atmosphäre des Abends. Zudem, wer kann seinen Leib im Spiegel anschauen, ohne ihn mit den Maßstäben der Welt da draußen zu bewerten. Bin ich hübsch, zu dick, zu dünn, zu alt, zu … was weiß ich? Wer in den Spiegel sieht, sieht sich als Leib für jemand anderen, nicht als sich selbst. Ich habe einen Körper, heißt immer auch: Das bin nicht ich. Das alles wird ausgeklammert in jenem bereiteten Wohnzimmer, in dem sich die sieben Frauen begegnen, um sich zu zeichnen. Sicherlich ist man hier auch »Körper für den Anderen«, aber das, was gesehen, in den Zeichnungen gespiegelt wird, wird eben nicht von der Semantik der Welt da draußen, von der der Schönheitsindustrie, den Reklamen konnotiert. Und in diesen Gedankenkreis gehört eben auch das verlorene Bewusstsein von Kunst und Künstlertum. Schon die Gründung dieses Kreises klammert Kunst aus: Vor ungefähr 14 Jahren haben Ursula (Uschi) Erlewein (mittlerweile anderweitig unterwegs) und Andrea Hänle-Reutter, beide von der Freien Kunstakademie Nürtingen kommend, diese Zusammenkünfte ins Leben gerufen. Sie wollten etwas Freies machen, Aktzeichnungen nur für sich. Relativ rasch kamen Stefanie Herrmann-Zakowski und Nataša Rikanović dazu, später folgten Miriam Wilke und in zeitlichem Abstand dann Stephanie Adamis, Rock-Hee Beroll, Claudia Böhm. Damit war die Runde komplett. Erklärtes Ziel dieses Zirkels war und ist es, unabhängig von den Regeln und Korrekturen der üblichen Aktzeichen-Kurse das eigene freie Zeichnen experimentell zu entdecken und zu entfalten. So werden Vorgaben formuliert, welche die Fixierung auf die üblichen Formen gegenständlicher Darstellung verhindern sollen: etwa blindes Zeichnen, oder Zeichnen ohne Absetzen des Stiftes, eben Aufgaben, wie man den menschlichen Körper noch auf dem Blatt wiedergeben könne, ohne in künstlerischen Kategorien zu denken. Am Ende des jeweiligen Abends werden die Blätter herumgereicht und von allen diskutiert, frei kommentiert, nie aber nach den Regeln der Kunst gewertet. So gelingt es, die Ideen, die man hatte, mit der Unterstützung der Gruppe als solche zu würdigen, den Mut zu fassen, über sich hinauszuwachsen und für sich Neues zu formulieren. Am Ende der Sitzungen nimmt jede ihre Blätter mit nach Hause, entweder um sie in einem persönlichen Fundes abzulegen, oder aus ihnen Inspirationen zu schöpfen oder sie als Vorlagen für weiterführende nun dezidiert künstlerische Arbeiten zu verwenden. Manchmal muss es eben nicht Kunst sein, weil die Kunst schon zur Welt da draußen gehört. Manchmal gibt es eben Freiheit nur diesseits der Kunst: »Wenn ich bei euch bin, vergesse ich die ganze Welt. Ich habe innerlich eine solche Freiheit. Wie ein Schmetterling, der fliegen will. Und wenn dann plötzlich diese Stille da ist, diese konzentrierte Stille, und wir zusammen sind und arbeiten, dann sind wir verbunden«, so fasst es Rock-Hee Beroll. Wer die Arbeiten der Gruppe verfolgen möchte, kann sich an den genannten Namen orientieren und Kontakt aufnehmen. ◆ Rock-Hee Beroll, Zeichnung der Gruppe als Akt. © Bei der Künstlerinnen-Gruppe

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NOCTURNAL ANIMALS Eines Tages erhält Susan (Amy Adams) Post von ihrem Exmann Edward, von dem sie seit zwanzig Jahren nichts mehr gehört hat. Als sie ihn verlassen hatte, war er ein aufstrebender Schriftsteller mit großen Plänen. Nun hat er ihr ein Manuskript mit dem Titel »Nocturnal Animals« (Nachtaktive Tiere) geschickt, über das er ihre Meinung einholen will. In der Geschichte geht es um den Mathematikprofessor Tony Hastings (Jake Gyllenhaal), dessen Frau (Isla Fisher) und Tochter während eines gemeinsamen Urlaubs entführt und getötet werden. Susan gerät in den Sog des Romans und als sich die Geschichten immer stärker verflechten, blickt Susan auf ihre erste Ehe und einige dunkle Wahrheiten über sich selbst zurück. Kongeniale Verfilmung des Romans »Tony & Susan« von Austin Wright. MANCHESTER BY THE SEA Der einsame und sehr schweigsame Klempner Lee Chandler (Casey Affleck) muss sich nach dem Tod seines Bruders Joe (Kyle Chandler) um dessen 16-jährigen Sohn Patrick (Lucas Hedges) kümmern. Dafür zieht er von Boston, wo er lebt und arbeitet, zurück in seine Heimatstadt Manchester an der amerikanischen Ostküste. Doch dort erwartet ihn nicht nur die für ihn völlig neue Aufgabe als Ersatzvater eines Teenagers, sondern auch seine verärgerte Ex-Frau Randi (Michelle Williams). Aber auch die anderen Bewohner von Manchester- By-The-Sea verhalten sich Lee gegenüber merkwürdig. Nach und nach erfährt er immer mehr über die düstere Vergangenheit seiner Familie und von einer Tragödie, die weit zurückliegt ... In den Arthaus-Kinos ab 22. Dezember 2016 USA 2016 Länge: 115 Minuten Genre: Drama, Thriller Regie: Tom Ford Darsteller: Amy Adams, Jake Gyllenhaal, Isla Fisher, u. v. m. In den Arthaus-Kinos ab 19. Januar 2017 USA 2016 Länge: 135 Minuten Genre: Drama Regie: Kenneth Lonergan Darsteller: Casey Affleck, Michelle Williams, Kyle Chandler, u. v. m. Hanix Nr. 46 Seit er 2003 sein Engagement bei Gucci beendet und bald darauf seine eigene Modemarke gegründet hat, steht der Name Tom Ford vor allem für streng designte Sonnenbrillen und luxuriöse Parfüms. Deshalb wusste man auch nicht recht, was man erwarten sollte, als Ford vor einem knappen Jahrzehnt plötzlich sein Debüt als Filmregisseur ankündigte. Aber wie das mit kreativen Menschen nun mal so ist, zeigen sie oft auch in für sie neuen Betätigungsfeldern beeindruckendes Talent: Das einzig Bedauerliche ist, dass Fords fulminanter Kinoeinstand »A Single Man« nur für einen einzigen Oscar (Colin Firth als Bester Hauptdarsteller) nominiert wurde, wo er doch auch zumindest in Kategorien wie »Beste Kamera« oder »Beste Regie« mehr Anerkennung verdient gehabt hätte. Sieben Jahre später legt der Neu-Regisseur nun mit dem verschachtelten Neo-noir-Drama »Nocturnal Animals« seinen zweiten Film nach – und dieses Mal wird er bei der Oscarverleihung wohl gar keine Rolle spielen. Das liegt aber nicht daran, dass er das Niveau seines Erstlings nicht halten konnte, sondern vielmehr an der stilistischen, erzählerischen und moralischen Radikalität, mit der »Nocturnal Animals« sein Publikum herausfordert. ◆ Im Drama Manchester by the Sea muss der unverantwortliche Casey Affleck plötzlich für seinen Neffen sorgen, als sein Bruder unerwartet stirbt. Manchester by the Sea von Kenneth Lonergan feierte im Januar 2016 seine Weltpremiere auf dem Sundance Film Festival. Das Regiedebüt des Filmemachers, You Can Count on Me, hatte im Jahr 2000 in Sundance den Großen Preis der Jury gewonnen. Martin Schwickert vom Tagesspiegel spricht von einer Perle des US-Independent-Kinos und sagt: »Mit genauem Blick für das Working-Class-Milieu, wunderbar präzise formulierten Dialogen und einem umwerfenden Casey Affleck entwickelt sich Manchester by the Sea zu einem herzzerreißenden Drama, das die Emotionen hinter der Sprachlosigkeit seines Helden sukzessive freilegt.« Der Film konnte 97 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen und wurde bereits kurz nach seiner Premiere von vielen Kritikern als großer Oscar-Anwärter gehandelt. ◆ ARTHAUS-KINOTIPP

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AUSSERDEM IM KINO Sully Start: 1. Dezember Am 15. Januar 2009 wird der Pilot Chesley B. Sullenberger (Tom Hanks) zum absoluten Helden in den USA, aber auch auf der ganzen Welt, weil »Sully«, so sein Spitzname, mit seinem Airbus A320 eine Notwasserung auf dem Hudson River in New York durchführen muss und diese wie durch ein Wunder auch schafft. Zur Seite steht ihm dabei sein Co-Pilot Jeff Skiles (Aaron Eckhart). Das Drama nahm seinen Lauf, als nur kurz nach dem Start vom LaGuardia Flughafen ein Schwarm Vögel in das Triebwerk des Fliegers geriet und für deren Ausfall sorgte, sodass die Maschine abzustürzen drohte. Regie führte Clint Eastwood. Frank Zappa – Eat That Question Start: 8. Dezember Dokumentation über den berühmten, mit nur 52 Jahren verstorbenen Rockmusiker Frank Zappa, bestehend aus Konzertaufnahmen, Nachrichtenschnipseln und Interviews, die über eine Zeitspanne von 25 Jahren geführt wurden: im Fernsehen, in Wohnzimmern, Aufnahmestudios, Konzerthallen und auf Flughäfen. Frank Zappa nahm in seiner Karriere mehr als hundert Alben auf, für die er sang, unterschiedliche Instrumente einspielte und produzierte. Er prägte die Rockmusik musikalisch, weil er seine Lieder collagenartig komponierte und verschiedene Stile bediente, er prägte sie mit seinen aufs Zeitgeschehen zielenden, satirischen und absurden Texten – und mit seinem markanten Äußeren. Rogue One: A Star Wars Story Start: 15. Dezember Jyn Erso (Felicity Jones) hat eine Reihe Schandtaten in ihrem Lebenslauf, als sie von den Rebellen angeheuert wird. Andererseits: Der Kampf gegen das Imperium wird nicht mit Samthandschuhen gewonnen, das wissen die Widerstandskämpfer um Mon Mothma (Genevieve O’Reilly). Und außerdem war Jyns Vater Galen Erso (Mads Mikkelsen) maßgeblich daran beteiligt, die neue Superwaffe des Imperiums zu bauen, weswegen sein Insiderwissen und Jyns Verbindung zu ihm wertvoll sind. Insofern ist die undisziplinierte junge Frau, die sich seit ihrem 15. Lebensjahr allein durchschlägt, genau die Richtige für ein Team, das Galen finden und eine Himmelfahrtsmission ausführen soll: Das Imperium will den Todesstern testen und die Rebellen wollen wissen, was genau die Waffe kann – und wie man sie zerstört. Passengers Start: 5. Januar Ein Raumschiff transportiert Tausende von Menschen quer durchs Weltall. Es befindet sich auf einer Jahrzehnte andauernden Reise zu einer Kolonie auf einem fernen Planeten. Die Leute an Bord bleiben jedoch von der verstreichenden Zeit unberührt, denn erst bei der Ankunft sollen sie aus ihrem Kälteschlaf erwachen. Aber es kommt zu einer Fehlfunktion, wodurch ein einziger Passagier, der Mechaniker Jim Preston (Chris Pratt), lange vor allen anderen erwacht. Einen einsamen Tod vor Augen, nur umgeben von Robotern, weckt er in seiner Verzweiflung eine weitere Person auf – die schöne Journalistin Aurora Lane (Jennifer Lawrence), für die er bald Gefühle zu entwickeln beginnt. Doch das Aufwecken und die defekte Schiffstechnik bleiben nicht ohne Folgen und schon bald sind sie die einzige Hoffnung für alle schlafenden Passagiere … bis 22. Dezember 2016 Heilbronner Weihnachtsmarkt mit Nightshopping am 03.12. 21.12.2016 - 08.01.2017 Heilbronner Weihnachtscircus auf der Theresienwiese 7. Januar 2017 Nightshopping in der City www.heilbronn-marketing.de heilbronn erleben Heilbronn Marketing GmbH Tourist-Information Heilbronn Kaiserstraße 17 • 74072 Heilbronn Tel. +49 7131 56 22 70 43

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Mondfisch im Nordsoen Oceanarium, Hirtshals (Dänemark) 25. September 2016, 12:38 Uhr (Foto: Meli Dikta)

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Er fuhr als erster Mensch auf Skiern vom Everest und bezwang fast alle Achttausender. In der Heilbronner Harmonie sprachen wir mit dem Südtiroler Bergsteiger HANS KAMMERLANDER (60) über seine irrsinnigste Expedition, die Kraft der Bergsteiger trotz durchlebter Bergtragödien weiterzugehen, sein Einreiseverbot nach Tibet und darüber was schlimmer ist als der Tod. Von Robert Mucha & Lea Pomocnik, Fotos: Nico Kurth & Privat »Der Tod ist das kleinste aller Übel – der langweilige Alltag ist schlimmer.« INTERVIEW DES MONATS Hanix Nr. 46

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Hanix Nr. 46 Hanix: Hans Kammerlander, Sie sind einer der bekanntesten und geachtetsten Extrem- und Höhenbergsteiger der Welt. Welche Expedition war die irrsinnigste von all ihren Unternehmungen? Hans Kammerlander: Im gesamten betrachtet sicherlich die Ski-Abfahrt vom höchsten Berg der Welt, dem Mount Everest. Für mich war das so intensiv, weil ich in diesem Moment die Möglichkeit hatte, meine zwei Hobbys, die ich seit der Jugendzeit habe, das Skifahren und das Klettern, zu kombinieren. War diese Abfahrt und der vorherige Aufstieg zum Mount Everest waghalsiger als die Doppelübersteigung der Achttausender Gasherbrum I & II mit Reinhold Messner? Die Doppelüberschreitung war von der Anstrengung her deutlich härter, da wir viele Tage in dieser extremen Höhe verbracht haben. Am Mount Everest war für mich die Kombination einfach faszinierend. Oben am höchsten Punkt der Welt, alleine ohne Sauerstoffmaske zu stehen, in die Tiefe zu schauen und mich zu überwinden loszufahren. Das war ein total intensiver Augenblick für mich. Ist eine Ski-Abfahrt deutlich gefährlicher als ein Abstieg zu Fuß? Mit Skiern ist das eine ganz andere Welt. Für einen sicheren Alpinisten ist es technisch kein Problem, mit Steigeisen den Mount Everest nach unten zu gehen. Aber in diesen steilen Hängen mit den Skiern unterwegs zu sein und genau zu wissen: Wenn du einen Fehler machst, wenn du ausrutschst oder ins Stürzen kommst, kannst du dich nicht mehr halten. Das ist etwas ganz Anderes. Würden Sie so eine Abfahrt von einem Achttausender nochmal wiederholen oder ist die Skiabfahrtszeit von den allerhöchsten Gipfeln der Welt für Sie mit nun 60 Jahren vorbei? Da ich mein ganzes Leben lang mit dem Brett unter den Füßen aufgewachsen bin, traue ich mir solch eine Abfahrt skitechnisch noch zu. Es geht hier mehr um Routine. Man versucht so langsam wie möglich den Steilhang hinunter zu bremsen, es ist schließlich kein Skirennen. Die größte Angst des Skirennfahrers ist es, zu langsam zu sein. Bei uns Alpinisten ist die größte Angst zu schnell zu werden, was der entscheidende Unterschied ist. Eine erneute Abfahrt könnte ich ohne Weiteres machen, was ich auch nächstes Jahr am Manaslu, meinem 14. Achttausender, tun werde. Für ihren aktuellen Vortrag, mit dem Sie auch hier in Heilbronn zu Gast sind, haben Sie die Matterhörner der Welt besucht, sich also nicht die schwierigsten oder extremsten Berge ausgesucht, sondern die schönsten. Scheint eher als hätten Sie die alpinistischen Höchstleistungen hinter sich gelassen? Das sollen die Jungen übernehmen, die schneller sind als ich. Aber die Freude am Berg ist natürlich geblieben. Auf den Matterhörnern der Welt war es Bergsteigen mit ganzem Herzen. Ich habe schöne Berge gesucht und schöne Landschaften fotografiert, damit die Bergfreunde im Publikum das auch sehen können. Befriedigt das mittlerweile mehr, einen schönen Berg hochzusteigen der kletterteschnisch weniger herausfordernd ist und stattdessen Landschaft und Atmosphäre zu genießen? Es ist sehr befreiend, wenn man nicht mehr durch den alpinen Wettlauf gesteuert wird. Wenn man am Wettlauf teilnimmt, muss man sich ständig am Limit bewegen. Man muss schnell sein, neue Routen klettern. Für die Schönheit, Kultur und Landschaft bleibt ganz wenig Platz. Jetzt habe ich die Möglichkeit das nachzuholen, was ich mit großer Freude mache. Ich gehe inzwischen dort hin, wo ich möchte. Ich brauche keinem mehr etwas beweisen und HANS KAMMERLANDER möchte jetzt den Berg und den Gipfel nur als Teil einer Reise sehen und das Drumherum intensiv genießen. Eine, auch emotional waghalsige, Expedition haben Sie nach 25 Jahren wieder ins Auge gefasst. Die Besteigung des Manaslu. 1991 haben Sie und ihre beiden besten Freunde, Friedl Mutschlechner und Karl Großrubatscher, einen Versuch unternommen. Beim Abstieg haben Sie beide innerhalb von vier Stunden durch Absturz und Blitzschlag verloren. Sie wollten nie mehr in diese Gegend zurückkehren. Jetzt als Vater, Sie haben eine achtjährige Tochter, wollen Sie an Ihren Schicksalsberg zurück. Warum, um Gotteswillen? »Es soll darum gehen, wie man Geschichten und Wege beendet.« Man ändert im Leben öfter einmal seine Meinung, das finde ich ganz normal. Solch tragische Geschichten sind mir zwei weitere Male passiert. Da habe ich den Weg fortgesetzt, bin ein Jahr später zum Berg zurückgekehrt, nachdem ein Kollege nicht mehr mit mir zurück nach Hause kam. Das war besser so für mich. Weiterzugehen. Irgendwann habe ich dann gedacht, dass ich meine Meinung ändern und zum Manaslu zurückkehren sollte. Ich möchte den Weg für mich selbst, ohne Sensationsrouten und Wettläufe abschließen. Das war der eigentliche Grund, wieso ich mich dazu entschied, noch einmal dort nach draußen zu gehen. Tragen Sie diese Tragödie bis jetzt mit sich herum? Können Sie dann eine Last abwerfen, wenn sie noch einmal am Manaslu waren? Es ist nicht der schwierigste Achttausender, weshalb ich mir das Ganze zutraue. Ich bin mit der Entscheidung glücklich, und es ist besser als jahrelang geglaubt zu haben, dort nicht mehr hingehen zu wollen. Wir haben vor, einen Dokumentarfilm für das Kino zu drehen. Es soll darum gehen, wie man Geschichten und Wege beendet. Für Familie und Freunde ist es bestimmt nicht einfach, Sie immer wieder gehen zu lassen, um sich dem Abenteuer zu widmen. Bei uns Alpinisten weiß man, dass wir nie ein Jahr im Voraus steuerbar sind. Das geht bei uns nicht. Wir sind immer wieder spontan, weshalb es gar nicht leicht ist, an unserer Seite zu leben. Der Alpinist wird nie an einem Punkt bleiben, sondern immer wieder ein neues Leben starten. Länger als sechs, sieben Jahre an unserer Seite zu sein wird für jeden schwierig. Wenn man uns die Handschellen dranmachen möchte, funktioniert das nicht. Denn dann ist uns das Glücklichsein und die Fröhlichkeit genommen. Ihr Mentor und Lehrmeister in den hohen Bergen des Himalaya und Karakorum war Reinhold Messner, mit dem Sie sieben Achttausender bestiegen haben. Was würde er Ihnen wohl zur Idee, den Manaslu zu besteigen, entgegnen?

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Ich habe mit ihm noch nicht über dieses Projekt gesprochen, aber er weiß ja, wie man spontane Entscheidungen trifft. Er würde das sicher in Ordnung finden. Messner hat Sie gelehrt, umzukehren. Weil man dann die Chance hat, wiederzukommen. Sein wertvollster Tipp? Er war auf den hohen Bergen ein unbeschreiblich wertvoller Lehrmeister für mich, in vielerlei Hinsicht. Egal ob am Berg direkt oder auch bei der Organisation unten im Tal. Von ihm habe ich viel gelernt. Messners Hauptantrieb sich den extremen Gewalten der Berge, später auch der großen Wüsten, auszusetzen, war die körperliche und psychische Erfahrung seiner Menschnatur im Auseinandersetzen mit der Bergnatur zu machen. Bei Ihnen scheint es die pure Lust zu sein, sich in den Bergen aufzuhalten, die Sie antreibt. Ich brauche die Berge. Als ich am Nordpol war, ist mir aufgefallen, dass mir das alles zu gleich war. Alles sieht immer aus wie an den Tagen zuvor. Ich habe gespürt, dass ich den Berg und die Wand lieber mag. Am Berg kann ich ans Limit gehen, das fasziniert mich mehr. 1984 unternahmen Sie mit Reinhold Messner die Doppelübersteigung zweier Achttausender, den Gasherbrum I & II, im Alpinstil. Das heißt, ohne zusätzlichen Flaschensauerstoff, ohne Träger, Fixseile, Hochlager, und mit so wenig Ausrüstung wie nötig, um schnell hoch und wieder runter zu kommen. Werner Herzog drehte dazu einen Dokumentarfilm. Bei Ihrer Rückkehr waren die ersten Worte von Ihnen, dass das Beste, was man machen kann, bevor man dort hochsteigt ist, sein Testament zu schreiben. Klingt nach der Hölle auf Bergen. Es war die Abgeschiedenheit. Wir wussten, dass wir oben auf diesem Grab ausgesetzt waren. Nach hinten gehen war fast nicht möglich. Es musste also nach vorne gehen. Die psychischen und körperlichen Belastungen sind extrem. Zudem die Nächte in den winzigen Zelten. Die Strapazen sind so groß, dass man froh ist, wenn es wieder vorbei ist. In solchen Tagen ist man am Limit, da können Höhen und Tiefen sehr nahe beieinander sein. Wenn Sie und Reinhold Messner selbstverantwortlich, auch wenn man als Zweierteam den Berg besteigt, unterwegs sind: Wie schafft man es, den anderen aus einem Tief herauszuholen? Verantwortlich ist jeder zu hundert Prozent für sich selbst. Jeder hat kleine Zweifel, wird jedoch vom anderen motiviert, weshalb der Partner sehr wichtig ist. In meinem Leben hatte ich gute Partner, die nicht negativ gedacht haben. Alle hatten klares, gesundes und positives Denken. Jedoch nicht zu positiv, denn dann würde man leichtsinnig. Im Film »Gasherbrum – der leuchtende Berg« ging es auch darum, wie sich die Crew im Basislager verhalten sollte, wenn Sie und Messner nach spätestens zwei Wochen nicht zurückgekehrt wären. Sie wiesen an, dass man Ihre persönlichen Dinge in eine Gletscherspalte werfen könne. Messner erklärte der Crew, wo Geld hinterlegt sei, um die Rückreise zu finanzieren, und dass niemand auf die Idee kommen solle, nach Ihnen zu suchen. Ein sehr nüchterner Umgang mit dem möglichen eigenen Tod … Es ist nicht in Ordnung, wenn man anfängt, andere mit hineinzuziehen. Wir wollten das auf keinen Fall, denn keiner hat uns hoch gezwungen. Wenn man ans Limit geht, lernt man recht gut mit solchen Situationen umzugehen. Vor dem Tod habe ich ehrlich und offen gesagt keine Angst. Aber mir macht das Leben viel Freude, ich möchte es unwahrscheinlich lang hinauszögern. Aber nicht auf Kosten einer lähmenden Langweiligkeit, denn das ist nicht meine Welt. Der Tod ist nicht das Schlimmste, das ist das kleinste aller Übel. Der langweilige Alltag ist schlimmer. »Man hat am Berg keine Mittel und Möglichkeiten, etwas zu ändern oder zu steuern. Das muss man einfach so hinnehmen.« Wollen Sie im Berg sterben? Oder lieber im Tal im Kreise Ihrer Liebsten? Das ist mir egal, wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Sie haben in einem Interview erzählt, dass Sie zehn Freunde und Kletterpartner im Berg verloren haben. Dieses Schicksal teilen nahezu alle Extrembergsteiger. Bei einigen dieser Unfälle waren Sie dabei. Wie schafft man es, bei all der Erschöpfung, dem Schock und dem Schmerz, weiter abzusteigen und sich nicht einfach, die Welt verfluchend, zusammenzukauern, um auch zu sterben? Wo nehmen Bergsteiger die Kraft her? Die Frage ist ganz schwierig zu beantworten. Ich glaube, das entsteht von alleine. Es ist aber trotzdem ein bewusster Akt. Natürlich wäre es oft leichter sitzen zu bleiben und zu sagen, das wars. Trotzdem steigt man weiter ab, von ganz allein. Viele Bergsteiger berichten nach einer durchlebten Tragödie am Berg, dass sie unter Schuldgefühlen litten, nicht selbst gestorben zu sein. Haben Sie das auch durchgemacht? Die Frage stellt man sich natürlich immer wieder. Ich habe ganz oft Glück gehabt. Aber man hat keine Mittel und Möglichkeiten, etwas zu ändern oder zu steuern. Das muss man einfach so hinnehmen. 1996 fuhren Sie als erster Mensch vom Gipfel des Mount Everest auf Skiern vom Gipfel ab. Zwei Wochen zuvor ereignete sich eines der größten Unglücke am Everest. Acht Bergsteiger starben. INTERVIEW MIT HANS KAMMERLANDER Hanix Nr. 46

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Konnten Sie sich dennoch auf Ihr Vorhaben fokussieren oder hat das Unglück Sie zumindest kurzzeitig aus dem Konzept gebracht? Ich habe das alles nicht mitbekommen, da sich alles auf der nepalesischen Seite des Berges ereignet hat und ich von Tibet kam. Als ich hinkam, war ich gut akklimatisiert und bin nach ein paar Tagen im Basislager aufgebrochen. Keine 24 Stunden danach lag das alles hinter mir. Dann war der Berg bestiegen und mit Skiern befahren. Hätten Sie sich auf Ihr Vorhaben konzentrieren und fokussieren können, wenn Sie in dem anderen Basiscamp gewesen wären und alles hautnah mitbekommen hätten? Ich bin mir sicher, dass ich es dann nicht versucht hätte und zurück ins Tal gegangen wäre. Einen gewissen Respekt vor dem Tod sollte man haben. Und wenn dort oben so viele Leute sterben, dann wäre ich nicht stark genug gewesen, um das wegzustecken. Reinhold Messner hat über Sie gesagt, dass Sie in den Bergen über einen besonderen Instinkt verfügen, wie man ihn fast nur entwickeln kann, wenn man in den Bergen groß wird und von Kindesbeinen an, wie Sie und auch Messner, in den Bergen herumkraxelt. Können Sie diesen Instinkt beschreiben? Was haben Sie in den Bergen anderen guten Extrembergsteigern voraus? Man ist vertraut mit dem Berg und lebt mit diesem viel mehr im Einklang. Es ist unbezahlbar, wenn du als Kind in die Bergregion und in die Einsamkeit hineingeboren wirst, dort unterwegs bist. Man wird mit den Ängsten konfrontiert, wenn man oben auf dem Berg ist und beispielsweise ein Gewitter aufzieht. Man erkennt die Gefahren besser und vielleicht auch ein bisschen schneller. Das ist ein Vorteil, wenn man in ganz extremen Situationen unterwegs ist. Der Himalaya und die Mentalität der Menschen dort im Allgemeinen – Nepal und Tibet im Besonderen – faszinieren Sie. In Nepal haben Sie zusammen mit Freunden und Partnern 17 Schulen für 4000 Kinder gebaut. Aber nach Tibet einreisen dürfen Sie nicht. Weshalb? In Tibet war ich einmal etwas angeprangert, weil ich mich den Chinesen gegenüber negativ über die Situationen dort geäußert habe, was sie nicht mochten. Dann sind sie gleich so weit, dass sie kein Visum mehr geben. Sind Sie denn ein wenig Stolz auf dieses Einreiseverbot gewesen? Ich bin nicht unglücklich darüber gewesen. Ich hatte das Gefühl meine Meinung, meine Aussagen über die Missstände in Tibet geäußert zu haben. Mir ist es lieber, wenn die Öffentlichkeit weiß, welche Unterdrückungen dort vorherrschen. Im vergangenen August starteten Sie das Projekt 100 Kilometer in 48 Stunden mit 30 anderen Wanderern. Sind einige Teilnehmer an ihre Grenzen gestoßen? Vor Jahren habe ich begonnen, 24 Stunden zu wandern. Mein Ziel war es für motivierte Wanderer alles gut zu organisieren. Das war schön und hat richtig Spaß gemacht. Als wir im Ziel waren, haben einige Teilnehmer gesagt, es sei noch Kraft da. Anschließend haben wir die 36 Stunden in Angriff genommen. Doch der Sack war immer noch nicht leer. Dann dachte ich, bei zwei Tagen und zwei Nächten hört der Spaß vielleicht auf. Aber sie haben es durchgezogen. Die Begeisterung war wirklich da, auch ich war glücklich und ein bisschen stolz als Bergführer. Nächstes Jahr mache ich eine Wiederholung, da die Nachfrage so groß ist. ◆ Natur- wissenschaft & Technik ... zum Anfassen! Auch für Hipster – nicht nur für Nerds. Die lern- und erlebniswelt für Jung & alt ÖFFNUNGSZEITEN: Montag bis Freitag 9:00 – 18:00 Uhr Samstag, Sonntag, Feiertage 10:00 – 19:00 Uhr experimenta gGmbH Kranenstr. 14 · 74072 Heilbronn Telefon 07131 / 887950 www.experimenta-heilbronn.de 49

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Titelthema: [S. 52-65] TOP 10 – UNSERE HEILBRONNER BESTENLISTE Hanix- Mitwirkende präsentieren ihre ganz hinreichenden Genuss.« persönlichen zehn Favoriten Region. »Wenn man sich einen günstigen Begriff von Heilbronn machen will, so muß man um die Stadt gehen … Alles was man übersieht ist fruchtbar; das nächste sind Weinberge, und die Stadt selbst liegt in einer großen grünen Masse von Gärten. Es giebt den Anblick von einem ruhigen breiten Johann Wolfgang von Goethe in seinen Tagebüchern vom 28. August 1797 Artwork: Kathrin Leisterer Hanix Nr. 46

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Robert Mucha Robert Mucha (38) ist Gründer und Chefredakteur des Hanix-Magazins. Er hat in Heilbronn seine Jugend verbracht, und lebt nach einem elfjährigen Abstecher nach Mannheim, Leipzig und Berlin seit 2010 wieder in Heilbronn. CAPPUCINO VON PFEFFER LEBENSMITTEL UND BROT VON DER BÄCKEREI EITEL Wer behauptet, dass man in Heilbronns Innenstadt keinen ordentlichen Kaffee und Brot nur von der »Stange« bekommt, irrt. VFR HEILBRONN Ein großer Teil meiner Jugend. Der letzte Heilbronner Fußballverein von Relevanz, der vor 13 Jahren aus dem Fenster stieg und verschwand. Seitdem ist Heilbronn schlechteste Fußballgroßstadt Deutschlands. BILLENSBACH Eine knappe halbe Autostunde von Heilbronn entfernt liegt dieses Kleinod in den Löwensteiner Bergen. Mit Weitblick über saftige Almen, Weinreben und dichte Wälder des schwäbisch-fränkischen Naturparks. DATA 77122 Auch wenn ich in meinem fortgeschrittenem Alter nicht mehr allzuoft ins Data einkehre, muss die einzige Bar der Stadt mit »Berlin- Potenzial« geschützt und gehegt werden, wie eine gefährdete Tierart. EVS-TÜRME Sie sind nicht sonderlich schön, aber für jeden Heilbronner der via Autobahn heimkehrt schon aus der Ferne der erste sichtbare Indikator: Bald ist man angekommen. WALDHEIDE Die Waldheide im Heilbronner Stadtwald ist nicht nur ein Stück begehbare Stadtgeschichte. Hier findet man Heidelandschaft und Natur mitten in der Stadt. WALL OF FAME Unter der Autobahnbrücke über die Neckarau zwischen Neckargartach und Untereisesheim können sich Graffitikünstler ohne Stress und Zeitdruck legal künstlerisch ausdrücken. BEHARRLICHKEIT IM GLAUBEN AN DIE STADT Eine überschaubare Gruppe leidenschaftlicher freier Kreativer und Kulturarbeiter leistet beharrlich bemerkenswerte Arbeit, um Heilbronn kulturell bunter und interessanter zu machen. ECKSTEIN Am liebsten hole ich mir meine Pizza im Eckstein. Nicht nur, weil sie mir dort gut schmeckt, sondern weil Paolo, Mares und Enza für beste Unterhaltung und herzlich persönliche Note sorgen. Tipp: Vorne an der Bar Platz nehmen. DURCH STADT UND LAND FAHREN UND GEHEN Egal ob Jagst- oder Taubertal, das Zabergäu, die Löwensteiner Berge, die Hohenloher Ebene, Bad Wimpfen, Schwäbisch Hall oder der Heilbronner Stadtwald: Schön ist es hier. Marcel Kantimm Marcel Kantimm (42) ist Gründer und Herausgeber des Hanix-Magazins. Er lebt seit 1989 in Heilbronn und glaubt an die Zukunft der Stadt, man muss nur die Potentiale ausschöpfen und neuen Ideen ihren Lauf lassen. HANIX-BÜRO Was gibt es Besseres, als seinen Arbeitsplatz zu den Top-Ten-Plätzen zu zählen. Schicker sanierter Altbau im Südviertel, hohe Decken und große Fenster. Macht mir jeden Morgen Spaß die Tür aufzuschließen. FREUNDE, FAMILIE UND HUND ELMAR Nichts Wichtigeres als das. Und alle anderen Dinge aus meiner Top-Ten- Liste sind mit Freunden und Familie natürlich umso schöner. HARTMANS UND SÜDKURVE Seit über 20 Jahren meine Lieblingsbar in Heilbronn. Freundliche und ungezwungene Atmosphäre und dazu noch Treffpunkt der »Südkurve«, sowas wie mein Stammtisch (hat aber nichts mit Fußball zu tun). REEDEREI SCHWABEN Für mich das Gebäude mit dem größten Potential in Heilbronn. Stadt und BuGa müssen es nur richtig anpacken, dann kann die Reederei ein neuer Hotspot werden, vielleicht ja auch mal für Hanix-Parties. GETRÄNKEKISTE BÖCKINGEN Mein lokaler Getränkedealer und Hanix-Getränkelieferant. Wenn ich mein Feierabendbier dort genieße, hat der Laden für mich was von Trinkhalle. WEINSTUBE WEINGAND Für mich die beste Adresse, was schwäbisches Essen angeht. Empfehlen kann man so ziemlich alles was Koch und Inhaber Marian zubereitet. BOTANISCHER OBSTGARTEN Eine grüne Oase mitten in Heilbronn mit tollen und außergewöhnlichen Veranstaltungen. Es reicht aber auch einfach mit Decke (die Schwaben sagen Teppich), reichlich Wein und Freunden den Garten zu genießen. WALDHEIDE Lange Spaziergänge macht man am besten auf der Waldheide. Wo früher die Pershing-Raketen ihren Standort hatten, findet man jetzt Natur in Hülle und Fülle. BIERGARTEN AM TRAPPENSEE Der beste Biergarten der Stadt. Leckeres Essen, ein kleiner See, Blick auf ein wunderschönes Kunstauktionshaus und Entenfamilien die sich nicht daran stören mitten durch die Gäste zu laufen. KAFFEEBUCHT Die erste und meines Wissens nach bis jetzt einzige Location direkt am Neckarufer, Liegestühle, Stadtstrand, Enten und Schwäne inklusive. Hanix Nr. 46

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Hanix Nr. 46 Florian Mitzenheim (38) ist Prokurist bei Ziegler Crossmedia Experts. Heilbronn ist für ihn Anlaufstelle Nr. 1, sobald er Neckarbischofsheim verlässt. Dort lebt er mit seiner Familie. Er mountainbiked und fotografiert gerne! Aber nicht so gut wie Meli oder Memo! Florian Mitzenheim TRIPSDRILL Wie Buds Spencer-Filme im TV: Da war man als Kind schon. Heute geht man mit seinen Kindern hin und findets immer noch lustig. Für jedes Alter ist was dabei. Die »Karacho« kickt ass! DIE CITY Heilbronn ist nicht Hamburg oder Heidelberg. Muss es auch nicht sein! Aber es macht sich - ob zum Shoppen oder »Weggehen«. HN boomt! Es wird schöner. Die ehemalige oft graue Arbeiterstadt wird modern und hip. Neue Bauten werden mit Sinn, Verstand und gutem Geschmack eingefügt. FOODCOURT (BOBBYCARLANGZEITEXTREMTESTGELÄNDE) Toller Biergarten. Davon gibt es eh zu wenige. Ob als Paar, mit Freunden oder mit Familie. Einfach gut. DER NECKAR Man ist doch immer gerne am Wasser und radelt entlang oder kuckt drauf/rein! Das geht gut am Neckar. Er ist allgegenwärtig. SCHEUERBERG, NECKARSULM. Durch die Weinreben hochradeln oder hochlaufen. Oben hat man einen tollen Ausblick auf die ganze Region. Am Fuße liegt der Besen »Holzapfel«. Auch nett! DIE BESEN(-WIRTSCHAFTEN) IN GUNDELSHEIM, ERLENBACH UND BINSWANGEN. Einer hat immer auf! Letzte analoge Bastionen Deutschlands. Gemütlich, unkompliziert, lecker und dann auch noch günstig. Man kommt immer mit tollen Menschen ins Gespräch - das tut doch jedem gut. Meine Favoriten: »Leiss« und »Alte Kelter«. BUGA 2019 Welch Mega-Projekt! Welch Chance für HN und die Region. Sicher ein Segen. Öhringen hat Lust auf mehr gemacht! Aktuell noch eine riesige, sich ständig bewegende, verkehrsver/-behindernde Baustelle. NECKARBISCHOFSHEIM Romantisches, kleines Idyll »am Stadtrand von HN«. Tolle, historische Gebäude, wunderschöner Schlosspark. Muss man mal gewesen sein. Hier wird das Hanix bei Ziegler gedruckt! BÄCKEREI EITEL Kaffee, Brötchen und Croissants: einfach selbst testen, dann wirds klar ... omnomnom! BAD WIMPFEN Ob zum (leider) überfüllten aber tollen Weihnachtsmarkt oder einfach mal so zwischendurch. Ein Bummel durch die Altstadt lohnt sich! Tipp: Von der Stadtmauer aufs Neckartal kucken.

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Bernhard Stumpfhaus Dr. Bernhard Stumpfhaus, Kunsthistoriker, Kurator, Publizist, Dozent für Sprache und Kommunikation; gebürtiger Hamburger; seit 1999 in Heilbronn Für das boomende Heilbronn, zumal für eine der einkommensstärksten Gemeinden der Bundesrepublik, ist das Finanzamt der Stützpfeiler seines Wirtschaftens. Die Mitarbeiter*innen dort beraten freundlich und kompetent. An Heilbronn schätze ich sehr die originelle Zeichensetzung bei der Regulierung der Verkehrsströme. Die Stadt ermuntert damit ihre Bürger zur kreativen Kommunikation und Selbstorganisation. Für eine multikulturelle Stadt wie Heilbronn bewundere ich das überragend souveräne Bekenntnis zur Nacktheit im öffentlichen Raum. Heilbronn ist eine Stadt, die es fordert und zulässt, ihre stillen Reize erst spät zu entdecken. Da lohnen Interventionen, deren man auf den ersten Blick nicht gewahr wird. Es rührt mich an, dass Heilbronn auch noch nach 42 Jahren offen seine Wunden zeigt, ohne Dolchstoßlegenden. Der Blick aus der Wohnung eines Freundes eröffnet die Perspektive auf eine so verschwiegene, wie häufig besuchte Lokalität der Stadt. Ich genieße das meist trockene Wetter in Heilbronn, vor allem aber seinen spektakulären, zuweilen theatralischen Himmel. Heilbronn ist eine moderne Stadt, zeitgenössisch, aktuell, urban. Die Welle der Straßenkunst wird hier mit Feingefühl, Verständnis und Geschmack, ohne Kosten zu scheuen, gepflegt. Heilbronn hat wohl eine der größten Steinzeit-Pyramiden Europas und kaum jemand weiß davon. Die Waldschänke in Obereisesheim kann der digitale Arbeitsplatz sein mit dem größten Weitblick. Maike Endresz Maike Endresz (41) ist Anzeigenleiterin und Herzblutmitarbeiterin beim Hanix. Das geborene Nordlicht hat in Bremen und Liverpool studiert und ist vor 16 Jahren nach Heilbronn gezogen. Dank ihrer zwei Kinder ist sie auch geblieben. Stets begleitet wird sie vom innig geliebten Halbdackel Elmar. MEINE ABLEGER Hier zur Welt gebracht und schon einigermaßen groß gezogen, sind sie Grund Nr.1 auch hier zu bleiben. MEINE FREUNDE/MENSCHEN Die wahren Helden der Stadt. Sie haben es geschafft, dass mein Herz hier Wurzeln geschlagen hat und das Heimweh nicht mehr überwiegt. Sollte ich je zurück in den Norden gehen, müssen sie mit. HANIX Eröffnet einen liebevollen und gleichwohl kritischen Blick auf das Leben in Heilbronn. Mir hat es Kleinode, einzigartige Menschen und die besonders schönen Seiten gezeigt. Für diese Nennung wurde ich weder bezahlt noch erpresst. FRITZ-ULRICH-SCHULE Heilbronn hat eine Schule, in der die Gemeinschaft noch groß geschrieben wird. Sie macht, dass Kinder gerne in die Schule gehen, und gibt mir das gute Gefühl, dass sie tatsächlich fürs LEBEN lernen. Heilbronn kann sehr stolz auf diese Schule sein und muss ihr auch endlich den nötigen Raum geben. DIE AUFBAUGILDE My Love. Eine wunderbare Sache und für mich der beste Shop der Welt. Kenner wissen: Dort vergisst man Raum und Zeit, ein bisschen wie bei Oma aufm Speicher. ALTES THEATER - THEATERGARTEN Wie ein Zuhause, nur anders. Es gibt göttliche Weine, besondere Speisen, bewegende Momente und wunderbare Gastgeber. Ein verzauberter Ort. WEINBERGE & WEIN Kennt das Nordlicht nicht & fand ich gleich gut. Die Farben im Herbst sind wie warmer Kakao übers Herz. Plus: Weinlese macht irre Spaß. Und der Wein ist eben der Wein, schalala. STADTBÜCHEREI Die städtische Bücherei ist überlebenswichtig für Vielleser. Weil man ja so viele Bücher braucht. Ein ruhiger Ort, in dem man Geschriebenes riechen kann. HEILBRONNER PARKS & BOTANISCHER OBSTGARTEN Alles zauberschön. Mit Kastanien, Schwänen, einzigartigen Imbissbuden, Gewässern, jahreszeitenabhängigen Stimmungen. Grünflächenamt Oléolé! WALDHEIDE Die Waldheide ist Ruheoase, Hunderunde und Laufstrecke in einem. Und dort steht mein Lieblingsbaum. Jeder braucht einen Lieblingsbaum. Hanix Nr. 46

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Matt Mullican, ohne titel (Ausschnitt), 1988 Matt Mullican NothiNg Should ExiSt 06.11.2016– 19.02.2017 Kunsthalle VogelMann www.museen-heilbronn.de > iN hEilBRoNN AN dER haRMonie

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Sarah Baudenbacher Sarah Baudenbacher (30) hört auch gern mal auf den Namen Sarah Hornsby, hat englische/schottische Wurzeln. Gelernte Friseurin, Visagistin und Mediendesignerin. Schreibt die Rubrik »Mein Lieblingsding« und den damaligen multimedialen »Besichtigungstermin« und war zuvor Mediaberaterin des Magazins. Entspannte Mama einer 1,5 Jahre alten Tochter (Lilah) und eines kleinen Rudels Katzen. DAS ABGEBRANNTE HAUS Durch das Naturschutzgebiet des Köpfertals noch vor dem Stausee, auf Höhe des offenen Wiesentales mit seinen Obstbäumen, steht, nach einer Holzbrücke, ein teilweise abgebranntes kleines Haus, mit einer großen Terrasse und einem unglaublichen Ausblick. Habe es im Sommer zusammen mit jemandem entdeckt. Wem auch immer dieses Haus/Grundstück gehört, soll mich sofort anrufen. Ich will es haben und ich will da sofort einziehn! KÖPFERTAL Ich hab das Glück, wirklich nur wenige Gehminuten vom wunderschönen Köpfertal weg zu wohnen. Die Bachaue entlang laufen, der Weg zur Brunnenanlage, der Duft, die Vögel und Eichhörnchen, vielleicht auch noch zusammen mit jemanden, den man mag ... Perfekt. MOBILAT / DIVERSE NECKAR-RAVES Um aufzuschreiben wie sehr und warum ich es liebe, gibt es hier nicht genügend Platz. DATA 77112 Lieblingsbar und -Owner. Bester Platz für großartige Musik, gute Freunde, Warm-ups, eiskaltes Gaildorfer, portugiesischen Streuerdbeerenschnaps, wahlweise auch Haselnussschnaps oder Berliner Luft. Entstehungsort: »Ganzer Bar an der Abend.« TK MAXX Tatsächlich halte ich mich hier gerne auf. Himmel!? Ich bin halt einfach auch ein Mädchen. Kaum möglich am Kosmetikabteil vorbei zu kommen, noch viel schlimmer, ohne zu Blinzeln am fiesen Duftkerzenregal. Auf die Frage hin, wieviele Duftkerzen ein Mensch eigentlich besitzen kann ...: Alle! HEILBRONN IM NEBEL Vielleicht, weil man von Heilbronn dann nicht mehr ganz so viel sieht, oder es nur mystisch ist und mir ein wohliges Gefühl verleiht, wer weiß. TEEZELT RÖMERSEE Das Römersee Festival in Bad Rappenau ist jedes Jahr echt wieder aufs neue richtig nice. Ein wunderbarer Platz dort ist das Teezelt. Oder draußen vor dem Teezelt, sitzend/liegend. Gute Musik. Ein großer Orientteppich, ein Lagerfeuer ... BEILSTEIN Ich bin hier aufgewachsen und mag es hier. Das Freibad, das Dorf und ganz besonders den Wald hinten draußen wo unser Gartenhaus steht. Da sind ’n paar abgefahrene Bäume und Hügel. Wie im Auenland, verbunden mit vielen Erinnerungen. Fühle mich nirgends mehr zu Hause als da. FRISEURBEDARF FRIWA Beim Bikemax ist ’n toller kleiner Friseurbedarf, wo ich, wann immer ich etwas brauche, immer ganz besonders lieb von meiner Lieblingsverkäuferin bedient und beraten werde. JAGST Mit Freunden, entspannter Musik, ein paar kühlen Getränken und einer großen Fluss-Arschbombe ist ein warmer Sommertag an der Jagst, mit seinem Land drum herum, genau nach meinem Geschmack. Ulla Kühnle Ulla Kuehnle (46) ist seit der ersten Ausgabe für das Hanix-Magazin tätig. Seit 2008 lebt und arbeitet die freie Fotografin in Heilbronn. Seit 2013 im eigenen Studio im »Historischen Fleischhaus« mitten in der Stadt. FLEISCHHAUS Montag bis Freitag, 10 Uhr: Tolle Menschen. Toller Espresso. Toller Start in den Tag. WALDHEIDE Frei. Kopf frei. Gedanken frei. Der Ort für einen entspannenden Spaziergang. GÄRTNEREI STAHL Äpfel. Karotten. Kartoffeln. Zwiebeln. Kohl. Ackersalat. Tomaten. Schnittlauch. Pertersilie. Pastinaken. Rote Bete. Rettich. Blumenkohl. Tulpen. Rosen. Hier kauf ich mein Grünzeug zum Essen oder zur Dekoration meiner Wohnung. MEIN SOFA Schlafen. Lesen. Denken. Essen. Und alles rund herum vergessen. HARTMANS Fischers finest. Eine Konstante in der sich rasant verändernden Heilbronner Gastrolandschaft. SUSHI Q 食べ物に感 FREIBAD NEUDENAU Siehe Sofa! Ergänze: Sonnen. Hier verbringe ich meine kleinen Urlaube daheim. Es gibt nämlich einen zugehörigen Campingplatz. COMPLEX23 Unbeschreiblich. Die Kulturalternative. Gehört besucht und unterstützt. DUTTENBERGER WEHR Nature at its fullest! Meine Lieblingsstelle an der Jagst. AUSSICHT VOM WARTBERG Weitblicke über Weitblicke auf das Heilbronner Land. Hanix Nr. 46

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Hanix Nr. 46 Maria Maroge Maria Maroge (39) schreibt seit der 1. Hanix-Printausgabe die Taschenkontrolle. freie Journalistin und Pressereferentin kommt ursprünglich aus Gießen und hat aramäisch/ assyrische Wurzeln. Sie lebt mit Mann und zwei Kindern in Flein. FLEINER WEINBERGE Durch die schöne Landschaft joggen oder die Aussicht genießen, es fühlt sich an wie Urlaub (und alle Gäste schwärmen, die uns »Landeier« besuchen). DIE HEILBRONNER BAR CAIPIRINHA Cocktails und Erdnüsse ohne Bestellung erhalten, weil sich das liebe Caipi-Team merkt, was man mag. Guter Service und raucherfreundlich. SPORT+WELLNESSPARK LAUFFEN »ALTE ZIEGELEI« Meine beste Neuentdeckung in der Region! Ein Highlight, dort zu trainieren und dann im tollen Spa zu entspannen. Dafür fahre ich gern ein paar Kilometer weiter. SYRISCH-ORTHODOXE KIRCHE IN HEILBRONN (ECKE JOHN-F.-KENNEDY-STR.) Ich mag die mystische Stimmung unseres Gottesdienstes, die orientalische Hingabe und Ehrfurcht - auch ohne das Altaramäische zu verstehen, spürt man die spirituelle Kraft. CHARIVARI Eine Lieblingslocation - kreativ und herzlich, ob die Küche, das Ambiente, kleine Details oder die Betreiber. METZGEREI STEINMETZ UND BÄCKEREI SCHÜTZLE IN FLEIN Die Hingabe des Metzgers Martin Häberle + Team und die außergewöhnliche Auswahl der urigen Bäckerei in Flein begeistern einfach. DAS ARTHAUS-KINO Hier werden intensive Geschichten erzählt. Die Filme haben eine Art therapeutische Wirkung. Ein Glück, dass Heilbronn dieses Kino hat. ARAMÄER HEILBRONN Den Sport- und Kulturverein habe ich damals mitgeheiratet. Familie und Freunde stecken viel Herzblut rein. Ich bin froh um diese Gemeinschaft (und die temporären Erfolge der Fussballsparte). TRIPSDRILL Ich habe endlich einen Jahrespass! Meine Kinder sind nur Alibi! Im Sommer Freizeitpark, im Winter der Wildpark und Stockbrot grillen. PFLANZEN MAUK LAUFFEN Was für 'ne Auswahl an »die-Pflanze-muss-ich-haben«! Der Außenbereich des Gartencenters ist zudem sehr schön, mit See, Hängebrücke und Kinderspielplatz. TRAMEZZINI UND MILCHKAFFEE IM SCHÜMLI Ehrlich, diesmal probiere ich was anderes in der Mittagspause! Und dann bestelle ich immer, immer das Gleiche, seit Jahren. Weil einfach lecker! Lea Maria Pomocnik Lea Maria Pomocnik (19) begann nach dem Abitur als Praktikantin beim Hanix-Magazin und ist seit einiger Zeit redaktionelle Mitarbeiterin. Sie wohnt in Neuenstadt, fühlt sich aber in Heilbronn zu Hause. CHARIVARI Der perfekte Ort um ausgelassene Abende mit Freunden zu verbringen. Die entspannte Atmosphäre bei Kerzenschein und die Auswahl an auch etwas ausgefalleneren Gerichten lassen mich mehrmals die Woche dort einkehren. WARTBERG Von dort oben hat man eine fantastische Aussicht über Heilbronn und Region. Noch viel schöner ist es, im Sommer dort den Sonnenuntergang anzuschauen. KILIANSKIRCHE Das Wahrzeichen von Heilbronn und für mich eines der schönsten Gebäude. Vom Turm aus hat man einen tollen Blick über die Stadt. SIZE 11 Fernab von Textilketten findet man hier moderne und außergewöhnliche Kleidungsstücke und Schuhe, Highlights für jeden Kleiderschrank. DEUTSCHHOF Historisches Flaire in Mitten der Stadt. Der für mich beste Platz, an dem man, nur wenige Meter von der Fußgängerzone entfernt, dem Alltags-Getümmel entkommen kann. ALTSTADT BAD WIMPFEN Beim Spaziergang durch das Städtchen schaue ich gerne in die zahlreichen kleinen Geschäfte die Handmade-Schmuck und Dekoartikel anbieten. Einen Besuch wert sind die Geschäfte »Wert voll« und »Fräulein Wunder«. JANNICK VON SCHUHREBELL Weil er mehr ist, als Ladenbetreiber und Schuhverkäufer. Gerne schau ich zum Mittagspausenplausch bei ihm vorbei, denn man wird immer herzlich empfangen und gute Laune ist garantiert. Auch beim Schuhkauf steht er mit Rat und Tat zur Seite. VERWEILEN AM NECKAR Der Uferweg lädt dazu ein, an vielen Stellen Halt zu machen. Die »Insel-Spitze« sowie die große Treppe direkt am Wasser, mit Blick auf den Neckarturm, lassen Stadtbesucher jeden Alters Halt machen. Gerne verbringe ich im Sommer mit Eis und im Winter mit warmem Kaffee die Zeit am Neckarufer. FELD UND WIESENWEGE IN NEUENSTADT Egal ob mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Der Natur kann man hier ganz nahe sein. GERUCH NACH KAFFEE IM KAFFEHAUS HAGEN Als Kaffeeliebhaberin führt hier kein Weg vorbei. Begrüßt wird man mit intensivem Duft frisch gerösteter Kaffeebohnen.

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Nicolai Köppel Nicolai Köppel ist Liedermacher, Schriftsteller und natürlich HANIX-Kolumnist. Geboren in Berlin, hat er die letzten 40 Jahre in Baden-Württemberg verbracht, kam 2008 aus Stuttgart nach Heilbronn und hat das keinen Tag bereut. WEINBERGWEGE Als Gastgeber eines steuerpflichtigen Haustiers habe ich in den letzten acht Jahren ca. dreitausend Hunderunden abspaziert. Da freut mich das abwechslungsreiche Wegeangebot. Hier wird der haarige Kumpel (und mein Hirn) ausgelüftet und geleert. THEATER Wer die Ensemblemitglieder über die Jahre in wechselnden Stücken sieht, erlebt interessanterweise den gegenteiligen Effekt, den das Fernsehen mit seinem ebenfalls überschaubaren Personal (gähn) erreicht. Das liegt daran, dass Theater an sich besser als Fernsehen ist. SCHWEINSBERGTURM Mitten im Wald, gut versteckt und viel zu unbekannt. Ein von Gentrifizierung vollkommen unbedrohter Ort. Daran ändert sicher auch diese Top- Ten-Platzierung nix. SALZBERGWERK Irre Atmosphäre in kathedralengroßen Hallen 180 Meter unter der Erde, wo Handys nur Fotoapparate sind und wo Menschen früher so hart gearbeitet haben wie sonst vielleicht nirgendwo in der Gegend. COMPLEX23 Internationale Bands in Wohnzimmeratmosphäre, subkulturelle Originale auf beiden Seiten der Theke und ein durchstöbernswerter Kaufladen. SPIELPLATZ HORKHEIM Ich und meine Töchter hatten sie alle. Warum das der schönste Spielplatz Heilbronns ist, keine Ahnung. Der gutsortierte Getränkemarkt gegenüber gibt den Ausschlag nicht, schadet aber auch nicht im geringsten. AUFBAUGILDE Gelegenheit für Schnäppchen und Nostalgieort – hier finde ich Zeug, das ich selbst auch loswerden wollen würde, aber auch Dinge, die ich vor bis zu 35 Jahren zu kaufen vergessen habe. WALDERLEBNISPFAD Hören wie eine Eule? Musizieren wie beim Naturvolk? Mit ein bisschen Fantasie geht das auch hier (und mit Kindern geht’s noch besser). KOIBECKEN IM TIERFACHHANDEL Mein Hundefutter koche ich selbst, aber Fische gucken entspannt. Auch wenn die Fische futtergeil unentspannt sind. Brigitte Fritz- Kador Brigitte Fritz-Kador, Journalistin, hat alles für ihren Beruf von ihrem Mann, Rudi Fritz, gelernt, zuvor Scheffel-Preis am EHKG, Studium an der FU Berlin (PhilFak, 1968), Volontariate u.a. bei der »Eleganten Welt«. Immer da gearbeitet wo es was zu schreiben gab, Kinder aufgezogen, dazu ein Leben mit und für Musik. Literatur und Kunst. Hält Politik nicht für ein notwendiges Übel und Lesestücke im Print nicht nur für zumutbar, sondern für notwendig, deshalb bei HANIX. HAUPTFRIEDHOF Die Obelisken auf dem Hauptfriedhof! Zeigefinger in den Himmel aus einer fernen Zeit, Mode geworden vor 150 Jahren auch auf Friedhöfen. KILIANSPLATZ In den 70-er Jahren breitet Hochbauamtsleiter Rasso Mutzbauer auf unserem Esstisch Pläne aus: Er will den Kiliansplatz zu einer »Piazza« machen. Vorbild: der Campo in Siena. HÖLDERLINDENKMAL IN LAUFFEN: Schon mit dem Fahrrad als 12-Jährige immer wieder da gewesen. Er war der Größte unter den Schwaben-Dichtern – sagen Schwaben. MADELEINE LANDLINGER, WKO-INTENDANTIN Wer nicht gelernt hat, dass ein Orchester niemandem gehört, außer den Musikern und der Musik, dem bringt es die Intendantin jetzt bei. TERRASSE INSELHOTEL Wo gibt es sonst noch einen öffentlichen Ort in Heilbronn, zu dem einem das Wort »Eleganz« einfällt? Ein Sommerabend hier und man fühlt sich wie im Italien-Urlaub. GOETHE-GEDENKTAFEL AM WARTBERG Goethe feiert seinen 48. Geburtstag auf dem Wartberg in Heilbronn. Er schreibt seiner Frau, alles, was er sehe, sei fruchtbar. KLEISTARCHIV SEMBDNER Käthchen sei Dank: Mit dem Kleistarchiv Sembdner hat Heilbronn eine Institution der literarischen Forschung und Dokumentation von Rang. Und wer dankt es dem Archiv? STILLING-BRUNNEN AN ST. PETER UND PAUL Unsichtbar: 1976 schafft der Bildhauer Gunther Stilling den mutigen Siegerentwurf für einen Brunnen am Deutsch-Ordensmünster: Ein Krieger stößt zornentbrannt einen »Ungläubigen« über den Brunnenrand. Monsignore Baumgärtner von St. Peter und Paul lehnt entrüstet ab, es ist nichts zu machen. RUTH REINWALD Ohne sie kein Beuys in Heilbronn, keine Kunsthalle Vogelmann, kein Ernst-Franz-Vogelmann-Preis und keine Christoph-Reinwald-Stiftung, in der Kinder an den Städtischen Museen kreativen Umgang mit Kunst lernen. BENTZEL-STURMFEDER Seit 620 Jahren von einer Familie betrieben. Beim »Roter Berg Lemberger« aus Schozach gehen Wein-Lyrikern die Worte aus. Hanix Nr. 46

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Leonore Welzin (67) studiert in Hamburg Kunst, Geschichte und Erziehungswissenschaft. Mit Forschungsstipendien sechs Jahre in Tokio arbeitet sie dort als Tänzerin, Video-Artist, Deutsch- und Englischlehrerin. Familiengründung in Amsterdam, wieder im Ländle ist sie seit 20 Jahren freischaffend und schreibt u. a. für die Kultur der Heilbronner Stimme, Tanzund Kunstfachblätter. Leonore Welzin Martina Sigmund-Servetti Martina Sigmund-Servetti hat ein Händchen fürs weiße Gold. Wo ihre formvollendet eleganten Porzellan-Gefäße auftauchen, räumen sie Preise ab. Ling Wu und Rui Wang Ling Wu (Pianistin) und Rui Wang (Sängerin) haben sich in Heilbronn getroffen. Per Zufall auf der Straße. Ein Lieder- und Arienabend, auf CD und Live im Alten Theater Sontheim sind erste Früchte des Duos Wang & Dem Geniekult eins in die Fresse hau’n, das schaffen selbdritt Detlef Bräuer, Karl May und Uli Peter seit Jahrzehnten. Beheimatet in der Zigarre sind BMP ein Think-Tank in Sachen Kunst im öffentlichen Raum, Gestaltung von Kommentaren zum Zeitgeist und mehr. Dem innovativen Künstlertrio möchte man beim Experimentieren, Denken, Zeichnen, Sägen und Schweißen senza fine über die Schulter schauen. Hölderlin Was wären wir ohne Hölderlin? Das Hölderlin-Museum im Klosterhof in Lauffen und die himmelstürmende Hölderlin-Skulptur von Peter Lenk auf dem Kreisel geben Antwort. KAFFEEHAUS HAGEN Aromen, Marx und Mokka – umgeben vom Duft frischen Kaffees aus der hauseigenen Rösterei entfaltet das Kaffeehaus Hagen auf knarzenden Holzdielen Pariser Flair und Wiener Gemütlichkeit. Hier greift man entspannt zur Tageszeitung, lässt Neuigkeiten Revue passieren, trifft sich zum Plaudern auf der Terrasse oder in kleiner Runde zum Abendprogramm im Le Café-Théâtre. SIMONE UND MATTHIAS BULLING Kreatives Kulturmanagement at its best, das sind Simone und Matthias Bulling. Ihr Programm (u. a. »Theater spezial« im Komödienhaus, Veranstaltungen im Audi-Forum) schafft den Spagat von Tradition und innovativem Crossover ohne Berührungsängste. SUSHI QQ Du bist, was Du isst: Lunch-time in Japan, ein heißer Tipp in der kalten Jahreszeit. Sushi QQ, die Sushi-Lounge gleich hinterm Rathaus bietet – leicht und unschlagbar gesund – die perfekte Kriegerkost. Fisch und Krustentiere, Shiitake-Pilze, eingelegter Ingwer und der Tränentreiber Wasabi, all das schützt das Immunsystem, hemmt Entzündungen, killt Cholesterin und kann sogar alkoholbedingte Leberschäden rückgängig machen! BADISCHE LANDESBÜHNE BRUCHSAL Ob Schulaula oder Mehrzweckhalle, die Badische Landesbühne Bruchsal bringt Kultur auf den Punkt und in die Provinz – tolle Schauspieler, gute Stückauswahl, erfrischende Inszenierungen – kurz ein Tourneetheater mit Herz, das 24 Orte bespielt, unter anderem Eppingen, Mosbach und die Bäderstädte Rappenau, Wimpfen und Friedrichshall. THEODOR HEUSS Was wären wir ohne Papa Heuss gewesen? Frühlingserwachen der Demokratie in Deutschland unter seiner Ägide, daran erinnert das Theodor-Heuss-Museum in seiner Geburtsstadt Brackenheim mit Dauer- und Sonderausstellungen. VOGELKUNDLICHE WANDERUNG IM ZABERGÄU Wer in die Fußstapfen des Heiligen Franziskus treten und mit den Vögeln sprechen möchte, dem sei im Frühjahr eine vogelkundliche Wanderung im Zabergäu empfohlen – sozusagen als erste Lektion im Fach Gezwitscher. Raimar Schurmann Raimar Schurmann ist freier Grafikdesigner und kümmert sich bei Hanix um Artdirektion und Layout. DREAMWORLD RECORDS Ein Plattenladen wie er sein muss. Super Sortiment und ein Chef mit Ahnung. DATA 77112 Die beste Bar der Stadt – mindestens der Stadt. Steht für coole Abende mit netten Leuten und Freunden. CHOUCHOU BOUTIQUE & RSD Mehr als nur mein Arbeitsplatz. Direkt an der Neckar- Promenade gelegen einer der schönsten Plätze Heilbronns. BALKON Einer meiner all time favorite Spots im Sommer. JAGST Bester Badeort der Region. Frisches Wasser und gute Luft! MÖNCHSEE STUBE & GASTSTÄTTE HESSER Hier enden Sonntagabend viele Wochenenden bei einem Schnitzel mit Freunden. Im Hesser gibts zum Essen meist noch ein nettes Rahmenunterhaltungsprogramm. COMPLEX 23 Hier kann man immer wieder tolle Konzerte und Ausstellungen besuchen. Im dazugehörigen Laden »multimono« gibts Zines & Handgemachtes aller Art zu kaufen. Selbst tätowieren kann man sich im Complex lassen – in der »Ritze Razze Tattoo & Kreativwerkstatt«. WITTWER IM HEILBRONNER HBF Ich liebe Magazine. Die beste Auswahl der Stadt gibts hier. KUTUKI Ein Abendessen auf der Terrasse – an einer warmen Sommernacht – fühlt sich wie ein Kurzurlaub in Griechenland an. ITALFOOD Mein »Little Italy« in Heilbronn. Pasta & Caffè – all I need. Hanix Nr. 46

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Maria Sanders Maria Sanders ist Redakteurin und Moderatorin. Sie schreibt seit der ersten Ausgabe fürs Hanix. Ihre Kindheit verbrachte sie bei Berlin, ihre Jugend in Hohenlohe. Schwäbisch kann sie immer noch nicht. Dafür lebt und arbeitet sie heute glücklich in Heilbronn und München. DIE HEILBRONNER Die Menschen liegen mir am Herzen. Besonders meine beste Freundin. Zwanzig Jahre sind es dieses Jahr geworden. Hört sich altmodisch an, aber: Es ist so schön, dass es dich gibt. IN ALLE RICHTUNGEN Ruck zuck ist man auf der Autobahn. München, Köln oder Stuttgart ist dann (fast) nur noch einen Katzensprung entfernt. KAFFEE OLÉ Es gibt viele schöne Plätze in Heilbronn. Im Kaffeehaus Hagen bin ich besonders gern. AM ANFANG STAND DAS H Ich mag Heilbronns Anfangsbuchstaben. Der klingt für mich herzlich, hoffnungsvoll und heimatverbunden. ECKE SALZSTRASSE Kreativzentrum Heilbronn, Ant Studios, Purpurfilm oder Erich Benz. Ganz wunderbare Künstler und so wunderbare Menschen. QUARKTASCHE Ich mag regionale Produkte. Die beste Quarktasche gibt’s in der Bäckerei Kolb in Untereisesheim. Probiert sie mal aus und sagt mir, wie sie euch schmeckt. VERSTECKTE DIAMANTEN Heilbronn hat beeindruckende Musiker, Künstler und kreative Köpfe. Ich wünsche mir, dass man ihnen mehr Raum gibt. ÖHRINGEN Ist eine süße Kleinstadt, in der es alles gibt. Sie ist zwanzig Minuten östlich von Heilbronn entfernt und einen Besuch wert. LEBENSQUALITÄT Ob urbanes Flair oder Landidyll. Im Heilbronner Land lässt’s sich einfach echt gut leben. VERTRAUEN Ich habe ein enormes Urvertrauen in unsere Stadt.

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Meli Dikta Nico Kurth Meli Dikta (39) ist gebürtige Heilbronnerin und lebt nach kurzen Ausflügen nach München und Karlsruhe wieder gerne hier. Sie arbeitet als freie Fotografin und Bedienung. Sie hat eine vierjährige Tochter und ist Hundemama einer Französischen Bulldogge namens Osse. TIPI Die lieben Mädels Anne und Rabea betreiben diesen kleinen Laden im Norden Heilbronns. Wer auf der Suche nach schönen Geschenken für die Kleinsten ist oder sich selbst eine Freude machen möchte, sollte hier unbedingt mal »Hallo« sagen. AUFBAUGILDE Hier gibts alles zu kleinen Preisen. Secondhandenthusiasten werden dieses Kaufhaus lieben. Ich tu es mindestens einmal die Woche. Wer Kleidung oder eben alles andere übrig hat, darf auch gerne hier spenden. DAS BLUMENHAUS Flower-Power-Deluxe – der schönste Blumenladen weit und breit. Klein. Fein. Kreativ. Besonders. Die Blumen sind eine Wucht. Die Blumenhaus-Frau macht auf Wunsch tolle Haarbänder aus echten Blumen oder was immer du gerne möchtest. CHARIVARI I’m in love with you. Wer lecker essen gehen möchte oder einen geschmeidigen Drink zu sich nehmen mag, ist hier bestens aufgehoben. Tolles Ambiente, schöne Musik dezent im Hintergrund (das gibt es selten in Heilbronn!). Dazu nette Menschen. FLOHMARKT THERESIENWIESE Mindestens einmal im Monat darfst du dich ins Getümmel stürzen. Lass dich nicht von den Ständen mit Neuware abschrecken, glaub mir, es gibt genügend Stände mit schönen gebrauchten Dingen die dich glücklich machen. Wenn du knapp bei Kasse bist, verkauf deinen Trödel hier. PFEFFER LEBENSMITTEL Bester Kaffee der Heilbronner Welt. Ehrlich wahr. Du kannst hier mal getrost alles trinken und essen. Ich arbeite hier und das ist ein gutes Gefühl. Ein hoch auf meine Kollegen, die sind super und bedienen dich mit viel Liebe. ICH LIEBE HEILBRONN Das sag ich genauso und nur aus einem Grund. Hier habe ich meinen Lieblingsmenschen getroffen und das ist das Beste, egal wo du lebst. Lieblingsmenschen sind selten. Ich hab jetzt sogar noch einen Minilieblingsmenschen. Ich fühl mich komplett gesegnet. #heilbronnerliebe DOGCOM – HUNDEKINDERGARTEN BAD WIMPFEN Du bist glücklich, wenn dein Hund es ist. Jeden Mittwoch um 7 Uhr springt ein strahlender Hund ohne eine Träne des Abschieds aus dem Auto und noch strahlender um 19 Uhr wieder ins Auto. Die Gäng hing den ganzen Tag zusammen ab und es wurden Neuigkeiten ausgetauscht. Trotz streng eingehaltener Ruhepausen wird meistens schon im Auto auf dem Heimweg vor Glückseligkeit geschlafen. WALDHEIDE Wenn du frische Luft brauchst und dazu auch Natur um dich, dann fahr dahin. Lauf durch den Wald, setz dich auf eine Bank und genieß die Ruhe. Der Kopf wird leise und du leichter. BÄCKEREI LANG Die Antwort auf die Frage, wo du vor allem sonntags zum Frühstücken hingehen solltest. Das Angebot, in Heilbronn am Sonntag lecker und schön zu frühstücken, ist komplett unausgeschöpft. Stilsicheres Café und feine Bäckerei. Sonntags bis 17 Uhr geöffnet! Böckingen kann schon auch was. Nico Kurth (31) ist Diplom-Fotodesigner und kommt ursprünglich aus Brandenburg. Nach seinem Studium an der FH Dortmund und Auslandssemester in Moskau und Jerusalem lebt er mit seiner Familie seit 2014 in Heilbronn. VILLA SCHLIZ UND EIN SPAZIERGANG AM LERCHENBERG Die Villa Schliz gilt als »äußerst seltenes und qualitätvolles Beispiel des floralen Jugendstil in Württemberg« - zitiert Wikipedia. Ich sage unbedingt anschauen und die hügelige Gegend erkunden. WEINVILLA Der Name ist hier Programm. Tolle renovierte Villa, deftige Küche und regionale Weine. FRÜHSTÜCK FÜR ZWEI PERSONEN IM KAFFEE HAGEN Wer einen guten Kaffee schätzt und das nicht nur weil er gerade im Discounter im Angebot ist, für den ist die Rösterei, die auch Seminare und Tee zum Verkauf anbietet, ein Pflichtbesuch. KAFFEEBUCHT Der wohl beste Ort in Heilbronn um Nachmittags im Liegestuhl am Neckar zu verweilen. Kein überfordertes Personal oder »Essen ist fertig - Pieper« sondern einfache Selbstbedienung - so ist’s richtig. SONNENUNTERGANG AM WARTBERG Wenn man von den gepimpten Autos, Posern und leeren Flaschen mal absieht, dann könnte man hier die Auto-Kuss-Szene in einem amerikanischen Teenagerfilm drehen. HOFLADEN DER GÄRTNEREI PINAR UND DIE WEINBERGE Ein kleiner feiner Hofladen, für jeden zu empfehlen, der gern weiß woher sein Essen kommt. CHOUCHOU BOUTIQUE, TIPI, MULTIMONO Französische Mode, Kinderspielzeug, PopUp Store, fantastische Leute, ein bisschen Prenzelberg-Gefühl, bitte mehr davon. DER HAFEN Industrieromantik at it's best. Spät abends oder früh morgens im Nebel herrscht hier eindeutig ein wenig »David Lynch«-Stimmung. JOGGEN DURCH DEN WERTWIESENPARK Im Sommer am besten früh morgens bei guter Luft und viel Platz, bevor die ersten Grills befeuert werden. BÄCKEREI LANG IN BÖCKINGEN Wer das »Schöner Wohnen«-Magazin mag, der wird auch diesen Bäcker lieben.Zweiter Tipp für ein Frühstück am Sonntag. Kein langweiliges Buffet sondern leckeres à la carte. Hanix Nr. 46

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Matthias Marquart Matthias Marquart, 1966 geboren in Heilbronn, abgehoben als Pilot bei der Luftwaffe, Jurastudium und nach langen Jahren wieder nach Heilbronn zurückgekehrt. Deutschlands »ältester Volontär« fand im Journalismus seine Berufung. Seit 2008 ist er Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins w.news der IHK Heilbronn-Franken und als stv. Leiter des Geschäftsbereichs Kommunikation aktiv. Das HANIX hat er mit Berichten nahezu von Beginn an unterstützt und begleitet. HOME Hier kann ich entspannen – lesen, Musik hören, fernsehen oder mich fallenlassen – einfach nur ich sein – Zuhause eben HARTMANS Ein Anker nach der Arbeit – Freunde, Südkurve, leben und erleben. HEUCHELBERGER WARTE Ein berauschender Blick, eine tolle Location – Heimat pur. LAUBE Hier bin ich groß geworden – erste Station in meiner »Gastronomiekarriere«, zweite Heimat, viele Erlebnisse, erstes aber tiefes eintauchen in die Szene und eine verrückte tolle Zeit – danke dafür auch an Micha und Unki – das nimmt uns keiner mehr und das gibt es so auch nie wieder. Neckarsteg Ein besonderer Platz für mich – gesperrt, ruhig, Natur, der Fluß, der unheimlich beruhigend wirken kann – innere Einkehr, ein Platz, an dem ich mich sortieren und zur Ruhe kommen kann. Ziegeleipark Heute ein sehr schöner Park, ein Platz zum relaxen – ich kenne ihn noch als es ein aktiver Ziegeleibetrieb war und später als verwildertes Brachland – wir haben dort als Kinder oft gespielt und allerlei Blödsinn gemacht. KNORR Ein Wahrzeichen Heilbronns – wer kennt nicht diesen Geruch? BASAK, EIN TÜRKISCHES LEBENSMITTELGESCHÄFT steht für mich als pars pro toto für die vielen ausländischen Lebensmittelmärkte in denen ich sehr gerne einkaufe und Neues kennenlerne. WALDHEIDE Ein sehr indifferenter Platz – ein wunderschönes Naturschutzgebiet und ein toller, einzigartiger Ort zum Erholen. Ich habe ihn aber auch noch als Standort der Pershing I- und II-Raketen erlebt. Q-BIG Ein paar größenwahnsinnige Bauten – mit einer vollkommen nutzlosen Außenhaut ohne jegliche Funktion – aber einfach nur geil, ein architektonisches Glanzlicht und für mich einfach nur gelungen und außergewöhnlich – schön anzusehen. H E I L B R O N N E R OBERSTÜBCHEN RÄUME FÜR WORKSHOPS | PRÄSENTATIONEN | SEMINARE www.heilbronner-oberstuebchen.de

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Florian Damaschke (40) ist gebürtiger Heilbronner und in Möckmühl aufgewachsen. Nach Stationen in Mannheim und München arbeitet er heute als Zeitschriften-Redakteur in Stuttgart. Gemeinsam mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter lebt er seit 2014 in Heilbronn. NECKARUFER Die Rad- und Fußwege sind gepflegt und in der Dämmerung sogar beleuchtet. Autos Fehlanzeige. So viel Naherholung mitten in der Stadt ist auch nicht gerade selbstverständlich. Florian Damaschke RENNRADFAHREN IM WEINBERG Hinauf zum Heuchelberg oder den Stiftsberg hoch, die knackigen Anstiege belohnen mit Bilderbuch-Ausblicken über das Neckartal. RATHAUSMARKT Auf dem Markt einkaufen hat zwei Vorteile. Erstens, man kommt raus an die frische Luft und zweitens mit den Obst- und Gemüsebauern schneller ins Gespräch, als man gucken kann. KIOSK IM HAUPTBAHNHOF Mit der Zeitung in den Zug, ohne geht morgens nicht. Meistens muss es schnell gehen, dann nicken mir die netten Verkäuferinnen kurz zu, wenn ich die 2,60 Euro im Vorbeigehen auf den Tresen lege. MITTAGSTISCH IM PFEFFER Schick und edel, klar, aber drinnen geht es bodenständig und ganz besonders herzlich zu Werke. Wäre das Essen nicht so gut, man käme glatt allein des Service wegen. BACKSTÜBLE Die ersten Getränke fließen schnell. Da kommt die heiße Wurst zur Halbzeit gerade recht. Fußball schauen im Backstüble konzentriert sich auf das Wesentliche. Gute Sicht von jedem Platz und ein Auge immer Richtung Tresen. PIZZA NICOLA Mal abgesehen davon, dass es Geschmackssache ist, macht Pizzabäcker Nicola in der Trattoria Vecchia die beste Pizza der Stadt. Ein Anruf und zehn Minuten später streckt mir Nicola die fertige Pizza und seine mehlbestäubte Faust zum Gruß über den Tresen. AQUATOLL IN NECKARSULM Ein Hallenbad mit 50 Meterbecken ist eine Ansage. Dass man vom Wasser durch die Glasfassade direkt auf die Weinberge guckt, gibt einem das Gefühl, im Freien seine Bahnen zu ziehen. ARTHAUS-KINO Für die Vielfalt des Programmkinos, gegen den Einheitsbrei der Multiplex-Kinos. Seit dem Umzug ins nagelneue Kinostar- Filmtheater im Marrahaus, macht es noch mehr Spaß. CHOUCHOU-BOUTIQUE Hier gibt es nur Kleidung für Damen. Deswegen gehe ich am liebsten alleine hin. Dann kann ich in Ruhe was für meine Frau aussuchen. Mache ich wirklich manchmal. Friedemann Orths (29) ist Mitglied der Hanix-Redaktion. Ursprünglich aus Heidelberg stammend arbeitet er seit zwei Jahren bei Hanix und wohnt in Sinsheim. Friedemann Orths STUDIO DER ME2YOU-CREW Ein kleiner Proberaum im Heilbronner Industriegebiet, aus dem jeden Samstag eine Online-Radioshow gesendet wird. Ort legendärer Ereignisse und der beste Platz, um sich auf eine Nacht im mobilat vorzubereiten. Momentan suchen die Jungs jedoch ein neues Studio. MOBILAT Mein Heilbronner Lieblingsclub. Einfach »underground« und aus der Stadt nicht wegzudenken. Für mich für viele Jahre das Einzige, was ich mit Heilbronn assoziierte. BAHNHOF Klar, das Gebäude ist abgrundtief hässlich, aber es gibt für mich nach einem Arbeitstag keinen schöneren Anblick als den Ort, von dem ich nach Hause aufbrechen werde. Außerdem kann man immer noch etwas einkaufen. GRÖSSE DER STADT Innerhalb Heilbronns kann man wirklich viel einfach zu Fuß erreichen. Unabhängigkeit vom öffentlichen Nahverkehr ist immer ein Plus! HANS IM GLÜCK Die Burgerkette macht einige der besten Burger, die ich je gegessen habe. Grund genug für einen Platz in meiner Liste. SUSHI BEIM KAISER-TURM Wer Sushi vom Fließband möchte, ist hier genau richtig. HANIX-BÜRO Arbeit ist nicht immer schön, aber durch meine Arbeit bei Hanix habe ich so viele interessante und nette Menschen kennengelernt, dass es stellvertretend für mein »Heilbronn-Gefühl« steht. ÖZ URFA GRILLHAUS Döner oder Dönerbox zum Mittagessen, noch dazu die besten der Stadt! METZGEREI KLUMPP Das Fleischkäsebrötchen als Alternative zum Döner in der Wilhelmstraße, schließlich muss ja auch Deutsches Fast-Food sein! FREIZEITAKTIVITÄTEN Ob experimenta, Golfen oder Museumsbesuche, Theater oder Subkultur: für Unternehmungen bieten Heilbronn und sein Landkreis immer und für jeden etwas. Hanix Nr. 46

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Hanix Nr. 46 Florian Geiger Florian Geiger (26) ist Grafikdesigner und von Anfang an ein fester Teil von HANIX. Er kümmert sich unter Leitung von Raimar Schurmann um Layout und Satz des Magazins. Der gebürtige Heilbronner wohnt zwar in Bretzfeld, ist aber meistens in Heilbronn unterwegs. NECKARPARK Bei gutem Wetter sitze ich gerne und am liebsten mit Freunden unten am Wasser auf der kleinen Insel gegenüber des Inselhotels. HEILBRONNER GASTRO Meistens bin ich gegen Abend in Heilbronn und meiner Meinung nach wird trotz Heilbronns überschaubarer Größe gastronomisch überall viel geboten. OBERE UND UNTERE NECKARSTRASSE Seit gefühlt Mitte 2016 ist diese Straße durch die vielen neuen Gastroangebote eine absolut hippe Straße geworden und belebt den Neckar. UNTERGRUPPENBACH BURG STETTENFELS Auch wenn sich Kaffee und Kuchen auf der Burg Stettenfels nicht lohnen, so ist die Aussicht über ganz Heilbronn einen Sonntagsausflug wert. STADTTHEATER HEILBRONN Schon länger bin ich begeisterter Zuschauer sich dort abspielender Stücke. Ich finde das Stadttheater ist einer Heilbronns wertvollster Besitze. ITALFOOD Wer sich vom äußeren Eindruck nicht abschrecken lässt, kommt hier sicher auf seine Kosten. Ich kaufe hier regelmäßig italienische Spezialitäten. SPATZ Wer etwas Zeit mitgebracht hat, gerne draußen ist und in Richtung Fußgängerzone blickend Kaffee trinkt, für den ist dieser Platz jeden Cent wert. Man könnte meinen, man befindet sich auf einem Catwalk der ganz besonderen Art. TK MAXX Für mich ein Pflichtbesuch, wenn ich mich zum Einkaufen in Heilbronn befinde. BIERHÖLLE Szenetreff und Insiderkneipe für wahrhaftige Heilbronner Unikate und alkoholbegeisterte Menschen mit besonderen Existenzen und einzigartigen Geschichten. Ein guter Start für einen Kneipenabend. HOHENLOHER EBENE Einen Steinwurf von Heilbronn entfernt findet man in der Hohenloher Ebene landschaftlich einen mediterranen Hochgenuss. Für mich nicht nur zum Durchfahren, sondern auch zum Wohnen die perfekte Wahl. Memo Filiz Memo Filiz (28) fotografiert seit den ersten Stunden für Hanix. Er tourt gerne mit Rihannas Bruder durch Europa, isst zum Sterben gerne Cholesterin in Form von Donuts und Burgern oder spielt mit seinen unzähligen Technik-Gadgets. Eine Fotodrohne hat er schon, wir hoffen nun noch auf ein Foto-U-Boot in seinem Fundus. Überraschen würde es nicht. MEIN PASSAT Der Passat mit dem größten Durchhaltevermögen, der gebaut wurde, ist in meinem Besitz. Er fährt und fährt und fährt nun schon seit 7 Jahren auf Heilbronner Straßen. FRISCHER APFELSAFT SCHLOSS LIEBENSTEIN Jeden Samstag wird hier im Hofladen frischer Apfelsaft gepresst und im Hofladen direkt aus Kanister verkauft. Unglaublich lecker und gesund! Ein Träumchen. Fährt man sonntags auf der B27 in Richtung Mosbach durch die kleinen Ortschaften, findet man hier wunderschöne Landschaften, Felder und Wälder … Ohne die B27 verlassen zu müssen. Im Sommer/Herbst ein Genuss für die Seele. MEIN BETT Wer braucht eine 100m 2 -Bude, wenn er nicht das beste Bett der Welt hat. In Kombination mit einer riesigen 220x220 Decke gibt es nichts Besseres. CINEMAXX/CINEPLEX Den Großteil meiner Freizeit verbringe ich mit Freunden im Kino. Popcorn, Dolby Surround. Perfekt! SHARKEY’S Lust auf Twisters und gute Burger? Besser als im Sharkey’s ist man dafür nirgends aufgehoben. Kleiner Tipp: Zwei kleine Burger sind besser als ein Großer. Philadelphiaburger! WOW! OBERSULM Aufgewachsen in der beschaulichen Gemeinde Obersulm, finde ich hier meine Ruhe am Breitenauer See (30°C- Sommertage sind davon ausgeschlossen). MOBILAT CLUB Wenn man mich in einem Club trifft, dann im Mobilat in der Salzstrasse. Nicht schön, dafür gemütlich. SONNENUNTERGÄNGE AM WARTBERG Schon einmal zum Sonnenuntergang auf den Wartberg gefahren? Die Stadt zeigt sich hier von ihrer schönsten Seite. Tolles Wetter natürlich vorausgesetzt. Wenn auf dem Weinberger Kreuz mal nicht gebaut wird, lässt es sich hier bequem auf den unbegrenzten Abschnitten Kilometer runter spulen.

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Die Oliver Maria Schmitt-Kolumne Heilbronn – A Nice Place To Come From Made in WH Warum Weihnachten eine so traurige Sache für mich ist. Jetzt kommt endlich wieder die schönste Zeit der Welt, des Lebens und des Jahres: die Weihnachtszeit. Noch schöner ist nur die Vorweihnachtszeit, denn die schönste Freude ist bekanntlich die Vorfreude. Sie beginnt im Spätsommer mit Zimtsteinen und Dominosternen und endet jäh Ende Dezember, wenn die jungen Osterhäschen die ollen Weihnachtsartikel aus den Supermarktregalen vertreiben. Ein Vorgang unnötiger Grausamkeit gegen wehrlose Weihnachtsmänner und nahezu ungeborene Christkinder. Einzige Alternative wäre da doch ein besinnliches und friedvolles Ganzjahres-Weihnachten. In Rüdesheim am Rhein gibt es eine Dependance von Frau Wohlfarths weltberühmtem Nippesladen. Da ist, wie die Werbung droht, »festliche Weihnachtsstimmung – das ganze Jahr«. Das ist vorbildlich – und das wäre ganz bestimmt auch im Interesse der Winzer, denn die Vorweihnachtszeit ist die beste Gelegenheit, die unverkäuflichen Reste in den Rotweintanks unters Volk zu bringen – als Glühwein. Natürlich möchte ich keinesfalls unterstellen, dass die lauwarme, überzuckerte Gülle, die sich ab Ende November Millionen besinnlicher Prolls rituell in den Kopf gießen, aus württembergischen Landen kommt. Das ist nämlich nur der Fall, wenn die Plempe euphemistisch als regionaler »Winzer-Glühwein« verklappt wird. Der normale, viel volkstümlichere Glühwein wird aus Wasser, Zucker, einer Gewürzmischung und viel billigerem Tankwagenrotwein unklarer Herkunft gemixt. Auf dem Spotmarkt kostet der Liter Euro-Rotwein gerade mal 38 Cent. Bei einem Durchschnitts-Tassenpreis von drei Euro entsteht so ein Aufschlag von fast viertausend Prozent, was in der Gastronomie eine absolute Traummarge darstellt. Schön, dass heute so viele Menschen im würdelosen Weihnachtsmarktgetaumel daran mitwirken. Hanix Nr. 46 OLIVER MARIA SCHMITT-KOLUMNE – FOLGE 8

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Hanix Nr. 46 Früher war natürlich alles besser. Mitte der siebziger Jahre waren Deutschlands winterliche Städte noch nicht flächendeckend mit uniformen Sperrholzhütten zugemüllt und der Weihnachtsmarkt der schwäbischen Weltmetropole Heilbronn noch eine ziemlich überschaubare Sache. Vor dem historischen Rathaus standen zwei Handvoll zusammengenagelter Bretterbuden, elektrisch verstärktes Weihnachtsschlagergeheule war noch unbekannt, und von Gewerbescheinen oder Standplatzgenehmigung wollte keiner was wissen. Jedenfalls nicht von den zwei Kleinstgewerbetreibenden, die samt ihrem Warenkorb unbeachtet am Rande standen und froren. Hans-Dieter und ich, wir waren zehn und hatten das Leben als arme Schlucker satt. Mit wenig Geschick und ebensoviel Ausdauer hatten wir einen ganzen Korb voll kleiner erbärmlicher Tontellerchen fabriziert, irgendwie komische, in den Handflächen geknetete Dinger, die weder rund noch plan, dafür aber mit der eigenhändig streichholzgeritzten Buchstabenkombination »WH« versehen waren. Den wenigen Interessenten, die an unserem jämmerlichen Stand vorbeischauten, erklärten wir, »WH« stehe für »Weihnachtsmarkt Heilbronn« – was die Kaufbereitschaft nicht gerade anstachelte. Angesichts des günstigen Preises von zwei Mark pro Stück eine Frechheit. Nach drei Stunden hatten wir nur eine einzige dieser scheußlichen Schalen verkauft. Da kam Hans-Dieters Mutter des Wegs, eine handelserfahrene Heilbronner Metzgersgattin, und ging in die Verkaufsoffensive. Auf ein Stück Pappe schrieb sie mit großen Lettern: »Für Aktion Sorgenkind: original Heilbronner Weihnachtsmarkt-Schale«. Eine halbe Stunde später waren alle Schalen verkauft. Wir waren reich, träumten von einem Leben ohne Eltern und planten, Anteile an einer Kaugummifabrik zu erwerben. Zwei Tage später standen wir heulend im Postamt, wo wir unter den gestrengen Augen der Metzgersgattin WIR KÖNNEN MAGAZIN – ABER NICHT NUR! den gesamten Gewinn auf ein Konto der Aktion Sorgenkind einzahlen mußten. Seitdem haben wir uns nie wieder auf diesem Geschäftsfeld versucht. Vielleicht ein Fehler – jetzt, da die Weihnachtsmärkte so boomen, sich krebsgeschwürartig durch die Innenstädte fressen und die Leute noch viel glühweindurstiger sind als früher. Wären da original handgemachte WH-Glühweinuntersetzer nicht genau das richtige für Heilbronn? ◆ Oliver Maria Schmitt, Jahrgang 1966, ist Romancier und Journalist. Für seine Reportagen wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Henri-Nannen-Preis 2009. Was wir in gewohnter Hanix-Qualität noch so drauf haben, ist bisher ein Geheimtipp: Hanix verknüpft, was zusammengehört. Über die letzten Jahre konnte Hanix die besten Autoren, Gestalter, Fotografen, Filmer, Cutter, Musiker, Booker und Vermarkter der Stadt für sein Netzwerk gewinnen. Die Stärke liegt in der Vielseitigkeit der Kombination: Media und Content, Musik, Booking und Beratung, Print und PR, Merch und Marketing, Druck und Digital, Planung und Party, Grafik, Gastro und Social Media – fast alles geht. Weil wir es halt können. Neugierig auf mehr? info@hanix-magazin.de oder 07131/1216500

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Ein Brief mit Fotografien von MARIA SANDERS Unsere Autorin hat als Mitarbeiterin des ARD-Studios in New York die US-Wahlen und Donald Trumps Wahlsieg hautnah miterlebt und die damit verbundene New Yorker Schockstarre auf dem Time Square erfahren. Liebe Heimat, ich sitze auf einem alten Polsterstuhl und denke an dich. Ich muss lächeln, als ich mich an meine ersten Tage in New York erinnere. Wie verwundert ich war, dass ich nach dreieinhalb Schritten schon die andere Seite meines Apartments erreicht habe. Dass der amerikanische Pumpernickel im Grunde doch nur mit Kaffee, Kakao oder Körnern eingefärbtes Weißbrot ist – die Menschen hier sind aber unglaublich freundlich. Sie sind so freundlich, dass sie sich dafür entschuldigen, wenn du sie versehentlich anrempelst. Oder sie laden dich ein: Im Flugzeug lernte ich Elisabeth aus North Carolina kennen. »If you need something.« Für den Fall, dass du Hilfe brauchst, meinte sie und gab mir ihre Nummer. Sie hat mich eingeladen, Thanksgiving bei ihr und ihrer Familie zu verbringen. Wir kannten uns gerade mal vier Stunden. Mensch, ich habe dir so viel zu erzählen, liebe Heimat, dass es mir schwerfällt, mich auf nur wenige Highlights zu beschränken. Jeder Tag ist ein Abenteuer. Es passiert immer was. Es ist halb zwei nachts, als ich eine Pause einlege. Ich klappe kurz meinen Laptop zu und gehe runter zu Abraham, der in seinem Store die leckersten Schoko-Donuts in der 34th Street verkauft. »Good luck, Maria«, wünscht er mir noch beim Schreiben meines Briefes an dich, liebe Heimat. Auf dem Rückweg bemühe ich mich, keinen Kaffee zu verschütten und denke dabei an den 72-jährigen Paul Miller, den ich im Shuttle-Bus vom John F. Kennedy Flughafen nach Manhatten kennenlernte. Wir hatten es vom Brexit und anderen Ausrutschern. Ich nickte innerlich und dachte an die US-Präsidentschaftswahl. Ich habe sie hautnah miterlebt. An diesem Dienstagabend fühlte ich mich wie in der Anfangsszene des Filmes »Die Tribute von Panem«. Gut dreitausend Menschen standen auf dem Times Square, dem sonst lebendigsten und überdrehtesten Ort der Stadt. Normalerweise lachen die Leute dort. Sie eilen zu ihrem nächsten Termin oder verweilen mit ihren vollgepackten Shoppingtüten auf dem Platz. Nicht an diesem Abend. Sie sahen nervös und teilweise verstört zu den riesigen Bildschirmen auf. Ihre Augen wurden immer größer, als die Stimmen des Voting-Barometers für Donald Trump zunahmen. »Wer wird gewinnen?«, haben sich die New Yorker gefragt, die Hillary Clinton fast einstimmig wählten. Aber auch nur, um ihrer Ansicht nach das größere Übel zu vermeiden. Clinton wurde von den Menschen in den östlichen und westlichen Bundesstaaten gewählt. Trump wurde von den jenen gewählt, die in der Mitte und im Süden des Landes leben. Was bedeutet, dass demokratische Wähler vermehrt in den Hanix Nr. 46 BRIEF AN DIE HEIMAT

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Hanix Nr. 46 Großstädten an den Küsten leben und Hillary Clinton die traditionell konservativen Wähler im Landesinnern wenig überzeugen konnte. Dann sind die Würfel gefallen: Donald Trump ist das neue Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten von Amerika. Ich gebe es zu, liebe Heimat: Ich war schockiert. Meist wurde er von den älteren Menschen gewählt, während viele junge Menschen frustriert an der Seite stehen. »That’s the worst thing that happened in my whole fucking life.« Das ist das Schlimmste, was mir in meinem ganzen Leben passiert ist, hörte ich einen jungen Mann hinter mir verärgert rufen. Nachvollziehbar, bei Trumps Wahlversprechen: Er will eine Mauer an der Grenze zu Mexiko errichten. Bestehende Handelsabkommen will er überprüfen. Und wenn nach Trumps Meinung jeder Amerikaner eh auch Waffen tragen darf, finden sich sicher neue Gelegenheiten, die die Investitionen in die nationale Sicherheit begründen. Ach, und die Steuern will er auch noch senken. Wofür, frage ich mich? Kann er sie doch gleich abschaffen. Er zahlt ja selber keine. Ich weiß, liebe Heimat, die Zukunft mit ihm sieht wenig rosig aus. Dennoch machen mir Menschen wie Bill de Blasio, Bürgermeister von New York City, Mut. »We are one nation, one society«, sagte der 55-Jährige drei Tage nach den Wahlergebnissen auf einer Pressekonferenz in Midtown. Gerade jungen Menschen möchte auch Matthew Chavez ein Sprachrohr sein. Mit Post-its. Sie liegen auf einem Tisch in der Subway Station in der 14th Street, sechste Avenue. »Ich habe nur Zettel und Stifte hingelegt«, erzählt der Straßenkünstler. »Alles andere haben sie gemacht«, und meint damit die 5000 Zettel, die über den eigenen inneren Groll gegen Trump berichten. Es würde mich nicht wundern, wenn die Bewegung größere Wellen schlagen würde. »Unglaublich«, denke ich mir auch, als ich das Sinfonieorchester zusammen mit Weltstar Anoushka Shankar an der Sita in der New Yorker Philharmonie spielen höre. Am Konzertende gab es sogar Standing Ovations. Dann muss es schon richtig gut gewesen sein, wurde mir gesagt, weil der New Yorker sonst geht. Er bezahlt, schaut zu und springt danach zügig wieder auf, um nach Hause zu fahren. Ohne langes Klatschen. An diesem Abend standen wir eine Weile. 2700 Menschen klatschten. Liebe Heimat, es ist toll in New York. Einfach eine aufregende Zeit, die ich nicht so schnell vergessen werde. Ich freu mich auf dich! Bis in ein paar Wochen. Maria Für Kinder übernehmen wir Verantwortung das Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Ihrer Region Albert-Schweitzer-Kinderdorf e.V. Margarete-Gutöhrlein-Str. 21 74638 Waldenburg Telefon: 0 79 42 / 91 80-0 info@albert-schweitzer-kinderdorf.de www.albert-schweitzer-kinderdorf.de HELFEN SIE MIT Spendenkonto 572 04 Sparkasse Hohenlohekreis (BLZ 622 515 50) IBAN: DE 09 6225 1550 0000 0572 04 SWIFT/BIC: SOLADES1KUN

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Eislauf auf dem Pfühlsee Januar 1997 (Foto: Babsy Kimmerle, Stadtarchiv Heilbronn) Hanix Nr. 46 Seit 1913 gab es im Pfühl eine städtische Eisbahn, auf der man gefahrlos Schlittschuhlaufen konnte. Aber auch den zugefrorenen Neckar und den Trappensee nutzten die Heilbronner und Heilbronnerinnen für das kalte Vergnügen. Im 19. Jahrhundert war der Böckinger See dafür sehr beliebt. Und seit 1927 gab es noch eine weitere Möglichkeit zum Schlittschuhlaufen: Der Tennis-Club 1892 Heilbronn setzte in kalten Wintern seinen Tennisplatz an der Bismarckstraße 108 unter Wasser und stellte ihn als sogenannte »Spritzbahn« zur Verfügung. Ab den 1930er Jahren wurde der Trappensee während der Eislaufsaison an den Wochenenden abends beleuchtet und man konnte dank eines Grammophons seine Runden zu Schallplattenmusik drehen. Im Winter 1932/33 begannen einige »Landhockeyspieler« des Vereins für Rasenspiele (VfR 96), auf dem zugefrorenen Pfühlsee Eishockey zu spielen. Auch den Kanal durften sie als Spielfeld nutzen – wenn er denn zugefroren war. Mit der Gründung des Rollschuh- und Eislaufvereins (REV) Heilbronn im September 1934 hoffte die stetig wachsende Zahl von Eislauf- und Eishockey-Fans, dass sie eine wetterunabhängige Kunsteisbahn bekämen. Aber vergebens – realisiert wurde nur die Rollschuhbahn. 1969 gründete sich sogar eine »Bürgerinitiative Kunsteisbahn«, die eine Unterschriftensammlung organisierte. Es sollte jedoch weitere zehn Jahre dauern, bis Heilbronn eine erste – wenn auch kommerziell betriebene – Kunsteisbahn bekam. Aber auf einem zugefrorenen See zu laufen, hat immer noch seinen ganz eigenen Reiz. Den fängt auch das Foto ein, das von Babsy Kimmerle stammt. Sie ist eine von zwei Fotografinnen des Heilbronner Stadtarchivs und leitet auch dessen Medienstelle. Näheres unter 70 www.stadtarchiv.heilbronn.de DER HISTORISCHE SCHUSS

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Hochzeitsreportagen / Paarshootings / Photobooth Hanix Nr. 46 nicokurth-hochzeitsfotografie.de f r e i r a u m - p h o t o s . d e schreib mir für ein individuelles angebot info@blickboutique.de

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.jpg »Wandgestaltung«, Unterführung Sülmertor, Heilbronn 13.09.2016, 20:48 Uhr bis 15.09.2016, 21:21 Uhr Fotos: Nico Kurth Adrian Falkner, der sich unter dem Alterergo Smash 137 einen Namen gemacht hat, und seine Assistenten Carlo Kohal und Alexander Fielitz arbeiteten an der Unterführung am Sülmertor vor allem nachts. Mittels Projektionen via Overheadprojektor und Pinseln arbeiten sie sich mühselig voran. Heraus kam eine schwarze Destroyline – eine gezielt gezogene Linie der Zerstörung – etwa 150 Meter lang und bis zu einem Meter breit. Die Wellenlinie zieht sich seit Mitte September der Länge nach entlang der Unterführungswand. Die Idee: Der Beton der Unterführung wird durch die Linie in Schwingung versetzt, um Nordstadt und Industriegebiet zu verbinden und die Themen Bewegung und Geschwindigkeit zu versinnbildlichen. .JPG – BILDERGALERIE Hanix Nr. 46

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Hanix Nr. 46 »Brauereiführung für Hanix-Leser«, Dinkelacker Brauerei, Stuttgart 10.10.2016, 18:29 Uhr bis 22:48 Uhr Fotos: Robert Mucha Im Herbst wurde Hanix fünf Jahre alt und deshalb wollten wir uns nicht lumpen lassen und uns gegenüber unseren Lesern dankbar zeigen. Mit einer Verlosung nach Homer Simpsons Geschmack. Es gab eine exklusive Brauereiführung bei Dinkelacker mit anschließender Bierprobe und Stärkung in der Brauereigaststätte. Großer Dank gilt natürlich nicht nur Brauerei und unseren beiden Brauereiführern, sondern auch »Zorro«, unserem Busfahrer von Müller Reisen aus Massenbachhausen. Hier nun Eindrücke der lustig-süffigen Ausfahrt … .JPG – BILDERGALERIE

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Lebens- und Gnadenhof, Stetten 24.10.2016, 11:0 Uhr bis 11:36 Uhr Fotos: Meli Dikta Cori & Matze Budig eröffneten im August 2013 mit dem Vegativ das erste Veganfachgeschäft im Kreis Heilbronn. Selbstredend war Tierschutz den beiden immer wichtig. Schließlich essen sie nicht umsonst keine Tiere. Recht schnell wurde beiden bewusst, dass sie gerne ihr eigenes Projekt gründen würden. »Live and let live … leben und leben lassen« wurde geboren. In diesem Jahr wurde dann auch aus den ersten beiden Schafen auf dem Lebens- und Gnadenhof, Paula & Michl, eine ganze Herde mit insgesamt 20 Tieren, die nun nicht nur nicht auf dem Teller landen, sondern zudem aus dem Kreislauf der »Lämmer-Neu-Produktion« aussteigen. Informationen für Interessierte und Spender: www.liveandletlive.de Hanix Nr. 46 74 .JPG – BILDERGALERIE

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[1] Hof von WINO Biolandbau, Äpfel, Brackenheim, 21.10.2016, 10:19 Uhr [2] Feldrand, Mais, Heilbronn, 19.10.2016, 13:06 Uhr [3] Feldrand, Mais und Frankenbach, Heilbronn, 19.10.2016, 13:08 Uhr [4] Hipfelhof, Hofeinfahrt, Heilbronn, 19.10.2016, 12:51 Uhr [5] Hipfelhof, Villa, Heilbronn, 19.10.2016, 12:59 Uhr [6] Hipfelhof, Scheune auf Acker, Heilbronn, 19.10.2016, 12:43 Uhr Fotos: Meli Dikta und Robert Mucha Hanix Nr. 46 .JPG – BILDERGALERIE

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Theater Heilbronn Dezember & Januar 2017 BOXX Wir alle für immer zusammen (Schauspiel für Kinder) 01.12. Komödienhaus Das Geheimnis der Irma Vep (Groschengrusel) 02.12., 03.12., 09.12., 10.12., 13.12., 18.12., 22.12., 23.12., 26.12., 28.12., 31.12. Großes Haus Charleys Tante (Musikalische Komödie) 03.12., 06.12., 09.12., 10.12., 13.12., 21.12., 23.12., 28.12., 31.12. Großes Haus Weihnachten für Anfänger (Weihnachtsmatinee) 04.12., 11.12., 18.12. Großes Haus Der Zauberer von Oz (Märchen) 04.12., 05.12., 06.12., 07.12., 08.12., 09.12., 12.12., 13.12., 14.12., 15.12., 16.12., 17.12., 18.12., 19.12., 20.12., 21.12., 22.12., 26.12., 09.01., 17.01., 22.01., 30.01. Termine Dezember 2016 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über BOXX Kriegerin (Schauspiel) 04.12., 06.12., 07.12., 08.12. Großes Haus Don Quijote (Schauspiel) 05.12., 29.12., 05.01., 07.01. Großes Haus Der Besuch der alten Dame (Tragische Komödie) 07.12., 11.12., 15.12., 20.12., 30.12., 03.01., 06.01. Großes Haus Terror (Schauspiel) 08.12., 14.12., 16.12., 27.12., 04.01., 08.01., 14.01., 17.01. BOXX Die Weihnachtsgans Auguste (Gastspiel des schwarzweissfigurentheaters) 11.12. BOXX BOXX-Weihnachtsmarkt (Weihnachtsmarkt von Kindern für Kinder) 11.12. Komödienhaus Thekla Carola Wied & Oboe in Jazz (Weihnachtliche Lesung) 11.12. Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Complex23 / Bar Daneben, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8 Do 01. ZIGARRE, Heilbronn Total Royal Jam Session (Konzert) BOXX, Theater Heilbronn Wir alle für immer zusammen (Kinderschauspiel) BOXX Krieg - Stell dir vor, er wäre hier (Schauspiel) 13.12., 14.12., 15.12., 16.12., 17.12. BOXX Bis später (Theaterstück für die Allerkleinsten) 18.12., 20.12., 22.12., 23.12. Großes Haus A Christmas Carol (Gastspiel der American Drama Group Europe) 22.12. Komödienhaus Mike Janipka (Musik, Poesie und Fotokunst) 29.12. BOXX Die Windmühlen (Schauspiel) 08.01., 10.01., 11.01., 12.01., 13.01., 15.01., 31.01. Komödienhaus Der Vorname (Komödie) 13.01., 19.01., 20.01., 28.01. BOXX BOXX|Brunch (FamilienBrunch im BOXX Foyer) 15.01. Komödienhaus Christoph Sieber – Hoffnungslos optimistisch (Kabarett) 17.01. Harmonie, Heilbronn Thorsten Havener – Der Körpersprache-Code (Magie & Entertainmentshow) Kurzbar, Mannheim SULK – Psychedelic Fuzz Rock und Neo Mod Music (Clubbing) Fr 02. Complex23, Heilbronn Filmabend B-hof, Würzburg Rap 4 Refugees mit Amewu, eluqouent und local support (Konzert) BOXX Die Werkstatt der Schmetterlinge (Schauspiel für Kinder) 19.01., 20.01., 21.01. Großes Haus Ein Lied von Liebe und Tod (Gloomy Sunday) (Schauspiel) 21.01. BOXX Homo faber - Pocketversion (Schauspiel) 24.01., 25.01., 26.01., 27.01. Komödienhaus Peter Stamm liest »Agnes« (Autorenlesung aus dem Roman) 25.01. Großes Haus Big Fish (Musical) 25.01., 26.01., 27.01., 28.01., 29.01. BOXX Besuch aus Digitalien oder: »... aus welchem Film bist du?« (Gastspiel Theater Radelrutsch) 30.01. Porsche-Arena, Stuttgart UCI Indoor Cycling World Championships (Sportveranstaltung) Liederhalle Beethovensaal, Stuttgart Bosse (Konzert) White Noise, Stuttgart Weval live (Konzert) Club ToY, Stuttgart Evolution mit Vini Vici, Sesto Sento & Audiofisters (Clubbing) Club ZwölfZehn, Stuttgart Impala Ray (Konzert) Hanix Nr. 46 76 01. – 02.12.2016

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Hanix Nr. 46 Sa 03. Ebene 3, Heilbronn Noyes (Konzert) Innenstadt, Heilbronn Nightshopping (Shoppingevent) Complex23, Heilbronn »holy mess art fair« im multimono (Kunstmesse) Bukowksi, Heilbronn Elektronische Romanze (Clubbing) Breitenauer See, Obersulm Seeweihnacht am Breitenauer See (Weihnachtsmarkt) Porsche-Arena, Stuttgart UCI Indoor Cycling World Championships (Sportveranstaltung) Popakademie Baden-Württemberg Konferenz Zukunft Pop 2016 (Musikkonferenz) Pflanzen-Mauk Garten-Center, Lauffen Weber-Grillpromotion (Grillevent) Freund & Kupferstecher, Stuttgart Bass Gang (Clubbing) So 04. Kulturhaus Arena, Stuttgart Marktmoiselle Mädchen Weihnachtsflohmarkt (Flohmarkt) Porsche-Arena, Stuttgart UCI Indoor Cycling World Championships (Sportveranstaltung) Phönixhalle im Römerkastell, Stuttgart Schöne Bescherung (ein etwas anderer Weihnachtsmarkt) Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe Trickfilm mit Familie (Workshop ab 5 Jahren) 03. – 10.12.2016 Mo 05. Theater, Heilbronn Theaterführung (Führung) AquaToll, Neckarsulm Sauna-Einsteigerkurs (Kurs) DAI, Heidelberg Bücherflohmarkt (Flohmarkt) Di 06. Kommunales Kino, Heilbronn Schrotten! (Film) Kultura, Öhringen Jess Jochimsen »Vier Kerzen für ein Halleluja« (Kabarett) Mi 07. Harmonie, Heilbronn WKO: 4. Heilbronner Konzert – Glücksmomente (Klassik) Kinostar Arthaus, Heilbronn »Filme von Frauen über Frauen« (Spielfilm) Lindenmuseum, Stuttgart Stuttgarter Filmtage: Chihiros Reise ins Zauberland (Kinderfilm) Club ZwölfZehn, Stuttgart Maxine Kazis (Konzert) Alte Feuerwache, Mannheim RY X (Konzert) halle02, Heidelberg Turbostaat (Konzert) Do 08. Volkshochschule, Heilbronn »Wo Frauen nichts wert sind. Vom weltweiten Terror gegen Mädchen und Frauen« (Lesung und Gesprächsrunde) Harmonie, Heilbronn Breakin’ Mozart – Klassik meets Breakdance (Tanzshow) Alte Feuerwache, Mannheim WORD UP! Poetry Slam Deluxe (Poetry Slam) Merlin Kulturzentrum, Stuttgart Enno Bunger (Konzert) Theaterhaus, Stuttgart Maxi Schafroth: Faszination Bayern (Kabarett) Kongresshaus Stadthalle, Heidelberg Thorsten Havener – Der Körpersprache-Code (Magie & Entertainmentshow) Fr 09. Complex23, Heilbronn Los Banditos (Konzert) Altes Theater, Heilbronn Mr. Yasins Showtime (Unterhaltungsshow) LKA Longhorn, Stuttgart Wizo – Der Tour 2016 + Swiss und Die Anderen (Konzert) MS Connexion, Mannheim SDX Techno pres. TKNO RESEARCH (Clubbing) Sa 10. ZIGARRE, Heilbronn Sigfried Libl Trio – Winter- Wonder-Jazz (Konzert) Messe, Stuttgart SEMF 2016 (Elektronik Festival) Goldmark’s, Stuttgart The Saddest Landscape (Clubbing) ClubCANN, Stuttgart Massendefekt (Konzert)

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So 11. Fr 16. Mi 21. Harmonie, Heilbronn The 12 Tenors (Konzert) Komödienhaus, Heilbronn Thekla Carola Wied & Oboe in Jazz (Weihnachtliche Lesung) DHBW, Heilbronn Beauty and the Beats (A Capella Adventskonzert) Mo 12. Complex23, Heilbronn Kaffeeklatsch mit Kind Harmonie, Heilbronn The 12 Tenors (Konzert) Lindenmuseum, Stuttgart »All in the kitchen must be transformed« (Kochevent) Tollhaus, Karlsruhe Clueso (Konzert) Di 13. Kommunales Kino, Heilbronn Miss Hokusai (Film) Forum am Schlosspark, Ludwigsburg European Outdoor Film Tour 2016 (Filmfestival) Mi 14. Karlstorbahnhof, Heidelberg Benedict Wells (Lesung) Do 15. Zigarre, Heilbronn Altjazzer (Konzert) Keller Klub, Stuttgart I Am Jerry (Konzert) Mobilat, Heilbronn Klangvorhang mit Sven Francisco und Blackberries (Clubbing) Bukowski, Heilbronn Marc DePulse & Friends (Clubbing) Hanns-Martin-Schleyer-Halle, Stuttgart Die Mega 90-er Live (Konzert) Sa 17. Complex23, Heilbronn Grauer Mann tanzt (Konzert) Complex 23, Heilbronn Paul’s Weihnacht (1-Clown-Show von und mit Udo Grunwald) So 18. LKA-Longhorn, Stuttgart Gregor Meyle – Die Leichtigkeit des Seins (Comedy) halle02, Heidelberg Street Food Weekend (Foodfestival) Mo 19. Kammertheater, Karlsruhe Edo Zanki präsentiert ... (Konzert) Di 20. Kommunales Kino, Heilbronn Sing Street (Film) clubCANN, Stuttgart The Temperance Movement (Konzert) Tollhaus, Karlsruhe Klangwelten Festival (Konzert) Freund und Kupferstecher, Stuttgart Hiob live (Konzert) Do 22. Großes Haus, Theater Heilbronn A Christmas Carol (Theater) Fr 23. Bukowski, Heilbronn Techno, Liebe & Bukowski (Clubbing) Club Katze, Würzburg Power of Techno pres. Sutura (Clubbing) Sa 24. Bukowski, Heilbronn HNX Christmas (Clubbing) Freund & Kupferstecher, Stuttgart Common Sense People Weihnachtsfeier mit Konstantin Sibold & Leif Müller (Clubbing) So 25. Theresienwiese, Heilbronn Heilbronner Weihnachtscircus (Show) Mo 26. Kolbenschmidt-Arena, Heilbronn Heilbronner Falken vs. Dresdner Eislöwen (Eishockeyspiel) Di 27. Kommunales Kino, Heilbronn Low & now budget Kurzfilmfestival 2016 (Filmfestival) Tollhaus, Karlsruhe Max Giesinger & Friends (Jahresabschlusskonzert) halle02, Heidelberg VNV Nation – Automatic Empire (Konzert) Mi 28. Scheuerberg, Neckarsulm GlühWeinLeuchten (Winterliche Weinwanderung) Do 29. Freund & Kupferstecher, Stuttgart Betty Ford Boys (Clubbig) Fr 30. Harmonie, Heilbronn Conni (Kindermusical) Bukowski, Heilbronn Last chance to dance (Clubbing) Scheuerberg, Neckarsulm GlühWeinLeuchten (Winterliche Weinwanderung) Sa 31. Bukowski, Heilbronn Andere Welt (Clubbing) Freund & Kupferstecher, Stuttgart Silvesterparty (Clubbing) Hanix Nr. 46 78 11. – 31.12.2016

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Hanix Nr. 46 Termine Januar 2017 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Complex23 / Bar Daneben, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8 So 01. Harmonie, Heilbronn Dr. med. Eckart von Hirschhausen – Wunderheiler (Comedy) Mo 02. Theater, Heilbronn Theaterführung (Führung) Di 03. Alte Mälzerei, Mosbach Südliches Afrika (Fotoshow) 01. – 11.01.2017 Mi 04. Kinostar Arthaus, Heilbronn »Filme von Frauen über Frauen« (Spielfilm) MHP Arena, Ludwigsburg MHP Riesen – Spirou Charleroi (Basketballspiel) Do 05. Harmonie, Heilbronn WKO Neujahrskonzert 2017 – Wiener Melodien (Klassik) Scheuerberg, Neckarsulm GlühWeinLeuchten (Winterliche Weinwanderung) Zigarre, Heilbronn Total Royal Jam Session (Konzert) Fr 06. SAP-Arena, Mannheim TurnGala 2017 (Sportveranstaltung) Sa 07. Tollhaus, Karlsruhe HG. Butzko: Menschliche Intelligenz oder – Wie blöd kann man sein? (Kabarett) Alte Mälzerei, Mosbach Hallenfloh,- Antik- und Trödelmarkt (Markt) Christkönigskirche, Backnang The Gospel People (Konzert) Marktplatz, Kürnbach Glühweinwanderung (Weinfest & Verkostung) So 08. Scheuerberg, Neckarsulm GlühWeinLeuchten (Winterliche Weinwanderung) Kulturzentrum, Reutlingen Kool Savas Essahdamus Tour 2017 (Konzert) Liederhalle Heegelsaal, Stuttgart Der kleine Prinz (Musical) Alte Feuerwache, Mannheim Word Up! (Poetry Slam) Mo 09. AquaToll, Neckarsulm Sauna-Einsteigerkurs (Kurs) Theaterhaus, Stuttgart Wladimir Kaminer – Meine Mutter, ihre Katze & der Staubsauger (Lesung) Alte Feuerwache, Mannheim Jazz Lounge – Ensemble Changes (Konzert) Di 10. Volkshochschule, Heilbronn »Einsame Spitze. Berufswege von Frauen« (Podiumsgespräch) Theaterschiff, Stuttgart Mr. Bond – Die Hoffnung stirbt zuletzt (Theater) Mi 11. Tollhaus, Karlsruhe Wladimir Kaminer – Meine Mutter, ihre Katze & der Staubsauger (Lesung) Kultura, Öhringen Martina Brandl: Irgendwas mit Sex (Kabarett) DANKE Den Heilbronn- Kalender konnten wir nur realisieren, weil sich viele Unterstützer in der Stadt fanden, die von der Kalenderidee ebenso begeistert waren, wie wir selbst. Wir bedanken uns herzlich bei:

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miomento Vinothek, Stuttgart Wein trifft Käse (Weinseminar) Alte Mälzerei, Mosbach Musical Highlights 2017 (Show) Do 12. Tollhaus, Karlsruhe Josef Hader: Hader spielt Hader (Kabarett) Theaterhaus, Stuttgart Maximum Rock: Eine rockmusikalische Zeitreise vom Summer of Love bis Woodstock (Lesung) Fr 13. Tollhaus, Karlsruhe Max Mutzke (Konzert) Capitol, Mannheim Helen Schneider (Konzert) Sa 14. Messe, Stuttgart CMT (Urlaubs-Messe) Noch geheim, Heidelberg Ladiesflohmarkt (Flohmarkt) Maimarkthalle, Mannheim Hundemesse (Messe) Kongresszentrum, Karlsruhe Karlsruher Hochzeits- und Festtage (Messe) Alte Feuerwache, Mannheim Disko Esperanto mit Un Poquito Soundsystem (Clubbing) Scala Theater, Ludwigsburg Expedition Erde: Sehnsucht Wildnis (Vortrag) Hospitalkirche, Schwäbisch Hall Kabarett & Co: Comedy mit Özcan Cosar »Du hast Dich voll verändert« (Kabarett) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Whiskeyseminar (Verkostung) Haller Akademie der Künste, Schwäbisch Hall Fotogramm (Workshop) Schloss, Schwetzingen Handmade Love Design & Handmademarkt (Designmarkt) So 15. Haller Akademie der Künste, Schwäbisch Hall Fotogramm (Workshop) Porsche-Arena, Stuttgart TurnGala 2017 (Sporterveranstaltung) Kongresszentrum, Karlsruhe Karlsruher Hochzeits- und Festtage (Messe) Scala Theater, Ludwigsburg The Intersphere (Konzert) Schloss, Schwetzingen Handmade Love Design & Handmademarkt (Designmarkt) Marktplatz, Neckarwestheim Edle Weine und eine große Geschichte (Weinverkostung) Mo 16. Tollhaus, Kalrsruhe Oliver Welke & Dietmar Wischmeyer (Comedy) Di 17. Volkshochschule, Heilbronn Die Schriftstellerin Victoria Wolff (Lesung mit Annette Geisler und Kathrin Becker) Komödienhaus, Heilbronn Christoph Sieber – Hoffnungslos optimistisch (Kabarett) Mi 18. Harmonie, Heilbronn WKO: 5. Heilbronner Konzert – Hingabe (Klassik) Kultura, Öhringen Kotzmotz der Zauberer (Kindertheater) Noch geheim, Stuttgart Stuttgarter Filmwinter – Eröffnung (Filmfestival) halle02, Heidelberg Spaceman Spiff (Konzert) Do 19. Zigarre, Heilbronn Altjazzer (Konzert) Harmonie, Heilbronn Michael Martin – Planet Wüste (Multivisionsshow) Theaterhaus, Stuttgart Wladimir Kaminer: Meine Mutter, ihre Katze und der Staubsauger (Comedy) halle02, Heidelberg I Heart Sharks – Hideaway Tour (Konzert) Scala Theater, Ludwigsburg 17 Hippies (Konzert) Fr 20. Brauhaus, Neckarsulm Simon Pearce: Allein unter Schwarzen (Comedy) Lindenmuseum, Stuttgart Whiskey-Tasting (Verkostung) Theaterhaus, Stuttgart Tschik (Theater) Theaterhaus, Stuttgart Jazzpreis Baden-Württemberg (Konzert & Preisverleihung) Sa 21. Volkshochschule, Heilbronn Künstlerin, Rebellin, Pionierin. 20 außergewöhnliche Frauen aus Baden-Württemberg (Lesung) Großes Haus, Theater Heilbronn Ein Lied von Liebe und Tod – Gloomy Sunday (Schauspiel) Harmonie, Heilbronn Hochzeitsspektakel (Messe) Im Wizemann, Stuttgart Lange Nacht der Weine (Wein, Musik & Foodfestival) LKA-Longhorn, Stuttgart Heisskalt (Jahreseröffnungskonzert) MS Connexion Complex, Mannheim 257ers (Konzert) Badnerlandhalle, Karlsruhe- Neureut Ingo Appelt – Besser... ist besser! (Comedy) halle02, Heidelberg Schwarze Nacht all Dark & Electro Styles Floor (Clubbing) Karlstorbahnhof, Heidelberg Reinhold Messner – Absturz des Himmels (Vortrag) So 22. Harmonie, Heilbronn Hochzeitsspektakel (Messe) Kultura, Öhringen Winterkonzert (Konzert) Liederhalle, Stuttgart Deine Lakaien (Konzert) Kongresshaus Stadthalle, Heidelberg Aschenputtel (Kindermusical) Hanix Nr. 46 80 11. – 22.01.2017

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Hanix Nr. 46 Mo 23. Rosenau, Stuttgart OpenStage präsentiert von Christian Langer (Comedy) Di 24. Stadtbibliothek, Schwäbisch Hall LiteraTour (Vortrag) clubCANN, Stuttgart Malky (Konzert) Im Wizemann, Stuttgart UB40 (Konzert) Messegelände, Karlsruhe Learntech – Lernen mit IT (Fachmesse) Mi 25. Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall John von Düffel: Gebrauchsanweisung fürs Schwimmen (Lesung) NCO Club, Karlsruhe Kool Savas (Konzert) Messegelände, Karlsruhe Learntech – Lernen mit IT (Fachmesse) Alte Feuerwache, Mannheim Felix Lobrecht – Kenn ick! (Comedy) Im Wizemann, Stuttgart Insomnium (Konzert) Moimento Vinothek, Stuttgart Wein und Schokolade (Weinseminar) halle02, Heidelberg Malky – »Where is Piemont?« (Konzert) 23. – 31.01.2017 Do 26. Altes Theater, Heibronn FUMMQ (Jazzkonzert) DHBW, Heilbronn Raum Heilbronn. Leben-Arbeiten-Perspektiven (Vernissage) Forum am Schlosspark, Ludwigsburg Die Prenzlschwäbin – isch des bio? (Comedy) halle02, Heidelberg 17 Hippies (Konzert) Messegelände, Karlsruhe Learntech – Lernen mit IT (Fachmesse) Kammertheater, Karlsruhe Rubbeldiekatz (Theaterkomödie) Tollhaus, Karlsruhe Beady Belle (Konzert) Stadthalle, Markgröningen Suchtpotenzial (Kabarett) Fr 27. Harmonie, Heilbronn Tap Factory (Tanz- und Musikshow) AquaToll, Neckarsulm Lange AquaToll-Nacht »Hüttengaudi« Kolbenschmidt-Arena, Heilbronn Heilbronner Falken vs. SC Riessersee (Eishockeyspiel) Sa 28. Kulturfenster, Bönnigheim Complete Clapton (Konzert) dm-Arena, Karlsruhe Winter World 2017 (Clubbing) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Handmade Love Design & Handmademarkt (Markt) Club Alpha, Schwäbisch Hall Winter Slam (Poetry Slam) Maimarkthalle, Mannheim I am Hardstyle (Clubbing) MS Connexion Complex, Mannheim Zurück in den Uhrwald (Clubbing) So 29. Jazzclub Cave 61, Heilbronn Tansy Davis Supersoul (Konzert) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Handmade Love Design & Handmademarkt (Markt) Kultura, Öhringen Christina Rommel: Schokolade – das Konzert (Schokoladen- Verköstigung) Alte Feuerwache, Mannheim Mannheimer Science Slam (Science Slam) Mo 30. Kulturzentrum Merlin, Stuttgart Pop Freaks 2017 (Musikfestival) Liederhalle, Stuttgart AnnenMayKantereit (Konzert) Di 31. halle02, Heidelberg Sido (Konzert) Karlstorbahnhof, Heidelberg Christoph Ransmayr (Lesung) Februar/ März Ausgabe Hanix erscheint Ende Januar 2017 Interesse an einem Hanix-Abo? Dann mailt uns! abo@hanix-magazin.de www.hanix-magazin.de facebook.com/hanix.magazin

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Tiere ab 18 Lisa Maria Klotz kam wahrscheinlich durch Geburt zur Welt. Seitdem zeichnet, malt und spielt sie am liebsten Quatsch. Zur Beruhigung backt Lisa Pfannkuchen und ihr animalisches Buch »Tiere ab 18« soll man sich und anderen gefälligst in großer Stückzahl bestellen! Check da Shit out: www.tiereab18.de Mehr zu Lisa gibt’s hier: www.lisamariaklotz.de Hanix Nr. 46 TIERE AB 18

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Alle 45 bisher erschienenen Ausgaben sowie die drei Best Offf-Magazine von Hanix findet ihr in unserem Online- Archiv unter www.hanix-magazin.de. Für Smartphones und Tablets gibts Hanix über die kostenlose »keosk.«-App. Foto: Nico Kurth

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