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Nº 34 DEZ 2014 JAN 2015 IM GESPRÄCH: TON STEINE SCHERBEN »SCHERBEN«-MASTERMIND R.P.S. LANRUE HAT DIE ORIGINAL »SCHERBEN« WIEDER ZUM LEBEN ERWECKT. DER MUSIKER SPRACH MIT UNS ÜBER DIE REUNION DER KULTBAND. AUSSERDEM: HANDMADE SOUL, FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE, BULLING ENTERTAINMENT, MARC C. WOEHR, WOHNUNGS- BESICHTIGUNGEN, ROBERT AN DER BRÜGGE, APOLLO 19, VATERKOLUMNE, HEILBRONNER STUDI, BACHMAIER, U. V. M.

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2011 M R Z 2012 2012 2013 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE 2011 2012 2012 2013 2011 2012 2013 IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD KUNSTREGION: DESIGN IKONEN 9. MAI HANIX PRÄSENTIIERT »MASHED POTATOES« IM MOBILAT: LIVEBANDS, LESUNG & DJ MIT KAÉLA, WUNDERBARE KATZE, NICOLAI KÖPPEL & ASHLEY AAMES aktuelle Informationen zum Kometen Ison 2013 2011 2012 JULI 2012 2012 2013 JUNI JULI 2013 IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. 2013 2012 2012 2013 2013 „FOREVER YOUNG“ ALPHAVILLE Nº1 E N E R G I E DAS UNTERLAND AUS DER VOGELPERSPEKTIVE: EIN RUNDFLUG ÜBER UNSERE HEIMAT DAS LÄNGSTE INTERVIEW HEILBRONNS: OLIVER MARIA SCHMITT, AUTOR DES »BESTEN ROMANS ALLER ZEITEN«, ÜBER HEILBRONN UND MEHR B I L D U N G BIKEPOLO IM OLGA-COURT: EIN ACTIONVIDEO ÜBER EINE SPORTART, DIE IN HEILBRONN IM KOMMEN IST Nº1 Nº2 Nº2 teilt, eilt, Nº3 IM GESPRÄCH: DIE BEATSTEAKS VOR IHREM KONZERT IN HEILBRONN weilt, heilt. Z E I T VOLKSABSTIMMUNG ZU STUTTGART 21: REINHOLD GALL BEANT- WORTET DIE WICHTIGSTEN FRAGEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SKULPTUREN-IKONE: FRANZ ERHARD WALTHER ÜBER SEINE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN Nº4 IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBER- BÜRGERMEISTER EXKLUSIV IM INTERVIEW: HELMUT HIMMELSBACH 1899 HOFFENHEIM-COACH IM GROSSEN INTERVIEW HOLGER STANISLAWSKI ÜBER BADISCHEN DIALEKT UND URBAN-ART: KÜHE MELKEN. DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR GEFÄHRLICHER EINSATZ: SORGT MIT SEINER DER HEILBRONNER URBANEN KUNST FÜR MATTHIAS MARQUART HAT AUFMERKSAMKEIT IN AFGHANISTAN EIN DURCH UND DURCH KORRUPTES DER KÜHLSCHRANK VON...: LAND VORGEFUNDEN. PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL FASCHING! FASCHING! FASCHING!: DIE NARREN SIND WIEDER LOS. A R M U T R E B E L L I O N Nº3 Nº4 Nº5 Nº5 Nº6 Gesundheit INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT DEN BULLINGS, DEN MACHERN DES ALTEN THEATERS MAROKKO – GLOBETROTTER PATRICK ORTWEIN WEISS JETZT: MAN WEISS NIE WOR- AUF MAN SICH EINLÄSST AUSSTELLUNG IN DER ZIGARRE: ARTBASEL HEAR ME RIGHT HERE – MIT MALEREI, TAGS, GRAFFITI, ZEICHNUNGEN UND PERFORMANCE* FUSSBALL: EIN GESPRÄCH ZUR FUSIONSIDEE IM HEILBRONNER FUSSBALL – MIT HARRY MERGEL, GERD KEMPF & WERNER MENOLD AUSBILDUNG IM UNTERLAND: EIN BESUCH BEI GETRAG, DEN GETRIEBE- UND ZAHNRADEXPER- TEN AUS UNTERGRUPPENBACH INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT HERBERT FEUERSTEIN, DEM EHEMALIGEN SIDEKICK VON HARALD SCHMIDT MUSIKKOFFER: EIN GESPRÄCH MIT Ö(ZKAN) ÜBER TÜRKISCHE FOLKLORE, HIP-HOP & ROCKMUSIK Nº6 Nº7 Nº7 HIER SIND DIE Nº4 Ausländerä Nº8 INTERVIEW DES MONATS: DER SCHWÄBISCHE KABARETTIST CHRSITOPH SONNTAG FÜLLT INZWISCHEN DIE PORSCHE-ARENA. EIN GESPRÄCH ÜBER ALTE UND NEUE ZEITEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS TECHNIK- MUSEUM SINSHEIM DEM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. Nº8 INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VER- ANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHS- VOLLE KONZERTE UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN AUF DER BÜHNE. Nº9 JUNI FUSSBALL HIER GEHT‘S ZUM QUIZ! MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE. HÄLDENRENNEN BEI BRETZFELD: DIE OFFIZIELLE SKATE- BOARD-DOWNHILL- MEISTERSCHAFT IN EINDRUCKSVOLLEN FOTOGRAFIEN INTERVIEW DES MONATS: MUSEUMSDIREKTOR DR. MARC GUNDEL IM GESPRÄCH BRIEF AN DIE HEIMAT: AUSWANDERER MICHAEL MÜLLER KEHRT AUS SÜD- AFRIKA IN DIE LÖWEN- STEINER BERGE ZURÜCK Nº9 Nº10 Nº10 KINDER Nº11 Nº12 Nº13 2012 Nº14 Nº15 KULTURBEUTEL: EIN SNEAKER-FACHGEPLÄNKEL KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS ECHNIKMUSEUM SINSHEIM EM ROLLER EINE SONDERAUS- STELLUNG. ESSEN & TRINKEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT MIT MÄNNERN, DIE MEHR SCHUHE ALS IHRE FRAUEN BESITZEN. INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ÜBER SEINEN SCHWIEGERVATER, JUNG- SOZIALISTEN UND ELEKTROBEATS KUNSTREGION: DAS »FALSCHE HASENMAHL« & DIE »TO BE SUPPOSED TO DO SOMETHING«-AUSSTELLUNG IM FOTOGRAFISCHEN RÜCKBLICK SCHAFFE, SCHAFFE HÄUSLE BAUE! IM GESPRÄCH: OTTFRIED FISCHER DER PRACHTBAYER ERZÄHLT DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN FANS DES FC BAYERN UND 1860 MÜNCHEN UND ERKLÄRT WIESO BAD TÖLZ NICHT ZU ÖSTERREICH GEHÖRT, WIE ES HEC-FANS IMMER MEINEN EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS COSTA RICA SEGELFLIEGEN IN DER REGION IM GESPRÄCH: ULRICH KIENZLE DER JOURNALIST A. D. ÜBER SEIN INTERVIEW MIT SADDAM HUSSEIN UND DIE GEMEINSAM- KEITEN VON SCHWABEN UND ARABERN STUTTGART STAMMHEIM: EINE FOTOSTRECKE HINTER GITTERN WIRTSCHAFT PIERRE GATTINGER ERZÄHLT DIE GESCHICHTE DES MOBILAT-CLUB HEILBRONNS THEATERINTENDANT AXEL VORNAM KENNT SEIN ERFOLGSGEHEIMNIS NICHT IM GESPRÄCH: TED BAUER DER HEILBRONNER VERTRITT JAMES GILL, EINEN DER GRÖSSTEN POP-ART-KÜNSTLER UNSERER ZEIT RIDERS ON THE STORM: DJ ASHLEY AAMES VERANSTALTET DIE BESTEN DRUM´N´BASS-PARTYS DER STADT JUGEND BABEL WORLD: DER CHINESE DU ZEHNJUN STELLT BABELARTIGE STADTLANDSCHAFTEN IM ZKM-KARLSRUHE AUS Nº11 Nº12 Nº13 Nº14 Nº15 Nº16 MÄRZ Nº17 APRIL Nº18 Nº19 Nº20 IM GESPRÄCH: HEC-KAPITÄN LUIGI CALCE ÜBER SEINE DEUTSCHLAND-TOUR, ERNST RUPP UND VERLETZUNGEN MUSIKKOFFER: YEN STEHEN VOR DEM DURCHBRUCH - EIN BAND-PORTRAIT HANDARBEIT AROUND THE WORLD: DER HEILBRONNER PATRICK ORTWEIN BLICKT AUF ÜBER EIN JAHR WELTREISE ZURÜCK IM GESPRÄCH: SCHAUSPIELERIN ALEXANDRA KAMP ÜBER BEKNACKTE SONGTEXTE, OHRWÜRMER UND BERLIN KUNSTREGION: WUNDERBARE SCHWARZ- WEISS FOTOGRAFIEN VON ROBERT HÄUSSER WOHLFÜHLEN HERRENWAHL: NICOLAI KÖPPEL ERINNERT SICH AN SEINE ERSTEN TANZSCHRITTE ZURÜCK AUTO NECKAR: MIT TEXTEN VON MARK TWAIN UND HANS CHRISTIAN ANDERSEN IM GESPRÄCH: STEFAN KUNTZ ÜBER DAS DFB-POKALSPIEL DES 1. FC KAISERSLAUTERN GEGEN NECKARSULM KUNSTREGION: STREET ART AUS BERLIN UND SHAOLIN MÖNCHE Nº16 Nº17 Nº18 Nº19 Nº20 Nº24 Nº23 IM GESPRÄCH: TOMISLAV MARIC ÜBER SEIN CO-TRAINER DASEIN BEIM VFB STUTTGART, DEN UNSINN IM FUSSBALL ZU PLANEN UND BERUFSVERKEHR AUF DER A81 IM GESPRÄCH: EX-GREENPEACE-CHEF GERD LEIPOLD UND SCHAUSPIELR WALTER SITTLER ÜBER IHR BUCH "ZEIT, SICH EINZUMISCHEN" KUNSTREGION: HEILBRONNER MUSEEN IM ZEICHEN DES TURMES MEINE PLATTENKISTE: SARAH HORNSBY MAG ES ROCKIG, FOLKIG UND MELAN- CHOLISCH BRIEF AN DIE HEIMAT: DIESMAL AUS KOPENHAGEN HIMMEL FOTOSTRECKE: CANCUN MEXICO - AM RANDE DES TOURISMUS Nº21 Nº22 Nº23 Nº24 Nº25

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MÄRZ 2014 2014 IM GESPRÄCH: EX-PROFI ANKE HUBER IST SPORTLI- CHE LEITERIN DES PORSCHE TENNIS GRAND PRIX IN STUTTGART. WIR TRAFEN DIE EHEMALIGE NUMMER 4 DER WELT, UND SPRACHEN ÜBER EXTRAVAGANTES INTERIEUR IHRES ERSTEN PORSCHE, DIE LUSTLOSIG- KEIT INTERVIEWS ZU GEBEN UND WIE SIE DIE AKTUELLEN SPIELERINNEN DOCH DAZU ÜBERREDET. APRIL 2014 2014 AUSSERDEM: WHO THE FUCK SIND "WHO THE FUCK"?, STREETPHOTOGRAPHY AUS NEW YORK, EINE STEILGEHENDE HEILBRONNER FACEBOOK- GRUPPE, GLOCKEN-GIESSEN, EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS AUSTRALIEN, EINE HEILBRONNER ABITURKLASSE VON 1922 UND VIELEM MEHR … 2014 2014 Nº26 Nº27 Nº28 Nº29 JUN/JUL IM GESPRÄCH: TV-MODERATORIN UND AUTORIN KATRIN BAUERFEIND ÜBER ZEUGEN JEHOVAS, SCHWÄBISCHE LIEBLINGS- WÖRTER UND RAUCHERCAFÉS IN HEILBRONN t HEMEn SCHWERPunkt: Marketing STADTOBERHAUPT KULTURBEUTEL: MUSIKKOFFER: RALPH UND ALEXANDRA MUNZ ROCKSTAR UND FUSSBALLFAN ÜBER DIE BEVORSTEHENDE THEES UHLMANN ÜBER SEINE SCHLIESSUNG DES HIP ISLAND, LIEBE ZU ST. PAULI, EINEN STECKER ZIEHENDE BÜRGER- GUTEN RUF IN SCHLECHTEN MEISTER UND IHRE STRANDBAR KREISEN UND OMAS AN DER ALS WAHLKAMPFTHEMA SUPERMARKTKASSE Studieren IM GESPRÄCH: DIE WaHlHaMbuRGERIn CÄtHE touRt ab FEbRuaR DuRCH DEutSCHlanD. WIR SPRaCHEn voRab MIt DER SÄnGERIn übER SCHIzo- PHREnIE, anStREnGEnDEn PERFEktIonISMuS unD DaS anGEkoMMEnSEIn auSSERDEM: lECkERE buRGER, EInblICk In EInE MoSCHEE, FotoauS- StEllunG von lauREnz bERGES, MEtIn FRoGt naCH, HEIlbRonnER FIFFIS, EIn bRIEF auS MExICo, knoRR- FuHRPaRk von 1905 unD vIElEM MEHR Nº26 Nº27 Nº28 Nº29 Nº30 Nº 31 Nº 32 HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK IM GESPRÄCH: UNSER HEILBRONNER LIEBLINGSKÜNSTLER STEFAN DITTRICH IST NACH BERLIN GEZOGEN, UM SEIN GLÜCK ZU FINDEN – SEINE FREUNDIN SPRACH MIT IHM FÜR UNS ÜBER SEINE BRANDNEUE SOLO-CD AUSSERDEM: FORMULA STUDENT AM HOCKENHEIMRING, KRIMI- AUTORIN HENRIKE SPOHR, BURGER 53, BRIEF AN DIE HEIMAT AUS GEORGIEN, NICOLAI KÖPPELS VATER- KOLUMNE, JUNGWINZERN, DEM BIERKRUG, U. V. M. IM GESPRÄCH: DIE WAHLHAMBURGERIN CÄTHE TOURT AB FEBRUAR DURCH DEUTSCHLAND. WIR SPRACHEN VORAB MIT DER SÄNGERIN ÜBER SCHIZO- PHRENIE, ANSTRENGENDEN PERFEKTIONISMUS UND DAS ANGEKOMMENSEIN IM GESPRÄCH: DIE WAHLHAMBURGERIN CÄTHE TOURT AB FEBRUAR DURCH DEUTSCHLAND. WIR SPRACHEN VORAB MIT DER SÄNGERIN ÜBER SCHIZO- PHRENIE, ANSTRENGENDEN PERFEKTIONISMUS UND DAS ANGEKOMMENSEIN Nº31 Nº32 Nº33

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Ab jetzt erhältlich! BEST OFFF INTERVIEWS W a t c h o u t ! Die zweite Best Offf-Ausgabe. Wieder Offfline! Release-Party am 29.11.2014 im Tanzhaus Heilbronn, Badstraße 48.

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EDITORIAL »Wie Menschen denken und Leben, so bauen und wohnen sie.« (Johann Gottfried von Herder, deutscher Kulturphilosoph, Theologe, Ästhetiker, Dichter und Übersetzer) Liebe Leserinnen, liebe Leser, zum letzten Mal in 2014 erscheint das HANIX-Magazin. Diesmal mit dem Themenschwerpunkt »Wohnen«. Denn man kann es drehen und wenden, wie man will. Ausgangspunkt des eigenen Lebens sind immer die eigenen vier Wände. Deshalb haben wir für diese Ausgabe unter anderem Unterländer in deren Wohnungen besucht und uns umgesehen. Im kommenden Jahr führen wir diese Strecke in unserer neuen Rubrik »Besichtigungstermin bei ...« fort. Außerdem sprachen wir mit dem Chef der Stadtsiedlung Heilbronn, Robert an der Brügge, über die städtische Wohnungsknappheit in bestimmten Preissegmenten, den sozialen Auftrag der Stadtsiedlung und die zukünftige Entwicklung in Heilbronn, was den Wohnungsmarkt angeht. In der Heilbronner Wollhausstraße hat das Soziale Projekt »Käthe« günstigen Wohnraum für die Zukunft gesichert. Unter dem Namen »Apollo 19« firmirt eine Interessengemeinschaft, die sich für Bauplätze auf dem zukünftigen BUGA-Gelände interessiert und sich als Baugemeinschaft den Traum vom urbanen Eigenheim verwirklichen will. Und schließlich sprachen wir mit zwei jungen Heilbronnern, die Altbauten für Studenten WGs umsanieren und charmanten Wohnraum mit hohen Decken, Stuck und Dielenböden anbieten. Ende Januar veranstalten Melanie Freda und Kathrin Hagen auf der Burg Stettenfels »Handmade Soul«, ein Handmade Event in der Region Heilbronn / Stuttgart für die ganze Familie. Ein Design-Markt mit leckerem Essen, DIY-Vorführungen und einzigartigen Produkten, die mit viel Liebe hergestellt wurden. Wir trafen die Macherinnen auf Burg Stettenfels. Die Bullings haben dieses Jahr selbstbestimmt das Alte Theater in Sontheim verkauft, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Wir unterhielten uns mit dem kreativen Ehepaar über ihre neue Ausrichtung. Für das Interview des Monats sprachen wir diesmal mit nationalen Musiklegenden. »Ton Steine Scherben« feiern Reunion in Originalbesetzung. Dreißig Jahre haben Fans auf diesen Zeitpunkt gewartet. Der Neckarsulmer Urbanartist Marc C. Woehr feiert im Dezember 25 Jahre kreatives Schaffen mit einer Einzelausstellung in seiner Urban Art Gallery in Stuttgart. Wir zeigen einige seiner Werke. Fotograf Jan Witold Woijcik hielt Heilbronn in den 70ern und 80ern mit seiner Kamera fest. Wir haben unsere Fotografin Meli Dikta auf Witolds Spuren geschickt und seine Motive nachfotografieren lassen. Eine klassische Vorher-Nacher-Bildstrecke, die den baulichen Wandel der Stadt zeigt. Diese und viele weitere Themen sind in dieser Ausgabe zu finden. Wir gehen derweil in unsere Winterpause und wünschen allen geruhsame Feiertage und einen fröhlichen Jahreswechsel. Die nächste HANIX-Ausgabe erscheint dann wieder am 30. Januar 2015. In diesem Sinne zitieren wir, passend zur Ausgabe, einen schwedischen Möbelhersteller: Wohnst Du noch oder lebst Du schon? Die HANIX-Redaktion Handmade Soul: Melanie Freda und Kathrin Hagen veranstalten Ende Januar ein Handmade-Event in der Region. Wir trafen die jungen Frauen auf der historischen Burg Stettenfels in Untergruppenbach. Ton Steine Scherben: Kaum eine deutsche Band hat die Musik im Lande so sehr beeinflußt, wie Ton Steine Scherben. Nun, 30 Jahre nach der offiziellen Bandauflösung gibt es erstmals eine Reunion in Originalbesetzung. Darüber hinaus wurde die Band aufgestockt.

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BEDIENUNG DES MAGAZINS Nº 34 DEZ 2014 JAN 2015 AUSSERDEM: HANDMADE SOUL, FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE, BULLING ENTERTAINMENT, MARC C. WOEHR, WOHNUNGS- BESICHTIGUNGEN, ROBERT AN DER BRÜGGE, APOLLO 19, VATERKOLUMNE, HEILBRONNER STUDI, BACHMAIER, U. V. M. IM GESPRÄCH: TON STEINE SCHERBEN »SCHERBEN«-MASTERMIND R.P.S. LANRUE HAT DIE ORIGINAL »SCHERBEN« WIEDER ZUM LEBEN ERWECKT. DER MUSIKER SPRACH MIT UNS ÜBER DIE REUNION DER KULTBAND.

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Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon, ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis.Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrücktem rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns auf der kostenlosen "keosk"-App zu finden ist, zugegeben, nicht ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: SHOP -> MAGAZINE -> LIFESTYLE -> ALTERNATIV

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INHALT HANIX Nº34 MAIKE ENDRESZ MEINE PLATTENKISTE PFERDEGEBISS HEIMATLIEBE DIE BULLINGS KULTURBEUTEL Unsere neue Anzeigenleiterin Maike eröffnet uns einen Blick in ihre Plattenkiste. Eine musikalische Reise in ihre Vergangenheit. Wir zeigen fotografische Liebesgrüße an und aus unserer Heimatregion. Diesmal mit Pferdegebissen, Bahnlinien und Graffiti. Die Bullings haben nach acht Jahren das Alte Theater verkauft, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Wir sprachen mit dem Ehepar über ihre neuen Tätigkeiten. HANDMADE SOUL KULTURBEUTEL 2 Ende Januar findet auf der Burg Stettenfels in Untergruppenbach ein Design- und DIY-Markt mit über 50 Ausstellern statt. Wir trafen beide Macherinnen zum Plausch auf der historischen Burg. 25 JAHRE MARC C. WOEHR KUNSTREGION Der Neckarsulmer Urbanartist Marc C. Woehr feiert im Dezember tatsächlich schon »25 Jahre kreatives Schaffen« mit einer Einzelausstellung in seiner Urban Art Gallery in Stuttgart. Vernissage ist am 5. Dezember im Stuttgarter Westen. IM GESPRÄCH: TON STEINE SCHERBEN INTERVIEW DES MONATS Für das Interview des Monats sprachen wir diesmal mit nationalen Musiklegenden. »Ton Steine Scherben« feiern Reunion in Originalbesetzung. Dreisig Jahre haben »Scherben«-Fans auf diesen Zeitpunkt gewartet.

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14 - 24 ARCHITEKTURGESPRÄCHE, STIMME DES SÜDENS, WELTMARKTFÜHRER U. V. M. STADTLEBEN / LANDLEBEN 78 – 125 WOHNEN TITELTHEMA »Es ist ein Unglück, daß Würde und Freiheit von Gedanken oft von den Raumverhältnissen eines Zimmers, einer beglückenden Fensteraussicht, einem gewissen Maß von Licht und Farbe abhängig sind. « (Christian Morgenstern, Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer) JULIA THOMA HEILBRONNER STUDIS WEIHNACHTEN VATERKOLUMNE PIER 58 & BACHMAIER MITTAGSTISCHTEST HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT SPIEGELREFLEX BOSNIEN & HERZEGOWINA BRIEF AN DIE HEIMAT CONSUME YOURSELF, WIESBADEN 2005 VIA ARCHIV LESERBRIEFE & IMPRESSUM ÜBER UNS ARBEITERWOHNHAUS, 1970 HISTORISCHER SCHUSS VERANSTALTUNGEN DEZEMBER & JANUAR VERANSTALTUNGSKALENDER

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DAS HANIX TEAM WIESO? EINE VORSTELLUNG MIT BEWEGGRÜNDEN ROBERT MUCHA HERAUSGEBER & REDAKTION Es war mein lang gehegter Kindheitstraum, auf die Frage nach meiner Tätigkeit, guten Gewissens "HANIX" antworten zu können. MARCEL KANTIMM HERAUSGEBER, KOORDINATION & SOCIAL MEDIA Heilbronn ist besser als sein Ruf und hat deshalb dieses Magazin verdient. WAS IST HANIX? Das multimediale Magazin für die Region Heilbronn – für Leser, die interessiert, kulturell aufgeschlossen und neugierig auf einen alternativen Blick auf Stadt-, Landkreis- und Szenekultur sind. WER MACHT HANIX? Heilbronner Medien- und Kulturschaffende, die ihre Erfahrungen u. a. in Berlin, München, Stuttgart oder Hamburg gesammelt haben und nun etwas in ihrer Heimat bewegen wollen. WAS WILL HANIX? Das multimediale Magazin für Leute und Gesellschaft der Region Heilbronn will mit spannenden, unterhaltsamen und informativen Beiträgen die regionale Medienlandschaft bereichern. SARAH BAUDENBACHER MEDIABERATERIN Ich bin hier geboren und finde es schön, die Stadt und ihre schwäbische Toskana mal ein wenig zu beweihräuchern. HANIX zeigt Heilbronn von einer anderen Seite.

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STEVEN ZULEGER VIDEO MARIA SANDERS REDAKTION & MODERATION FLORIAN GEIGER GRAFIK & REDAKTION Das Pergament, ist das der heil´ge Bronnen, woraus ein Trunk den Durst auf ewig stillt? Erquickung hast du nicht gewonnen, wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt. "HANIX" zeigt unsere Region aus einer neuen Perspektive und kombiniert originelle Ideen mit kompetenter Schreibe. Das hat mir gefallen. Ein neues Magazin ist immer eine großartige Sache, aber live mitzubekommen, wie es heranwächst ist einfach fantastisch! PHILIPP KIONKA FILM & IDEE RAFAELA JECKLE REDAKTION Memo FILIZ FOTO So haben die geguckt als ich sagte "Lasst es uns digital machen!" Dann haben wir es getan. Wieso ich mitmache? Ganz einfach: Ich liebe diese Idee! Für mich ist dieses Magazin eine Leidenschaft. Ich wurde entführt, gefesselt, gefoltert und gezwungen mit den schnieckesten Menschen der Stadt zusammen zu arbeiten. Danke dafür!

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RAIMAR SCHURMANN ART DIREKTION KATHRIN LEISTERER ILLUSTRATION LISA HOFMANN GRAFIK Ich liebe Magazine und fand das Konzept super. Und klar – die Herausgeber sind gute Freunde! Alles cool! Konfuzius sagt: "Die Zeit war reif. Ein epochales Magazin für Heilbronn." Kathrin sagt: "Ich bin dabei!" Ich liebe diese Stadt und bei allem was Heilbronn schöner macht bin ich dabei. SARAH FISCHER FILM & SCHNITT JOSHUA ENDRESZ KOLUMNIST LEO VOLLAND ILLUSTRATION Ich bin der Überzeugung, dass man neues ausprobieren sollte. Ich war sofort Fan der "HANIX"-Idee. Es macht Spaß, dabei mitzuwirken. Ich schreibe für's HANIX weil ich jedem meine Meinung sagen will. Ja, ich empfinde so etwas wie Heimatverbundenheit – und deshalb finde ich toll, wenn in Heilbronn interessante Dinge passieren.

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Ashley Aames REDAKTION PHILIPP SEITZ SOUND ULLA KÜHNLE FOTO Ich bin sehr stolz, an diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Darüber hinaus möchte ich dabei sein, Geschichte(n) zu schreiben. Ein multimediales Magazin muss nicht nur gut aussehen und interessant sein sondern auch gut klingen. Die Zeit für so ein Projekt ist in Heilbronn gekommen. Neue Impulse tun der Stadt und der Region gut. Und mir auch. KRIS RAMPMAIER VIDEO MAVINGA PETRASCH NEW YORK VIDEO HARALD RIEGG REDAKTION Videos zu machen ist keine Zauberei, sondern meine Leidenschaft. Ist doch klar, dass New York City dabei sein muss, wenn Heilbronx ein neues Magazin bekommt. Ich bin kein Philosoph! Ich bin ein Kurzgeschichten Schreiber.

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STADTLEBEN: DEZEMBER 2014 »TUTESMANGS TRAUM« EIN FANATSY- ROMAN VON GERD SCHMIDINGER Anfang Dezember erscheint der Fantasy-Roman »Tutesmangs Traum«, der aus der Feder des Autors Gerd Schmidinger entstanden ist. Das Buch ist der erste Band einer voraussichtlich vierteiligen Reihe und gleichzeitig auch der erste Roman, den der gebürtige Österreicher und Wahlheilbronner geschrieben hat. Schon in jungen Jahren entwickelte der in Feldkirch in Österreich geborene Autor eine Leidenschaft fürs Schreiben. Inspiriert durch selbsterfundene Geschichten seines Vaters begann Schmidinger erstmals mit acht Jahren, sich kleine Tierstorys auszudenken und niederzuschreiben. Als Jugendlicher wurden es dann Kurzgeschichten und Gedichte, die teilweise auch in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht wurden. Darüber hinaus sind zwei E-Books mit Kurzgeschichten des 37-jährigen im Handel erhältlich. Nachdem er Französisch und Geschichte in Innsbruck, Freiburg und Paris studiert hatte, lebte Schmidinger zwei Jahre in Frankreich, bis er schließlich sein Referendariat in Stuttgart absolvierte. Hauptberuflich arbeitet der Schriftsteller als Lehrer an einem Gymnasium in der Region. Mit »Tutesmangs Traum«, dem ersten Band eines vierteiligen Fantasy-Zyklus, gibt Schmidinger nun also sein Romandebüt beim Beyond Affinity Verlag. Schon im August erschien eine E-Book-Fassung des Buchs; jetzt folgt im Dezember die Taschenbuchausgabe. Diese enthält, im Gegensatz zur digitalen Veröffentlichung, Illustrationen von Thomas Scheileke. Zusätzlich soll der Roman kurz darauf auch in Hörspielform – gelesen von Christian Hanreich – zum Download angeboten werden. Schmidinger beschreibt die abenteuerliche Reise von Kardemon, Ladslu und Solya, drei Pelzträgern, die den gestohlenen Stein des Bären ihres Dorfes wiederfinden müssen. Während die drei Protagonisten sich auf eine Reise voller Gefahren und Abenteuer begeben, versucht der Magier Tutesmang währenddessen mit Hilfe seines Schülers Pacifer ein uraltes Artefakt an sich zu bringen, welches in seinen Augen eine neue Ära der Erleuchtung einläuten soll. Ob die drei Abenteurer den wertvollen Stein, der das Schicksal des Dorfes der Pelzträger wieder zum Guten wenden kann, wiedererlangen können und was es wirklich mit den Plänen von Tutesmang auf sich hat, erfährt der Leser Anfang Dezember. Dann nämlich erscheint »Tutesmangs Traum« im Beyond Affinity Verlag, Ibbenbüren, hat 180 Seiten und kostet 9,80€. ISBN 978-3-945069-08-0. Wer nicht mehr so lange warten kann, dem sei das E-Book ans Herz gelegt, welches auf der Homepage des Verlags (www.beyondaffinity.de) und bei Amazon für jeweils 4,99€ erhältlich ist. WEITERE INFOS ÜBER DEN AUTOR UND SEINE WERKE GIBT ES AUF WWW.GERDSCHMIDINGER.EU

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Der Traum der eigenen vier Wände. Für die Straße. Der neue 911 Carrera 4 GTS. Ab sofort bestellbar im Porsche Zentrum Heilbronn. Wir freuen uns auf Sie. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel.: +49 7131 5034-200 Fax: +49 7131 5034-220 www.porsche-heilbronn.de Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 13,8 – 12,5 · außerorts 7,7 – 7,1 · kombiniert 9,9 – 9,1; CO 2 -Emissionen 233 – 212 g/km

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...im Gegenteil, wir haben sogar Zwei, die uns das Haus putzen! Mit diesem Satz beginnt Comedian Sascha Straub sein Programm. Im echten Leben arbeitet der Dreiundvierzigjährige als Marketingleiter der Volksbank Heilbronn, abends betritt er dann als Geheimagent der »ProSeCo9« die hiesigen Comedybühnen. STADTLEBEN: DEZEMBER 2014 ICH HABE NICHTS GEGEN HETEN! Ein Gespräch über den Perspektivenwechsel und Kindererziehung. Sascha, bevor wir einsteigen, was ist die »ProSeCo9«? ProSeCo9 steht für »Professional Security Coalition9« und ist ein Zusammenschluss von schwul-lesbischen Geheimagenten. Im Prinzip machen wir genau das Gleiche wie die GSG9 nur mit einem entscheidenden Unterschied – wir sind besser angezogen. Wie bist Du zur Comedy gekommen? Ich war schon immer derjenige der Feste und Feiern organisiert hat, sei es in der Schule oder im Studium. Was zur Folge hatte, dass man sich dann des öfteren auf der Bühne wiedergefunden hat um zu moderieren. Recht schnell hatte ich dann kapiert, wenn du dich vorbereitest, hat jeder mehr Spaß! Und so bin ich an dieses »Metier« gekommen. Oh je, dass muss sich jetzt anhören, als wäre ich in die Prostitution abgerutscht! Du hattest dieses Jahr Premiere von »Ein Quantum Glamour!« Deinem zweiten Programm. Um was geht es darin? Nachdem ich im ersten Programm die Papstwahl gut überstanden habe, schlägt es mich nach einem Auslandseinsatz direkt auf die Bulemieorgien der New York Fashion Week. Im Anschluss mache ich die Leinen los und begleite mit meinem Team der »ProSeco9« eine sehr spezielle Kreuzfahrt. Und noch etwas Neues - Hurra, ich bin endlich Vater geworden. Das alles passiert mit einem großen Augenzwinkern, aber Achtung – diejenigen, die sonntags in der ersten Reihe sitzen, könnten leicht irritiert sein! Herrlich, oder? Vater? Als schwuler Mann Vater zu werden stellen wir uns nicht so einfach vor. In der Tat hatten wir es hier schwerer wie unsere heterosexuellen Freunde. Da braucht es nur zwei Gläser Wein, eine Betriebsfeier und eine Besenkammer und - et volià – neun Monate später ist der Nachwuchs da. Nein, so einfach war es bei uns nicht, aber künstliche Insemination hat auch seine lustigen Seiten, glauben sie mir das! Davon erzähle ich auch auf der Bühne. Letztendlich hat dann aber doch alles geklappt. Und wir sind sehr stolz! Gab es irgendwelchen Gegenwind von der konservativen Seite? Ja, aber das hatten wir erwartet. Was glauben sie was ich darauf gebe? Absolut rein gar nichts! Leider beurteilen die Menschen immer noch recht schnell in »Erste und Zweite Klasse« und wissen angeblich was das Beste für die Gesellschaft ist. Ich denke, solche Diskussionen hatten wir schon vor siebzig Jahren. Aber die ewig Gestrigen sterben leider nie aus. Wieviel vom echten Sascha Straub steckt in der Bühnenfigur Sascha Straub? Das ich unter meinem Namen auftrete und auch mein Partner darin vorkommt, zeigt schon, dass ich einiges von mir preisgebe. Aber man sollte trotzdem noch zwischen Fiktion und Realität unterscheiden können. Wann kann man dich das nächste Mal auf der Bühne sehen? Ich stehe am 28.12. in Stettenfels auf der Bühne. Im Januar trete ich dann in der Weissenburg in Stuttgart auf. Ein Termin für das Theaterschiff in Heilbronn steht auch schon. Weitere Projekte stehen kurz vor der Fertigstellung. Von dem her freue ich mich sehr auf 2015. TERMINE UND TICKETS UNTER WWW.SASCHASTRAUB.DE

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STADTLEBEN: JANUAR 2015 »DENIS WITTBERG UND SEINE SCHELLACK-SOLISTEN« IM THEATER HEILBRONN 20er Jahre-Charme in Heilbronn: Die Band »Denis Wittberg und seine Schellack-Solisten« bieten Film- und Tanzmusik der 20er, 30er und 40er Jahre. Mit ihrem Jubiläums- Konzertprogramm »Kleines Fräulein, einen Augenblick…« beehrt das Ensemble im Januar 2015 den Komödiensaal des Theaters. Seit mittlerweile elf Jahren sorgen Denis Wittberg und seine Schellack-Solisten dafür, dass auch im neuen Jahrtausend der Charme der verruchten 20er Jahre nicht ausstirbt. Mit ihrem Wortwitz, einer schrägen Leichtigkeit und ihren gefühlvollen Melodien hat die Band einen nicht kleinen Anteil daran, dass sich die Jahrzehnte unserer (Ur-) Großeltern weiterhin großer Beliebtheit erfreuen. Bestehend aus einer Dame und neun Herren schaffen es die Musiker eine feine Ironie auf die Bühne zu bringen, die dem Zuhörer die vergangene Zeit näherbringt. Hierfür sorgen die zurückhaltende Strenge und eine fast schon groteske Ernsthaftigkeit, mit der das Ensemble sein Programm präsentiert. Nicht umsonst nennt sich Wittberg die »stilvollste Verführung seit den Roaring Twenties«. Er und seine Band beweisen: Die süffisant dreisten und nicht selten doppeldeutigen Texte haben auch heute nicht ihren Reiz verloren. Damit die Musik so authentisch wie möglich klingt, haben sich die beiden Arrangeure Jens Hunstein und Martin S. Schmitt durch unzählige alte Schellack-Platten gehört und die alten Stücke mit penibler Sorgfalt auf Notenpapier gebracht. Ein weiteres Highlight der Musiker sind die neu interpretierten Hits der »Neuen Deutschen Welle«. Schlager aus den Achtzigern die so klingen, als wären sie in den Zwanzigern aufgenommen? Denis Wittberg und seine Schellack-Solisten machen es möglich. Die charmanten Schlager und romantischen Balladen haben die Solisten schon bei Auftritten im ZDF-Fernsehgarten und SWR- Fernsehen präsentiert. Eine Reise in die Vergangenheit der goldenen Zwanziger findet am Samstag, den 10. Januar 2015 um 20 Uhr nun auch in Heilbronn statt. Tickets sind für 25€ oder 22€ (ermäßigt) zu haben.

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Zuhause nach Maß. Voll im Plan! Wir machen den Weg frei. Modernisieren, Ihr Heim verschönern oder die eigenen vier Wände erwerben? Mit dem VR Lebensplaner ® und unserer Beratung schaffen Sie mehr Freiraum für Ihre ganz persönlichen Wohnträume. www.volksbank-heilbronn.de

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STADTLEBEN: JANUAR 2015 HEILBRONNER ARCHITEKTURGESPRÄCHE WIEDER:BELEBEN:EINFACH: ENTWERFEN:WEITER:DENKEN: NEU:GESTALTEN:REGIONAL: BAUEN Als Forum für Baukultur finden die Heilbronner Architekturgespräche seit über zwanzig Jahren bei Vorträgen oder Podiumsdiskussionen mit namhaften Architekten ein breites Publikum in Heilbronn, Neckarsulm, Bad Mergentheim und Schwäbisch Hall. 2015 setzen sich die Heilbronner Architekturgespräche mit Themen auseinander, wie bestehende Gebäude und städtische Strukturen für eine im Wandel befindliche Gesellschaft neu belebt und nachhaltig weiter entwickelt werden können. WIEDER:BELEBEN: Den Auftakt bildet die Veranstaltung in der ABX-Halle, einer ehemaligen Lagerhalle der Bahn im früheren Fruchtschuppenareal, dem zukünftigen Gelände der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn. Die BUGA Heilbronn 2019 GmbH und die Stadt Heilbronn haben 2014 eine Planungswerkstatt zur ABX-Halle ins Leben gerufen. Gemeinsam mit fünf Architekturbüros und unter Beteiligung verschiedener Heilbronner Akteure aus den Bereichen Kultur, Sport, Gewerbe und Wissenschaft wurden in einem mehrstufigen Workshop- Verfahren Nutzungskonzepte und Ideen entwickelt. Wie wird der Ort heute wahrgenommen? Wie kann die ABX-Halle als Blumenhalle umgestaltet werden? Welche Potentiale bestehen, die ABX-Halle möglicherweise für das neue Stadtquartier Neckarbogen attraktiv zu erhalten? Die Planer haben mit fünf individuellen Architekturentwürfen geantwortet. Im Rahmen der Heilbronner Architekturgespräche werden die Entwürfe von den Teilnehmern der Planungswerkstatt präsentiert: 28. Januar 2015, 19 Uhr :: Heilbronn, ABX-Halle, Güterbahnhofstraße 15 .. BeL – Sozietät für Architektur, Köln :: KARO* architekten, Leipzig :: METARAUM Architekten, Stuttgart :: Peanutz Architekten, Stuttgart :: Studio Umschichten, Stuttgart EINFACH:ENTWERFEN : Die Projekte des Schweizer Architekten Andreas Bründler geben in ihrer konsequen-

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STADTLEBEN: JANUAR 2015 ten und reduzierten Haltung neue Impulse für die Stadterneuerung und zeigen Lösungen für neue Wohnformen im innerstädtischen Kontext. 22.04.2015, 19 Uhr:: Heilbronn, Kunsthalle Vogelmann :: Vortrag Andreas Bründler :: Bunchner Bründler Architekten, Basel (CH) WEITER:DENKEN: Wie funktionslose Industriebauten zu hochwertigen Museen oder kulturellen Treffpunkten umgewandelt werden, und wie neue Architektur einen Dialog mit dem Denkmalschutz eingeht, wird Prof. Claus Anderhalten aus dem Büro Anderhalten Architekten in Berlin berichten. 15.07.2015, 19 Uhr :: Neckarsulm, Alte Kelter :: Vortrag Prof. Claus Anderhalten :: Anderhalten Architekten, Berlin NEU:GESTALTEN : Das Büro von M aus Stuttgart beschäftigt sich neben der Realisierung von Gebäuden in historischem Umfeld mit der Konzeption von Ausstellungen und temporären Installationen. Der in Heilbronn geborene Prof. Matthias Siegert wird die Arbeiten seines Büros vorstellen. 14.10.2015, 19 Uhr :: Bad Mergentheim, Deutschordensmuseum :: Vortrag Prof. Matthias Siegert :: von M, Stuttgart REGIONAL:BAUEN : Wie sich in einer ländlich geprägten, voralpinen Landschaft neue Kindergärten, Wohnhäuser oder ein islamischer Friedhof in die Umgebung einbinden und auf die regionalen Bautraditionen des Vorarlberg verweisen, zeigt der Architekt Bernardo Bader. 18.11.2015, 19 Uhr :: Schwäbisch Hall, Kunsthalle Würth :: Vortrag Bernardo Bader :: Bernardo Bader Architekten, Dornbirn (A) Die Organisation der Heilbronner Architekturgespräche verantworten Daniela Branz und Cornelius Krähmer im Hochbauamt der Stadt Heilbronn. www.heilbronnerarchitekturgespraeche.de Die Wiedereinstiegs-Beratung der Bundesagentur für Arbeit. Starten Sie jetzt und erfahren Sie alles darüber, wie Sie Familie und Beruf vereinbaren können und was Sie weiterbringt. Denn Ihr Know-how als Fachkraft ist auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Informieren Sie sich jetzt unter www.dasbringtmichweiter.de Publication name: Dachkampagne Anzeige 210x150 generated: 2014-09-25T11:41:34+02:00

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LANDLEBEN: DEZEMBER 2014 PORSCHE, POP UND PARKINSON Matthias Holtmann gilt als die »Kultstimme des Südens«. Seit 35 Jahren unterhält der SWR-Moderator über den Äther. Jetzt hat er mit »Holtmanns Erzählungen« die Geschichte seines Lebens auch aufgeschrieben. Am 4. Dezember liest Holtmann in Öhringen aus seiner persönlichen »Live-Doku«, in der er auch offen mit seiner Parkinson- Erkrankung umgeht. Matthias Holtmann erzählt aus seinem schillernd-bewegten, gehörig intensiven Leben. In typisch trockenwitziger, manchmal auch ironisch-selbstironischer Manier surft der Radiomann durch Brecher und Wellentäler: Abschweifungen, Eingebungen, Erinnerungen, Glücksmomente, Niederlagen und Visionen auch. Eine Medienpersönlichkeit, die ganze Generationen über das Radio begleitet hat, nimmt in offener bis schonungsloser Nabelschau ein deutlich konturiertes Profil an, das den Menschen hinter der Stimme greifbar werden lässt. In Interviews und Begegnungen mit Rock- und Popstars, in Testfahrten auf rasanten Rennstrecken, in vielfältigen Comedy-Rollen und Vorträgen durchaus auch ernsthafter Art steckt der Stoff für das spannende Drehbuch dieser »Live-Doku«, die ungebremst auch mit der Parkinson-Erkrankung konfrontiert. Gerade durch den offenen Umgang mit seinen eignen Schicksalsschlägen sind Matthias Holtmanns Erzählungen mehr als nur eine Promi-Biografie und verbreiten auch Nachdenklichkeit, Solidarität und Zuversicht. Matthias Holtmann ist 1950 in Westfalen geboren, kam wegen des LTT nach Tübingen, studierte schließlich an der Musikhochschule Köln und spielte mehrere Jahre als Schlagzeuger bei der erfolgreichen deutschen Rockband »Triumvirat«. Er arbeitete als Autotester bei Porsche, als Comedian, Moderator, Motorjournalist, war viele Jahre Musikchef, Moderator und Programmchef bei SWR 3 und jetzt bei SWR 1. Die Show »Pop & Poesie in Concert« ist unter seiner Regie und Moderation entstanden. »Holtmanns Erzählungen. Porsche, Pop und Parkinson« ist im Tübinger Verlag Klöpfer & Meyer erschienen. WANN: 4. DEZEMBER 2014, 20 UHR WO: AULA DES HOHENLOHE- GYMNASIUMS ÖHRINGEN

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Der Eisbergeffekt w w w . c r o s s m e d i a e x p e r t s . d e

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LANDLEBEN: JANUAR 2015 GIPFELTREFFEN DER WELTMARKTFÜHRER In der Zeit vom 27. bis 29. Januar 2015 findet in Schwäbisch Hall erneut das Gipfeltreffen der Weltmarktführer statt. Bereits zum fünften Mal werden zahlreiche Spitzenmanager der erfolgreichsten deutschen Mittelstandsunternehmen sowie hochrangige Politiker zusammenkommen, um in Vorträgen und Diskussionsrunden Einblicke der wirtschaftlichen und politischen Trends zu geben. Das Motto diesmal lautet: Zukunftsfähigkeit sichern – Wachstumspotenziale realisieren – von den Besten lernen. Die deutsche Industrie ist zurzeit auf breiter Basis gut aufgestellt: ertragsstark, international orientiert, mit starken Marktpositionen in vielen klassischen Industrien. Wie kann diese Spitzenposition vor dem Hintergrund zahlreicher bekannter Herausforderungen, wie Fachkräftemangel, Kostenbelastung durch die Energiewende und neu entstehende Wettbewerber, vor allem aus den Schwellenländern, gehalten werden? Welche Trends, wie zum Beispiel die weiter stark fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung, sind zu beachten? Das Gipfeltreffen der Weltmarktführer will Antworten auf diese aktuellen Themen geben, die Unternehmenslenkern unter den Nägeln brennen. Zwanzig Top-Referenten, darunter zahlreiche Spitzen-Manager der erfolgreichsten deutschen Mittelstandsunternehmen, zeigen auf, wie sie die Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens sichern. Hochrangige Politiker geben einen Einblick aus erster Hand in sich abzeichnende wirtschaftliche und politische Trends. Neben zahlreichen hochkarätigen Vorträgen und Diskussionsrunden bietet das Forum auch vielfältige Gesprächsmöglichkeiten im Rahmenprogramm, wie beispielsweise das unter CEOs beliebte Kamingespräch, um das eigene Netzwerk zu erweitern. Werksbesuche bei Weltmarktführern der Region runden das umfangreiche zweitägige Programm ab. Einziger Haken an der Sache: Um teilzunehmen, muss man ein Unternehmensführer sein und die Teilnahmegebühr von etwas unter 2000 Euro überweisen.

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Begegnung Nachbarschaften Sicherheit Wohnqualität Lebensgefühl Tradition Bildung Perspektiven www.stadtsiedlung.de Versorgung

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PROTOKOLL: ROBERT MUCHA FOTO: MELI DIKTA MAIKE ENDRESZ: »EINE MUSIKALISCHE REISE DURCH DAS EIGENE LEBEN« Maike Endresz übernimmt ab dem 1. Januar 2015 die HANIX-Anzeigenleitung. Grund genug, sie an dieser Stelle vorzustellen. Und wie sollte dies besser möglich sein, als durch die Musik, die Maike am liebsten hört. Das geht von Anne Clark über die B-52`s hin zu Dylan und Philipp Poisel. Wir freuen uns auf Maike und sagen herzlich willkommen! Die Plattenkiste hat mir eine Zeitreise durch mein Leben geschenkt. Spannend war das, und ich habe meinen Musikgeschmack dabei kennengelernt. Der ist kolossal stimmungsabhängig und macht sich doll an Lebensphasen fest. Mein erstes Leben in Norddeutschland, Phase 1, jung und wild und kinderlos. Zwischenphase Liverpool, da war alles anders. Dann Phase 2, Heilbronn, das Leben vor dem JETZT. Derzeit erlebe ich Phase 3, neue Zeitrechnung, ganz und gar im Jetzt und Hier. Ich muss aus allen Phasen was nennen, sonst wär‘s unfair meinem Leben gegenüber. Mich auf nur fünf festzulegen, das war eine ausgewachsene Herausforderung. ANNE CLARK, JOINED UP WRITING, 1984 Anne Clark stammt aus Phase 1. Post-punkig, düster und melancholisch hat sie mich begleitet bei der Frage, wohin das Leben mich führen mag. Das war meine Weltschmerz-Zeit, und Anne hat mich verstanden, sie WAR Weltschmerz. Elektronik ist eigentlich nicht so meins, aber ich mag die Klassik- und Folk-Elemente die Anne Clark darin vermischt. Außerdem LIEBE ich ihren Dialekt. In Bremen habe ich sie live gesehen und ihre Worte in mir aufgesogen. Eigentlich ist es eher tiefgründige Poesie, die sie mit Musik unterlegt. Sie hat mich eine ganze Weile begleitet und mich ummantelt, wenn ich in meiner Patchouli-Wolke den Sinn des Lebens hinterfragt habe. Ich konnte alle Texte mitsprechen und kam mir dabei furchtbar lässig vor. Dieses Bild vor Augen bringt mich jetzt echt zum Laut-Lachen…

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MEINE PLATTENKISTE: MAIKE ENDRESZ B-52`S, THE BEST OF THE B-52´S: DANCE THIS MESS AROUND, 1990 Habe lang überlegt, ob ich die nennen soll. Doch die B-52´s waren mein Ausgleich, wenn ich fand, dass die ganze Denkerei und Melancholie ja Mumpitz ist und schlussendlich zu nichts führt. Auch die habe ich live gesehen, in Hamburg, das war ein großes, ausgelassenes Fest voll toupierter Haare und Perücken. Mit ihrer Punk- Folk-New-Wave-Rock-Mischung haben sie meinen unentschiedenen Durchdreh-Abspack-Nerv getroffen und mir gute Laune gemacht. Man muss ja nicht immer denken, fand ich und hab einfach laut zu sinnfreien Texten krakeelt und getanzt wie ein durchgeknallter Flummi. Das war komisch und tat gut. Von meinen Freunden fand die wirklich niemand gut, sie mochten höchstens 'Shiny Happy People' von R.E.M. mit Kate Pierson, war mir aber wurscht, denn ich fand sie toll. Ich glaube, heute finde ich sie Quatsch, aber trotzdem gehören sie hierher. Und mitsingen würd ich halt immer noch. Man muss ja nicht immer tiefsinnig sein. LEONARD COHEN, NEW SKIN FOR THE OLD CEREMONY, 1974 In der Zwischenphase Liverpool war Leonard Cohen unendlich wichtig. Da hab ich einen maßgeblichen Prozess durchgemacht und seine Musik hat mich gehalten. Leonard Cohen hätte ich furchtbar gerne mal live gesehen. Seine Worte berühren mich, ich finde, man hört, dass er eigentlich Dichter oder Schriftsteller werden wollte, er singt, was man sonst in dicken, ernstzunehmenden, vergilbten Schinken lesen würde. Seine Melodien sind rein und ehrlich, sie legen sich so warm und weich um mein Herz, das ist wie nach Hause kommen und gut aufgehoben sein. Gleichzeitig macht er mir Fernweh. Wenn ich heute seine Lieder höre, reise ich gedanklich zurück in mein Haus in Elmsley Road, ich bin ganz da und ich rieche Großbritannien. Bittersweet. BOB DYLAN, DESIRE 1976 Phase 2 projiziert Bob Dylan wie eine übergroße Ikone in mein Leben. Die Rock-Folk-Mischung und die Lyrik seiner Lebensgeschichte gehen von den Ohren durch Herz und Bauch, direkt in die Füße. Ich tanze dazu und vergesse die Welt total. Und ich singe, laut und womöglich derbe schief. Aber ich genieße es, es passt immer, zu jeder Stimmung. Seine Texte sind wie Geschichten, die man zu Ende anhören muss. Immer wieder will ich wissen, wie es ausgeht, obwohl ich es schon weiß. Das ist wie ein gutes Buch, das man schon hundert Mal gelesen hat und das trotzdem immer wieder das Innere berührt. Mundharmonika, Klavier, Gitarre…Für mich ist das »echte Musik«, sie klingt handgemacht und ehrlich. Das kommt alles so von ganz tief, aus dem Bauch, aus dem Herzen, aus der Seele. Ich glaube ihm seine Musik. Und er glaubt mir. PHILIPP POISEL, PROJEKT SEEROSENTEICH 2012 Der Philipp. Den hasst man oder liebt man. Ich liebe ihn, weil er Teil meines neuen Lebens ist, weil er mir wahre Liebe beschert hat und unendlich viele emotionale Erinnerungen porträtiert. Auch hier wieder mag ich die sanft wogende Poesie, die er in seinen Balladen teilt, auch wenn ich manchmal lachen muss und laut sag: "Cheer up, Philipp, das Leben ist schön und nicht nur Scherenschnitt!" Dass er ein tolles Streichquartett und 'n olles Klavier mit auf der Bühne hat, das macht sein Projekt Seerosenteich insgesamt sehr wertig für mich, die Stimmung ist zudem heimelig und familiär. Deutsche Musik mag ich inzwischen sehr gern, da hätt ich einiges nennen können, aber der Philipp und ich, wir haben das Projekt Metamorphose zusammen durchgemacht und darum lass ich ihn immer wieder gern sanft-melancholisch meine Seele berühren. Er ist der Produzent meiner Selbst-Hymne, er hat mir geholfen, hier zu sein, wo ich jetzt bin, und da bin ich unendlich gern. Zum Dank erwähn und lobpreise ich ihn hier.

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HEILBRONNER STUDIS Julia Thoma aus Möckmühl studiert im 5. Semester an der DHBW in Heilbronn. Die Unterländerin hat auch mit dem Gedanken gespielt, in der Ferne zu studieren. Am Ende überzeugte sie allerdings das Studienangebot der DHBW, so dass sie ihrer Heimat erhalten blieb. Für Julia bietet Heilbronn auf jeden Fall das Nötigste. Seien es Shopping- oder Feierangebote. Doch gerade im Stadtzentrum vermisst die 21-jährige Angebote für junge Menschen und Studenten. Deshalb zieht es sie auch öfter zum Einkaufen oder Feiern nach Stuttgart. Ihre zugezogenen Komilitonen flüchten nicht mehr ganz so oft bei der erstbesten Gelegenheit aus der Stadt. FOTOS: MEMO FILIZ »HEILBRONN MACHT SICH. ES FEHLT DENNOCH AN ANGEBOTEN FÜR UNS STUDENTEN« Name: Julia Thoma aus Möckmühl Alter: 21 Jahre Hochschule: DHBW Heilbronn Studiengang: BWL-Dienstleistungsmanagement im 5. Semester

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»MEIN HEILBRONN« PRÄSENTIERT HEILBRONNER STUDIS: JULIA THOMA »Mein Heilbronn« spendiert jedem teilnehmenden Studenten einen Einkaufsgutschein der Stadtinitiative im Wert von 50 Euro. Du willst mehr über Heilbronn wissen? www.mein-heilbronn.de

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FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION H E I M A T L I E B E FOTOGRAFIEN VON MELI DIKTA

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION VODKA-O MIT FLEISCHBEILAGE Irgendein Partytiger hat sich an einem Wochenende als Absacker noch einen Vodka-O aus dem Plastikbecher gegönnt. Als Plätzchen für seinen Drink hat er sich die Rathaustreppe ausgesucht. Da er den letzten Drink des Abends nicht mehr ganz geschafft hat, ließ er einen Anstandsrest Vodka-Plörre im Becher. Daraus resultierten mehrere Alkoholvergiftungen kleiner Heilbronner Fruchtfliegen.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION AUFRÜSTEN Der Heilbronner Käthchenhof wird aktuell in den letzten Zügen renoviert, um danach als schmuckes Gesundheits- und Ärztezentrum zu fungieren. Nachdem die Arbeiten im Inneren des Gebäudes bereits abgeschlossen sind, ist nun die Außenfassade dran.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION ZACK ZACK, ZEIG MÖPSE Mehr Titten will der Künstler dieser Illustration auf einem Briefkasten in der Nürnbergerstraße in Heilbronn sehen. Und zwar zack-zack.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION ALTBAUFASSADE Viele Altbauten blieben nach dem Bombardement am 4. Dezember 1944 in Heilbronn nicht stehen. Aber an ein paar Häusern ging der »Bombenkelch« vorbei. Wie in der Heilbronner Südstadt, wo noch ganze Häuserreihen schicker Altbauten stehen.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION MISTELN IM PFÜHL Wir vermuten als botanische Laien, dass es sich bei diesen kugelartigen Gebilden um Misteln handelt, die sich in dieser Baumkrone im Pfühlpark eingenistet haben.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION HEIDELANDSCHAFT Die Heilbronner Waldheide ist ein Paradies für Spaziergänger, Hunde und Reiter. Die herbstlichen Farben verleihen dem Heilbronner Naherholungsgebiet im Stadtwald noch mehr Charme.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION IMMOBILIE GESUCHT Eine schnöde Zeitungsanzeige oder ein Gesuch auf Immoscout war einem Suchenden zu plump. Also buchte er kurzerhand einen Schaukasten auf der Weinsbergerstraße unweit der Kneipe »Zum Plattfuß«, um sein Gesuch kundzutun. Es darf ruhig auch sanierungsbedürftig sein.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION MORSCHER STUHL Dieser Herrenlose Stuhl steht in der Nähe des Trappenseeschlößchens im Heilbronner Osten. Wenn sich niemand um dessen Beseitigung kümmert, kann man in den kommenden Wochen den Verwesungsgrad in einer Langzeitstudie beobachten.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION LEERSTAND Ähnlich wie in der Kirchbrunnenstraße in der Fußgängerzone betrifft zunehmender Leerstand nun auch die Nordstadt, wie hier auf der Paulinenstraße zu sehen ist. Die Hoffnung bleibt, dass nicht ein weiteres Nagelstudio oder ein Sportwettenanbieter die leerstehenden Flächen anmietet.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION VIER CHARAKTERKÖPFE Hinter dem Minigolfplatz an der Rollsporthalle am Europaplatz wurden diese vier Charakterköpfe angebracht.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION BAUM, STROMLEITUNG & EIN HAUS In der Paulinenstraße sind, seit die Stadtbahn Nord hier ihre Trasse hat, geometrische Form- und Linienanordnungen zu beobachten.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION BUNTER HERBST Bei milden Novembertemperaturen zeigte sich der Herbst von seiner schönen, bunten Seite, wie dieser gelbbraun-rot-orangene Blätterteppich belegt.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION ES FÄHRT EIN ZUG NACH NIRGENDWO Bei starkem Gegenlicht scheint die Bahnstrecke von der Paul-Göbel-Brücke aus gesehen ins Nichts zu führen. Schlagerbarde Christian Anders lässt grüßen.

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WEIHNACHTEN Nicolai Köppel widmet sich in seiner Vaterkolumne diesmal der schönsten Jahreszeit. TEXT: NICOLAI KÖPPEL Weihnachten ist das Fest der Liebe. Soso, Sie gehören also zu denen, die einen Artikel aus der Dezemberausgabe eines Magazins weiterlesen, selbst wenn er mit einem derart grässlichen Satz beginnt. Was Weihnachten tatsächlich ist, wäre übrigens der gleiche Artikel, nur in blasslila (grün kann man schlecht sagen, das ist eine Weihnachtsfarbe). Was soll das alles? Ich soll meine Vaterkolumne dieses Mal auf Weihnachten trimmen, heißt es. Passt doch, heißt es: Weihnachten und Kinder. Seltsam, dass bei solchen Äußerungen keiner aufsteht (außer mir, aber eher innerlich, im Stehen tippt es sich so schlecht) und wie am Rande von Feierlichkeiten wie dem »Tag des Kindes« mit pubertärer Enttäuschung im Ton murmelt, dass doch die Welt besser wäre, wenn jeden Tag ein bisschen Tag des Kindes wäre. Wie wär’s: jeden Tag des Jahres ein bisschen Weihnachten? Und ganz hinterrücks, Rolf-Dobelli-(Stern) bzw. Max- Frisch-(Suhrkamp)-mäßig gefragt: ‚Wie sicher sind sie sich, dass es nicht die finanzielle Seite dieser Idee ist, die Ihnen Angst macht?‘ Ho-ho-hoffentlich merkt man’s schon: Ich weigere mich, eine Weihnachtskolumne zu schreiben. Aber mit ganzer Kraft lehne ich mich nicht auf. Man stelle sich also vor, dass ich den nun folgenden Text geschrieben habe mit einer saisonalen Bommelmütze auf, einem angeklebten Bart, in dem es vor Lebkuchenkrümeln nur so wimmelt, mit einer Zweiliterflasche Glühwein, die ich oben abgesägt und einen Tauchsieder hineinhängen habe. Im Hintergrund klimpern die Schellen klassischer Weihnachtslieder im Takt und beim Tippen achte ich sehr auf den Rhythmus, damit ich auf Linie bin. So müsste es gehen. Noch bevor mein Sohn in den Kindergarten kam, war mir klar, dass er was ganz Besonderes ist. »Ihr Kind ist was ganz Besonderes« kann in der heutigen Zeit auch heißen, dass er aufsässig, lernbehindert und im Ganzen ein bisschen stulle ist. Das meine ich nicht. Jeder möchte, dass der Nachwuchs sein eigenes Ding macht, am besten so früh wie möglich, denn dann hat man seine Ruhe und ist nicht schuld. Des-

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DIE VATERKOLUMNE: WEIHNACHTEN halb war ich zwar verdutzt, aber nach wenigen Sekunden auch hocherfreut, als er vor zwei Jahren einen seiner ersten grammatikalisch korrekten Vollsätze sprach. Und das war so: ich lag gerade mit Augen zu auf der Couch und dachte an nichts Böses, denn so bin ich einfach oder vielmehr nicht. Verschwörungstheorien, Paranoia, vermindertes Urvertrauen sucht man bei mir vergeblich (mein Psychologe hat dazu bemerkt, dass er eine Orange immer in einem Haufen Orangen verstecken würde – und wenn Ihnen dieses Bild jetzt weihnachtlich vorkommt, sind sie selbst schuld, ich wäre da nicht draufgekommen). Mein Sohn trat ans Sofa und schmiegte sich an mich und flüsterte mir ins Ohr: »Der kleine rote Vogel singt heute nacht nicht im Garten«. Ich blieb mit geschlossenen Augen liegen und zeigte keine Reaktion, auch weil ich augenblicklich nachdenken musste: in keinem seiner Bücher kam eine solche Konstellation vor, wir haben im Garten keine kleinen roten Vögel und schon überhaupt keine, die singen. Freunde, die ihm derlei einreden, hat er auch nicht (das Geschwisterchen war noch nicht da und er genoss alle Vorzüge und Nachteile des Einzelkindtums), und ausnahmsweise waren auch die seit drei Wochen im Urlaub befindlichen Großeltern unverdächtig, Vorbild für diese Aussage gewesen zu sein, weil sie noch nicht mal anriefen. Es musste sich also um Agentensprache handeln, und er hatte mich mit seinem Kontaktmann verwechselt. Gut von mir, nicht zu reagieren, wer weiß, was er mit mir als potentiellem Geheimnisverräter hätte nach seinem Agentenprotokoll anstellen müssen. Der Satz konnte ja alles mögliche bedeuten, und welche Rolle vielleicht sogar ich darin spielte, blieb zum Glück unklar. War ich der kleine rote Vogel? Jahrzehntealte Aussagen von Klassenkameraden aus der Jungen Union stützen die Stoßrichtung dieser Interpretation jedenfalls. Wahrscheinlich kann ich nur heute bei bester Gesundheit darüber schreiben, weil mein Sohn davon ausgehen konnte, dass ich den Moment seiner Indiskretion quasi verschlief. Whistleblower seinen Platz in der Hackordnung des Kindi finden? Und konnte er uns als seinen Eltern auf eine Weise vertrauen, die es ihm ermöglichen würde, uns im richtigen Moment ins Vertrauen zu ziehen, um vielleicht das Schlimmste zu verhindern? (Dieser vorgewürzte Weihnachtsglühwein ist hervorragend, man kommt sogar noch rückwirkend auf die besten Ideen!) Die herrliche Frau, die mich zu Recht ihr eigen nennt und ich waren aufmerksam und versuchten gleichzeitig, ihn zu testen, ob er für den Job wirklich hart genug war. Deshalb fragten wir: »Und wie war’s im Kindi?« – er pfefferte seinen Rucksack knapp an der Ecke vorbei (mit Scharfschützentum war also wohl im Lauf der Undercover-Karriere nicht zu rechnen, aber er war ja erst knapp vier damals, da gibt es sicher Trainingslager mit gut ausgewuchteten Kinderrucksäcken, in denen die Vesperboxen ordentlich leergegessen waren) und sagte: »Ich erzähls nicht.« Ich dachte, jetzt spiel ich mal den um das Wohl seines Kindes bedachten Papa und fragte nach zwei Wochen kompletter heimatlicher Rapportverweigerung bei seiner Kindergärtnerin nach, wie er sich denn mache, ob er sich in die Gruppe einfügen könne, was er am liebsten hätte (malen, basteln oder so – natürlich fragte ich nicht nach Schaltplänen, Blaupausen oder Abhörwanzen, ich bin ja kein Anfänger) und bekam zur Antwort, er sei ein ganz normaler Junge, der manchmal einfach nach Hause wolle, aber sonst zufrieden und konzentriert spiele und auch schon erste Freundschaften geschlossen habe. Ich tat, als wüsste ich Bescheid. Also nichts Besonderes? Nichts Besonderes, versicherte man mir. Ich war beruhigt und auch ein wenig stolz: mein Sohn, nichts Besonderes. Seine Deckung war also sicher. Oder um es passender auszudrücken: der kleine rote Vogel singt auch im Garten nicht. Dann war lange Ruhe. Ich ging davon aus, dass er seine geheimdienstliche Tätigkeit im Griff hatte. Dann jedoch kam der Herbst, und er in den Kindergarten. Meine Sorge wuchs: würde er dichthalten können? Setzte ihn die Gegenseite unter Druck? Würde er als Ratte oder potentieller

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MITTAGS- TISCHTEST TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: MEMO FILIZ Wer kennt das Problem nicht: Mittagspause – aber wohin zum Essen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, einen regionalen Mittagstisch-Test zu starten. Diesmal waren wir im Bachmaier und im Pier 58 in der Unteren Neckarstraße. Getestet wurde neben dem Geschmack auch die Geschwindigkeit, die Freundlichkeit des Service-Personals, natürlich der Preis und auch die individuellen Eigenheiten der Lokalität. Im Test haben wir uns für das umgekehrte Schulnoten-System entschieden. Somit ist die 6,0 die Bestnote.

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MITTAGSTISCHTEST: BACHMAIER & PIER 58 RESTAURANT BACHMAIER Untere Neckarstraße 40 | 74072 HN T 07131 / 6420560 Service 6,0 Preise 18 – 33 EUR Geschmack 6,0 Geschwindigkeit 14 Minuten Apfelschorlen-Index (0,4 l) 3,80 EUR Individualität Zwei bis vier Gänge

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MITTAGSTISCHTEST: BACHMAIER & PIER 58 PIER 58 Untere Neckarstraße 10 | 74072 HN T 07131 / 5945815 Service 5,0 Preise 6,90 EUR Geschmack 5,0 Geschwindigkeit 9 Minuten Apfelschorlen-Index (0,4 l) 3,90 EUR Individualität Es gibt Pier-Souvenirs

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»WIR MÖCHTEN DAS PUBLIKUM IN DER REGION ERREICHEN« INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: MEMO FILIZ Die Bullings haben dieses Jahr selbstbestimmt das Alte Theater in Sontheim verkauft, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Inzwischen haben sie mehr zu tun als früher, allerdings bei geregelteren Arbeitszeiten. Die anstrengenden Theaternachtschichten sind weggefallen. Wir unterhielten uns mit dem kreativen Ehepaar aus Heilbronn, über ihre neue Ausrichtung.

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KULTURBEUTEL: DIE BULLINGS HANIX - Liebe Bullings, weint ihr dem Alten Theater noch die ein oder andere Träne nach? Schließlich habt ihr über acht Jahre das Haus geführt und für das Programm gesorgt, ehe ihr euch entschieden habt, im Frühjahr diesen Jahres die Türen des Alten Theaters in Sontheim zu schließen. SIMONE BULLING — Es gibt natürlich immer zwei Seiten. Wir haben schöne Erinnerungen und denken gerne an alles, was wir dort erlebt haben, zurück. Also ist auch ein bisschen Wehmut dabei. Allerdings war der Verkauf eine bewusste Entscheidung, weil viele schöne und spannende Aufgaben auf uns gewartet haben. Wir haben unseren Blick in die Zukunft gerichtet und können sagen: Es ist gut, so wie es ist, vor allem, da wir es an tolle und liebenswerte Leute übergeben haben. So bleibt das Theater der Öffentlichkeit erhalten. MATTHIAS BULLING — Es ist einfach schön, dass wir jetzt das machen können, was wir im Alten Theater auch schon immer getan haben, nur eben mit etwas mehr Vollgas. Wir haben mehr denn je zu tun, aber zum Glück mit einem geregelteren Alltag und das war ein Ziel von uns. HANIX - Es heißt, dass man ungefähr die Hälfte der Zeit benötigt, die eine intensive Beziehung gedauert hat, um zu verarbeiten, nachzutrauern und abzuschließen. SIMONE BULLING — Das Theater war ja nicht unsere einzige Liebesbeziehung. Parallel hatten wir zusätzliche Produktionen. Dadurch, dass wir die Entscheidung bewusst trafen und ein Jahr Übergangszeit hatten, war es ein langsames Abschiednehmen. In diesem Jahr waren wir unsere eigenen Therapeuten. Wir konnten den Trennungsprozess vom Alten Theater selbst gestalten und bewusst entscheiden, welchem Käufer wir das Theater übergeben und welche Konzepte und Ideen dahinterstecken würden. MATTHIAS BULLING — Aus der Heilbronner Perspektive sieht man selten, dass wir von Stuttgart bis Hamburg mit Produktionen unterwegs waren. Und das bereits während der Zeit des Alten Theaters. Das machen wir weiter und somit hatten wir einfach keine Zeit zum Trauern. Froh sind wir auch, dass wir jetzt alles von unserem neuen Büro von zu Hause aus organisieren können und somit öfter mal einen Abend daheim verbringen können.

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KULTURBEUTEL: DIE BULLINGS HANIX - Seit September seid ihr mit eurem neuen Programm am Start. Eure Veranstaltungen finden beispielsweise im Audi Forum oder dem Heilbronner Theater statt. Ihr agiert inzwischen also als Gäste und nicht mehr als Hausherren, wie im Alten Theater. Eine große Umgewöhnung? Worin liegen die größten Unterschiede, beim planen und durchführen eures Programms, im Vergleich zu früher? MATTHIAS BULLING — Zum einen sind das keine klassischen Gastsituationen, sondern Kooperationen. Sowohl mit dem Stadttheater im Rahmen der Kulturreihe »Theater Spezial – Groß. Klein. Kunst.« als auch hier in Neckarsulm in Kooperation mit dem Audi Forum. Wir fühlen uns als Gäste im Haus, aber auch ganz klar als Partner. Und so ist unsere künstlerische Ausrichtung: Es gibt Gestaltungsmöglichkeiten, die wir gemeinsam mit unseren Partnern, die Räumlichkeiten und den Rahmen zur Verfügung stellen, abstimmen. Wir haben ja auch ein gemeinsames Ziel. Wir möchten das Publikum in der Region erreichen. HANIX - Wo liegen die größten Unterschiede bei der Konzeption und Durchführung eines saisonalen Programms im eigenen Haus im Gegensatz zur Arbeit als Partner im Audi Forum und mit dem Theater Heilbronn? MATTHIAS BULLING — Ein zentrales Argument ist, dass es für beide Partner in der Ausrichtung stimmig sein muss. Hier im Forum haben wir zum Beispiel eine Kooperation mit einem Automobilhersteller, also einem Wirtschaftsunternehmen, wo wir andere künstlerische Akzente als in einem Theaterhaus setzen wollen. Es gibt Künstler, die nicht ins Audi Forum passen. In ein Haus wie das Audi Forum sollen nur die Besten kommen, das ist ganz klar. Da muss man immer in den oberen zehn Prozent fischen. Das Gleiche gilt auch, wenn wir eine hochwertige Kulturreihe im »Theater Spezial« schaffen wollen: Hier muss sich das Programm von dem einer Stadthalle unterscheiden; es muss deutlich sein, warum diese Leute in ebendiesem Haus auftreten. Das haben wir auch immer bei den Veranstaltungen in unserem eigenen Haus versucht. Damals wollten wir zwar immer wieder experimentieren, haben uns aber ganz bewusst dazu entschlossen, ein bestimmtes Künstlerportfolio aufzubauen, das wir jetzt in den anderen Häusern wieder nutzen können. Wir haben unsere »alten« Künstler also nicht verlassen. HANIX - Eure Firma heißt nun auch nicht mehr Bulling KulturDirektion GmbH sondern Bulling Entertainment GmbH. Der Name klingt schmissiger, weniger sperrig. Warum die Änderung? SIMONE BULLING — Wir waren beide lange Zeit in Wien und da heißt eben alles »Kulturdirektion«. Das hat uns gefallen. Aber hier kann man mit »Entertainment« einfach mehr anfangen. Es ist leichter zu fassen und griffiger. Deshalb haben wir uns entscheiden, dass es für Deutschland der bessere Name ist. MATTHIAS BULLING — Die Änderung ist ein Stück weit auch dem Medium Fernsehen geschuldet. Wir machen viel für den SWR oder die gesamte Bühnenkonzeption fürs TV von Christoph Sonntag. Dort sind wir mehr im Unterhaltungsbereich verortet, obwohl auch dort kulturell viel Spannendes passiert. HANIX - Neben dem Bühnenprogramm, das ihr veranstaltet, seid ihr nun vermehrt auch auf anderen Feldern aktiv, die ihr früher eher nebenher beackert habt. Erzählt uns von euren neuen beziehungsweise intensivierten Tätigkeiten. MATTHIAS BULLING — Eine Sache, die früher eher mehr im Hintergrund stand und jetzt verstärkt in den Vordergrund tritt, ist der Bereich der Produktion. Im Moment haben wir den kulturellen Bereich auf der Veranstaltungsseite und eine Agentur, die Künstler vermittelt und parallel zur Tätigkeit am Alten Theater lief. Diese Agenturtätigkeit soll nun verstärkt dafür genutzt werden, unsere eigenen Produktionen zu vermarkten. Das ist besonders im Bereich der Unterhaltung sehr spannend, dort wird Kabarett eine große Rolle spielen. Wir sind momentan aber auch dabei, neue Formate für uns zu entwickeln und hoffen, dass wir diese medial gut verbreiten können. HANIX - Ihr seid nun breiter aufgestellt, müsst euch sicherlich aber auch dementsprechend weiterentwickeln und Erfahrungen sammeln. Worin besteht

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KULTURBEUTEL: DIE BULLINGS für euch die größte Herausforderung auf eurem neu eingeschlagenen Weg? MATTHIAS BULLING — Der Produktionsbereich, der uns immer gut lag, hat sich stark verändert. Ich als Regisseur möchte, dass mehr Leute von unseren Projekten erfahren und somit ist die Verbreitung unseres Programms im TV sicherlich ein Thema. Dort sind wir allerdings noch ganz am Anfang. Hier wird man sehen, in wie weit sich das weiterentwickeln lässt. Wir arbeiten mit Partnern, zum Beispiel der Produktionsfirma sonntag.tv.gmbh, zusammen, die bei vielen Projekten des SWR mitwirken. Eine Entwicklung ist, dass ich am Anfang nur die Regie für Christoph Sonntag gemacht habe, mittlerweile jedoch die gesamte künstlerische Leitung für seine Projekte übernommen habe. Das ist eine ziemlich große Herausforderung: Bisher habe ich zwei bis drei Projekte pro Jahr betreut, jetzt sind es jährlich 20-30. Und da Sonntag ein echter Quotenkönig ist, werden diese Projekte von sehr vielen Menschen gesehen. HANIX - Habt ihr euch, um das alles stemmen zu können, personell verstärkt? Oder ist die Bulling Entertainment GmbH ein reines miteinander verheiratetes Familienunterfangen? MATTHIAS BULLING — Wir haben uns eher reduziert. Wir sind nach wie vor ein Familienbetrieb, der in der Kernzelle aus uns beiden besteht. Sobald wir im Bereich der Produktion jemanden benötigen, sei es einen Kameramann oder einen Dramaturgen, dann holen wir uns das nötige Personal und Know-How dazu. HANIX - Das Geld bleibt also zum großen Teil in der Familie ... Typisch schwäbisch. MATTHIAS BULLING — Das muss es auch, denn wir sind nach wie vor noch nicht subventioniert! (lacht) Nochmal fürs Protokoll: Nach wie vor nicht subventioniert! HANIX - Ihr habt jetzt auch eine Zweigstelle in der schwäbischen Metropole Stuttgart. Wie und wieso kam es dazu? MATTHIAS BULLING — Das ist zwar momentan noch im Aufbau, aber wir haben uns bewusst entschieden, auch in der Landeshauptstadt Fuß zu fassen. Zurzeit bin ich mindestens einen Tag pro Woche in Stuttgart im Büro der Agentur sonntag.tv.gmbh. Diese Nähe zu Stuttgart hat zur Folge, dass man sich besser mit dem Sender und den Auftraggebern verständigen kann. Wenn man landesweit plant, ist es sowieso praktischer, wenn man auch in der Landeshauptstadt vertreten ist. Ich muss aber ganz klar sagen, dass unser Hauptsitz Heilbronn ist und erst mal bleiben wird. Wir sind in der glücklichen und luxuriösen Situation, dass wir in einer der momentan spannendsten Städte Deutschlands unterwegs sein dürfen. Es gibt kaum eine Stadt, die so viel Entwicklungspotenzial nutzt, wie Heilbronn. HANIX - Wird das auch von außen so wahrgenommen? MATTHIAS BULLING — Letztens hat mir ein netter Kollege aus dem Fernsehen einen Artikel der Stuttgarter Zeitung zugeschickt, in dem Heilbronn unglaublich positiv besprochen wurde. Die Großprojekte aber auch die Feinheiten und Eigenheiten, die sich hier kulturell entwickelt haben. Er meinte nur: »Das ist ja echt der Wahnsinn, was hier bei euch passiert!« Das merkt man eigentlich nur, wenn man genauer hinsieht, aber es lohnt sich eben, genauer auf Heilbronn zu schauen. HANIX - Liegt der Fokus bei euren Projekten auf der Region, oder denkt ihr da eher national? MATTHIAS BULLING — Die Idee ist, dass wir auf jeden Fall hier produzieren und unsere Basis haben. Wenn sich Menschen von außerhalb dafür interessieren, dann ist das natürlich auch super. Momentan sind wir schwerpunktmäßig aber auf Baden-Württemberg konzentriert. HANIX - Was wir bis jetzt erfahren haben, ist, dass ihr mehr als zuvor zu tun habt, der Alltag jedoch geregelter abläuft, obwohl ihr euch personell verknappt habt. Das widerspricht sich doch ... MATTHIAS BULLING — Dass alles geregelter abläuft, liegt daran, dass meine Frau als Leiterin der Agentur und des Produktionsbüros eine sehr bewährte Struktur geschaffen hat, an der es kein Vorbeikommen gibt. Jeder weiß zu jedem Zeitpunkt, was zu tun ist. Arbeitsspitzen überfordern uns nicht, da immer ein Puffer einkalkuliert ist. Das ist gerade im Zusammenhang mit Künstlern unheimlich wichtig, da oftmals Unvorhergesehenes dazwischenkommt. Es ist so viel einfacher, wenn wir nicht mehr vier bis fünf Nachtschichten pro Woche zusätzlich zum normalen Betrieb einlegen müssen. Vom Pensum gesehen – also Produktion, Agenturtätigkeit und eigene Kreativität – haben wir zwar wirklich mehr zu tun denn je. Allerdings ist das viel leichter zu bewältigen, da wir nicht mehr bis morgens um 5 im Theater stehen und dann nach drei Stunden Schlaf wieder ins Büro müssen. Die Nachtschichten haben sich mehr als halbiert und auf die Veranstaltungen, die wir noch machen, freuen wir uns sogar richtig, da wir so mal wieder rauskommen.

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KULTURBEUTEL: DIE BULLINGS HANIX - Welches Rezept habt ihr für euch gefunden, als Geschäftspartner und Liebespaar zu funktionieren. Trennt ihr das strikt oder nehmt ihr eure Arbeit auch mit nach Hause und sie gehört zu eurem Privatleben dazu? Sicher ist es nicht immer einfach, gerade, wenn man sich umstrukturiert und neu ausrichtet. MATTHIAS BULLING — Ich darf alles bestimmen, solange gemacht wird, was meine Frau sagt. (lacht) Und das funktioniert großartig! HANIX - Wir müssen nochmal zurück in die Vergangenheit. Was ist aktuell mit dem Alten Theater los? Wisst ihr, wie es damit weitergeht? SIMONE BULLING — Wir haben es an Leute verkauft, die es der Öffentlichkeit erhalten. Das war nicht bei allen Interessenten so, weshalb es auch gedauert hat, bis wir jemanden gefunden haben, dem wir das Alte Theater auch gerne verkaufen wollten. Wir haben es also in gute Hände gegeben. Vor Kurzem gab es dort einen Tag der offenen Tür und auch eine Vorstellung. Ende November ist die Eröffnung und wir sind gespannt, was das Alte Theater jetzt künstlerisch in Heilbronn einbringt. Wir freuen uns, dass es mit einer Idee für das Haus weitergeht. HANIX - Zum Abschluss ein Blick in die Zukunft. 2015 darf man von euch sicherlich neben weiteren Projekten einen bunten Strauß der Kleinkunstunterhaltung erwarten. Was steht auf eurer To-do-Liste für kommendes Jahr? MATTHIAS BULLING — Das erste Programmheft der Kulturreihe »Theater Spezial« ist bis Mitte 2015 vollgeschrieben. Dort ist also jetzt schon Halligalli. Glücklicherweise konnten wir direkt mit vier ausverkauften Veranstaltungen starten, weshalb wir hoffen, dass sich das Publikum auch weiterhin von unseren Veranstaltungen begeistern lässt. Auch hier im Audi Forum werden wir im neuen Jahr mit spannenden Events vertreten sein. Zur ersten Veranstaltung kommt Michael »Bully« Herbig mit den Münchner Symphonikern zu uns. Der Vorverkauf hat gerade begonnen und wir freuen uns riesig darauf. Auch Bastian Pastewka kommt ins Komödienhaus des Theaters, was zeigt, dass wir mit unseren Partnern spannende Namen in die Region holen. Für uns wird die Zusammenarbeit mit Christoph Sonntag im Rahmen der künstlerischen Leitung ein ganz großes Projekt werden. Im Februar geht es schon weiter mit der Fernsehsendung »Das jüngste Ger(i) ücht«, die mit 15,4% Marktanteil schon ein echter Quotenkracher war, aber dennoch intelligentes Kabarettfernsehen bietet. Wir machen uns Gedanken, wie wir neben der Vielzahl an unterschiedlichen Projekten auch unsere eigenen kreativen Ideen vermarkten können. So wird 2015 eine spannende Herausforderung für uns sein, auf die wir uns allerdings sehr freuen.

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KULTURBEUTEL 1: DIE BULLINGS SIE BIETEN DEN AUSBILDUNGSPLATZ? WIR DEN AZUBI-FILM! Interesse? azubifilm@formatfilm.tv Ihre Ausbildungsplätze werden von uns in einem Film dargestellt und Ihre Botschaften so direkt den Azubis von Morgen präsentiert. Nach dem Erscheinen im Magazin, gehen die Nutzungsrechte zur Zweitverwertung (facebook, Messe-Display etc.) an Sie über. Mehr Infos unter www.formatfilm.tv

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DIE SEELE IST EINE WERKSTATT Text: FLORIAN DIETZ Fotos: NICO KURTH

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KULTURBEUTEL: HANDMADE SOUL Handmade Soul ist mehr als nur ein Handmade Markt für Kreative und Designer. Es ist ein Handmade Event in der Region Heilbronn / Stuttgart für die ganze Familie. Ein Design-Markt mit leckerem Essen, DIY-Vorführungen und einzigartigen Produkten, die mit viel Liebe hergestellt wurden. Gefeiert wird Handmade Kultur. Im einzigartigen Ambiente der Burg Stettenfels wird Handmade Soul zur Plattform für liebevoll hergestellte Unikate. Die Idee von Kathrin Hagen und Melanie Freda ist schon längst manifestiert. Sie ist exakt 1.987 Zeichen lang – und für jeden auf der Handmade Soul-Website einsehbar. Motivierend, einschwörend und gepaart mit dem idealistischaufrüttelnden Grundgedanken des bewussteren Konsums, gehen die beiden ihr Projekt des ersten Handmade-Marktes in Heilbronn an. Bei der Auswahl des Veranstaltungsortes haben sie sich in verschiedenste Richtungen Gedanken gemacht. »Zuerst haben wir eine geeignete Location im Stuttgarter Raum gesucht, die waren uns dann aber erstens zu teuer und zweitens gibt es dort schon für einige Zielgruppen verschiedene Veranstaltungen dieser Art«, erklärt Kathrin, die auch das Grafikdesign der Website entwickelt hat. Die Wahl fiel dann aufgrund der autobahnnahen Lage in Verbindung mit dem atmosphärischen Drumherum auf die Burg Stettenfels. Deren Betreiber fanden direkt Gefallen an der Idee und dem familienorientierten Gesamtkonzept. Gerade hieran wurde besonders lange gefeilt. »Wir wollten keinen reinen Hippiemarkt oder Trödelmarkt erschaffen, sondern ein familienfreundliches Event mit Do-It-Yourself- Workshops, Live-Musik und einem breiten Angebot, bei dem jeder etwas für sich entdecken kann«, ergänzt Melanie, die mit Ihrem Marketing-Background nach wie vor am Gesamtkonzept und der Außendarstellung arbeitet. Kennengelernt haben sich die beiden kreativen Köpfe bereits 2011 bei einem gemeinsamen ehemaligen Arbeitgeber. Obwohl beide den Job wechselten, blieb der Kontakt zueinander eng und man suchte nach einer Möglichkeit, weiterhin kreativ zusammenarbeiten zu können. Die Idee des Handmade-Marktes wurde dann Anfang des Jahres mit der Location- und Partnersuche immer konkreter. »Wir mögen beide handgemachte Sachen und Online-Plattformen wie DaWanda. Die Idee, das ganze entsprechend lokal als Markt

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KULTURBEUTEL: HANDMADE SOUL anzubieten, fanden wir reizvoll, da es so was in dieser Form hier noch nicht gibt«, erzählt Melanie und ergänzt auf die Frage, warum Heilbronn ein idealer Veranstaltungsort sei: »In den größeren Städten wie Hamburg oder Berlin gibt es schon Handmade-Shops und eine entsprechende Einkaufskultur. Heilbronn hat ein Handmade-Kultur-Defizit.« Dieses Defizit möchte das 2-Frauen-Team gerne ausräumen. Das Zugpferd für die bisher über 100 Ausstellerbewerbungen und hoffentlich vielen Selfmade-Besuchern ist die Kooperation mit dem Online-Portal DaWanda, das als Plattform für Selfmade-Waren aller Art deutschlandweit bekannt ist. Die Kooperation kam auf Anfrage schnell und unkompliziert zustande. Der Markt wird nun sowohl über die DaWanda-Homepage als auch über deren auflagenstarkes Lovemag kommuniziert. Neben der Unterstützung in der Kommunikation stellt das Unternehmen für die Veranstaltung noch technisches Equipment wie Geräte zur Zahlungsabwicklung sowie Merchandising bereit. Beim Erfolg der Veranstaltung ist zukünftig auch ein Ausbau der Kooperation möglich, bei der DaWanda dann als Organisator von Workshops mit im Boot bzw. der Burg ist. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Das größte Problem momentan: der Platz. Wer braucht wie viel? Wo haben wir noch Kapazitäten? Welche Stände passen thematisch zueinander? Fragen, die bis zum Event am 31. Januar und 1. Februar 2015 mit Sicherheit beantwortet sind. Eng mit der Planung und dem Möglichmachen verbunden ist auch der Hausmeister der Burg selbst, der in jedem Moment damit rechnen muss, dass vor allem Melanie noch den ein oder anderen Quadratmeter Freiraum entdeckt, der noch nicht bedacht, oder über den noch nicht verhandelt wurde. Rund 60 fixe Aussteller mit unterschiedlichem Platzbedarf und Angebot sollen es werden. Somit ist man aufgrund der Vielzahl an Anfragen fast schon ausgebucht. Neben Ausstellern aus Mainz, Leipzig und Hamburg, kommt der Löwenanteil aus einem Umkreis von circa einer Stunde Fahrzeit. Angeboten werden unter anderem Mode, Dekorationen, Schmuck, Essen, Accessoires, Kosmetik, Upcycling- Produkte sowie Artikel für Kinder und handgefertigte Papierwaren mit dem Ziel, eine möglichst breite Zielgruppe anzusprechen. Weitere Events sind für die Veranstalterinnen durchaus denkbar, wenn die Besucherzahlen und die Resonanz den Bedarf danach widerspiegeln. Hierfür hält

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KULTURBEUTEL: HANDMADE SOUL man bereits jetzt Augen und Ohren nach passenden Locations in anderen Orten offen. Die Resonanz auf den geplanten Handmade-Markt überwältigt das Zweiergespann bereits schon, bevor die Veranstaltung stattgefunden hat. Unterstützung kommt von allen Seiten und wird dankend angenommen. In erster Linie aus dem Freundeskreis und vonseiten der Aussteller sowie von Partnern und Sponsoren, die sich mit Büchern, Merchandising oder kostenfreier Werbung beteiligen. Auch mit größeren Unternehmen ist man im Gespräch, um diese im Erfolgsfall für weitere Veranstaltungen gewinnen zu können. Die erste Veranstaltung ist also auch eine Art Feuerprobe, bei der sich das Veranstaltungskonzept beweisen soll. Finanziert wird das Event über die Standgebühren und die Eintrittsgelder von vier Euro pro Person. Der Rest sowie die auszulegenden Beträge werden aus der eigenen Tasche beigesteuert: »Wir glauben an das Konzept und denken, dass es dem Zeitgeist entspricht. Daher haben wir gerne investiert.« Als kleine Besonderheit soll es an den beiden Veranstaltungstagen einen Stand geben, dessen Erlöse dem Tierschutz zugutekommen sollen. »Wir haben beide Tiere und sind auch mit Tieren aufgewachsen. Es gibt einige Themen, die für uns vom Grundgedanken her irgendwie zusammengehören. Das Bessermachen, das Andersdenken!«, fassen die beiden den Grundgedanken zusammen. Es geht ihnen darum, auch ein Bewusstsein für jeglichen Konsum in den Köpfen der Besucher zu verankern und hierbei wird natürlich nicht nur an Menschen und Umwelt, sondern auch an die Tiere gedacht. Auch in ihrem Privatleben nimmt das Thema bewusster Konsum zum Beispiel bei Nahrung oder Kleidung einen hohen Stellenwert ein. Allgemein kaufen beide eher weniger, dafür aber selektiver ein. Wenn es die Zeit zulässt, basteln sie auch an eigenen Ideen und nähen oder häkeln individuelle Kleidungs- oder Dekostücke. »Für uns haben handgemachte Dinge einfach eine Seele. Deshalb haben wir uns auch für den Namen Handmade Soul entschieden. Je mehr Zeit, Leidenschaft und Liebe in einem Produkt steckt, desto wertvoller ist es in der Regel«, erzählen sie mir von der großen Überzeugung, das Größte im Kleinen zu finden. Unsere App für Sie … Krönke StB Die kostenlose «Krönke Steuerberater-App» steht für Sie zum Download bereit. Diese finden Sie in Ihrem App-Store unter «Steuerberater Krönke». Ferdinand-Braun-Straße 17 Blue Office 2.0 Businesspark Schwabenhof 74074 Heilbronn T 07131 / 203 99 - 6 F 07131 / 203 99 - 82 www.kroenke-stb.de info@kroenke-stb.de

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MARC C. WOEHR - 25 JAHRE KREATIVES SCHAFFEN Der Stuttgarter Künstler Marc C. Woehr feiert 25 Jahre kreatives Schaffen. In seiner Jubiläumsausstellung »Flashback« erwartet die Besucher eine fotografische Zeitreise bis zu seinen Anfängen in 1989. Neben einer Retrospektive werden auch aktuelle Werke von Heute gezeigt. Mit dem Jahresende kommt für viele der Blick zurück. Was wurde erlebt, was erreicht? Für den Künstler Marc C. Woehr mag 2014 ein ganz besonderes Jahr sein: Der Stuttgarter feiert 25 Jahre kreatives Schaffen. In seiner Jubiläumsausstellung »Flashback« nimmt der gebürtige Heilbronner seine Besucher mit auf eine fotografische Zeitreise bis zu den Anfängen in 1989. Neben einer Retrospektive zeigt der Künstler auch aktuelle Werke von Heute. Und dass die mittlerweile kaum noch etwas mit seinen Anfängen auf der Straße, dem Graffiti sprühen, gemein haben, zeigt allein schon ein Blick auf die verwendeten Materialien: Das Herzstück seiner Objekte ist Holz, das er bemalt und in klar definierten Formen und Schichten übereinander setzt. Der kantige Aufbau und die farblich reduzierte Farbgebung gibt den Werken etwas urbanes und sind mittlerweile zum Markenzeichen des 40-Jährigen geworden. In jedem der Unikate befindet sich eine versteckte Message. Abhängig vom Abstand des Betrachters, erschließen sich ihm die Werke dabei nicht selten erst auf den zweiten Blick. Manchmal auch erst aus einer anderen Perspektive. Die jeweiligen Bildtitel dazu sind nicht etwa Worte oder Sätze, sondern geografische Koordinaten. Die Inspiration für seine Kunst zieht er aus seiner eigenen Historie: »Es geht mir nicht darum, etwas Greifbares auszudrücken sondern vielmehr darum, meine eigene Geschichte zu spüren«, meint Woehr. Der Malprozess sei damit oft ein emotionaler und persönlicher Akt. Umso spannender findet es der Künstler, der sich bei seinen Ausstellungen gerne im Hintergrund hält, zu beobachten, wie die Menschen auf seine Bilder reagieren: »Was sie letztendlich darin interpretieren, überlasse ich gerne den Betrachtern selbst. Aber es ist schon immer wieder erstaunlich, welches Kopfkino bei dem einen oder anderen anspringt.«

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KUNSTREGION: MARC C. WOEHR VERANSTALTUNGSHINWEIS: Vernissage zur Jubiläumsausstellung »Flashback« Freitag, 5. Dezember 2014, 19 Uhr Urban Art Gallery Stuttgart Rotebühlstra.e 51A 70178 Stuttgart Die Ausstellung ist bis zum 29. Dezember 2014 zu sehen. Mehr Informationen zur Person unter www.marcwoehr.de

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»UNS HABEN ÜBER 1000 BANDS GECOVERT« INTERVIEW: ROBERT MUCHA & FRIEDEMANN ORTHS FOTOS: PR Wir sprachen mit nationalen Musiklegenden. »Ton Steine Scherben« feiern Reunion in Originalbesetzung. Dreißig Jahre haben Fans darauf gewartet. Nun gehen die »Scherben« auf Deutschlandtour. Wir sprachen mit Lanrue, dem musikalischen Mastermind der »Scherben« über Rio Reiser, die neue Zusammensetzung der Band und die Aktualität der 40 Jahre alten »Scherben«-Texte.

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INTERVIEW DES MONATS: TON STEINE SCHERBEN HANIX - Ein Interview, das ihr 1972 dem Magazin »Musik Express« gegeben habt, eröffnete mit der Frage: »Was beabsichtigt ihr mit eurer Musik zu erreichen?« Und: Hat sich hier etwas in eurer Einstellung zu damals verändert? Damals wolltet ihr Probleme veröffentlichen und Missstände aufdecken. R.P.S. LANRUE — Wahrscheinlich haben wir das damals so gesagt und ja, unsere Einstellung ist genauso wie damals. HANIX - 30 Jahre nach ihrer Auflösung sind die original »Scherben« mit R.P.S. Lanrue wieder da: ohne Rio Reiser, dafür auf neun Leute aufgestockt. Einige Auftritte und eine »warm up«-Tour, vor der im Januar startenden »Ding Ding Dang Dang«-Tour gab es bereits. Wie war es bisher für euch? Ohne Rio. Dafür mit vielen Neuen in der Band. R.P.S. LANRUE — Bis jetzt kann man sagen, dass der erste Test ziemlich gut lief. Bis jetzt sind alle, bis auf eine Chorsängerin, dabei und wir freuen uns natürlich auf die zweite Tour. Interessant ist die Mischung aus verschiedenen Generationen in der Band und genau das hat bis jetzt sehr gut funktioniert. Entscheidend ist einfach, dass es musikalisch passt und wir nicht nach jemandem gesucht haben, der wie Rio singt. HANIX - Hat euch die gute Resonanz auf der »warm up«-Tour im Frühjahr 30 Jahre nach Auflösung und mit erweiterter Besetzung sehr überrascht? Hätte ja auch schief gehen können … R.P.S. LANRUE — Da gebe ich dir absolut recht. Ich hatte schon so meine Bedenken, da wohl bei den Scherben etwas andere Massstäbe angelegt werden, als bei anderen Bands. Die Gefahr war einfach, dass Aussagen aufkommen wie »Das geht doch gar nicht ohne Rio« oder Ähnliches. Dem war aber glücklicherweise nicht so. Selbst das Publikum umfasste mehrere Generationen, teilweise waren Kinder im Publikum aber auch 90-jährige. Sehr überrascht waren wir auch über die durchweg positive Resonanz in der Schweiz und in Österreich. HANIX - Ab Mitte Januar tourt ihr durch Deutschland und die Schweiz. Ihr solltet dann noch eingegroovter sein, als im Frühjahr. Was dürfen sich die Besucher eurer Konzerte erwarten? R.P.S. LANRUE — Wir werden einfach ein paar Sachen verändern, einige neue Songs mit reinnehmen aber auch Songs, die wir seit 1971 nicht mehr gespielt haben. Wir fangen ja gerade erst an, zu proben. Von daher kann man noch gar nicht viel Konkretes sagen. Aber mit Sicherheit wird der Showpart etwas intensiviert und eventuell werden wir auch ein paar Gastmusiker dabei haben, wie bei der letzten Tour auch. Da waren beispielsweise Frittenbude, Blumentopf und Madsen mit uns auf der Bühne. HANIX - Welche Art von Fans erwartet ihr auf eurer Tour? Wiedersehen mit den alten? Viele junge? R.P.S. LANRUE — Ich hatte ja vorhin schon kurz erwähnt, dass das Publikum sehr bunt gemischt sein wird. Natürlich gibt es die uralten Fans aber erstaunlicherweise auch viele neue junge Konzertbesucher. HANIX - Der »Musik Express« unterstellte euch 1972 auch, dass eure Musik nicht unterhaltend ist, sondern eine ganz bestimmte politische Richtung verfolgt. Eure Texte haben an Aktualität nichts eingebüsst. Ob ihr wollt oder nicht, ihr seid immer noch politisch. Kann man das so sagen? R.P.S. LANRUE — Gibt es denn den »Musik Express« noch? Ehrlich gesagt kann ich mich nicht erinnern, dass wir jemals irgendeiner Partei angehört haben. Es ist einfach die Frage, wo Politik anfängt und ob unsere Themen noch aktuell sind, was unserer Meinung nach - wenn man sich mal die weltpolitische Lage anschaut - absolut mit Ja zu beantworten ist. HANIX - Die Atmosphäre bei euren Auftritten früher war meist ziemlich aggressiv. Die Leute entwickeln eine bestimmte Art von Solidarität mit den Schwachen und mit euch. Erwartet ihr diesmal Ähnliches? R.P.S. LANRUE — Man muss sagen, dass wir zu dieser Zeit fast ausschliesslich Solidaritätskonzerte gegeben haben und wir auch einiges bewirkt haben. Man kann also mit Musik durchaus Dinge verändern beziehungsweise Veränderungen anstossen. Ein Attribut was uns immer nachgesagt wurde, ist die Zeitlosigkeit. Diese Eigenschaft würde es nicht geben, wenn wir uns dogmatisch einer Geschichte angeschlossen beziehungsweise verkauft hätten. Oder beispielsweise irgendeiner Partei angehört hätten. HANIX - Auf euren Gigs wird es Gastauftritte geben. Wisst ihr schon, wer in Stuttgart und in anderen Städten dabei sein wird? Und könnt ihr verraten, wer es ist?

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INTERVIEW DES MONATS: TON STEINE SCHERBEN R.P.S. LANRUE — Da kann ich tatsächlich noch nix verraten. Nicht weil es ein Geheimnis ist, sondern weil ich es einfach noch nicht weiß. Ich kann sagen, dass es nicht unbedingt Sänger, sondern auch Gastmusiker sein können. HANIX - Ist es schwierig, andere Künstler für Gastauftritte zu begeistern oder fiel das relativ leicht? Es gibt wohl eine Website, da stehen über tausend Bands, die euch gecovert haben. Immerhin dürften viele Künstler keine Textschwierigkeiten haben, wenn sie mit euch auf der Bühne stehen. R.P.S. LANRUE — Eigentlich muss man sagen, dass die Künstler sich alle angeboten haben und somit richtig Lust hatten, mit uns zu spielen. Es hat dann dementsprechend auch immer gut funktioniert, weil die Gastkünstler eben mit Leidenschaft dabei waren. HANIX - Ihr habt die Musiklandschaft Deutschlands stark geprägt und unsagbar viele Gruppen beeinflusst – das muss euch doch auch etwas stolz machen? R.P.S. LANRUE — Das ist eine schwierige Frage. Zuerst einmal ist es schade, dass Rio das nicht mehr so bewusst mitbekommen hat. Zumal wir beide auch die meisten Songs geschrieben haben. Es ist schon erstaunlich, dass uns über 1000 Bands gecovert haben. Und ja, in gewisser Weise kann man darauf auch stolz sein. Es gibt Leute die behaupten ich wäre der am meisten gecoverte Komponist und das ist schon eine Ehre. HANIX - In den 70ern empfandet ihr deutsche Texte zu 90 Prozent sehr schwach. Hat sich das bis heute merklich verändert? Seid ihr zufrieden mit deutschsprachiger Musik? R.P.S. LANRUE — Das hängt natürlich vom Kontext ab. Damals gab es ja nur deutsche Texte über Liebe, Sonne und Wasser. Das hat sich sehr verändert, mittlerweile gibt es richtig gute deutsche Texte und man hat auch einfach die Angst verloren, deutsch zu singen. Begonnen hat das damals mit der Neuen Deutschen Welle und mittlerweile hat sich deutsch als Gesangssprache etabliert. Es ist schon komisch für mich als Franzose immer über die deutsche Sprache zu sprechen, denn in Frankreich ist es völlig normal, wenn man als Franzose in seiner Muttersprache singt. HANIX - Ein ganz besonderer Ort für die Band war und ist in Nordfriesland, in Fresenhagen. Seit einiger Zeit ist die Immobilie, die sogenannte »Freie Republik Fresenhagen«, in der Insolvenz, soll

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INTERVIEW DES MONATS: TON STEINE SCHERBEN zwangsversteigert werden. Wie ist hier der aktuelle Stand? R.P.S. LANRUE — Das habe ich auch auf Spiegel online gelesen. Das ist für uns natürlich ziemlich traurig, da wir mit diesem Ort eine bestimmte Geschichte und viele Erinnerungen verbinden. Es waren unheimlich viele Bands dort und schwuppdiwupp ist alles vorbei. Ich bin aber natürlich nicht objektiv genug, da mir das Haus mal mit Rio gehörte. HANIX - Der Ort war für dich magisch. Ein absolute Affinität verbindet dich mit ihm. Rio Reiser nannte dich den »König von Fresenhagen«. Verbietest Du dir immer noch von einer Rückkehr zu träumen? R.P.S. LANRUE — Mir ist 1990 mal der absurde Satz rausgerutscht, dass dieses Haus mich liebt, denn immer wenn ich dachte »jetzt ist es vorbei«, passierte so was wie ein Wunder. In der Tat wäre eine Rückkehr noch vor drei Monaten möglich gewesen, hierzu fehlt mir aber einfach das nötige Kleingeld. Es gab auch zwei Leute die sich da sehr engagiert haben aber letztendlich ist es so gekommen, wie du eben beschrieben hast. Grundsätzlich schliesse ich aber bei diesem Haus gar nichts aus, denn noch steht es. Im Prinzip habe ich allerdings damit abgeschlossen, da sich schon soviel an dem Ort verändert hat, an dem damals unsere beste Platte entstanden ist. HANIX - Die Reunion der Scherben ist ein erster Akt, um das Bild von der Band Ton Steine Scherben und die Zeit in Fresenhagen abzurunden, zu vervollständigen. Ist nach der Reunion und nach der kommenden Tour noch ein Album von den Scherben geplant, um diesbezüglich den letzten Schritt mit einem neuen Album auch noch zu gehen und es ganz rund zu machen? R.P.S. LANRUE — Momentan gibt es diese Planungen nicht. Aber wer weiß schon, was noch so alles passiert. Vielleicht ergibt sich das dann einfach so und eine neue Platte entsteht. Zumal wir schon jetzt ziemlich gute Livemitschnitte haben. Auch mit Liedern, die noch nie von den Scherben gespielt wurden. Ich habe 1984 mit den Scherben aufgehört, weil ich auch der Meinung war, dass wir fast alles gesagt haben. Aber mittlerweile schliesse ich nicht mehr aus, dass wir doch noch viel mehr zu sagen haben.

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WOHNPROJEKT W47 Das soziale Projekt »Käthe« hat in der Heilbronner Wollhausstraße günstigen Wohnraum für die Ewigkeit gesichert. Wir sprachen mit den Politaktivisten über die Intention ihres Häuserkaufes. APOLLO 19 Unter dem Namen »Apollo 19« firmirt eine Interessengemeinschaft, die sich für Bauplätze auf dem zukünftigen BUGA-Gelände interessiert und sich als Baugemeinschaft den Traum vom urbanen Eigenheim verwirklichen will. ROBERT AN DER BRÜGGE Wir sprachen mit dem Chef der Stadtsiedlung Heilbronn, Robert an der Brügge, über die städtische Wohnungsknappheit in bestimmten Preissegmenten, den sozialen Auftrag der Stadtsiedlung und die zukünftige Entwicklung in Heilbronn, was den Wohnungsmarkt angeht. BESICHTIGUNGSTERMIN BEI ... Wir haben für diese Ausgabe unter anderem Unterländer in deren Wohnungen besucht und uns umgesehen. Im kommenden Jahr führen wir diese Strecke in unserer neuen Rubrik »Besichtigungstermin bei ...« fort. STUDENTEN WGS IN DER WILHELMSTRASSE In der Wilhelmstraße sanieren zwei junge Heilbronner Altbauten, um dort studentische Wohngemeinschaften einziehen zu lassen. JOSHIS MEINUNG Unser junger Kolumnist wohnt gerne zu Hause.

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»VORRÜCKEN BIS ZUR SCHLOSSALLEE« INTERVIEW: FRIEDEMANN ORTHS FOTOS: ULLA KÜHNLE Bezahlbares Wohnen in deutschen Innenstädten wird immer mehr zur Utopie. Auch Heilbronn bietet hier keine Ausnahme. Wohnraum wird als Investitionsprojekt betrachtet und weniger gut betuchte Menschen bleiben auf der Strecke. Gerade Studenten haben deshalb oftmals große Schwierigkeiten, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Deshalb wollten einige Heilbronner dafür sorgen, dass trotz steigender Mietpreise Menschen in der Käthchenstadt eine attraktive Wohnung in zentraler Lage finden können. Wir haben das soziale Zentrum »Käthe« und das nebenan liegende Wohnprojekt »W 47« in der Wollhausstraße besucht und sprachen mit Lena, Lukas und Joshua über den Immobilienmarkt, ihre Wohnphilosophie und veganen Kuchen.

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TITELTHEMA: WOHNEN HANIX – Fangen wir ganz klassisch mit Fragen zu eurer Person an: Wer seid ihr und was macht ihr beruflich? JOSHUA – Ich studiere Soziale Arbeit in Ludwigsburg und komme ursprünglich aus dem Badischen. Im Frühjahr zog ich nach Ludwigsburg und habe gemerkt, dass da politisch nicht viel geht. So bin ich regelmäßig hier nach Heilbronn zu antifaschistischen Treffen gefahren, wo ich schon einige Leute kannte und habe recht schnell Anschluss gefunden. Dann wurde das Haus in der Wollhausstraße 47 verkauft und dort bin ich nun mit zwei Freunden in eine WG eingezogen. LUKAS – Ich bin Maschinenbautechniker und wohne hier im sozialen Zentrum »Käthe«. Ich mache seit 2009 Politik und über diesen Kreis haben wir das Projekt gegründet. Angefangen hat das mit einem sozialen Zentrum in der Dammstraße. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass die Räumlichkeiten für unsere Tätigkeiten zu klein waren und dass es sinnvoll für unsere politische Arbeit ist, wenn man auch zusammenwohnt. Das Haus haben wir sozusagen dem Markt entrissen. Das ist unser politischer Anspruch. LENA – Lukas hat uns beim Bau tatkräftig unterstützt und das Baumanagement übernommen. Ich komme eigentlich aus Ludwigsburg und habe hier Politik gemacht. Dann bin ich nach Heilbronn gezogen und habe die anderen getroffen und gemerkt, dass wir zusammen Politik machen wollen. HANIX – Wie kam es zu eurer Idee, die beiden Häuser in der Wollhausstraße zu kaufen? Wie kam die ganze Sache ins Rollen? LUKAS – Die Idee hatten wir 2009. LENA – Genau. Zuerst haben wir einen Verein gegründet und Räumlichkeiten in der Dammstraße gemietet. Wie Lukas schon erwähnte, war uns das zu klein und so wollten wir zuerst privat etwas kaufen. Als wir uns Gedanken wegen der Finanzierung machten, stießen wir auf das Mietshäuser-Syndikat. Dessen Regionalkoordination ist in Tübingen und dort haben wir uns informiert und einen Berater gefunden. Dann sind wir auf Objektsuche gegangen und hier in der Wollhausstraße fündig geworden. Uns war nämlich wichtig, dass wir etwas im Stadtzentrum finden, was für alle gut erreichbar ist und als politisches Zentrum dienen kann. HANIX – Hattet ihr am Anfang Zweifel, ob das Projekt einfach durchzuführen wäre? Gab es Probleme oder besondere Hürden, die es zu meistern galt? LUKAS – Zweifel von unserer Seite gab es weniger. Die kamen eher von den Menschen, die länger in Heilbronn leben und sich gefragt haben, ob es hier überhaupt möglich sein würde, linke Politik zu verankern. Und diesen Leuten wollten wir eben das Gegenteil beweisen. LENA – Für Heilbronn ist das auf jeden Fall ein Pionierprojekt. Ansonsten gibt es solche Syndikatsprojekte ja nur in größeren Unistädten. Wir haben uns gesagt, dass wir das jetzt einfach auch für Heilbronn wagen wollen. Wichtig war, dass wir von Anfang an eine bunte Truppe verschiedener Menschen unterschiedlicher Altersklassen waren. Es sind Personen aus den unterschiedlichsten Spektren: aus Gewerkschaften sowie antifaschistischer und antimilitaristischer Arbeit. Wir haben eine Vertrauensbasis untereinander geschaffen und gemerkt, dass wir gemeinsam die Kraft entwickeln können, hier etwas zu reißen. Und dann haben wir das einfach getan. HANIX – Sicherlich kostet der Kauf und die Sanierung eines Hauses eine Menge Geld. Wie sah es also mit der Finanzierung der Projekte aus? Habt ihr reich geerbt oder mussten traditionellere Methoden herhalten? LUKAS – Das Schöne und raffinierte des Mietshäuser-Syndikats ist dessen Motto: »Lieber 100 Freunde im Rücken, als eine Bank im Nacken.« Im Voraus haben wir also Direkt- bzw. Kleinkredite gesammelt. Anstatt bei einer Bank, können die Leute ihr Geld bei uns anlegen und sehen sofort, was damit geschieht. Darüber finanzieren wir uns. Natürlich brauchen wir da eine Bank dazu, das ist bei uns die GLS-Bank, die ihr Geld transparent investiert. Was andere Banken so mit deinem Geld machen, ist keine Politik, die wir verfolgen und unterstützen wollen. LENA – Ich erläutere das Konzept des Mietshäuser-Syndikats. Ich mache gerade meinen Master in Sozialwirtschaft und da sind alle total erstaunt, wie das funktioniert. Wir mussten uns auch erst mal einarbeiten, da man zuerst eine GmbH gründen muss. Die hat dann zwei Gesellschafter: Ein Teil besteht aus dem Hausverein, in dem alle Bewohner/ innen sind und der andere ist das Mietshäuser-Syndikat. Beide Gesellschafter haben ein gleichberechtigtes Stimmrecht. Das Syndikat wird allerdings immer dagegen stimmen, dass dieses Haus wieder auf den »normalen« Markt kommen kann. Unser Haus ist also für immer vom Markt. Selbst wenn uns Millionen geboten würden, könnten wir nicht verkaufen. Das Syndikat wird immer sagen, dass das Haus zum Zweck des solidarischen und günstigen, kollektiven Wohnens gekauft wurde und ein Veto einlegen. Das ist gut durchdacht und so ist das ganze Projekt abgesichert.

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TITELTHEMA: WOHNEN LUKAS – Das Haus gehört immer den Menschen, die hier wohnen. Wenn man auszieht, dann ist man kein Besitzer mehr. LENA – Und genau das hat uns Sicherheit gegeben. Das Haus wurde also nicht von Lukas mit dem Geld seines Opas gekauft und er könnte uns dann irgendwann einfach rausschmeißen. Die Finanzierung des ersten Hauses lief allerdings echt schleppend. Diese Idee nach Heilbronn zu bringen, war nicht einfach, und bis wir den Grundstock zusammenhatten, lief es zäh. Zuerst bekamen wir Geld aus anderen Projekten oder von der Familie. Zum Glück haben da Leute an uns geglaubt. Wenn man den Grundstock zusammenhat, dann bekommt man den Rest von der Bank als Kapital. Nebenan in der W 47 lief es allerdings fast umgekehrt: Wir haben in einem Nebensatz bei unserem Berater erwähnt, dass das Haus zum Verkauf steht und der sagte sofort: »Wir kaufen!« Ich dachte, der macht Witze, da wir doch gerade erst gekauft hatten. Aber er war sich sicher und meinte, dass finanziell alles gut aussieht. Man muss nämlich einen Liquiditätsplan beim Syndikat abliefern und wird ständig überprüft, dass da nichts schiefgehen kann. Diese Kontrolle gibt uns jedoch die nötige Sicherheit und ist wichtig, damit man keinen Kamikaze-Akt begeht. Und das Geldsammeln lief perfekt: Innerhalb von vier Wochen hatten wir 90 000 Euro zusammen! LUKAS – Wir konnten schließlich schon einen Erfolg mit dem ersten Haus vorweisen und die Leute wussten genau, wie unsere Philosophie ist, und haben uns vertraut. So haben viele Leute, die unsere Idee teilen, ihr Geld lieber bei uns als bei der Bank angelegt. LENA – Das Syndikat ist hochprofessionell. Die Kreditgeber bekommen regelmäßig Infos und teilweise auch eine bessere Verzinsung als bei der Bank. Man kann seinen Zinssatz bis zur Obergrenze von 3 % selber festschreiben. Ein Großteil legt sein Geld jedoch für 0 % oder 1 % an, da sie unsere Idee gut finden und uns einfach helfen wollen. So haben wir sehr schnell das Geld zusammenbekommen und sofort zugeschlagen. Das mussten wir auch tun, da es große Konkurrenz beim Kauf gab und wir unter Druck standen. Durch die Erfahrung vom ersten Projekt und das bestehende Grundkonstrukt lief das alles auch relativ reibungslos ab. Jetzt haben wir den ganzen Häuserblock! HANIX – So ein Projekt ist nichts Alltägliches. Wie war die Reaktion der Nachbarn? Wurdet ihr mit offenen Armen empfangen oder eher misstrauisch beäugt? LUKAS – Also der Kontakt mit den Nachbarn funktioniert ziemlich gut, da wir ja das angrenzende Gebäude dazugekauft haben! (lacht) Die Leute, die dort wohnen, waren aber auch schon vor dem Kauf unsere Nachbarn. Mit denen haben wir uns gut verstanden und gemeinsam gefeiert. Zu den anderen Nachbarn pflegen wir auch gute Kontakte und die nehmen uns alle ernst. Wir betreiben schließlich eine ernsthafte Politik und sind offen und ehrlich zu ihnen. Wir haben immer ein offenes Ohr und gehen gerne auf deren Probleme ein. LENA – Am Anfang, wie das bei jedem Haus, das gekauft wird, ist, mussten zuerst die Anwohner durch das Bauamt befragt werden, da hier eine Nutzungsänderung wegen der Vereinsräume vorlag. Wenn die Nachbarn gravierende Einwände gehabt hätten, dann hätte der Kauf gar nicht durchgeführt werden können. JOSHUA – In der W 47 leben manche Bewohner schon seit zehn Jahren. Die waren total begeistert von dem Kauf, weil das für sie bedeutet, dass sie eigentlich unbegrenzt dort wohnen bleiben können, da die Miete unter dem Mietspiegel bleibt. LENA – Wir mussten vorher schon schauen, wo wir ein solches Projekt aufbauen und etablieren konnten. Wenn hier ein reines Wohngebiet wäre, dann hätte das vermutlich nicht funktioniert. Dadurch, dass aber sowieso Kneipen in der Umgebung sind, war die Nutzungsänderung des Hauses auch baurechtlich abgesichert. LUKAS – Dadurch, dass wir hier Veranstaltungen und Konzerte machen, kann es für die Nachbarn schon mal etwas lauter werden. Es gab aber nur vereinzelt Beschwerden; eher kommen die Nachbarn vorbei und feiern mit uns! LENA – Zu unserem Sommerfest kamen die verschiedens-

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TITELTHEMA: WOHNEN ten Leute aus der gesamten Nachbarschaft, die eher unpolitisch wirken, zu uns, haben sich auf die Bierbänke gesetzt und sogar den veganen Kuchen probiert. LUKAS – Das war eine Bestätigung, da wir so erfahren haben, dass wir keine großen Fehler mit unserem Projekt gemacht haben und die Leute nicht durch unsere politischen Inhalte abschrecken. Wir sind auf dem richtigen Weg. HANIX – Bei euch gibt es Veranstaltungsräume und einen Infoladen. Wie viele Menschen sind an dem Projekt beteiligt und haben damit zu tun? LENA – Viele. Momentan haben wir in beiden Häusern zusammen 18 Bewohner und Bewohnerinnen. Im Erdgeschoss liegt der politische Veranstaltungsraum, wo zum Beispiel einmal im Monat ein offenes antifaschistisches Treffen stattfindet. Da sind dann 25-30 Leute da, die sich aktiv beteiligen. So haben wir über die ganze Woche verschiedene Gruppen zu Gast, die unsere Räume nutzen. Da kommt eine hohe Zahl zusammen. Zum Sommerfest kamen etwa 100 Leute. LUKAS – Dadurch, dass wir verschiedene politische Spektren – antifaschistische, antimilitaristische oder antisexistische – bedienen, halten sich hier verschiedenste Leute auf. LENA – Es kommen auch ständig neue Leute dazu, die wir noch nie gesehen haben. Das finden wir richtig gut. LUKAS – Als wir 2009 angefangen haben, kannten wir jeden, der hier in Heilbronn linkspolitisch aktiv war. Und jetzt sind wir so viele, dass wir nicht mehr alle kennen. Wir sind quasi eine Anlaufstelle in Heilbronn geworden. LENA – Wir wollen als politischer Veranstaltungsort dienen und Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Deshalb macht es uns echt glücklich, dass die Menschen, die sich aktiv beteiligen wollen, auf uns aufmerksam werden und zu uns kommen. LUKAS – Das sind übrigens nicht nur junge Leute, sondern Menschen aller Altersstufen. Hier tauchen Leute auf, die schon vor 30 Jahren gegen Pershing-Raketen demonstriert haben. LENA – Oder Menschen, die vor 25 Jahren die »Rote Hilfe«, eine linke Soligruppe, in Heilbronn gegründet haben. Da war ich noch im Kindergarten! Es ist total schön, dass wir von denen – nicht nur finanziell – unterstützt werden und Anerkennung bekommen. HANIX – Ihr wollt beide Häuser komplett sanieren. Wie lief beziehungsweise läuft das ab? LUKAS – Das erste Haus, also Nummer 49, haben wir 2012 gekauft. Anfang 2013 wurde dann begonnen, das Haus zu entkernen und zu sanieren. Das Ganze war im September fertig, also haben wir weniger als neun Monate benötigt. Im September 2014 haben wir dann das Haus nebenan, Nummer 47, gekauft und sind jetzt gerade dabei, auch dort zu sanieren. LENA – Dass wir mit dem W 47 ein Haus, welches komplett bewohnt ist, gekauft haben, ist übrigens ein Novum im Mietshäuser-Syndikat. Normalerweise sind die Objekte leerstehend. Wir möchten jetzt die Bewohner der W 47 nach und nach in die Selbstverwaltung »überführen«. Denn selbstverständlich wollen wir niemanden rausschmeißen; die »alten« Mieter bleiben alle dort wohnen, da das Ziel des Syndikats eben genau die Erhaltung von bezahlbarem Wohnraum ist. JOSHUA – Die Renovierung in W 47 geschieht jetzt Stück für Stück. Die Wohnung im Erdgeschoss, in der meine WG wohnt, ist fertig und wir hatten vor Kurzem schon ein Bewohner/innentreffen, bei dem wir allen das Projekt nähergebracht und gefragt haben, was den Bewohnerinnen und Bewohnern wichtig ist und was am Haus getan werden muss. Dann wird geschaut, was die höchste Priorität hat und wie die Finanzen stehen. LUKAS – Man muss sich bewusst sein, dass die Mieten steigen, wenn man Geld aufnimmt. Wird viel am Haus gemacht, dann wird es teurer. Und dass die Miete steigt, möchte normalerweise niemand. LENA – Hier im Haus »Käthe« sieht es etwas anders aus, da wir ein politisches Zentrum aufbauen wollten. Ein Vorteil war, dass das Haus leer stand und wir uns hier voll »austoben« konnten. Da haben wir schon viel investiert und alles in einem Jahr renoviert und umgebaut. HANIX – Bei der Sanierung gab es bestimmt Aufgaben, die ein Laie nicht so einfach selber erledigen kann. Wurde dann professionelle Hilfe in Anspruch genommen, oder habt ihr das selber erledigt? LENA – Wir hatten natürlich professionelle Hilfe. In unseren Veranstaltungsraum zum Beispiel haben wir Stahlträger einziehen lassen und einen Architekten gefunden, der hier alles betreut hat. Der war ein echter Glücksgriff, da er so wie wir solidarisch denkt. Wir haben ihn in eines unserer Plena eingeladen und ihm unsere Vision vorgestellt und er sagte nur: »Richtig gut, ich mache mit!« LUKAS – Er ist jetzt Feuer und Flamme für unser Projekt und die Idee vom solidarischen Wohnen! LENA – Im Mietshäuser-Syndikat, das mittlerweile über 80 Projekte in ganz Deutschland betreut, sitzen allerdings

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TITELTHEMA: WOHNEN auch eine Menge Profis. Da steckt eine Unmenge an Wissen drin, was durch einen eigenen Berater an uns weitergegeben wird. LUKAS – Natürlich haben wir alles, was wir machen konnten, in Eigenleistung getan. LENA – Allerdings hat das richtig viel Geld gekostet. Wir haben alleine ins Projekt »Käthe« eine halbe Million gesteckt. Mit beiden Häusern zusammen liegen wir, grob geschätzt, bei etwa 850 000 Euro. HANIX – Was ist das Besondere am Wohnprojekt Käthe und dem W 47? Was unterscheidet euch von »normalen« WGs im Hinblick auf das Zusammenwohnen? LUKAS – Zum einen sind wir keine Mieter, wie es die Bewohner der meisten WGs sind, sondern Mieteigentümer und verwalten uns selbst. Zum anderen setzen sich die WGs der »Käthe« alle aus politisch aktiven Menschen zusammen. Wir sind politisch aktive Menschen, die in einem politischen Zentrum wohnen. LENA – Die Menschen, die hier wohnen, haben sich zusammengefunden, weil sie zusammen politisch arbeiten wollen. JOSHUA – Genau, deshalb bin ich auch hierher gezogen. LUKAS – Wir haben hier eine Win-Win-Situation: Wir können zusammen politisch arbeiten aber auch zusammenleben. HANIX – Neben bezahlbarem, sozialem Wohnen bietet euer Hausprojekt auch Raum für Veranstaltungen. Ist das von Anfang an geplant worden, oder nur ein schöner Nebeneffekt? Und welche Veranstaltungen finden bei euch statt? LENA – Das war der Haupteffekt. LUKAS – Wir hatten ja schon vor den beiden Projekten ein kleines Vereinsheim, in dem wir unsere politischen Aktivitäten gemacht haben. Von daher war uns in erster Linie wichtig, dass wir hier im Erdgeschoss einen großen Veranstaltungsraum mit Infoladen schaffen konnten. LENA – Es gab auch nichts in diese Richtung in Heilbronn. Man konnte schon Räumlichkeiten mieten, aber oftmals hat man für eine politische Veranstaltung dann keinen Raum bekommen. Ohne die politische Motivation gäbe es hier auch keine Wohnsituation. Die politische Arbeit finanziert sich durch das Wohnen, da durch die Mieten der Direktkredit der Bank abbezahlt wird. Unsere Veranstaltungen posten wir übrigens auch regelmäßig auf unserer Facebookseite www.facebook.com/sozialeszentrum.kathe?fref=ts HANIX – In beiden Häusern wohnen momentan jeweils neun Leute. Kommt es bei 18 Bewohnern manchmal nicht zu Meinungsverschiedenheiten? Habt ihr eine gewisse Hierarchiestruktur oder werden alle Entscheidungen gemeinsam getroffen? LUKAS – (lacht) Da gibt es schon Lernprozesse. Gerade der Übergang ins selbstverwaltete Wohnen birgt auch Schwierigkeiten. Aber als Konflikt würde ich das nicht bezeichnen. LENA – In der »Käthe« machen wir es so, wie es schon immer bei uns lief: Es gibt monatliche Plena, zu denen alle Bewohner und Menschen, die hier Veranstaltungen machen, kommen können. Da besprechen wir dann alle Themen rund um das soziale Zentrum. Alles wird basisdemokratisch entschieden. Nebenan versuchen wir, das gerade auch zu etablieren. Dass man plötzlich sein eigener Vermieter ist, ist für die Bewohner/innen dort etwas total Neues. Die finden das richtig gut und haben damals sogar gehofft, dass wir das Haus kaufen können. Falls es mal Stress geben sollte, dann gibt es auch »neutrale« Leute, die nicht hier wohnen aber durch ihre politische Arbeit mit dem Haus verbunden sind und dann schlichten können. JOSHUA – Es ist eine Umstellung. Wenn die Heizung kaputt ist, ruft man normalerweise den Vermieter an, der sich dann kümmert. Jetzt schaut man zuerst, ob es jemanden im Haus oder Bekanntenkreis gibt, der das kann. Findet man niemanden, muss man gemeinsam schauen, wie viel Geld zur Verfügung steht und wer den günstigsten Preis bietet. HANIX – Seht ihr die Wohnform eures Projekts als etwas Längerfristiges oder habt ihr im Hinterkopf, irgendwann wieder »klassisch« zu Wohnen? LUKAS – Die WG in der »Käthe« besteht aus sieben Leuten, ist also relativ groß. Deshalb denke ich, dass das mit Fluktuation behaftet sein wird. Meine Freundin und ich haben uns hier aber schon für länger eingerichtet. JOSHUA – Ich möchte mindestens bis zum Ende meines Studiums hier wohnen bleiben. Die anderen Bewohner meines Hauses haben glaube ich auch keine Pläne, demnächst auszuziehen. LENA – Ein Bewohner ist stellvertretender Leiter eines Baumarkts und ist richtig froh, dass er hier weiter wohnen kann. Neben uns waren nämlich auch Investoren, die das Haus abreißen oder die Zimmer an Studenten für 400 Euro vermieten wollten, an der Immobilie interessiert. HANIX – Kann bei euch jeder mitmachen oder sollte man gewisse Voraussetzungen mitbringen? Wie sieht es mit neuen Mitbewohnern aus, habt ihr viele Anfragen und eine Warteliste? LENA – Wir haben zig Anfragen und die Warteliste ist voll.

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TITELTHEMA: WOHNEN LUKAS – Die Bewohner entscheiden immer gemeinsam, wer einziehen kann, damit kein Streit entsteht. Schließlich sind sie ja ihr eigener Vermieter. LENA – Hier im sozialen Zentrum »Käthe« gibt es auch nur politische Bewohner. Ein Kriterium für den Einzug ist, dass man hier politisch mitarbeitet. LUKAS – Gerade auch, um unseren Treffpunkt mit Leben zu füllen. LENA – Das gesamte Projekt funktioniert auch nur über Vertrauen untereinander. Wir haben gemeinsame Ziele und die gilt es, gemeinsam zu erreichen. Wir wollen die Gesellschaft verändern und das schweißt zusammen. Es muss also passen. HANIX – Man hört immer wieder von neuen, alternativen Wohnformen wie beispielsweise Senioren-Wohngemeinschaften. Glaubt ihr, dass Projekte wie eure dort eine gewisse Vorreiterrolle eingenommen haben? LENA – Innerhalb des Syndikats gibt es schon solche Projekte für das Wohnen im Alter. LUKAS – Hier in Heilbronn wohnt ein älteres Ehepaar, das jetzt in Berlin ein solches Projekt aufziehen will. Die informieren sich bei uns. Denn der Gedanke des entkommerzialisierten Wohnens schlägt einfach Wellen. Nicht nur, weil es keinen klassischen Besitz mehr gibt, sondern gerade auch wegen der Gemeinschaft. LENA – Die Idee zeigt, dass in unserer kapitalistischen Ellbogengesellschaft durch diese Wohnform zumindest eine Basis geschaffen wird, damit man so wohnen und leben kann, wie man möchte. Das tut den Menschen einfach gut und man merkt, dass es funktioniert. LUKAS – Wir beobachten, dass immer mehr Menschen, die viel Geld haben, in die Städte drängen. Früher ist man ja eher aufs Land gezogen. So werden Menschen mit weniger Geld aus der Stadt verdrängt. Diesem Vorgang der Gentrifizierung versuchen wir, entgegenzuwirken. LENA – Wir verfügen inzwischen über so viel Know-How, dass wir auch andere, in diesem Fall das ältere Paar, beraten können. Die möchten auf einem Gutshof in Berlin ein Mehrgenerationenprojekt starten. Da sind wir natürlich richtig froh, dass wir helfen können. HANIX – Wie sieht die Zukunft für eure Projekte aus? Habt ihr schon etwas Neues in Planung? Wollt ihr eventuell die ganze Wollhausstraße kaufen? LENA – Unser Motto lautet »Rücke vor bis zur Schlossallee.« Und bis zur Allee ist nicht mehr ganz so weit! LUKAS – Wir haben auf jeden Fall gemerkt, dass sich die Idee immer weiter herumspricht. Wir hoffen, dass es noch ein paar Nachahmer in Heilbronn geben wird und so immer mehr Wohnraum dem kapitalistischen Markt entzogen werden kann. Das würden wir gut finden. LENA – Wir haben Energie für mehr. Aber wir müssen bedenken, dass wir erst vor zwei Monaten die W 47 gekauft haben: Das, was wir jetzt haben, wollen wir erst mal aufbauen und erhalten. Mal sehen, wo es in den nächsten Jahren hingeht! HANIX – Gibt es sonst noch wichtige Infos, die ihr unseren Lesern mitteilen wollt? LENA – Ja, da gibt es noch das Konzept des Solidarbeitrags. Jedes Haus zahlt einen kleinen Betrag der Mieten in einen »Solidartopf« des Mietshäuser-Syndikats. LUKAS – Darüber werden neue Projekte finanziert und das übergreifende Projekt wächst bundesweit immer mehr. Letztes Jahr kamen zehn neue Projekte dazu und so gibt es jetzt fast 100 in ganz Deutschland, Tendenz stark steigend. Das Schöne ist, dass die ganze Sache auch jenseits eines kapitalistischen Ansatzes funktioniert und es so viele Leute gibt, die einen solchen Ansatz voranbringen wollen. LENA – Man muss auch ganz ehrlich sagen, dass wir da am Anfang nicht wirklich dran geglaubt haben, aber positiv überrascht wurden. Wer sich über unser Projekt informieren möchte, der kann das gerne auf unserer Webseite HTTP://WWW.SZ-KAETHE.ORG/ und auf der Webseite des Mietshäuser-Syndikats unter HTTP://WWW.SYNDIKAT.ORG/DE/ TUN.

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»WIR MÖCHTEN WACHSEN UND ZWEI WOHNHÄUSER FÜR JE ZEHN PARTEIEN BAUEN« Die beiden Architekten Robert Kömmet und Ellen Schneider-Kohler haben eine Baugruppe gegründet, um sich den Traum vom Eigenheim im neu entstehenden Stadtquartier »Neckarbogen« zu verwirklichen. Wir sprachen mit den angehenden »Häuslebauern« über die für Heilbronn neue Möglichkeit mittels einer Baugruppe in der Innenstadt zu bauen, über den Wunsch, das neue Stadtquartier als Bewohner mitzugestalten und über das Konzept der Stadt Heilbronn für das zukünftige Wohnareal.

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TITELTHEMA: WOHNEN INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: ERICH BENZ & GRUPPE SEPIA HANIX - Ihr habt euch als Baugemeinschaft zusammengeschlossen und Interesse an einem Bauplatz auf dem Buga-Gelände bekundet. Mit wie vielen Leuten wollt ihr euer Bauvorhaben realisieren? Und: Was genau sind Baugruppen? ELLEN SCHNEIDER-KOHLER - Baugemeinschaften sind Zusammenschlüsse privater Personen, die sich gemeinsam Wohnraum bauen wollen. Mit der Möglichkeit Einfluss auf die Gestaltung zu nehmen und eigene Ideen zu verwirklichen. Ich würde sagen Mitglieder von Baugruppen sind Individualisten mit Gemeinschaftssinn. ROBERT KÖMMET - Wenn man in der Stadt eine eigene Wohnung möchte, dann ist der gängige Weg, dass man sich einen Bauträger sucht und sich eine Wohnung kauft. Die Baugruppe bietet eine andere Möglichkeit, in der Stadt zu einer eigenen Wohnung zu kommen. Nämlich selber zu bauen. Die Vorstellung von Bauen hat in vielen Köpfen meist mit einem Einfamilienhaus am Stadtrand oder auf dem Dorf zu tun. Wenn man aber mitten in die Stadt möchte, weil man die Urbanität schätzt, ist die Baugruppe eine Möglichkeit, das zu tun. In unserer Baugruppe sind wir momentan zehn Parteien. Beim Interessenbekundungsverfahren, das Anfang Oktober für das neue Stadtquartier »Neckarbogen« stattfand, haben wir unser Interesse kommuniziert. Wir möchten wachsen und am Ende zwei Wohnhäuser für jeweils zehn Parteien bauen. HANIX - Baugemeinschaften boomen in Metropolen wie München oder Berlin. Nun sollen im Zuge der BUGA und des neuen Stadtquartiers, das auf dem ehemaligen Fruchtschuppengelände entstehen wird, auch in Heilbronn private Baugemeinschaften Projekte gemeinsam umsetzen. Wieso ist eine Baugemeinschaft für euch persönlich eine attraktive Option, den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen? ELLEN SCHNEIDER-KOHLER - Die Möglichkeit in diesem urbanen Umfeld und in diesem Rahmen mitzugestalten, ist für viele eine attraktive Option für ihr zukünftiges Wohnen mitten in der Stadt. Sich so Urbanität in einer Gemeinschaft erschließen und dabei eine gewachsene, stabile Nachbarschaft aufzubauen und zu haben, ist eine attraktive Vorstellung. Die Anonymität der Stadt kann dadurch überwunden werden. Es geht für uns auch um gelebte Nachbarschaft, die in Städten zusehends schwieriger wird. ROBERT KÖMMET - Unser Wunsch wäre, dass möglichst viele Baugemeinschaften im Neckarbogen entstehen. Denn dadurch, so die Hoffnung, können die Bewohner, die bewusst entschieden haben, wo sie wie wohnen möchten, ihr Stadtquartier beeinflussen und mitgestalten. Vielleicht ergibt sich aus diesem Kreis ein selbstbewirtschaftetes Quartierscafé oder ein Kunstraum. Das ist die lebendige Stadt. ELLEN SCHNEIDER-KOHLER - Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass es nicht überkommerzialisiert werden darf. Und das Wohnen allgemein ist auch ein entscheidender Faktor. Denn Wohnen und Leben gehören untrennbar zusammen. Wohnen ist immer Interaktion. Und diese Interaktion zu ermöglichen in einem Umfeld, an dem man selbst mitarbeiten kann, ist ganz wichtig für uns. Wir wollen unser Wohnquartier mitgestalten denn wir sehen Wohnen in einem gesellschaftlichen Umfeld. HANIX - Ziel der Stadt Heilbronn ist es, den Neckarbogen zu einem innovativen neuen Stadtteil mit Leuchtturmcharakter zu entwickeln. Bereits zur Eröffnung der Bundesgartenschau am 26. April 2019 soll daher eine Modellbebauung fertiggestellt und bewohnt sein. Als Bauherren sollen sowohl Investoren und Bauträger als auch private Bauherren und Bauherrengemeinschaften zum Zuge kommen. In einem ersten Schritt führte die Stadt im Oktober ein In-

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TITELTHEMA: WOHNEN teressenbekundungsverfahren für Investoren und Baugruppen durch. Wie habt ihr die Veranstaltung wahrgenommen? Gab es viele Interessenten? Habt ihr den Eindruck, dass alle Interessenten die selben Chancen auf einen Bauplatz haben und es ein transparentes Vergabeverfahren geben wird? ELLEN SCHNEIDER-KOHLER - Es gibt ein Leitbild, darin sind die Zielsetzungen für dieses Gebiet festgelegt. Dabei geht es beispielsweise um Mobilitätskonzepte. Der Maybachsaal in der Heilbronner Harmonie war bei der Auftaktveranstaltung voll. Zumindest sind die Heilbronner also neugierig auf das, was im Neckarbogen geschehen soll. Die Zielsetzung ist, dass 20 bis 30 Prozent von diesem Gelände für Baugruppen zur Verfügung gestellt werden sollen. Es soll eine kleinteilige Vergabe stattfinden. Da heisst, dass niemand, auch keine großen Investoren, mehr als zwei Grundstücke mit einer maximalen Fasadenlänge von 25 Metern pro Baublock bebauen darf. Durch diese Kleinteiligkeit soll eine Vielfalt und Lebendigkeit entstehen. Im Zusammenleben der zukünftigen Bewohner aber auch architektonisch. HANIX - Wie empfindet ihr das Konzept der Stadt für den entstehenden Neckarbogen? Ist es aus eurer Sicht rund und durchdacht oder hat es diverse Schwächen. ELLEN SCHNEIDER-KOHLER - Wir sind natürlich begeistert, sonst würden wir ja nicht dort hin wollen. Diese Art von Wohnen ist höchst attraktiv. Ob bis zum letzten Haus die Vorgaben betreffend Innovation, Nachhaltigkeit und Qualität der Architektur durchgezogen werden, muss man aber abwarten. ROBERT KÖMMET - Soweit wir das Konzept kennen, können wir gut damit leben, es lässt zu, dass wir unser Projekt daran anpassen, und umsetzen könnten. Wichtig ist für die Umsetzung auch, wie sich die Politik dazu stellt. Ich habe den Eindruck, dass die Stadträte momentan ihren eigenen Beschlüssen nicht trauen. ELLEN SCHNEIDER-KOHLER - Ich hoffe, dass sie keine kalten Füße bekommen. Aber für Heilbronn ist es ein völlig neuartiges Projekt. Alles Neue ist auch etwas angsteinflößend beziehungsweise befremdlich. Aber seit mehr als zehn Jahren werden Baugruppen-Projekte in anderen Städten erfolgreich umgesetzt. Heilbronn erfindet auch nicht die Stadtentwicklung neu, sondern setzt um, was seit vielen Jahren andernorts sehr gut funktioniert. Auch das Mobilitätskonzept ist bereits erprobt. ROBERT KÖMMET - Ich muss noch etwas zum städtischen Vergabeverfahren sagen. Wir haben Vertrauen in dieses Verfahren. Baubürgermeister Hajek hat betont, dass die Qualität des Konzepts und der Architektur ausschlaggebend sein werden. Wir können beides bieten. HANIX - Ihr habt auch Interesse daran, schon für die Modellbebauung am Start zu sein. Wieso wollt ihr euch antun, während der Gartenschau dort zu wohnen und in der Bauphase aber auch während der Garten-

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TITELTHEMA: WOHNEN schau diverse Einschränkungen in Kauf zu nehmen? ELLEN SCHNEIDER-KOHLER - Das muss man sportlich nehmen. Außerdem bietet sich in Heilbronn so schnell nicht mehr die Gelegenheit, auf einer Gartenschau zu wohnen. Was uns aber durchaus auch reizt, ist die Pionierarbeit, die wir auf diesem Feld leisten. ROBERT KÖMMET - Bis 2019 ist es noch sehr lange. Ich habe auch Respekt vor dem langen Atem, den man sicherlich beweisen muss. Nur die Vorstellung mit einer Baugemeinschaft erst nach 2019 zu beginnen, lässt sich für mich nicht vereinbaren. Dazu schlummert diese Idee schon zu lange in mir. Ein fixes Fertigstellungsdatum zu haben, sprich das Jahr 2019, ist etwas gutes. Und dann nehmen wir die BUGA eben mit. Das wird unsere Einzugsparty und die dauert dann ein halbes Jahr. ELLEN SCHNEIDER-KOHLER - Und das Ganze in einer Parklandschaft. Das ist doch wunderbar. HANIX - Was sind aus eurer Sicht die größten Herausforderungen beim gemeinschaftlichen Bauen? ROBERT KÖMMET - Es gibt natürlich viele Diskussionen. Die große Herausforderung wird sein, gute Kompromisse zu finden. Klar ist im Umkehrschluss aber auch, dass jemand, der sich an einer Baugemeinschaft beteiligt, kompromissbereit sein muss. Unsere Baugemeinschaft »Apollo 19« und unser Vorhaben befindet sich aktuell in einem sehr frühen Stadium. Momentan sind wir eine Interessengemeinschaft. Vieles wird sich ab dem Zeitpunkt ändern, wenn wir ein Grundstück erwerben können. Dann wird sich natürlich auch die Gesellschaftsform verändern. Es werden Verträge geschlossen. Dann erst kommen die großen Herausforderungen auf uns zu. HANIX - Habt ihr für euch Handlungspläne, wenn auch nur theoretischer Art, entwickelt, wie ihr mit möglichen Konflikten umgehen wollt? ROBERT KÖMMET - Wir alle haben ja schon eine gewisse Lebenserfahrung und jeder individuell eine Strategie, wie er mit Konflikten umgeht. Das ist bei unseren monatlichen Treffen zu spüren. Wir sprechen aktuell die großen Themen an, stecken den Rahmen ab und versuchen uns jetzt schon auf gemeinsame Konzepte zu einigen. Das geht natürlich mit fortschreitender Zeit immer mehr ins Detail. Themen, wie beispielsweise welche Farbe die Aufzugtüre haben soll, sind heute noch sehr weit weg. ELLEN SCHNEIDER-KOHLER - Sozialromantiker darf man sicherlich nicht sein, wenn man sich auf so ein Projekt einlässt. Es geht unter anderem auch um Kredite, die man persönlich und als Gemeinschaft bedienen muss. Das muss man ernst nehmen. HANIX - Solltet ihr den Zuschlag bekommen, holt ihr euch sicher erfahrene Unterstützung im Bereich Projektmanagement und Architektur oder wollt ihr alles alleine umsetzen? ROBERT KÖMMET - Ich glaube, wir haben ein sehr waches Auge darauf, dass wir nicht alles selber machen müssen. Obwohl wir zwei Architekten und beispielsweise einen Fachingenieur für Haustechnik in unserer Baugruppe haben. Wir müssen die Baugruppe ja nicht neu erfinden. Es gibt schon tausendfach umgesetzte Projekte von Baugemeinschaften. Wir werden uns also, da wo es nötig ist, professionelles Know-how holen. Das wird definitiv der Architekt und der Haustechniker sein. Wahrscheinlich holen wir uns auch juristische Unterstützung dazu, wenn es um die Verträge geht. Wir haben auch einen Moderator, der momentan noch aus unseren eigenen Kreisen stammt. Wenn es nötig wird, dass man diesen Part extern besetzt, dann machen wir das.

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TITELTHEMA: WOHNEN HANIX - Und in welcher Gesellschaftsform würdet ihr euer Bauvorhaben umsetzen? ELLEN SCHNEIDER-KOHLER - Das wird noch diskutiert. ROBERT KÖMMET - Man muss sehen, dass wir gegenüber unseren eigenen Banken, die sich natürlich absichern werden, und gegenüber der Stadt, die das Grundstück verkauft und es bebaut haben möchte, verpflichten. Wir müssen noch erörtern, welche Form die Beste ist. Aber genau hierfür holen wir uns juristische Unterstützung. Für dieses Feld braucht es jemanden, der es überblickt und nicht das erste Mal mit einem Projekt einer Baugemeinschaft zu tun hat. HANIX - Eine andere Frage: Wieso wollt ihr euch den Stress des selber Bauens antun und nicht irgendwo im Umland ein großes Grundstück mit altem Bauernhof kaufen? Wahrscheinlich gäbe es für weniger Geld mehr Grund und Boden ... ROBERT KÖMMET - Uns geht es um das Mobilitätskonzept. Das angedachte Konzept für den entstehenden Neckarbogen finden wir toll. In zehn Fussminuten am Bahnhof und zwei Stadtbahnlinien zu sein, Carsharingangebote zur Verfügung zu haben, einen Stadtbus, der das Gbeiet bedient, dazu gut ausgebaute Rad- und Fußwege und das alles direkt in der Innenstadt. Das kann ein Aussiedlerhof eben nicht bieten. ELLEN SCHNEIDER-KOHLER - Man redet ja immer von Nachhaltigkeit, auch wenn mit dem Begriff viel Schindluder betrieben wird. Aber: je weiter ich mich von der Stadt entferne, desto größere Wege muss ich auf mich nehmen, um zum Beispiel zu meinem Arbeitsplatz zu kommen. Meist passiert das dann mit dem Auto und man hinterlässt doch wieder einen großen CO2-Fussabdruck. Das spricht aus meiner Sicht für ein attraktives Wohnen in der Stadt. ROBERT KÖMMET - Die Nähe zur Schule, zum Arbeitsplatz, zum Kindergarten, zu kulturellen Einrichtungen wird es im Neckarbogen geben. Und dazu gibt es noch einen Park drumherum. Für mich ist das sehr reizvoll. ELLEN SCHNEIDER-KOHLER - Für mich ist auch noch wichtig zu sagen, dass dieser Neckarbogen mit dem dazugehörigen Motor BUGA eine einmalige Chance für Heilbronn ist und es schade wäre, wenn man sie vertut. Aber der Rahmenplan ist mit sehr viel Bürgerbeteiligung erarbeitet worden und hat somit auch die Zustimmung der Bürger. ROBERT KÖMMET - Darüber hinaus sind viele Expertenmeinungen eingeholt worden. Aus unserer Sicht befindet sich das alles auf einem guten Weg. HANIX - Wo kann man sich melden, wenn man sich euch anschließen möchte? ROBERT KÖMMET - Unsere Website www.apollo19.hn geht demnächst online. Über diesen Weg geht es am Besten.

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reativzentr eilbronn Kreativzentrum Heilbronn „Wir halten kreative Köpfe in Heilbronn und fördern junge Unternehmer/innen und Ideen“ Räume zu vermieten (Philipp Kionka / FormatFilm) Unser Kontakt Kreativzentrum Heilbronn Salzstrasse 27 • 74072 Heilbronn • www.kreativzentrum-heilbronn.de • kionka@formatfilm.tv

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»GEGEN WEITERES WACHSTUM HÄTTE ICH NICHTS« INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: MANUELA MUNZ

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TITELTHEMA: WOHNEN Wir trafen den Chef der Stadtsiedlung Heilbronn, Robert an der Brügge, und unterhielten uns über die städtische Wohnungsknappheit in bestimmten Preissegmenten, den sozialen Auftrag der Stadtsiedlung und die zukünftige Entwicklung in Heilbronn, was den Wohnungsmarkt angeht. Außerdem sprachen wir über den angedrohten Streik der Immobilienmakler. HANIX - Herr an der Brügge, haben Sie auch herzlich lachen müssen, als kürzlich Immobilienmakler laut über einen Streik nachgedacht haben? ROBERT AN DER BRÜGGE — Die meisten Immobilienmakler sind ja selbstständig. Ob die wirklich streiken wollen? Ich habe meine Zweifel. HANIX - Sie sind seit 25 Jahren in der Wohnungswirtschaft tätig. Wir behaupten guten Gewissens, Sie sind auf diesem Gebiet ein Experte. Aufgrund ihrer Tätigkeit auch und gerade für Heilbronn. Macht es aktuell Sinn in der Stadt als Alleinerziehende/r eine Dreizimmerwohnung für 700 Euro warm zu suchen oder ist das ein aussichtsloses Unterfangen? ROBERT AN DER BRÜGGE — Aussichtslos ist es mit Sicherheit nicht. Die Frage ist jedoch, wie flexibel man ist, beispielsweise bzgl. des Stadtteils, der Straße, der Wohnungsgröße, des Zuschnitts, der Anbindung oder eines Stellplatzes. So haben beispielsweise viele ältere Gebäude in der Innenstadt keine Tiefgarage. Wenn man bei diesen Punkten Kompromisse eingehen kann, dann wird man mit Sicherheit eine Wohnung finden, nicht zuletzt auch bei uns. Wenn man ein Preislimit bei der Bruttowarmmiete hat, dann wird man immer Abstriche machen müssen, wie in so vielen Städten. Ich würde jedoch nicht sagen, dass die Wohnungssuche aussichtslos ist. HANIX - In den Gesprächen auf der Straße beschweren sich viele über den angespannten Wohnungsmarkt in der Stadt. Oft wird der steigenden Studentenzahl die Schuld für das spärliche Angebot an bezahlbarem Wohnraum gegeben. Die Vermieter wittern eine höhere Rendite und vergeben vermehrt Wohnungen an Studenten-WGs. Beobachten Sie eine ähnliche Entwicklung oder täuscht sich das wohnungssuchende Volk? ROBERT AN DER BRÜGGE — Wir können natürlich nicht über den gesamten privaten Wohnungsmarkt sprechen, der ja die Mehrheit der Wohnungsbestände einnimmt. Nur der kleinste Teil des Marktes ist bei kommunalen oder genossenschaftlichen Unternehmen angesiedelt. Die Zahl an Studenten und WGs, die bei uns nachfragen, ist relativ überschaubar. Trotzdem haben wir Angebote, wie beispielsweise ein Gebäude in der John F. Kennedy- Siedlung, das wir umgebaut und 2003 an das Studierendenwerk vermietet haben. Darüber hinaus vermieten wir vereinzelt Wohnungen an studentische WGs. Allerdings muss hier differenziert werden: Man kann Heilbronn

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TITELTHEMA: WOHNEN nicht mit Unistädten wie Heidelberg oder Tübingen vergleichen. Beispielsweise sind die DHBW-Studenten in einem Berufsverhältnis und immer nur temporär in der Stadt. Dasselbe gilt für viele der Studierenden an der- Hochschule Heilbronn, die nicht mit »klassischen« Universitätsstudenten zu vergleichen sind. Nichtsdestotrotz wird durch das Wachstum der Fakultäten ein größerer Zuzug von Studenten stattfinden. Wenn es hier geeignete Grundstücke geben wird, dann werden vermutlich auch die Privatinvestoren schnell reagieren. HANIX - Werden diese Grundstücke dann durch den Abriss alter Bauten geschaffen? ROBERT AN DER BRÜGGE — Ja, ich denke schon, dass es durch Abriss und Neubau Möglichkeiten geben wird. Oder durch das Nutzen von Baulücken, wie es bei der Zigarre oder dem Paulinenquartier geschehen ist. Aber klar, es wird auch einzelne Vermieter geben, die an WGs vermieten werden. So kann ein attraktiverer Preis erzielt werden. Wenn jedoch die Baulandreserven genutzt werden und man den Investoren Möglichkeiten bietet, dann wird das Angebot für Studenten steigen. Alles wird nicht abgedeckt werden, aber ich glaube, dass sich das einpendeln wird. Konkrete Zahlen möchte ich nicht nennen, da sich die Fakultäten der Hochschulen noch im Wachstum befinden. HANIX - Um der Wohnungsknappheit entgegenzuwirken, haben sie vor kurzem die Wohnungsbauoffensive der Stadtsiedlung bekannt gemacht. Für rund 20 Millionen Euro baut die Stadtsiedlung 95 neue Mietwohnungen in Heilbronn. Gelingt dadurch der große Wurf und ist erstmal etwas Ruhe oder ist diese Investition für den Heilbronner Wohnungsmarkt nur ein Tropfen auf den heißen Stein? ROBERT AN DER BRÜGGE — Wir sind uns bewusst, dass der Wohnungsbau nachhaltig belebt werden muss. Das ist eine Querschnittsaufgabe, da es ja nicht nur um uns, Bauträger oder Privatinvestoren geht. Letztendlich geht es um die ganze Stadt. Denn wenn man die Baufläche für den Wohnungsbau nicht vergrößern will oder kann, dann müssen bestehende Grundstücke genutzt werden. Hierfür muss bestehendes Baurecht beachtet und Bebauungspläne erstellt werden, Altsubstanz eventuell abgerissen und das neue Projekt mit einer angemessenen urbanen Dichte neu gebaut werden. Insofern wird das alles nicht mit einer »Hau-Ruck-Aktion« gelingen, sondern wir müssen den Wohnungsbau nachhaltig stärken, um so eine Neubaurate von circa 200 oder mehr Miet- und Eigentumswohnungen pro Jahr zu erreichen. Wir sind uns bewusst, dass mit der Wohnungsbauoffensive, die alleine schon wegen des Baurechts einiges an Vorbereitungszeit benötigt hat, nicht alles getan sein wird. Für uns ist das ein Einstieg, um auf den Grundstücken, die wir nutzen konnten, neuen Wohnraum zu schaffen. Man muss auch deutlich sagen, dass das deshalb möglich war, weil es momentan ein historisch günstiges Zinsniveau gibt und wir zusätzlich etwas mehr Fördermittel vom Land bekommen. Wenn die Zinsen aber wieder steigen, dann wird es natürlich schwierig, Mietwohnungen mit akzeptablen Mietpreisen zu schaffen. Deshalb muss jetzt die Zeit zum Bauen genutzt werden. HANIX - An wie viel Wohnraum (Mietwohnungen, Eigenheime) mangelt es aktuell in Heilbronn? ROBERT AN DER BRÜGGE — Das hängt vom Preissegment ab. Die von Ihnen angesprochene Zielgruppe, also Alleinerziehende, hat mit Sicherheit Preisgrenzen und somit gewisse Probleme. Wer kein Limit hat, der wird immer etwas im Bereich zwischen zehn und zwölf Euro pro Quadratmeter finden. Im mittleren Preissegment, also zwischen fünf und acht Euro, da ist es sicher schwieriger. Akute Wohnungsnot besteht nicht, allerdings eine Knappheit in einzelnen Segmenten und da muss auch neu gebaut werden. Genau kann man den Fehlbestand nicht beziffern, aber ich denke, dass in den nächsten Jahren jeweils mindestens 200 neue Wohnungen pro Jahr geschaffen werden sollten. So könnte die Knappheit mittelfristig gemindert werden. HANIX - Und wie wird es diesbezüglich in 2020 und 2030 aussehen? Es gibt doch sicherlich Prognosen… und sind schon neue Projekte in Planung? ROBERT AN DER BRÜGGE — Das wird vom Zuzug abhängen. Und der wiederum hängt von Arbeitsplätzen, der Infrastruktur und somit der Lebensqualität ab. Wenn man sich die rasante Entwicklung in den letzten zehn bis dreizehn Jahren in Heilbronn anschaut, die insbesondere mit dem Campus und der Industrieansiedlung zusammenhängt, dann hat Heilbronn eine gute Perspektive auch von der Bevölkerungszahl her zu wachsen. HANIX - Die Stadtsiedlung ist auch und gerade für das Thema soziale Wohnraumversorgung zuständig. Ganz laienhaft gefragt: Was genau bedeutet das für die Stadtsiedlung bzw. welchen Auftrag haben Sie von der Stadt? ROBERT AN DER BRÜGGE — Früher wurde den Wohnungs-

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TITELTHEMA: WOHNEN unternehmen – ob kommunale oder genossenschaftliche – immer vorgeschrieben, dass sozial akzeptierbare Bedingungen bei der Vermietung garantiert werden sollen. Und über den Begriff »akzeptabel« lässt sich natürlich streiten. Was für wen akzeptabel ist, variiert. Wir versuchen diesem öffentlichen Auftrag so gerecht zu werden, dass wir unseren Gesamtbestand – mit Ausnahme der Neubauwohnungen - mit einem ziemlich großen Abstand zum Heilbronner Mietspiegel vermieten. Der Durchschnitt in Heilbronn liegt bei 6,25€/m² und der unseres Wohnbestandes bei 5,25€/m². In den meisten Wohnungsklassen liegen wir sogar unter den von der Stadt zum Bezug von Wohngeld festgelegten Mietobergrenzen. Die meisten Wohnungen der Stadtsiedlung können somit mit einem Wohnberechtigungsschein bezogen werden. Es kommt auch darauf an, ob die Wohnungen noch in einer Sozialbindung oder mittlerweile frei finanziert sind. Sozialbindung bedeutet, dass eine Wohnung im Rahmen des sozialgeförderten Wohnungsbaus entstanden ist. Dabei gibt der Staat den Unternehmen oder Privatleuten Zuschüsse für den Bau und diese verpflichten sich dann, ihre Wohnungen nur an Menschen mit Wohnberechtigungsschein zu vermieten und die Mietobergrenzen einzuhalten. Oftmals wird beklagt, dass Wohnraum jetzt nicht mehr in einer Sozialbindung ist. Das sind die meisten unserer Wohnungen auch nicht mehr, allerdings liegen unsere Mieten immer noch unter den Obergrenzen und man kann sie mit einem Wohnberechtigungsschein mieten. HANIX - Ein momentan sehr aktuelles Thema ist die Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen aus Krisenregionen. Neben dem Ausbau der schon existierenden Unterkünfte ist der Bau eines neuen Flüchtlingswohnheims geplant. Wie sind dort die Unterschiede zu den herkömmlichen Wohnungen, die sonst gebaut werden und was gilt es bei diesen speziellen Projekten zu berücksichtigen? ROBERT AN DER BRÜGGE — Die Stadtsiedlung hat schon immer spezielle Aufgaben für die Stadt Heilbronn erfüllt. Das begann bereits vor Jahrzehnten mit dem Bau der ersten betreuten Seniorenwohnungen. 2005 haben wir ein neues Obdachlosen- und Übergangsheim gebaut. Dass hierfür ein Neubau errichtet wurde, war damals nicht selbstverständlich. Die Unterbringung von Obdachlosen ist allerdings eine hoheitliche Aufgabe und somit arbeiten wir eng mit dem Ordnungsamt zusammen, das die Menschen dort betreut. Als sich die Flüchtlingsthematik

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TITELTHEMA: WOHNEN in den letzten Monaten dramatisch verschärfte, haben wir früh mit dem Sozial- und dem Liegenschaftsamt Kontakt aufgenommen Aufgrund dieser Gespräche haben wir entschieden für die Stadt bei Bedarf selbstverständlich ein neues Flüchtlingsheim zu bauen. Gerade werden die Standortfrage und die baurechtlichen Begebenheiten geklärt. Die Unterbringung selbst hat dann Heimcharakter. Die Menschen, die dort wohnen und über deren Asylantrag positiv entschieden wird, sollen natürlich schnell eine Anschlussunterkunft bekommen. Aber Neubauten brauchen einfach Zeit; alleine, bis das Baurecht abgeklärt ist, dauert es eineinhalb Jahre. Also wird zu prüfen sein, wo man Flüchtlinge in Altbeständen unterbringen kann. Diese Probleme müssen von den Kommunen in Baden-Württemberg gelöst werden. Deshalb versuchen wir, unseren Gesellschafter hier zu unterstützen. Denn je problemloser die Unterbringung gelingt, desto besser funktioniert dann auch die Integration. HANIX - Ist Heilbronn früh dran, sich um die Problematik zu kümmern? ROBERT AN DER BRÜGGE — Mit den Gesprächen in den Fachämtern waren wir mit Sicherheit früh dran, die anderen betroffenen Kommunen denken aber in dieselbe Richtung. Über unseren Wohnungsverband setzen wir uns bei der Landesregierung für die Bereitstellung von Fördermitteln ein. HANIX - Ein schwieriges Unterfangen? ROBERT AN DER BRÜGGE — Schwierig in dem Sinne, weil das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen, dem der Wohnungsbau und die Wohnungsbauförderung zugeordnet sind, nicht für Mittel der Flüchtlingsunterbringung zuständig ist. Es wird zwischen Wohnungsbau und Heimunterbringung differenziert und deshalb gibt es andere Zuständigkeiten. Insofern ist es nicht leicht, aber wir arbeiten daran. HANIX - Der Bedarf an günstigem, qualitativen Wohnraum ist zweifelsfrei hoch. Wie viele Mietanfragen für Wohnungen erhält die Stadtsiedlung jedes Jahr? Und wie vielen Menschen können sie tatsächlich eine Wohnung vermitteln? ROBERT AN DER BRÜGGE — Die Zahl an Wohnungen, die wir vermitteln können, hängt von der Fluktuation ab, also davon, wie viele Wohnungen frei werden. Diese Zahl schwankt jährlich zwischen 270-350. In diesem Rahmen können wir Menschen oder Mietparteien neu unterbringen. Wir führen eine Interessentenliste, die nach Dringlichkeit geordnet ist. Letztes Jahr hatten wir etwa 1800 Interessenten, im Jahr davor 90 weniger. Vor zehn Jahren hatten wir allerdings 3000 Bewerber, die Anfragen variieren. HANIX - Ein weiteres Aufgabengebiet der Stadtsiedlung ist die Mieterberatung. Was genau kann man sich darunter vorstellen und wie wird das Angebot angenommen? ROBERT AN DER BRÜGGE — Letztendlich kann jeder zur Stadtsiedlung kommen, der in Heilbronn eine Wohnung sucht, umziehen möchte, oder Probleme mit seiner derzeitigen Wohnsituation hat und beispielsweise vor einer Räumungsklage steht. Wir bieten eine offene Beratung, jedoch schwerpunktmäßig unseren Mietern und Mietinteressenten. Zu uns kommen Menschen, die eine Wohnung suchen, aber auch Mieter, die Probleme technischer Natur oder mit den Nachbarn haben. Auch Zahlungsschwierigkeiten bieten wir unsere Hilfe an und vermitteln beispielsweise Schuldnerberater. Wir stellen eine umfassende Betreuung zur Verfügung, die wir aber nicht alleine leisten können. Wir arbeiten mit dem Sozialamt, der Agentur für Arbeit oder der Diakonie zusammen und versuchen, bevor eine prekäre Situation entsteht, zu helfen und weiterzuvermitteln. Hierbei muss jedoch auch der Mieter mitmachen. Dieses Angebot unterscheidet uns ganz konkret von Privatvermietern. Wir haben auch Fälle, in denen jemand zu uns kommt und vor einer Zwangsräumung steht und nicht mehr weiter weiß. Deshalb führen wir Notfalllisten oder arbeiten mit den Helfern in den Obdachlosenheimen zusammen und gehen jeden Fall einzeln durch. Gerade wenn Kinder betroffen sind, versuchen wir gemeinsam mit den Fachämtern schnellstmöglich zu helfen, um ein geregeltes Mietverhältnis zu schaffen. Bedingung ist jedoch immer, dass die betroffene Person mitarbeitet, generell ist die Berreitschaft gegeben. HANIX - Das Thema Studentenzuzug haben wir schon angesprochen. Hier wird Wohnraum für junge, moderne Menschen benötigt. Auf der anderen Seite steigt die Zahl älterer Menschen, die andere Bedürfnisse an eine Wohnung haben. Wie soll ihnen dieser Spagat unterschiedlicher Bedürfnisse an Wohnraum gelingen? Gibt es hier einen konkreten Plan, den sie abarbeiten? ROBERT AN DER BRÜGGE: Generell kann man sagen, dass es – in ganz Deutschland – an barrierefreien Wohnungen mangelt. Es wird geschätzt, dass etwa 5% der 27 Mio.

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TITELTHEMA: WOHNEN Wohnungen behinderten- bzw. altengerecht sind. Und diese Quote ist deutlich zu gering. Man kann aber auch sagen, dass eine barrierefreie Wohnung für junge Leute sicherlich kein Nachteil ist. Wenn man jung ist, mag das zwar noch hip sein, seine Sprudelkästen drei Stockwerke über eine alte Treppe hinaufzuschleppen, wenn es aber einfacher gehen sollte, dann ist bestimmt auch niemand böse. Insofern fallen die Bedürfnisse nicht so sehr auseinander, wie man zuerst denken möchte. Deshalb brauchen wir Ersatzbau, Zubau und Modernisierung in Richtung barrierearmer und -freier Wohnungen. Zusätzlich ändern sich die Grundrissanforderungen. Mittlerweile geht der Trend zu offenen Grundrissen mit einer zentralen Küche, um die dann die Räume herumgebaut werden. Diese Wohnungen sind beispielsweise für junge und ältere WG- Bewohner geeignet. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine nennenswerte Quantität an Menschen offen für alternative Wohnformen ist und es in naher Zukunft auch Senioren-WGs geben wird. Die Wohnbedürfnisse werden sich, wie andere Lebensstile auch, angleichen. Hierfür fehlen aber Wohnungen, die das ermöglichen. Da gibt es bundesweit Nachholbedarf. Eine urbane Wohnung mit offenem Grundriss, die mehrere Wohnformen zulässt, haben wir mit unserem Mehrgenerationenhaus. Das wird gut angenommen und funktioniert. Im größeren Maßstab wäre das Konzept auch für WGs geeignet. Diese Ansätze müssen und werden mehr an Bedeutung gewinnen – auch im Sinne von Zusammenleben in der Nachbarschaft und Integration. HANIX - Neben Wohnbauprojekten realisiert die Stadtsiedlung auch gewerbliche Baumaßnahmen. Unter anderem den Zukunftspark Wohlgelegen oder die Innovationsfabrik. Wie viel Gewerbefläche verwaltet die Stadtsiedlung? ROBERT AN DER BRÜGGE — Mit dem Projekt Innovationsfabrik unterstützt die Stadtsiedlung schon seit 1999 die

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TITELTHEMA: WOHNEN Wirtschaftsförderung der Stadt. Aus dem Paradebeispiel der Innovationsfabrik entstand später das Venture Forum Neckar, welches Teil des Business Angels Netzwerk ist, sowie der Zukunftsfonds Heilbronn. Der Zukunftsfonds Heilbronn kam vor sieben Jahren mit dem Wunsch, junge Hightechfirmen in Heilbronn anzusiedeln, auf die Stadt zu. So entstand das Projekt »Zukunftspark Wohlgelegen«, mit dem wir die städtische Wirtschaftsförderung unterstützen und Räume, Fabrikationsmöglichkeiten, Labore und Büros für diese Firmen schaffen. Im Moment haben wir etwa 20000-25000m² gewerbliche Flächen, verteilt auf 80 Objekte. Dazu gehören allerdings auch fünf Gastronomiebetriebe in der Innenstadt. Gerade entwickeln wir Räumlichkeiten für eine Medizintechnikfirma und ein Unternehmen, das Gassensorik produziert. Ich schätze, dass wir Ende nächsten Jahres 30000 m² gewerbliche Flächen haben werden. HANIX - Viele Städte haben Tochterunternehmen wie die Heilbronner Stadtsiedlung. Ist die Herausforderung hier in der Stadt aufgrund der vielen Investitionen (Buga, Bildungscampus, Zukunftspark) die auch die Stadtentwicklung beeinflussen größer und spannender als in anderen Städten vergleichbarer Größe? ROBERT AN DER BRÜGGE — Die Vielfältigkeit, die Heilbronn momentan bietet, ist beispiellos. Das wird durch eine rasante Stadtentwicklung in unterschiedlichen Bereichen geprägt. Man denke nur an die Stadtbahn, den Brückenbau, die Kunsthalle Vogelmann, das Otto Rettenmaier-Haus oder unsere Einkaufszentren. Ob neuer Wohnungsbau, dasBUGA-Gelände, der Campusausbau oder das neue Audi-Gelände in den Böllinger Höfen. Was alles in Heilbronn passiert, ist für eine Stadt dieser Größenordnung einmalig. Das erfahre ich auch immer wieder von Kollegen aus ganz Deutschland, die erstaunt sind, wie sich unsere Stadt so intensiv und in der Breite entwickelt. HANIX - Also ist Ihr Job in dieser Stadt auch vielfältiger als er in einer anderen Stadt dieser Größe wäre? ROBERT AN DER BRÜGGE — Mit Sicherheit. Das ist mit ein Grund, warum ich hier bin. So spannend ist es wahrscheinlich nirgendwo anders! Was die Stadt eben auch ausmacht, ist die überschaubare Größe. So kann etwas bewirkt werden und es gibt relativ kurze Entscheidungswege. Das muss ich auch der Stadtverwaltung sowie dem Gemeinderat positiv anrechnen. Polit- und Verwaltungsprozesse dauern naturgemäß immer länger als in einem privaten Betrieb, aber die Geschwindigkeit, in der Heilbronn agiert, ist vorbildlich. Bei aller Kritik, die man hin und wieder hört, ist das schon ziemlich einmalig. HANIX - Bei aller sozialen Verantwortung ist ökonomischer Erfolg für ihre Arbeit entscheidend. Läuft auf diesem Gebiet bisher alles so, wie Sie und Ihre Kollegen es sich vorstellen? Oder gibt es akuten Verbesserungsbedarf? ROBERT AN DER BRÜGGE — Ich denke, wir haben seit über zehn Jahren eine vernünftige Strategie, was die Ergebnisentwicklung betrifft. Die Stadt verlangt keine Spitzenrenditen, sondern eine nachhaltige Entwicklung bei den Erträgen von uns. Wir bemühen uns, unsere Eigenkapitalbasis jedes Jahr ein Stück zu verbessern, um die Investitionen im Wohnungsbau und den anderen Geschäftsfeldern mit unserem Kapital zu unterstützen. Dafür braucht es natürlich Gewinne. Die sind gut und es kommen auch manchmal Zuflüsse aus Verkäufen aus dem Bauträgergeschäft hinzu. Ist die Konjunktur dort gut, dann verdient man auch mehr Geld, ist sie schlecht, dann hat man weniger Ertrag. Wir versuchen einfach, eine langfristige, nachhaltige Ertragsentwicklung zu zeigen. Das funktionierte in den letzten zehn bis zwölf Jahren durch Modernisierungsinvestitionen in vorhandenen Bestand und seit Kurzem nun zunehmend wieder durch den Neubau von Mietwohnungen. Die Basis war aber immer, den Altbestand zu sanieren. So haben wir seit dem Jahr 2000 auch fast 100 Mio. Euro in die Sanierung des Altbaubestandes investiert. Denn was nützt es, wenn wir neu bauen und die alten Objekte in schlechtem Zustand sind? Im Moment hilft uns da der Kapitalmarkt, da wir gute Zinssätze bekommen. HANIX - Wenn Sie sich für die Zukunft der Stadtsiedlung etwas wünschen könnten, was wäre das? ROBERT AN DER BRÜGGE — Es wäre gut , wenn wir unseren eingeschlagenen Weg fortsetzen könnten. Etwas Besseres kann ich mir nicht wünschen! Trotz aller noch bestehender Probleme: Wir arbeiten hart daran.

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BESICHTIGUNGSTERMIN BEI... TEXT & INTERVIEWS: SARAH BAUDENBACHER FOTOS: MEMO FILIZ, ULLA KÜHNLE & MELI DIKTA Andreas Hauptmann S. 108 - 110 Magdalena Franz S. 112 - 114 Richard Rau S. 116 - 118

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In wessen Wohnung befindet sich was? Die Lösung findet ihr in der jeweiligen Bildergalerie

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ANDREAS HAUPTMANN BAD RAPPENAU SELBST IST DER MANN Vom Schokoladenladen zur lässigen Junggesellenbude. Bei freigelegten Backsteinwänden und Estrichboden lebt Andreas Hauptmann.

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TITELTHEMA: WOHNEN STECKBRIEF Wer wohnt hier? Der sportliche Andreas Hauptmann zerlegt sein Bike am liebsten zu Hip-Hop-Platten, stählert seinen Körper oder zaubert Leckeres am Herd in seiner eigens gebauten Küche. DAS APPARTEMENT: 59 QM TOTAL

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TITELTHEMA: WOHNEN SARAHS KLEINES WOHNINTERVIEW Wo verbringst du die meiste Zeit in deiner Bude? Es ist ganz einfach. Die meiste Zeit verbring ich überall. Es gibt keinen konkreten Raum. Ich beweg mich immer hin und her. Mal kochen, mal Musik, mal schlafen, mal Bad... Was machst du als erstes wenn du nach Hause kommst? Das Erste was ich mache ist mein Verstärker einschalten und Musik anmachen. Dann läuft: Katzenpuff. Hab ich vor Kurzem erst entdeckt. Sehr cooler Sender! Kein Scheiss. Recht entspannt. Mein favorisierter Musikstil ist aber Hip Hop. Aktuell: Evidence. Was gefällt dir am meisten in deiner Bude? Dass die Wohnung quasi lebt. Dass sie nicht so steril ist. Das etwas ausgefallene Gemäuer. Glaube, wenn hier gerade Wände gewesen wären, wäre ich nicht eingezogen. Was gibt es für eine Geschichte zu dieser Wohnung? Das Ding war Stein und leer und ich habs quasi »voll gemacht«. Hier waren vorher drei Toiletten drin. Und die sprichwörtliche Scheiße musste ich dann rausreissen. Dann hab ich ein Bad reingezimmert und eine neue Küche. Vorher war hier ein Schokoladen Laden drin. Da konnte man auch nice Café trinken. Nette Geschichte. TV im Bett oder auf dem Sofa? Ich hab tatsächlich einen Halter für meinen Ipod am Bett. Aber ich schau eher auf dem Sofa. Ich hab mir wirklich mal so ne App runtergeladen, in der dann die ganze Zeit dieses Kaminfeuer knistert und hab mir das dann hier an die Seite an den Halter dran gemacht. Es war so kuschelig irgendwie auch echt entspannt... aber auch nicht wärmer als sonst.

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MAGDALENA FRANZ & MARK KLOOS WEINSBERG MODERN CLASSIC In einem historischen Gebäude über den Dächern von Weinsberg, lebt Magdalena mit ihrem Freund Mark in einer neu renovierten Dreizimmerwohnung aus dem frühen 19.Jahrhundert.

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TITELTHEMA: WOHNEN DAS APPARTEMENT: 90 QM TOTAL STECKBRIEF Wer wohnt hier? Das hübsche Pärchen Magdalena und Mark hat sich hier sein eigenes Wohnparadies geschaffen.

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TITELTHEMA: WOHNEN SARAHS KLEINES WOHNINTERVIEW Wie würdest du euren Einrichtungsstil in drei Worten beschreiben? Nerdy, romantisch, Punkrock. Wo kaufst du gerne für euer Zuhause ein? In anderen Ländern auf Reisen. Wer hat im Bezug auf die Einrichtung bei euch die Hosen an? Ich glaub das sieht man schon ein bisschen ... Wenn ich einkaufen gehe, dann kauf ich die Sachen für unsere Wohnung ein. Mark bringt auch ab und an Sachen mit oder wir bekommen Dinge geschenkt. Aber ich glaube zu 80% bin das wohl schon ich. Ich glaube deswegen wollte er auch nicht mit aufs Foto (lacht). Welches ist dein Lieblingsstück in eurem Zuhause? Unser Haustier »Maxi«. Ein Kuscheltier- Pinguin mit nur noch einem Auge. Den hat mein Freund schon seit seiner Geburt. Am Anfang hab ich ihn erst gar nicht gemocht, aber mittlerweile gehört er dazu. Und unsere Zimmerpflanze »Paule«. Bisher war die in jeder Wohnung von ihm. Ich darf sie nicht gießen, nur er kümmert sich darum. Daher sieht sie so aus, wie sie aussieht. Wenn du etwas an deinem Zuhause verändern könntest, was wäre das? Auf jeden Fall einen Balkon! Mein Freund ist immer strickt gegen Teppiche aber ich glaube es wäre ganz gemütlich hier im Wohnzimmer noch einen schönen Teppich zu haben. Dann würde die Frage auch nicht immer kommen »seid ihr erst eingezogen?«

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RICHARD RAU HEILBRONN SÜD LEBEN IN DER EIGENEN HÖHLE Mit Hilfe von Freunden, Helfern und Handwerkern erfüllt sich Richard Rau Stück für Stück seinen eigenen Wohntraum. DAS APPARTEMENT: 97 QM TOTAL

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STECKBRIEF Wer wohnt hier? Große Entscheidungen werden immer mit viel Kraft getroffen. Nach endlosem Schwitzen von Blut, Schweiß und Tränen, lebt Richard endlich in seiner eigenen Altbauwohnung im Heilbronner Südviertel.

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SARAHS KLEINES WOHNINTERVIEW Beschreibe deine Wohnung in drei Worten. Meine persönliche Höhle. Seit Menschengedenken braucht der Mensch eine Höhle und jetzt hab ich mir meine auch gebaut. Eine moderne Höhle in einer alten Grotte. Warum hast du dich gerade für dieses Objekt entschieden? Im Prinzip hast du, wenn du gewisse Vorlieben Richtung Altbau hast, in Heilbronn erstens einfach auch nicht viel Auswahl und du musst schaun das Richtige für dich zu finden. Das hier ist von 1897. Die Substanz ist wichtig. Du willst ja natürlich auch nicht was Marodes kaufen. Du musst dich dann dementsprechend an den Markt und an den Zustand halten und da hatte ich Glück das hier zu finden. Ihr habt hier auch alles umgebaut und renoviert wie ich weiss. Wie liefs? Vom Tag eins war mein Kumpel Chris mit dabei (Christian Kohr Interior Design www.corinteriordesign.com ) Er war bei der Kaufentscheidung mit dabei und hat gleich von Beginn an einen Innenarchitekturentwurf vorgelegt, für die Gestaltung und den Umbau der Wohnung. Wir haben von den Maßnahmen des Umbaus und der Gestaltung sehr eng zusammen gearbeitet. Es steckt ne Menge Ellbow Grease drin! Besitzt du ein Erbstück wo dein Herz besonders dran hängt? Verschiedene Dinge! In die Wohnung sind Erbstücke mit eingebracht wie zum Bespiel der Lampenschirm von meiner Oma, genauso wie das gemalte Bild von meinem Urgroßvater. Jetzt wo alles fertig ist, wo hälst du dich hier am liebsten auf? Ich sitz in meinem Sessel und trink Augustiner.

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TITELTHEMA: WOHNEN Philipp Kionka und Samuel Feimer sind zwei junge Heilbronner, die Altbauten für Studenten WGs sanieren und charmanten Wohnraum mit hohen Decken, Stuck und Dielenböden anbieten. Wir sprachen mit beiden über ihr Unterfangen, deren Philosophie was junges, urbanes Wohnen angeht und über regionale Kunst in deren Hausfluren. INTERVIEW: ASHLEY AAMES FOTOS: MEMO FILIZ HANIX - Bevor wir richtig beginnen: Stellt euch doch bitte kurz vor. PHILIPP — Mein Name ist Philipp Konstantin Kionka und ich bin 29 Jahre alt. Ich bewohne einen Altbau in Heilbronn Süd. Dort habe ich mir eine ehemalige Eckkneipe zur Wohnung umgebaut. Meine Firma FormatFilm produziert Ausbildugsplatzvorstellungen via Film, dazu betreibe ich das Kreativzentrum-Heilbronn. Gemeinsam haben wir am Aufbau einer Bar und an einem Restaurant mitgewirkt und bieten seit diesem Jahr zusätzlich noch jungen Arbeitnehmern und Studenten wunderschöne Altbau-WGs zu fairen Preisen. Mein Credo: Heilbronn ist die beste Basis, die ich mir vorstellen kann. Aber Ausflüge in die Welt tun gut und sind wichtig. SAMUEL — Ich heiße Samuel Feimer und bin 27 Jahre alt. Ich habe Bauingenieurwesen mit Schwerpunk Immobilienwirtschaft und Stadtplanung studiert und komme aus einer Familie, die sich fast komplett dem Bauwesen verschrieben hat. Ich selbst wohne seit circa 14 Jahren in einem historischen Gebäude, welches wir selbstständig renoviert haben. Heilbronn ist für mich die wunderhässlichste Stadt der Welt und ich liebe es von ganzem Herzen dafür. HANIX - Hattet ihr schon immer vor mal »Vermieter« zu werden? Ein Kindheitstraum? SAMUEL — (lacht) Mein Plan war es eigentlich nie. Aber da ich vorher bereits Teilhaber in einer anderen Immobiliengesellschaft war und meine Eltern beide Architekten sind, war abzusehen, dass ich irgendwann Vermieter sein würde. PHILIPP — Bei mir ist es durch die Suche nach Tonstudioräumlichkeiten einfach passiert, dass ich eine größere Fläche als ich selbst benötigte, nehmen und weiter aufteilen musste. Hat geklappt. Hat Freude gemacht. So einfach war das. Naja, es war natürlich nicht einfach, aber ich habe sehr viel dabei gelernt, von dem ich jetzt profitiere. HANIX - Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, ein historisches Gebäude zur Studentenbutze umzubauen? PHILIPP — Ich hatte schon während dem Betrieb des Kreativzentrums meine Erfahrungen gesammelt und gefallen an Vermietung gefunden. Als es dann hieß, dass immer mehr Studenten in die Stadt kommen sollten, folgte für mich zwangsläufig die Auseinandersetzung mit diesem Thema. Aus dem Bekanntenkreis war mir die WG-Zimmer-Not bereits bewusst. Dazu kamen die immer weiter sinkenden Zinsen, und somit die Möglichkeit an günsti-

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TITELTHEMA: WOHNEN ges Kapital zu kommen. Also Startschuss. Dieser fiel vor gut zwei Jahren. SAMUEL — Exakt. Daraufhin haben wir uns ab und an getroffen und über die Themen Altbaukauf, Sanierung und WGs gequatscht. Dann sind wir los gegangen und haben uns Heilbronn einfach mal angesehen. Das ging ein paar Monate und bedeutete Straßenzüge ablaufen und sich einmal darüber bewusst werden, was hier überhaupt noch an Gebäuden steht. Jetzt haben wir eine digitale Karte von allen für uns relevanten Straßen mit den dazugehörigen und für uns relevanten Häusern. In der Vergangenheit hatten wir bereits zahlreiche Bekanntschaften mit Maklern und Hausbesitzern geknüpft. Das macht die Sache heute natürlich etwas einfacher. HANIX - Dann kam das Angebot und damit die Möglichkeit, ein eigenes Haus zu erwerben. SAMUEL — Interessanterweise hat sich dann schnell herausgestellt, dass es statt eines Hauses gleich drei Häuser werden mussten, da diese auf einem untrennbaren Flurstück stehen und somit nur zusammen erworben werden konnten. Da hat die Bank dann natürlich nochmal kurz gezuckt, aber letztendlich hat die Finanzierung stattgefunden. Hier nochmal eine herzliches »Dankeschön« an die Vorbesitzer für das Vertrauen in unser Vorhaben. PHILIPP — Die Vorgespräche zum Kauf haben sich dann etwas gezogen, was aber eigentlich gar nicht schlimm war da es dadurch oft Kaffee und Kuchen gab (lacht). Die Vorbesitzer wollten einfach nicht an irgendwen oder den Höchstbietenden, sondern löblicherweise an »Ordentliche Leute« verkaufen. Da wir das sind und damit überzeugen konnten, kam das Geschäft mit Zufriedenheit auf beiden Seiten zustande. Ich finde es mehr als angenehm, auch in einer in Graustufen und zwielichtig wahrgenommener Branche wie der Immobilienbranche, immer wieder Menschen zu finden, die noch ein geschäftliches Ehrgefühl mit Menschlichkeit verbinden und es auch verkörpern. Transparenz und Ehrlichkeit sind hier die Zauberworte. Vom Verkäufer über die Handwerker bis hin zu den Mietern. HANIX - Und wie bringt ihr eine Bank dazu, euch so einen Haufen Geld zu geben? Und darf man wissen, wie viel Geld? PHILIPP — Nein. (Lacht). Viel Geld. Und doch wieder wenig im Verhältnis zu dem, was nun daraus wurde und wird. Ich würde behaupten, das gute Konzept hat überzeugt. Dazu unsere Erfahrungen und selbstverständlich unsere Kontakte in der Stadt. Wir waren ja nicht nur bei einer Bank vorstellig. Letztendlich glauben wir, die Richtige gefunden zu haben. SAMUEL — Für das erforderliche Hintergrundwissen der Immobilienbranche war mein Studium sicher sehr hilfreich. Die Volksbank Heilbronn ist in dem Bereich auch wirklich fit, und hat sofort erkannt, dass unser Projekt

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TITELTHEMA: WOHNEN funktionieren wird. Auch ein Dank an dieser Stelle für Vertrauen und Hilfestellung. HANIX - Jetzt war gekauft aber damit war es ja nicht getan. Wie hat sich die Umbauphase gestaltet? PHILIPP — Durch den Umbau des Kreativzentrums und dazu noch den meiner eigenen Wohnung habe ich ein großes Netzwerk an vor allem jungen und motivierten Handwerkern vieler Gewerke. Das hat natürlich sehr geholfen in dieser Zeit, in der dir annähernd jeder Handwerksbetrieb erzählt, dass sie frühestens in ein paar Monaten Zeit haben. Somit konnten wir gleich starten. SAMUEL — Es war gerade während der ersten Umbauten nicht einfach. Erst hatten wir nicht so viel Geld wie gewünscht zur Verfügung und ohne sichtbare Erfolge ist es natürlich schwer, Investoren zu überzeugen. Außer dem Kauf von drei Häusern, zu einem für den Markt sehr guten Preis, gab es ja noch nichts. Im Großen und Ganzen sind wir aber nach den ersten Umbauten von vier Wohnungen zu WGs sehr zufrieden. HANIX - Klingt nach einem Fulltimejob. PHILIPP — Ja, das ist es phasenweise ganz sicher. Geplant war, dass wir beide 50 % unserer Arbeitszeit in das Projekt investieren, um unsere anderen Projekte nicht zu stark zu vernachlässigen. Dass das zu Beginn und gerade in den großen Umbauphasen mehr werden würde, war uns klar und hat sehr gut funktioniert. SAMUEL — Da wir dieses Projekt ja für uns selbst umsetzen und zusätzlich noch so viel positive Resonanz aus verschiedensten Richtungen erhalten, nehmen wir auch gerne mal 16 Stundentage für einige Wochen in Kauf. Unsere Energie ist nach wie vor am Start und wir freuen uns auf jede weitere Herausforderung. Zum Beispiel suchen wir gerade nach einer alten Industriehalle um ein etwas verrückteres Projekt umzusetzen. HANIX - Noch geheim? SAMUEL — Streng geheim! (lacht) HANIX - Waren die Häuser leer oder hattet ihr voll vermietet gekauft? PHILIPP — Wir haben voll vermietet gekauft, wussten aber durch Vorgespräche, dass die Mieter zweier Wohnungen aus verschiedenen Gründen bereits an Aus- oder Umzug dachten. Dies ist dann auch wenige Monate nach Kauf geschehen. Zum Glück für uns, denn wir wollen niemanden dazu drängen, das Haus zu verlassen. Uns ist unser Karma sehr wichtig. (lächelt wie so ein kleiner Buddha) SAMUEL — Stimmt. Grundsätzlich haben wir keinen der Mieter aus ihren Wohnungen bewegt. Die dritte Wohnung wurde frei, als wir dem Mieter durch unsere Kontakte einfach eine bessere Wohnimmobilie zum selben Preis besorgen konnten. So hat es sich Schritt für Schritt entwickelt, dass wir bereits eines von drei Häusern komplett umwandeln konnten. Bei den restlichen Wohnungen warten wir bis sich die Lebens- oder Wohnsituationen der aktuellen Mieter verändern und diese von selbst ausziehen. Auch da findet schon Bewegung statt. HANIX - Jetzt waren einzelne Wohnungen leer. Was habt ihr dann genau umgebaut? SAMUEL — Erstmal ran an die Substanz. Wir haben Gasleitungen getauscht, die Stromversorgung des gesamten Hauses W17 neu gemacht, Warmwasserspeicher ersetzt, Wände versetzt, Decken neu eingezogen und so weiter. Kernsanierung ist wohl das richtige Wort. PHILIPP — Mein Bereich war eher der Innenausbau. Die alten Dielenböden nach Möglichkeit wieder aufzuarbeiten oder neue zu suchen, die zum Gebäude passen. Sichtbares Gebälk pflegen, neue Küchen mit Spülmaschinen und Bäder zu planen, um sie dann nach unseren Vorstellungen umsetzen zu lassen. Ich achte da gerne auf Details, fahre auch mal nach Frankreich um einen Schwung Designlampen einzukaufen und die Zimmer damit auszustatten. Oder lasse abgefahrene Fliesen verbauen und mit farbigen Fugen versehen. Wenn wir schon umbauen, soll es ja auch uns und den jungen Bewohnern gefallen. Das tut es nun auch. HANIX - Da habt ihr ja sehr viel gemacht. Das kostet. Wie finanziert ihr euch? Nur über Banken? SAMUEL — Nein. Wir folgen unserem Plan, dass wir den Kauf über die Bank und einem gewissen Anteil Eigenkapital von privaten Investoren abwickeln. Die Kosten für

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TITELTHEMA: WOHNEN den Ausbau versuchen wir natürlich zum Großteil direkt in diese Finanzierung mit einzukalkulieren. Durch Umbau erfährt ein Gebäude in der Regel eine Aufwertung des Verkehrswertes, dieser erhöht in der Regel die Kreditwürdigkeit für ein nächstes Objekt. Ein Gebäude, das unseren Anforderungen entspricht, stellt dann auch eine langfristige und sichere Kapitalanlage dar. Klingt ganz einfach, oder? (lächelt) PHILIPP — Da unser gesamtes Vorhaben sehr gut läuft und auch die Zweit- und Drittbewertungen der Bank die Erwartungen übertrafen, haben wir von deren Seite grünes Licht. Wir sind schon wieder auf der Suche nach weiteren Altbauten, in denen wir uns verwirklichen und unsere Zeit und Ideen investieren können. Dazu wird es langsam leichter an private Investoren heranzutreten, da wir jetzt ein paar wundervolle Wohnungen und stabile Zahlen vorweisen können. HANIX - Mit was kann ein Privatinvestor bei euch rechnen? PHILIPP — Mit einem zukunftsträchtigen Projekt, das sowohl junge Menschen als auch eine Stadt fördert. Wir können mit jedem Investment weitere Wohnungen umbauen und die Einnahmen erhöhen. Da geben wir natürlich gerne was ab. SAMUEL — Aus finanzieller Sicht mit 4-5 % Zins auf 15 Jahre oder durch ein Beteiligungsprinzip. Genaueres gerne unter vier bis sechs Augen. HANIX - Vermietet ihr nur an Studenten? SAMUEL — Nein, nicht generell. In jeder Wohnung ist auch ein junger Arbeitnehmer oder eine junge Arbeitnehmerin, um zu mischen und Horizonte zu erweitern. Generell gilt für jede Wohnung auch, dass Männlein und Weiblein gemischt werden. Dann drehen sich die Garderobenhaken von selbst rein und die Bäder bleiben sauber. Wir machen damit bisher sehr gute Erfahrungen. HANIX - Wie habt ihr auf euch aufmerksam gemacht und wie viele Bewerbungen hattet ihr? PHILIPP — Unsere Telefone klingeln durch seit Kaufdatum (lacht). Da Freunde und Bekannte sich vorstellen konnten, was heraus kommt, wenn wir das gemeinsam machen, hatte sich das sehr schnell herumgesprochen. Auch heute noch bekommen wir im Schnitt täglich eine Anfrage, ob noch ein Zimmer frei ist. Völlig unabhängig von Semesterbeginn, Jahres- oder Uhrzeiten. Wir sind natürlich

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TITELTHEMA: WOHNEN dran, dieser Nachfrage mit entsprechenden Angeboten zu entsprechen. SAMUEL — Zu Beginn habe ich mich mit jedem Bewerber getroffen und Fragen gestellt, um herauszufinden, wie die Person umgangssprachlich »tickt«. Dann habe ich versucht, für jede WG passende Bewohner zusammenzuwürfeln. Das hat sehr gut funktioniert. In Zukunft lassen wir das jede WG dann selbst entscheiden, wer neu in die Wohnung kommt, da die unter- und miteinander klarkommen müssen. HANIX - Was kostet bei euch ein Zimmer? SAMUEL — Das kommt auf Größe und Ausstattung an. Generell vermieten wir warm und mit großzügigen Allgemeinflächen wie Bad, Gäste-WC, Speisekammer, Haushaltsraum, Küche und Aufenthaltsraum. »Warm« bedeutet inklusive Strom, Wasser, Gas, Internet, Müll, Hausmeister et cetera. Da gehen die Preise pro Zimmer/n von 280.- warm bis 400.- warm für bis zu 40 qm. Möbliert vermieten wir nicht, da wir jedem die Freiheit lassen wollen, das jeweilige Zimmer einzurichten. HANIX - Warum interessieren euch nur Altbauten? SAMUEL — Wir lieben den Charme von Städten wie Berlin oder Hamburg und empfinden es als das bessere Wohnklima. Ich sträube mich einfach gegen Neubauten oder Sanierungen von Bauten aus den Sechzigern, an denen ein Haufen Styropor klebt und noch keiner sagen kann, wie das dann in 20 Jahren aussieht oder sich umwelttechnisch verhält. Habt Ihr einmal ein mit Styropor gedämmtes Gebäude brennen sehen? Spätestens bei diesem Anblick sollte man begreifen, welches Gift da verbaut wurde. PHILIPP — Mal flapsig ausgedrückt: Ein Haus, das zwei Weltkriege überlebt hat, hält noch weiteren Krisen stand. Außerdem haben wir lieber etwas höhere Heizkosten, statt eine Schimmelfalle als Investitionsgrundlage und Pfusch am Bau. Das soll keine generelle Unterstellung sein, doch vor 100 Jahren wurde einfach noch anders gebaut und somit ist da sicher eine ganz andere Substanz vorhanden. HANIX - Was unterscheiden eure WGs von anderen WGs in der Stadt? SAMUEL — Wir unterscheiden da zwischen anderen bestehenden Häusern, die umgewandelt werden und Neubauklötzen, die gerade in Windeseile in die Stadt gestellt werden. Generell versuchen wir, das Beste für die Bewohner herauszuholen. Unserer Erfahrung nach brauchen junge Menschen keine Betonwände und »Lernzimmer« sondern einen ordentlichen Fahrradschuppen, großzügige Zimmer und gemeinsame Aufenthaltsräume, die das soziale Leben fördern. PHILIPP — Nachdem eine große Umbauphase jetzt abgeschlossen ist, versuchen wir viele unserer Ideen aus dem Grundkonzept langsam umzusetzen, um das Projekt noch spannender zu machen. Wir unternehmen zum Beispiel mit allen Bewohnern einen monatlichen Ausflug um die städtische Gastronomie zu erkunden und bieten bei diesen Touren den Teilnehmern Vergünstigungen oder Gästelistenplätze. Wir informieren unsere Mieter regelmäßig über Veranstaltungen und Neuigkeiten in der Stadt und vermitteln günstig Möbel oder Fahrräder. Momentan ver-

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TITELTHEMA: WOHNEN handeln wir mit ein paar Verlagen um Haus-Abos von Zeitschriften und Zeitungen zur Verfügung zu stellen und sprechen mit lokalen Künstlern und Fotografen, die die Gänge und Allgemeinflächen mit Werken bestücken. HANIX - Zwischen den Häusern im Hinterhof verspürt man fast das Flair einer Kommune, umringt von schönen Altbauten. So eine Art »Berlin-Hinterhof- Feeling«. Was passiert dort? SAMUEL — Das hat uns auch sofort gefallen, als es hieß die zwei Häuser in zweiter Reihe sind »dabei«. Es ist ein wenig wie in einer eigenen Welt da hinten. So verwinkelt, mit den Garagen, dem kleinen Garten und der kleinen Halle mitten in der Innenstadt. Witzigerweise konnten wir die Halle nicht mal besichtigen und mussten Sie einfach ungesehen dazu kaufen. PHILIPP — Ja. Und für mich ist das Schöne daran wieder weitere Flächen zur Verfügung zu haben, die jeder andere Hausbesitzer als »nicht vermietbar« deklarieren würde. Ich aber aus Erfahrung weiß das genau solche Flächen von Künstlern und Kreativen gesucht werden. Somit entwickelt sich das ganz gut. Wir haben dort eine kleine und private Fahrradmanufaktur und verschiedene Künstler aus den Bereichen des Kunsthandwerkes, DIY und »Streetart« untergebracht. Das könnten auch interessante Interviewpartner fürs HANIX-Magazin sein! (lacht). SAMUEL — Zusätzlich freut sich die Bank, wenn Sie sieht, dass selbst solche Flächen, wenn zwar verhältnismäßig günstig, aber immerhin vermietet werden. PHILIPP — Da es zum Beispiel stark an Proberäumen in der Stadt mangelt, bin ich derzeit am prüfen, welche der alten Bunkerkeller unter den normalen Kellern als Proberäume genutzt werden können. Damit können wir einen Beitrag leisten und der Kultur innerhalb der Stadt zu Wachstum verhelfen. HANIX - Sind noch weitere Häuser geplant? SAMUEL — Mit Sicherheit! Nachdem die Zahlen jetzt passen, ist die Bank auch wieder entspannt und zuckt nicht gleicht zusammen, wenn wir von den nächsten Häusern sprechen. Auch private Investoren sind, nachdem es jetzt was zu sehen gibt, etwas leichter zu finden und zu überzeugen. PHILIPP — Da wir aber nicht bei jedem Gebäude gleich »Heureka!« rufen, sondern so lange suchen bis preislich und vor allem zum Gesamtkonzept passend etwas zu kaufen ist, können wir nicht einschätzen, wie lange es dauern wird. Bezahlbare Altbauten sind in Heilbronn immer schwerer zu finden. Trotzdem begegnen uns immer wieder Hausbesitzer, die über ältere Immobilien meist mit dementsprechendem Sanierungsstau verfügen. Genau diese Gebäude suchen wir um sie zu sanieren, ihren alten Charme hervorzuholen und sie in unser Konzept aufzunehmen. WEITERE INFOSFÜR INTERESSENTEN, KAPITALANLEGER ODER HAUSBESITZER: FEIMER@WOHNRAUM-HEILBRONN.DE ODER SAMUEL FEIMER UNTER: 0176 / 22386691

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TITELTHEMA: WOHNEN JOSHIS MEINUNG ZUM THEMA WOHNEN Ich wohne im Kreuzgrund in einer von den vielen Vogel-Straßen und ich LEBE dort. Glücklich und zufrieden. Doch das Allerschönste ist der Stil in dem wir dort wohnen und leben. Es ist so ein richtiges Zuhause und alle lieben sich so. Jeden Tag, wenn ich von der Schule oder von woanders nach Hause komme, werde ich von Elmar, unserem Hund begrüßt, und zwar so richtig schön freudig und liebevoll. Wenn auch sonst noch keiner da ist, der Elmar ist da, immer gutgelaunt und immer froh, mich zu sehen. Ich mache dann meine Hausaufgaben und muss dann oft wieder los zur AG in der Schule. Danach spiele ich meist mit Freunden, die auch voll gern zu uns nach Hause kommen. Einer geht manchmal, wenn er bei uns klingelt, erstmal aufs Klo bei uns. Mama hat ihm mal die Tür aufgemacht und er so: »Hi, ich bin da!«, ist durch die Tür und erstmal auf Klo gegangen. Mama fand das lustig und hat sich gefreut, dass sich anscheinend auch andere bei uns wie zuhause fühlen. In unserm Haus wurde in letzter Zeit ziemlich viel verändert, es ist einiges passiert in meinem Leben. Jetzt habe ich endlich mal mein eigenes Zimmer bekommen, in dem ich für mich bin und machen kann, was ich will ... naja, fast alles. Vorher hatte ich ein Zimmer mit meiner Schwester, was auch gut war, aber jetzt hat es echt mal gereicht. Hier wurde aber auch richtig umgebaut, weil Massl eingezogen ist. Es ist viel schöner geworden dadurch, Mama und Massl haben das weltschönste, gemütlichste Schlafzimmer mit Kamin und einem alten Ohrensessel. Viele Sachen wurden ausgemistet und Mama hat ganz viel an die Aufbaugilde verschenkt. Damit andere auch schön wohnen können, auch wenn sie wenig Geld haben. Es ist wichtig, dass man schön

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und gemütlich wohnt. Aber was bedeutet denn »Wohnen«? Naja, wir wissen das ja, aber ich sage Euch das jetzt Mal so, wie ich es einem Alien erklären würde, der überhaupt nicht versteht, was WOHNEN sein soll: »Wohnen bedeutet, wo wir am meisten sind, wo Deine Freunde, Deine Liebsten sind, wo Du am meisten Liebe und Zuneigung bekommst. Du, zum Beispiel, kommst von einem fernen Planeten, deinem »Heimat-Planeten«, weil es Deine Heimat, also dein Zuhause ist. Dort fühlst du dich sicher und gut aufgehoben. So entsteht dann auch Heimweh. Wenn du weit weg bist von deinem Zuhause, also von dort, wo du lebst und wohnst, dann fühlst du dich irgendwann unwohl. Du vermisst Deine Heimat, dein Zuhause und willst einfach nur zurück dorthin, wo du eben wohnst, wo Dein Leben ist und Deine Liebsten.« Vielleicht versteht der Alien es so und bekommt Heimweh? Wohnen kann man an verschiedenen Orten. Im Haus, so wie wir, in Wohnungen, wie viele andere, in Burgen, wie die aus den Geschichten und im Mittelalter oder in Höhlen, wie die Steinzeitmenschen. Oder sogar in Iglus, das ist auch verrückt. Aber auf den Ort, an dem Du wohnst oder das Gebäude, darauf kommt es nicht wirklich an, auch wenn viele glauben, sie brauchen das schönste Haus und das größte und das teuerste und das, was die beste Lage hat. Das ist aber doch eigentlich unwichtig. Es kommt auf die Sachen an, die Du liebst. Darum kriegt man schneller Heimweh, wenn man diese Sachen oder Menschen nicht bei sich hat. Man kann aber ja auch nicht immer alles mitnehmen. Manche Kulturen sind beim Wohnen ziemlich crazy, also verrückt. Im Ausland ziehen einige Menschen in Völkern umher und wohnen nur in großen Zelten. Sie bleiben nie lange an einem Ort. Obwohl ich ziemlich viele ungewöhnliche Sachen o. k. finde, meine ich, man sollte an einer Stelle wohnen bleiben. Ein paar Tage hier zu wohnen und die nächsten dort ist doch bestimmt total nervig. Man muss ja immer wieder ein Zelt auf- und abbauen, kaum kennt man sich aus, muss man wieder woanders hin und niemals ist man irgendwo wirklich Zuhause. Also, ich bin echt froh, dass ich so bin und so wohne, wie es jetzt in Heilbronn ist. Heilbronn ist doch ne schöne Stadt, oder? Das wisst ihr doch selber! Fühlt Euch einfach wohl, dort wo ihr wohnt! Tschüss und bis zum nächsten Mal, Leute. Euer Joshi

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HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT

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FOTOS: JAN WITOLD WOIJCIK & MELI DIKTA Wir haben unsere Fotografin Meli Dikta auf die Spuren des Fotografen Jan Witold Woijcik geschickt und sie die Stadt aus seinem Blickwinkel nachfotografieren lassen. Herausgekommen ist dabei eine Bildstrecke, die Heilbronns Wandel dokumentiert.

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT KILIANSPLATZ

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT OLGASTRAßE ECKE SÜDSTRAßE

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT KAISERSTRAßE

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT RATHENAUPLATZ

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT FLEINER STRAßE

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT SÜLMERSTRAßE

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT ALLEE

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT KIRCHBRUNNENSTRAßE ECKE KRAMSTRAßE

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT KAISERSTRAßE ECKE GERBERSTRAßE

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT MANNHEIMERSTRAßE ECKE PAULINENSTRAßE

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT MANNHEIMERSTRAßE

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONN NACHFOTOGRAFIERT

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QUIZ DICH GLÜCKLICH

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FRAGE: DIE HEILBRONNER STADTSIEDLUNG HAT VIELE FELDER ZU BEACKERN. UN- TER ANDEREM MIETERBERATUNG, ENTWICKLUNG NEUER WOHNFORMEN FÜR UNTERSCHIEDLICHE ZIELGRUPPEN, ENTWICKLUNG VON BESTANDS- QUARTIEREN, SOZIALMANAGEMENT, NEUBAU VON EIGENTUMSWOH- NUNGEN UND EIGENHEIMEN, SOZIALE WOHNRAUMVERSORGUNG U.V.M. WIEVIELE MIETWOHNUNGEN BAUT DIE STADTSIEDLUNG IN IHRER NEUEN WOHNBAUOFFENSIVE FÜR INSGESAMT 20 MILLIONEN EURO? ALTEREGO - THE MOVIE HANIX-MAGAZIN OSIANDER HEILBRONN TON STEINE SCHERBEN 1 x DVD Die Graffiti-Dokumentation des Heidelbergers Daniel Thouw featured Graffitikünstler aus der ganzen Welt und kommt mit einem feinen Soundtrack, ebenfalls made in Heidelberg daher. 10 x INTERVIEWHEFT Mitte November erscheint unsere zweite gedruckte Ausgabe. Wir verschicken zehn Hefte der Interviewausgabe von HANIX direkt in euren Briefkasten. 3 x 20€-GUTSCHEIN Die Heilbronner Filiale der schwäbischen Buchhandlung Osiander in der Fleiner Straße stellt drei Einkaufsgutscheine im Wert von je 20 Euro zur Verfügung. 1 x 2 TICKETS Im Jahr 2014 feierten die »Scherben« ihr Comeback. Erstmals seit Bandauflösung in Originalbesetzung. Wir verlosen zwei Tickets für das Konzert im LKA Longhorn in Stuttgart. WER MEINT, DIE LÖSUNG ZU KENNEN, SCHICKT DIESE PER MAIL AN: QUIZ @ HANIX-MAGAZIN.DE; BETREFF: WOHNTRAUM EINSENDESCHLUSS IST DER 19. JANUAR 2015. DER RECHTSWEG IST AUSGESCHLOSSEN. ALLE GEWINNER WERDEN SCHRIFTLICH BENACHRICHTIGT. DIE RICHTIGE ANTWORT AUF DIE FRAGE DES VORANGEGANGENEN QUIZ LAUTET: DEXTER

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ZDRAVO HEIMAT, EIN BRIEF VON MICHAEL DIKTA GELESEN VON: NICOLAI KÖPPEL ich weiß ich hab mich lange nicht bei dir gemeldet und ich hoffe du bist mir nicht böse, aber in meiner neuen Heimat gab es einfach soviel zu entdecken. Deshalb dachte ich mir, ich schreibe dir einfach mal während meiner Reise durch Bosnien. Während ich diese Zeilen niederschreibe, sitze ich in einem Teehaus in Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien und lasse es mir bei Chai und Baklava gut gehen. Sarajevo ist unglaublich facettenreich. Architektonisch bietet die Stadt einerseits Moscheen, Kirchen und Basare, die noch aus dem Mittelalter stammen, an anderen Ecken aber auch riesige Plattenbauten, die an die Zeit erinnern, als Bosnien noch zum sozialistischen Jugoslawien gehörte. Dieser Mix aus Altem und Jüngerem zeigt, wie viele äußere Einflüsse auf dieses Land eingewirkt haben und es zu dem gemacht haben, was es heute ist: Ein multikultureller Ort, an dem viele ethnische Gruppierungen in Frieden zusammenleben. Dies war natürlich nicht immer so und das wird einem in Sarajevo an jeder Straßenecke vor Augen geführt. Das mit der Straßenecke soll jetzt keine blöde Metapher sein, sondern ist Realität. An vielen Hauswänden sind noch die Einschusslöcher von den vier Jahre anhaltenden Kämpfen und der Belagerung Sarajevos durch die serbische Armee zu sehen. So hat mich eines Tages, bei einem Spaziergang durch die Stadt, eine ältere Dame mit den Worten: »Granata! Granata!« auf ein kleines Loch in der Straße hingewiesen. Danach habe ich in der ganzen Stadt diese kleinen splitterartigen Löcher wahrgenommen, die für mich anfangs eher nach stinknormalen Schlaglöchern aussahen. Diese Straßennarben aus vergangenen Kriegstagen und die Tatsache, dass man in dem Wald, der Sarajevo umgibt, nur auf befestigten Wegen laufen darf, da man sonst Gefahr läuft, in eine Miene zu treten, hatten eine unglaubliche Wirkung auf mich. Ganz zu Schweigen von den überdurchschnittlich vielen Friedhöfen mit ihren tausend neuen Gräbern, die über die ganze Stadt verteilt sind. Ich wurde neugierig auf das Land und habe versucht, soviel wie nur möglich über die Geschichte Bosniens zu erfahren. Bei den vielen Erzählungen ist mir immer wieder aufgefallen, dass die Menschen Sarajevos bei all dem Leid und Terror trotzdem die Freude am Leben nicht aus den Augen verloren haben. So wurden kleine Feste in zerbombten Ruinen veranstaltet. Theateraufführungen wurden in einer Schule weiter aufgeführt, nachdem das Theater durch einen Luftangriff zerstört wurde. Diese Geschichten stammen nicht von älteren Menschen, die im Laufe der Jahre noch viel dazu gedichtet haben. Diese Geschichten stammen von Menschen, die ich

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BRIEF AN DIE HEIMAT: MICHAEL DIKTA, SARAJEVO, BOSNIEN UND HERZEGOWINA in Bars, auf der Straße oder im Teehaus getroffen habe und die, genauso wie ich, Mitte 20 sind, aber eben schon einen Krieg miterlebt haben. Natürlich wollte ich mit meiner Neugierde nicht alte Wunden aufreißen und irgendwelche schlimmen Erinnerungen hervorrufen, aber mir ist schnell klar geworden, dass die Menschen offen mit diesem Thema umgehen. Diese Offenheit spiegelt sich meiner Meinung nach auch in dem Umgang mit Mitmenschen wieder. Ich habe schon lange nicht mehr soviel Gastfreundlichkeit erlebt, wie in Bosnien. Natürlich ist es nicht nur der geschichtliche Aspekt, der mich an Bosnien so fesselt. Auch landschaftlich hat dieses Land so unglaublich viel zu bieten. Auf der Fahrt Richtung Mostar schlängelte sich der Zug langsam durch die Bergregion. Dabei überquert man riesige Schluchten, von denen aus man die vielen eisblauen Seen und Flüsse bestaunen kann. Zwischendurch hält der Zug an kleinen Dörfern, die so aussehen, als wären sie in der Zeit stehen geblieben. Genau so ein Dorf ist auch Mostar. Viele kennen diese Stadt wegen ihrer historischen Steinbrücke, die nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde. Mostar selbst ist nicht sonderlich groß. Aber durch die vielen kleinen verwinkelten Gassen und den Fluss, der sich durch den Ort schlängelt, hat die Stadt eine gewisse Gemütlichkeit, die direkt auf einen überspringt. Von Mostar aus ging es mit einem der wenigen Züge, die täglich fahren, weiter in die zweitgrößte Stadt in Bosnien, nach Banja Luka. Bei der Esskultur der Bosnier musste ich an dich denken liebe Heimat. Denn hier gilt auch: je deftiger desto besser. Ich könnte mich noch ewig von Cevapcici, Börek und Mijesano Meso (bosnische Grillplatte) ernähren, so lecker ist das Zeug. Und um diese Fleischmassen auch stilgerecht zu verdauen, gibt es hier anstatt des Obstlers einen Slibowitz, der den Magen aufräumt. Das Schöne ist, dass man einerseits keine Angst vor dem Bezahlen im Restaurant haben muss, da die Preise mehr als human sind und zum Anderen, dass man hier noch mit der Guten alten Mark bezahlt. Du hast richtig gehört, liebe Heimat. Hier zahlt man noch mit Mark und Pfennig und die Umrechnung ist dieselbe wie damals. Ich hoffe ich konnte dir einen kleinen Einblick über meinen Balkantrip geben, der mich außer nach Bosnien noch durch Kroatien und Slowenien führen wird. Mal schauen, was mich dort erwartet. In diesem Sinne: auf bald, liebe Heimat! Dein Michi

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AUS DEM VIA ARCHIV PINNBOARD VIA GRAFIK Mit dieser Arbeit zum Aufhängen, Teil eines Triptychons, schließt sich das Via Grafik Pinnboard. Vielen Dank für das Interesse! LEO VOLLAND Leo Volland, Mitgründer von Via Grafik, ist in Heilbronn aufgewachsen ehe er nach dem Abi zum Malen, Studieren und Leben nach Wiesbaden gezogen ist.

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Consume Yourself, Freie Arbeit in drei Teilen, Wiesbaden 2005

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LESERBRIEFE Werte Redaktion, gestern habe ich ihre neue gedruckte Interview-Ausgabe in die Hände bekommen und muss ihnen attestieren: das Heft ist ein Genuß. Man hat halt doch gerne etwas Dingliches in der Hand und im Regal. Dennoch bleibe ich ihnen auch online gewogen. Weiter so, meine Damen und Herren! BARBARA GEISLER, HEILBRONN Hallo HANIX, ich habe mich sehr über ihre gedruckte Interview-Ausgabe gefreut. Tolle Gesprächspartner habt ihr da an Land gezogen in den letzten drei Jahren. Ich schätze ihre Offline- Ausgaben sehr. Tolles Layout, tolle Interviews. TOMO MATIC, HEILBRONN Deutsch-Rap-Hype der Stunde avanciert. Ungefähr jeder Blog, den angesagte, jutebeuteltragende Großstadtbewohner so lesen, hat mindestens einmal über Mädness a.k.a. der Gude a.k.a. Maggo berichtet. Und das zu Recht! MARKO REALE, STUTTGART Hallo! Ich war auf eurer letzten Party im Tanzhaus und wollte einfach nochmals Danke für die tolle Band sagen. Schon lange nicht mehr habe ich in Heilbronn so gute Live-Musik genossen. Das mag sicherlich stark subjektiv geprägt sein, aber nichts desto trotz: die Band war der Hammer. LISA MAUTH, HEILBRONN Liebes HANIX-Team, endlich kam »Ed« Brähne einmal ausführlich zu Wort. Es ist schon erstaunlich und bemerkenswert, dass ein kleines, unabhängiges Heilbronner Label für solche Furore sorgt. Mädness ist quasi über Nacht zum

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IMPRESSUM Verlag und Redaktion HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn E-Mail: info@hanix-magazin.de Telefon: +49 7131 1216500 Herausgeber Marcel Kantimm Robert Mucha Chefredakteur Robert Mucha (V.i.S.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter Leo Volland, Annette Geisler (Stadtarchiv Heilbronn), Ashley Aames, Valerie Grübele, Joshua Endresz, Nicolai Köppel, Florian Dietz, Friedemann Orths, E-Mail: redaktion @ HANIX-magazin.de Bildredaktion Memo Filiz, Meli Dikta, Manuela Munz, Erich Benz, Nico Kurth Artdirektion Raimar Schurmann Grafik & Illustration Florian Geiger, Kathrin Leisterer Audio Philipp Seitz (ANT Studio) IT-Support Martin Riemer (Easy NetworX / www.easy-networx.de) Vermarktung & Sales Maike Endresz (verantw.) maike.endresz @ HANIX-magazin.de Marcel Kantimm marcel.kantimm @ HANIX-magazin.de Robert Mucha robert.mucha @ HANIX-magazin.de Verlagskoordination / Administration / Social Media Marcel Kantimm Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der Herausgeber bzw. die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Haftung für Links: Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf www.HANIX-magazin.de angebrachten Links. Herausgeber und Redaktion übernehmen keinerlei Haftung für die hier angebotenen Informationen.

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DER HISTORISCHE SCHUSS TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN Dieses unscheinbare Haus in der Fabrikstraße ist das älteste Arbeiterwohnhaus in Württemberg. Als Reaktion auf die Wohnungsnot, die sich im 19. Jahrhundert zu einem der Hauptprobleme in der florierenden Industriestadt Heilbronn entwickelte, konstituierte sich hier 1856 ein besonderer Verein: Der Verein zum Bau von Arbeiterwohnungen. Die Gründer waren Heilbronner Unternehmer – allen voran Papierfabrikant Adolph von Rauch –, die für ihre Arbeiterfamilien preiswerten und gesunden Wohnraum anbieten wollten. Am südlichen Stadtrand, in der Nähe zur Zuckerfabrik, erwarb der Verein Baugelände. Stadtbaumeister Louis de Millas sah sich in Großbritannien um, brachte die englische Cottage-Bauweise mit und kombinierte sie mit dem in Mühlhausen im Elsass entwickelten zweiten Häusermodell. Bis 1871 wurden in der Fabrikstraße acht Häuser mit insgesamt 72 Wohnungen so gebaut. Wer eine der begehrten Wohnungen ergattert hatte, zu der auch immer ein Stück Garten gehörte, zog freiwillig da nicht mehr aus. Hundert Jahre später (1971) wurde das letzte dieser ersten Arbeiterwohnhäuser abgerissen – ob man das heute noch tun würde? Erinnerte es doch daran, dass der soziale Wohnungsbau in Württemberg dank Privatinitiative in unserer Stadt begonnen hatte. Auch die Fabrikstraße ist verschwunden, sie wurde überbaut. Und der Verein? – Er entwickelte sich weiter zur Stadtsiedlung Heilbronn AG. Bild und Text für diesen Blick zurück wurden wie immer vom Stadtarchiv Heilbronn zur Verfügung gestellt.

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Arbeiterwohnhaus, 1970

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VERANSTALTUNGEN DEZEMBER & JANUAR 1. Dezember Alte Feuerwache Mannheim Talib Kweli Der in Brooklyn geborene Rapper steht für textliche Begabung, ausgeprägtes soziales Bewusstsein und politischen Durchblick wie kein anderer Künstler der Szene. Geboren 1975 in Flatbush, New York, interessierte er sich bereits in jungen Jahren für Sprache und Ausdrucksformen, schrieb Theaterstücke, Gedichte und Kurzgeschichten. Später studierte er experimentelles Theater an der New York University, wo er auf einen Geistesverwandten namens Dante Smith traf, später bekannt als Mos Def. Die beiden verband die Liebe zum Hip-Hop, 1998 veröffentlichten sie das Album »Black Star« auf Rawkus. Mit »Gravitas« erschien jüngst das sechste Solo-Album von Talib Kweli, das zehnte insgesamt. Bereits 2009 war Talib Kweli im Trio mit RES & Graph Nobel als Idle Warship in einem von zwei exklusiven Konzerten in der Alten Feuerwache wo eine geballte Ladung Black Music vom Publikum abgefeiert wurde. 1. DEZEMBER STUTTGART LKA LONGHORN NAZARETH sind eine der legendärsten englischen Hardrockbands, die über 30 Millionen Alben verkauft haben und bis heute mit Ihren Millionenhits LOVE HURTS, THIS FLIGHT TONIGHT, DREAM ON oder RAZZAMATAZZ in aller Munde sind. Nazareth wurden 1968 in Schottland von DAN McCAFFERTY (vocals) Manny CARLTON (guitar) PETER AGNEW (bass) und Darrel SWEET gegründet, der 1999 verstarb. Der schnörkellose Heavy Sound von Nazareth ist weltweit gefragt, besonders in Canada, Österreich, Deutschland, Skandinavien und Schweiz und auch in den USA und in Brasilien und Russland füllen sie noch große Hallen, etwas was vielen anderen Classic- Rockbands nicht mehr gelingt. Mit dem Album RAZAMANAZ schafften sie im Sommer 1973 den Durchbruch, im Dezember 1973 folgte THIS FLIGHT TONIGHT, mit dem sie endgültig an die Spitze des britischen Rock gelangen sollten. Unermüdliches Touren in der ganzen Welt hat der Band bis heute einen großen Fanstamm erhalten. Nachdem es Ende der 80iger etwas ruhiger um die Schotten geworden war, gab es 1992 eine fulminante ausverkaufte Tour mit Uriah Heep und seitdem tourt die Band wieder regelmäßig in der ganzen Welt. 2011 erschien das 23. Album der Band `BIG DOGZ` und im Juni 2014 wird das neue Album `Rock`n Roll Telephone` veröffentlicht mit 11 neuen Songs aus der Feder von Jimmy Murrison und Lee Agnew. Dieses Album wird das Abschiedsalbum von Dan McCafferty sein, der aus gesundheitlichen Gründen die Band verlassen hat. Er wird live durch den grossartigen Linton Osborne ersetzt, die die Herausforderung angenommen hat, den legendären Dan McCafferty zu ersetzten. 3. DEZEMBER JAZZCLUB CAVE 61 KONZERT + SESSION: K+S SOUL ENSEMBLE Unter der Leitung von Werner Acker bieten Studierende der Musikhochschule Stuttgart ein Soul Konzert mit Session. Gespielt werden Soul- und Rhythm & Blues Klassiker. 5. DEZEMBER THEATER HEILBRONN, KOMÖDIENHAUS THEATER SPEZIAL - GROSS. KLEIN. KUNST.: MATTHIAS DEUTSCHMANN - SOLO 2014 Erinnert sich noch jemand an politisches Kabarett? An diese Version, in der ein einzelner Mensch auf der Bühne in der Lage ist, die Weltpolitik ins Wohnzimmer zu holen und sie genüsslich zu sezieren? Matthias Deutschmann ist so einer. Sein Name ist Programm und steht seit vielen Jahren für politische Unterhaltungskunst der besonderen Art: Deutschmann kombiniert Aktualität und Tiefe mit Musikalität, Witz und dem Mut zur Improvisation. Sein neues Programm ist wieder ganz auf der Höhe der Zeit: Hält der Euro bis zur Eröffnung des Berliner Flughafens? Hat die Bundeswehr im Innern mehr Erfolg als in Afghanistan? Will die SPD wirklich Banken zerschlagen, ohne Mutti zu fragen? Wann bekommen Pussy Riot den Friedensnobelpreis? Noch Fragen? Dann zu Deutschmann! Ihm gelingt ein Parforce–Ritt quer durch Aktuelles, ohne empört mit dem Zeigefinger zu drohen. Unverkrampft und gleichzeitig boshaft, zynisch und treffsicher respektlos. Für seine »satirische deutsche Wertarbeit«, so die Begründung der Jury, erhielt er kürzlich den Kleinkunstpreis Baden-Württemberg.

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR 5. DEZEMBER ALTE FEUERWACHE MANNHEIM FUNNY VAN DANNEN »GEILE WELT« TOURNEE Dreizehn Alben hat Funny van Dannen bis heute veröffentlicht. Mit Songs wie »Als Willy Brandt Bundeskanzler war«, »Nana Mouskouri”, »Freundinnen” oder »Herzscheisse” bewegt sich der Sänger und Liedermacher gekonnt zwischen Komik und Melancholie. Obwohl sich Funny van Dannen den gängigen Vermarktungsmechanismen bis heute weitestgehend verweigert und sich selbst als »widerwilliger Prominenter« bezeichnet, schaffen es seine Alben regelmäßig in die Hitlisten und seine schnell ausverkauften Konzerte füllen die Hallen im deutschsprachigen Raum häufig bis auf den letzten Platz. Nach zweieinhalb Jahren Pause erscheint im Herbst 2014, lange erwartet von Freunden und Fans, nun endlich wieder ein Longplayer mit neuen Liedern. Das Album »Geile Welt« enthält 14 neue Lieder und wurde, ungewöhnlich für Funny Van Dannen, begleitet von mehreren Musikern eingespielt. Doch hören wir den Meister selbst: Liebe Leute, das ist nun endlich die Platte, die ich immer schon einmal machen wollte. Natürlich ist der Klassiker »ein Mensch mit Gitarre« noch immer mein Favorit, weil für mich nichts über die pure Stimme mit Begleitung geht, aber ich fand es auch stets reizvoll, meine Lieder musikalisch zu verstärken, um ihren Charakter etwas stärker aufzufächern – und auch aus Spaß am Machen, denn ich bin kein Solo-Fetischist. Man braucht jedoch etwas Glück, um Leute zu finden, die eine Vorstellung umsetzen können. Die fehlten mir. Mit Sascha Hörold, der schon seit einigen Jahren bei meinen Auftritten für einen guten Sound sorgt, tauchte jemand auf, der sowohl ein Gefühl für meine Sachen als auch die musikalischen Fähigkeiten mitbrachte. Er ist selbst ein talentierter Autor, Sänger und Gitarrist, stellt aber sein Können ganz in den Dienst des einzelnen Songs, fernab irgendwelcher Eitelkeiten, die sonst so üblich sind. Mit ihm und meiner großartigen Frau habe ich meine Ideen verwirklichen können und sowohl Sascha als auch Karina haben eigene Ideen beigesteuert, dass es eine Freude war. Jedes einzelne Stück ist genau so, wie es sein soll und ich bin so zufrieden und glücklich wie noch nie nach einer Plattenproduktion. In der Hoffnung, auch anderen eine Freude zu machen, verbleibe ich mit herzlichen Grüßen Funny van Dannen. 5. DEZEMBER JAZZCLUB CAVE 61 CHRISTOPH NEUHAUS »STANDARDS TRIO« Das Trio eröffnet neue Zugänge zu bekannten Standards und integriert dabei die reichhaltige Tradition. Es nimmt den Zuhörer mit auf eine Expedition von der Tradition zur Moderne. 5. DEZEMBER BUKOWSKI RAMIRO LOPEZ: REVOLUTION Der Dezember startet mit einer Fiesta vom Feinsten, bloß ohne Kastagnetten: Ramiro Lopez, DJ und Producer aus Spanien mit so namhaften Referenzen wie Cécille, Terminal M und Suara war im Januar zum ersten Mal bei uns, und weil das richtig, richtig gut war, freuen wir uns, dass es jetzt trotz seinem vollen Terminkalender zum Jahresausklang nochmal klappt! Außerdem mit am Start sind Carmen Bernabe und Raum & Zeit, plus jede Menge Tanzbeinschwinger! Freier Eintritt gibt es obendrauf bis 01.30 Uhr - Revolution! 5. DEZEMBER URBAN ART GALLERY STUTTGART VERNISSAGE ZUR JUBILÄUMSAUSSTELLUNG »FLASHBACK« Der Stuttgarter Künstler Marc C. Woehr feiert 25 Jahre kreatives Schaffen. In seiner Jubiläumsausstellung » Flashback« erwartet die Besucher eine fotografische Zeitreise bis zu seinen Anfängen in 1989. Neben einer Retrospektive werden auch aktuelle Werke von Heute gezeigt. Mit dem Jahresende kommt für viele der Blick zurück. Was wurde erlebt, was erreicht? Für den Künstler Marc C.Woehr mag 2014 ein ganz besonderes Jahr sein: Der Stuttgarter feiert 25 Jahre kreatives Schaffen. In seiner Jubiläumsausstellung »Flashback« nimmt der gebürtige Heilbronner sseine Besucher mit auf eine fotografische Zeitreise bis zu den Anfängen in 1989. Neben einer Retrospektive zeigt der Künstler auch aktuelle Werke von heute. Und dass die mittlerweile kaum noch etwas mit seinen Anfängen auf der Straße, dem Graffiti sprühen, gemein haben, zeigt allein schon ein Blick auf die verwendeten Materialien: Das Herzstück seiner Objekte ist Holz, das er bemalt und in klar definierten Formen und Schichten übereinandersetzt. Der kantige Aufbau und die farblich reduzierte Farbgebung gibt den Werken etwas urbanes und sind mittlerweile zum Markenzeichen des 40 - Jährigen geworden. In jedem der Unikate befindet sich eine

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR versteckte Message. Abhängig vom Abstand des Betrachters, erschließen sich ihm die Werke dabei nicht selten erst auf den zweiten Blick. Manchmal auch erst aus einer anderen Perspektive. Die jeweiligen Bildtitel dazu sind nicht etwa Worte oder Sätze, sondern geografische Koordinaten. Die Inspiration für seine Kunst zieht er aus seiner eigenen Historie: »Es geht mir nicht darum, etwas Greifbares auszudrücken sondern vielmehr darum, meine eigene Geschichte zu spüren«, meint Woehr. Der Malprozess sei damit oft ein emotionaler und persönlicher Akt. Umso spannender findet es der Künstler, der sich bei seinen Ausstellungen Gerne im Hintergrund hält, zu beobachten, wie die Menschen auf seine Bilder reagieren: »Was sie letztendlich darin interpretieren, überlasse ich gerne den Betrachtern selbst. Aber es ist schon immer wieder erstaunlich, welches Kopfkino bei dem einen oder anderen anspringt. 5. DEZEMBER LÉ CAFÉ THÉÂTRE »SHIRLEY VALENTINE« Ausgemustert - so fühlt sich Shirley Bradshaw, geborene Valentine. Die Kinder sind aus dem Haus, den Mann kannst du in der Pfeife rauchen. Als Gesprächspartner bleibt Shirley nur ihre Küchenwand. Doch das soll sich ändern. Eine Freundin schenkt ihr eine Urlaubsreise nach Griechenland. Dort findet sie die Frau wieder, die sie so lange vergessen hatte: Shirley Valentine. 5. DEZEMBER MOBILAT BASEMENT SOUL Soul Sisters und Funk Brothers aufgepasst: am 5. Dezember steigt die letzte Basement Soul für das Jahr 2014! Wie gewohnt ist das Mobilat Ort des Geschehens – neben DJ RoccZ steht dieses Mal Manta Mandingo hinter den Decks. Der Kollege hat seine vielfältigen Sets aus 80s - Funk und Hip Hop schon in Clubs von Heilbronn bis Chemnitz präsentiert und den Sound für Open Air Poetry-Slams geliefert – somit passt er natürlich perfekt ins Profil. Und wenn es der Zeitplan von »The Voice of Germany« zulässt, wird Cal Caprice als Special Guest ebenfalls mit am Start sein. Also, schnürt die Tanzschuhe, lockert die Hüften und bringt das Basement zum Beben. 6. DEZEMBER MOBILAT RIDERS ON THE STORM : GLOW WORM BOOGIE SLEEPWALKER präsentiert RIDERS ON THE STORM Drum and Bass. Der Ausbau des Süddeutschen DnB Kollektivs schreitet unaufhaltsam voran. 8 Djs und 2 MCs stehen in den Startlöchern Ihre Definition von Trommel und Bass Musik zum besten zu geben. Heute haben wir mit SICK RUN / NIGHTBASS / WOODBASS / LANDAU DJ KOOKY & DJ SWEEPA von SCHNELL & PRIMI- TIV / LIVE FACTORY / ADELSHEIM und IGNITE MC / IGNITION DIVISION / AZ wieder ordentlich frischen Wind am Start. Dazu gesellt sich ein alter bekannter, seines Zeichens Drum and Bass Resident unseres legendären CLUB BUKOWSKIs : JUNGLICT in the house. Jump up MASSIVE!! Für ein ausgedehntes Warm Up sorgen die RIDERS ON THE STORM Residents, die ME2YOU CREW. Um schon das Warm Up eskalieren zu lassen haben wir heute ein ME2YOU CREW WARM UP EARLY BIRD SPECIAL. 6. DEZEMBER BUKOWSKI 20 JAHRE ALTE GIESSEREI Anti-Superstar DJ, International DeeJay Gigolo Label Boss, GQ Man of the Year, Playboy, Jetsetter, absoluter Lebemann, und schlicht durch und durch Künstler – mit großem Stolz verkünden wir die Rückkehr des Bavarian Gigolo nach Schwaben, und zwar in unsere bescheidene kleine Hütte! Dass die dabei an die Grenze ihrer Kapazitäten kommen wird, brauchen wir wohl nicht erklären, viel eher, wie es dazu kommt…? Manch einer ahnt es schon: Wir feiern am 06.12.2014 nicht nur Nikolaus, sondern vor allem 20 Jahre ALTE GIESSEREI! Im Dezember 1994, zur absoluten Blütezeit des Techno in Deutschland eröffnet, wurde die Kultlocation im Heilbronner Hafengebiet binnen kürzester Zeit zu einer der relevantesten elektronischen Venues in ganz Süddeutschland. Rund 2.500 Raver aus allen Richtungen kamen zuweilen an einem Abend und feierten bis zum Mittag des nächsten Tages. Rückblickend kann man mit Sicherheit sagen, dass ohne die Gießerei und das Engagement von Veranstalter und Resident DJ Marky B. Stars wie Armand van Helden, Derrick May, Sven Väth, Moby, Joey Beltram, Paul van Dyk, Dave Clarke, David Morales, Richie Hawtin, Ricardo Villalobos, Jeff Mills, Masters at work, Erick Morillo, Marshall Jefferson,

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR Felix da Housecat, Blake Baxter, Kevin Saunderson, Mark Spoon, Tyree Cooper, der Dritte Raum, The Advent und viele, viele mehr Heilbronn niemals zu Gesicht bekommen hätten. Und auch wir wären heute ohne die Einflüsse dieser Zeit wahrscheinlich nicht da, wo wir jetzt sind. Deshalb ist es uns eine Ehre und Freude, zusammen mit DJ Hell und Marky B den B-Day dieses Techno-Hotspots zu feiern, der leider nur 5 Jahre alt wurde, aber in diesen 5 so krass und cool war, dass sein Licht bis heute, 15 Jahre nach Schließung, noch nachstrahlt! T-WATCH lässt sich sein höchsteigenes Geburtstagsständchen-Set natürlich nicht nehmen, und Klangagent ist ebenfalls dabei. 6. DEZEMBER KULTURKELLER »FRAUEN SIND NICHT SCHWIERIG« - KABARETTTHEATER MIT »DIE MELODISTELN« In ihrem neuesten Programm präsentieren »Die Melodisteln« ein amüsantes, musikalisches Kabaretttheater über den berühmt-berüchtigten kleinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Sind Männer und Frauen wirklich so verschieden? Wollen Frauen immer nur reden? Können Männer besser schnarchen? Gibt es die Liebe trotz oder wegen des kleinen Unterschieds? Fragen über Fragen! Musikalische Leckerbissen natürlich inklusive und auch Rossini wird noch ein paar Antworten für Sie bereithalten. 6. DEZEMBER KARLSTORBAHNHOF HEIDELBERG LA NUIT BOHÈME Ladies and Gentleman, mes dames et messieurs, meine Damen und Herren! Eigenwillig-Elegant. Unangepasst- Großartig. Stilbewusst-Selbstsicher. Verführerisch–Anders. Alice Francis. Die First Lady der neuen coolen Swing-Ära. Mit ihrem Debütalbum ‚St. James Ballroom' schaffte sie auf Anhieb den Weg in die Top 20 der Charts. Live sorgte sie in der ganzen Republik für Furore, unter anderem auf dem Berliner Swing Open Air mit 15.000 Gästen - bei Parov Stelar-Konzerten sowie Caravan Palace-Auftritten ist sie ein gern gesehener Gast. Die selbstbewusste 'Miss Flapperty' steht nun mit ihrer unbeschreiblichen Stilmixtur aus Elektro-Swing, Hip Hop und Jazz bei der La Nuit Bohème auf der Bühne und wird den Saal zum ‚St. James Ballroom' verwandeln. Aber damit nicht genug, der Maitre de Plaisir Costa Le Gitan und Chris Whap A Dang werden im Saal mit Classic, Modern & Electro Swing für beste Ballroom Atmosphäre sorgen, während DJ Kay Piranha und DJ PatRRice im klub k Electro-Swing zelebrieren werden. Rien ne va plus? Herrschaften, seien Sie herzlich eingeladen mit Spielgeld Ihr Glück am Poker-, Roulette- und Black Jack- Tisch in unserem Casino im Theater des Karlstorbahnhofs zu versuchen. Nebenbei verwöhnen unsere Bauchladenmädchen Sie mit feinsten Pralinen und würzigen Zigarren. Und als Erfrischung für Zwischendurch empfehlen wir Ihnen – wie könnte es auch anders sein - etwas Hochprozentiges von unserer Absinthe Bar. Ein bisschen Schönheit gefällig? Dann lassen Sie sich in unserer Styling Lounge by Joel schminken und frisieren - das Team um Joel Frank Platzer und Alexander Kowatsch freut sich auf Sie. Und gleich im Anschluss lassen Sie sich aufgehübscht an der Retro Photo Wall von unserem Fotografen ablichten! Sehr geehrte Damen und Herren und treue Gäste! Seien Sie dabei, wenn La Nuit Bohème auf Alice Francis`‚ St. James Ballroom‘ trifft. 6. DEZEMBER EBENE 3 IM KULTURFORUM K3 BERLIN 21 Der Sound des Quartetts erinnert an das berühmte »Johannes Rediske Quintett«, das einst in Berlin weit über die Szene hinaus populär war. Das in der Fachpresse hochgelobte Album, »Berlin 21 Capital Letters« ist ein mitreißendes Werk zwischen Neo Bop, Mainsteam und Jazz. 6. DEZEMBER COMPLEX23 ERÖFFNUNG: HOLY MESS ART FAIR Der multimono kaufladen fördert den Einkauf von Kunst und selbstgemachten Sachen. Fotografie, Zeichnung, Malerei, Genähtes und noch vieles mehr… 6. DEZEMBER COMPLEX23 AUSTELLUNGSERÖFFNUNG :ʞOUNTERPART: »SENDER - [IN- TERFERENCE] - RECEIVER« Fasziniert von der Sachlichkeit und Funktionalität gewöhnlicher Paketaufkleber untersucht ʞounterpart diese von einem ästhetischen Standpunkt aus. Als Ausgangsmaterial hierfür dient eine große Anzahl von Paketaufklebern welche über mehrere Monate hinweg gesammelt wurden. ʞounterpart reduziert die Aufkleber auf ihre wesentlichsten gestalterischen Eigenschaften und grafischen Elemente,

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Filmformate im HANIX Magazin Imagefilme Firmenfilme Kunst- und Kultureventfilme Kontakt: kionka@formatfilm.tv

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR dekonstruiert sie, ordnet sie, fügt sie neu zusammen, entfremdet Sie mittels verschiedener Methoden oder überführt sie in die dritte Dimension. So entstehen »Rapid-Design- Prototypes« in Form von experimentellen Fotografien und Grafiken, Collagen und geometrischen Skulpturen die mittels »Interferenz« die Grenze zwischen reiner Funktionalität und Ästhetik eines solchen, alltäglichen, Kommunikationswerkzeuges ausloten. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein 48-seitiges Softcover-Buch [DIN A5], ebenfalls unter dem Titel »Sender - [Interference] - Receiver«. 7. DEZEMBER COMPLEX23 KÄPT´N TOPFIT UND DER GEMEINE POMMFRITZ VON UND MIT UDO GRUNWALD Ein »Piratenclownmitmachspaß« für alle jungen Zuschauer ab 6 Jahren. Käptn Topfit soll seinen berühmten »Topfit- Saft« nach Pampelmusien bringen. Kurz vorm Auslaufen wird er von dem gemeinen Piraten Pommfritz überwältigt. Er will den leckeren Topfit-Saft ins Meer kippen, und statt dessen das Superfettgetränk »Fettbacke« in die Flaschen füllen. Zum Glück befreit sich Käptn Topfit, und macht sich mit der Ladung aus dem Staub. Aber er navigiert direkt auf das gefährliche Seeungeheuer zu, und der gemeine Pommfritz hinterher. Kann Käptn Topfit die Weltverfettung verhindern? Helft Käptn Topfit bei seinem bisher fettigstem Abenteuer! Man kennt ja die Maxime, dass man am Tisch still zu sitzen hat. Doch was ist, wenn der Tisch selbst nicht stille steht oder uns zur Bewegung nötigt. Die Führung diskutiert den eckigen Tisch als automobil, der den Sitzenden erregt im Kreis herum schickt. 7. DEZEMBER LÉ CAFÉ THÉÂTRE DER KLEINE PRINZ Das »Junges Ensemble / Café - Théâtre« besteht aus Schülern, Studenten und jungen Berufstätigen, die Lust und Freude am Theaterspielen haben. Das Stück bietet ihnen die Möglichkeit, sich künstlerisch darzustellen, ihre Persönlichkeit zu formen und das Theaterspielen ihr Selbstvertrauen zu festigen. Die Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen stammt aus Familien mit Migrationshintergrund. Es ist also ein internationales Ensemble, das den Austausch unterschiedlicher Kulturkreise pflegt und zur Völkerverständigung aufruft. 7. DEZEMBER KUNSTHALLE VOGELMANN MIT FEDER UND FARBE Kerstin Müller führt mit Hesse-Texten durch die Ausstellung. Anschließend aquarellieren Sie unter der Anleitung des Künstlers Heinz-Günther Lackners ihre eigene Landschaft. 7. DEZEMBER STUTTGART WAGENHALLEN ALLE JAHRE WIEDER KOMMT DAS KUNSTKAUFHAUS Am 7.Dezember von 11 bis 20 Uhr öffnet das 5. Mal »Das Kunstkaufhaus« seine Pforten und bietet mit Design, Vintage, Accessoires, Fotografien, Möbeln und coolem Krimskrams alles, was das Herz begehrt. Da ist für jeden Kunstmarkt-Fan etwas Passendes dabei, Eintritt ist frei, für gute Musik von den Plattentellern, Trinken und leckeres Essen ist gesorgt. 7. DEZEMBER KUNSTHALLE VOGELMANN »TISCH-GESCHICHTEN« - SONNTAGSFÜHRUNG MIT DR. BERNHARD STUMPFHAUS 7. DEZEMBER AUDI FORUM NECKARSULM TOM GAEBEL & HIS ORCHESTRA Keine gelangweilten Gesichter unterm Tannenbaum, keine drögen Gedichte für die lieben Verwandten: Tom Gaebel, Deutschlands angesagtester Big-Band-Entertainer der alten Schule, ist auch 2014 wieder weihnachtlich unterwegs und sorgt für glühende Wangen bei Jung und Junggeblieben! Seit dem großen Erfolg seiner ersten »Swinging Christmas Tour« in 2010 lässt Gaebel es sich nicht nehmen jedes Jahr wieder aufs Neue für seine Fans den Weihnachtsmann zu spielen. »Christmas A Go Go« heißt die neue Show und das steht bei »Dr. Swing« natürlich für »locker und leicht statt ernst und schwer!« Und so liegen auf seinem Schlitten dicht gepackt musikalische Geschenke und Überraschungen für alle, die sich vergnügt in die Weihnachtstage swingen wollen: Christmas-Evergreens von »Jingle Bells« bis »White Christmas«, Feingebäck von Sinatra und Co. und natür-

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR lich auch ein paar selbstgebackene Spezialitäten aus seinen mittlerweile 6 Alben - da ist genug Zuckerwerk für jedes Leckermaul dabei! Garniert wird das Ganze von Toms 12-köpfigem Orchestra und einer Extraportion guter Laune. Wer seinen Winterfrust und Vorweihnachtsstress loswerden möchte, ist hiermit herzlich eingeladen! 7. DEZEMBER EBENE 3 IM KULTURFORUM K3 TANGO ARGENTINO TANZABEND Tango ist Sehnsucht, Geheimnis, Leidenschaft und Erotik. Wer vom Tango einmal berührt ist, der wird infiziert sein und der Sucht dieses Tanzes nachgeben müssen. Wer selbst nicht tanzen mag, kann bei einem gemütlichen Glas Wein auch einfach nur zuhören und zuschauen, wie andere Tango tanzen. Zuschauer und Mittänzer sind herzlich eingeladen! 8. DEZEMBER KUNSTHALLE VOGELMANN KULTURRING HEILBRONN: TRIO CORIOLIS Alle drei Musiker sind aktuell Mitglieder im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Durch ihre Ausbildung und ihren Werdegang sind sie sowohl in alter als auch in neuester Musik zu Hause. Bei renommierten Künstlerpersönlichkeiten wie z. B. Igor Ozim, Ana Chumachenco und Kurt Guntner an den Musikhochschulen in Wien, Köln, Karlsruhe und München erfolgte ihre musikalische Ausbildung. Das Trio bringt Werke von Christoph Staude, Nikolaus Brass, Michael Quell und Anton Webern zu Gehör. 8. DEZEMBER KULTURKELLER LITERATUR AM MONTAG: ERNST WIECHERT (1887 - 1950) Ein/e Schauspieler/in liest aus den Texten von Ernst Wiechert. Anne-Gabriele Michaelis erzählt aus dem Leben und Werk des Schriftstellers. 8. DEZEMBER STUTTGART LKA LONGHORN HOLLY JOHNSON Ex-Frontman der legendären Frankie Goes To Hollywood, ist zurück, mit einem neuen Album und seiner ersten Solo-Tournee seit dem Ausstieg bei FGTH 1987 und mit dieser Leidenschaft für Musik, die aus dem kleinen Jungen der Arbeiterklasse aus Liverpool einen der größten Popstars seiner Generation machte. »Welcome To The Pleasuredome«, das dreifache Platin-Debüt von Frankie Goes To Hollywood, wurde nicht nur durch das millionenfach verkaufte »Relax«, welches zunächst von der BBC zensiert wurde, weltweit bekannt, sondern auch durch Hits wie »Two Tribes« und »The Power Of Love«. »Europa« , sein erstes Album seit 15 Jahren erscheint genau 30 Jahre danach, in Deutschland am 24. Oktober 2014 auf Rough Trade. Die Botschaft des Albums ist eindeutig: genieße das Leben, so lange Du die Möglichkeit dazu hast! Nach der Veröffentlichung seiner drei Soloalben »Blast« (1989), »Dreams That Money Can´t Buy« (1991) und »Soulstream« (1999) nahm sich HOLLY JOHNSON eine Auszeit vom Musikbusiness und schrieb sich auf einer Kunsthochschule ein. Damit schloss sich der Kreis, der 1983 begann, als er wegen des großen Erfolgs von »Relax« seinen damaligen Studienplatz im Liverpool Art College aufgab. Sechzehn Jahre später wurde er eingeladen, das Royal College Of Art zu besuchen und malte daraufhin dort über vier Jahre. Seine Bilder wurden nicht nur im College, sondern auch bei der Royal Academy Summer Show sowie im Tate Liverpool Museum gezeigt. Er sieht »Europa« als Retrospektive von sich selbst als Songwriter. »Es ist das Produkt eines Lebens in der Popmusik. Eine Sache die Du dabei lernst ist, dass jedes Deiner Alben das letzte sein könnte. Also mach es gut, denke positiv und genieße es.« 9. DEZEMBER STUTTGART LKA LONGHORN MIGHTY OAKS Diese Band muss man live gesehen haben!« Selten traf dieser Satz den berühmten Nagel so genau auf den Kopf wie im Fall der MIGHTY OAKS. Denn auf der Bühne ist das international besetzte Trio eine Macht. Punkt. Oder besser: Ausrufezeichen! Ansonsten hätten sie kaum mehrere tausend Exemplare ihrer in Eigenregie produzierten und finanzierten EP »Just One Day« an den Mann bringen können; eine Leistung, die in den Zeiten des Überangebots umso mehr honoriert werden muss. Am 28. Februar 2014 wurde »Howl«, das Debütalbum der Band, veröffentlicht, welches direkt in die TOP 10 der Albumcharts einsteigen konnte. Die Single »Brother« wird im Radio europaweit hoch und runter gespielt. Die Frühjahrs Tour im April und Mai durch Europa konnten die Drei ausverkaufen und sich viele neue Fans erspielen. Der Festivalkalender der Band ist umfang-

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR reich gefüllt – zu den Highlights gehören das Melt! Festival (GER), Latitude Festival (UK), Slottsfjell Festival (NOR), Exit Festival (SRB) oder das Montreux Jazz Festival (CH). Auch wenn die drei Musiker mittlerweile in der deutschen Hauptstadt leben, ihre Musik genügt nicht nur internationalen Ansprüchen, sie selbst sind ein Paradebeispiel für musikalische Globalisierung: Der US-Amerikaner Ian Hooper, der Italiener Claudio Donzelli und der Brite Craig Saunders bilden seit 2010 eine verschworene Gemeinschaft. So simpel es klingt, so einfach war es: Über die Liebe zu handgemachten Pop-Songs auf der Grundlage der Tradition der großen nordamerikanischen Folk-Sänger fanden sich die Drei zu einer Einheit, wie sie kreativer und inspirierender nicht sein könnte. So muss es Ende der Sechziger gewesen sein, als sich die Herren David Crosby, Stephen Stills und Graham Nash zum ersten Mal auf einer Party trafen, spontan zusammen sangen und danach Musikgeschichte schrieben. Aber die Sechziger sind vorbei, was zählt, ist das Hier und Jetzt. Und genau dort haben sich die MIGHTY OAKS eine Nische gesucht: Ihr dreistimmiger Satzgesang, verbunden mit akustischen Gitarren und Mandolinen, verstärkt durch sanfte Basslinien, schlichte Drums und elektrische Gitarren klingt wie eine Reinkarnation der guten, alten Zeit, allerdings in deutlich modernem Gewand. Dazu kommen noch die teils melancholischen, aber am Ende doch hoffnungsvollen Texte Hoopers, die das Abenteuer, die Freiheit und die Liebe feiern. 11. DEZEMBER COMPLEX23 KONZERT: APPALOOSA (ITALIEN) Appaloosa wurde 1998 in Livorno, Italien gegründet. Nach diversen Besetzungswechseln und dem schliesslichen Verzicht auf Gesang spielen sie seit 2000 eine ganz eigene instrumentale Mischung aus Funk, Psychedelic und Dance Elementen, deren Charakteristik u.a. durch den Einsatz zweier Bässe entsteht. Der Erfolg ihres letzten Albums »The Worst of Saturday Night« führte zu Auftritten im Vorprogramm von Bands wie z.B. Cypress Hill, Karate, Black Rebel Motorcycle Club oder Atari Teenage Riot. Ihr aktuelles Album »Trance44« ist auf Black Candy Records erschienen. 12. DEZEMBER COMPLEX23 »I WANT TO RIDE MY BICYCLE« Ein Abend gewidmet der schönsten Nebensache der Welt, Fahrrad fahren!!! »Fahrrad« ist jedes Fahrzeug mit wenigstens zwei Rädern, das ausschließlich durch Muskelkraft auf ihm befindlicher Personen ins besondere mit Hilfe von Pedalen oder Handkurbel angetrieben wird. Gezeigt werden diverse Videos zum Thema Radfahren über Fixies, Bikepolo, Downhill / Dirt...musikalisch untermalt von JenZ mit Rock, Rockn- Roll, Puckrock, Indie, Alternative... 12. DEZEMBER LÉ CAFÉ THÉÂTRE »CAFÉ DIVA« Chansons von Marlene Dietrich, Hildegard Knef, Edith Piaf, Juliette Gréco mit Cornelia Bielefeldt, Isabelle Arnold und Nicolas Kemmer (Klavier) In deutscher und französischer Sprache. 12. DEZEMBER BUKOWSKI KLANG DER BEWEGUNG Süßer die Bässe nie klingen: Zur vorweihnachtlichen Ausgabe der Klang der Bewegung haben die Gastgeber Pravi Lopov und Plasmiq den Stuttgarter Christofer Henn geladen. Der Jahresausklang einer unserer beliebtesten Partyreihen klingt mit den drei Protagonisten an den Decks wie immer nach Bewegung, und ein bewegter und bewegender Jahresrückblick wird es auch: Denn Klang der Bewegung hat uns im ganzen Jahr viel Spaß gemacht, und Euch ganz offensichtlich auch. Zur letzten Ausgabe im alten Jahr bitten wir alle Bewegungsfreunde daher noch einmal, zur Höchstform aufzulaufen! 12. DEZEMBER MOBILAT THE PAISLEY CLUB British Invasion im Schwabenland? Mehr oder weniger, da unsere Djs dieses mal aus U.K. anreisen werden um euch zum zappeln zu bringen. We present you: SAMMY SE- VEN aus London, der Stamm - DJ auf der 60's Nacht der Horrors (The Cave Club) ist und dem einen oder anderen noch von seiner alten Band S.C.U.M. im Kopf geblieben sein sollte.Der zweite Brite kommt aus Brighton, er heißt JULES und betreibt im Hafenort eine exzellente 60's Night namens DAYTRIPPER! Euch erwartet ein tanzbarer Mix aus Soul, Garage und Freakbeat vom feinsten!Support von euren Hosts Manuel Sleazeman & Thomas Straciatello.

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR 13. DEZEMBER KULTURKELLER MADELEINE SAUVEUR & CLEMENS MARIA KITSCHEN »LICH- TERKETTENSÄGENMASSAKER« Weihnachten ist reine Nervensache, und nach dem Fest ist der Mensch die Krone der Erschöpfung. Mütter und Väter kochend am Krisenherd, tiefe Rührung angesichts windschiefer gebastelter Kindergeschenke, Ohrensausen ob all des Klingelings, all der Verwandtschaftsverhältnisse, die man am liebsten aufkündigen würde und beim Anblick der mit LED-Sternen gespickten Straßen würde mancher am liebsten ein Lichterkettensägenmassaker anrichten. Da müssen wir durch, und Liebe ist Pflicht. Ob Sie nun feiern oder nicht, Gans oder Würstchen essen: Hauptsache fröhlich! 13. DEZEMBER MOBILAT SLEEPWALKERS SONIC INK - EIN LAUSBUB WIRD 4!!! Wieder ist ein Jahr vergangen und dieses hatte es in sich. Heute feiert Heilbronns Subkultur das vierjährige Bestehen eines großen Unterländer Künstlers, LAUSBUB TATTOO. Durch die massive Medienpräsenz seiner Werke und seines gesamten Schaffens hat sich der Lausbub in die Top Riege der Internationalen, und vor allem der Deutschen Tattoo Szene gestochen. Spezialisiert auf Water Color Tattoos gilt er als einer der besten seiner Zunft und seine Anhängerschaft wächst weiter und weiter. Wir feiern des Lausbubs 4ten Geburtstag ganz in seinem Sinne, mit einem vielfältigen und kunterbuntem Spektrum an Bassmusik. Und auch seine Werke kommenan diesem Abend nicht zu kurz. Um frühes Erscheinen wird gebeten. 13. DEZEMBER BUKOWSKI MEHR ALS NUR MUSIK Mr. Dynamic und Gebreel sind nicht nur seit über zehn Jahren zusammen an der Feierfront unterwegs – ihre »Elektrosmog3000«-Reihe im alten Stuttgarter Climax war schon 2003 eine echte Hausnummer. Die Feten wurden Kult und bereits nach einem Jahr als »die feinste Verbindung aus elektroiden und technoiden Tanzbodengewächsen, die man bekommen kann« gehandelt. Für die Wiedergeburt des damaligen Ausnahmezustands ist das Buko erste Wahl. Denn auch bei uns machten die beiden bereits 2005 auf der Release-Tour ihrer gemeinsamen Platte »Arabian Nights« halt und kamen seitdem immer mal wieder gerne vorbei, um für ordentliches Tanzflächenchaos zu sorgen. Michael Otten gibt Euch am Samstag, 13.12., den Rest! 13. DEZEMBER JAZZCLUB CAVE 61 LIV & BAND Ein warmes Kaminfeuer, die kühle See, eine schmerzlich anziehende Großstadt. Mit ihrer Musik zwischen Indie, Jazz und Folk lässt die deutsch-norwegische Sängerin Liv solche Welten in uns erklingen. 14. DEZEMBER LÉ CAFÉ THÉÂTRE »DER ZAUBERER VON OZ« PREMIERE Die junge Dorothy wird nachts durch ein Gewitter aufgeschreckt. Schließlich schläft sie erschöpft wieder ein. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, findet sie sich in einem Zauberland, dem Land hinter dem Regenbogen wieder und begegnet als erstes der »Guten Fee«. Um wieder nach Hause zu kommen, muß sie zum »Zauberer von OZ«, der dieses Land regiert. Nur er kann ihr helfen. Auf der Reise dorthin lernt sie wundersame Weggefährten kenne: »die Vogelscheuche«, »der Blechmann« und »der Löwe«. Gemeinsam durchleben sie gefährliche Abenteuer, bis sie endlich zum Schloß des »Zauberers von OZ« gelangen. Doch kann er Dorothy helfen? 15. DEZEMBER AUDI FORUM NECKARSULM DJANGO ASÜL - EIN SATIRISCHER JAHRESRÜCKBLICK Keine Zeit für Geplänkel: Der bekannte Kabarettist Django Asül ist türkischer Abstammung und mit ganzem Herzen Niederbayer. Geboren in Deggendorf und aufgewachsen in Hengersberg absolvierte er nach dem Abitur eine Ausbildung zum Bankkaufmann und packte als Autodidakt den Tennislehrer noch obendrauf. Mitte der 90er Jahre unternahm er erste Schritte in Richtung Kabarett, 1997 startete er sein erstes Bühnenprogramm. Der »Rückspiegel 2014: Ein satirischer Jahresrückblick« ist Erinnerungskultur auf hohem Niveau, pointensatt, geistreich geschliffen und souverän selbstsicher präsentiert: Highlights, Downlights, Total-Flops und messerscharfe Attacken, die auch in abendfüllender Länge keine Sekunde an Verve verlieren. Django Asüls »Rückspiegel« ist ideal für alle, die das ganze Jahr nichts mitkriegen, der türkisch-bayerische Kabarettist

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR liefert es kompakt. So muss ein Jahresrückblick aussehen: Kein stundenlanges Draufgehaue auf Merkel & Konsorten - abgesehen von ein paar kleinen und großen Seitenhieben - sondern Ereignisse, die man längst vergessen hat bzw. noch überhaupt nicht kannte. Und dazu so dargebracht, dass es immer spannend bleibt und chronologisch nachvollziehbar ist. 17. DEZEMBER ALTE FEUERWACHE MANNHEIM WORD UP! POETRY SLAM Das Phänomen Poetry Slam erobert seit Jahren durch seine unverwechselbare Mischung aus Literatur und Performance nicht nur die Bühnen von Kulturhäusern, Clubs und Kneipen, sondern auch die Herzen vieler Zuhörer. Autoren jeglichen Genres präsentieren innerhalb von sechs Minuten ihre Texte und stellen sich dem Votum des Publikums. Form und Inhalt sind völlig frei. So wird jeder Poetry Slam zu einem aufregenden und packenden Ereignis, bei dem nichts vorhersehbar ist. 18. DEZEMBER COMPLEX23 FILM: SCROOGE ( ENGLAND 1935) Scrooge is a 1935 British fantasy film directed by Henry Edwardsand starring Seymour Hicks, Donald Calthrop and Robert Cochran. Hicks appears as Ebenezer Scrooge, the miser who hates Christmas. It was the first sound version of the Charles Dickens classic A Christmas Carol, not counting a 1928 short subject that now appears to be lost. The 1935 film differs from all other versions of the story in one significant way – most of the ghosts, including that of Jacob Marley, are not actually shown onscreen, although their voices are heard. Only the Ghost of Christmas Present (Oscar Asche) is actually seen in full figure – the Ghost of Christmas Past is a mere shape with no discernible facial features, Marley's Ghost is seen only briefly as a face on the door knocker, and the Ghost of Christmas Yet to Come is just an outstretched pointing finger…. 19. DEZEMBER STUTTGART LKA LONGHORN PAUL VAN DYK @LKA STUTTGART Endlich ist es soweit! PAUL VAN DYK kommt nach Stuttgart. Seit 20 Jahren reist PVD um die ganzen Welt um seine Fans zu begeistern und am 19. Dezember macht er halt im LKA in Stuttgart Wangen. Paul hat mittlerweile sechs Studio-Alben veröffentlicht und remixte Songs von internationalen Künstlern wie Justin Timberlake, New Order und U2. Er hat bislang über 3,5 Millionen Tonträger verkauft, wurde zweimal in Folge zum »No. 1 DJ in the World« gekürt, für einen Grammy nominiert und begeistert mit seinen Live-Auftritten weltweit Hunderttausende von Fans. Zum zwanzigjährigen Jubiläum des Berliner Mauerfalls produzierte Paul die Hymne »We Are One« und spielte als Stargast live am Brandenburger Tor. Als Support- Acts haben wir u.a. den Esslinger Global Player ROGER SHAH mit im Boot. Wir freuen uns sehr ihn endlich mal wieder in Stuttgart auf der Bühne zu sehen! Das Line Up wird von Vandit Artist Maarten De Jong aus Holland abgerundet. 19. DEZEMBER JAZZCLUB CAVE 61 CHRISTMAS REVISITED FEAT. JOHANNES ENDERS Internationale Weihnachtsmelodien werden neu aufbereitet, harmonisch nachgewürzt und in einen swingenden Jazzquartett-Klang eingebettet. Vor-Ausgleich für die schweren O-Tannenbaum-Tage. 19. DEZEMBER LÉ CAFÉ THÉÂTRE »UNKRAUT« Unkraut sollte es in den Gärten einer Reihenhaussiedlung eigentlich gar nicht geben. Dementsprechend eifrig und gründlich gehen die Bewohner bei der Pflege ihrer Gärten zu Werke. Die friedliche Idylle wird durch den neuen Nachbarn Krause gestört, der in seinem Garten das Gras wachsen lässt und damit das schöne, einheitliche Bild der Siedlung zerstört. Die Nachbarschaft sucht nun Wege, um sich der Bedrohung zur Wehr zu setzen. Denn: »Wer seinen Garten verwildern lässt, mit dem kann man nicht reden«. 19. DEZEMBER BUKOWSKI TECHNO SAVED MY LIFE: BROOMBECK Broombeck aka Marcus Schmahl macht Techno. Und Techhouse. Stücke mit perkussiven Grooves, tiefen Basslines, Breaks und manchmal experimentellen Klängen. Mal auf Moni Kruses Terminal M, mit »Mono Turn« sechs Wochen an der Spitze der Beatport-Charts, mal auf Compilations wie der Time Warp 09 mixed by Marco Carola, mal im

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR Berghain, früher mal im Cocoon Club. Und heute endlich mal wieder im Buko. Support aus vollen Kanonen sichern Strompunkt und Shie! CHRISTMAS SPECIAL: THE LAZY JACKS Das bereits »kultige« Chrismas Special mit dem Würzburger Pianisten, Arrangeur und Komponisten Jan Reinelt findet wie jedes Jahr am 4. Advent statt. Christmas Evergreens werden mit kurzen Gedichten untermalt. Groove Jazz, originelle Eigenkompositionen der Bandmitglieder, Latin und Swing präsentiert die 10-köpfige bläser- und gesangsstarke Formation zusammen mit Gastmusikern zu Weihnachten. 19. DEZEMBER MOBILAT »IF THE KIDS ARE UNITED« Es wird rockig!!! Monty & JenZ (Data77112) Plattentäter (Complex23) 20. DEZEMBER MOBILAT WORTSPORT LOUNGE WSP feiert Advent und so. LIVE: Tribes of Jizu feat. Demograffics, Dennis Da Menace, Dexter, Döll, Jaques Shure, Mädness, Sonne Ra, Waldo The Funk 20. DEZEMBER BUKOWSKI WE ARE BUKOWSKI Das Leben ist zu kurz für schlechte Parties. So banal es klingt – genau das ist’s, was uns seit Jahren antreibt. Und weil Ihr Euch darauf verlassen könnt, dass wir schon aus reinem Eigennutz nur das auffahren, was uns selbst gerade gut genug ist, seid Ihr uns meist viele Jahre treu. Das Buko ist längst mehr als eine Location, nämlich eine eingeschworene Community, die Neuankömmlinge trotzdem mit offenen Armen empfängt. Danke dafür, und auf ein Neues – heute mit Robin Hirte, France Ari und Josh:tek an den Reglern! 20. DEZEMBER EBENE 3 IM KULTURFORUM K3 MUMUVITCH DISKO ORKESTAR Die Band spielt Weltmusik, Polka, Balkan Beats, Hip Hop, Klezmer und Drum'n Bass. Auch Jazzelemente, Technoides und Elektronisch-Sphärisches ergänzt den einzigartigen Sound. Eigene Stücke mit deutschen Texten, durchweg tanzbar, zeichnen die elf jungen Vollblutmusiker aus. 21. DEZEMBER EBENE 3 IM KULTURFORUM K3 22. DEZEMBER THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS A CHRISTMAS CAROL - NACH CHARLES DICKENS (IN ENGLISCHER SPRACHE) Der hartherzige und geizige Geschäftsmann Ebenezer Scrooge verbringt auch Weihnachten im Büro. Seinem Angestellten Bob gibt er nur ungern frei und eine Einladung seines Neffen zum Weihnachtsessen lehnt er rüde ab. Als Scrooge nach Hause kommt, sucht ihn der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Marley heim. Weitere Begegnungen lassen ihn schließlich erkennen, dass er sein Leben ändern muss, wenn er nicht einsam und unglücklich sterben will ... 24. DEZEMBER BUKOWSKI FEST DER LIEBE: MISS SUNSHINE Das Fest der Liebe feiert man mit seine Liebsten, und weil das oft die Wahlverwandschaft ist, ist das Buko an Heilig Abend Heilbronns Place 2 Be. Und weil wir Euch gerne was zurückgeben, haben wir uns zur Bescherung ein Booking der Extraklasse eingeladen: Miss Sunshine aus Kroatien, die die ganze Welt bereist für ihre Bookings, und dabei reden wir vom belgischen Tomorrowland Festival und ähnlichen Kalibern. Ihre Releases erscheinen nicht weniger plakativ, nämlich z.B. auf KMS, dem legendären Label von Kevin Saunderson himself, Decoy oder Random Island. Genug ge-name-dropped – Ihr wisst, was wir Euch sagen wollen: Nicht verpassen! Sie nicht, Daniel Calisse nicht und Maurice nicht, und ansonsten: frohe Weihnacht! 24. DEZEMBER MOBILAT LATERNE, LATERNE & THE HONEY TRAP 1.Floor: Laterne, Laterne Unten setzt es eine satte Discobescherung von den beiden Laterne - Dudes. Das Vanillkipferl Felus und der Lebkuchenmann Jan Hummel haben hinter Türchen Nr. 24 reichlich groovenden House und wärmende Perlen der Discogeschichte versteckt 2.Floor: THE HONEY TRAP Alle Jahre wieder: Dexter und Ra-B aus Wien laden zur

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR After – Bescherungs - Party »Honey Trap« ein. Gespielt wirdalles Organische zwischen Funk, Soul, HipHop, Library Music, Krauty Schlager und sonstigen Obskuritäten. Bis die Honigfalle zuschnappt. 24. DEZEMBER COMPEX23 WE WISH YOU A MERRY UAP ! Nach dem Braten und den Geschenken eine kleine Reise durch fast 2 Jahre UAP im daneben. (alles Mögliche aus den 80igern) 25. DEZEMBER COMPLEX23 »STERN, DU BIST MIR SCHNUPPE«-WEIHNACHTSSPEZIAL Ist das ein Spaß, ein Paar wie wir. Mich jagt das Schicksal herum, dich hält es hier. Wo sind die Clowns? Am 1. Weihnachtsfeiertag treffen sich alle Glücksritter, Bordsteinschwalben, Ganoven, Einsamen und Verliebten in der Bar Daneben zum Punsch. Durch den Abend begleitet Jean Sol Partre. Label Groove On und bei Dantze – wo er bis heute tätig ist. Seine Produktionen werden auf Imprints wie CROSS- FRONTIER AUDIO und natürlich DANTZE released. Sein Name ist auf Line-Ups von Berliner Szeneclubs wie dem Watergate, Kater, Sisyphos oder Ritter Butzke zu finden. Reiht Euch ein in die Tanzflächen-Gemeinschaft und durchtanzt die Nächte mit Stefan Mint. Als Wingmen agieren Kaotee und G-One. 26. DEZEMBER BUKOWSKI SOME CALL IT HOME Wer drei Nächte in Folge feiern geht, könnte kein Zuhause haben. Er oder sie könnte sich aber auch einfach nirgendwo anders so daheim und gut aufgehoben wie mit den Lieblingsmenschen im Lieblingsclub fühlen. Darum nennen Heilbronns Feierwütige das Bukowski gerne ihr Zuhause. Hier spielen am zweiten Weihnacntsfeiertag Easy L. Shakaree und der Newcomer Time-0 für Euch. Worauf wartet Ihr noch? Come home for Christmas mit freien Eintritt bis 01.30 Uhr! 25. DEZEMBER MOBILAT ANDREW & THILO & RE:TOOL! 1.Floor God Save The Queen pres.:MERRY CHRISTMAS mit Andrew & Thilo gespielt wird was den Herren DJ`s gefällt: Britpop / Indie / Elektro / 80er / Wave 2.Floor [ lebedienacht.de ] pres. re:tool! Die erste re:tool!- Party im Mobilat fand am 27.12.2000 statt. Interessanter aber als die Frage, ab wann man denn zum Inventar gehört oder »Urgestein« ist, ist die, um wie viele schwarze Scheiben, gerettet aus dunklen und staubigen Kellerverliesen, die re:tool! - Archive zwischenzeitlich gewachsen sind. Und doch geht es letztlich nur um eine begrenzte und verfügbare Auswahl von Platten für diese eine Nacht: Funk, Boogie, uptempo Soul, Disco, Italo, Chicago/Garage House, ... Underground Dance Music! Lebe die Nacht. 25. DEZEMBER BUKOWSKI DANTZE FÜR DIE TANZE Tag 2 des weihnachtlichen Feierns und fetten essens. Daher empfehlen wir Euch Bewegung, und zwar initiiert durch den deepen, progressiven und melodischen Sound von Stefan Mint. Der Wahlberliner arbeitete beim George Morel- 26. DEZEMBER MOBILAT DREAMWORLD RECORDS PRES. DJ TOLLSCHOCK & TEQDRUM Hip Hop, Breaks, D&B, Psych, Electronic 27. DEZEMBER COMPLEX23 RE:TOOL! & SVEN FRANCISCO PRES. GO BANG! House ist die Vereinigung unterschiedlicher Stile und Einfüsse, die häufig im Club-Kontext kaum mehr zutage treten. Wir lesen Begrifflichkeiten (Chicago / Acid House, Garage House, Deep House usw.), mit denen kaum noch jemand etwas anfangen kann. Neben der direkten Abstammung von Disco, einem schmutzigen Begriff, der bei vielen - gerade in Deutschland - falsche Assoziationen weckt, sind die Einflüsse elektronischer Musik aus Europa (Italo Disco, Wave, EBM, usw.) ein wesentlicher Faktor. Das große Ganze ist uptempo, electronic, soulful Dance Music und damit keine starre Vorgabe, wie »House« zu klingen hat. re:tool! und Sven Francisco bringen neben House diese klassischen Einflüsse zurück auf den »Dancefloor« der Bar daneben. You, the DJ, the Music, the Dance, a Social Dance. I wanna see all my friends at once - GO BANG!

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR 27. DEZEMBER MOBILAT WHO THE FUCK IS ...CHRISTMAS GATHERING Zwischen den Jahren sammelt sich die inzwischen über ganz Deutschland verstreute WHO THE FUCK Familie im Ländle -wir nutzen die Gunst der Stunde und präsentieren euch heute auf zwei Floors erstmals die komplette Mannschaft. Eine Werkschau sozusagen. Dabei verzichten wir nicht ganz auf externe Unterstützung und stellen unseren Residents den geschmackssicheren Heilbronner Vitali aka Teqdrum zur Seite. Happy homecoming! 27. DEZEMBER BUKOWSKI ELEKTRONISCH AM HAFEN Wer gedacht hat, dass nach 3 Tagen bzw. Nächten wach dann langsam mal chillen angesagt wäre, hat die Rechnung ohne den Kalender 2014 gemacht: Ihr wart gestern tanzen, vorgestern und vorvorgestern auch? Na bestens, Übung macht bekanntlich Meister! Also schnürt auch an diesem Samstag Eure Tanztreter und stürzt Euch noch einmal ins Getümmel. Fred Moody, Phil O Matic und T-WATCH lassen’s krachen und danach ist ja auch bis Mittwoch Pause... 31. DEZEMBER BUKOWSKI HNX ALLSTARS - SILVESTER Das fängt ja gut an: Dass wir an Silvester im Buko das neue Jahr mit dancing ovations begrüßen, habt Ihr Euch vermutlich fast schon gedacht. Und dass das Line-Up in der Nacht der Nächte so lang ist, dass die Jungs alleine den halben Laden füllen,vermutlich auch. Aber don’t worry: Auch wenn es eng wird – ein paar Plätze auf der Tanzfläche gibt es neben Burhan K., Plasmiq. Den Drum Poets, Pravi Lopov, Strompunkt, Klangagent, Junglict und T-WATCH noch. Kommt früh und tanzt lange, dann könnt Ihr nichts falsch machen, wenn wir zusammen ein technoides Jahr gebührend verabschieden und das neue laut scheppernd mit open end begrüßen! 31. DEZEMBER THEATER HEILBRONN SILVESTER AM THEATER Auf dem Programm stehen das Musical »Der kleine Horrorladen« im Großen Haus und die Komödie »Außer Kontrolle« im Komödienhaus. Beide Vorstellungen beginnen um 18 Uhr. Außerdem kann man im Anschluss bei einem festlichen Menu im Theater weiterfeiern. 27. DEZEMBER JAZZCLUB CAVE 61 KARL FRIERSON SOULPRINT BAND Der gebürtige Amerikaner Karl Frierson euphorisiert mit seiner hochkarätigen Band das Publikum durch seinen besonderen Gesang und seine unglaubliche Stimme: Professionell. Stilvoll. Jazzy. Soulig. 28. DEZEMBER EBENE 3 IM KULTURFORUM K3 TANGO ARGENTINO TANZABEND Tango ist Sehnsucht, Geheimnis, Leidenschaft und Erotik. Wer vom Tango einmal berührt ist, der wird infiziert sein und der Sucht dieses Tanzes nachgeben müssen. Wer selbst nicht tanzen mag, kann bei einem gemütlichen Glas Wein auch einfach nur zuhören und zuschauen, wie andere Tango tanzen. Zuschauer und Mittänzer sind herzlich eingeladen! 31. DEZEMBER THEATERSCHIFF NONNSENS Non(n)sens ist ein Nonsens um rührig phantasievolle Nonnen, die sich, zwecks Sanierung ihrer Klosterkasse, in einer sogenannten Wohltätigkeitsveranstaltung auf ihre Showtalente besinnen: tanzen, und steppen, spiritual Blues und Oper singen… Die gestrenge Mutter Oberin und die treue Schwester Harmonika versammeln sich mit drei Mitschwestern auf dem Theaterschiff und zeigen von der Novizin an aufwärts ihre Talente, die sonst draußen bleiben müssen. 2. JANUAR JAZZCLUB CAVE 61 FRANK EBERLE FUSION QUARTETT Eberles raffinierte und abwechslungsreiche Songs bewegen sich in den Genres Fusion/Smooth Jazz/Pop. Top Musiker aus Stuttgart unterstützen den Keyboarder bei der Präsentation dieses Gute-Laune-Pakets. 1 74

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR 7. JANUAR JAZZCLUB CAVE 61 KONZERT + SESSION: LUKAS DILLER QUARTETT Mit Saxophon, Vibraphon und Elektronik schafft das Lukas Diller Quartett moderne, neue Klangfarben. Es präsentiert neu arrangierte Standards und energetische Eigenkompositionen in spielfreudiger Interaktion. 10. JANUAR ALTE FEUERWACHE MANNHEIM LA NUIT BOHÈME Wir sagen »Prost Neujahr« und wünschen ein fröhlich swingendes 2015! Im neuen Jahr begrüßen Sie unter anderem »The Huggee Swing Band«! Das siebenköpfige Ensemble steht für Tanzmusik in seiner feinsten und reinsten Form. Akustisch. Authentisch. Ausnahmslos. Mit vier Bläsern, Drums, Bass und Piano klingen die Künstler nicht nur wie eine Band der Goldenen Zwanziger, sondern vermittelt auch genau jenes besondere Lebensgefühl. Aber damit nicht genug, der Maitre de Plaisir Costa Le Gitan und seine Kompagnons Chris Whap A Dang, Kay Piranha und PatRRice werden mit Classic, Modern & Electro Swing ebenfalls für beste Ballroom Atmosphäre sorgen. Wie eh und je kann unser hochverehrtes Publikum im Casino beim Poker, Black Jack oder Roulette das Glück herausfordern, sich an der Absinthe Bar eine verführerische Erfrischung gönnen und von unseren Bauchladenmädchen mit feinen Pralinen verwöhnen lassen. Ein bisschen Schönheit gefällig? Dann lassen Sie sich in unserer Styling Lounge by Joel schminken und frisieren - das Team um Joel Frank Platzer und Alexander Kowatsch freut sich auf Sie. Und um diesen Abend in einzigartiger Erinnerung zu behalten, sollte sich ein jeder Bohèmian vor unserer Photo Wall ablichten lassen. Die Fotos können dann auf der Webseite www.event-estetica.de kostenlos heruntergeladen werden. Wir erwarten Sie im Stil der 1920er Jahre gekleidet oder in gepflegter Abendgarderobe mit stilvoller Maske – gerne im venezianischen Stil. Herrschaften, wir freuen uns, mit Ihnen einen geheimnisvollen und grandiosen Abend zu feiern! Auf ein gutes neues Jahr 2015! 10. JANUAR REDBLUE REDBLUE MEETS KLASSIK: »FAUST, EINE DEUTSCHE VOLKSSAGE« Wie damals: Das redblue verwandelt sich in ein Filmtheater, wenn Emil Jannings als Mephisto in Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilm über die Leinwand flimmert. Hierzu gibt es, wie es sich gehört, Live-Musik vom WKO. Tobias Schwencke hat eine neue Filmmusik zu Murnaus Meisterwerk geschrieben, die Faust-Vertonungen von Wagner, Mahler, Schumann und Liszt kombiniert. Eine wunderbar nostalgische Atmosphäre! Nathan Plante (Trompete), Dominik Blum (Hammondorgel), Johannes Öllinger (E-Gitarre), Günter A. Buchwald (Dirigent) und das Württembergisches Kammerorchester Heilbronn. 11. JANUAR THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS ANTIGONE - TRAGÖDIE VON SOPHOKLES Antigone stammt aus einer verfluchten Familie. Ihr Vater ist König Ödipus, der unwissend seinen Vater umbrachte und dann nichtsahnend seine Mutter Iokaste heiratete und vier Kinder mit ihr zeugte. Neben Antigone und ihrer Schwester Ismene sind das auch die Brüder Polyneikes und Eteokles. Als Ödipus und Iokaste von diesem ungeheuren Frevel erfuhren, nahm sie sich das Leben, er blendete sich und verließ das Land. Seine Kinder übergab Ödipus an Iokastes Bruder Kreon. Die Herrschaft über Theben sollten sich seine Söhne Polyneikes und Eteokles teilen. Doch diese töten sich gegenseitig. Und hier beginnt die Tragödie der »Antigone«. Kreon hat angeordnet, nur Eteokles, der für Theben gekämpft hat, die Ehre eines Begräbnisses zu erweisen. Polyneikes hingegen, der gegen Theben in den Krieg gezogen war, soll von den wilden Tieren gefressen werden. Kreon droht jedem mit dem Tode, der sich diesem Willen widersetzt. Doch Antigone folgt ihrem Gewissen und bestattet den Bruder. Wütend lässt Kreon sie bei lebendigem Leib in einer Gruft einmauern. Nichts kann ihn davon abhalten 12. JANUAR KULTURKELLER LITERATUR AM MONTAG: FRANZ KAFKA (1883 - 1924) Anne-Gabriele Michaelis erzählt aus dem Lebensbild und Werk des Schriftstellers, dazu Texte von Franz Kafka.

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR 13. JANUAR ALTE FEUERWACHE MANNHEIM CURSE Mit seinem neuen Album »Uns« (Release 31.10.2014) beschreitet Curse überraschende Wege: weniger Attitüde, mehr Klarheit, noch mehr Präsenz. Einer der komplexesten Rapper des Landes besinnt sich auf die Essenz seiner Kunst und findet Worte, die schwer zu Beschreibendes berührbar und erlebbar machen. Musikalisch brechen große Drums durch ausgedehnte Arrangements, sehr nahe und emotionale Strophen enden mit buchstäblichen Pauken und Trompeten im Refrain – und werden mit dem nächsten Schlag wieder klein und greifbar. »Uns« ist eine musikalische und emotionale Achterbahn. Als Curse im Jahr 2003 nach vielen erfolgreichen »Two Turntables and a Microphone«-Shows zum ersten mal mit einer Liveband auf Tour ging, reagierten die Fans begeistert und füllten die Hallen. Doch es gab nicht nur Lob: aus den Reihen der damaligen Hip-Hop Hardliner tönten auch Spott und Häme – ein Rapper geht doch nicht mit »Muckern« auf die Bühne! Wenige Jahre später war das, was einst belächelt wurde, bereits der Standard. Heute sind Musiker und Liveinstrumente aus großen Rapshows kaum wegzudenken. Auch in 2015 wird Curse auf der »Uns Tour« Live überraschen: zwei Drummer an den Flanken und eine Phalanx aus Synthies, Pads und Drummachines in der Mitte der Bühne – »Uns Live« wird wuchtig. Aber auch jeder Fan der ersten Stunde kommt auf seine und ihre Kosten: Curse wird neben dem neuen Album auch die Songs spielen, die er in den letzten 15 Jahren zur blühenden Hip-Hop Historie in Deutschland beigetragen hat. 15. JANUAR ALTE FEUERWACHE MANNHEIM WORD UP! POETRY SLAM Das Phänomen Poetry Slam erobert seit Jahren durch seine unverwechselbare Mischung aus Literatur und Performance nicht nur die Bühnen von Kulturhäusern, Clubs und Kneipen, sondern auch die Herzen vieler Zuhörer. Autoren jeglichen Genres präsentieren innerhalb von sechs Minuten ihre Texte und stellen sich dem Votum des Publikums. Form und Inhalt sind völlig frei. So wird jeder Poetry Slam zu einem aufregenden und packenden Ereignis, bei dem nichts vorhersehbar ist. 15. JANUAR STUTTGART WAGENHALLEN HANS SÖLLNER – SOLO Nach langer Zeit kommt er endlich wieder für einen Konzertabend nach Stuttgart – Hans Söllner. Solo, nur er mit seiner Gitarre, seinen Liedern, Geschichten und Gedanken. Viel wurde über ihn geschrieben, gesagt, gesendet und im Grunde muss man ihn auch nicht weiter vorstellen, oder? Hans Söllner war immer da, selbst wenn der eine oder andere der Meinung ist, das es ruhiger um ihn geworden sei. Er hat konstant neue Lieder geschrieben und Platten veröffentlicht (Aktuell »Zuastand 2«, bei Trikont 2013), hat mit seiner Band »Bayaman'Sissdem« viele Jahre die großen Bühnen und Festivals bespielt und zwischendruch mit der »Wirtshaus-Tour« hautnah mit dem Publikum an einem Tisch gesessen, gespielt und gelacht. Und selbst wenn es um ihn ruhiger geworden ist oder selbst wenn er ruhiger geworden ist, dann ändert das nichts daran, das er immernoch Stellung bezieht, das er immernoch eine Meinung hat, die viele anspricht und vielen aus den Herzen spricht: »Meine Vision von Gesellschaft sieht so aus, dass niemand ausgesondert wird, dass Funktionierer und Nichtfunktionierer nebeneinander leben, ohne Neid und Arroganz, weil eben jeder das ist, zu dem er sich entwickeln durfte.« (Interview in der Zeitschrift »Now«, 2009) 15. JANUAR STUTTGART LKA LONGHORN TON STEINE SCHERBEN haben eine Sonderstellung in der Geschichte der deutschen Rockmusik. Die Band um den genialen Sänger und Texter Rio Reiser und seinen kongenialen Partner, den Komponisten, Gitarristen und musikalischen Kopf der Scherben, R.P.S. Lanrue, hat es wie keine zweite geschafft, politischen und musikalischen Anspruch zu verbinden, gleichzeitig die Massen zu erreichen und über Jahrzehnte hinweg einen beispiellosen Einfluss auf zahllose Musiker späterer Generationen auszuüben. Von 1970 bis 1985 erfanden sich die »Scherben« personell und inhaltlich mehrfach neu, der Kern aber blieb immer das Songwriter-Duo Reiser-Lanrue, aus deren Federn Klassiker der deutschen Musikgeschichte wie »Keine Macht für Niemand«, »Halt dich an deiner Liebe fest« oder »Macht kaputt was Euch kaputt macht« stammen, sowie der Scherben-Bassist der ersten Stunde Kai Sichtermann und Drummer Funky K. Goetzner. Nach der Auflösung im Jahr 1985 dauerte es fast 20 Jahre, bis ein Teil

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR der ursprünglichen Mitglieder unter dem Namen Ton Steine Scherben Family zusammenfand, um wieder gemeinsam auf die Bühne zu gehen. R.P.S. Lanrue und seine Gitarre aber verstummten nach Rio Reisers frühem Tod bis heute. Im Frühjahr 2014 wurde dann endlich angekündigt, was für viele eine Sensation darstellte: Ton Steine Scherben spielen das erste Mal seit 1985 in der verbliebenen Originalbesetzung mit ihrem Komponisten und Gitarristen R.P.S. Lanrue Konzerte und wollen unter ihrem Originalnamen an ausgewählten Orten auftreten. Zahlreiche Coverbands, Theater- und Bühnenprojekte haben in den vergangenen Jahren bei Kritikern und Publikum Diskussionen darüber ausgelöst, wer dem Original am nächsten kommt. Diesen Diskussionen wurde damit ein Ende gesetzt: Das Original ist zurück und sie haben Blut geleckt! Im nächsten Jahr werden die Scherben erneut die Bühnen der Republik betreten und ihre sehr erfolgreiche erste Tour fortsetzen. In alter Scherbentradition wird das Ur-Trio bei den Live-Konzerten durch weitere MusikerInnen verstärkt. Den Gesangspart teilen sich R.P.S. Lanrues Tochter Josie Ebsen und Nico Rovera. Die Tour wird unter dem Motto »Ding Ding Dang Dang« stattfinden und die Scherben spielen ihre Songs so, wie sie heute klingen. Denn niemand sonst ist in der Lage diese Musik so ins Hier und Jetzt zu übertragen, wie der Komponist und musikalische Kopf des Originals. 16. JANUAR KULTURKELLER »CLUB 27« - EINE MUSIKALISCHE TOTENMESSE MIT DENIS FISCHER In der Musikszene hält sich seit vier Jahrzehnten das mysteriöse Schlagwort des »Club 27«. Der Grund: Auffallend viele Musik-Größen starben mit 27 Jahren. Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Robert Johnson, Kurt Cobain und Amy Winehouse sind die berühmtesten Mitglieder. Denis Fischer feiert eine musikalische Totenmesse. Begleitet von Westerngitarre, Piano und Kontrabass lässt er den Geist des Rock n’Roll auf der Bühne auferstehen. 16. JANUAR JAZZCLUB CAVE 61 ULI GUTSCHER QUINTETT Das Uli Gutscher Quintett begeistert mit überschäumender Spielfreude und traumhaftem Zusammenspiel. Die Band integriert unterschiedlichste Stilrichtungen, vom fetzigen Groove bis zur lyrischen Ballade. 20. JANUAR STUTTGART WAGENHALLEN CURSE »UNS TOUR 2015« Mit seinem neuen Album »Uns« (Release 31.10.2014) beschreitet Curse überraschende Wege: weniger Attitüde, mehr Klarheit, noch mehr Präsenz. Einer der komplexesten Rapper des Landes besinnt sich auf die Essenz seiner Kunst und findet Worte, die schwer zu Beschreibendes berührbar und erlebbar machen. Musikalisch brechen große Drums durch ausgedehnte Arrangements, sehr nahe und emotionale Strophen enden mit buchstäblichen Pauken und Trompeten im Refrain – und werden mit dem nächsten Schlag wieder klein und greifbar. »Uns« ist eine musikalische und emotionale Achterbahn. Als Curse im Jahr 2003 nach vielen erfolgreichen »Two Turntables and a Microphone«-Shows zum ersten mal mit einer Liveband auf Tour ging, reagierten die Fans begeistert und füllten die Hallen. Doch es gab nicht nur Lob: aus den Reihen der damaligen Hip-Hop Hardliner tönten auch Spott und Häme – ein Rapper geht doch nicht mit »Muckern« auf die Bühne! Wenige Jahre später war das, was einst belächelt wurde, bereits der Standard. Heute sind Musiker und Liveinstrumente aus großen Rapshows kaum wegzudenken. Auch in 2015 wird Curse auf der »Uns Tour« Live überraschen: zwei Drummer an den Flanken und eine Phalanx aus Synthies, Pads und Drummachines in der Mitte der Bühne – »Uns Live« wird wuchtig. Aber auch jeder Fan der ersten Stunde kommt auf seine und ihre Kosten: Curse wird neben dem neuen Album auch die Songs spielen, die er in den letzten 15 Jahren zur blühenden Hip-Hop Historie in Deutschland beigetragen hat. 21. JANUAR STUTTGART WAGENHALLEN OLSON Vorhang und Ohren auf für das frisch veröffentlichte Debütalbum »Ballonherz« von HipHopper Olson. Der junge Düsseldorfer und Wahlberliner hat seinen Platz in der Musikwelt gefunden und liefert jetzt einen 13 Track-starken Longplayer mit einer Mischung aus HipHop und Pop. Seit seinen früheren Tagen alias Olson Rough ist einiges in Sachen Entwicklung passiert. Geprägt durch seinen Umzug nach Berlin und Geschichten, die nur das Leben schreiben kann, zeigt der einst harte Junge sich nun deutlich emotionaler und gereifter, was Songs wie »Niemand > Wir«, »Cornflakes & Trash TV« oder »Ballonherz« belegen. Wo

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR sich Olson am liebsten schon als Junge hingeträumt hat, davon handelt »Mein kleines Hollywood«.Natürlich wird Olson dieses Jahr auch seine Live-Qualitäten unter Beweis stellen. Im Oktober startet die »Ballonherz Tour« durch Deutschland. 22. JANUAR STUTTGART WAGENHALLEN PRINZ PORNO »Du hast richtig gehört, PRINZ PORNO ist zurück - jetzt werden die Bitches zerstört!« Während sich Friedrich Kautz gerade in sein Studio zurückgezogen und dort mit den Arbeiten an seinem nächsten großen PRINZ PI-Album begonnen hat, ist sein lange totgeglaubter, böser Zwillingsbruder zu neuem Leben erwacht. Ja, ihr habt richtig gehört: PIs Evil Twin und Alter Ego PRINZ PORNO ist zurück. Acht Jahre hat PORNO im Untergrund gechillt, weil ihm sein bescheidener Erfolg von damals zu viel war. Aber die Deutschrap-Armada aus unsäglichen Toys, Wack- MCs und schlechten Crews hat ihm keine Ruhe gelassen. Da PRINZ PORNO immer Untergrund war und auch weiterhin bleibt, wird er der Presse zu diesem Album keinerlei Interviews geben. Nach dem Release von»pp=mc2« sind eh keine Fragen mehr offen. Anzeigen in Magazinen oder Plakatkampagnen wird es ebenfalls keine geben. Was es stattdessen gibt: straighten Rap von PRINZ PORNO - für Connaisseure und Kenner, alte Fans und neue Anhänger. Um das Revival perfekt zu machen, wird es vom 09.01.-01.02.2015 eine exklusive Tour durch Deutschland geben, auf der ausschließlich Songs von PRINZ POR- NO gespielt werden. Begleitet wird er dabei von seinem ehemaligen BEATFABRIK- Weggefährten KID KOBRA und dem Frankfurter Newcomertalent CREDIBIL. PS: Allen engstirnigen Kritikern und notorischen Nörglern da draußen sei gesagt, dass das PRINZ PORNO-Album mit Sicherheit ein gänzlich unkonsequenter und anachronistischer Schachzug in der Karriere des Herrn Kautz ist. Aber es ist, und das sei hier noch einmal ausdrücklich betont, eben auch ein verdammt gutes Album. Und darum kommt es raus. Ob ihr wollt oder nicht. YO! 23. JANUAR KULTURKELLER »NUR FÜR KURZE ZEIT« - KABARETT UND BLUES MIT ARNIM TÖPEL Arnim Töpel widmet sich in Text und Musik der Endlichkeit; nicht als Drohung, sondern als Chance. Ein »Guggema-mol-Abend« mit diesem vielseitigen Ausnahmekünstler. Viele neue Songs am Piano, Bewährtes in anderem Gewand, Ausflüge in die Literatur, aber auch ewig nicht Gehörtes und Unerwartetes, speziell zusammengestellt für den Abend. 23. JANUAR REDBLUE ROLL AGENTS »THE ELVIS XPERIENCE« »The Elvis Xperience« ist eine bombastische Las-Vegas- Show, die das Publikum begeistert und die Kritiker schwärmen lässt. Mit eigenem Stil, der zeitgemäß ist - aber trotzdem das Gefühl der großen Elvis-Auftritte aufleben lässt, werden die Zuschauer auf eine über zweistündige Reise in die Siebziger mitgenommen. Musiker und Kult-Comedian Michael Gaedt als Conférencier bieten eine fantastische Live-Performance. Sänger Nils Strassburg wurde von der Elvis Presley Gesellschaft und Turner (Time Warner) zum besten Elvis-Interpreten Deutschlands gekürt. 24. JANUAR JAZZCLUB CAVE 61 CARMEN SOUZA UND BAND: KACHUPADA Wegen ihrer grandiosen Stimme wurde sie mit Billie Holiday und Nina Simone verglichen. Carmen Souza bietet eine einzigartige Synthese von kapverdischen Einflüssen mit Jazz und Soul: Welt Soul-Musik für das 21. Jahrhundert. 25. JANUAR ALTE FEUERWACHE MANNHEIM CHEESECAKES & MIXTAPES Der beste Tag der Woche war schon immer der Sonntag. Ausschlafen, Couching, Tatort. Unsere umgebaute café|bar erweitert die letzten Stunden des Wochenendes nun um eine soziale und kulinarische Komponente: Einmal im Monat sind musikinteressierte Kuchenesser eingeladen sich zusammenzufinden, zum Kaffeeklatsch, Kreislaufsekt und Käsekuchen. Den Unterschied zum herkömmlichen Sonntagskuchen bei Oma macht wie so oft die Musik. Auf dem Plattenteller landet eine Auswahl an Neuigkeiten aller Genres, Indie, Elektro, HipHop, Funk, Soul hin zu Alternative und Punk. Was die Sahne zum Kuchen ist, ist bei Cheesecakes & Mixtapes der Austausch über die Musik. Mit Gästen und Publikum soll gemeinsam gelobt und getadelt werden, so dass am Ende der perfekte Sound für

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR die kommenden Tage entsteht. Es geht also um Kuchenteller, Plattenteller, Storyteller, frei nach den Goldenen Zitronen: Die Renaissance der physischen Verabredung! Die musikalische Leitung und Gesprächsführung übernehmen Jan Zipperer und Dieter Schwengler, die im Mannheimer- Nachtleben immer wieder an den verschiedensten Stellen mitgewirkt haben. 28. JANUAR STUTTGART WAGENHALLEN GISBERT UND DIE KID KOPPHAUSEN Spätestens seit seinem zweiten Album »Hurra! Hurra! So nicht.« aus dem Jahr 2010 gehört der Sänger und Gitarrist Gisbert zu Knyphausen hierzulande zur ersten Garde der Songschreiber. Neben diversen anderen musikalischen Projekten machte zu Knyphausen vor allem mit der 2012 gemeinsam mit dem Hamburger Kollegen Nils Koppruch gegründeten Band Kid Kopphausen von sich Reden. Kurz nach der Veröffentlichung ihres Albums »I« und einer ersten kurzen Tour verstarb Nils Koppruch im Oktober 2012 völlig unerwartet, was natürlich auch die weiteren Pläne der Band beendete. Gisbert und die Kid Kopphausen Bandkollegen Felix Weigt, Alexander Jezdinsky und Marcus Schneider haben sich nun zusammengetan um noch einmal gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Neben den Songs von Kid Kopphausen wird es auch Lieder von Gisberts Solo-Alben und die ein oder andere Covernummer zu hören geben. 29. JANUAR STUTTGART WAGENHALLEN ROCKO SCHAMONI: FÜNF LÖCHER IM HIMMEL Als Paul sich damals gleichzeitig in Katharina Himmelfahrt und seine Lehrerin Frau Zucker verliebte, schien alles in die richtige Richtung zu gehen. Jetzt sitzt er in einem Datsun 240Z, auf der Flucht von einem Einbruch, und fragt sich, wie das alles kommen konnte. Alles fängt damit an, dass für Paul Zech das Leben aufhört. Nach einer ziemlichen Pechsträhne landet seine bürgerliche Existenz auf dem Müll, und Paul zieht los in die norddeutsche Weite. Im Gepäck hat er nur sein altes Tagebuch. Während er den melancholischen Kneipier Pocke kennenlernt und von ihm einen alten Sportwagen geliehen bekommt, liest Paul im Tagebuch von seiner großen Liebe zu Katharina Himmelfahrt. Sie war das Mädchen, in das er sich bei den Proben des Schultheaters zu den »Leiden des jungen Werthers« verliebte. Doch mit einer dramatischen Eifersuchtsgeschichte unter den Akteuren bricht das Tagebuch ab. Nach einer Spritztour durch Dänemark kehrt Paul nach Norddeutschland zurück - und meldet sich bei Katharina, um Licht ins Dunkel seiner beschissenen Anfänge zu bringen. Rocko Schamoni schreibt Roadnovel und Bildungsroman in einem: dunkles Drama, Sinnsuche und ein Sack vergammelter Träume. King Rocko hat es mit Dorfpunk, Fleisch ist mein Gemüse, Studio Braun, Fraktus, 00Schneider und unzähligen anderen Projekten inzwischen zur Ikone gebracht. 29. JANUAR EBENE 3 IM KULTURFORUM K3 LOS SANTOS Ist es Country? Oder Western? Oder doch Latin, Cajun, Tex-Mex, Surf? Sind wir in Texas? Mexiko? Kolumbien? Hawaii? Fragen über Fragen, die Los Santos da mit ihrem neuen Album aufwerfen. Keine Frage allerdings: Die musikalische Gratwanderung ist ebenso ambitioniert wie gelungen. Surfing on the Río Grande eben. Ein Treck durch viele Staaten, noch mehr Landschaften und alle Wetter. Yee-haw! Dafür legen sich die Fünf aus El Quinto Coño, Texas, mächtig ins Zeug: Akkordeon und Gitarre reiten voraus, Steel Guitar und Schlagzeug ziehen die Planwagen, der Gesang hält die Moral der Truppe zusammen. Mit Liedern über Liebe, Alkohol und das Leben jenseits von Grenze und Gesetz. ¡Sí señor! 30. JANUAR BUCHHANDLUNG DICHTUNG & WAHRHEIT LITERATUR LIVE: BOCCACCIOS »DECAMERONE« Italien im Jahr 1348: Während in Florenz die Pest wütet und bereits fast 80.000 Menschen das Leben gekostet hat, flieht eine Gruppe junger Leute auf ein toskanisches Landgut und erzählt sich an zehn Tagen genau 100 Geschichten - eine Feier des Lebens und der Liebe, die einen scharfen Kontrast zur beklemmenden Schilderung der Pest am Anfang des Buches darstellt. Die Schauspielerin Kathrin Becker wird an zwei Abenden Geschichten aus der wohl berühmtesten Novellensammlung der Welt lesen. 30. JANUAR KULTURKELLER »SEX, DRUGS UND HEXENSCHUSS« - KABARETTISTISCHE LEBENSBERATUNG MIT HELENE MIERSCHEID Helene Mierscheid blickt zurück auf die 80er Jahre. Aber

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VERANSTALTUNGEN: DEZEMBER & JANUAR auch das »Hier und Heute« wird beleuchtet. Das Publikum darf sich mit Sorgenzetteln am Programm beteiligen und auch das aktuelle politische Geschehen kommt nicht zu kurz. Ihre politischen Pointen landen mitten im Regierungsviertel, und das kann ein paar gründliche Erschütterungen vertragen. 31. JANUAR JAZZCLUB CAVE 61 EL VIOLIN LATINO 1994 zog es den Geiger Gregor Huebner zum Jazzstudium nach NY, bald jammte er in den Kneipen der Latin-Szene. »El Violin Latino« verbindet Musik aus Cuba, Brasilien und Argentinien zu Meisterwerken des Latin-Jazz. 31. JANUAR STUTTGART WAGENHALLEN GET WELL SOON Er sagte uns bei der Vorstellung seiner drei neuen Platten: »Ich bin einfach noch nicht bereit für ein neues Album, besser oder anders kann ich das jetzt auch nicht formulieren.« Kein Wunder, der Mann hat eigentlich seit seinem letzten Album The Scarlet Beast o` Seven Heads nicht wirklich richtig Pause gemacht. Nur zur Erinnerung: das letzte Casper Album produziert, die Theatermusik für »Der Meister und Margarita« am Schauspiel Frankfurt auf die Bühne gebracht, den Abspann-Song für den gefeierten Debut-Film »Oh Boy« komponiert und eingespielt, in Frankreich mit dem Orchestre National d'Ile de France zusammen gearbeitet und, und, und. Die Liste ist quasi endlos. Und jetzt werden mal eben16 neue Songs unters Volk geworfen, weil er sich noch nicht bereit fühlt für ein neues Album. Das nennen wir mal Qualitätspegel hoch halten. Um jetzt nicht sofort wieder in das nächste Wechselbad aus Tatendrang, Theatermusik und Tatenlosigkeit zu geraten, gibt es zur Ablenkung eine Kurztour im Januar. Auch für diese hat man sich ein etwas anderes Format überlegt. »A Special Night With Get Well Soon«: 1 Konzert, 3 völlig verschiedene Sets und so manche Überraschung. Das Ganze in ausgewählt intimem Rahmen. geht sicher noch mehr

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DIE NÄCHSTE AUSGABE HANIX ERSCHEINT AM 30. JANUAR 2015