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Content:
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Kostenloses Mitnahme-Exemplar Titelthema: Kulinarik mit: MONIKA HINDERER, WEINSCHWESTERN, SERKAN GÜZELCOBAN, ALEXANDER HUBER, EINER KÜCHEN- PARTY MIT MICHELIN-STERN & EIN DREI-GÄNGE-MENÜ ZUM NACHKOCHEN VON PETER VON RIBBECK Interview des Monats: Buga- Chef Hanspeter Faas GESELLSCHAFT: HEILBRONNER FRAUEN Außerdem: Kino-Regisseur Tarek Ehlail, Tee-Sommelière Uschi Marcu, Artbrau, Bürgerjournalist Jamie Trollinger, u. v. m. Nr. 48 April/Mai 2017 tischt auf!

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LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, Hanix Nr. 48 dieses Heft soll euch besonders gut »schmecken«. Themenschwerpunkt: Kulinarik. Wir können es auch offen zugeben: Diese Ausgabe hat uns sehr gemundet, sei es bei unserem Besuch zum Wintergrillen bei den WEINSCHWESTERN in Löwenstein oder bei der Küchenparty im Restaurant Amtskeller in Mulfingen-Ailringen, wo Gäste Sternekoch SEBASTIAN WIESE über die Schulter schauen durften. Autorin Maria Sanders war von der Aromavielfalt, die Gastgeberin MONIKA HINDERER bei ihrem Besuch im Esszimmer in Horkheim servierte, hin und weg. Der ehemalige Küchenchef des Künzelsauer Sternerestaurants Handicap, SERKAN GÜZELCOBAN, hat sich selbstständig gemacht und viel vor. Unter anderem wird sein Leben verfilmt. Koch PETER VON RIBBECK eröffnet im Frühjahr in Heilbronn seinen Fine- Catering-Service. In seinem neuen Domizil in der Frankfurter Straße, der ehemaligen Tagbar, hat er aber noch viel mehr vor. Uns hat er ein Rezept für ein Drei-Gänge-Menü zum Nachkochen verraten. Auf unserem Cover: CARLO BERNASCONI, illustriert von der aus Heilbronn stammenden Larissa Bertonasco. Er war Autor ihrer prämierten Kochbücher und auch schon in Heilbronn im Einsatz. 2010 kochte er zusammen mit Thomas Pfeffer in der ehemaligen Tagbar ein vegetarisches Menü, während Larissa kulinarische Geschichten vorlas. Leider ist Carlo vergangenes Jahr nach langer Erkrankung verstorben. Kommenden Herbst erscheint posthum ein weiteres Kochbuch, geschrieben von Carlo, liebevoll illustriert von Larissa Bertonasco. Es wird »La grande cucina vegetariana – Carlo Bernasconis vegetarische Menüs für Gäste« heißen. EDITORIAL Besonders gefreut haben wir uns über die Kollaboration von Bäcker Eitel und Pfeffer Lebensmittel, die für eine gemeinsame Anzeige ihre Grafikerinnen Claudia Wagner und Sonja Knoblauch in die Spur geschickt haben. Ein langersehntes gestalterisches Date zwischen Knoblauch und Wagner ist daraus entsprungen. Eitels nüchterner Kommentar: »Und wir dürfen es bezahlen.« Die Anzeige gefällt ihm aber ausgesprochen gut. Wo wir sonst noch für diese Ausgabe waren: bei der Buga, im Jugendtheater, im Arthauskino, in Kolumbien, bei einer Tee-Sommilière, in den 80ern und an vielen weiteren Orten. Lässts sich schmecken! Die Hanix-Redaktion. Oben: Carlo Bernasconi 2010 auf der Terrasse der Pfeffer Tagbar. Unten: Haben sich über ihre Zusammenarbeit gefreut: Sonja Knoblauch und Claudia Wagner.

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IMPRESSUM 6. Jahrgang VERLAG / HERAUSGEBER HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn USt.-ID: DE 271248199 Vertreten durch: Marcel Kantimm Robert Mucha CHEFREDAKTEUR Robert Mucha (V.i.S.d.P.) REDAKTION Friedemann Orths, Lea Pomocnik REDAKTIONELLE MITARBEITER Dr. Bernhard Stumpfhaus, Brigitte Fritz-Kador, Maria Sanders, Matthias Marquart, Leonore Welzin AUTOREN UND MITARBEITER Nicolai Köppel, Mares Baudewijns, Sibel Taylan, Thomas Aurich, Ralph Munz, Oliver Maria Schmitt, Annette Geisler, Maria Maroge, Katrin Lehr, Sarah Baudenbacher, Peter von Ribbeck ARTDIREKTION Raimar Schurmann LAYOUT Raimar Schurmann (Leitung), Florian Geiger FOTOGRAFEN UND ILLUSTRATORINNEN Meli Dikta (www.blickboutique.de) Memo Filiz (www.memografie.com) Ulla Kühnle (www.freiraum-photos.de) Nico Kurth (www.nicokurth.com) Judy Stoll (www.whileyousleep.de) Kathrin Leisterer Lisa Maria Klotz (www.lisamariaklotz.de) LEKTORAT Friedemann Orths, Udo Völker VERMARKTUNG & SALES Maike Endresz (verantw.), David Sansi VERLAGSKOORDINATION / ADMINISTRATION / SOCIAL MEDIA Marcel Kantimm DRUCK Druckerei Ziegler GmbH & Co. KG Auwiesen 1 74924 Neckarbischofsheim VERTRIEB Auslage an ca. 1.000 Stellen im Großraum Heilbronn KONTAKTE info@hanix-magazin.de Maike Endresz: maike.endresz@hanix-magazin.de Marcel Kantimm: marcel.kantimm@hanix-magazin.de Robert Mucha: robert.mucha@hanix-magazin.de Telefon: +49 7131 1216500 Die Meinungsäußerungen in diesem Magazin liegen in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Autoren und geben nicht zwingend die Meinung des Verlages und der Redaktion wieder. COPYRIGHT 2015 Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Kein Teil dieses Magazins darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form, gleich welcher Art, reproduziert werden. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages strafbar. 6 Hin- & Weggucker Der Bildvergleich Diesmal: GKN vor Abriss vs. Brand im Altbau 8 Stadt-, Land- und Metroleben Unsere Veranstaltungstipps für April und Mai 14 Streifzug durch die Region Diesmal mit Tanz! Heilbronn, zehn Jahre Data77112 & einem Interview mit Theresa Barth, Initiatorin der Craftbeer-Messe Artbrau 16 Smalltalk Dinge, die Heilbronner nicht sagen, Thekenphilosophen & #ashtag #eilbronn 18 600 Sekunden KÖPPELS ZEHN MINUTEN HEILBRONN Brezelwetter 20 Taschenkontrolle Uschi Marcu, Tee-Sommelière 22 Mein Lieblingsding UNTERLÄNDER ZEIGEN IHR LIEBSTES STÜCK Diesmal: Bürgerjournalist Jamie Trollinger 24 Abenteuer um die Ecke Auf die Bahn: Schwarzlicht-Minigolf in Asperg 26 Politik & Gesellschaft Frauen in Heilbronn INHALT Hanix Nr. 48

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Hanix Nr. 48 32 Kultur Gespräch mit Filmemacher Tarek Ehlail im Arthauskino Heilbronn 34 Wirtschaft Illuminati – die deset LED GmbH 36 Kunst Mojäk Galerie von Serpil Aslan und Francisco Gondar Alfonso & Michael Hieronymus 38 Film Arthaus-Tipp »Ein Dorf sieht schwarz«. Dazu weitere Filmstarts 42 Interview des Monats Buga2019-Geschäftsführer Hanspeter Faas Wir sprachen mit dem Südbadener über die Bundesgartenschau zwei Jahre vor dem Start, Meilensteine 2017 und die Schwierigkeit, junge Menschen zu erreichen HANIX NR. 48 48 Titelthema mit: Monika Hinderer, Küchenparty mit Michelin- Stern, Serkan Güzelcoban, Die Weinschwestern, Andreas Huber & einem Drei-Gänge-Menü von Peter von Ribbeck KULINARIK 64 Heilbronn – A Nice Place To Come From DIE OLIVER MARIA SCHMITT- KOLUMNE Vorzeitige Vollmondverblödung 66 Brief an die Heimat Abenteuer und Paradies in Kolumbien 68 Historischer Schuss Obst- und Gemüsehändler Hildmann, 1983 70 .jpg BILDERGALERIE U. a. New York, Handmade Love, Kinderfasching & Impressionen aus der Region 74 Veranstaltungskalender Gute Termine für April und Mai 82 Tiere ab 18 Von Lisa Maria Klotz Diesmal: Das Rosettenmeerschweinchen

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MITTWOCH, 15.02.2017, 10:41 UHR KERNKRAFTWERK NECKARWESTHEIM Für den Rückbau von Block 1 des AKW Neckarwestheim liegt nun eine offizielle Rückbau-Genehmigung des Umweltministeriums vor. Das für die Atomaufsicht in Baden-Württemberg zuständige Umweltministerium hat die 1. Stilllegungsund Abbaugenehmigung für Block 1 des Kernkraftwerks Neckarwestheim erteilt. Damit stehe dem Rückbau des Reaktors aus Sicht der Atomaufsicht nichts mehr im Weg, berichtet das Staatsministerium Baden-Württemberg. »Block 1 des Kernkraftwerks Neckarwestheim ist der erste Reaktor in Baden-Württemberg, der im Rahmen des 2011 beschlossenen Atomausstiegs zurückgebaut werden kann«, freute sich Umweltminister Franz Untersteller. »Damit beginnt eine neue Phase im Atomausstiegsprozess. Wir kommen der grünen Wiese an bisherigen Kernkraftwerksstandorten näher.« Mit der 1. Stilllegungs- und Abbaugenehmigung (1. SAG) bestätigt und genehmigt das Umweltministerium das von der EnBW Kernkraft GmbH vorgelegte Rückbaukonzept mit allen darin enthaltenen Verfahrensschritten. Im Wesentlichen umfasst die Genehmigung das Recht der EnBW Kernkraft GmbH zur endgültigen Betriebseinstellung von Block 1 des Kernkraftwerks Neckarwestheim (GKN I), das Recht zur Vorbereitung und zum Abbau von Anlagenteilen und das Recht zur Herausgabe von nicht kontaminierten und nicht aktivierten Stoffen sowie zum Umgang (Behandlung, Lagerung und Verbleib) mit radioaktiven Reststoffen. Hanix Nr. 48 Foto: Robert Mucha HINGUCKER

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DONNERSTAG, 09.02.2017, 10:23 UHR WOHNHAUS, SÜDSTRASSE/ECKE MÖNCHSEESTRASSE, HEILBRONN In der Heilbronner Innenstadt hat die Feuerwehr am Donnerstagabend des 2. Februar die Bewohner aus einem brennenden Haus gerettet. Acht Menschen, darunter auch Kinder, wurden nach Polizeiangaben leicht verletzt. Kurz nach 18 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert. Sie rückten innerhalb von wenigen Minuten an, was in diesem Fall auch besonders wichtig gewesen sei, schildert Feuerwehrkommandant Eberhard Jochim: »Beim Eintreffen der Feuerwehr hat aus dem Hochparterre zu allen Fenstern das Feuer rausgeschlagen. Es waren im ersten Obergeschoss vier Kinder und eine Frau eingeschlossen, da der Treppenraum komplett verraucht war.« Die Feuerwehr rettete die Kinder über eine Drehleiter, die Bewohnerin konnten die Einsatzkräfte über das Treppenhaus in Sicherheit bringen. Das Feuer war in der Erdgeschosswohnung des dreistöckigen Hauses in der Heilbronner Südstraße ausgebrochen. Das Feuer ist wahrscheinlich durch einen technischen Defekt ausgelöst worden. Nach Polizeiangaben liegen keine Hinweise auf Brandstiftung vor. Der Schaden am Gebäude wird auf 350.000 Euro geschätzt. Hanix Nr. 48 Foto: Meli Dikta WEGGUCKER

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TIPPS FÜR HEILBRONN Lesung 7. April KLÜPFEL & KOBR – ACHTUNG LESENSGEFAHR! Harmonie, Heilbronn Wer die Lesungen der beiden kennt, weiß natürlich, dass es auch dann richtig was zu lachen gibt, wenn die Buchdeckel mal zugeklappt sind und sie sich selbst auf die Schippe nehmen oder live mit dem Publikum interagieren. Klüpfel & Kobr wollen diesmal ein bisschen 80er-Jahre- Urlaubsatmosphäre verbreiten. Denn genau darum geht es in ihrem Buch »In der ersten Reihe sieht man Meer«, das im März erscheint. Dabei haben sie ihre eigenen Familienferien-an-der-Adria- Traumata humoristisch verarbeitet und lassen die Zeit wieder aufleben, als noch Salamibrot statt Saltimbocca angesagt war und der pikante Duft von Salzwasserkloake und Tiroler Nussöl über dem Teutonengrill lag. Dazu gibt’s Badehosen-Beweisfotos aus ihrer Jugend. Wer es nicht sehen will, muss sich eben die Augen zuhalten. Konzert 8. April BABA BURNHAM Plan B., Heilbronn Ein Schwarzbrand der groovigen melodiösen Gitarren-Bluesriffs der 70er, dem sackgraulendem Gesang des wild 60’s Soul und treibenden Hardrock-Soul- Drumbeats der Stoner-Ära, verschmilzt mit dem Blau des Bachwassers, dem Grün der Bäume und lila Chinchillas, die sich mit einem Hendrix Gitarrensolo in ihrem Raumschiff auf eine Expedition ins Ungewisse begeben und es einfach nicht lassen können, den Party-Boost-Button in Maschinengewehr-ähnlicher Taktung zu drücken. Kurz gesagt: Stimmen mit Gänsehauteffekt, Gitarren-Riffs, die Ärsche versetzten, Solos, die niemals enden sollten, Grooves, die die Tanzfläche beben lassen und Drums, die dem Ganzen Dynamik verleihen. Baut euch eine neue Schublade für big bad Baba Burnham! Workshop 8. bis 11. Mai MINT-EC-CAMP MOLEKULARBIOLOGIE experimenta, Heilbronn Junge Forscher aufgepasst. In einem dreitägigen Workshop wird euch die Möglichkeit gegeben, die moderne Molekularbiologie näher kennenzulernen und hautnah dabei zu sein, wenn es darum geht, Versuche und Experimente durchzuführen. Das MINT-EC-Camp richtet sich an Biologieinteressierte und vermittelt einen Überblick über die gängigen Experimente in der Molekularbiologie. Ziel des Kurses ist die Klonierung einer interessanten Region aus dem bakteriophagen Lambda in den Plasmidvektor pUC18. Die spezifischen Eigenschaften von DNA und Proteinen, deren Isolierung und Vervielfältigung werden ausführlich erklärt und praktisch durchgeführt. Führung & Kulinarik 14. Mai MUSEUM MIT GENUSS: FOSSILIEN – TIERE UND PFLANZEN DER TRIAS-ZEIT Museum im Deutschhof, Heilbronn Bei einem Ausstellungsrundgang die Vielfalt und Faszination unterschiedlicher Exponate entdecken und sich anschließend in gemütlicher Runde darüber unterhalten. Dazu verwöhnt Assia Rehm mit Speisen, die auf das jeweilige Thema abgestimmt sind. Ein Museumsbesuch für alle Sinne! Eine Führung inkl. alkoholfreier Getränke kostet 5 Euro, mit einem Essen sind 12 Euro fällig. Museum mit Genuss ist auch für Vegetarier geeignet, bei der Anmeldung bitte angeben. Infos und Anmeldung: Tel. 07131/562295 oder E-Mail: museum.paedagogik@stadt-heilbronn.de Bildungsmesse 18. bis 20. Mai IHK BILDUNGSMESSE Intersport RedBlue, Heilbronn Die Bildungsmesse Heilbronn wird sicherlich auch im Jahr 2017 wieder Tausende Besucher ins redblue locken. In 2016 präsentierten über 150 Unternehmen und Institutionen auf der Messe ihre Ausbildungs- und Studienangebote für den Raum Heilbronn, Schwäbisch Hall, Öhringen sowie das Jagst- und Kochertal. Das Konzept hat sich bereits mehrfach bewährt: Schülerinnen und Schüler werden im Vorfeld auf den Messebesuch vorbereitet und die ausstellenden Unternehmen setzen überwiegend Auszubildende an ihren Messeständen ein, um ein Gespräch auf Augenhöhe zu erzielen. Ausstellung Bis 19. Mai PATRICK THOMAS »ZEICHEN« Mojäk Galerie, Heilbronn »Zeichen« ist Patrick Thomas erste Ausstellung in der kürzlich eröffneten Mojäk Galerie. Hier wird ein zuvor noch nicht ausgestellter »Body Of Modulor«- Druck zu sehen sein, welcher einen Teil der »Multiples«-Serie des Künstlers darstellt, die unter Verwendung des industriellen Siebdruckprozesses entstand. STADTLEBEN Hanix Nr. 48

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DIE TIPPS FÜR REGION Bandcontest 22. April BLACKSHEEP JUGENDCONTEST Bonfeld Die blacksheep Kulturinitiative Bonfeld e. V. schreibt zum vierten Mal einen Bandcontest für junge Musiker aus. Gewinner im vorherigen Jahr war High Tide aus Heilbronn. Beim blacksheep Bandcontest 2017 spielen am Samstag, 22. April, ab 19 Uhr in der Bislandhalle in Bonfeld fünf Bands um den Sieg und um einen Auftritt beim blacksheep Festival, das vom 22. Juni bis 24. Juni rund um das Bonfelder Schloss stattfindet. Eine fachkundige Jury stimmt zusammen mit dem Publikum ab. Konzert 28. April DRIVE DARLING Horst-Haug-Halle, Schwaigern Drive Darling steht für handgemachten Indie-Rock. Dabei kombinieren sie Brit- Pop Elemente mit Southern Rock und erzeugen einen internationalen Sound, der kaum vermuten lässt, dass die Heimat in Deutschland liegt. Drive Darling sind energiegeladen, ob leise oder laut – einfach ein besonderes Konzerterlebnis. Die Band entstand Mitte 2014 in Heilbronn. Nun sind die vier Musiker auf umfangreicher Tour durch Deutschland, Österreich und Ungarn. Wer den Schwaigern-Termin verpasst: Am 13. Mai steht Drive Darling in der Ebene 3 in Heilbronn auf der Bühne. Elektrofestival 30. April SUNDOWNER FESTIVAL 2017 Tagungsort Rothenburg ob der Tauber, Wildbad Der Sundowner wird fünf Jahre jung. Wieder gibt es elektronische Musik, eine einzigartige Location und ein noch einzigartigeres Festival. Es wird wieder bunt und elektrisierend. Es wird eine Reise zu den Träumen und der Fantasie. Abtauchen in eine kleine Welt voller Musik und Kunst, verteilt auf drei Bühnen. So weit weg vom Alltag und der Realität wie möglich. So verrückt wie möglich. So wild wie möglich. Und so durchgedreht wie möglich. Und doch fantastisch schön. Internationales Musikevent Ab 4. Mai SCHLOSSFESTSPIELE LUDWIGSBURG Theatersaal Forum am Schlosspark, Ludwigsburg »Die Farben der Freiheit« grundieren die Ludwigsburger Schlossfestspiele, die vom 4. Mai bis 22. Juli 2017 stattfinden. Zig Künstler, die sich die Freiheit nehmen, sich auch außerhalb der üblichen Genregrenzen zu bewegen, sind in Ludwigsburg zu Gast. Auch die Tanzproduktionen des Balletts am Rhein um Choreograf Martin Schläpfer und Alain Platels neues Tanztheater »Nicht schlafen« versprechen bereichernde Entdeckungen. Neben dem Hauptspielort Ludwigsburg bieten die Schlossfestspiele besondere Konzertmomente auch in Bietigheim-Bissingen, Haigerloch, Salem, Stuttgart, Tamm, Wertheim und Wolfegg. Konzert 6. Mai LANGE KUNSTNACHT Innenstadt, Bad Wimpfen Kultur und Begegnung ist das Motto der langen Kunst- und Kulturnacht. Mehr als 40 Einzelaktivitäten von Einzelhändlern, Gastronomen und Einwohnern verwandeln Jahr für Jahr die historische Altstadt Bad Wimpfens in eine einzige große Kunstgalerie. Kleine Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, wer an diesem Abend durch die Altstadt flaniert, findet unterschiedlichste kulturelle Angebote. Für die Stärkung zwischendurch sorgen die Gastronomen der Altstadt und der Gastromeile auf dem Marktplatz. Kultur & Musik Ab 25. Mai HOHENLOHER KULTURSOMMER Diverse Veranstaltungsorte Mit hervorragenden Ensembles und Künstlern, großer Orchestermusik, kleinen Kammermusiken, Solo-Klavierabenden, Abendserenaden und Musikfesten über Barock und Klassik bis hin zu populärer Weltmusik und eigenen Konzertideen hat sich der Hohenloher Kultursommer regional und überregional etabliert. Vom 5. bis 20. Mai findet zudem das UpBeat Hohenlohe 2017 statt. In drei Terminblöcken kommen junge Bands aus dem Feld der wachsenden deutschen (Jazz-)Bandszene nach Hohenlohe. An drei kooperierenden Schulen bieten die jungen Musiker in Werkstatt-Konzerten den Schülerinnen und Schülern Musikunterricht zum Anfassen. LANDLEBEN Hanix Nr. 48

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So vielfältig wie ein gutes Menü. Erfahren Sie mehr bei uns im Porsche Zentrum Heilbronn. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel.: +49 7131 5034-200 Fax: +49 7131 5034-220 info@porsche-heilbronn.de www.porsche-heilbronn.de

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DIE TIPPS FÜR S, MA, HD & KA Elektronisches Musikevent 1. April TIME WARP Maimarkthalle, Mannheim Beim Time Warp treffen Raver und Musikbegeisterte der Technoszene ganz nach dem Motto »Techno is my culture« zusammen, um zu eskalieren. Unfassbare 18 Stunden lang krachen die Bässe mit 150 Beats per Minute unterm Hallendach. Fans von elektronischer Beatmusik kommen hier voll auf ihre Kosten. Das Elektrofestival ist seit 2005 auch im Ausland präsent, so gab es Stationen in Wien, Prag und seit 2008 regelmäßig in den Niederlanden. Tausende Raver aus halb Europa geben auf den verschiedenen Floors in der Maimarkthalle Mannheim Vollgas. Kabarett 7. April JOSEF HADER – HADER SPIELT HADER Theaterhaus, Stuttgart Der fantastische Geschichtenerzähler aus »privat« – mit Hornbrille auf die Welt gekommen? Der ausgeflippte Werbetexter aus »im Keller«, der keine Kullerparty auslässt? Oder der schmierige Bierzeltentertainer aus »bunter Abend«, der sich so lange mit Rum zuschüttet, bis er endlich keine Witze mehr hervorbringt? Oder der Bauernbub aus »Biagn oder Brechn«, der glaubt, jedes Problem in dieser Welt ließe sich »tadellossuper« mit Kunstdünger lösen? Josef Hader lässt alle diese Figuren zu einer tragisch-komischen Arschgeigenparade antreten. In allen diesen Figuren findet sich ein Stück Josef Hader. Und darüber hinaus: ein Stück Österreich. Ein Stück Mensch. Ein Stück von einem selber. Theaterfestival 28. April bis 7. Mai HEIDELBERGER STÜCKEMARKT Diverse Veranstaltungsorte Heidelberg Der Heidelberger Stückemarkt ist eine Plattform für zeitgenössische deutschsprachige und internationale Dramatik und innovative künstlerische Ansätze. Das Festival wird jährlich vom Theater und Orchester Heidelberg veranstaltet und präsentiert ein umfangreiches Gastspielprogramm aus Uraufführungen von verschiedenen Theatern und Gruppen sowie neue, noch nicht uraufgeführte Stücke. Der Heidelberger Stückemarkt bietet Raum für den Austausch zwischen Dramatikern, Theatermachern und Publikum und Diskussion über Gegenwartsdramatik und neue Theaterästhetiken. Symposium 1. bis 3. Mai 2. HEIDELBERGER SYMPOSIUM: VERANTWORTEN – UNTER DER SCHIRMHERRSCHAFT VON WINFRIED KRETSCHMANN Universität, Heidelberg »Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut« – anhand dieses Zitats von Voltaire wird deutlich, welchen Stellenwert das Thema verAntworten in unserem Handeln hat. Da liegt es nahe, dass der Geltungsbereich der Verantwortung sehr umfangreich ist. So betrifft dies viele Fragen, die wir uns in Anbetracht aktueller Geschehnisse stellen, sei es die aktuelle Flücht- lingslage, die umstrittene Geldpolitik der EZB, die Macht der Pharmakonzerne oder die Rolle von Geheimdiensten. Im Rahmen des 29. Heidelberger Symposiums begegnen wir dem Thema verAntworten auf den unterschiedlichsten Ebenen und nehmen hierbei verschiedene Perspektiven ein. Kreativkonferenz 2. Mai INTERNATIONAL CONFERENCE ON ANIMATION, EFFECTS, VR, GAMES AND TRANSMEDIA Haus der Wirtschaft, Stuttgart Künstler, Wissenschaftler, Produzenten und andere Spezialisten aus allen Teilen der Welt berichten über neue Projekte, Entwicklungen und Möglichkeiten. Die FMX ist eine englischsprachige Veranstaltung. Sie besteht aus dem eigentlichen Konferenzteil mit Talks, Papers und Screenings, aus dem Markt mit einem Trade Floor, Workshops und Firmenpräsentationen sowie den Bereichen Recruiting und Talents mit einem großen Stellenmarkt, Hochschul-Präsentationen und einer Ideen- Börse. Konzert 24. Mai MIWATA JubeZ, Karlsruhe Miwata gewinnt! Seine EP »Nicht Ohne Grund« vereint Pop, Dancehall, Reggae und Hip-Hop zu großen Songs mit echter Street-Credibility. Ausdrucksvolle Texte, eine vielsagende Stimme und Beats machen Miwata aus. Er lässt seine Hörer fühlen, was er denkt. Der junge Sänger begeistert mit Melodien, die direkt ins Herz gehen. Weit über die Reggae-Szene hinaus hat sich der Riddim-Newcomer als echter Performer etabliert. Denn er kann mehr als nur singen: Seine Botschaft ist echt und beschäftigt sich mit der Liebe, dem Leben und allem, was dazwischen liegt. METROLEBEN Hanix Nr. 48

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Ziegler ZIEGLERKUNDE SEIT 2012 ….WEIL WIR DIE PERSÖNLICHE BERATUNG UND DAS GEGENSEITEIGE VERTRAUEN SCHÄTZEN! [Benjamin Pfendt, Marketingmanager, WIBRE Elektrogeräte] FÜHRENDER HERSTELLER KREATIVER BELEUCHTUNGSLÖSUNGEN. Die komplette Kundenstimme unter: www.crossmediaexperts.de

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»CRAFTBEER HAT ECKEN UND KANTEN« Ihre Bachelorarbeit wurde zum Auslöser für die Craftbeer-Messe in Heilbronn. THERESA BARTH ist Projektleiterin der Artbrau und organisiert zusammen mit Stephan Nagel und Nelly Roth das Fest der kreativen Braukunst. Bereits zum dritten Mal treffen im Süddeutschen Eisenbahnmuseum Craftbeer und Streetfood aufeinander und geben Besuchern die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre die Kreationen der Brauereien zu verkosten. Von Lea Pomocnik, Foto: Meli Dikta Die Artbrau findet am 7. und 8. April 2017 im Süddeutschen Eisenbahnmuseum in Böckingen statt. Hanix: Durch deine Bachelorarbeit hast du Craftbeer näher kennengelernt. Wieso hast du dich für Bier und nicht etwa für Wein oder Whiskey entschieden? Theresa Barth: Craft Beer war etwas gänzlich Neues, worüber noch niemand geforscht hatte. Auf diesem Gebiet gab es also noch einiges zu entdecken. Hinter dem Begriff Craftbeer verbirgt sich Brauereikunst, die noch »von Hand« entwickelt wird? Aus dem Englischen übersetzt bedeutet es »handwerklich gebraute Biere«. Das heißt, dass der Bierbrauer viel ausprobiert. Um eine besondere Röstnote zu erhalten, spielt er zum Beispiel mit verschiedenen Malzen oder kombiniert unterschiedliche Hopfensorten und denkt sich die verrücktesten Kreationen aus. Craftbeer hat Ecken und Kanten, geht also über den Standardbiergeschmack hinaus. Kannst du uns einige beliebte Sorten nennen? Pale Ales sind sehr massentaugliche Biere, die auch bei Frauen sehr beliebt sind. Sie haben eine fruchtige Note wie das Distel Blond von Distelhäuser oder das Citra Ale von Hopfenstopfer. Das India Pale Ale ist auch sehr beliebt. Dieses ist stärker gehopft und deshalb auch bitterer im Abgang, also eher etwas Kräftiges. Die Artbrau findet dieses Jahr zum dritten Mal statt. Bleibt es beim gewohnten Programm oder gibt es in diesem Jahr Besonderheiten, die du verraten kannst? Der Ablauf bleibt vorerst derselbe wie in den vergangenen zwei Jahren. Im Fokus steht das Verkosten von Craftbeer in lockerer Atmosphäre. Es wird außerdem einen Gin-Stand geben und auch einige Highlights sind geplant, die ich aber noch nicht verraten möchte. Gründe für die Artbrau kannst du sicherlich reichlich aufzählen … Unser Hauptziel ist es, das Craftbeer in Heilbronn bekannt zu machen und die Leute dafür zu sensibilisieren. Wir möchten zeigen, dass es mehr als das »Standard-Bier« gibt. Das ganze Thema beim Endverbraucher bekannt zu machen und dem Bier einen Stellenwert zu geben gehört ebenfalls zu unseren Zielen. Wird die Biermesse von Frauen gleichermaßen angenommen wie von Männern? Und erreicht ihr die Jungen als Zielgruppe? Überraschenderweise besuchen wirklich viele Frauen die Artbrau, vor allem junge. Frauen mittleren Alters sieht man hier nur sehr wenige. Der größte Anteil an Besuchern ist zwischen 18 und 33 Jahre alt, Männer sind aber durchaus stärker vertreten als Frauen. Einen Profitipp aus dem Bereich Foodpairing und Craftbeer bitte: Gibt es kulinarische Top-Kombis, die du uns verraten würdest? Was ich persönlich schon probiert habe und wovon ich auch sehr überzeugt bin, ist Bier in Kombination mit Schokolade. Das ist wirklich der Hammer. Das Mathilda Soleil zusammen mit einem Stück Käse war ebenfalls der Wahnsinn. Der Craftbeer-Boom ist sicher auch interessant für Großbrauereien? Beck’s stellt Craftbeer her. Jedoch werden diese Produkte von den Craftbeer-Trinkern nicht so gern angenommen. Craftbeer-Brauer sind authentische Brauer, die Bier lieben und zu 100 Prozent dahinterstehen. Sie verbringen zig Stunden damit, ihr Bier handwerklich herzustellen. Das ist charakteristisch für Craftbeer. Diese Besonderheit geht bei den großen, bekannten Bierherstellern durch die Massenproduktion verloren. Durch deren Möglichkeiten im Marketing bringen die Großbrauereien das Thema jedoch ganz schön voran. Dein persönliches Craftbeer-Highlight? Ich habe das Hop Stuff von Welde für mich entdeckt. Aber auch das Barrel Bock das in Whiskeyfässern gelagert wird, finde ich richtig gut. Das sind wirklich tolle Biere, da sie einen ganz anderen Geschmack haben. ◆ Hanix Nr. 48 STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION

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Hanix Nr. 48 WELCHE WERTE WOLLEN WIR VERTEIDIGEN? Das 9. Festival Tanz! Heilbronn stellt vom 17. bis 21. Mai die Frage »Was bleibt? Was zählt?« »Zwanzig Liter Schweiß in zwanzig Jahren!«, bilanziert eine Tänzerin ihr Berufsleben. Nach jeder Vorstellung habe sie ihre Klamotten ausgewrungen und die Flüssigkeit in Flaschen gefüllt. Das Zitat stammt aus »Water between three hands« der Kompanie Dance on. Das Berliner Ensemble aus sechs Tänzerpersönlichkeiten im Alter von 40 bis 50 Jahren, die auf ihre Karrieren zurückblicken, haben das Stück aus Erinnerungen erarbeitet, die wie »Wasser zwischen drei Händen« rinnen. »Water between three hands« ist der Auftakt des 9. Festivals »Tanz! Heilbronn«, das international besetzt, vom 17. bis 21. Mai eine repräsentative Umschau des modernen Tanztheaters bietet. Kuratorin Karin Kirchhoff hat das Festival unter das Motto »Was bleibt? Was zählt?« gestellt. Rasante gesellschaftliche und politische Veränderungen dringen ins Leben jedes Einzelnen. »Konnte man sich bislang in Sicherheit wiegen, beschleicht einen nun das Gefühl, die Stimmung könnte kippen«, so Kirchhoff. Welche Werte wollen wir vor dem Hintergrund des wachsenden Populismus’, nationalistischen Gedankenguts und auftrumpfender Autokraten verteidigen? Was hat Bestand? Wie wollen wir leben? Kein Tanzfestival könne in fünf Tagen die Weltpolitik abhandeln, aber es gehe um die Essenz, es stellten sich grundsätzliche Fragen. Beispielsweise die nach »Artikel Eins«, so der Titel eines Stückes, das Breakdance-Weltmeister und Choreograf Kadir »Amigo« Memis mit einer Cast türkischund arabischstämmiger junger Männer aus der Region erarbeitet. »Cybermobbing ist die Pest des 21. Jahrhunderts«, sagt die Japanerin Yui Kawaguchi. Zur Musik »La Danse macabre« des Franzosen Camille Saint-Saëns hat sie der schwedischen Tänzerin Anna Holmström eine Choreographie gewidmet, die sich mit Cybermobbing und den Folgen auseinandersetzt. Die Welt des Hieronymus Bosch, dessen 500. Todestag im vergangenen Jahr gefeiert wurde, erschließt sich die kanadische Choreographin Marie Chouinard mit ihrer zehnköpfigen Compagnie anhand des Triptychons »Der Garten der Lüste«. Weitere Tanzproduktionen kommen aus Tunesien (Hamdi Dridi: »Tu Meurs De Terre«), dem Iran (Omar Rajeh: »Zaafaran«), Neuseeland (Christoph Winkler/ Aloalii Tapu: »Urban Soul Café« quasi eine Hommage an Pina Bauschs »Café Müller«), Holland (Joeri Dubbe: »Kiraly«) und China (Yang Zhen: »Minorities«). Ein globales Tanz-Panorama, das den Blick für Spannungsfelder sensibilisiert. Wie in jedem Jahr stehen wieder Workshops auf dem Programm. Mit der Festivalcard kann man alle Vorstellungen anschauen und spart über 30 Prozent gegenüber dem Einzelverkauf. ◆ (lew) Infos: www.theater-heilbronn.de 10 JAHRE 10 STUNDEN Wir sagen »Happy Birthday Data77112!« Grund genug, um das bei guter Stimmung so richtig ausgelassen zu feiern. Vom Ganztages-Bistro mit Mittagstisch zu einer alternativen Bar, »das ist das, was die Leute in den vergangenen Jahren daraus gemacht haben«, erzählt Dominic vom Data. Schon lange ist bekannt: Wer fernab von Franchise-Lokalen, Happy Hour und Cocktails den Abend verbringen möchte, kommt ins Data und begibt sich in eine spannende Reise durch Raum, Zeit und Genres. Innerhalb weniger Stunden erlebt man gleich mehrere Abende, denn rotierende Gäste und wechselnde Musik sorgen immer für eine bunte Mischung. Die Schließung des Complex 23 macht das Data zudem zum einzigen Ort der alternativen Bar-Szene. Man kann hier einfach man selbst sein, alles auf sich zukommen lassen und dabei den Abend mit tollen Menschen genießen. Im Data ist jeder willkommen. Am 1. April geht es mit der Jubiläumsfeierei bereits um 14 Uhr mit Beats von unter anderem Teqdrum, Candy Pollard von Who the Fuck und Rickbobjames los. Bei Kaffee, Kuchen und Baklava steigt die Stimmung bis zum Einbruch des Abends. Ab 20 Uhr gibts für die Geburtstagsgäste Livemusik von Siggi (Funkypeperonies) und Dani Dorchin. Alles Liebe, verehrtes Data-Team, auf die nächsten zehn Jahre! ◆ (lep) STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION

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Dinge, die Heilbronner nicht sagen: »Entspannter Wohnungsmarkt hier in der Stadt.« THEKENPHILOSOPHEN In jeder Ausgabe stellen wir unseren Thekenphilosophen eine knifflige Frage aus dem Leben. Das Szenario: Der Gast sitzt an der Theke, weiß nicht weiter und fragt den Wirt nach dem richtungsweisenden Ratschlag. Unser Thekenszenario diesmal: Auch dem Gast ist nicht entgangen, dass der Einzelhandel in Heilbronn in einer Krise steckt. So säumen immer mehr Ein-Euro-Shops oder Handyläden Heilbronns Straßen, die zumeist nach wenigen Monaten wieder schließen müssen. Was kann getan werden, damit Heilbronn eine attraktivere Stadt für den Einzelhandel wird? Protokoll: Friedemann Orths Fotos: Ulla Kühnle Sibel Taylan, Data 77112 Heilbronnx ist irgendwie so ohne Philosophie – oder ich kann keine erkennen. Die Zeiten und die Verhaltensweisen haben sich übelst verändert: Geschmack, Anspruch, Werte, ach, die allgemeine Lebensqualität und die Einstellung der Leute lässt mir zu wünschen übrig. Dann die Wuchermieten! Ich kenne einige Künstler, Handwerker, Händler und Träumer, die klasse Ideen haben und mutig genug wären und frischen Wind in die Fußgängerzone bringen würden, jedoch am Geld scheitern. Yo, die wandern dann eben aus oder können so ihren Traum nicht realisieren … und irgendwo wirds schöner. Also was? Straßen, Fußgängerzonen, Räume, Plätze als Treffpunkte: familienfreundlich und generationsgerecht. Zum Beispiel Kunstorte, eine kleine Galerie von Kinderbildern, oder einfach ein Bücherregal, oder eine Tafel, worauf man Veranstaltungen bewerben kann, oder ein Trinkbrunnen, oder ein Ort, an dem ein paar Apfelbäume gepflanzt werden … Auf zur Verbesserung der Lebensqualität: Zeit für mehr Toleranz, Offenheit, Großzügigkeit und womöglich sogar Nächstenliebe? Thomas Aurich, u. a. Winterdorf Heilbronn ist eine supertolle Einkaufsstadt. Wenn ich das mit meiner Heimatstadt Karlsruhe vergleiche, kommt Heilbronn bestens weg. Apropos Vergleiche, Heilbronn und Stuttgart, wie das leider viele Menschen angehen, hinkt schon a bissl, gell? 120 zu 565 Tausend Einwohner. Der Rewe kommt mit 120 Studi-Appartments in die Sülmercity. Wenn dann der Gemeinderat endlich noch das Okay zum Umbau der Turmstraße gibt und der Strom der Hochschule sich zwischen Neckarmeile und Sülmerstraße teilt, dann kommen da hoffentlich flippige Läden hin. Und ich werde dann noch mehr zufrieden sein! Ralph Munz, u. a. The Rooms Club Ein florierender Einzelhandel bedingt für mich, dass es inhabergeführte Spezialgeschäfte mit individuellem Sortiment gibt. Wo der Spaß beim Betrachten entsteht und dem Impuls nachgegangen wird, etwas zu kaufen. Davon spürt man in Heilbronn schon lange nichts mehr. Schade, es war auch schon mal anders. Deswegen stellt sich die Frage, nicht nur in Heilbronn: Was passiert denn mit dem Einzelhandel? Brauchen wir überhaupt noch teuer eingerichtete Schaufenster, die so viel Miete kosten und dann doch nur eine begrenzte Auswahl anbieten können? Tübingens OB hat da eine gute Idee: Den meisten Umsatz machen Amazon und die anderen digitalen Warenhäuser komischerweise sonntags. Aber nicht, weil alle Geschäfte zu haben, sondern weil wir sonntags Zeit haben, mit der Familie abhängen und es Spaß macht, gemeinsam einzukaufen. Deswegen sein Rat, und dem schließe ich mich an: Die Ladenschlusszeiten müssen den Bedürfnissen der Kunden angepasst werden und nicht mehr von kirchlichen Bestimmungen beeinflusst werden. Alle an einem Strang, alle miteinander? Make Heilbronn great again! Mares Baudewijns, Eckstein Heilbronn hat einen gewaltig hohen Mietspiegel. Die Eigentümer wollen sich ihrer Miete sicher sein und vergeben Pachtverträge eben lieber an Ketten. Geld regiert die Welt. Das Online-Shopping nimmt stetig zu und somit bleibt weniger für den Einzelhandel. Viele Heilbronner geben ihr Geld auch gerne in anderen Städten aus wie Stuttgart oder München. Man möchte ja, um Gottes Willen, nicht mit dem gleichen Kleidungsstück gesehen werden. Attraktiver gestalten? Mieten senken, damit der ein oder andere seine Geschäftsidee in unserer Stadt umsetzen kann. SMALLTALK Hanix Nr. 48

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#ASHTAG #EILBRONN Unsere Social-Media-Rückschau zu Heilbronn. Mal spannend und unterhaltsam, oft langweilig und öde. Wir schlagen uns für euch durchs Heilbronner Twitterund Facebook-Dickicht und scrollen auch da, wo es wehtut. Klaus Gehrig, Chef der Schwarz-Gruppe, macht seinem Spitznamen alle Ehre: Killerwal! Am 7. Februar um 11:36 Uhr vermeldete Stimme.de »Erstmals gibt es an der Spitze der Neckarsulmer Schwarz-Gruppe ein fünfköpfiges Führungsgremium, das gemeinsam über strategische Themen des Handelskonzerns entscheidet.« Um 13:30 Uhr desselben Tages veröffentlichten die Redakteure aus der Allee die nächste Nachricht aus der Konzernzentrale in Neckarsulm: »Intern gab es Unstimmigkeiten, nun kam es zum Chefwechsel.« Keine zwei Stunden hielt die neue Führungsstruktur, ehe »Killerwal« Klaus Gehrig (Chef der Schwarz-Gruppe) die kleine »Robbe« Sven Seidel (Lidl-Chef) als Zwischenmahlzeit verspeiste. Neuer »Seehund« in Gehrigs Gewässern: der 38-jährige Jesper Hojer (seit 07.02.17 Lidl-Chef). echo24.de kreiert: die Halb-Neckarsulmerin Nicht schlecht gewundert haben wir uns, als die echo24.de-Redaktion verzweifelt noch etwas mit regionalem Bezug schlagzeilen musste und dabei herauskam: »ESC-Vorentscheid: Halb- Neckarsulmerin raus!« Und weiter: »Gebürtige Kölnerin, Halb-Schwedin und … Halb-Neckarsulmerin.« Wir freuen uns schon diebisch auf die nächste Schlagzeile aus der Austraße. Hoffentlich mit ähnlichem Strickmuster, zum Beispiel in der Art: »Mischjunge: Mann aus Öhringen und Frau aus Heilbronn werden Eltern. Ist das Kind Hohenländer oder Unterloher?« Gesamt-Staurate in Deutschland: Region Heilbronn auf Platz 1 Wieder mal ein Spitzenplatz für Heilbronn in einer Rangliste, die man schnell in der untersten Schublade verschwinden lassen möchte. Die Region Heilbronn hat die höchste Gesamt-Staurate Deutschlands (18 Prozent). Laut Untersuchung fließt der Verkehr in die Stadt hinein und aus der Stadt heraus über den gesamten Tag gesehen deutschlandweit am zähesten. Ebenso müssen Unternehmen, deren Mitarbeiter mit Pkw oder Transportern unterwegs sind, die meisten Verzögerungen in Heilbronn in Kauf nehmen. Genauso an der Negativspitze ist Heilbronn bei den Wochenend-Stauraten. Selbst Hamburg und München können hier laut Untersuchung nicht mithalten. Wir schaffen Verbindungen und sind Ihr Wegbereiter. Trassenlegung für Windkraftanlage. Machen die Wegbereiter auch den Weg frei für neue Energieformen? Für Windkraftanlagen schaffen wir mit unserem Kabelpflug die Verbindung zwischen Stromerzeuger und -nutzer. Schneider Bau GmbH & Co. KG 74074 Heilbronn · Hans-Rießer-Straße 18 Telefon 0 71 31 / 94 43 - 0 www.IhrWegbereiter.de http://www.facebook.com/IhrWegbereiter

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Der Frühling ist da. Die Leute gehen wieder vor die Tür. Ich auch. Von Nicolai Köppel, Foto: Ulla Kühnle Brezelwetter Weil zuhause alles erledigt ist, die Bude blitzt und blinkt, der Garten wie eine Horde Einsen dasteht und alle Anrufe mit meinem immer gleichen »Ich weiß, hab ich schon erledigt« enden, mache ich einen Spaziergang. Weil aber auch der Hund bereits gelüftet und geleert ist, kehre ich dem Weg in die Weinberge den Rücken und lenke meine Schritte Richtung Stadt. Mir ist langweilig. Mein Nachbar mäht den Rasen, ich frage ihn kurz, wie es ihm geht, und wie seiner Frau. Die Sonne zwitschert, die Vögel scheinen vor sich hin zu leben wie ich auch, aber denen ist wenigstens nicht langweilig, wahrscheinlich suchen sie Brotkrumen. An der Natur kann man sich ein Beispiel nehmen, denke ich und kaufe mir in meiner Stammbäckerei eine Brezel, die ich auf dem Weg in die Stadt esse und dann dort irgendwas erledige, was ich erst erfinden muss, denn alles andere ist ja bereits erledigt. Was nun? Ich brauche eine Idee. Ideen entstehen aus Not oder aus Langeweile, wobei Langeweile ja eine Not ist. Diese Erkenntnis amüsiert mich für 0,2 Sekunden, dann ist mir wieder langweilig. Auf dem Rückweg merke ich, dass eine einsame Brezel kein ordentliches Frühstück für einen derart selbstzufriedenen Kerl ist, wie ich einer bin – also betrete ich die Bäckerei erneut und sinniere in der Warteschlange: Es muss was geschehen! Ich brauche etwas Unerwartetes! Und wenn mich die Welt langweilt, darf ich sie nicht zurücklangweilen, das gehört sich nicht! Als ich drankomme und bei derselben Bäckereifachangestellten wie vorher wieder eine Brezel erbitte, sieht sie mich an und hält inne. »Sie waren doch vorhin schon mal da.« Und wie es sich für einen Geistesblitz gehört, antworte ich, ehe ich selbst begreife, was ich vorhabe: »Nein, wieso?« Die Bäckereifachangestellte zieht die Brauen zusammen, schüttelt den Kopf und lächelt. »Tschuldigung, dann hab ich ... egal. 70 Cent.« Die neuerliche Brezel kauend, komme ich wieder am Haus meines Nachbarn vorbei. Mittlerweile sortiert er seine Blumentöpfe nach Größe. Ich frage ihn kurz, wie es ihm geht, wie seiner Frau und dann, was er da macht. Ich bekomme Auskunft, aber er guckt schon ein bisschen komisch. Die Sache beginnt, mir Spaß zu machen. Die Frühlingssonne wärmt die Gegend auf, mir ist warm geworden. Ich ziehe mich zuhause um, kämme mir die Haare anders und setze die Kontaktlinsen ein. Mein Nachbar steigt gerade ins Auto. Ich halte ihn auf. Endlich sieht man sich mal wieder, sage ich, jetzt, wo das Wetter besser wird. Wie es ihm denn geht und wie seiner Frau. Gut, immer noch, betont er und rauscht ab. Ich gehe mir eine Brezel kaufen. Diesmal guckt die Bäckereifachangestellte noch seltsamer, aber sie sagt nichts. Ich stecke die Brezel ein und plane, sie später zu essen, denn irgendwann ists auch genug mit der Laugenware. Ich drücke mich in der Nähe der Bäckerei herum und lege eine Viertelstunde später mit Brezelbegehren Nummer Vier nach. Als sie mich sieht, verschwindet die Bäckereifachangestellte in ein hinter dem Tresen liegendes Kabuff und lässt der Kollegin den Vortritt. Die fragt: »Eine Brezel?« Durchaus, sage ich mit gespieltem Erstaunen – aber wie sie denn das wissen könne? Nun, sagt die zweite Bäckereifachangestellte, ihre Kollegin habe ihr schon erzählt, dass ich heute nicht zum ersten Mal hier sei. Ich berichte knapp, aber launig und absolut glaubwürdig, dass ich eben erst von einem ganz wichtigen, aber unvernünftig zeitig am Tag anberaumten Termin komme, und weil ich von Haus aus kein Frühstücker sei, habe ich jetzt den ganzen Tag noch nichts gegessen. Man sieht der Bäckereifachangestellten an, dass sie nun am Bericht ihrer Kollegin zweifelt. Weil das Auto meines Nachbarn noch nicht wieder da ist, fahre ich zum Baumarkt, wo er sich vormittags immer herumtreibt. Ich finde ihn vor dem Schraubenregal. Seiner Frau und ihm geht es gut, aber eine Brezel möchte er gerade nicht geschenkt bekommen. Bis um 16 Uhr meine Stammkneipe öffnet, habe ich fünf Brezeln gegessen und sechs weitere gekauft, wobei es zunehmend schwieriger wurde, jeden Kommentar und jede vorschnelle Brezelreichung durch die jeweilige Bäckereifachangestellte mit meiner Bestellung auszubremsen. Kurz vor 600 SEKUNDEN – DIE STADTKOLUMNE Hanix Nr. 48

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vier, als gerade neue Brezeln fertig sind, betritt kurz nach mir mein Nachbar die Bäckerei, sieht mich und unterrichtet mich sogleich ungefragt, dass es seiner Frau und ihm gut gehe, was einen irgendwie seltsamen Eindruck macht. Vor dem Laden beobachte ich, wie mein Nachbar den Erwerb seines Vesperlaibs erledigt und meine Bäckereifachangestellte ihn freundlich und geschäftig bedient und ohne weitere Worte verabschiedet. Es ist fast ein bisschen schade, dass sie nicht ins Gespräch kommen. Noch bedauernswerter wäre nur, dass ich dieses Gespräch nicht hätte belauschen können. In meiner Stammkneipe stehe ich kurz nach vier an der Bar, habe den Rucksack abgesetzt und sage zu meiner Stammbedienung: »Ein kleines. Da freu ich mich schon den ganzen Tag drauf.« Ich kriege mein kleines Bier und warte, bis meine Stammbedienung nach hinten geht, um irgendwas zu erledigen. Ich trinke das Glas aus, stecke es mitsamt dem Bierdeckel ein, auf dem mein flüssiger Verzehr durch einen kurzen Strich notiert ist, verlasse das Etablissement, gehe um den Block und setze auf halbem Weg meine Brille auf. Wieder in der Kneipe wiederhole ich meine Bestellung. Meine Stammbedienung sagt: »Du kannst mich jetzt für wahnsinnig halten, aber ich dachte gerade, du wärst schon da.« »Gestern war ich da«, sage ich, weil es stimmt. Die Kneipe beginnt sich langsam zu füllen, meine Stammbedienung ist bis neunzehn Uhr immer alleine und chronisch überfordert damit, daher funktioniert das Spiel auch hier bis zum vierten Bier, wennschon mein Rucksackinhalt beim letzten Mal schon ein wenig vor sich hinklirrt. Meine Frau müsste langsam von der Arbeit wiederkommen, denke ich, zahle mein kleines Bier und trete den Heimweg an. »Schönen Gruß von nebenan«, sagt meine Frau beim Abendessen. »Danke«, sage ich, »wie gehts ihnen?« »Hat sie nicht gesagt«, antwortet meine Frau, und: »Könntest du bitte den Müll runtertragen, wenn du das nächste Mal rausgehst?« »Immer ich«, sage ich und denke, ein bisschen bessere Laune könnte sie schon haben. Immerhin ist Frühling. Aber dass ich Brezeln mitgebracht habe, freut sie dann doch. ◆ Nicolai Köppel denkt sich diese Kolumne »600 Sekunden« nicht aus, sondern lässt sie jedesmal extra passieren. Mehr gibt’s hier: www.nicolaikoeppel.de Adventure Company GmbH | Edisonstraße 3 | 74076 Heilbronn | Tel. 07131-87055 www.adco-hn.de

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Sich treiben lassen, die Ruhe, aber auch den Puls des Lebens spüren, viel lachen, quatschen und sich selbst nicht so wichtig nehmen, dankbar sein für die kleinen Dinge im Leben und sie bewusst genießen – das ist wohl das Rezept für das heitere Gemüt von Uschi Marcu. Die 45-jährige Heilbronnerin und Mutter des 19-jährigen Lauren ist Goldschmiedin, Heilerziehungspflegerin und seit fünf Jahren ausgebildete Tee-Sommelière. Im Kaffeehaus Hagen verrät sie in Seminaren und hinter dem Verkaufstresen die Geheimnisse guten Tees. Von Maria Maroge, Fotos: Meli Dikta Heiter durchs Leben mit einer Tasse Tee BERUF: Tee-Sommelière JAHRGANG: 1971 BERUFUNG: Frohnatur und Labertasche »Ich bin etwas chaotisch veranlagt«, erklärt Uschi lachend, als sie aus ihrem einfachen Stoffbeutel den Inhalt herauskramt. Das Notizheft soll zukünftig verhindern, dass sie ständig Geburtstage vergisst, etwa von ihren Freunden. »Ich habe einen konstanten Freundeskreis, der mir sehr wichtig ist. Er ist mein Ruhepol.« Dazu zählen auch die Kinder der Freunde, bei denen Uschi mit ihrer offenen und herzlichen Art beliebt ist. »Ich habe mir wohl den kindlichen Blick noch erhalten!« Darum darf sie auch ins Freunde-Album der vierjährigen Bo reinschreiben, für die die Sticker gedacht sind. Neben Mädchenkram wie Lippenpflege und Handcreme in schöner Verpackung trägt sie auch immer den Schlüsselbund ihres verstorbenen Vaters bei sich zur Erinnerung. Ihre Eltern stammen ursprünglich aus Rumänien, wo Uschi auch zur Welt kam. Sie war sechs Jahre alt, als Heilbronn zur ihrer neuen Heimat wurde und seither blieb. Nur einmal zog es sie länger nach Asien, als sie der Liebe folgte. Mit 25 Jahren wurde sie Mutter und beschloss, Lauren in Deutschland aufzuziehen. Die Eltern halfen ihr durch alle Höhen und Tiefen. Den Spaß ließ sich Uschi selten nehmen. »Ich bin grundsätzlich ein fröhlicher Mensch, kann mich an kleinen Dingen erfreuen und kreise nicht unnötig um mich selbst herum.« Sie geht Wege, wie sie sich eben ergeben. Nach ihrer Ausbildung zur Goldschmiedin arbeitete sie in einem gänzlich anderen Bereich: in den Beschützenden Werkstätten. Das schien zu ihrer sozialen Ader besser zu passen und so erlernte sie vier Jahre lang den Beruf der Heilerziehungspflegerin. Als unkomplizierte, lustige Labertasche beschreibt sich Uschi. Und einen langen Atem hat sie. Ob mit ihrer »verrückten« Katze Soumi oder in ihrem weiteren Berufsverlauf. Seit 14 Jahren arbeitet sie nun im Kaffeehaus Hagen, erst im Service, dann hinter dem Verkaufstresen. Vor fünf Jahren bildete sie sich berufsbegleitend zur Tee-Sommelière weiter. Denn was manche nicht wissen: Die Kaffeerösterei Hagen verkauft auch circa 160 Sorten offenen Tee. Die Tee-Expertin informiert neben dem Verkauf seither auch in Seminaren über die Welt des Genussgetränkes – natürlich mit Teeverkostung im Kaffeehaus. Tee sei ein sehr spannendes Thema, das sie am liebsten auch einem jüngeren Publikum näher bringen würde, betont Uschi. Die Teilnehmer erfahren etwa, dass als »Tee« eigentlich nur bezeichnet werden darf, was auch tatsächlich von der Teepflanze stammt und das ist Schwarzer, Grüner und Weißer Tee – die übrigens alle von der gleichen Pflanze stammen, sie unterscheiden sich nur in der Verarbeitung. Aus Roibusch, Kräutern und Früchten werden »teeähnliche Erzeugnisse« hergestellt. Bleibt noch die Frage: Beutel oder loser Tee? »Geschmacklich liegen Welten dazwischen«, erklärt die 45-Jährige.»Doch egal welcher Tee, ob mit Milch oder Zucker, ob klassisch oder aromatisiert, entscheidend ist, dass man ihn genießt und den Lärm der Welt dabei vergisst!« ◆ TASCHENKONTROLLE Hanix Nr. 48

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Hanix Nr. 48 USCHI MARCU LEERT IHREN BEUTEL

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»Was isch hier eigentlich los?« Diese Frage stellt sich jeder einmal. Manchmal auch öfter, als einem lieb ist. Dafür gibt es für den Unterländer vielleicht ab jetzt JAMIE TROLLINGER. Der hat sich das Ganze schon mehr als einmal gefragt, zerbricht sich für dich den Kopf und walzt alles schön breit aus – als schwäbischer Bürgerjournalist. Weil es sich bei den liebsten Dingen nicht immer notwendigerweise um »Dinge« handeln muss, haben wir uns diesmal auf den Weg nach Pfaffenhofen gemacht und uns im Gäu auf eine kleine Reise an Jamies Lieblingsort entführen lassen. Interview: Sarah Baudenbacher, Fotos: Meli Dikta »Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?« Hanix Nr. 48 Hanix: Wie genau soll ich dich jetzt ansprechen? Jamie Trollinger: Ich bin der Jamie. Bitte wer? Ich bin von hier vom Gäu, bin hier aufgwachsen. Ich habe früher hier auch eine Ausbildung absolviert, aber jetzt arbeite ich als Kurier. Was gibts Schöneres, als den ganzen Tag hier durchs Zabergäu zu fahren und dafür noch Geld zu bekommen? Das ist doch wunderbar. Die Leute freuen sich, wenn ich komme. Jedenfalls kam mir beim Paketeausfahren der Gedanke, dass ich auf dieser Welt nicht mehr durchblicke. Hier schließt ein Krankenhaus, weil es zu teuer sein soll und in Amerika gibt es auf einmal einen Trump. Also musste ich mich einmischen und das mache ich jetzt. Bei der Bürgermeisterwahl in Güglingen im vergangenen Februar habe ich mich als Kandidat aufstellen lassen. Als Kandidaten müssen sie einen ja ernst nehmen, dachte ich. Und wo genau sind wir jetzt gelandet? Das ist mein Lieblingsort, eine Art Tante-Emma-Laden. Der ist extrem wichtig, mein Versorgungslager. Und natürlich auch als Treffpunkt in Pfaffenhofen. Hier trifft man viele Leute, die man kennt und die Mitarbeiterinnen kennt man ohnehin alle. Ich kenne keinen andern Laden, in dem man so nett bedient wird wie hier. In wieweit prägt dich dieser Ort in deiner Rolle des Charakters »Jamie Trollinger«? Es geht schon morgens los. Ich wohne gegenüber, meine Frau bäckt hin und wieder auch selbst Brot, aber wenn nichts Selbstgebackenes im Haus ist, springe ich geschwind rüber und hole mir ein Brötchen oder, wie eben, eine Salz-Kümmel-Seele. Die mag ich sehr gerne. Dazu hole ich mir im »Lädle« meinen Fleischsalat zum Frühstück und die Welt ist dann erstmal schwer in Ordnung. Es ist halt auch sehr geschickt mit so einem »Lädle« vis-a-vis. Brauche ich Eier, Zucker, Dieses oder Jenes … alles da. Direkt vor meiner Haustüre. Letztendlich ist der »Bäcker Wahl« mit seinem »Lädle« wie der Jamie Trollinger auch. Eine aussterbende Rasse. Schade drum. Weil jetzt mit all den modernen Einkaufszentren auf der grünen Wiese fängt im Ort das Gemecker an, dass hier nichts mehr los sei. Und deshalb unterstütze ich mein »Lädle« auch. Es ist mir wichtig, dass es erhalten bleibt. ›Nah und gut sage ich – dann fühle ich mich zuhause.‹ Nicht umsonst heißt es »Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.« Ist doch so. Was bedeutet der Laden dir persönlich? Schon wenn ich reinkomme, die Schiebetür aufgeht und mir der Geruch von Frischgebackenem in die Nase steigt, weiß ich, ich MEIN LIEBLINGSDING

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Hanix Nr. 48 NAME: Jamie Trollinger (David Sansi) BERUFUNG: Schwäbischer Bürgerjournalismus BERUF: Kurierfahrer WÜRDE SEIN LIEBLINGSDING TAUSCHEN GEGEN: Gegen gar nichts!!! bin zuhause. Das ist mir sehr wichtig. Eine Gegend, von der ich weiß, dass ich dort hingehöre. Gibt es besondere Vorkommnisse, die sich hier im »Lädle« zugetragen haben? All die Begegnungen im »Lädle« sind besonders. Unten im Ort wohnen die alten Leute, wie die Dame da vorne. Sie kann kaum noch laufen, aber ins »Lädle« schafft sie es. Hier trifft sie immer jemanden, mit dem sie ein Schwätzchen halten kann. Wir sind alle Menschen und wir brauchen alle unsere Ansprache und jemanden, der uns fragt, wie es uns geht. Die zunehmende Anonymisierung ... Ach, ich mags einfach lieber, wenn ich auch weiß, wo der Klump herkommt, den ich kaufe. Da werde ich gleich richtig emotional. Das geht mir ans Herz, was da passiert ist in den letzten Jahren. Würdest du hier irgendwas ändern? Ach schau die Wand da, die wurde neu gemacht. Aber ich fands davor auch schon perfekt hier. Klar kann man auch mal mit der Zeit gehen, aber nicht zu viel, wie ich meine. Alles neu muss nicht sein! In den normalen Supermärkten glauben sie, dass es etwas bringt, wenn man ständig die Regale umstellt. Und der Kunde findet seinen Kram nicht mehr. Das brauche ich nicht mehr. Das habe ich schon im normalen Leben, dass ich nicht mehr durchblicke. Wenigstens im Supermarkt muss da ein wenig Konstanz vorhanden sein. Was ich hier einfach sehr zu schätzen weiß: Die Backwaren kommen direkt aus der Backstube und die Bäcker in der Backstube liefern noch ehrliches Handwerk ab. Meine letzte Frage erübrigt sich dann, denn du würdest den Laden hier wohl nie gegen irgendetwas tauschen. Niemals! Also wenn es die Bäckerei Wahl hier in Pfaffenhofen nicht mehr geben sollte, dann ziehe ich woanders hin. ◆ Infos: www.jamietrollinger.de JAMIE TROLLINGER Aufbruch.Heilbronn – der Begriff steht für die dynamische Entwicklung von Heilbronn. Die interaktive Ausstellung auf der Inselspitze zeigt mit einem 3D-Stadtmodell die nachhaltige Stadtentwicklung. Als neuer Informations- und Veranstaltungsort inmitten der Stadt wird der Knotenpunkt Inselspitze ein neuer Treffpunkt. Die Ausstellung ist täglich (außer montags) von 11:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Veranstaltungen Ostermontag 17. April • 12:00 - 17:00 Uhr Eröffnung Knotenpunkt Inselspitze Fr 21. & Sa 22. April • 20:00 Uhr Open Screenings, Kurzfilmfestival Mo 8. Mai • 18:00 Uhr BUGA-Café Eröffnung 17. April 2017 Fr 10. Mai • 10:00 Uhr Seminar „Google Marketing - Nutzen, Vorteile, Funktionen“ Innovationsagentur Medien- & Kreativwirtschaft Ba-Wü Do 18. Mai • 19:30 Uhr get shorties Lesebühne live Mi 24. Mai • 18:00 Uhr Gesprächsrunde Modellstadt Heilbronn So 28. Mai • 13:00 Uhr Magie der Stimmen Chorfestival Mi 31. Mai • 18:00 Uhr Gesprächsrunde Modellstadt Heilbronn Der Eintritt ist jeweils kostenfrei Weitere Termine und Informationen unter www.inselspitze-heilbronn.de Kontakt veranstaltungen@inselspitze-heilbronn.de „Aufbruch.Heilbronn – Knotenpunkt Inselspitze“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Heilbronn mit der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH unter der Friedrich- Ebert-Brücke (ehemals Galerie Rieker). Das Projekt wird unterstützt durch die experimenta gGmbH, die Stadtsiedlung Heilbronn GmbH und den Zukunftsfonds Heilbronn GmbH & Co.KG.

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Was kostet nicht viel, lässt sich innerhalb eines Tages in der Region erledigen und bringt im besten Fall auch noch Spaß? In jeder Ausgabe begeben wir uns auf die Suche nach ebensolchen Aktivitäten, die man in und um Heilbronn erleben kann. Ein Abenteuer um die Ecke eben. Von Friedemann Orths, Foto: Meli Dikta 3D-Schwarzlicht-Minigolf in Asperg Hanix Nr. 48 Statistiken beweisen es: Jeder Mensch, der in Deutschland geboren ist oder seit einiger Zeit hier lebt, hat schon einmal Minigolf gespielt. Kindergeburtstage, Familienaktivitäten oder einfache Sauftouren bzw. Betriebsausflüge enden oftmals auf einer Minigolf-Anlage, wo man sich dann mit mehr oder weniger großem Erfolg an den altbekannten Bahnen abmüht. Ein völlig neues Erlebnis abseits der ausgetretenen Minigolf-Pfade bietet das Simigo in Asperg bei Stuttgart: Hier wird im Dunkeln gegolft, und zwar unter Schwarzlicht! Dieses sorgt dafür, dass weiße Stoffe oder spezielle Farben grell leuchten, sobald sie mit dem Licht bestrahlt werden. Eine weitere Besonderheit sind die 3D-Effekte, die man im Simigo bestaunen kann. Zu Beginn einer Tour über die 18 Bahnen der Anlage bekommen wir unsere Schläger, einen auf Schwarzlicht reagie- renden Ball sowie einen Wagen zum Abstellen unserer Getränke ausgehändigt. Wer möchte, kann sich mit einer Limonade oder einem gekühlten Bierchen an den Start begeben; die Wagen sorgen auf clevere Weise dafür, dass niemand in den abgedunkelten Räumen über abgestellte Flaschen stolpert. Die Digitalisierung hat auch beim Minigolf Einzug gehalten, anstatt seine Punkte in eine Liste mit Bleistift einzutragen, bekommen wir Smartphones, die das Eintragen im Dunkeln natürlich erleichtern. Jetzt gilt es nur noch, die 3D-Brille aufzusetzen und den ersten der drei Räume zu betreten, die die 500 m² große Anlage bilden. Und die ist wirklich beeindruckend: Die Wände des Simigo sind mit atemberaubenden, leuchtenden 3D-Malereien ausgeschmückt, die ein Künstlerteam mit speziellen Farben gemalt hat. Im ersten Raum beispielsweise taucht man ein in eine grelle Unterwasserwelt, in der man Korallen und allerlei Meeresbewohner bestaunen kann. Selbstverständlich sind auch die einzelnen Bahnen thematisch bemalt. Das Besondere hierbei ist der 3D-Effekt, der nicht nur an den Wänden, sondern auch auf den Bahnen seine Wirkung entfaltet. So wird aus einer völlig geraden Bahn beispielsweise ein Hecken-Labyrinth, bei dem die Wände real erscheinen. Oder verschiedene Tiefen- und Höheneffekte sorgen dafür, dass die Illusion einer Steigung oder eines Gefälles entsteht. Da die Bahnen selbst natürlich nicht alle flach sind, werden so ganz spezielle »Illusionen« erzeugt, die einen ganz schön verwirren können. Oftmals erwische ich mich dabei, wie ich die Brille abnehme oder die Bahn berühre, um mich zu vergewissern, wie das jeweilige Loch »funktioniert«. Hierbei ist jede einzelne Bahn ein echtes Kunstwerk ABENTEUER UM DIE ECKE

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wirklich tolles Erlebnis. Klar, Minigolf bleibt Minigolf, aber vielleicht macht es eben genau deshalb so viel Spaß! ◆ SCHWIERIGKEITSGRAD: Einfach bis schwer, hängt von der Bahn ab DAUER: Eine bis zwei Stunde(n) ORT: Simigo Asperg Bahnhofstr. 35, 71679 Asperg für sich und bietet eine andere Herausforderung, als man es von den »normalen« Minigolf-Anlagen kennt. Der 3D-Effekt ist nicht einfach nur ein Gimmick, sondern sorgt für ein neues Spielgefühl beim Minigolf. Bei dieser optischen Reizüberflutung gerät das eigentliche Spiel fast in den Hintergrund, da man ständig die wunderschönen Bilder und Bahnen betrachtet. Vermutlich schneide ich auch deshalb beim internen Redaktionsturnier als Letzter ab. Die Anlage kann man getrost als ein Gesamtkunstwerk bezeichnen und ist für mich die fast größere Attraktion als das Minigolfen an sich. Fazit: Wer völlig anderes Minigolfen erleben will, ist im Simigo genau richtig. Die abgedunkelten Räume, die nur von den grellen, wunderschönen Kunstwerken beleuchtet werden, die atemberaubenden 3D-Effekte und die Disco-Atmosphäre sorgen für ein AUSRÜSTUNG: KOSTEN: Erwachsene ab 15 Jahren: 9,50 Euro, Kinder von 6 bis 14 Jahren: 7,50 Euro. TIPP: Am Wochenende empfiehlt sich eine Online- Reservierung. Weitere Infos: www.simigolf.de Spannende Jetzt durchstarten! Bei einem der größten IT-Dienstleister Deutschlands: In der IT bei Kaufland. Wir sind ein sehr erfolgreiches internationales Handelsunternehmen – leistungsstark, dynamisch und fair. Unser Team setzt auf Motivation und Engagement von jedem Einzelnen. Wir bieten Chancen, Erfolge und Zukunft. Sie arbeiten gerne mit modernsten Technologien, Methoden und Tools? Sie interessieren sich für Anwendungsentwicklung, Innovationsmanagement oder Business Consulting für IT-Systeme? Dann werden auch Sie Teil unseres Teams. Jetzt informieren und bewerben: www.kaufland.de/it

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»Frauen in Heilbronn« könnte ein La-La-Thema sein. Ist es aber nicht. Die Menschheit – zumindest der Teil davon, bei der Kopf auch Hirn enthält – sieht fassungslos zu, wie ein testosterongesteuertes Trio, die Namen muss man gar nicht nennen, sich in der Art stets paarungsbereiter Gorillamännchen pausenlos auf die eigene Brust haut, dessen politische Aussagen auch als Brunftschreie durchgehen könnten und von denen jeder einzelne im Stande ist, die Welt an den Rand des Abgrunds zu bringen. Von dieser zurück nach Heilbronn, nicht weil hier die selbe nur heil wäre, aber weil (auch) in dieser Stadt in so vielen Bereichen – sie lassen sich gar nicht alle aufzählen – so viel von weiblicher Hand bestimmt oder auch mitbestimmt wird. Oft auch von der zweiten Reihe aus – und das ist gut so. Denn von hier hat »frau« nicht nur die erste Reihe besser im Blick, sie ist auch die Startrampe für die Erste. »Mein hoher Herr« redet Käthchen ihren Geliebten an – und kriegt ihn am Ende dahin, wo sie ihn haben möchte. Von Brigitte Fritz-Kador Fotos: Meli Dikta, Robert Mucha & PR Frauen in Heilbronn – Käthchen und wer sonst noch? Hanix Nr. 48 Verkanntes Kunstgenie: Künstlerin Hal Busse bei der Finissage ihrer Ausstellung in den Städtischen Museen Heilbronn POLITIK & GESELLSCHAFT

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Hanix Nr. 48 Wieder einmal hat ein Bild mehr gesagt als tausend Worte. Die britische Premierministerin Theresa May zum Antrittsbesuch bei Donald Trump: Sie treten händchenhaltend vor die Presse, dabei tätschelt er sie auch noch, etwa so, wie man einen Hund lobt, der brav apportiert hat! Der Vorgang ist exemplarisch dafür, was Frauen für ihren gesellschaftlichen Status zu tun bereit sind – oder auch aushalten müssen. Denn das ist die Frage: Wie wird man etwas als Frau – auch in Heilbronn – ohne den Frosch zu küssen oder sich von den Donalds dieser Welt betatschen zu lassen? Szenenwechsel von Washington nach Heilbronn: Die Filiale einer großen Bäckerei im Kaufhof, Samstagsbetrieb. Auf die Frage der Verkäuferin, wen sie bedienen soll, meldet sich eine junge Frau, sichtbar mit Migrationshintergrund. Einem Mann, Rentenalter, dem das rasche Aufsuchen einer Badewanne zu empfehlen wäre, passt das nicht. Der Augenbeleidiger beleidigt daraufhin auch die Ohren anderer Frauen: »Immer diese blöden Weiber, die sich vordrängen!« Ähnliches berichtet zeitgleich die Verkäuferin eines Zeitungsladens in der Innenstadt. Auf einem Schild steht hier die höflich formulierte Bitte, während des Kassierens nicht mit dem Handy zu telefonieren. Ein Kunde bezeichnet sie deshalb als »dumme Schlampe«. Männer, die frauenfeindliche Kommentare ungeniert im öffentlichen Raum und nicht einmal mehr im anonymen Schutz des Internets absondern, sollte man durchgängig in Heilbronner Geschäften nicht mehr bedienen. Das wäre ein tolles »Alleinstellungsmerkmal«, es käme zum Etikett »kinderfreundlichste Stadt« auch noch das der »frauenfreundlichsten«, als No-Go-Zone für Machos. Um im Rathaus anzufangen: In der Nachkriegszeit, aber auch schon davor, gab es einzelne Stadträtinnen, »Mütter Courage« des Wiederaufbaus, denen kein »Trümmerfrauendenkmal« gesetzt wurde, wie z. B. Käthe Kaden (SPD), die sich um keine Gemeinde- oder Tagesordnung kümmerte, dafür umso mehr um sozial benachteiligte Menschen. Es gab später Paula Fuchs, die als erste Frau eine Fraktion führte (CDU), lange bevor Sibylle Mösse-Hagen ihr es über Jahre bei der SPD nachtat. Auch heute ist die Verwaltungsspitze nicht mehr eine reine Männerdomäne, Agnes Christner verantwortet als Kultur- und Sozialbürgermeisterin das vielleicht umfangreichste und sicher finanzstärkste Dezernat. Das Mann-Frau-Verhältnis im Gemeinderat ist dagegen noch sehr steigerungsfähig. Bei der Aufstellung der Listen gibt es nur bei den Grünen Parität: die ungeraden Sitze für Frauen, die geraden an Männer, ergo steht hier immer eine Frau an der Spitze der Liste, zuletzt Susanne Bay, die die Fraktion auch anführt. Und: Wie frauenfreundlich ist eigentlich der »Konzern Stadt« selber? Die Zahlen dazu sind erst auf Hanix-Nachfrage zusammengestellt worden – und sie lassen sich sehen. In der Antwort des Rathauses heißt es: »Familien- und damit auch frauenfreundlich ist die Stadt Heilbronn als Arbeitgeber, weil sie einen Betriebskindergarten hat (»Sterntaler«) und ein »Eltern-Kind-Büro«, weil es sehr flexible Arbeitszeitregelungen gibt und dazu hin noch »Alternierende Telearbeit«. Zum 31. Dezember letzten Jahres lag die Zahl der Beschäftigten bei der Stadt bei 3.087, davon waren 1.972 weiblich und 1.115 männlich, 462 waren verbeamtet, Tarifbeschäftigte waren es 2.440, Azubis und Praktikanten 185. In Vollzeit arbeiteten 1.966 Personen bei der Stadt. Hier zeigt sich, wie in Wirtschaft und Dienstleistung allgemein, das Gegenbild zu FRAUEN IN HEILBRONN Spitzenweine aus aller Welt Jazz und Blues Live Musik Feinkost und Gourmet Abends Weinproben mit berühmten Sommeliers Foto- und Gemäldeausstellungen www.pianowinebar.com Frankfurter Straße 36, 74072 Heilbronn +49 (0) 152 36285614 Dienstag - Donnerstag, 16.00-22.00 Uhr Freitag - Sonntag, 16.00-23.30 Uhr Genuss aus alter Zeit In Heilbronn u. a. erhältlich bei: - Feinkost Müller, Titotstr. 14 - Weinhandlung Kirchner, Karlstr. 109 - Tourist Information, Kaiserstr. 17 Bild: Original Postkarte Marktplatz Heilbronn, 1906 www.Jubelbrand.de

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den absoluten Zahlen; 1.029 Männer arbeiten Vollzeit, aber nur 937 Frauen. Noch deutlicher wird das bei den Beschäftigten in Teilzeit von 50 Prozent oder mehr: Den 696 Frauen stehen nur 43 Männer gegenüber – und bei Teilzeit unter 50 Prozent waren von 382 Beschäftigen 339 Frauen. Führungspositionen gibt es beim »Konzern Stadt« 309, davon haben Frauen 119 inne – hier liegt die Quote bei rund 39 Prozent. In Elternzeit sind derzeit 77 Frauen – und kein Mann. Um bei der Stadt zu bleiben: In den SLK-Kliniken gibt es nicht eine einzige Chefärztin. »Kraft macht keinen Lärm, sie ist da und wirkt« Bei rund 125.000 Einwohnern ist klar: Über die Hälfte davon ist weiblich, es leben also mehr als 60.000 Frauen in Heilbronn. Es gibt Frauen in Heilbronn, die in der Stadt oder für die Stadt eine Rolle spielen, deren öffentliche Wahrnehmung analog ihrer Wirkungsmächtigkeit verläuft und andere, die die wenigsten kennen und die doch einen täglichen Einfluss auf die Stadt und die Menschen haben. Nicole Graf, Rektorin der DHBW, die die Institution mit aufbaute und sich gegen ein großes Mitbewerberfeld durchsetzte, ist mit ihrer Präsenz weder zu übersehen noch zu übergehen, Christiane Ehrhardt kennt kaum jemand außerhalb der Stadtverwaltung, obwohl gerade sie das Stadtbild wesentlich mitbestimmt: Sie leitet das Amt für Straßenwesen und die Entsorgungsbetriebe. In diesem Metier ist die Diplom-Ingenieurin für Straßen- und Brückenbau so etwas wie ein weißer Elefant in einer männerbesetzten Domäne. Sie hat dennoch über Jahre ihren Berufsverband geführt – immer als einzige Frau, ein »hidden champion« in besonderer Weise mit einer besonderen Biographie. In Thüringen in einer Arztfamilie aufgewachsen, wäre sie gerne Lehrerin geworden, das sei ihr in dem Regime aber nicht möglich gewesen, sagt sie. Mit dem, was sie in dem »Arbeiter- und Bauernstaat« den Kindern hätte vermitteln müssen, war sie nicht einverstanden. Es sei ein Trugschluss zu glauben, den Frauen in der DDR sei es besser gegangen als im Westen, was ja unablässig so kolportiert werde, nur weil es da Kita-Plätze für alle gab, um mit der Indoktrination von Kindern früh genug anfangen zu können. Noch schwieriger war es, wenn man, wie Christiane Ehrhardt, ein behindertes Kind hatte. Die politisch gewollte hohe Geburtenrate in der DDR war von Nützlichkeitserwägungen geprägt, Behinderte passten da nicht dazu. Eines aber war und ist immer gleich: Frau, Mutter, berufstätig und vielleicht auch noch unter diesen Umständen erfolgreich zu sein, das ging und geht nicht ohne familiären Rückhalt. Auch aus dieser Erfahrung heraus unterstützt Christiane Ehrhardt ihre Mitarbeiterinnen bei der Elternzeit. Man müsse sich gerade unter schwierigen äußeren Umständen treu bleiben und sich nicht verbiegen, so umschreibt sie zurückhaltend ihre »Erfolgsstrategie«. Ihre erste »Lehre« war, als sie nach abgeschlossenem Studium an der Verkehrshochschule in Dresden in ihrem ersten Job 200 Mark weniger bekam als ihre männlichen Kollegen: Sozialismus à la DDR. Sie hat Straßen- und Brückenbau mit Diplomabschluss studiert, weil »Statik keine Ideologie kennt«. Aus Liebe zu einem Schwaben« kam sie nach Baden-Württemberg und dann auch nach Heilbronn. Wer sich die Heilbronner Baustellen, Straßen und Brücken vergegenwärtigt, kann sich das Arbeitspensum in diesem Amt vorstellen, vielleicht auch die innere Gelassenheit, die man braucht, auch um sich hier durchzusetzen. Hat »frau« aber erst mal bewiesen, dass »mann« einem fachlich nichts vormachen kann, dann gehe das auch gut, sagt Ehrhardt. Gelegentlich sei auch eine klare Ansage nötig. Dafür braucht man ein dickes Fell, sollte man meinen. Bei Christiane Ehrhardt ist davon nichts zu spüren, Standfestigkeit schon. »Kraft macht keinen Lärm, sie ist da und wirkt«, sagte Albert Schweitzer. Landtagsabgeordnete Susanne Bay fühlt sich in ihrem Abgeordnetenbüro in der Heilbronner Kaiserstraße sichtlich wohl, sie hat es selber und schön eingerichtet, auch weil sie möchte, dass sich ihre Mitarbeiter hier wohlfühlen. Der Diplom-Verwaltungswirtin ist, neben ihrem sozialen Engagement, Stadtentwicklung wichtig, vor allem die Verbindung von Wirtschaft und Ökologie. Sie ist jetzt »hauptberuflich« Politikerin, war aber auch einige Jahre »hauptberuflich« Mutter, weil sie für ihre inzwischen großen Töchter keine Kita-Plätze fand. Ihr jetziger Status, durch ein Direktmandat bestätigt, mit dem sie eigentlich nie gerechnet hatte, erfüllt sie unverkennbar mit Freude. Aber Präsenz ist gefordert, manchmal auch da, wo es wegen inhaltlich-politischer Differenzen nicht einfach ist aufzutreten. Bay stellt das fest, sie beklagt es nicht. Sie gehört zu den eher wenigen Politikern, die sich selbst hinterfragen, denen Selbstkritik nicht fremd ist. Vielleicht weil sie eine Frau ist? Skrupel bei Entscheidungen, Zweifel an der eigenen Hanix Nr. 48 diese Seite: rechte Seite: 28 Christiane Ehrhardt, Leiterin des Amts für Straßenbau 2. Heilbronner Frauenmahl im WTZ-Turm FRAUEN IN HEILBRONN

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Leistung oder Einstellung, das erlebt man in der Tat bei männlichen Politikern selten. Auch Susanne Bay musste feststellen, dass es Männern sehr viel schwerer fällt, Fehler einzugestehen. Wenn sie sich mal vergaloppiert hat, geht ihr das an die Nieren. Männliche Abgeordnete, so ihre Erfahrung, schütteln sich da nur kurz und machen weiter. Ihre Erkenntnis: Frauen sprechen die Dinge konkreter an, denken vernetzter und in mehreren Perspektiven, Männer seien dafür viel zielfokussierter. Das macht es ihnen vielleicht leichter. Zum Frauenmahl in Heilbronn – die Veranstaltung der evangelischen Kirche findet landesweit seit einigen Jahren statt – sind weit über hundert Frauen ins Restaurant »Kult« im WTZ-Turm im »Wohlgelegen« gekommen. Der Geräuschpegel ist beachtlich, »frau« hat sich viel zu sagen. Zwischen den Gängen wird Wissen aufgetischt, den Anfang macht Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Die Untergruppenbacherin mit Abitur am Justinus-Kerner-Gymnasium in Heilbronn war 1976/77 Deutsche Weinkönigin. Kein Handicap. Solche »Ämter« haben immer einen Zusatznutzen, das belegt auch die Anzahl von »Käthchen«, die in den Gemeinderat gewählt wurden. Friedlinde Gurr-Hirsch begrüßt die Anwesenden beim Frauenmahl »Evas Töchter zwischen Kultur und Kulinarik« und macht klar, dass der Mensch ist, was er isst und erzählt – alles ohne Manuskript – was sie in ihrem Ressort für gesunde Ernährung und faire Bedingungen in der Landwirtschaft tut. Nein, die Zeiten des Korsetts waren nicht besser und müssen nicht wieder kommen, ein Korsett engt ein, aber es verlangt auch Haltung. Und Haltung beweisen, das kann »frau«, das hat sie in den letzten Monaten gerade in Heilbronn bewiesen, zum Beispiel in den öffentlichen Versammlungen der Stadt zur Unterbringung von Flüchtlingen. In Heilbronn standen vor allem Frauen auf, um der Sache das Wort zu reden, formulierten mutiger und vernünftiger. An vorderster Front stand dabei Heilbronns Bürgermeisterin Agnes Christner. Die Souveränität und Ruhe, aber auch Bestimmtheit gegenüber Ausfälligkeiten, mit der sie diese nicht einfachen Termine und das ganze Thema überhaupt managte – hätte man das von einem Mann so verbindlich wie wirkungsvoll erlebt? Die landläufige Meinung geht dahin: Empathie ist weiblich, Härte männlich. Aber so einfach ist die Sache nicht. Das zeigte eine wissenschaftlich fundierte Studie aus Mexiko (das Land gilt ja als sehr »macho«), die auch in Europa hohe Beachtung fand. Daraus geht hervor, dass auch Männer Mitgefühl zeigen, allerdings setzen sie dabei eine ganz andere Hirnregion ein als Frauen! Ein Fazit daraus: Gerade in konservativen Gesellschaften gibt es bis heute oft eine klare Rollenverteilung, in der Männer Natur- wissenschaft & Technik ... zum Anfassen! Auch für Hipster – nicht nur für Nerds. Die lern- und erlebniswelt für Jung & alt ÖFFNUNGSZEITEN: Montag bis Freitag 9:00 – 18:00 Uhr Samstag, Sonntag, Feiertage 10:00 – 19:00 Uhr experimenta gGmbH Kranenstr. 14 · 74072 Heilbronn Telefon 07131 / 887950 www.experimenta-heilbronn.de 29

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die Familienernährer sind, während Frauen sich häufiger als Pflegerinnen von Kindern, Kranken und Schwachen engagieren. Es könne sein, dass sich dies in den Hirnscans widerspiegle und dass Frauen für das Mitgefühl einfach komplexere kognitive Mechanismen entwickelt hätten. Haltung bewiesen und sich als vorwiegend alleinerziehende Mutter aus diesem Korsett der Vorurteile gelöst hat auch Ingeborg Wenzel nicht nur einmal. 1985 gab sie einen lukrativen und interessanten Job bei Porsche auf, um in Heilbronn eines der ersten Unternehmen für Zeitarbeit zu gründen. Da kannte man diesen Begriff noch kaum. Das Personal-Service-Unternehmen startete mit einer Sekretärin und 50 Mitarbeitern, heute ist es ein mittelständisches Unternehmen mit rund 160 Mitarbeitern, einem branchenspezifischen Portfolio und irgendwie immer noch ein »Familienbetrieb«, auch dank Mitarbeitern der zweiten Generation, alle in Festanstellung. »Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt, wir sind fair und zuverlässig«, beschreibt Wenzel ihre »Firmenphilosophie« ohne dieses Wort zu strapazieren – und den Grund ihres Erfolgs. Frauen, die es ihr nachmachen wollen, rät sie zu Realismus und guter Vorbereitung. Die Fluktuation in ihrem Unternehmen ist gering, es sei denn, man verliert qualifizierte Mitarbeiter an Kunden. Geradezu bundesweites Aufsehen erregte sie 1989 mit einer ungewöhnlichen Plakataktion, im Bild sie und ihr kleiner Sohn, dazu der Slogan: »Gesucht: Frauen, die Kinder und Arbeit lieben«. Auch im öffentlichen Diskurs hält sie sich nicht zurück, schreibt auch schon mal Leserbriefe, regt sich auf, weil das Wollhauszentrum abgerissen werden soll und sagt dem sonst so in Heilbronn hofierten Hotel-Investor Wolfgang Scheidtweiler unverblümt, was sie davon hält, dass 29 Bäume für sein »Parkhotel« im Stadtgarten gefällt werden sollen. Das sind notwendige Misstöne im Selbstlob-Choral, den vor allem Männer in Heilbronn so gerne anstimmen. Sie zeigen, dass andere Blickwinkel und Betrachtungen der Stadt, gerade weil man sie liebt, keine Nestbeschmutzung sind, sondern Anstoß sein können. Diese Sicht der Dinge fehlt Ingeborg Wenzel, auch bei der kommenden Stadtkonzeption, genauso wie der Blick von außen auf die Stadt. Heilbronn müsse sich verändern, sagt sie, vor allem für junge Menschen, man müsse etwas dafür tun, sich wieder in der Innenstadt wohlzufühlen, statt nur auf die Buga zu starren. Aufmerksamkeit erregte sie auch, als sie 2011 ihr Mandat in der Vollversammlung der IHK-Heilbronn-Franken zurückgab, aus Protest gegen den damals beschlossenen Ausschluss der Presse von den Sitzungen der IHK-Vollversammlung. Mit ihrem Demokratieverständnis war der Presseausschluss nicht vereinbar. Das Bemerkenswerte an diesem Vorgang aber war: Der Anstoß für Ingeborg Wenzels Austritt kam auch von einer Frau. Elke Schweig war – zur Überraschung vieler – »als Frau« kurz zuvor Aufsehen erregende Werbekampagne: Ingeborg Wenzel mit ihrem Sohn, 1989 zur Hauptgeschäftsführerin der IHK gewählt worden. Sie handelte nach Prinzipien, die in der DNA machtbewusster Männer so verankert ist, dass sie bei ihnen schon gar nicht mehr auffallen. Die Verbannung der (Presse-)Öffentlichkeit ist vom Tisch, aber es bleibt die Frage: Wäre das Empörungspotenzial genauso groß, heftig oder auch anders gewesen, wenn ein Mann an ihrer Stelle so gehandelt hätte? Als ihre Männer aus dem Krieg zurückkamen, wurden die Frauen wieder zurück an den Herd geschickt. Couragierte Frauen aus Heilbronn kamen vor allem aus wohlhabenden, gutbürgerlichen Familien, nahmen im Ersten Weltkrieg an der Heilbronner »Heimatfront« das Heft in die Hand, versorgten Verwundete, Gefangene, kümmerten sich um die Frauen und Kinder der Soldaten, schufen eine Infrastruktur, die professionell arbeitete, auch nach dem Prinzip »Hilfe zur Selbsthilfe«, allen voran Elly Heuss-Knapp. Als ihre Männer aus dem Krieg zurückkamen, wurden die Frauen wieder zurück an den Herd geschickt. Die Tradition des Heilbronner Hasenmahles geht auf 1493 zurück, wurde 1956 von OB Paul Meyle wiederbelebt, aber erst 1990 beauftragte OB Manfred Weinmann (CDU) die erste Frau mit der Hasenmahlrede. Seine Wahl fiel auf die damalige Leiterin der VHS Heilbronn, Dorothea Braun-Ribbat. In ihrer Hasenmahlrede entwickelte Braun-Ribbat eine Vision für 30 Jahre später, also 2020. Danach hätte die Oberbürgermeisterin das Problem, unter den Honoratiorinnen genügend Quoten-Männer zu entdecken, um erstmals nach Jahren wieder einen männlichen Redner zu gewinnen … Eine Ikone der Frauenbewegung, eine sehr gut gekleidete, war zweimal in Heilbronn: Lore Peschel-Gutzeit, die beim Internationalen Frauentag in Heilbronn das Referat hielt. Die Juristin, u. a. war sie Justizsenatorin in Hamburg, Karrierefrau und Mutter – Lebensmotto: Selbstverständlich gleichberechtigt!« – hat gesetzliche Vorgaben (»Lex Peschel«) durchgesetzt, die zunächst wenigstens die Beamtinnen die Wahl »Kinder oder Karriere« sehr erleichterte, nach denen Beamten aus familiären Gründen Teilzeitarbeit leisten können. Das war der erste Schritt zu den heute geltenden Regeln von Mutterschutz und Elternzeit. Peschel-Gutzeit war eine der ersten Richterinnen Deutschlands nach dem Krieg, seit Längerem ist die Hälfte der Richter unter 40 Jahren weiblich. Richter Roland Kleinschroth vom Landgericht Heilbronn hat die Heilbronner Zahlen für Hanix ermittelt. Danach sind von 35 Richtern des Landgerichts 14 weiblich, also 40 Prozent. Von ihnen sind fünf teilzeitbeschäftigt, Elternzeit wurde in den letzten Jahren zweimal genommen, eine Richterin ist derzeit in Elternzeit und ein Richter (!) wird das in diesem Jahr tun. Im »nichtrichterlichen Hanix Nr. 48 30 POLITIK & GESELLSCHAFT

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Hanix Nr. 48 Bereich« sind von 52 Mitarbeitern 38 weiblich, darunter 17 teilzeitbeschäftigt. Hochbetagt ist Hannelore »Hal« Busse. Die Malerin, die sich immer mehr in ihre eigene Welt zurückzieht, wird gerade von der Welt entdeckt. Bei den Städtischen Museen in Heilbronn schätzt man sie und ihr umfangreiches Werk schon lange, besitzt eine Anzahl Werke von ihr. Es gibt auch etliche Busse-Sammler in Heilbronn. Seit einigen Jahren kümmert sich ein Berliner Galerist um sie. In ihrer Biographie spiegelt sich fast die gesamte künstlerische Entwicklung des 20. Jahrhunderts wider. In Paris ließ sie sich von Fernand Leger inspirieren, war bei Alberto Giacometti im Atelier, sie fertigte Nagelbilder wie Günter Uecker, sie malte Landschaften und »Strukturbilder« wie Mark Rothko, nicht um Strömungen aufzunehmen, sondern alle Formen des Ausdrucks. In ihrem Wikipedia-Eintrag steht dieser bemerkenswerte, aber auch wahre Satz: »Die künstlerische Entwicklung von Hal Busse hat sich stets ihren Lebensumständen untergeordnet.« Das spielt darauf an, dass sie ihrem Mann, dem Maler Klaus Bendixen, wie sie ein Willi-Baumeister-Schüler, nach Hamburg folgte, zwei Töchter großzog, für die sie malte, zeichnete und schrieb (die Städtischen Museen haben gerade das Kinderbuch »Der Rabe Ora« von ihr herausgebracht!«). Der Kunsthistoriker Jörg Scheller schrieb mehrfach über sie in der Zeit, nannte sie ein »verkanntes Genie« und charakterisierte sie so: »Neugier statt Marktmacht, Empfindsamkeit statt Rigorismus, Mehrdimensionalität statt Machotum.« »Durchsetzen ist nicht mein Ding« soll sie einmal gesagt haben, wie sehr sie es letztlich doch getan hat, wird gerade jetzt deutlich. In Schellers Worten ist ihr Leben so zusammengefasst: »Sie durchlief, wie es sich für progressive, modernistische Künstlerinnen und Künstler gehörte, diverse Stadien vom Nachimpressionismus bis hin zur Abstraktion, erhielt renommierte Stipendien, stellte im In- und Ausland aus und dann – Heirat, Kinder, Karriereknick. Zwar versuchte sie, die Mutter- und die Künstlerinnenrolle unter einen Hut zu bekommen, musste jedoch klare Zugeständnisse gegenüber der Ersteren machen und erfuhr niemals die Aufmerksamkeit, die ihr eigentlich gebührt hätte.« In Heilbronn schon – Gott sei Dank! Frauen in Heilbonn, aus Heilbronn, man könnte fast unendlich so weiter machen, mit Ruth Reinwald, ohne die es keine Kunsthalle Vogelmann und keine Christoph-Reinwald-Stiftung gäbe, mit den Schwestern Elisabeth und Marianne Becker, die der Stadt als Stiftung ein Vermögen von sechs Millionen Euro hinterließen und das Käthchenhaus, mit Marion von Hagen, die einen kleinen feinen Verlag für anspruchsvolle (Kriminal-)Literatur gegründet hat und die DistelLitLounge mit Martha Kuder, Polizistenwitwe, Teil der Heilbronner Friedensbewegung, die als 64-Jährige für einen Friedenseinsatz (Blockade) zehn Tage ins Gefängnis ging und 1988, beim Abtransport der Pershing-Raketen von der Waldheide, versuchte, den Polizei-Chef zu überreden, Hand in Hand den Abzug zu begleiten. Man dürfte die Frauen im Heilbronner Widerstand nicht vergessen wie Sophie Kaiser, aus einer galizischen Adelsfamilie stammend, die mit ihrem Mann Karl Kaiser (Nahrungsmittelfabrik Kaiser-Otto im Südviertel) in der sogenannten Riegraf-Gruppe aktiv war und auch nicht Maria Schäfer-Rümelin, die als erste Andre Gide ins Deutsche übersetzte und, und, und ... noch Fragen? ◆ FRAUEN IN HEILBRONN Wäre das nicht wunderschön? Was geht mich das an? Erkennst du mich? Was tun Premieren My Fair Lady 08.04.17 Kinder der Sonne 29.04.17 Anders 30.04.17 Honig im Kopf 05.05.17 ab 6. klasse WWW.THEATER-HEILBRONN.DE BIOLAND BETRIEB LAND-WIRTSCHAFT Jeden Samstag ein außergewöhnliches Frühstücksbuffet genießen. 100% Bio, auch für Vegetarier und Veganer. (immer samstags innerhalb unserer Öffnungszeiten) Wimpfener Straße 24/1 · 74172 NSU-Obereisesheim Telefon 07132.43427 · Telefax 07132.44085 · e-mail: lang@naturkost-lang.de Unsere Öffnungszeiten: Freitag: 10.00 - 18.30 Uhr & Samstag: 09.00 - 12.30 Uhr www.lang-landwirtschaft.de

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Was ist sein Lieblingslaster? TAREK EHLAIL schmunzelt: »Boxen«, sagt er und nach kurzer Pause »Schokolade«. Schokolade könne er nicht widerstehen. Beim Boxen habe er eher Nehmerqualitäten. Aber austeilen kann er auch. Die Antworten, die er dem Publikum im Kinostar-Arthaus beim Screening seines Thrillers »Volt« gibt, zeigen es. Unsere Autorin hat das Publikumsgespräch protokolliert. Von Leonore Welzin, Foto: Nico Kurth Publikum: Du zeichnest ein zukünftiges Deutschland als Pulverfass. Warum hast du nicht noch mehr übertrieben? Tarek Ehlail: Das sind meist ganz pragmatische Gründe. Als Regisseur des Films bin ich auch nur Honorarkraft. Letztlich entscheiden viele Leute, alle im Sinne des Werkes, aber sie vertreten halt unterschiedliche Interessen. Zum Beispiel Arte, denen ich viel zu verdanken habe, Nächte heller als Tage die aber das Interesse haben, den Film auch senden zu können. Wenn der Regisseur dann noch seine Gewaltphantasien in Neon zelebriert, ist das schon zu … … wenig kommerziell! Es geht um verschiedene Interessen, die zusammenkommen müssen, um sich im filmischen Resultat zu verbinden. Das ist auch okay! Denn es ist ein gemeinschaftliches Werk. Was die Bildeffekte betrifft ganz großes Kino! Die Bildästhetik erinnert eher an Musikvideos. Die Nächte sind heller als die Tage. Ich mag diesen Style. Andere mögen das nicht, so ist das in der Kunst. Warum verwendest du Autos der 80er- Jahre? Hängt alles mit dem Rußpartikel-Filter zusammen. (lacht) Die grüne Plakette ist ja nirgendwo drauf. Aber Spaß beiseite: Ich hatte mir überlegt, wenn man heute so ein Audi Coupé vorn aufmacht, dann sieht man nur noch eine Riesen-Plastikplatte und weiß überhaupt nicht, wo man seinen Kühler-Frostschutz einfüllen soll. So ein Golf II oder VW Jetta, das sind mechanische Karren. Die überleben, auch wenn es den Elektronik-Luxus nicht mehr gibt.Die Autos aus den Baujahren 85 bis 95 sehen einfach geil aus. Was kostet so ein Film? Er hatte ein Budget von 1,7 Millionen Euro. Für solche Summen muss eine alte Frau lange stricken. Irgendwie Wahnsinn, so etwas immer noch als ›Low Budget‹ zu bezeichnen. Allerdings hätte ein großer deutscher Kinofilm das Doppelte bis Dreifache gekostet, das heißt, es waren schon sportliche Bedingungen. Wie lange habt ihr gedreht? 21 Drehtage, das ist Hardcore. Jeder »Tatort« hat mindestens 25 Drehtage, Kinofilme eigentlich 30. Für mich ist das sowieso der totale Luxus – ich habe nämlich keinen Schulabschluss. (er lacht, alle lachen) Meine Alternative wäre Gerüstbauer oder sowas gewesen. Da bist du ja auch viel an der frischen Luft… Ja, man schafft ja vorher die Rahmenbedingungen. Ab einem bestimmten Moment muss es dann losgehen. Da nimmt man, was man hat. Wenn weniger Mittel da sind, gibt das auch gewisse Freiheiten. Bei einer ameri- KULTUR Hanix Nr. 48

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200 JAHRE FAHRRAD Als Familienbetrieb seit 1953 für Sie da! Hanix Nr. 48 kanischen Superproduktion kann der Regisseur wahrscheinlich nicht mehr so viel selbst entscheiden. Für welche Zielgruppe sind deine Filme? Über diese Frage habe ich mir keine Gedanken gemacht. Ich bin ja nicht der Verleih. Ich habe mir die Geschichte ausgedacht und sie umgesetzt. Ich wollte aber per se niemanden ausschließen, weil es oft heißt, dass das weibliche Publikum meine Filme nur hassen kann. Ich habe im Nachhinein gedacht, wenn »Volt« kein Mann, sondern eine Frau gewesen wäre, hätte es die Filmpreise nur so geregnet. Was ist dir das Wichtigste am Filmemachen? Die Zeit an der frischen Luft. (schmunzelt) Dass so viele Leute so lange daran arbeiten, alles in einem Resultat, nämlich dem Film, zusammenläuft – das finde ich geil. Es ist körperliche Arbeit und man ist immer mit neuen Leuten unterwegs. Wo habt ihr gedreht? Größtenteils in Köln und Umgebung. Ein wenig im Saarland. Entgegen der landläufigen Meinung sind Filmförderungen meist nicht Kreativ-Förderungen, sondern konjunkturelle Förderungen. Das heißt, wo man das Geld kriegt, muss man es auch wieder ausgeben. Das Ende der Welt liegt also in Nordrhein-Westfalen! (lacht) Da sind riesige Industrieanlagen. Diese innerdeutsche Taiga, das war echt eine Herausforderung, denn man sollte die Locations im Film ja nicht wiedererkennen. Wie viel kommt im Film von dir, wie viel von anderen? »Volt« ist ein klassischer Autorenfilm. Da ich Autor und Regisseur bin, habe ich bei allen inhaltlichen und kreativen Fragen das Letzt-Entscheidungsrecht. Wenn es um Geld geht, sieht die Sache anders aus. Dann wird mir die Idee ausgeredet, aber nach außen darf ich so tun, als wäre es meine Entscheidung gewesen. Man muss TAREK EHLAIL die Meinung der anderen hören, um die eigene Haltung zu überprüfen. Erst wenn sie den Gegenargumenten standhält, kann man verifizieren, was man selber denkt. Beziehungsweise infrage stellen: Will man etwas aus Eitelkeit durchsetzen oder weil es nervt, dass es der andere nicht will, oder nicht kapiert? So findet man übrigens auch oft heraus, was für eine Scheiß-Idee man gerade hat und dass die Idee der anderen viel besser ist. ◆ Zur Person: Autor und Regisseur Tarek Ehlail ist im Saarland, an Deutschlands südwestlichster Grenze zu Frankreich geboren und aufgewachsen. Im Alter von 20 Jahren gehörten ihm zwei Piercingstudios, während er eine erfolgreiche Boxerkarriere verfolgte. Tarek Ehlails Weg zum Filmemacher war daher eher unüblich. Zunächst drehte der Autodidakt Dokumentarfilme und Musikvideos, bevor er sich an das Drehen und Produzieren von Spielfilmen wagte. Am 26. Januar feierte der filmstiftunsgeförderte Thriller »Volt« von Tarek Ehlail mit u. a. Benno Fürmann und Stipe Erceg in den Hauptrollen seine Deutschlandpremiere. BIKE ARENA BENDER Fahrradhaus Bender GmbH Koepffstr. 7-13 74076 Heilbronn T: +49 7131 96150 M: info@bikearena-bender.de www.bikearena-bender.de BISTRO ROYAL 21. - 30. APRIL 2017 www.amtshaus-ailringen.de

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Nein, mit dem im 18. Jahrhundert gegründeten und alsbald wieder verbotenen Geheimorden der Illuminaten hat das Ludwigsburger Unternehmen deset LED GmbH nichts zu tun. Oder doch? Es geht jedenfalls um Licht und ein wenig auch um »Erleuchtung«. Von Matthias Marquart , Fotos: Ulla Kühnle Illuminati Hanix Nr. 48 Unternehmerisch tätig ist Birol Yilmaz schon über 20 Jahre. 1996 gründete der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann mit Patentic in Heilbronn sein erstes Unternehmen für Werbetechnik. Yilmaz: »Wir waren damals die Ersten, die in Deutschland das Aluminium-Sublimationsdruckverfahren einführten. Bei diesem Verfahren wird Farbstoff in den Trägerstoff eingedampft, sodass beispielsweise Typenschilder fortlaufend gedruckt werden können.« 2005 stellte sich der 46-jährige Vater dreier Töchter aber dann eine entscheidende Frage: »Warum 1.000 Produkte für einen Euro verkaufen, wenn man auch ein Produkt für 1.000 Euro oder mehr verkaufen kann?« Und diese Möglichkeit sah er in der LED-Technik, die damals dabei war, mit effizienten Wirkungsgraden nahezu alle Lichtanwendungen zu erobern. Der bekennende Buddhist grinst und sagt: »Das war quasi meine ›Erleuchtung‹.« So bereiste er ab 2005 China, wo die für diese Technik führenden Hersteller beheimatet sind. Yilmaz sondierte den chinesischen Markt sorgfältig und suchte zuverlässige Lieferanten für LED-Komponenten aus. Neue Partner Mit Frank Zurmühlen und dessen Unternehmen Trend Werbesysteme fand er dann 2007 in Vaihingen Enz einen neuen Partner, mit dem er in das Geschäft mit LED-Displays einstieg. Sie kauften LED-Komponenten und versahen diese in Deutschland mit neuen, selbstgefertigten Rahmen- und Trägersystemen. Birol Yilmaz: »Wir haben dann in Deutschland auch einige Projekte, wie beispielsweise mit LED-Technik ausgerüstete Werbetürme und Video- Displays, erfolgreich realisiert und umgesetzt. Allerdings hatten wir letztendlich unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens. Ich wollte verstärkt auf LED-Technik setzen, da ich erkannt hatte, dass dieser Markt Zukunft Der Heilbronner Birol Yilmaz hat in Ludwigsburg beruflichen Erfolg hat, wogegen Frank eher zu klassischen Werbesystemen tendierte.« Da stieß Birol Yilmaz auf das Ludwigsburger Unternehmen deset, einer internationalen Holding, die in diesem Bereich bereits seit 2003 erfolgreiche Pionierarbeit leistete. So wurde bei deset als bis heute einzigem Hersteller von LED-Displays außerhalb Asiens das energiesparendste Display der Welt entwickelt. Durch den enorm niedrigen Stromverbrauch und eine weltweit einzigartige Ansteuerungstechnik liefern die Bildwände bis zu 400 Prozent mehr Detailgenauigkeit und benötigen dennoch nicht mehr Strom als eine Waschmaschine. Eine Leistung, die dem Unternehmen auf der Cebit 2009 unter mehreren hundert Bewerbern auf den Innovationspreis den vierten Platz einbrachte und die bis heute Bestand hat. Der Zufall wollte es, dass deset einen Vertriebsleiter für deren Abteilung LED-Displays suchte und in Birol Yilmaz 2010 dann jemanden fand, der mit Begeisterung und Herzblut die Herausforderung annahm. Yilmaz: »Als ich bei deset ein- 34 WIRTSCHAFT

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stieg, betrug der Umsatz im LED-Bereich gerade einmal fünf bis zehn Prozent des Gesamtumsatzes der Holding.« In nur knapp zwei Jahren steigerte er – sehr zur Freude von Firmengründer Daniel Frederick – diesen Anteil auf 40 Prozent. Erfolgreiche Ausgründung 2013 fiel dann die Entscheidung, den Geschäftsbereich aus der Holding auszugliedern und mit Gründung der deset LED GmbH auf eigene Beine zu stellen. Yilmaz wurde einer von drei Gesellschaftern und Geschäftsführer. »Allerdings stellen wir heute keine eigenen Displays mehr her. Unsere Produkte waren zwar sehr gut, doch in Deutschland ist die Produktion auf lange Sicht gesehen einfach zu teuer«, berichtet Yilmaz. Dennoch hat das Unternehmen bis heute einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: »Durch unsere langjährige Erfahrung gerade auch in der Produktion und in der Auswahl unserer Zulieferer können wir Produkte liefern, deren Langlebigkeit und Zuverlässigkeit von keinem Mitbewerber getoppt werden. Wir kennen bei FACHKRÄFTE gesucht. Wir bieten Perspektiven Wenzel & Partner GmbH Cäcilienstraße 58 74072 Heilbronn Tel. 07131 / 8 79 79 Fax. 07131 / 17 33 91 personal@wenzelundpartner.de www.wenzelundpartner.de unseren Lieferanten teilweise jede Lötmaschine, die verwendeten Kabel oder Schrauben, gehen, was die Auswahl unserer Komponenten angeht, also absolut in die Details. Die Komposition unserer hochwertigen Komponenten ist damit ein wichtiger Teil unseres Erfolgsrezeptes,« sagt Yilmaz stolz. Und das ist auch wichtig, denn deset hat sich mittlerweile auf Outdoor-Anlagen spezialisiert, die über Jahre hinweg extremen Bedingungen wie Hitze, Schnee, Frost und Regen trotzen müssen. Ein weiterer Vorteil, den die Ludwigsburger mitbringen, ist ihr Allround-Service, der von der Standortund passenden Produktauswahl über das Einholen von Baugenehmigungen und die Montage bis hin zu Wartung und Service geht. Das Streamen von Inhalten geschieht per Computerinterface, das auch Online-Zugriff ermöglicht, die Software wurde selbst entwickelt. Mit diesem Paket hat das Unternehmen in seinen Hauptabsatzgebieten Deutschland, Schweiz und Österreich mehr LED- Displays installiert als jedes andere Unternehmen aus diesem Bereich. Und Yilmaz blickt zuversichtlich in die Zukunft: »Wir haben in den letzten drei Jahren jeweils ein Wachstum zwischen 25 und 30 Prozent in diesem schwierigen Markt hingelegt. So langsam zahlt sich die Hartnäckigkeit, mit der wir an uns, unsere Produkte und die Zukunft der LED-Technologie geglaubt haben, aus.« Für 2017 peilt er mit deset deshalb eine Verdoppelung des Umsatzes an, denn er ist überzeugt: »Der ›Run‹ geht jetzt erst richtig los.« ◆ Der Abenteurspaß für Klein und Groß in der Nummer EINS Schwarzlichtminigolfanlage Süddeutschlands in Asperg bei Stuttgart. Besuchen Sie uns auch in Ettlingen und ab Sommer 2017 neu in Schwäbisch Gmünd! Bahnhofstr.95 71679 Asperg Tel: 07141/5078702 www.simigolf.de

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Von Dr. Bernhard Stumpfhaus AUS MOJO WIRD MOJÄK Neues Galerie-Shop-Bistro von Serpil Aslan und Francisco Gondar Alfonso. Wer erinnert sich nicht noch an das Mojo in der Eichgasse, dort, wo heute das gefeierte Velo untergekommen ist. Das Mojo, ein zweistöckiges Café, wo man oben, im ersten Stock, lange, sehr bequem sitzen konnte und an den Wänden hingen Zeichnungen, Gemälde oder Fotografien von jungen Heilbronner Künstlern und Designern. Das Mojo schloss zwischenzeitlich, Serpil und Francisco lebten längere Zeit in Istanbul und kamen zurück nach Heilbronn. Mitte des vergangenen Dezembers eröffneten sie nun die Jäkbar mit Mojäk-Galerie und Shop in der Frankfurter Straße 20. Anders als im Mojo, in dem sich Kaffeebetrieb und Ausstellung mischten, haben hier Galerie und Bistro getrennte Bereiche. Im Bistro gibt es vegane Getränke und schon jetzt vom Publikum sehr geschätzte Tapas de Tortilla. Im hinteren Bereich schließt sich dem Bistro der Shop an; auch das ein Unterschied zum Mojo. Im Shop werden neben Schmuck, den beispielsweise Serpil selbst gefertigt hat, Zines, u. a. von Sergej Vutuc, Kunstbücher, Vinyl-Schallplatten und Designerobjekte zum Kauf angeboten. Der Shop selbst ist allerdings noch im Werden. Serpil und Francisco besuchen Messen und reisen, um Neues für den Shop zu entdecken. Wichtig dabei ist, dass beiden die Objekte oder Objektkonzepte, die sie verkaufen, gefallen und etwas bedeuten. So stehen etwa direkt vor der Galerie in Wandregalen Figuren aus Porzellan der galizischen Design-Werkstatt Sargadelos, einer Region, der Francisco entstammt. Das Porzellan zeigt sehr schön, wie fließend die Grenzen zwischen Design und Objektkunst sind. In einem Extra-Raum mit weiter Glasfront auf die Straße schließt sich die Mojäk-Galerie an. Zuerst wurdem hier unter dem Titel ›Francisco de Soarl‹ hölzerne Bildobjekte von Francisco ausgestellt. Die Idee sieht vor, alle zwei bis drei Monate einen anderen Künstler, Designer oder auch Künstlergruppen zu präsentieren. Ab März stellt der UK-Graphic-Artist Patrick Thomas seine Siebdrucke aus. Er ist seit Oktober 2013 Professor für Kommunikationsdesign an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, dürfte hiesigen Kulturschaffenden also durchaus ein Begriff sein. Wie der Shop folgt auch die Mojäk-Galerie keinem festgelegten Konzept. Die hier zu sehende Kunst wird von Francisco und Serpil ausgesucht, soll zum Ort und seinen Menschen passen. Beide sind offen für alle Arten von Kunst. Die Galerie folgt dabei nicht den Gesetzen des Kunstmarktes: »In der Galerie«, so Francisco, »werde nicht Geldwert inszeniert, sondern es werden Dinge, Objekte, Arbeiten ausgestellt, die man gern sieht.« Es sei etwas als Kunstwerk wahrzunehmen und nicht als merkantiles Objekt. Wichtig für die Galerie wie für das gesamte Konzept von Jäkbar, Shop und Mojäk-Galerie sei es allerdings, dass sich die drei Projekte selber tragen. Die Kunst hier im Mojäk müsse auch nicht einer bestimmten Szene entstammen oder sie repräsentieren. Beiden, Serpil und Francisco, sei es ein vorrangiges Anliegen, dass es Verbindungen zum Künstler gebe, zu seinen Gefühlen und Gedanken. Dabei sei allein ausschlaggebend, was die beiden im Moment wichtig und gut fänden. Das mache den Unterschied: Die zu zeigende Kunst müsse den Geschmack der beiden treffen. Geschmack ist hier allerdings nicht bloß als eine ästhetische Willkür zu verstehen, sondern er schließt auch eine Überzeugung ein. Die Kunst müsse, so Francisco, überzeugen, indem sie zum Nachdenken anrege, einem gewissen Ideal folge. Bei dieser persönlichen Herangehensweise sei man sich aber durchaus auch bewusst, dass eine solche Galerie nicht nur ein reines Privatvergnügen sei, sondern eine Intervention in den öffentlichen Raum darstelle. Man gestalte den Platz mit, öffne sich der Straße und lade die Menschen ein, zu kommen und teilzuhaben. Dabei sei aber erst einmal zentral, überhaupt etwas zu machen. Die Konsequenzen stellten sich von alleine ein. Die Öffentlichkeit, mit der man in Bistro, Shop und Galerie interagiere, meint aber weniger nur die Heilbronner Öffentlichkeit. Man öffne sich allen interessierten Menschen von überall her. So habe man nicht das Bedürfnis, in die Stadt zu intervenieren, sie zu verändern; man sei weder für noch gegen die Stadt. Das Publikum sei vielmehr international und es sei ein sich jenseits der Stadt formulierendes Netzwerk, das man an sich binden wolle. Aber eigentlich gehen solche Überlegungen viel zu weit. Jäkbar und Mojäk- Galerie bilden zuallererst einen Ort, an dem alles das sei, was »wir mögen: gute Musik, schöne Objekte, Kunst, ein leckerer Kaffee« – an dem die Menschen eingeladen sind, sich herzlich zu begegnen. ◆ Hanix Nr. 48 Blick in die aktuelle Ausstelung von Patrick Thomas »Zeichen« (© Meli Dikta)

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MICHAEL HIERONYMUS Égalité: Alles, was lebt kommuniziert Hanix Nr. 48 Vor dem UN-Gebäude sehen wir eine riesige geometrische Zwillingsskulptur aus rötlichem Corten-Stahl aufgestellt. Gleichsam spiegelbildlich stehen sich zwei monumentale Figuren gegenüber, sodass ihre Kopfteile sich einander zuwenden. Man könnte diese Zuwendung beider Hälften ansprechen als ein Superzeichen für Kommunikation und damit vor dem bedeutenden Gebäude als Ausweis für die Überzeugung, dass die Menschen vielmehr miteinander kommunizieren, als weniger kriegerisch sich zu begegnen hätten. Der Schöpfer dieser Arbeit ist Michael Hieronymus aus Heilbronn, das Monument Teil des engagierten Projekts ›Égalité‹. Sein Wunsch ist es, diese Gruppe überall auf der Welt zu platzieren, wo es um Kommunikation geht: in Häfen, auf Plätzen, vor wichtigen öffentlichen Gebäuden, an Schnittstellen zwischen Natur und Zivilisation. Es ist der Versuch, mit einer Skulptur die Welt zu verändern, eine Energie auszusenden, die die Dinge positiv verändert, durch respektvollen Umgang und gegenseitige Verständigung. Es war die Idee, so der Künstler, eine schlichte, einfache Form zu finden, leicht wiedererkennbar, die greifbar das zum Ausdruck bringt, was der mittlere Begriff aus dem berühmten Slogan der Französischen Revolution »Liberté, Egalité, Fraternité« signalisiert. Die Figur solle als Bote dieser Idee fungieren. Zudem solle sie den menschlichen Körper so allgemeingültig darstellen wie nur irgend möglich. Zentral für die Formfindung der Skulpturen sei die Bedeutung des Wortes ›Égalité‹, die der Künstler mit ›Gleichwertigkeit‹ übersetzt. Die wörtliche Übersetzung: ›Gleichheit‹ sei problematisch, da im Deutschen ›Gleichheit‹ zu sehr den Geschmack von Gleichmacherei habe. Es gehe vielmehr darum, die Gleichwertigkeit der Menschen herauszuarbeiten. Es resultierte die Form, wie wir sie in jener Bildmontage des UN-Gebäudes beobachten können: Ein aufrechtes Rechteck – seit je Symbol des aufrecht stehenden Menschen – und ungefähr in der Höhe des ›Goldenen KUNST Égalité vor dem UN-Gebäude (© Michael Hieronymus) Schnitts‹ ein Kubus oben aufgesetzt, oder ein weiteres Rechteck vorne anmontiert – je nach Sichtweise. So erstellt Hieronymus eine auf allen Seiten völlig homogene Figur ohne sichtbare Arbeitsspuren – anders als etwa die berühmten ›Heilbronner Köpfe‹ von Franz Bernhard, deren Bearbeitung offensichtlich ist, die in ihrer Unterschiedlichkeit aber auf Individualität angelegt sind. Die Konzeptfigur, 2013 erstmals im Prototyp gestaltet, ist seriell reproduzierbar und mit Selbstähnlichkeit ausgestattet. Unterschiede lassen sich zwar – je nach der entsprechenden Umgebung – durch Variationen in Größe, Farbe und Oberflächenbeschaffenheit akzentuieren. Viel wichtiger sei es aber, dass sie so gruppierbar sind, dass allein ihre Aufstellung zueinander kommunikativen Austausch stiftet und charakterisiert. Hieronymus, der ja nicht allein Bildhauer ist, sondern auch Grafiker, Fotograf und Maler, hat nun für die Gemeinde Untergruppenbach und ihre ländliche Umgebung ein umfangreiches Projekt zum Thema geplant. Wann und ob es zur Aufführung kommen wird, ist noch offen. Jedenfalls hat es bereits umfangreiche Gespräche mit der Gemeinde und ihrem Bürgermeister gegeben. Geplant ist die Aufstellung monumentaler Figuren etwa im Wald, am Weg entlang der Burg Stettenfels Richtung Heilbronn; zu Gruppen arrangiert, soll man sie vor dem Rathaus finden können, sowie im Rahmen einer umfassenderen Ausstellung im Rathaus selbst. Die Projektkonzeption erschöpft sich allerdings nicht darin, bloß Skulpturen zu präsentieren. Eine weitere Intervention sollen großformatige Plakatbänder darstellen, montiert etwa an Mauern der Burg, an großflächigen Wänden in der Stadt aber auch in der Natur. Die Banner stellen in weithin lesbarer Typografie, oft doppelreihig so humorige wie nachdenkliche Fragen: »Werden Radieschen erwachsen«, »Sind Maikäfer pünktlich«. Da Hieronymus auf diesen Bannern die Interpunktion auslässt, es also keine abschließenden Satzzeichen gibt, stellt sich oft ein vom Künstler nicht intendierter Effekt ein, dass man nicht nur die Frage von oben nach unten lesen kann, sondern die Antwort gleich mitgeliefert bekommt, wenn man den Text gegenläufig von unten nach oben liest: »Spüren Bäume / wie es dir geht« »Wie es Dir geht / spüren Bäume«. Zwar kommunizieren auf dieser Ebene die Texte mit sich selbst; doch die Intention des Künstlers ist es, fragend in unseren Alltag einzugreifen und auf diese Weise die Kommunikation zwischen uns und unserer Umwelt, zwischen Mensch und seiner Natur anzuregen und zu intensivieren. Wer sich vorab schon einmal einen Eindruck über das skulpturale Arbeiten von Hieronymus verschaffen möchte, dem sein ein Sparziergang im ›Skulpturenpark im ZfP Weinsberg‹ empfohlen. Dort am oberen Ende des Klinikums, hinter der Kirche, findet sich das Interesse des Künstlers an Verständigung und Kommunikation schon einmal beispielhaft in Szene gesetzt. ◆ Kontakt über die Homepage des Künstlers: www.hieronymus-egalite.com

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Im Jahr 1975 zieht der kongolesische Arzt Seyolo Zantoko (Marc Zinga) mit seiner Familie fort aus der Heimat – denn Seyolo hat sich entschlossen, ein Stellenangebot in dem kleinen Dorf Marly-Gomont im Norden Frankreichs anzunehmen und einen Neuanfang in einem fremden Land zu wagen. Dort hofft die Familie aus dem Kongo ein europäisches Großstadtleben wie aus dem Bilderbuch vorzufinden, doch die Realität ist weit weniger glamourös: Die Einwohner des Dorfes haben noch nie zuvor einen Menschen aus Afrika gesehen und sind anfangs wenig begeistert von ihrem neuen Arzt, Ganz im Gegenteil tun sie sogar ihr Bestes, um den Neuankömmlingen das Leben schwer zu machen. Doch so leicht lassen sich Seyolo, seine Frau Anne (Aïssa Maïga), ihr Sohn Kamini (Bayron Lebli) sowie Tochter Sivi (Médina Diarra) nicht unterkriegen … EIN DORF SIEHT SCHWARZ »Die Komödie über Rassismus, Vorurteile und die immerwährende Hoffnung auf Wandel beruht auf einer wahren Begebenheit. »Feelgood-Movie um einen aus dem Kongo stammenden Arzt und seine Familie.« Lachen und Weinen, Humor und Gefühl, ein Clash der Kulturen, wie er heftiger nicht sein könnte: Regisseur Julien Rambaldi verbindet in seinem zweiten Film »Ein Dorf sieht schwarz« all diese Zutaten zu einem fulminanten Mix aus bewegender und leichtfüßiger Komödie, zielt gekonnt auf Herz und Hirn. Augenzwinkernd nimmt er die muffigen 1970er Jahre auf dem Land unter die Lupe. Paris und die Studentenrevolte von 1968 sind fern, im idyllischen Marly-Gomont erstickt man lieber in Gemütlichkeit. Toleranz, Durchhaltevermögen und die Hoffnung auf Wandel, gegenseitiges Verständnis und friedliches Miteinander dominieren in dieser feinsinnigen Geschichte. Das Wunderbare: Dieses Miteinander ist kein Märchen, sondern Wirklichkeit und Wahrheit. Kamini, bekannter Rapper und Sohn von Seyolo Zantako, landete 2006 einen Hit mit seinem witzigen Song »Marly-Gomont« und entwickelte die Filmidee vom Ankommen und Bleiben, erzählt im Drehbuch vom Schicksal seiner Eltern – emotional, zärtlich, berührend. Marc Zinga (»Dheepan«, »Das unbekannte Mädchen«) und Aïssa Maïga (»Caché«, »Bamako«) spielen das liebenswerte Paar zwischen Anpassung und Stolz auf die eigenen Wurzeln. Im Sommer 2016 ließen sich in Frankreich In den Arthaus-Kinos ab 20. April 2017 Frankreich 2016 Länge: 96 Minuten FSK: ab 0 Jahren Regie: Julien Rambaldi Darsteller: Marc Zinga, Aïssa Maïga, Rufus, u. v. a. 600.000 Besucher von diesem Feel-Good- Movie verzaubern. Im November wurde der Film bei den 33. Französischen Filmtagen Tübingen/Stuttgart mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. ◆ ARTHAUS-KINOTIPP Hanix Nr. 48

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AUSSERDEM IM KINO Es war einmal in Deutschland Start: 6. April Im Nachkriegsdeutschland 1946 schlagen sich der Jude David Bermann (Moritz Bleibtreu) und seine Freunde als wahre Überlebenskünstler durch. Mit Witz, Tricks und Dreistigkeit umgarnen sie an den Haustüren Frankfurts die dort lebenden Damen und verkaufen allerlei Kram, um damit so schnell es geht die Ausreise in die USA oder nach Palästina finanzieren zu können. Doch die amerikanische Offizierin Sara Simon (Antje Traue) ist ihnen auf den Fersen. Gold Start: 13. April Reno, Nevada im Jahr 1988: Kenny Wells (Matthew McConaughey) hat die von seinem Großvater gegründete und von seinem Vater zum Erfolg geführte Washoe Mining Corporation beinahe komplett ruiniert. Und auch um Kenny ist es schlecht bestellt, er ist beinahe pleite, völlig verzweifelt und trinkt, um seine Probleme zu vergessen. Da hat er eines Tages im Vollrausch eine Vision: Er träumt von einem Ort auf der Insel Borneo, den er vor Jahren mit dem Geologen Mike Acosta (Édgar Ramirez) besichtigte. Kenny ist überzeugt: Dort muss er nach Gold suchen und alles wird wieder gut! Guardians Of The Galaxy Vol. 2 Start: 27. April Drei Monate nach den Ereignissen in »Guardians Of The Galaxy« ist das Team um Star- Lord (Chris Pratt) im ganzen Universum bekannt. Auch Ayesha (Elizabeth Debicki), die Anführerin der Sovereign People, einem Volk von genetisch zur Perfektion veränderten Wesen, bemüht sich um ihre Dienste. Die Guardians sollen für sie und ihre Mitbürger ein inter-dimensionales Monster bekämpfen. Im Ausgleich will sie ihnen Nebula (Karen Gillan) übergeben, sodass die Guardians die Killerin und Schwester von Gamora (Zoe Saldana) ins Gefängnis bringen können. Sieben Minuten nach Mitternacht Start: 4. Mai Der kleine Conor (Lewis MacDougall) lebt bei seiner kranken Mutter Elizabeth (F. Jones) und fühlt sich in der Schule alles andere als wohl. Und auch zu Hause scheint sich alles nur noch weiter zu verschlimmern, vor allem wenn Conor bei seiner strengen Großmutter (Sigourney Weaver) sein muss. Als wäre dies alles nicht schon aufwühlend genug, hat Conor obendrein immer wieder Albträume, in denen die alte Eibe vor dem Fenster lebendig wird, sich plötzlich in ein knorriges Monster (Stimme im Original: Liam Neeson) verwandelt. Das unheimliche Wesen erzählt Conor, worin der Unterschied besteht zwischen Realität und Märchen … Die Frau des Zoodirektors Start: 11. Mai Eine Frau wird im Zweiten Weltkrieg zur Heldin, als sie Hunderten das Leben rettet: 1939 leiten Antonina Żabińska (Jessica Chastain) und ihr Mann Dr. Jan Żabiński (Johan Heldenbergh) den Warschauer Zoo. Als die Wehrmacht Polen überfällt, reagieren Antonina und Jan geschockt auf den Einmarsch. Er betrifft sie auch persönlich: Sie müssen nun an den Chefzoologen Lutz Heck (Daniel Brühl) berichten, der von den Nationalsozialisten ernannt wurde. Bald aber entscheiden die beiden, gegen das neue Regime vorzugehen. Sie wollen Menschen aus dem Warschauer Ghetto retten, doch mit diesem Plan bringt Antonia sich und ihre Kinder in große Gefahr … Die Wiedereinstiegs-Beratung der Bundesagentur für Arbeit. Starten Sie jetzt und erfahren Sie alles darüber, wie Sie Familie und Beruf vereinbaren können und was Sie weiterbringt. Denn Ihr Know-how als Fachkraft ist auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Informieren Sie sich jetzt unter www.dasbringtmichweiter.de

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Heilbronner Wallo of Fame unter der Autobahnbrücke 26. Februar 2017, 12:27 Uhr (Foto: Meli Dikta)

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Am 17. April sind es noch zwei Jahre bis zur Eröffnung der Heilbronner Bundesgartenschau. Etwas mehr als 700 Tage vor dem Start der Großveranstaltung haben wir uns mit dem Geschäftsführer der Buga2019 GmbH, HANSPETER FAAS, zum Interview getroffen. Mit dem gebürtigen Südbadener sprachen wir unter anderem über Buga-Meilensteine in diesem Jahr, Reibung mit Kreativ- und Kulturschaffenden, die Bespielung der Inselspitze und das Fehlen von unter 40-Jährigen im Freundeskreis der Bundesgartenschau Heilbronn e. V. Von Robert Mucha, Fotos: Ulla Kühnle INTERVIEW DES MONATS Hanix Nr. 48

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Hanix Nr. 48 »Wir haben in den vergangenen Jahren ein Theater gebaut und jetzt geht es darum, das Stück zu planen« Hanix: Herr Faas, noch circa zwei Jahre bis zum Start der Buga. Wie ist der Stand der Dinge? Hanspeter Faas: Ein so großes Projekt ist nie wirklich im Plan. Es gibt viele Bereiche, in denen wir voraus sind, es gibt Bereiche, in denen wir etwas hinterherhinken. Insgesamt betrachtet sind wir zeitlich und von den Kosten im Plan. Was uns etwas Sorge bereitet, ist die Preisentwicklung, da die Baukonjunktur so gut läuft. Die meisten Betriebe sind ausgebucht, weshalb die Preise steigen und somit vieles unkalkulierbar wird. Bisher sind wir da mit einem einigermaßen blauen Auge davongekommen. Jetzt beginnt sicher die heiße Phase. In welchen Bereichen werden Takt und Schlagzahl bei Ihnen im Haus nun deutlich erhöht? Die Ausrichtung des Unternehmens hat sich dieses Jahr deutlich geändert. In der Vergangenheit haben wir stark die investiven Maßnahmen betreut, sprich den Neckarbogen, die Stadtausstellung, den Erdwall, den Umbau der Karl-Nägele- Brücke und die Umgestaltung der Flusslandschaft. Das sind alles Arbeiten, die sehr präzise sein müssen, da all das schließlich für HANSPETER FAAS die nächsten 50 bis 100 Jahre gelten soll. Jetzt hat sich unsere Arbeit geändert, da wir uns im Moment mit der reinen Ausstellung »Bundesgartenschau« beschäftigen. Hier müssen die Dinge nicht mehr ganz so präzise sein, da sie »nur« für 173 Tage stehen müssen. Dafür muss jedoch der Erlebniswert für die Besucher extrem groß sein. Hier merkt man schon, dass wir in einer Art Planungswerkstatt waren, in der man viele Dinge geprüft hat. Es sind einige Luftballons entstanden, manche darunter nur mit heißer Luft gefüllt, die man nun von denen, die einen wirklichen Inhalt haben, trennen muss. Richtige, definitive Entscheidungen müssen getroffen werden, die man 2019 auf der Ausstellung sehen wird. Somit spürt man den Druck. Die letzten Jahre hat man sich also um die Hardware gekümmert, während Ihr Team nun die Software entwickelt … Im Grunde haben wir in den vergangenen Jahren ein Theater gebaut und jetzt geht es darum, das Stück zu planen. Was auch immer wieder gesagt werden muss, ist, dass unsere Ausstellung in gewisser Weise ein Experiment, gar ein radikales Konzept ist, bei dem es vorher keine Zahlen gab, die man auswerten konnte.

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»Wir sind stolz darauf, dass wir einen Ort mitten in der Stadt haben, um das Thema Stadtentwicklung präsentieren zu können« Man muss neue Wege gehen. Es ist ein neues Format mit vielen Qualitäten, aber auch vielen Risiken. Für den Bau eines Theaters werden andere Mitarbeiter als für die Inszenierung eines Stückes benötigt. Die Abteilungen der Buga als Unternehmen spiegeln natürlich auch den Verlauf wieder, das ist bei den Mitarbeitern, die dafür ausgewählt wurden, nicht anders. Alles hat mit der Planungsabteilung begonnen, in der überlegt wurde, was hier entstehen soll. Dann ist die Bauabteilung dazugestoßen und parallel dazu die Finanzabteilung. Danach hat man begonnen, Kommunikation zu betreiben und die Bürger zu beteiligen. Erst dann kamen die reinen Ausstellungsformate dazu: eine Abteilung, die sich mit der Stadtausstellung beschäftigt, eine, die sich mit der gärtnerischen Ausstellung beschäftigt und zusätzlich noch eine Veranstaltungsabteilung. Diese Entwicklung kann man anhand der Mitarbeiterzahlen sehen. Die meisten sind momentan in der Planungs- und Bauabteilung, während wir in der Veranstaltungsabteilung die wenigsten haben. Das wird sich jetzt ändern, da wir weiterhin im Wachstum begriffen sind. Im Herbst ging die Landesgartenschau in Öhringen zu Ende. Haben Sie dort für die Heilbronner Buga Erkenntnisse gewinnen können? Ist die Region Gartenschau-affin? Ja, die Region ist Gartenschau-affin, das weiß man. Das fängt bei der Landesgartenschau Heilbronn 1985 an und geht über viele Gartenschauen in Baden und Württemberg bis hin zum angrenzenden Bayern. Das Thema Garten, Natur und Hausbau spielt hier eine größere Rolle als in anderen Regionen. Ich glaube, dass der Anspruch an den Garten und die Natur hier höher ist als beispielsweise in Rheinland-Pfalz. Insofern war Öhringen ein gutes Beispiel für uns. Was haben die Öhringer aus Ihrer Sicht besonders gut hinbekommen? Was die Öhringer mit wirklich großem Können und großer Qualität gemacht haben, war die Beteiligung der Bürger. Es wurde deutlich, dass das nicht eine Gartenschau von wenigen Machern ist, sondern eine Gartenschau der Menschen aus Öhringen. So wurden Identifikation und ein positiver Nachhall geschaffen. Auf welche Meilensteine werden Sie und Ihre Mitarbeiter sich in diesem Jahr fokussieren und welche baulichen Maßnahmen werden die Heilbronner Bürger am meisten wahrnehmen und betreffen? Im Juli dieses Jahres wird die Karl- Nägele-Brücke, die auf vier Spuren erweitert wurde, eröffnet. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass von da an die Kalistraße zurückgebaut wird. Neben der Tatsache, dass der Neckarbogen entsteht, wird das der wichtigste städtebauliche Aspekt. Damit entsteht eine Verbindung aus dem Stadtquartier zum Fluss, die es wegen der »Trennlinie« Kalistraße momentan nicht gibt. Ein weiterer großer Meilenstein in diesem Jahr wird die Befüllung der Seen im Sommer sein. Bis zum Herbst wollen wir außerdem den größten Teil der Pflanzungsarbeiten abgeschlossen haben, damit die Stauden, Rosen und Gehölze eine Vegetationsperiode durchlebt haben, um 2019 die entsprechende Qualität zu erreichen. Am Valentinstag war der Buga-mat, ein Rosenautomat, in der Stadt und kam gut an. An welchen Orten und in welchen Formaten wird die Buga 2017 in Heilbronn unterwegs sein? Wenn ich das im Voraus verraten würde, wäre es ja nicht mehr spannend. Unser Getränkeautomat, der Rosen ausspuckt, wird vermutlich noch etwas länger im Einsatz sein. Ich erinnere auch an unsere Aktion, als wir Blumen in der Stadt aufstellten und sich jeder bedienen konnte. Solche Formate sind einfach wichtig, um Sympathie für die Gartenschau zu wecken. Wir werden weiterhin unsere Baustellenführungen anbieten und am 15. und 16. Juli ein großes Brücken- und Baustellenfest veranstalten. Das Thema Stadtentwicklung wird man massiv auf der Inselspitze spüren, hier bereiten wir gemeinsam mit Partnern einen Informationspunkt und eine Ausstellung, die ein Stadtmodell enthalten wird, vor. In diesem Knotenpunkt Inselspitze kann man sich ein genaues Bild über die konkreten Pläne für die Innenstadt machen. Wir sind stolz darauf, dass wir einen Ort mitten in der Stadt haben, um das Thema Stadtentwicklung präsentieren zu können. Wichtig ist mir hierbei, dass es nicht nur darum, was die Buga macht, geht. Auch unsere Partner Stadtsiedlung, Zukunftsfonds, Dieter-Schwarz- Stiftung und die Stadt selbst mit all ihren Ämtern werden sich und ihre Pläne für die Stadt dort präsentieren können. Hier soll gezeigt werden, welch spannende und unglaublich aufregende Veränderungsprozesse momentan in der Stadt passieren. Viele Heilbronner sind natürlich auf das, was auf der Inselspitze passieren wird, sehr gespannt. Am 17. April geht es los. Gibt es zum Start ein besonderes Schmankerl oder Hanix Nr. 48 Der Knotenpunkt Inselspitze eröffnet am 17. April 2017 unter der Friedrich-Ebert-Brücke in Heilbronn INTERVIEW MIT HANSPETER FAAS

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»Es ist wichtig, dass wir Kontakt zur kreativen Szene finden« wird schlicht ein feierlich-rotes Band zerschnitten und die Tür aufgesperrt? Es würde wohl nicht zu uns passen, wenn wir nur ein Band durchschneiden würden. Wir leben vom Geschichtenerzählen und der Emotion, was sich am 17. April natürlich widerspiegeln wird. Wer, außer den erwähnten Partnern, ist eingeladen, sich auf der Inselspitze zu engagieren und wie soll oder kann das ablaufen? Gibt es noch freie Termine, um die Fläche zu bespielen? Der Knotenpunkt Inselspitze soll ein Ort sein, wo sich die Bürger zum einen informieren, zum anderen aber auch diskutieren und ihre Meinung zum Stadtentwicklungsprozess einbringen können. Das kann von Kunst bis Diskussionsforen alles Mögliche sein; vom Grundsatz her gibt es keine Beschränkungen. Das Format soll ein offenes Haus ohne Meinungsbeschränkungen sein, egal ob pro oder kontra Bundesgartenschau oder Stadtentwicklung. Ich denke, dass dem Prozess, der momentan in Heilbronn stattfindet, ein solcher offener Ort zum Meinungsaustausch unglaublich gut tun wird. Das soll allerdings nicht heißen, dass wir nicht auch mal ein Jazzfrühstück mit einem Bierchen dort unten veranstalten wollen. Wir feiern genau so gerne, wie wir arbeiten, was man an diesem Ort spüren wird. Freie Termine gibt es noch, es muss also niemand Sorge haben, dass er zu kurz kommt. Im vergangenen Jahr verursachte das Thema »Inselspitze« eine kleine regionale Medienwelle. Sie, aber auch Oberbürgermeister Mergel wurden vom in der kulturellen und kreativen Szene der Stadt verwurzelten Bewerbertrio Kionka- Winkelmann-Stumpfhaus teils harsch kritisiert. Haben die vielen Presseartikel denn sehr genervt? Man muss mit aller Deutlichkeit sagen, dass es nicht genervt hat. Ich bin davon überzeugt, dass solche Diskussionen und Auseinandersetzungen ein Projekt voranbringen. Auch bei uns im Büro ist nicht jeden Tag alles rosarot; auch dort gibt es Konflikte, die ausdiskutiert werden müssen. Da geht es hart zur Sache und ich glaube, dass es für ein solches Projektgeschäft, wie wir es hier haben, ein ganz entscheidender Punkt ist. Sonst kommt man nicht weit. Insofern finde ich, dass alles okay war; schließlich muss man auch nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Was erwartet sich die Buga von Kooperationen mit Menschen, die mit der freien Kultur- und Kreativszene verwurzelt sind? Es ist wichtig, dass wir Kontakt zu der kreativen Szene finden. Unser Format Bundesgartenschau, wie wir es verstehen und pflegen, lebt von der Vielfalt. Unsere Gartenschau hat die Vermischung traditioneller Inhalte und moderner Stadtentwicklung und Zukunftsthemen wie der Stadtausstellung. Ein weiterer Punkt sind die Veranstaltungen, weil wir eben so nah an der Innenstadt Samstag April Beginn 20 Uhr Einlass ab 19 Uhr Abend mit Das Duo Werner Acker & Ignaz Netzer nimmt live bei uns eine CD auf Genießen Sie einen Musik-Cocktail aus Folk, Gospel, Blues und Jazz! Eintrittskarten im Vorverkauf bei uns im Haus bis zum 24.4.17 für 13 €. (An der Abendkasse für 15 Euro) Jeder Besucher erhält ein Glas Sekt zur Begrüßung. Tel. 07131 90414-0, www.endner-wohnideen.de Mo-Fr 9-20 Uhr, Sa 9-18 Uhr Maybachstraße 7 74211 Leingarten Endner Wohnideen und der präsentieren einen Saitenzauber Saitenzauber Nicht verpassen! UnSEr SErVIcE fÜr SIE: Veranstaltungen Private Weinberatung Präsentservice Weinraritäten Über 1700 Weine aus aller Welt Alle unsere Aktivitäten finden Sie unter: www.univinum.de Edeka Ueltzhöfer I Mauerstrasse 78-90 I 74081 Heilbronn-Sontheim Telefon: 07131-203980 I www.edeka-ueltzhoefer.de www.facebook.com/univinumueltzhoefer

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»Wenn ich Ihnen im Dezember ein Ausstellungskonzept präsentieren könnte, das für unsere Idee funktioniert, wäre 2017 ein gutes Jahr« sind. Deshalb muss es uns gelingen, alle Bürgerschichten zu erreichen. Wir müssen kreative Menschen, die normalerweise nicht zu einer Gartenschau gehen würden, ansprechen und uns gegebenenfalls sogar daran reiben. Unser Ziel ist es, alle Altersgruppen anzusprechen, weshalb wir darauf auch bei den Eintrittspreisen reagieren wollen. Wir erachten es für wichtig, der Gesamtbevölkerung dieses Projekt Bundesgartenschau anzubieten und letztendlich zu sagen: »Nutzt es!« Bisher ging das Wirken und die Kommunikation der Buga weitestgehend an den unter 40-Jährigen vorbei. Würden Sie das unterschreiben? Unterschreiben würde ich es nicht. Ich würde es allerdings auch nicht für falsch halten. Wir spüren bei unseren Veranstaltungen wie dem Baustellenfest, dass wir die jungen Leute erreichen, was für mich ein besonderes Erlebnis ist. Dass junge Leute zwischen 16 und 24 von sich aus auf solche Feste gehen, habe ich noch nie bei einer Gartenschau erlebt. Da sind wir schon auf einem guten Weg. Allerdings ist uns durchaus bewusst, dass wir auf diesem Gebiet den größten Nachholbedarf haben, das hat auch eine repräsentative Umfrage zur Buga in der Region ergeben. Auch der im Sommer 2016 gegründete Verein »Freundeskreis der Bundesgartenschau Heilbronn« strahlt wenig Sexappeal auf Jüngere aus. Wir sprechen jetzt von unter 40-Jährigen. Überhaupt tritt der Freundeskreis in unserer Wahrnehmung bisher maximal in homöopathischen Dosierungen auf. Absicht und Strategie? Ich glaube, dass dieser Freundeskreis nicht der Ort sein wird, an dem man junge Leute findet. Er besteht aus Menschen, die die Zeit haben, sich in die Buga einzubringen, was zwangsläufig Menschen über 40 sind. Damit will ich natürlich nicht ausschließen, dass auch junge Menschen »Freunde« werden. Aber wir müssen andere Formen finden, um mit jungen Menschen in Kontakt zu treten. Ich weiß auch, dass junge Menschen häufig eine gewisse Distanz dazu haben, sich dazu zu verpflichten, einem Verein beizutreten und 45 Euro Mitgliedsbeitrag zu zahlen. Deshalb ist der Knotenpunkt Inselspitze auch so wichtig für uns, weil wir darüber Kontakt zu den jungen, kreativen Menschen finden können. Hier werden die sozialen Medien eine große Rolle spielen, ebenso die Techniken, die das Gelände der Buga zukunftsorientiert erklären sollen, weil wir uns erhoffen, über solche Formate in Kontakt mit den jungen Leuten zu kommen. Insofern denken wir etwas differenziert, freuen uns aber natürlich über jeden unter 40-Jährigen, der den »Freunden der Bundesgartenschau« beitritt. Weder im Vorstand des »Freundeskreis der Bundesgartenschau Heilbronn« noch im Kuratorium sitzt ein Mensch unter 40 Jahren. Taugen die Jungen in der Stadt alle nichts? Ein Platz für einen Junior hätte doch sicher nicht geschadet? Ich kann nicht für den gesamten Verein sprechen, denn ich bin auch nur Mitglied. Aber wir sind auf jeden Fall lernfähig, weshalb ich diese Frage bei der nächsten Sitzung einbringen werde. Sie ist durchaus berechtigt. Schließlich hat der Vorstand die Möglichkeit, über das Kuratorium auch junge Leute zu berufen. Während der Auseinandersetzung um die Inselspitze sagten Sie sinngemäß, dass die Leute ruhig merken dürfen, dass die Buga kein »Kuschelbär« sei, sondern Ecken, Kanten und Ellenbogen habe. Sie haben sich sogar mehr Reibung und Auseinandersetzung mit der Heilbronner Bürgerschaft gewünscht. Ist Ihr Wunsch in Erfüllung gegangen? Wird sich inzwischen spürbar mehr an der Buga gerieben als vor ein, zwei Jahren? Ich glaube nach wie vor, dass das Konzept Bundesgartenschau große Zustimmung in der Bevölkerung erfährt. Natürlich gibt es Themen, über die man kontrovers diskutiert und ich glaube, dass die Diskussion sogar noch zunehmen wird, je sichtbarer die Ausstellung wird. Sie wird eben nicht ein lieblicher Park mit zwei großen Kunstwerken darin und ein paar Tulpen drum herum, sondern sie ist ein Stück ehemalige Industriekultur, das verändert wird. Und dadurch ist sie eben eckiger und kantiger als andere Gartenschauen. Wenn wir zu einem BUGA-Café einladen oder mit Freunden diskutieren, ist es schon so, dass wir auch kritische Fragen zu hören bekommen. Da bin ich immer wieder überrascht, wie genau wir beobachtet werden. Das ist ausgeprägter als bei den meisten anderen Gartenschauen, an denen ich gearbeitet habe. Mich faszinieren die Detailkenntnisse und manchmal kann ich bestimmte Fragen gar nicht beantworten, weil ich gar nicht so tief in den Details stecke. Hier gibt es Leute, die jeden Tag durch die Kalistraße laufen und sich die Veränderungen anschauen und fotografieren und mich dann mit konkreten Fragen löchern. Das finde ich extrem spannend und positiv. Wir möchten Sie noch einmal wiedergeben. In einem früheren Interview mit uns betonten Sie, wie wichtig es sei, mit dem Marketing und der PR für die Gartenschau nicht zu früh zu starten. Die Hochstimmung muss zur Buga erreicht sein und nicht schon ein Jahr vorher. Sind Sie auf diesem Weg noch auf Kurs? Ich stehe weiterhin zu dieser Aussage und finde, dass eine Überfrachtung mit Informationen schnell dazu führen kann, dass die Leute irgendwann die Nase voll davon haben und vom Thema genervt sind. Damit muss man sehr behutsam umgehen und differenzieren. Die Menschen brauchen Informationen, um sich eine eigene Meinung bilden zu können, sie haben aber keine Lust darauf, Hanix Nr. 48 INTERVIEW MIT HANSPETER FAAS

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dass sie zu jeder Kleinigkeit mit unwichtigen Pressemitteilungen genervt werden. Insofern muss man dosieren. Offenheit ist ein ganz wichtiges Grundprinzip unseres Unternehmens, Wir werden beispielsweise nochmal Bäume fällen, es aber vorher offen kommunizieren. Was die PR-Maßnahmen angeht, so wird der Schwerpunkt in der nächsten Zeit darauf liegen, Reiseveranstalter, Busunternehmer, Vereine und Verbände zu informieren, damit die bei der Planung und Organisation ihrer Fahrten im nächsten Jahr gleich an uns denken. Deshalb sind die sozialen Medien für uns eine wichtige Kommunikationsplattform, die wir natürlich auch dafür nutzen möchten, Eintrittskarten zu verkaufen. Hier versuchen wir gerade, alles auszuloten, da man nicht weiß, wie das mit den sozialen Medien und einer Veranstaltung wie unserer funktioniert. Die »richtige«, überregionale Kommunikation beginnt dann erst im nächsten Jahr. Uns kam zu Ohren, dass Sie aktuell verantwortlicher Ansprechpartner für das Marketingbudget sind. Deshalb wollen wir Ihnen, da wir schon mal da sind, gleich die Vorteile einer Anzeigenschaltung in unserem Magazin erläutern: Sie erreichen eine junge und junggebliebene Leserschaft, die großes Interesse an der Stadt und der Region hat und kaufkräftig ist. Ihre Anzeige wird in einem hochwertigen gestalterischen und redaktionellen Umfeld vom Leser entsprechend wahrgenommen. Und zu guter Letzt: Das Heft wird mitgenommen und gelesen, hat somit Relevanz. Was sagen Sie? Jahresbuchung auf der Umschlagseite? Interessante Frage. Wenn Sie dieses Interview im Hanix abdrucken, muss ich ja gar keine Werbung mehr im Heft schalten, oder? Aber im Ernst: Wir haben uns ja mit zwei Medien »verbrüdert«, der Heilbronner Stimme und dem SWR, DR. MARK BENECKE dabei sind jedoch zwei Dinge festzuhalten: Zum einen wird es gemeinsame Aktionen geben, allerdings bleibt die redaktionelle Berichterstattung natürlich neutral. Keiner der Partner wird von uns, was die Informationen angeht, bevorzugt. Natürlich wollen wir mit allen Medien gemeinsame Aktionen planen und Anzeigen schalten. Es wird Dinge geben, bei denen regionale Werbung interessant für uns ist, wie beispielsweise den Dauerkarten- Vorverkauf oder Veranstaltungen, bei denen wir uns nicht nur auf die redaktionelle Berichterstattung verlassen können. Ich muss aber auch in aller Offenheit sagen, dass der Großteil unseres Kommunikationsbudgets nach außen geht, weil es für uns schwieriger ist, einen Menschen in Stuttgart, München oder Frankfurt davon zu überzeugen, hier her zu kommen, als eben einen Heilbronner. Wann wäre das Jahr 2017 ein erfolgreiches für die Buga? Wenn es uns gelingt, ein richtig cooles Ausstellungskonzept zu konzipieren. Auf der einen Seite soll es so modern sein, dass es uns gelingt, neue Zielgruppen – insbesonders junge Leute – anzusprechen. Gleichzeitig soll die traditionelle Besuchergruppe aber nicht verschreckt, sondern mit traditionellen Inhalten und Werten überzeugt werden. Hierfür werden in diesem Jahr die Weichen gestellt werden. Wenn ich Ihnen im Dezember oder auch schon früher ein Ausstellungskonzept präsentieren kann, bei dem man das Gefühl hat, dass es in diese Richtung funktioniert, wäre 2017 ein gutes Jahr. Außerdem sollte diese Lust, mit der unsere Mitarbeiter jeden Tag zur Arbeit kommen, erhalten bleiben. ◆ 49 47

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Titelthema: [S. 50–63] KULINARIK »Gebt mir viel Zeit und viel Butter.« Fernand Point (* 25. Februar 1897; † 4. März 1955) war ein französischer Koch und wird als Pionier der Nouvelle Cuisine angesehen. Artwork: Kathrin Leisterer Hanix Nr. 48 MEISTERIN DER GEWÜRZE → S. 50 Küchenparty mit Michelin-Stern → S. 52 INTERVIEW MIT SERKAN GÜZELCOBAN → S. 54 Die Weinschwestern → S. 56 ANDREAS HUBER IM GESPRÄCH → S. 60 Rezept: Drei-Gänge-Menü von Herr von Ribbeck → S. 62

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MONIKA HINDERER ist passionierte Köchin und leitet seit fast zehn Jahren das Esszimmer in Heilbronn-Horkheim. Sie ist für ihre außergewöhnlichen Aromen- und Gewürzkombinationen bekannt. Jeden Freitag kocht sie für ihre Gäste. Wir haben Monika Hinderer in ihrer Küche besucht und erfahren, warum es manchmal wert ist, Gutes aufzugeben, um Großartiges zu erreichen. Von Maria Sanders Fotos: Nico Kurth Meisterin der Gewürze Hanix Nr. 48 Wir sitzen an einer langen Tafel im Gastraum. Auf dem großen Holztisch bahnt sich ein pinkfarbener Tischläufer seinen Weg. Drum herum zieren Teelichter das Tischgedeck. Unsere Augen werden immer größer, als wir nach dem dritten Gang den Ober mit dem Hauptgericht auf dem Arm auf uns zulaufen sehen: Osso Buco – geschmorte Kalbshachse nach Mailänder Art und Polenta mit Kartoffelpüree und Gemüse der Saison. Dazu serviert er einen kräftig-würzigen Rotwein, Primitivo di Manduria. Die Krone obendrauf bildet das Tiramisu mit Blutorange aus dem Glas. Monika Hinderer hat schon immer gerne gekocht, gegessen und Kochideen gesammelt. Freunde und Bekannte lud sie zu sich nach Hause zum Essen ein. Die Anfragen nahmen zu, ob sie nicht das Essen zum Geburtstag zubereiten könnte. Der Kreis erweiterte sich stetig, bis die Gäste der Freunde anfragten. In ihrem eigentlichen Job arbeitete Monika Hinderer immer mit Zahlen. »Mir fehlte es, meine Kreativität auszuleben«, stellte sie fest. Ihr großer Traum war es, sich als Dienstleister im Catering selbstständig zu machen. Irgendwann hörte die heute 56-Jährige auf zu träumen und fing an zu leben. Einige aus ihrem Freundeskreis sahen sie mit großen verständnislosen Augen an. »Wie, du willst dich selbstständig machen und deinen gut bezahlten Job aufgeben?« Sie liebt die Abwechslung im Alltag. Wenn der Ruf größer wird, muss man es wagen. Sonst würde einem die Sehnsucht ein Leben lang am Hosenbein ziehen: »Mensch, hättest dich mal getraut.« 2007 packte Monika Hinderer der Mut. Sie hat ihren sicheren IT- Job an den Nagel gehangen. Nun wurde es ernst. Damit sie ihren Catering-Service anbieten konnte, brauchte sie eine Küche, damit sie alle Speisen vorbereiten und kochen kann. Sie fand Gelegenheiten zum Kochen, überlegte sich Rezepte, kaufte Zutaten ein, bereitete alles vor und kochte. Die fertigen Menüs servierte sie dann beim Kunden vor Ort. Hinzu kamen noch die Buchhaltung und die gesamte Organisation, die auch erledigt werden wollten. »Fünfzig Personen auf einmal satt zu bekommen, war schon eine Herausforderung«, erinnert sich Hinderer. Erfahrungen im Projektmanagement kommen ihr beim Catering zugute. Eine anstrengende Zeit, die sich als Türöffner herausstellte. Innerhalb eines Jahres hat sie viel Erfahrung sammeln können in Sachen Produktwissen, Zutaten, Kunden- aber auch Zeitmanagement. »Wenn du deinen Job gut machst, ergibt sich dadurch meist ein neuer.« Auf der Suche nach einer Küche ist sie in Heilbronn-Horkheim fündig geworden. Ihr gefiel sie, aber nicht dem Wirtschaftskontrolldienst (WKD). Dieser bezweifelte die Nutzbarkeit der Küche im heutigen Esszimmer. Eine schriftliche Erklärung musste her, die die kleine Küche rechtfertigte und die Bedenken widerlegen würden, die Küche würde sich nicht für den Betrieb eignen. Monika Hinderer erarbeitete ein Konzept für ihren Catering-Service und TITELTHEMA: KULINARIK

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Hanix Nr. 48 bekam die Küche nach langem Hin und Her genehmigt. Die Küche war jetzt ihre und mit ihr ein großer offener Vorraum samt Theke. 2008 gründete sie folgerichtig das Esszimmer »Wo die Liebe den Tisch deckt, schmeckt das Essen am besten.« Und genau so erleben wir ihre Küche. Monika Hinderer hat ein feines Gespür für Aromen und außergewöhnliche Gewürzkombinationen. Sie kocht nicht, sie komponiert. Inspirieren lässt sie sich von mediterranen, orientalischen und asiatischen Einflüssen. Aber auch von der Jahreszeit. Die Zutaten für ihre Gerichte sind fast ausschließlich biologische Erzeugnisse aus regionalem Anbau. Mit einem Schmunzeln im Gesicht erinnert sie sich noch an die Anfänge ihrer Selbstständigkeit: Eine Weihnachtsfeier im Esszimmer. Sie stellte alle angewärmten Teller auf die Anrichte, und während sie das Essen auf den ersten Tellern portionierte, kühlten die hinteren Teller in der Zwischenzeit aus. »Ich habe daraus gelernt.« Heute erwärmt sie die Teller im Ofen, richtet zwei Teller an und serviert die heißen Teller anschließend mit einem Tuch. Das Esszimmer ist heute auf drei Säulen aufgebaut. Das Menü am Abend bildet die erste Säule. Gast sein im Esszimmer. Ein kurzer Anruf genügt. Immer freitags von 18 – 24 Uhr kreiert sie jede Woche ein wechselndes Vier-Gänge-Menü. Die Atmosphäre ist locker und entspannt. Gerade die Größe des Lokals macht das Esszimmer auch für geschlossene Gesellschaften wie Familienessen, Konfirmationen, Geburtstage oder Essen im Freundeskreis zu einer besonderen Adresse. Es steht für Genuss und Erholung. Wie ein Kurzurlaub, bei dem ihre Gäste die Seele in einem sehr persönlichen Ambiente baumeln lassen können. Wie es in südlich gelegenen Ländern zelebriert wird. Essen, reden, genießen. Je nach Umfang liegen Degustationsabende bei 45 bis 52 Euro pro Person. Die zweite Säule sind Themenmenüs mit Kunst und Kultur. So wurde auch schon mal die kulinarische Reise durch ein Musikerduo oder Autoren-Lesungen begleitet. Degustationsmenüs, also Verkostungsmenüs, sowie Abende mit Gastköchen werden im Wechsel und auf Nachfrage angeboten. Wir werfen einen verstohlenen Blick über die Schulter. Die Gäste unterhalten sich, leise. Angemessen. Man nimmt Rücksicht ESSZIMMER HORKHEIM auf den Nachbartisch. Und doch scheint es der Stimmung keinen Abbruch zu tun. Im Gegenteil. Es ist ein Ort zum Entspannen und Genießen. Kochen aus Leidenschaft hat sich Monika Hinderer auf die Fahne geschrieben. Und was inspiriert sie beim Rezeptschreiben? »Ich gehe von mir aus und überlege, was mir Spaß machen würde. Dann überlege ich mir ein Thema und stelle die einzelnen Gänge zusammen.« Ganz wichtig dabei sind Lebensmittelunverträglichkeiten wie Gluten-, Laktose- oder Fruktose-Intoleranz. Sie versucht, bestmöglich auf die Wünsche und Anliegen ihrer Gäste einzugehen. Und beginnt bei der Menügestaltung zuerst damit, was ihre Gäste überhaupt essen können. Sie hatte mal einen Abend nur vegan gekocht. »Es gibt mehr Möglichkeiten, als man glaubt.« »Man kann viel planen, doch oft entwickeln sich die Dinge erst im täglichen Geschäft«, so die Inhaberin des Esszimmers. Ihr Stil und Gefühl für die Kochkunst hat sich rumgesprochen. »Wollen Sie nicht mal einen Kochkurs an der Volkshochschule halten?«, hat man sie gefragt, ihre Erfahrungen mit anderen Kochfans zu teilen. »Warum eigentlich nicht«, dachte sich Hinderer. Anschließend fragte sie eine Freundin: »Und warum bietest du die Kochkurse nicht selber an?« Die Frage konnte sie ihr zwar nicht sofort beantworten, hatte aber eine neue Idee parat. Heute bilden Kochkurse die dritte Säule ihres Geschäftsmodels. Und dass gerade die dritte Säule so starken Anklang findet, hätte sie selber sehr überrascht. »Oft geht es einfach darum, im Alltag einfach mehr Schwung zu erleben.« Gerade Paare, Geschwister, Freunde oder Kollegen treffen sich bei ihr, um an ihrem Kochkurs teilzunehmen. Es vergeht etwas Zeit, als sich Monika Hinderer nach dem letzten Gang aus ihrer Küche begibt und im Gastraum von Tisch zu Tisch geht, nachfragt und sich bei ihren Gästen bedankt. Ihr schönstes Kompliment werde sie nicht vergessen. Ein Gast kam einmal zu ihr in die Küche und übergab ihr einen leeren Teller, auf dem nur noch ein zarter Film restlicher Schokoladensoße in Herzform zu erkennen war. Er sagte: »Es war eine Offenbarung.« Monika Hinderer ist glücklich darüber, sich damals getraut zu haben, mehr zu wagen. Das Großartige, was sie heute erreicht hat? »Ich habe mir einen Arbeitsbereich geschaffen, der zu mir passt und dazu noch andere glücklich macht.« ◆ Anstehende Genussabende, Kochkurse und weitere Infos unter: www.esszimmer-heilbronn.de LECKERE VERLOSUNG: In den nächsten Tagen lohnt es sich, auf unserer Facebook-Seite vorbeizuschauen. Nach und nach verlosen wir auf www.facebook.com/HANIX.Magazin kulinarische Leckereien. Unter anderem ein Kochkurs für eine Person in Monika Hinderers Restaurant Esszimmer in Heilbronn-Horkheim.

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Das Hotel und Restaurant Amtshaus Ailringen, geführt von Sternekoch SEBASTIAN WIESE, lud mitten ins Jagsttal zur Küchenparty. Im Restaurant Amtskeller, gelegen in einem Weinkeller neben dem Hotel, konnten Gäste den Spitzenköchen über die Schulter schauen und sich Tipps von den Profis für zuhause holen. Unsere Fotografin Meli Dikta hat die kulinarische Feier für uns festgehalten und vom Geschmackserlebnis, dem unaufdringlichen Service und der entspannten Atmosphäre geschwärmt. Ihr Fazit: Die 70 Kilometer weite Anfahrt aus Heilbronn hat sich gelohnt. Fotos: Meli Dikta Küchenparty mit Michelin-Stern Hanix Nr. 48 52 TITELTHEMA: KULINARIK

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Hanix Nr. 48 Infos zum Haus: Seit 2000 hält der Amtskeller einen Michelin-Stern. Küchenchef und Chef des Hauses Sebastian Wiese (S.52 unten links) veranstaltet mit seinem Team in regelmäßigen Abständen kulinarische Events. Anstehende Events und weitere Infos unter: www.amtshaus-ailringen.de AMTSHAUS KÜCHENPARTY LECKERE VERLOSUNG: In den nächsten Tagen lohnt es sich, auf unserer Facebook-Seite vorbeizuschauen. Nach und nach verlosen wir auf www.facebook.com/HANIX.Magazin kulinarische Leckereien. Unter anderem eine Übernachtung im Hotel Amtshaus für zwei Personen in Mulfingen-Ailringen.

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SERKAN GÜZELCOBAN lebt für die Gastronomie. Um sich seine Träume verwirklichen zu können, brach der ehemalige Küchenchef des Künzelsauer Sternerestaurants Handicap aus seinem »goldenen Käfig« aus und steckt nun alle Zeit und Leidenschaft in seine Selbstständigkeit. Wir sprachen mit dem gebürtigen Stuttgarter, der sich weltweit als erster mit einem Inklusionskonzept einen Michelin-Stern erkocht hat, über seine zukünftigen Pläne im Bereich Gastronomie, die Verfilmung seiner Lebensgeschichte und wie er es schafft, mit seiner positiven Energie alle mitzureißen. Von Robert Mucha, Fotos: Ulla Kühnle »Das wichtigste ist für mich, mir selbst treu zu bleiben.« Hanix: Serkan, von dir stammt der Satz: »Das beste Lokal ist nichts ohne Besucher.« Seit Anfang Dezember bist du selbstständig mit der Bistronomie »Schöner Hirte« im Öhringer »Ö-Center«. Mangelt es noch an Besuchern oder bist du gut aus den Startlöchern gekommen? Serkan Güzelcoban: Wir sind sehr zufrieden, haben genug Arbeit und mit unserem Konzept haben wir wohl genau den Nerv der Gäste getroffen. Zudem wussten wir, in welchem Segment wir uns platzieren wollen. Zuvor warst du fast acht Jahre als Küchenchef im Hotel Anne-Sophie bei der Würth-Gruppe angestellt und hast dich zuletzt »wie ein Vogel im goldenen Käfig« gefühlt und geäußert, nie mehr angestellt sein zu wollen. Wie fühlst du dich jetzt als gastronomischer Start-up-Unternehmer? Der Vogel ist aus dem Käfig ausgebrochen. Mal ist es stürmisch, mal windig, mal scheint die Sonne. So wie es auch in der freien Natur ist. Es tut meiner Seele richtig gut, obwohl es mir nicht leicht gefallen ist, zu kündigen. Zurückblickend sage ich jedoch, dass es der optimale Zeitpunkt war, diesen Schritt zu wagen. Der Vogel ist flügge geworden. Durchliefst du einen langen Prozess, von der ersten Idee dich selbstständig zu machen bis zu deiner Kündigung, oder ging alles sehr schnell? Vor nicht allzu langer Zeit erst hatte ich den Gedanken mich selbstständig zu machen. Ich habe mir dann den Segen meiner Frau geholt. Mit vier Kindern und einer großen Verantwortung zu Hause war es mir wichtig, sie in meine Gedanken einzubeziehen. Dann ging alles relativ schnell, es hat nicht einmal 48 Stunden gedauert. Ist das typisch für dich, schnell zu einer Entscheidung zu kommen? Das bin typisch ich. Bei mir muss es ziemlich rasch gehen, denn der wichtigste Faktor ist für mich Zeit. Das ist das einzige Gut, das man weder kaufen noch ersetzen kann. Manch anderen bringe ich mit dieser Eigenschaft schon an die Grenzen des Machbaren und der Vernunft. Wie treibst du andere Menschen an? Ich bin einfach so, wie ich bin. Wenn ich eine Vorstellung habe, dann ziehe ich das auch durch. Wenn mir jemand sagt, etwas sei nicht machbar, möchte ich ihm zeigen, dass es machbar ist. Ich halte mich nicht an Problemen auf, die gibt es überall, ich bin lösungsorientiert. Das versuche ich auf meine Art zu vermitteln und bis jetzt fahre ich damit sehr gut. Das Gastrogewerbe ist keine einfache Branche. Worin lagen für dich die größten Herausforderungen und Bedenken bei deinem Weg in die Selbstständigkeit? Bedenken hatte ich gar keine. Gedanken daran, dass es nicht funktionieren kann, habe ich nie verschwendet. Mein einziges Ziel war, dass der erste Monat sitzen muss. Es gibt hin und wieder kurze Momente, in denen ich mir sage, die Leute haben schon recht, du bist bekloppt. Aber so bin ich einfach. Mir ist es einfach wichtig, mir selbst treu zu bleiben. Von anderen Meinungen möchte ich mich nicht beeinflussen lassen. Hast du dich mit dem Thema »Gründen« beschäftigt oder hast du dich auf dein Gefühl verlassen? Ich hatte Unterstützung von Steuer- und Unternehmensberatern. Für mich war meine Vision der wichtigste Punkt, dieses positive Gefühl zu haben und mein eigenes Ding durchzuziehen. Wenn ich den kleinsten Funken Zweifel gehabt hätte, wäre ich diesen Weg nicht gegangen. Mein Bauchgefühl hat mir gesagt, dass es gut wird. Hanix Nr. 48 TITELTHEMA: KULINARIK

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Hanix Nr. 48 Hast du problemlos Mitarbeiter für dein Küchenteam finden können oder stellte sich die Mitarbeitersuche schwieriger als gedacht dar? Wir suchen in unserer Gründungsphase Menschen, die unsere Vision mitverfolgen. Da geht es mir in erster Linie gar nicht um fachliche Kompetenz. Ich entscheide mich für einen Menschen, alles andere entwickelt sich. Meine Aufgabe ist es, dem Menschen dann etwas beizubringen. Sind noch genug Leute am Gastrogewerbe interessiert? Auf jeden Fall, wir haben da sehr gute Erfahrungen gemacht. Man muss den Menschen gewisse Rahmenbedingungen und einen Anreiz bieten können, sonst macht die Suche keinen Sinn. Uns ist wichtig, dass unsere Mitarbeiter und Kollegen mit einem guten Gehalt nach Hause gehen können. Gibt es viele Gastronomen, die so denken? Dass viele Gastronomen keine Leute finden, liegt oftmals daran, dass die Rahmenbedingungen einfach nicht stimmen. Es liegt nicht daran, dass zu wenige Leute vorhanden sind. Für die Mitarbeiter müssen gute Voraussetzungen geschaffen werden, dann ist die Gastronomie immer noch attraktiv. Im April geht auch dein zweites Projekt an den Start. Im Öhringer Hofgarten eröffnest du das Restaurant Kleinod in der Orangerie und übernimmst zusätzlich das Hoftheater. Bist du im Zeitplan oder wird es eng, das Eröffnungsdatum zu halten? Grundsätzlich sind wir noch im Zeitplan, man weiß natürlich nie, ob noch die ein oder andere Problematik auftaucht. Fakt ist, dass wir spätestens Anfang Mai offiziell starten werden, jedoch habe ich schon gewisse Vorstellungen. Für mich kann alles nicht schnell genug gehen. Im Kleinod willst du deine kreative und moderne Küche mit orientalischen Einflüssen und regionalen Produkten weiterentwickeln. Laienhaft gefragt: Wie entwickelt man eine Küche weiter? Legt man einfach mehr Experimentierfreude, Mut und Neugier am Herd an den Tag? Es ist von allem etwas, aber vor allem die große Unabhängigkeit. Man muss sich keine Gedanken machen, ob das firmenpolitisch in Ordnung wäre oder ob man dadurch dem Konzept des Hauses oder der Philosophie widerspricht. Jetzt kann ich einfach machen. Ich freue mich drauf, es ist ein Nullstart, alles wird sich entwickeln. Mich freut es, keine genaue Struktur in dem Bereich zu haben. Gegen die schnelle Verleihung eines Michelin-Sternes für das Kleinod hättest du sicher nichts. Kann man auf einen Stern hinarbeiten und -kochen? Und wenn ja: Arbeitest du auf einen Stern hin? Man kann, man kann aber auch nicht. Wenn man gezielt darauf hinarbeitet, besteht die Gefahr zu verkrampfen und man wird unglücklich. Wir lassen uns die Option offen und es wäre schön, wenn es kommt. Für mich ist das Wichtige, Spaß daran zu haben. Wenn wir ein neues Gericht entwickeln, soll es uns und den Gästen gefallen. Wir orientieren uns am Gast, denn was bringt ein Stern ohne Gäste im Lokal? Du scheinst ein guter Selbstvermarkter zu sein. Dafür sprechen mehrere Auftritte im TV, du moderierst bei kulinarischen Festivals in Berlin und deine Lebensgeschichte wird verfilmt. 2019 soll der Film in die Kinos kommen. Klingt nach einer durchdach- SERKAN GÜZELCOBAN ten Strategie. Liegen wir damit richtig oder ist diese Entwicklung »Kommissar Zufall« geschuldet? Mein Ziel ist es nicht, mich zu vermarkten. Ich habe ein Ziel und eine Vision, dazu gehört unter anderem der soziale Aspekt, der mir ganz wichtig ist. Dadurch habe ich den Erfolg bekommen. Da ich grade in der glücklichen Position stehe Aufmerksamkeit zu haben, kann ich viel leichter an Menschen herangehen und es entwickelt sich viel Neues. Wenn man es schafft, sein Gesicht, seinen Namen und die Marke mit einer positiven Geschichte zusammenzuführen, ist das eine ziemlich gute Ausgangssituation. Hanix: Dein Leben soll verfilmt werden. Welchen Einfluss hast du auf den Film? Der Regisseur kann sich an kein Buch halten. Deine Biografie hast du noch nicht geschrieben ... Das Drehbuch wird momentan geschrieben und ich würde sagen, dass ich schon einen guten Einfluss darauf habe. Es ist mir wichtig, dass man die Geschichte wirklich erzählt und der Spirit vorhanden bleibt. Ich habe das große Glück, dass der Produzent und die Drehbuchautoren echt tolle Menschen sind. Wir sprechen oft über den aktuellen Stand und es gibt Line-Up- Gespräche. Es besteht ein sehr enger Kontakt und es hat sich eine Freundschaft entwickelt. Gibt es Ideen oder Pläne für eine TV-Karriere? Du könntest leicht als Elyas M’Barek der deutschen Spitzenküche durchgehen. VOX hat doch bestimmt schon angefragt als Gegner Tim Mälzers bei Kitchen Impossible anzutreten ... Die ersten Erfahrungen habe ich in der ARD bei Café oder Tee machen dürfen. Das war ganz interessant. Grundsätzlich wäre das eine coole Sache, wobei man zwischen TV-Karriere und Unternehmensgründung differenzieren muss. Wenn ich mit meiner Vision die Möglichkeit habe, ein breit gefächertes Publikum zu erreichen, bewege ich gerne etwas. Apropos Elyas M’Barek: Er wäre doch die perfekte Besetzung, um dich im Film darzustellen ... Wenn er die Story cool finden würde und selbst davon überzeugt wäre, würde ich mich darüber freuen, wenn er der Schauspieler im Film wäre. Er zählt allerdings zu den bestbezahlten deutschen Schauspielern. Er müsste mit seiner Gage sicher etwas runter gehen, damit wir ihn uns leisten können. Zu guter Letzt: Du bist Existenzgründer, dazu vierfacher Vater. Viel Zeit für Freizeit bleibt da nicht. Wann hast du mal etwas Zeit für dich und wie nutzt du diese dann? Freizeit habe ich momentan gar keine. Aber jetzt ist es an der Zeit für mich, beruflich etwas aufzubauen. Meine Frau und ich haben wenig Zeit für uns. Und auch wenn meine Kinder sagen werden, dass sie mich selten gesehen haben, als sie klein waren, will ich, dass meine Kinder stolz auf mich sind. Am liebsten würde ich mit meiner Familie reisen. Einfach mit den Kindern Unternehmungen machen und gemeinsam Zeit mit ihnen verbringen. ◆ Infos unter: www.facebook.com/SchoenerHirteBistronomie www.facebook.com/serkanguezelcoban LECKERE VERLOSUNG: In den nächsten Tagen lohnt es sich, auf unserer Facebook-Seite vorbeizuschauen. Nach und nach verlosen wir auf www.facebook.com/HANIX.Magazin kulinarische Leckereien. Unter anderem ein Drei-Gänge-Menü mit korrespondierenden Weinen für zwei Personen in Serkan Güzelcobans neuem Restaurant »Kleinod« in Öhringen.

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Geschichten entstehen oft unerwartet bei einem guten Glas Wein. Das Hanix-Team wurde von den Weinschwestern in den Löwensteiner Bergen zu einem winterlichen Freilichtgrillen eingeladen. Ganz anders als gedacht. Wir haben die vier jungen Frauen kennengelernt und erfahren, warum man sich manchmal auf die Reise begeben muss, um bei sich zu Hause anzukommen. Von Maria Sanders, Fotos: Judy Stoll Langsam verschwindet die Abendsonne hinter den Löwensteiner Bergen, als wir die Treppen zum Weingut Bihlmayer hinauflaufen. Fackeln stehen am Rande und leuchten uns den Weg zu weißen Tischen und Bänken, die mit Besteck und roten Servietten hergerichtet sind. Gemütlich ist es. Das Holz im Feuerofen knackt und knistert und ein leichter Duft von Rotwein, Curry und wilden Kräutern schwebt uns um die Nase. Wir sind bei den Weinschwestern angekommen: Cathrin, Desiree, Beatrice und Amelie Bihlmayer. Sie sind nicht nur eine Marke, sondern auch echte Schwestern, die ihren Charakteren und Temperamenten nach nicht unterschiedlicher sein könnten. Wir nehmen Platz und kommen ins Gespräch. Mehrere Generationen leben und arbeiten auf dem Weingut. Die Weinschwestern sind in einer Großfamilie aufgewachsen, wie man sie noch von früher kennt. Zusammen mit ihren Eltern, Bernd (58) und Sabine (53) Bihlmayer sowie ihre Großeltern, Opa Herbert und Oma Doris Bihlmayer. Drei Weinschwestern leben im Nachbarhaus. Die Jüngste zieht jetzt gerade wieder auf das Die Weinschwestern Weingut zurück. Und dann gibt es noch Onkel Dieter Bihlmayer (51) im Nachbarhaus, der immer da ist, wenn man ihn braucht. Cathrin Eva Bihlmayer (30) ist die Philosophin unter den Weinschwestern. Nach dem Abitur wollte sie etwas ganz anderes machen. Sie ist für die Weinlese nach Neuseeland gegangen und ist zu dem Entschluss gekommen, dass Weinmachen ihr am meisten Spaß macht. Sie studierte Weinbau und Önologie und ist seit 2010 Gesellschafterin im Weinbetrieb. Am liebsten ist sie draußen in den Weinbergen, um das Beste aus ihren Reben herauszuholen. Sie liebt es, zu kochen und sich neue Rezepte auszudenken. Weinschwester Cathrin engagiert sich im Verein Motherhood. Über das Eisweinprojekt möchte sie gemeinsam mit ihrem Mann Alexander Kästel auf die schlechte Situation von Hausgeburts-Hebammen aufmerksam machen. Die jüngste Weinschwester heißt Amelie Luise Bihlmayer, kurz Amy. Sie ist ein strahlender Wirbelwind in der Familie und arbeitet seit 2016 im Weingut. Nach ihrem Studium der Weinbetriebswirtschaft in Heilbronn hat sie mehrere Praktika in Hanix Nr. 48 Die Weinschwestern v. l. n. r.: Beatrice, Amelie, Desiree und Cathrin Bihlmayer TITELTHEMA: KULINARIK

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Hanix Nr. 48 Südafrika gemacht. Für die 25-Jährige war klar, daheim das Marketing, die Weinevents und den Vertrieb zu übernehmen. Eine Position, die es vorher im Weingut noch nicht gab. Ihre Kreativität lebt sie online sowie offline aus: Flyer gestalten, um die Website kümmern und soziale Medien bespielen. Aber auch Paletten-Möbel bauen, Tafeln streichen und Sachen nähen. Ihre freie Zeit setzt sie in einer Kirchengemeinde in Heilbronn ein. Wieder im kreativen Bereich. Außerdem liebt sie es, Ukulele zu spielen und an ihrem selbstgebauten Braai zu grillen. Braai kommt aus dem Afrikanischen und steht zum einen für das Equipment, das zum Grillen benötigt wird. Und zum anderen für die Grillweise, die insbesondere in Südafrika, Namibia, Simbabwe und Sambia gepflegt wird. Braai genießt als gesellschaftliches Ereignis einen hohen Stellenwert in der afrikanischen Kultur. »Es ist aufregend, fort zu sein und genauso schön, wieder nach Hause zu kommen« Und so spiegeln auch die Weine die Geschichten der Schwestern wider. Ob Afrika, Neuseeland oder woanders – die Weinschwestern haben viel von der Welt sehen können. All die vielfältigen Geschmäcker, Gerüche, Farben, Formen und Werte. »Es ist aufregend, fort zu sein und manchmal braucht es das«, sagt Weinschwester Beatrice. »Um dann, und das ist genauso schön, wieder nach Hause zu kommen«, fügt Schwester Desiree hinzu. Mit jeder Menge neuer Ideen im Gepäck. Sie haben den Geschmack von fernen Ländern, Abenteuern und Lebenslust mitgebracht. Hurlyburly Rosé ist geboren. Der Wein, der an hohe Wellen und sommerliche Leichtigkeit erinnert, die das Herz vor Glück fast zerspringen vermag. Erfrischend, frech und fruchtiges Erdbeer- und Himbeererlebnis. Hätte wohl keiner gedacht, dass die Flausen von Uropa Friedrich einmal so große Kreise ziehen würden, als er sich überlegte, selber Wein anzubauen. Die Weinproduktionsstätte in Löwenstein wurde von seinem Sohn, dem heutigen Opa Herbert (83) und Oma Doris (81) Bihlmayer fortgeführt und als Weingut Bihlmayer gegründet. In der Folgegeneration übernahm sein Sohn, Papa Bernd mit Ehefrau und Mama Sabine Bihlmayer sowie ihren vier Weintöchtern das Gut. Und wie sind die Weinschwestern entstanden? »Wir waren immer zusammen«, erzählt Amelie Bihlmayer. »Im Sommer lagen wir dann halt nicht am See, sondern haben in den Weinbergen mitgeholfen.« Als Teenager sei das nicht immer leichtgefallen. Dennoch hat es sie zusammengeschweißt. Heute leben und arbeiten sie nicht nur als Schwestern auf dem Hofgut zusammen, sondern auch als Freundinnen. Wir sitzen am Feuer und lauschen noch ein bisschen. Während Weinschwester Beatrice nach dem Grillfleisch schaut, erzählen Cathrin und Amelie, warum die Schwestern ihren Wein so lieben. »Wir verbinden damit gutes Essen, Spaß am Leben und Zusammensein«, erzählt Weinschwester Amelie weiter. DIE WEINSCHWESTERN P o r t r a i t H o c h z e i t F a m i l i e n reportagen whileyousleep.de

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Aber auch Sachen anpacken, Projekte abschließen und Feste feiern bringen sie damit in Verbindung. Sie wissen es zu schätzen, ein Zuhause zu haben, eine Familie zu haben und zu wissen, wo die eigenen Wurzeln liegen. Warum auf große Ereignisse im Leben warten, wenn die kleinen Schätze im Alltag doch so naheliegen. Alle sind da? Ja – für die Weinschwestern ist das Grund genug, mit einem Viertel ihres Lembergers anzustoßen. Trocken und im Holzfass gereift duftet er nach Brombeeren und einem Hauch Vanille. Wir probieren an diesem Abend auch einen Schluck und hören Geschnatter, Kinderlachen und das Klirren der Gläser. Als uns eingeschenkt wird, fallen uns die Etiketten auf. Sehr selten und besonders, als würde allein das Etikett die Geschichte dieses Weins berichten. »Die Schwestern geben einem das Gefühl von Herzlichkeit«, sagt Maike Endresz (41), Hanix-Mediaberaterin, »dass man hierhergehört und für immer willkommen ist.« Hanix-Herausgeber Marcel Kantimm (42) hat den fruchtigen Weinschwester-Riesling als seinen Favoriten auserkoren: »Ein rundum gelungener Abend.« Die dritte Weinschwester im Bunde ist Desiree Sophie Bihlmayer (29). Sie hat eine ganz andere Richtung eingeschlagen und Maschinenbau in Mosbach studiert. Seitdem konstruiert sie Hebebühnen für LKWs in einem Heilbronner Unternehmen. In ihrer Freizeit spielt sie Fußball beim SV Sülzbach und das schon seit 18 Jahren. Sie ist die Sportive unter den Schwestern. Sie unterstützt das Weingut an den Wochenenden oder wenn Messe-Termine oder andere Events außerhalb des Weinguts stattfinden. Im Sommer wird sie von ihren Schwestern auch gerne mal liebevoll Greenkeeper genannt, weil sie den Rasen des Weinguts hegt und pflegt, als sei er ein Fußballfeld. Am Feuer lernen wir auch Beatrice Madeleine Bihlmayer kennen. Sie hat erst vor kurzem ihren Master in Food Processing in Fulda abgeschlossen. Sie hilft im Weingut oder verwöhnt die Familie mit Köstlichkeiten. Als süße Fee liebt sie es, zu backen und zaubert von Cakepops über Kekse und Cupcakes bis hin zur Hochzeitstorte alles, was das Herz begehrt. In ihrer freien Zeit spielt sie leidenschaftlich Saxophon und ist im örtlichen Musikverein aktiv. Den Standardtanz beherrsche sie von allen Schwestern am besten. Auch sie hat schon viele Länder bereisen können und bringt viele Ideen in den Betrieb. Seit zwei Jahren vertreiben die Weinschwestern auf ihrem Weingut nicht nur Weine, sondern bieten diese in Kombination mit Musik und Literatur an. Von Lesungen, Hautnah-Konzerten unter Sternenhimmel oder afrikanischen Abenden im Sommer gibt es kleine Abenteuer zu erleben. Und wer vielleicht nicht in die Löwensteiner Berge kommen kann und doch mal einen Wein der Weinschwestern probieren mag, fragt einfach mal in der Winery oder im Pier 58 in Heilbronn. Eines steht fest: Die Weinschwestern fallen auf. Denn der Großteil der Winzer und Weingutbesitzer sind Männer. Was aber den Erfolg der jungen Vier ausmacht? »Uns geht es nie um Karriere oder Abverkauf, sondern um Lachen, Zusammenhalt und Glücklichsein«, so Weinschwester Cathrin Eva Bihlmayer. »Und das wollen wir weitergeben.« ◆ Weitere Infos, Termine und Tickets: www.weinschwestern.info LECKERE VERLOSUNG: In den nächsten Tagen lohnt es sich, auf unserer Facebook-Seite vorbeizuschauen. Nach und nach verlosen wir auf www.facebook.com/HANIX.Magazin kulinarische Leckereien. Unter anderem ein erlesenes Weinpaket von den Weinschwestern aus Löwenstein. DIE WEINSCHWESTERN Hanix Nr. 48

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Charlotte Posenenske, Vierkantrohre Serie DW, 1967, Foto: Wolfgang Träger, © Nachlass Charlotte Posenenske/Burkhard Brunn, Frankfurt a. M. SkulptuREN AuS pApIER VON KuRT SCHWITTERS BIS KARLA BLACK >> 19.03.–02.07.2017 KuNSTHALLE VOgELMANN S A V E T H E D A T E * * * 25.06.2017 11 uhr | Matinee Musik mit papier und anderen Instrumenten, mit Mitgliedern des Württembergischen Kammerorchesters > IN HEILBRONN AN DER HARMONIE Öffnungszeiten: Di–So 11-17 uhr, Do 11-19 uhr www.museen-heilbronn.de

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Der Bergsteiger und Autor ALEXANDER HUBER bildet gemeinsam mit seinem Bruder Thomas eine der erfolgreichsten Seilschaften unserer Zeit. Als eine Hälfte der Huberbuam ist er nicht nur an den höchsten Bergen der Welt, sondern auch bei Vorträgen und Auftritten im TV gegenwärtig. Vor seinem Vortrag unter der Glaspyramide der Kreissparkasse Heilbronn sprachen wir mit dem Extremkletterer, der zahlreiche Speed-Rekorde und Erstbegehungen an einigen der extremsten Routen vorzuweisen hat, über das Kochen im Basislager, Energieriegel und Rationierung sowie Luxus am Berg. Von Robert Mucha, Fotos: Nico Kurth Hanix Nr. 48 »EIN GUTES ESSEN ZU ZELEBRIEREN GEHÖRT ZU DEN SCHÖNSTEN DINGEN DER ERDE« TITELTHEMA: KULINARIK

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Hanix Nr. 48 Hanix: Alexander, unser Titelthema lautet »Kulinarik«. Wir wollen also mit dir über Essen im Alpinismus reden. Aber davor: Wie stärkst du dich vor einem Vortrag, wie du ihn gleich hier in Heilbronn halten wirst? Alexander Huber: Davor viel zu essen geht nicht, ansonsten sinkt der Blutdruck in den Keller und das Blut fehlt dann im Gehirn zum Denken. Also halte ich Vorträge eher auf nüchternem Magen. Bist du ein kulinarischer Mensch? Das bin ich sehr wohl. Gibt es ein Leibgericht? Ein spezielles Leibgericht habe ich nicht. Ich liebe es, mit Menschen zusammen zu kochen, sei es ein Asado in Patagonien oder ein Barbecue in Kalifornien am Lagerfeuer. Wenn man in Pakistan oder Indien auf Expedition ist, wird man normalerweise von Köchen bekocht, das hat Tradition. Für mich ist es die schönste Sache der Welt, dort gemeinsam zu kochen. Deshalb kann ich mich auf kein Leibgericht festlegen, da man aus jeder Kultur etwas mitnehmen kann. Ich liebe die asiatische Küche, die wesensverwandt mit der indisch-pakistanischen Küche ist. Diese Traditionen bringt man aus den verschiedenen Orten mit nach Hause, und so probiere ich dann auch mal ein patagonisches Asado am heimischen Grill aus. Durch die Nähe zu Italien liebe ich als Bayer natürlich auch italienisches Essen, hauptsächlich aber ernähre ich mich von der guten heimischen Küche. Du bist fürs Speedklettern bekannt. Lässt du dir beim Essen Zeit oder gibts öfter mal das Brötchen auf die Faust? Dass es bei Zeiten mal schneller gehen muss, liegt auf der Hand. Aber ein gutes Essen zu zelebrieren gehört für mich zu den schönsten Dingen der Erde, schließlich sichert es dein Überleben. Im Grunde genommen sind alle Sachen, die dein Überleben sichern, das Schönste auf der Erde. Wie sind deine ureigenen Essgewohnheiten und wie sieht dein Ernährungsplan während der Vorbereitung auf eine anstrengende Kletterexpedition aus? Das hängt hauptsächlich damit zusammen, dass man auf einer Expedition natürlich keine so große Auswahl wie zu Hause hat. Da gibt es gefriergetrocknete Nahrung, die ich daheim nicht essen würde – oben auf dem Berg bist du aber ziemlich froh, dass es so etwas gibt. Einerseits leicht, andererseits essbar; das ist schon nützlich. Zuhause zelebriere ich dann die besondere Küche. Was gibt es im Basislager zu essen, wie sehen die Mahlzeiten auf Expeditionen und Touren aus? ANDREAS HUBER Wie schon gesagt, wir haben Köche dabei. Die Leute dort sollen Arbeit haben, außerdem ist es auch vorgeschrieben, dass die Bergsteiger die einheimische Bevölkerung beschäftigen. Wenn du einen guten Koch erwischst, kannst du viel über die Küche des Landes lernen. Ist dir ein guter Expeditionskoch wichtig oder ist das völlig egal; Hauptsache Kalorien? Wenn man schon mal einen guten Koch hatte, schaut man natürlich, dass man den wiederbekommt. Eine Garantie gibt es aber nicht, weil man nie weiß, welche Konstellationen es gerade gibt, wenn man dann am Berg auftaucht. Auf jeden Fall macht es viel mehr Spaß, wenn man gute Köche hat. Gönnst du dir auf Expeditionen hie und da kulinarische Genüsse oder packst du ganz praktisch und pragmatisch dein Vorratslager? Grundsätzlich muss man sowieso alles hochschleppen, wofür wir auch Träger haben. Das ist eine hervorragende Möglichkeit, den Menschen dort Arbeit zu geben. Deshalb ist man bis zum Basislager nicht belastet und kann sich gerne ein bisschen Luxus beim Essen gönnen, beispielsweise frisches Gemüse. Da bringt dann jede Woche ein Träger aus dem Tal frisches Grünzeug ins Basislager. Der macht dann vier Wochen lang auch nichts anderes und hat so für einen Monat Arbeit. Es ist eine Win-win-Situation: Wir haben frisches Gemüse und die Träger Arbeit. Welchen Proviant hast du im Rucksack, wenn es wirklich in den Berg oder die Wand geht und du für längere Zeit auf den Luxus des Basislagers verzichten musst? Wir wurden ja schon mal verrissen, weil wir für einen Energieriegel Werbung gemacht haben, da gesagt wurde, dass die dick und nicht fit machen. Dabei braucht man fürs Bergsteigen hochkonzentrierte Nahrung, also maximale Kalorien bei minimalstem Gewicht. Und wie schmeckt das Zeug? Welche Geschmacksrichtung muss dabei sein? Selbst der leckerste Riegel schmeckt dir nach dem zwanzigsten Mal nicht mehr, weshalb es am wichtigsten ist, viele unterschiedliche Produkte dabeizuhaben, sodass man ein wenig Abwechslung hat. Ist dir der Proviant auch mal zuneige gegangen, sodass du rationieren musstest? Und: Wie lange kann man an einem Stück Schokolade rumknabbern? Das war in der Arktis, fernab der Zivilisation auf Baffin Island. Da wurde unser Material bereits im Winter mit Schneeschlitten zum Basislager gebracht, weshalb wir auch nur diese Reserven zur Verfügung hatten. Am Ende wurde es mit der Gipfelbesteigung ziemlich eng. In solchen Fällen beginnt man zehn Tage zuvor mit der Rationierung und dann gibts eben einfach nur noch halbe Portionen. Es ist besser, jeden Tag nur die Hälfte zur Verfügung zu haben, als sich fünf Tage satt zu essen und fünf Tage zu hungern. Deshalb knabbert man dann auch nicht auf etwas herum, es gibt einfach substanziell weniger. Das klingt auch alles dramatischer, als es ist, schließlich merkt man früh genug, wenn das Essen zur Neige geht und kann sich dann darauf einstellen. Das ist ein langsamer Anpassungsprozess, den man gar nicht als so schlimm empfindet, da sich der Körper an den Hunger gewöhnt – no big deal! Die meisten Deutschen nennen, wenn sie im Ausland danach gefragt werden, was sie am meisten aus der Heimat vermissen, Brot. Was fehlt dir am meisten, wenn du fern der Heimat in einer Wand kauerst? Auch etwas für den Magen? Die bayerische Laugensemmel oder ein Weißwurst-Frühstück? Ja, so gehts mir auch. Mir fehlen die guten bayerischen Brezen. Auf Expeditionen, bei denen du kein frisches Gemüse oder Obst hast, fehlt dir das natürlich auch. Genießt man so etwas dann intensiver, wenn es wieder verfügbar ist? Und wie! Deshalb ist der Verzicht gar nicht so tragisch, weil man ganz genau weiß, dass es danach wieder umso besser schmeckt. Gehst du nach deinem Vortrag noch in die Stadt zu Abend essen? Wir empfehlen das Heilbronner Leibgericht … So genau weiß ich das noch gar nicht. Später treffe ich meinen Kollegen »Erbse«, bei dem wir vermutlich gemeinsam kochen werden. Vielleicht tischt er es ja auf … Info: Alexander Huber wurde vom Deutschen Alpenverein Sektion Heilbronn e.V. in die Käthchenstadt eingeladen. Mehr zu den Aktivitäten der Heilbronner Alpinisten unter www.dav-heilbronn.de

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Der Zabergäuer PETER VON RIBBECK eröffnet dieses Frühjahr seinen Fine-Catering-Service. Der Koch will mehr anbieten als schnödes Catering. Deshalb hat er sich frisch in die ehemalige Tagbar in der Heilbronner Innenstadt eingenistet. Neben Catering für alle, die Lust auf frisch zubereitetes, kreatives Essen haben, ob zu Hause oder in der Firma, plant von Ribbeck individuell mit dem Kunden. Es gibt nichts von der Stange. Regelmäßig stattfindende Koch-Events in seiner neuen Location erweitern Herr von Ribbecks Angebot. Es soll gemeinsam geschnippelt, vorbereitet und gekocht werden. Dabei gibt es Tipps und Kniffe vom Profi. Dazu soll ein monatlich stattfindendes gesetztes Dinner mit Voranmeldung stattfinden, immer mit thematischem Schwerpunkt wie zum Beispiel Jahreszeiten, lokale Produzenten, Länderküchen oder Wein. Die Location kann natürlich auch für private Dinner gebucht werden. Zu guter Letzt sind Aktivitäten wie Teilnahme an Food-Märkten und weitere Guerilla-Dinner geplant. Für uns hat Herr von Ribbeck ein Rezept für ein leckeres Drei-Gänge-Menü zum Nachkochen daheim zusammengestellt. Fotos: Meli Dikta Herr von Ribbeck Hanix Nr. 48 Info: Um auf dem Laufenden zu bleiben, einfach Herr von Ribbecks Facebookseite liken oder auf www.herrvonribbeck.de den Newsletter abonnieren und über kommende Events informiert werden. LECKERE VERLOSUNG: In den nächsten Tagen lohnt es sich, auf unserer Facebook-Seite vorbeizuschauen.Nach und nach verlosen wir auf www.facebook.com/HANIX.Magazin kulinarische Leckereien. Unter anderem einen Kochkurs für eine Person von Peter von 62 Ribbeck in seiner neuen Küche in Heilbronn. TITELTHEMA: KULINARIK

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Hanix Nr. 48 Lachsmaultäschle ZUTATEN Lachsmaultäschle: 300 g Lachsfilet ohne Haut in Würfel geschnitten 300 ml Sahne Salz, Pfeffer, Cayenne, Zitronensaft Maultaschenteig: 500 g Semola di grana duro (Nudelgrieß) oder alternativ halb Mehl/halb Grieß 4 Eier etwas Wasser 1 EL Olivenöl, Salz Garnelen & Krustentierschaum: 8 große Garnelen in der Schale (am Besten die mit Kopf) 1 Zwiebel, Knoblauch, etwas Karotte, Lauch, Fenchel 1 EL Tomatenmark, 1 Schuss Cognac, 100 ml Gemüsebrühe, 100 ml Sahne Zupfsalat: 200 g Zupfsalat, Olivenöl, Zitronensaft, Salz, Pfeffer Krustentierschaum: Die Garnelen pulen, das Fleisch in den Kühlschrank stellen. Die Zwiebel, den Knoblauch und die Karotten schälen und mit dem Lauch und Fenchel in grobe Würfel schneiden. Die Garnelenschalen waschen und etwas trockentupfen. In einem Topf Öl erhitzen und die Schalen darin scharf anbraten, die Hitze reduzieren und das Gemüse dazugeben, leicht salzen und zehn Minuten sanft mitrösten. Umrühren nicht vergessen! Das Tomatenmark zugeben und kurz mitrösten, mit dem Cognac ablöschen und gerne kurz flambieren (Achtung! Eure Haare …). Mit der Brühe und Sahne auffüllen und leise 30 Minuten köcheln lassen. Mit einem Zauberstab alles fein pürieren und durch ein feines Sieb streichen. Vor dem Anrichten die heiße Sauce mit einem Schuss Milch kurz aufschäumen. Garnelen & Zupfsalat Die Garnelen in einer Pfanne mit Knoblauch und Thymianzweig anbraten, den Salat nach belieben anmachen und alles schön auf dem Teller anrichten. Rinderfilet »Straccetti« mitbraten und das Fleisch mit dem Öl übergießen. Dann auf einem Teller im Ofen zehn bis 15 Minuten nachziehen und ruhen lassen. Getrüffeltes Kartoffelpürrée: Die Kartoffeln schälen und in große Würfel schneiden. In einen Topf damit, mit Wasser aufgießen, Salz dazu und weichkochen lassen. Die Milch und Butter in einem Töpfchen erwärmen. Kartoffeln abgießen und mit der Milch/Butter zu einer cremigen Masse verrühren (am Besten mit einem Handmixer). Würzen und mit dem Öl parfümieren. Karamellisierte Kirschtomaten: Die Tomaten halbieren, in einer Pfanne den Zucker schmelzen, bis er schön karamellisiert. Die Tomaten dazugeben, etwas salzen und eine Butterflocke dazugeben. Zur Seite ziehen und fertig. Zum Anrichten nehme man etwas frisch mit Olivenöl angemachten Rucola, Parmesanhobel und Aceto Balsamico-Glace. Apfelpfannküchle ZUBEREITUNG Lachsmaultäschle (kann man am Vortag vorbereiten): Die sehr kalten Lachswürfel und Sahne mit den Gewürzen in eine »Moulinette« oder ähnliches Mixgefäß geben (z. B. Thermomix). Eine halbe Stunde kaltstellen (beim Mixen entsteht Wärme, durch das Kühlen vermeidet man, dass sich das Fisch-Eiweiß trennt und die Farce misslingt). Alles Mixen, bis die Farce »rund läuft« und schön fein ist. Mit etwas Zitronensaft abschmecken (wenn der Fisch frisch ist, geht das auch roh). Wer will, kann vom Lachs einige kleine Würfel separat lassen und danach für ein schöneres Mundgefühl in die fertige Farce geben. Jetzt alles kaltstellen. Für den Nudelteig alle Zutaten in der Küchenmaschine mit dem Knethaken vermengen, bis ein geschmeidiger Teig, der nicht zu sehr klebt, entsteht. Eine Stunde in Folie gewickelt ruhen lassen. Wenn alles so weit »ready« ist, geht es ans Maultaschenrollen! Den Teig mithilfe eines Nudelholzes oder besser einer Nudelmaschine in dünne, lange Bahnen ausrollen. Die Lachsfarce mithilfe einer Küchenpalette o. ä. auf dem Nudelteig 0,5 cm dick auftragen und oben einen Rand zum Kleben freilassen. Den freigelassenen Teig mit Wasser einstreichen und die Maultaschen übereinander falten, bis keine Farce mehr zu sehen ist. Schräg in kleine Segmente schneiden und in siedendes Salzwasser geben … Wenn sie oben schwimmen, die Hitze reduzieren und 1 – 2 Minuten ziehen lassen. ZUTATEN Rinderfilet »Straccetti«: 700 - 800 g Rinderfilet (200 g pro Person) Salz, Pfeffer, Erdnussöl zum Braten, Thymianzweig, Rosmarinzweig, Knoblauchzehe Getrüffeltes Kartoffelpürrée: 1,5 Kg mehlig kochende Kartoffeln ½ l Milch 100 g Butter Salz, Pfeffer, Muskat Etwas Trüffelöl oder Trüffelbutter Karamellisierte Kirschtomaten: 16 Kirschtomaten 30 g Brauner Zucker Prise Salz, etwas Butter ZUBEREITUNG Rinderfilet »Straccetti«: Das Rinderfilet vom Metzger parieren und portionieren lassen. Eine Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen. Den Ofen auf 90 - 100 Grad vorheizen. Rundum salzen, pfeffern und von allen Seiten ein bis zwei Minuten scharf anbraten, am Ende die Knoblauchzehe und die Kräuter kurz ZUTATEN 4 kleine Äpfel 300 ml Milch 120 g Mehl 3 Eier getrennt Prise Salz, Butter 30 g Zucker Puderzucker, Granatapfelkerne und Vanilleeis zum Anrichten ZUBEREITUNG Apfelpfannküchle: Für den Teig Milch, Mehl, Eigelbe, Salz und die Hälfte des Zuckers zu einem glatten Teig verrühren. Die Eiweiße mit dem restlichen Zucker steif schlagen. Vorsichtig unter den Teig ziehen. Die Äpfel schälen, entkernen und in Segmente schneiden. Eine kleine beschichtete Pfanne erhitzen, einen Apfel kreisförmig mit der Butterflocke kurz anbraten. Den Teig über den Apfelspalten verteilen, sodass diese bedeckt sind, Deckel drauf und die Hitze etwas reduzieren. Drei Minuten rösten lassen, mithilfe eines Tellers wenden und von der anderen Seite Farbe geben, fertig. HERR VON RIBBECKS DREI-GÄNGE-MENÜ

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Die Oliver Maria Schmitt-Kolumne Heilbronn – A Nice Place To Come From Vorzeitige Vollmondverblödung Warum Coimbra nicht der Alte Friedhof ist In der Fledermausforschung habe ich kläglich versagt. Ich hätte früher damit anfangen sollen. Zum Beispiel damals, als wir nachts im Alten Friedhof herumlungerten. Weil die konspirative Gaststätte »Eulenspiegel« nebenan schon geschlossen und uns an die allzu frische Luft befördert hatte, musste man manchmal auf einem Bänkchen des alten Gottesackers auf die Person warten, die man mit diversen Spätkaufaufträgen zur Tankstelle geschickt hatte. Dass die Flattermänner, die da in der Dunkelheit unentwegt zwischen den Bäumen umherzischten, der Gattung der Großen Abendsegler zuzuordnen waren, wusste ich natürlich nicht, ja es interessierte mich nicht im Geringsten. Denn als Adoleszent hat man das zweifelhafte Vorrecht, fast ausschließlich jung und blöd zu sein. Von diesem Recht machten wir gnadenlos Gebrauch. Als Kind mochte ich den Park eigentlich, denn er enthielt einen Grabstein, auf dem der lustige Name »Buttersack« stand, außerdem war Kaiser Wilhelm II. persönlich hier begraben, denn da stand ja auch irgendwo sein Grabmal herum. Es kam mir zwar auch ein wenig komisch vor, dass der letzte deutsche Kaiser sich ausgerechnet unser verschlafenes Neckarstädtchen als Grablege auserkoren hatte, aber gleichzeitig machte es mich auch ein bisschen stolz. Wenn schon tot – warum dann nicht in Heilbronn? Erst als wir dann nachts auf den Tankstellenkurier warteten, klärte sich das Missverständnis. Fledermausmäßig aber lernte ich nichts dazu. So stand ich dann, ohne jegliche Vorbildung, eines Abends in einer Studentenkneipe in Coimbra. Das ist nichts Außergewöhnliches, denn weil in Coimbra Portugals berühmteste Universität residiert, eine der ältesten der Welt, sind hier fast alle Kneipen Studentenkneipen. Da stand ich nun, hielt mich an einem Mojito fest und sprach mit Luis über Fledermäuse und Verblödung. Den Studiosus der Psycho- Hanix Nr. 48 OLIVER MARIA SCHMITT-KOLUMNE – FOLGE 10

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logie hatte ich kennengelernt, als ich ihn auf seinen schwarzen Umhang ansprach, die capa. Noch immer ist sie die traditionelle Bekleidung portugiesischer Studenten und in Coimbra praktisch allgegenwärtig. Wenn sie mit wehenden Schwarzkitteln über den Campus stolzierten, sahen die Hochschüler ein bisschen aus wie Figuren aus Harry-Potter-Romanen. Und das war kein Zufall, denn Joanne K. Rowling, deren Erfinderin, hat in Portugal gelebt, bevor sie ihre Bestseller veröffentlichte. Luis hingegen schrieb gerade seine Abschlussarbeit. Sein Thema war dementia praecox, die »vorzeitige Verblödung«, ein Begriff aus dem 19. Jahrhundert. Ich wollte aber lieber über mein neues Forschungsgebiet, die Fledermäuse sprechen. Ein bisschen sähen die Studenten in ihren capas doch auch aus wie die nachtaktiven Fledertiere, sagte ich zu Luis. Wie Batman kurz vorm Abheben. Seit ich hier war, schwirrten mir irgendwie Schwärme von Fledermäusen im Kopf herum. Am Nachmittag hatte ich die prächtige Universitätsbibliothek besichtigt, eine Kathedrale der Bücher, ein barocker Traum in Teak und Gold. Um die alten Folianten vor Motten und Bücherwürmern zu schützen, hatten findige Geister sogar eine echte Fledermauskolonie in der Bücherei angesiedelt. Jede Nacht wurden die Lesetische mit Ledertüchern abgedeckt, damit die insektenjagenden Flattermänner nicht alles vollschissen. Mählich wurden die Stehplätze knapp, immer mehr Studenten drängten in die Kneipe. Man orderte packs, zehn Bier für zehn Euro oder vier Martinis für fünf. Immer wieder waren Sprechchöre zu hören, irgendwelche Traditionsparolen, die man an den einzelnen Fakultäten pflegte. Es war eine milde Nacht. Bald standen wir mit vier Martinis draußen. Der Vollmond war gerade hinter den mächtigen Mauern der Sé Velha aufgestiegen, der alten Kathedrale, und tauchte die Altstadtgassen in konspiratives Schummerlicht. Ich weihte Luis in die ersten Ergebnisse meiner Fledermausstudien ein: Studenten seien wie Fledermäuse, lautete meine These – tagsüber schliefen sie, zur Orientierung nutzten sie Schallwellen, und nachts machten sich auf die Jagd – nach Martinis und Bier oder nach dem Feuerkelch oder dem Stein der Weisen. Und ob ich mal seine capa überziehen dürfte, damit würde ich bestimmt abheben wie Batman. Niemals, unter gar keinen Umständen würde ein Student seine capa verleihen, sagte Luis säuerlich, drehte sich um und ließ mich stehen. Meine Entschuldigung wollte er auch nicht mehr hören. Da gab ich die Fledermausforschung wieder auf. Vielleicht sollte ich es lieber mal mit dementia praecox versuchen? Eine vorzeitige Verblödung traue ich mir schon noch zu, gerade als gelernter Heilbronner. ◆ Oliver Maria Schmitt, Jahrgang 1966, ist Romancier und Journalist. Für seine Reportagen wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Henri-Nannen-Preis 2009. « ER LIEBT MICH! » HAUCHTE DAS BROT . . . . . . UND FREUTE SICH AUF DAS DATE MIT DEM KÄSE. GEPFEFFERT STARKER TYP TREUER BEGLEITER ZUM 'ZWITSCHERN' ZUM DAHINSCHMELZEN SO TUN ALS OB BÄCKEREI EITEL|REVOLUTION DER TRADITION|KIRCHBRUNNENSTR. 37|74072 HEILBRONN T 07131 8993962|WWW.BÄCKEREI-EITEL.DE|MO BIS FR 8-18 UND SA 8-14.30 UHR PFEFFER LEBENSMITTEL, IM HISTORISCHEN FLEISCHHAUS KRAMSTRASSE 1, 74072 HEILBRONN MO – FR 10–18, SA 9–15, MITTAGSTISCH 12–14.30

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Ein Brief mit Fotografien aus Kolumbien von Reisebloggerin KATRIN LEHR Liebe Heimat, da sitze ich nun in Kolumbien. Das Land, das bis vor wenigen Jahren als gefährlichstes Land der Welt galt. Ein kolumbianischer Stempel im Pass zeichnete einen als harten Abenteurer aus. Weltwunder wie in den Nachbarländern gibt es hier keine. Umso aufregender ist der Mix aus herzlicher Gastfreundschaft, lebendiger Kultur und einer unglaublich vielfältigen Natur, die von Wüsten über Nebelwälder bis hin zu traumhaften Karibikstränden reicht. Diese Mischung macht das Land einzigartig. Vielleicht denkst auch du, dass ich spinne, in ein Land zu reisen, in dem Drogenkriege, Guerillas und Kriminalität den Alltag bestimmten? Dann wirst du überrascht sein, dass Kolumbien mittlerweile sicherer als Mexiko ist. Kriminalität und Gewalt sind längst passé. Lediglich vermehrte Militärkontrollen und Checkpoints – vor allem im Süden – erinnern an vergangene Tage. Gemessen an seinen Nachbarländern ist Kolumbien recht günstig. Das Herumreisen mit dem Bus einfach, Straßen werden immer besser ausgebaut und auch Inlandsflüge sind für uns erschwinglich. Ich war mir schon vor der Reise sicher, dass ich Kolumbien lieben würde. Schon nach meiner Ankunft in Bogotá begann das große Abenteuer. Nach 14-stündiger Anreise kann ich die Ausmaße der 9-Millionenstadt nur schwer ausmachen. Eine dicke Wolkendecke verhindert eine freie Sicht. Es ist kalt. Nur 18 Grad auf knapp 2.700 Metern Höhe und ein eiskalter Wind machen mir zu schaffen. Beim Gang zum Hotel (wir wohnen an einem steilen Berg in der Altstadt La Candelaria) macht sich die fehlende Akklimatisierung und die damit verbundene Kurzatmigkeit am meisten bemerkbar. Auch bei einer Radtour durch die Hauptstadt Kolumbiens merke ich eine gewisse Anstrengung. Es ist Sonntag und »Cyclovia«. Dann sind die Hauptstraßen für Autos gesperrt. Fußgänger und Fahrradfahrer haben freie Fahrt. Na, wie wäre das Heilbronn? Nicht nur einmal im Jahr, sondern regelmäßig Straßen für Personen freizugeben, würde viele Menschen nach draußen bringen. Ich fände es klasse. Komisch nur, dass die westliche Welt sich oft mit Entscheidungen dieser Art schwer tut. Nachdem ich mein Handy im Taxi verloren habe, geht es verspätet in die Tatacoa-Wüste. Ein extremer Kontrast zur Großstadt. Hier gibt es einfachste Unterkünfte, es ist glühend heiß und nachts haben wir einen unglaublichen Blick auf den Sternenhimmel, der sich wie eine Decke über uns legt. Selbst in Afrika konnte ich nicht so viele Sterne am Himmel sehen! Auf dem Gepäckträger eines Motorrads erkunde ich am nächsten Tag die Desierto de Tatacoa. Vor allem die rot leuchtenden Laberintos de Cusco schauen wunderschön aus. Schon jetzt glücklich mit der Entscheidung, nach Kolumbien zu fliegen, fahren wir zum nächsten Kontrastprogramm: San Agustin. Hier wurden mehr als 500 Steinskulpturen gefunden, die an Rapa Nui und die Osterinseln erinnern. Sie gehören zu den wichtigsten Funden auf dem südamerikanischen Kontinent. So kommt es, dass wir uns inmitten einheimischer Touristen wiederfinden. Neugierig werden wir zuerst beäugt und dann ausgefragt. Denn nicht viele »Extranjeros« (ausländische Touristen) reisen in diese Region. Denn hier waren bis kürzlich die Guerillas der FARC aktiv und kontrollierten das Land. Kokaplantagen Hanix Nr. 48 Blick auf Medellin, Tatacoa Wüste & Tayrona Nationalpark BRIEF AN DIE HEIMAT

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Hanix Nr. 48 prägten das Landschaftsbild. Wir passieren immer wieder abgebrannte Felder. Man erklärt uns, dass die Regierung den Kleinbauern Geld bezahlt, damit sie statt Koka Kaffee anpflanzen. Scheinbar mit Erfolg. Über die weiße Stadt Popayan und die Salsa-Hauptstadt Cali gelangen wir in die Zona Cafetera. Hier werden die weltweit besten Kaffeesorten angebaut. Natürlich nächtigen wir auf einer richtigen Kaffee-Finca. Inhaber Roberto gibt uns sogar eine private Führung und lädt uns danach in seinen Obstgarten ein. Natürlich nicht ohne uns stolz von jeder Obstsorte probieren zu lassen. Kolumbien ist ein wahres Paradies, was dies angeht: Lulo, Mango, Kakao, Guave, Sternfrucht, Pomelo und Agaze bekommen wir überreicht. Viele weitere Obstsorten wachsen hier, doch die Früchte sind nicht reif. Ein wahrer Gaumenschmaus! Schade, liebe Heimat, dass wir meist nur völlig überteuert und oft »geschmackloses« Obst bekommen. Ich denke vor allem an Papaya, die hier kaum genießbar sind. Zu gerne hätte ich zu Hause täglich einen frischen Obstkorb auf dem Tisch stehen. Aus der Kaffeezone fahren wir weiter gen Norden. Salento heißt das Ziel, das außer Cartagena am meisten von Extranjeros besucht wird. Denn von hier starten die Wanderungen ins Valle de Cocora, wo bis zu 90 Meter hohe Wachspalmen stehen. Ein weiteres landschaftliches Highlight, so unglaublich schön. Ich komme mir winzig klein vor, als ich vor einer dieser Palmen stehe und Richtung Himmel blicke. Wieder begegnen wir vielen einheimischen Touristen, die uns neugierig ausfragen und nicht glauben können, dass wir ihr Land bereisen möchten. Egal, an welchem Ort wir sind, immer wieder erklären uns Kolumbianer, wie glücklich sie über den Frieden im Land sind. Auch für sie ist es das erste Mal, dass sie ihr eigenes Land erkunden und bereisen können. »Damals«, erklärt uns Jose, »funktionierte es so, dass wir von Stadt zu Stadt in Kolonne fahren mussten. Bewacht von zig Polizeiautos. Sicher war das nie.« Umso mehr strahlen die Augen, als er uns Tipps gibt, welche Orte wir unbedingt ansehen müssen. »Und wenn ihr wieder in Bogotá seid, meldet euch. Dann laden wir euch ein«. Ähnlich herzlichen und gastfreundlichen Menschen sollte ich auf dieser Reise immer wieder treffen. Es ist unglaublich, mit welch offenen Herzen wir empfangen wurden. Einziger Knackpunkt ist die Sprache: Ohne Spanisch-Kenntnisse hat man hier echt Probleme. Denn Englisch hat kaum einer in der Schule gelernt. Kolumbianer kümmern sich rührend um »Extranjeros«. Um unser Wohl waren immer alle besorgt. Ob es ein vorbeifahrendes Auto war, aus dem einer rief »pass auf deine Kamera auf, ich würde sie hier wegpacken«, oder der Gast neben mir im Bus, der aufpasst, dass mir der Busfahrer das korrekte Wechselgeld gibt. Oder die Mädels in Cali, mit denen wir uns spontan zu einem gemeinsamen Abendessen wiedertreffen und dann darauf bestehen, uns am nächsten Tag im selben Bus in die Kaffeezone zu begleiten. Bis vor ihre Haustüre, damit wir ab hier von ihren Freunden im Taxi bis zu unserer Unterkunft gebracht werden. Als ob wir dies nicht selbst organisieren könnten. Trotzdem bestehen sie darauf, sich um ihre Gäste zu kümmern. Natürlich treffen wir sie wieder und laden sie im einzigen Restaurant ihres Wohnorts ein. Immer wieder denke ich daran, wie unfreundlich, sogar feindselig viele meiner Mitmenschen – auch in Heilbronn – Ausländern gegenüber sind. Auf Reisen werde ich immer mit offenen Armen empfangen. Menschen, die nichts haben, sind bereit, das wenige Etwas mit mir zu teilen. Auch hier wäre es so einfach, anderen zu helfen. Uns geht es doch allen gut? In der einst gefährlichsten Stadt der Welt Medellín dasselbe Spiel: In einem der ärmsten Viertel, wo zu Zeiten Pablo Escobars Schießereien und Explosionen zur Tagesordnung gehörten, erkunden wir die Graffitis. Hier hat sich eine Szene gebildet, die auch Touristen im Rahmen von Street-Art-Touren einlädt, den Ort hoch oben in den Bergen Medellins zu erkunden. Wir fahren auf eigene Faust in die Comuna 13. Als ein junger Bursche mich mit meiner Kamera entdeckt, parkt er schnell seine Motorräder um und schließt eine Türe, um mir die Möglichkeit auf ein komplettes und unverdecktes Graffiti zu bieten. Auch ohne Worte zu wechseln, signalisiert er mir dadurch, dass ich willkommen bin. Es ist bewundernswert, wie schnell sich das Land erholt. Nicht alles ist schön und sicher, doch vielen Menschen geht es besser als vor wenigen Jahren. Ich bin mir sicher, dass es nicht mehr lange dauert und der Massentourismus in Kolumbien ankommt. Zu viele Highlights hat das Land zu bieten. Zu freundlich und einfach machen es einem die Menschen, herumzureisen. Kein Wunder, dass Medellin erst kürzlich zur innovativsten Stadt der Welt gekürt wurde. Mitbekommen hat es in Deutschland kaum einer. Damit die Elendsviertel mit dem Stadtkern verbunden werden können, wurden Seilbahnen und Rolltreppen entlang der steilen Berge um Medellin gebaut. Somit konnten auch diese Menschen am öffentlichen Leben teilnehmen. Denn wer die Serie Narcos gesehen hat, weiß, wie eng und steil sich die Straßen in den Comunas hinaufschlängeln. Mit Cartagena wartet an der Karibikküste eine wahre Perle. Obwohl die Stadt sehr touristisch ist, lohnt sich ein Besuch der am besten erhaltenen Kolonialstadt Südamerikas unbedingt. Durch die Gassen zu schlendern versetzt mich in eine andere Zeit. Die schönsten Strände Kolumbiens finden wir östlich Cartagenas. Egal ob in Palomino, wo ich naturbelassende Strände und jede Menge Hängematten unter Palmen vorfinde, oder im beliebtesten Nationalpark Kolumbiens, dem Parque Nacional Tayrona: Das rauhe Meer ist nirgendwo schöner. Nach vier Wochen fliege ich zurück nach Bogotá. Ganz sicher weiß ich, dass ich bald wieder zurückkomme. Denn das Land ist so groß, dass ich bei Weitem nicht alles entdecken konnte. Ein Auge weint, das andere lacht, als ich am Abend in den Flieger steige. Denn egal wohin mich eine Reise bringt, nirgendwo fühle ich mich mehr »zuhause« als hier, liebes Heilbronn. KATRIN AUS KOLUMBIEN Katrins Reiseblog: www.viel-unterwegs.de

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HILDMANN in der Kirchbrunnenstraße 20 März 1983 (Foto: Jan-Witold Wojcik, Stadtarchiv Heilbronn) Hanix Nr. 48 Zum guten Kochen gehören auch gute Grundprodukte und besonders wichtig für ein erstklassiges Essen sind frisches Obst, Gemüse und Südfrüchte. Eine bewährte Anlaufstelle dafür war in Heilbronn viele Jahre lang das Geschäft der Familie Hildmann, das 1963 von der Ecke Wilhelm- und Südstraße in die Kirchbrunnenstraße 20 umgezogen war. Großmutter Lina Hildmann war zudem auf dem Heilbronner Wochenmarkt fast vierzig Jahre lang mit einem Obst- und Gemüsestand präsent, bis sie sich Anfang der 1960er Jahre zurückzog. Bei Hildmann bekam man frische einheimische Ware, aber auch Südfrüchte wie zum Beispiel Ananas und Feigen. Schon seit dem 16. Jahrhundert bestand in Heilbronn die Möglichkeit, Südfrüchte wie Zitronen und Pomeranzen zu erwerben, reisende Händler aus Oberitalien boten sie an. Seit 1671 gab es hier sogar eine italienische Handlung, die neben Reis, Käse, Salami, Sardellen, Zibeben (feine Rosinen), Stockfisch, Kaffee und Gewürzen auch mit Südfrüchten handelte. 1772 allerdings ging das Handelsgeschäft der Familie Bianchi in Konkurs. Über einen guten Ruf und zahlreiche Kundschaft verfügte auch das Südfrüchte-Spezialgeschäft »Spanischer Garten«, das der junge Mallorquiner Miguel Garcias um 1911 in der Kaiserstraße 17 gegründet hatte. Seit 1855 bekam man Orangen, Pomeranzen und Zitronen auch in der Sülmerstraße 54 bei der »Südfrüchtenhandlung A. Lidl und Co.« Hier gab es außerdem exquisiten französischen und süßen Senf, später auch Produkte von Maggi und Knorr, womit man sein Essen verfeinern konnte. Das kleine Südfrüchte-Geschäft ist die Keimzelle des mittlerweile weltweit größten Discounter-Konzerns Lidl (Lidl Stiftung & Co. KG. Neckarsulm). Das »Obst- und Gemüse-Kleinod Hildmann« – so die Heilbronner Stimme in ihrem Nachruf auf das von außen eher unscheinbar wirkende Spezialgeschäft in der Kirchbrunnenstraße 20 – hörte zum Jahreswechsel 1990/1991 leider auf. Näheres unter 68 www.stadtarchiv.heilbronn.de DER HISTORISCHE SCHUSS

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Hanix Nr. 48 ringringwedddings.com f r e i r a u m - p h o t o s . d e

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.jpg »New York – Tell a Story«, New York Herbst 2015 Fotos: Frank Walter Schilling Zur Lust am Sehen und Schauen kommt bei Frank Walter Schilling die am Fotografieren mit der Leica als drittes Auge. Das Vierte ist das »innere Auge«, um mehr zu sehen als das bloße Motiv. »New York – Tell a Story« heißt die Ausstellung in seiner Heilbronner Privatgalerie »101«, so auch der prachtvolle Bildband, aus dem Hanix hier »zitiert«. Es sind Bilder, die Tiefenschärfe haben, ob die Fotografien nun konkret oder experimentell sind, Menschen einfangen, geprägt vom Glück des Augenblicks, oder Architektur betrachtet wird wie aus Kinderaugen. Kontakt: frank@schilling-homeoffice.de (bfk) .JPG – BILDERGALERIE Hanix Nr. 48

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Hanix Nr. 48 »Handmade Love«, Burg Stettenfels, Untergruppenbach 28.01.2017, 12:00 Uhr bis 29.01.2017 18:00 Uhr Fotos: Memo Filiz Handgemachte Lieblingsstücke für jeden Geldbeutel und jeden Geschmack. Leckeres Street-Food. Eine traumhaft schöne Location, Unterhaltung für Jung und Alt – das alles war Handmade Love! Die Burg Stettenfels über Untergruppenbach bot eine ideale Location für den Design- & Handmade-Markt und lockte Tausende Besucher an. .JPG – BILDERGALERIE

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»Kinderfaschings-Fotoshooting«, Hanix-Büro, Heilbronn 18.02.2017, 11:00 Uhr bis 15:00 Uhr Fotos: Meli Dikta Zur Faschingszeit wurde unsere Redaktion kurzerhand zum Fotostudio umfunktioniert und von zahlreichen Kids und deren Eltern geentert. Unsere Fotografin Meli Dikta hatte zum kostümierten Shooting aufgerufen. Heraus kamen zauberhaft bunte Bilder von Nachwuchs-Prinzessinnen, Junior-Piraten und Co. Hanix Nr. 48 72 .JPG – BILDERGALERIE

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[1] Götzenturmbrücke, Aktion der Stadtgalerie zum Valentinstag, Heilbronn, 14.02.2017, 9:52 Uhr [2] Ortsdurchfahrt, Straßendekoration zur Faschingszeit, Pfaffenhofen, 23.02.2017, 13:15 Uhr [3] Waldheide, Schneeglöckchen, Heilbronn, 24.02.2017, 16:31 Uhr [4] Kreisstraße 2081, Kernkraftwerk, Neckarwestheim, 15.02.2017, 10:25 Uhr [5] Schloss Liebenstein, winterliche Burgromantik, Neckarwestheim, 15.02.2017, 10:48 Uhr [6] Wall of Fame unter Autobahnbrücke, Graffiti, Heilbronn/Untereisesheim, 26.02.2017, 12:11 Uhr Fotos: Meli Dikta und Robert Mucha Hanix Nr. 48 .JPG – BILDERGALERIE

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Theater Heilbronn April & Mai 2017 BOXX Polit-Brunch 01.04. BOXX Heilbronner Poetry Slam (U20 Stadtmeisterschaft) 01.04. Komödienhaus »Kunst« (Komödie) 01.04., 06.04., 08.04., 09.04., 11.04., 17.04., 21.04. & 22.04. Großes Haus Pera Palas (Schauspiel) 01.04., 11.04., 21.04., 09.05., 11.05. & 31.05. Großes Haus Ein Lied von Liebe und Tod (Gloomy Sunday – Schauspiel) 02.04., 07.04., 13.04., 26.04., 07.05. & 27.05. Großes Haus Theaterfrühstück zu »My Fair Lady« 02.04. BOXX Die Windmühlen – Uraufführung (Schauspiel) 02.04. & 03.04. Großes Haus Theaterführung 03.04 Termine April 2017 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die BOXX König & König (Kindertheater) 07.04., 09.04., 10.04. & 14.05. Großes Haus My fair Lady (Musical) 08.04., 09.04., 02.05., 10.05. & 13.05. Großes Haus Charleys Tante (Musikalische Komödie) 10.04., 15.04., 14.05., 26.05. & 28.05. Großes Haus Orlando (Oper) 12.04., 22.04., 17.04 & 05.05. BOXX Wolkenschloss (Abschlusspräsentation des Osterferienclubs) 13.04. BOXX Werkstatt der Schmetterlinge (Schauspiel für Kinder) 15.04 & 17.04. BOXX »Ich und du - Juchu« oder das Haus der 1000 Lieder (Musical) 23.04. Komödienhaus Luise Kinseher – Ruhe bewahren (Theater Spezial) 28.04 Großes Haus Kinder der Sonne (Schauspiel) 29.04., 04.05., 06.05., 12.05., 24.05. & 30.05. (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8 & Flavour BOXX Anders (Schauspiel für Jugendliche) 30.04., 02.05., 03.05., 04.05., 05.05., 29.05., 30.05. & 31.05. Komödienhaus Honig im Kopf (Komödie) 05.05., 10.05., 12.05., 13.05., 24.05. & 30.05. BOXX Kotzmotz, der Zauberer oder »Monarosadella« (Schauspiel für Kinder ab 4 Jahren) 07.05., 08.05. & 09.05 BOXX Im Netz (Schauspiel für Jugendliche) 10.05., 11.05. & 12.05 Komödienhaus Suchtpotenzial (Theater Spezial) 11.05. TANZ! HEILBRONN 2017 Großes Haus Dance on – Water between three hands 17.05 Komödienhaus »Amigo« Kadir Memis & Yui Kawaguchi – Tanzprojekt »Artikel Eins« & ToTentanz 18.05. Sa 01. Piano Wine Bar, Heilbronn Weinprobe mit Sturmfeder Weingut – 2. Edition des Menüs (Verkostung) RIZZI Boutique Bar, Heilbronn Champagner-Tasting (Verkostung) BOXX Hamdi Dridi & Omar Rajeh/ Maquamant&MaHa Group – Tu Meur(s) De Terre & Zaafaran 19.05. Komödienhaus Christoph Winkler – Urban Soul Café 19.05. Großes Haus Cie. Marie Chouinard – Hieronymus Bosch: The Garden of Earthly Delights 20.05 Am Bollwerksturm Open Air Performance 20.05 & 21.05. Komödienhaus Yang Zhen – Minorities 21.05. BOXX Joeri Dubbe – Kiraly 21.05. WORKSHOPS Steps Tanzstudio Heilbronn ... das Erinnern für Frauen 40+ (Mit Brit Rodemund/ DANCE ON Ensemble) 19.05 bis 21.05. Steps Tanzstudio Heilbronn Blick und Augenblick (Mit Yui Kawaguchi) 20.05. bis 21.05. Taymuraz Kozyrev „Das Geheimnis der Landschaft“ 12. 03. - 23. 04.17 Vernissage am 12.03. ab 11:00 Uhr im MUSEUM „ALTES RATHAUS“ Eppinger Str. 150 · 74211 Leingarten ✆ 07131 900 173 www.heimatverein-leingarten.de Hanix Nr. 48 74 01.04.2017

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Hanix Nr. 48 Mobilat Club, Heilbronn La Sythemú (Clubbing) Bukowski, Heilbronn Drop In: Pete Kaltenburg (Clubbing) Theaterschiff, Heilbronn Loriots Dramatische Werke (Theater) Kulturforum, Brackenheim Tanz!Lokal (Disco) Stadthalle, Neuenstein Puls der Zeit (Konzertabend) Bad Friedrichshall 1. Friedrichshaller Runde (Lauf) Schlosskeller, Marbach Anne Haigis – Companions-Tour (Konzert) Freund & Kupferstecher, Stuttgart Ahzumjot & Chima Ede (Konzert) Porsche-Arena, Stuttgart Kid Ink (Rap-Konzert) Maimarkthalle, Mannheim Time Warp (Elektrofestival) ZKM, Karlsruhe »Weareables« - Tragbares @BÄM (Textilworkshop ab 12 Jahren) So 02. Innenstadt, Heilbronn Heilbronn bewegt sich Theaterschiff, Heilbronn Stephan Sulke – Der Typ von nebenan (Comedy) Bücherbusgarage, Heilbronn Großer Bücher- und Medienflohmarkt (Flohmarkt) Scala-Kino, Neckarsulm Vilja und die Räuber (Kinofilm für Kinder) Im Wizemann, Stuttgart Bilderbuch (Konzert) 01. – 07.04.2017 Tempel Kulturzentrum, Karlsruhe Pajazzo – Palatine Jazz Orchestra (Jazzkonzert) Mo 03. Theater und Orchester, Heidelberg Georg Büchner – Woyzeck (Schauspiel) Theaterhaus, Stuttgart Sinatra & Friends Di 04. Osiander, Heilbronn Heimo Schwilk: Luther – Der Zorn Gottes Vortrag (Lesung) Koki, Heilbronn Mapplethorpe: Look At The Pictures (Kinofilm) Stadtbücherei, Brackenheim Autorenlesung mit Andres Föhr (Lesung) Theaterhaus, Stuttgart TSCHICK (Theater) Mi 05. Scala-Kino, Neckarsulm Freunde fürs Leben (Kinofilm) Theater und Orchester Heidelberg 6. Philharmonisches Konzert (Konzert) Do 06. Theaterschiff, Heilbronn Stefan Schwarz – Oberkante Unterlippe (Lesung) Reber’s Pflug, Schwäbisch Hall Das perfekte Steak (Grillevent & Kochkurs) Congress Centrum, Pforzheim Die Prenzlschwäbin – #Ischdesbio (Comedy) Theater und Orchester, Heidelberg Ich heiße Ben! (Junges Theater) Fr 07. Süddeutsches Eisenbahnmuseum, Heilbronn Artbrau (Craft-Beer-Festival) Theaterschiff, Heilbronn Loriots Dramatische Werke (Theater) Bukowski, Heilbronn Techno for your Mind (Clubbing) The Rooms Club, Heilbronn Ravefaction pres. Johannes Heil (Clubbing) Harmonie, Heilbronn Klüpfel & Kobr – Achtung Lebensgefahr! (Comedy & Lesung) LUST AUF MUSIK? – LUST AUF HOHENLOHE ! Hohenloher Kultursommer 25.5.– 1.10.2017

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Esszimmer, Heilbronn Genussabend – Frühling trifft Orient (Kulinarik) Fotoclub, Ludwigsburg Schwarz/Weiß-Bildbearbeitung mit Silver Efex Pro (Fotoworkshop) Theaterhaus, Stuttgart Josef Hader: Hader spielt Hader (Kabarett) Sa 08. Piano Wine Bar, Heilbronn Theater mit Sabine Mauz. Live Musik mit Paul Weiner (Entertainment) Plan B., Heilbronn Baba Burnham (Konzert) Bukowski, Heilbronn Andere Welt – Coming back (Clubbing) Kulturforum, Brackenheim Lizzy Aumeier (Musik-Kabarett) Kursaal, Bad Wimpfen Ray Wilson & Band (Konzert) Zigarre, Heilbronn »Aprilsoul« mit Soul Connection & Sven Francisco (Konzert + DJ) Süddeutsches Eisenbahnmuseum, Heilbronn Artbrau (Craft-Beer-Festival) Theaterschiff, Heilbronn Loriots Dramatische Werke (Theater) Kulturforum Kapelle im Schloss, Brackenheim Katie Freudenschuss (Comedy) halle02, Heidelberg Beatbasar (Markt) Im Wizemann, Stuttgart Staubkind (Konzert) So 09. halle02, Heidelberg B-Tight – 420 Tour 2017 (Hip-Hop-Konzert) Theaterhaus, Stuttgart Charlie Cunningham (Pop-Konzert) Mo 10. halle02, Heidelberg GoGo Penguin – Man Made Object Tour (Konzert) Psychologisches Institut, Universität Heidelberg Vortrag und Diskussion zu Morgen und Abend mit Dr. Markus Wettsein (Vortrag) halle02, Heidelberg GoGo Penguin – Man Made Object Tour (Jazz-Electronica-Konzert) Di 11. Koki, Heilbronn Wiener Dog (Kinofilm) Mi 12. Harmonie, Heilbronn Yakari Live (Musical) Scala-Kino, Neckarsulm Freunde fürs Leben (Kinofilm) Alte Feuerwache, Mannheim Julian Philipp David (Pop-Konzert) Do 13. Altes Theater, Heilbronn Lorenzo Petrocca Organ Trio (Konzert) Fr 14. Bukowski, Heilbronn Slow Motion Frequenz (Clubbing) Café Midori, Ludwigsburg JM Art Garage (Kunst und Ausstellung) Theater Atelier, Stuttgart Grüner See. Rotes Wasser (Theater) Sa 15. Bukowski, Heilbronn Funktionäre der Nacht (Clubbing) STAGE Live Club, Schwäbisch Hall SKI KING – the Reverend Andrew James Gang (Konzert) Brauhaus, Neckarsulm Franziska Kipik »Eggciting« (Impro-Theater) Im Wizemann, Stuttgart Wirtz (Konzert) So 16. Bukowski, Heilbronn Elektronischer Free Fall (Clubbing) Keller Klub, Stuttgart Poetry Slam (Bühne) Mo 17. Knotenpunkt Inselspitze unter der Friedrich-Ebert-Brücke, Heilbronn Aufbruch Heilbronn – Knotenpunkt Inselspitze (Eröffnung) Di 18. Koki, Heilbronn Amerikanische Idylle (Kinofilm) Mi 19. Scala-Kino, Neckarsulm Café Belgica (Kinofilm) Do 20. Messe, Stuttgart Markt des guten Geschmacks – Die Slow Food Messe (Messe) Fr 21. Bukowski, Heilbronn House Liebe: Alexis Cabrera (Clubbing) Planzen-Kölle, Heilbronn Grillakademie – Grillen und Outdoorcooking (Grillevent) Esszimmer, Heilbronn Degustationsmenü – Eine Reise durch Frankreich (Kulinarik) Knotenpunkt Inselspitze unter der Friedrich-Ebert-Brücke, Heilbronn Open Screenings für das 14. Int. low & no budget film-sharing 2017 (Kurzfilmfestival) Hotel & Restaurant Amtshaus, Mulfingen-Ailringen Bistro Royal bis 30. April (Kulinarik) Hanix Nr. 48 76 07. – 21.04.2017

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Hanix Nr. 48 Sa 22. Piano Wine Bar, Heilbronn Weinprobe mit Thomas Kirchner. Live Musik von Lungu (Verkostung) Bukowski, Heilbronn Kushida Records Showcase (Clubbing) Bike Arena Bender, Heilbronn Gebraucht-Fahrradbörse (Verkauf) Knotenpunkt Inselspitze unter der Friedrich-Ebert-Brücke, Heilbronn Open Screenings für das 14. Int. low & no budget filmsharing 2017 (Kurzfilmfestival) Bislandhalle, Bonfeld 4. blacksheep Bandcontest, Förch Nachwuchsförderpeis (Bandwettbewerb) So 23. Kulturzentrum Merlin, Stuttgart Max Goldt liest (Lesung) SpardaWelt Eventcenter, Stuttgart Janosch – das Live Hörspiel (Theater für Kinder) Mo 24. Altes Schauspielhaus, Stuttgart Faust I von Johann Wolfgang von Goethe (Tragödie) Di 25. Koki, Heilbronn LenaLove (Kinofilm) Osiander, Heilbronn Andrea Ulmer: Überleben ist ein guter Anfang (Lesung) 22. – 30.04.2017 Festhalle, Frankfurt Bob Dylan (Konzert) Mi 26. Kaffehaus Hagen, Heilbronn Mein Café und ich – Liebe auf den ersten Blick (Seminar) Esszimmer, Heilbronn Aromakochkurs – Von hier und jetzt (Kulinarik) Staatsarchiv, Ludwigsburg Aus den Akten der Ludwigsburger Kriminalpolizei – im Rahmen der Ludwigsburger Kriminächte (Vortrag und Präsentation) Scala-Kino, Neckarsulm Café Belgica (Kinofilm) Do 27. Osiander, Heilbronn Chris Kraus: Das Kalte Blut (Lesung) Stadtbibliothek im K3, Heilbronn Peter Vollbrecht: Ich allein bin wirklich! Die Philosophie und das launige Leben (Autorenlesung) Reber’s Pflug, Schwäbisch Hall BBQ & Smoker-Special (Grillevent & Kochkurs) Fr 28. Bukowski, Heilbronn Substanz am Output: Björn Wilke (Clubbing) BUGA-Infox, Heilbronn Öffentliche Baustellenführung (BUGA-Führung) Esszimmer, Heilbronn Genussabend – Frühling trifft Asien (Kulinarik) Horst-Haug-Halle, Schwaigern Drive Darling (Konzert) Music Circus, Stuttgart Judith Holofernes (Konzert) Im Wizemann, Stuttgart Judith Holofernes (Konzert) Sa 29. Bukowski, Heilbronn Potential der Szene (Clubbing) Stauwehrhalle, Heilbronn 5. Frauenflohmarkt (Flohmarkt) ENDNER Wohnideen, Leingarten Ignaz Netzer & Werner Acker (Konzert) Residenzschloss, Ludwigsburg Ja! – Die Hochzeitsmesse (Messe) Im Wizemann, Stuttgart Joy Denalane (Konzert) Theaterhaus, Stuttgart Rolf Miller: Alles andere ist primär (Comedy) LKA Longhorn, Stuttgart Farmer Boys (Konzert) Kunst Nacht So 30. Bukowski, Heilbronn Tanz in den Mai (Clubbing) Tagungsort Rothenburg ob der Tauber, Wildbad Sundowner Festival 2017 (Elektrofestival) Residenzschloss, Ludwigsburg Ja! – Die Hochzeitsmesse (Messe) Im Wizemann, Stuttgart Mighty Oaks (Konzert) MS Connexion Complex, Mannheim Happy Spring Festival (Clubbing) Bad Wimpfen 6. Mai 2017

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Termine 2017 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8 & Flavour Bis 19. Mai Jäkbar/Mojäk Galerie Patrick Thomas »Zeichen« (Ausstellung) Mo 01. LKA Longhorn, Stuttgart Milow (Pop-Konzert) Di 02. Koki, Heilbronn Neruda (Kinofilm) Haus der Wirtschaft, Stuttgart FMX 2017 – International Conference on Animation, Effects, VR, Games and Transmedia (Kreativkonferenz) Mi 03. Kinostar Arthaus im Marrahaus, Heilbronn »Der große Navigator«-Dokumentarfilm von Sigrun Köhler und Wiltrud Baier (Film und Gespräch) Intersport redblue, Heilbronn redblue meets klassik Festival – Chill Out Konzert (Konzert) Scala-Kino, Neckarsulm Herbert (Kinofilm) Do 04. Osiander, Heilbronn Gabriele Krone-Schmalz: Russland verstehen – der Kampf der Ukraine und die Arroganz des Westens (Lesung und Gespräch) aim Akademie, Heilbronn Vortrag: Mehrsprachigkeit und kindliches Wohlbefinden – Voraussetzungen für eine gelingende Sprachförderung (Fachvortrag) Theatersaal, Forum am Schlosspark Ludwigsburg Eröffnungskonzert Schlossfestspiele – Gautier Capuçon (Konzert) Hanns-Martin-Schleyer-Halle, Stuttgart Science Slam trifft Körperwelten (Science-Slam) Staatsgalerie, Stuttgart Künstlergespräch mit Julian Rosefeldt (Gesprächsrunde) Fr 05. Volkshochschule, Heilbronn »Wein in der Bibel« (Literarisches Weinkolleg mit Dorothea Braun-Ribbat) Piano Wine Bar, Heilbronn Live Jazz Musik mit Paul Weiner und Ioana Radulescu (Live-Musik) Esszimmer, Heilbronn Genussabend – Schokolade – Spargel – Kräuter (Kulinarik) GGS, Heilbronn MBA for a Day (Studien- Schnuppertag) Kirchplatz, Bad Rappenau Kulinarissimo (Gastronomie) Hockenheimring, Hockenheim DTM Season Opening (Rennsport) Theaterhaus, Stuttgart Matthias Brandt & Jens Thomas: LIFE – Raumpatrouille & Memory Boy (Musikalische Lesung) breidenbach studios, Heidelberg Soslowdisko (Clubbing) Theaterhaus, Stuttgart Feuerwehrmann Sam (Kindertheater) Sa 06. Intersport redblue, Heilbronn redblue meets Klassik Festival – Big Nightmare Music / Igudesman & Joo (Konzert) Innenstadt, Bad Wimpfen Lange KunstNACHT (Kulturveranstaltung) Konventhaus, Bad Wimpfen Gemälde und Grafiken von Udo Großklaus & Kunstperformance mit Natasa Rikanovic (Ausstellung & Performance) Kirchplatz, Bad Rappenau Kulinarissimo (Gastronomie) Rittersaal, Schloss Kirchberg UpBeat Hohenlohe 2017 – Jilamn Zilman in concert (Konzert) Hockenheimring, Hockenheim DTM Season Opening (Rennsport) Im Wizemann, Stuttgart Joel Brandenstein (Konzert) Freund + Kupferstecher, Stuttgart Der Täubling Live (Konzert) Theaterhaus, Stuttgart 6. Stuttgarter MASTER Comedy Clash LKA Longhorn, Stuttgart Elektronic Starshine – Alle Farben (Clubbing) FOR A DAY AN DER GGS EXKLUSIVE EINDRÜCKE: MBA-STUDENT FÜR EINEN TAG! WIR BIETEN... MBA-Studium hautnah erleben Schnuppervorlesungen & Beratung Kostenfreie Teilnahme MBA FOR A DAY Freitag, 05.05.2017 ab 09:00 Uhr Anmeldung unter www.ggs.de/mba-for-a-day 01. – 06.05.2017 Hanix Nr. 48

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Hanix Nr. 48 Karlstorbahnhof, Heidelberg Heinz Strunk: »Jürgen – die gläserne MILF« (Lesung) Friedrichsplatz, Karlsruhe Fest der Sinne (Markt) So 07. Heilbronn 17. Heilbronner Trollinger Marathon und Halbmarathon (Laufveranstaltung) Museum »Altes Rathaus«, Leingarten Roadkills. Bis 11. Juni. (Vernissage) Kirchplatz, Bad Rappenau Kulinarissimo (Gastronomie) Friedrichsplatz, Karlsruhe Fest der Sinne (Markt) LKA Longhorn, Stuttgart Söhne Mannheims (Pop-Konzert) Mo 08. experimenta, Heilbronn MINT-EC-CAMP Molekularbiologie (Workshop) Inselspitze, Heilbronn BUGA-Café (Vortrag und Diskussion) Hockenheimring, Hockenheim DTM Season Opening (Rennsport) Karlstorbahnhof, Heidelberg Tom Schilling & The Jazz Kids (Konzert) Di 09. Porsche-Arena, Stuttgart Tim Bendzko (Popkonzert) 06. – 15.05.2017 Mi 10. Volkshochschule, Heilbronn »Knochenpracht und Mantelflecken. Von Reliquien und Andenken« (Lesung mit Joachim Rönneper) Kaffeehaus Hagen, Heilbronn Mein Kaffee und ich – mit Herz und Verstand (Seminar) Knotenpunkt Inselspitze unter der Friedrich-Ebert-Brücke, Heilbronn Google-Seminar (Seminar) Scala-Kino, Neckarsulm Herbert (Kinofilm) Do 11. Kunst- und Kulturwerkstatt Zigarre, Heilbronn »Mein Weg, biografische Gespräche mit stotternden Menschen« von Ilona Richter und Gerd Riese (Buchvorstellung) Scala, Ludwigsburg International Ocean Film Tour (Film) Fr 12. Scheddachsaal im Zigarre Kunst- und KulturWerkHaus, Heilbronn Vernissage zur Ausstellung »Innere Sicherheit« von Annika Winkelmann. Installation/Objekte/Fotografie (Ausstellung) Esszimmer, Heilbronn Genussabend – Bärlauch und Wildkräuter (Kulinarik) Karlstorbahnhof klubk, Heidelberg Bass Station (Clubbing) Sa 13. Intersport redblue, Heilbronn Bläserphilharmonie Heilbronn (Konzert) Ebene 3, Heilbronn Drive Darling (Konzert) Alma-Würth-Saal, Künzesau- Geisbach UpBeat Hohenlohe 2017 – Mengamo Trio in concert (Konzert) Alte Kelter, Fellbach Tisch & Tafel – Messe für Genuss und Wohnkultur (Messe) Club-CANN, Stuttgart Fatoni (Konzert) Im Wizemann, Stuttgart Kicks N Coffee So 14. Museum im Deutschhof, Heilbronn Museum mit Genuss: Fossilien: Tiere und Pflanzen der Trias- Zeit – Mit Kuratorin Birgit Hummler (Ausstellungsführung & Kulinarik) Deutschordensmünster, Heilbronn Ensemble Alto e Basso – Werke von Claudio Monteverdi (Konzert) Wald und Schlosshotel Friedrichsruhe, Zweiflingen Muttertagsmenüs in Waldschänke, Jägerstube & Gourmet-Restaurant (Kulinarik) Mo 15. Volkshochschule, Heilbronn Wie macht man einen neuen Stadtteil? Wie gelingt Nutzungsmischung BUGA 2019 (Vortrag)

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Im Wizemann, Stuttgart Wirtz (Konzert) Di 16. ZKM, Karlsruhe Wirtschaft und Gemeinnützige als Partner. Marktplatz für gute Geschäfte Mi 17. Osiander, Heilbronn Zsuzsa Bánk: Schlafen werden wir später (Lesung) GGS Bildungscampus, Heilbronn Infoabend für alle Studiengänge (Infoveranstaltung) MBA, LL.M., M.Sc. AN DER GGS WIR SUCHEN... Wissbegierige Angestellte oder Selbstständige mit Erststudium WIR BIETEN... Erstklassige berufsbegleitende Master-Studiengänge in Management & Recht Neu ab Oktober: M.Sc. in Management in Vollzeit INFOABEND Mittwoch, 17.05.2017, 19:00-21:00 Uhr Anmeldung unter www.ggs.de/infoabend Theaterhaus, Stuttgart Maximum Rock: Eine rockmusikalische Zeitreise von Summer of Love bis Woodstock (Lesung & Live-Musik) Im Wizemann, Stuttgart Aprecrime (Konzert) Do 18. Piano Wine Bar, Heilbronn Interaktive Weinprobe mit jungen Winzern aus Heilbronn (Verkostung) Intersport redblue, Heilbronn IHK Bildungsmesse (Ausbildungs- und Studienmesse) Knotenpunkt Inselspitze unter der Friedrich-Ebert-Brücke, Heilbronn Get shorties (Lesebühne) Reber’s Pflug, Schwäbisch Hall Nordamerika trifft Südamerika (BBQ-Event) Fr 19. Harmonie, Heilbronn Alan Parsons Live Project (Konzert) Intersport redblue, Heilbronn IHK Bildungsmesse (Ausbildungs- und Studienmesse) Esszimmer, Heilbronn Genussabend – Es grünt so grün (Kulinarik) Hotel & Restaurant Amtshaus, Mulfingen-Ailringen Champagner-Wochen bis 28. Mai – Champagnerbegleitung zum Menü (Kulinarik) Keller Klub, Stuttgart Bergfilm (Konzert) Sa 20. Barcamp, Heilbronn Barcamp Heilbronn powered by connect.IT (Kreativkonferenz) Intersport redblue, Heilbronn IHK Bildungsmesse (Ausbildungs- und Studienmesse) Theresienwiese, Heilbronn Heilbronner Truckmesse HTM (Fahrzeugmesse) Stadtmitte, Bad Friedrichshall Bad Friedrichshall leuchtet (Kulturveranstaltung) Zuhau-Keller, Kloster Schöntal UpBeat Hohenlohe 2017 – Hot Club de Cologne in concert (Konzert) Hanns-Martin-Schleyer-Halle, Stuttgart Udo Lindenberg (Konzert) Im Wizemann, Stuttgart Brings (Konzert) Theaterhaus, Stuttgart Premiere: Katalyn Bohn – Sein oder online (Kabarett) Theaterhaus, Stuttgart Sportfreunde Stiller (Indie-Rock-Konzert) So 21. Theresienwiese, Heilbronn Heilbronner Truckmesse HTM (Fahrzeugmesse) experimenta, Heilbronn Experimentalshow: Forscher-zirkus (Show) Deutsches Zweirad- und NSU Museum, Neckarsulm Biker-Treff (Fahrzeugtreffen) LKA Longhorn, Stuttgart The Kooks (Indie-Rock-Konzert) Mo 22. Karlstorbahnhof, Heidelberg Mykki Blanco (Konzert) Di 23. Im Wizemann, Stuttgart Drunken Masters und Eskei83 (Konzert) Alte Mälzerei, Mosbach Du (Normen) (Theater) Mi 24. Esszimmer, Heilbronn Genussabend – Vegetarisch und von hier (Kulinarik) Knotenpunkt Inselspitze unter der Friedrich-Ebert-Brücke, Heilbronn Inseltalk (Gesprächsrunde) JubeZ, Karlsruhe Miwata (Konzert) Kammertheater, Karlsruhe Wenn ich du wäre (Theater) Do 25. Rittersaal, Schloss Neuenstein Louise, der Bär und die Königin (Eröffnungskonzert 31. Hohenloher Kultur) Theaterhaus, Stuttgart Lauras Stern – das Musical (Kindermusical) Fr 26. Piano Wine Bar, Heilbronn Foto-Vernissage »heilbronning« mit Live-Musik (Ausstellung) Hanix Nr. 48 15. – 26.05.2017

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Hanix Nr. 48 In der Kelter, Bretzfeld Vernissage zur Kunstausstellung des Bretzfelder Kunstverein e. V. mit musikalischer Untermalung (Ausstellung) LKA-Longhorn, Stuttgart Kool Savas (Hip-Hop-Konzert) Sa 27. Stadtmitte, Neuenstadt am Kocher Stadtfest (Fest) In der Kelter, Bretzfeld Kunstausstellung des Bretzfelder Kunstverein e. V. (Ausstellung) Rittersaal, Schloss Neuenstein Romanza all’Ungarese (Klassikkonzert) So 28. Marktplatz, Heilbronn Magie der Stimmen (Gesangswettbewewerb) Theater, Heilbronn Luise Kinseher (Theater) Knotenpunkt Inselspitze unter der Friedrich-Ebert-Brücke, Heilbronn Magie der Stimmen (Konzert) Stadtmitte, Neuenstadt am Kocher Stadtfest (Fest) Mo 29. Keller Klub, Stuttgart The Creepshow (Konzert) WIR KÖNNEN MAGAZIN – ABER NICHT NUR! Was wir in gewohnter Hanix-Qualität noch so drauf haben, ist bisher ein Geheimtipp: Di 30. Renitenztheater, Stuttgart Stefan Verra – ERTAPPT! Körpersprache: Echt männlich. Richtig weiblich (Kabarett) Mi 31. Esszimmer, Heilbronn Aromakochkurs mit Spargel, Kräutern und Erdbeeren (Kulinarik) Knotenpunkt Inselspitze unter der Friedrich-Ebert-Brücke, Heilbronn Inseltalk (Gesprächsrunde) Rathaus, Heilbronn Lovely Rita – Ordnung muss sein (Vernissage) Juni/Juli- Ausgabe Hanix erscheint Ende 2017 Interesse an einem Hanix-Abo? Dann mailt uns! Hanix verknüpft, was zusammengehört. Über die letzten Jahre konnte Hanix die besten Autoren, Gestalter, Fotografen, Filmer, Cutter, Musiker, Booker und Vermarkter der Stadt für sein Netzwerk gewinnen. Die Stärke liegt in der Vielseitigkeit der Kombination: Media und Content, Musik, Booking und Beratung, Print und PR, Merch und Marketing, Druck und Digital, Planung und Party, Grafik, Gastro und Social Media – fast alles geht. Weil wir es halt können. Neugierig auf mehr? info@hanix-magazin.de oder 07131/1216500 abo@hanix-magazin.de www.hanix-magazin.de facebook.com/hanix.magazin 26. – 31.05.2017

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Tiere ab 18 Lisa Maria Klotz kam wahrscheinlich durch Geburt zur Welt. Seitdem zeichnet, malt und spielt sie am liebsten Quatsch. Zur Beruhigung backt Lisa Pfannkuchen und ihr animalisches Buch »Tiere ab 18« soll man sich und anderen gefälligst in großer Stückzahl bestellen! Check da Shit out: www.tiereab18.de Mehr zu Lisa gibt’s hier: www.lisamariaklotz.de Hanix Nr. 48 TIERE AB 18

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Alle 47 bisher erschienenen Ausgaben sowie die drei Best Offf-Magazine von Hanix findet ihr in unserem Online- Archiv unter www.hanix-magazin.de. Für Smartphones und Tablets gibts Hanix über die kostenlose »keosk.«-App. Foto: Nico Kurth

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