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Kostenloses Mitnahme-Exemplar Titelthema: Urlaub daheim KURZURLAUB: 10 TIPPS FÜR DIE REGION Viel unterwegs: Reisebloggerin Katrin Lehr WOHNMOBILSTELLPLATZ: ZWISCHENSTOPP AM WERT- WIESENPARK Interview des Monats mit Lyriker und Liedermacher Konstantin Wecker Außerdem: Wirtschaftsstandort Heilbronn, Räucher-Charly, Poetry Slam, Kinder- und Jugendliteraturtage, Berggorillas, Vespa-Club 1954 u. v. m. Nr. 42 April/Mai 2016 entspannt!

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Warum dem Alltag entfliehen, wenn man ihn auch verjagen kann. Der neue 718 Boxster. Ab sofort bestellbar bei uns im Porsche Zentrum Heilbronn. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel.: +49 7131 5034-200 Fax: +49 7131 5034-220 www.porsche-heilbronn.de Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 9,9–9,0 · außerorts 6,0–5,7 · kombiniert 7,4–6,9; CO 2 -Emissionen: 168–158 g/km

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LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, Hanix Nr. 42 die Heilbronner Hoteliers haben ein Rekordjahr hinter sich. 331.000 Übernachtungen, davon 80 Prozent Geschäftsreisende, bringen die Stadt mit ihren 1.700 Hotelbetten allerdings an ihre Grenzen. Trotzdem zeigte sich der Heilbronner Marketingchef Steffen Schoch zufrieden, Rekorde verkündet man ja ganz gern. Schließlich stehen auch Hotelneubauten in Heilbronn an, um die Bettensituation bis zur Bundesgartenschau 2019 etwas zu entspannen. Dass Heilbronn und das Heilbronner Land touristisch bisher eine Nebenrolle spielen, zeigt der Inhalt des Newsletters, den wir Anfang März von der Heidelberger Marketinggesellschaft bekamen: 1,4 Millionen Übernachtungen, eine der beliebtesten Reisestädte der Welt und der Gewinn des Interrail Destination Awards, bei dem junge Zugreisende Heidelberg als beliebteste Stadt in Europa kürten. Zahlen, die Heilbronn wohl nie erreichen wird, allein, weil hier nur Bummelzüge halten. Dennoch: Heilbronn und sein Umland brauchen sich vor Touristen nicht zu verstecken. Das kann besonders gut festgestellt werden, wenn man mit dem öffentlichen Nahverkehr durch unsere Region fährt und den Blick aus dem Fenster schweifen lassen kann. Hier ist fast alles geboten, was zu einem gelungenen Urlaub gehört. Folgerichtig unser Themenschwerpunkt: Urlaub daheim. Wir sprachen mit der aus Heilbronn stammenden Reisebloggerin KATRIN LEHR, die ihren sicheren Agenturjob kündigte, um mit Viel unterwegs-Sein ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Weiter unterhielten wir uns mit dem Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden des Heilbronner Verkehrsvereins, NICO EDITORIAL WEINMANN, über die touristischen Potenziale Heilbronns und den Weg des Verkehrsvereins in der Zukunft. Auf dem Wohnmobilstellplatz am Heilbronner Wertwiesenpark stießen Autorin Maria Sanders und Fotografin Meli Dikta auf interessante Geschichten von beeindruckenden Menschen, die mit ihren Wohnmobilen Zwischenstopp in unserer Stadt machten. Außerdem stellen wir unsere zehn Übernachtungstipps für die Region vor. Vom Heuhotel, Abenteuercampingplatz, Baumhaus oder mietbaren Oldtimer-Wohnmobil, über kleine aber feine Designhotels bis hin zur Luxusherberge ist für jeden Geschmack etwas dabei. Für das Interview des Monats besuchten wir Lyriker und Liedermacher KONSTANTIN WECKER in seinem Einfamilienhaus in München. Kurz vor seinem Tourauftakt nahm er sich für uns ausgiebig Zeit, um über sein mögliches Auswanderungsziel, den aufkommenden Faschismus in unserer Gesellschaft und seine aufkommende Bewunderung gegenüber Angela Merkel zu sprechen. Und über Musik haben wir uns natürlich auch ein bisschen unterhalten. Wo wir sonst noch waren: im Mixed- Martial-Arts-Studio, beim Lachsräuchern, bei der Erinnerungsguerilla, bei Heilbronner Wirtschaftsbossen, bei The Voice of Germany-Teilnehmer und Fastgewinner CALVIN BYNUM, im multimono Popup- Store, in der experimenta, in den 1950er Jahren und bei den Berggorillas in Uganda und Ruanda. Diese Geschichten und viele mehr findet ihr in dieser Urlaubsausgabe. Viel Spaß beim Kofferpacken! Die Hanix-Redaktion.

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Impressum VERLAG / HERAUSGEBER HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn USt.-ID: DE 271248199 Vertreten durch: Marcel Kantimm Robert Mucha CHEFREDAKTEUR Robert Mucha (V.i.S.d.P.) REDAKTION Friedemann Orths REDAKTIONELLE MITARBEITER Dr. Bernhard Stumpfhaus, Leonore Welzin, Brigitte Fritz-Kador, Matthias Marquart AUTOREN UND MITARBEITER Nicolai Köppel, Maria Sanders, Mares Baudewijns, Ralph Munz, Sibel Taylan, Thomas Aurich, Oliver Maria Schmitt, Annette Geisler, Maria Maroge, Daniel Binder, Katrin Lehr, Sarah Baudenbacher ARTDIREKTION Raimar Schurmann LAYOUT Raimar Schurmann (Leitung), Florian Geiger FOTOGRAFEN UND ILLUSTRATORINNEN Meli Dikta (www.blickboutique.de) Memo Filiz (www.memografie.com) Ulla Kühnle (www.freiraum-photos.de) Nico Kurth (www.nicokurth-hochzeitsfotografie.de) Kathrin Leisterer (www.nanovo.de) Lisa Maria Klotz (www.lisamariaklotz.de) STYLING Marianna Kurth (www.agentur-stammhaus.de) LEKTORAT Friedemann Orths VERMARKTUNG & SALES Maike Endresz (verantw.) Gabriela Würfl-Sodo VERLAGSKOORDINATION / ADMINISTRATION / SOCIAL MEDIA Marcel Kantimm DRUCK Druckerei Ziegler GmbH & Co. KG Auwiesen 1 74924 Neckarbischofsheim VERTRIEB Auslage an ca. 1.000 Stellen im Großraum Heilbronn KONTAKTE info@hanix-magazin.de Maike Endresz: maike.endresz@hanix-magazin.de Marcel Kantimm: marcel.kantimm@hanix-magazin.de Robert Mucha: robert.mucha@hanix-magazin.de HEFT FÜRS HIER- BLEIBEN Die Meinungsäußerungen in diesem Magazin liegen in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Autoren und geben nicht zwingend die Meinung des Verlages und der Redaktion wieder. COPYRIGHT 2015 Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Kein Teil dieses Magazins darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form, gleich welcher Art, reproduziert werden. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages strafbar. 6 Hin- & Weggucker Der Bildvergleich Diesmal: Bezahlbare Mietwohnungen im Neckarbogen vs. Berg aus gelben Säcken 8 Stadt-, Land- und Metroleben Unsere Veranstaltungstipps für April und Mai 14 Streifzug durch die Region Diesmal mit Umse, Landesgartenschau Öhringen, An einem Tag um die Welt in Neckarsulm & blacksheep Festival und Bandcontest 16 Smalltalk Dinge, die Heilbronner nicht sagen, Thekenphilosophen & #ashtag #eilbronn 18 600 Sekunden KÖPPELS ZEHN MINUTEN HEILBRONN Zwergenaufstand 20 Taschenkontrolle bei Kultur- und Kreativpilotin Susan Barth 22 Mein Lieblingsding HEILBRONNER ZEIGEN IHR LIEBSTES STÜCK Diesmal: Soulboy Calvin Bynum 24 Abenteuer um die Ecke Wissenschaftlern: experimenta als Erwachsener INHALT Hanix Nr. 42

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Hanix Nr. 42 26 Politik & Gesellschaft Wirtschaft im Wandel – aber wohin? 30 Sport Mixed-Martial-Arts im Atlas Gym 34 Kultur Kinder- und Jugendliteraturtage & Landesmeisterschaften im Poetry Slam 36 Wirtschaft Räucher-Charly: Briefe, Lachs und Leidenschaft 38 Kunst Mechthild Bauer-Babel & Nik Golder 40 Film Arthaus-Tipp »Ein Mann namens Ove« & »Race«. Dazu weitere Filmstarts HANIX NR. 42 44 Interview des Monats Konstantin Wecker Wir trafen den Lyriker, Liedermacher und politischen Aktivist zum Gespräch in seinem Haus in München-Schwabing 50 Titelthema Womo-Stellplatz, Reisebloggerin Katrin Lehr erzählt, Nico Weinmann über touristische Poten- ziale Heilbronns & unsere zehn Übernachtungstipps für einen Kurzurlaub in der Region 64 Heilbronn – A Nice Place To Come From DIE OLIVER MARIA SCHMITT-KOLUMNE Die neue Heilbronner Katzenbilder-Religion 65 Brief an die Heimat Katrin Lehr schreibt aus Uganda und Ruanda 67 Historischer Schuss Vespa-Club, 1954 68 .jpg BILDERGALERIE U. a. multimono »Pop up«-Store 72 Veranstaltungskalender Gute Termine für April und Mai 82 Tiere ab 18 Von Lisa Maria Klotz Diesmal: Das Scharf URLAUB DAHEIM

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Hanix Nr. 42 SAMSTAG, 27. FEBRUAR 2016 10:39 UHR BUGA-GELÄNDE (BAUFELD J6), HEILBRONN Foto: Memo Filiz Der Gemeinderat hat Anfang März in nicht-öffentlicher Sitzung mit einstimmigem Votum zwei Entscheidungen zur Stadtausstellung Neckarbogen getroffen, nachdem sich ein Investor im Baufeld J aus dem Investorenauswahlverfahren zurückgezogen hatte. Auf dem Grundstück J6 (siehe Foto) wird die Stadtsiedlung Heilbronn Mietwohnungen realisieren. Ausschlaggebend dabei war das von der Stadtsiedlung vorgelegte Nutzungskonzept für das Gebäude. Dieses sieht ausschließlich Mietwohnungen vor, darunter auch geförderten Wohnungsbau. Oberbürgermeister Harry Mergel begrüßt diese Entwicklung: »Die soziale Mischung im Neckarbogen ist uns sehr wichtig. Diese Entscheidung geht in die richtige Richtung.« Bezüglich des Grundstücks J2 (nicht im Bild) entschied sich der Gemeinderat für den Investor HP Wohnresidenzen GmbH. Dieser wird die bisherigen Nutzungskonzepte modifizieren und auf den zunächst vorgesehenen »Raum der Stille« verzichten. Der Gemeinderat folgte in beiden Fällen der einstimmigen Empfehlung der Baukommission. Mittlerweile liegen für etwa die Hälfte der 22 Grundstücke der Stadtausstellung Neckarbogen Bauanträge bei der Stadt vor. Spätestens im Juli 2016 muss mit dem Bauen begonnen werden, Baufertigstellung ist auf Juli 2018 terminiert. HINGUCKER

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DONNERSTAG, 4. FEBRUAR 2016 11:44 UHR OBERE NECKARSTRASSE, HEILBRONN Foto: Meli Dikta Gelber Sack ade – her mit der Gelben Tonne. Gegen teilweise großen Widerstand anderer Bundesländer stimmte die Mehrheit des Bundesrats in der ersten Sitzung in 2016 einem Entwurf des badenwürttembergischen Umweltministers Franz Untersteller (GRÜNE) zu, die Verpackungsordnung abzulösen und die Wertstoffsammlung wieder in kommunale Verantwortung zu übergeben. Untersteller: »Wir brauchen ein Gesetz, das anders als die bisherige Verpackungsverordnung nicht nur Verpackungen, sondern auch stoffgleiche Nichtverpackungen in den Verwertungskreislauf einschließt.« Das seien zum Beispiel Kinderspielzeug, Küchengerätschaften wie Töpfe und Bratpfannen oder Plastikschüsseln. »Die möglichst lückenlose Erfassung ist die Voraussetzung für bessere Verwertungsquoten. Das Wertstoffgesetz muss regeln, wer dafür künftig zuständig sein soll«, so der Minister weiter. Zentrale Forderung des baden-württembergischen Entwurfs ist die Übertragung der Organisationsverantwortung für die Sammlung von Wertstoffen auf die Kommunen. Sortierung und Verwertung der Wertstoffe sollen dann in bundesweit rund 500 definierten Gebieten über eine neue zentrale Stelle ausgeschrieben und vergeben werden. Hanix Nr. 42 WEGGUCKER

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TIPPS FÜR HEILBRONN Lesung 8. April PAUL BÜHRE: TEENIE LEAKS Osiandersche Buchhandlung, Heilbronn Lesung im Rahmen der 22. Kinder- und Jugendliteraturtage Baden-Württemberg in Heilbronn. Wir können nichts dafür, dass ihr uns nicht versteht! Konsumorientiert, pornographieverdorben und jederzeit bereit, das Geschenk von Oma gegen Gras oder Wodka-Energy einzutauschen? Bisher kennt man den Pubertätsalltag hauptsächlich aus der Sicht verunsicherter Eltern, überlasteter Lehrer oder gar Familientherapeuten. Hier gewährt ein 15-Jähriger Einblick in das, was ihm und seiner Generation wichtig ist. Er erzählt von Computerspielen, Unterhosenmoden, Mädchenkleidung, Schüleraustausch, Verliebtsein in Zeiten des Internets und Knutschen im Kinderzimmer. Und von Eltern, die ständig nur das Beste wollen. Paul Bühre ist inzwischen 17 Jahre alt, besucht das Gymnasium und möchte später einmal Comiczeichner werden. Er lebt in Berlin. Bierkultur 8. & 9. April ARTBRAU Süddeutsches Eisenbahnmuseum, Heilbronn Eine Veranstaltung ganz nach Homer Simpsons Geschmack: Die Artbrau geht in die zweite Runde. Das Süddeutsche Eisenbahnmuseum Heilbronn verwandelt sich erneut in eine Bühne für kreative Braukunst. Bei den zweiten Craft Beer- Tagen Heilbronns können Besucher Bierkultur vom Feinsten erleben und natürlich verkosten! Zahlreiche Brauereien präsentieren ihre neuesten Kreationen und freuen sich auf den Austausch mit den Besuchern. Leckeres Streetfood rundet einen genussvollen Besuch ab. Geöffnet ist freitags von 17 bis 23 Uhr, am Samstag geht es bereits um 13 Uhr los. Tickets kosten fünf Euro. Vorlesewettbewerb 5. Mai HANIX SUCHT HEILBRONNS BESTEN VORLESEPAPA Botanischer Obstgarten, Heilbronn Heilbronner Väter lesen um die Wette – und eine Jury aus Kindern kürt im Rahmen der Kinder- und Jugendliteraturtage den Gewinner, der feierlich zum »1. Heilbronner Vorlesepapa« ernannt wird. Jeder Vater muss einen Text aus einem Kinderbuch vorlesen – ob Klassiker, Geheimtipp oder aktueller Bestseller. Gelesen werden können ausgewählte Passagen, eine abgeschlossene Geschichte – oder auch ein Gedicht. Natürlich ist Selbstgeschriebenes ebenfalls erwünscht. Bewerbungen für Vorleseväter oder die Kinderjury bis zum 1. Mai an papa_liest@hanix-magazin.de. Weitere Infos: www.kjlt-heilbronn.de Konzert 6. Mai HODJA & BAND Complex23/BarDaneben, Heilbronn Hodja ist bis auf die Knochen reduzierter, simplifizierter, schwarzer Rock & Roll! Das Quartett aus Kopenhagen ist das Zweitprojekt von Claudius Pratt (Gesang) und Matthias Klein (Schlagzeug), die beide hauptamtlich in der amerikanisch-dänischen Band Reverend Shine Snake Oil Co. spielen. Mit Hodja erfüllten sie sich während eines langen und grauen Kopenhagener Winters den Wunsch nach einer spontanen Jamsession mit ihrem gemeinsamen Freund Boi, der ein eigenes Studio im berühmten Hippie-Freistaat Christiania besitzt. Ohne Druck und Plan fing das Trio an, Lieder zu schreiben. Innerhalb kürzester Zeit entstanden erfrischend einfache, effektive und tanzbare Songs, die mit Versatzstücken aus Blues, Rock & Roll, Rhythm, Blues und Soul jonglieren. Hodja erinnern uns in jeder Minute daran, dass Rock & Roll schwarz ist! Festival 11. bis 15. Mai 8. FESTIVAL »TANZ! HEILBRONN« Theater, Heilbronn Zum 8. Mal heißt es vom 11. bis 15. Mai 2016 Tanz! Heilbronn. Mittlerweile hat sich das von Karin Kirchhoff kuratierte Festival als feste Größe im Kulturkalender Baden-Württembergs etabliert. Es ist eine vom Publikum mit großer Begeisterung begleitete Werkschau spannender Entwicklungen des zeitgenössischen Tanzes geworden, die Jahr für Jahr wichtige internationale Kompanien und Choreografen in den drei Spielstätten des Heilbronner Theaters versammelt. 2016 steht das Festival unter dem Motto »Widerständige Körper«, was durchaus mehrdeutig zu verstehen ist. Widerstand bedeutet hier sowohl Opposition, als auch Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen. Was befähigt uns zum Durchhalten, Weitermachen oder zum Anpassen an neue Verhältnisse? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Künstlerinnen und Künstler dieses Festivals. Eröffnet wird das Festival am 11. Mai im Großen Haus mit der Compañía Sharon Fridman aus Madrid und ihrem Stück Free fall. STADTLEBEN Hanix Nr. 42

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Für Existenzgründer, Kreative und IT-Freaks – die Innovationsfabrik Heilbronn Bald auch mit attraktivem Co-Working-Angebot! Kontakt: Bernd Billek, Tel. 07131 6257-46 bernd.billek@stadtsiedlung.de www.innovationsfabrik.de

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DIE TIPPS FÜR REGION Ausstellung Bis 19. Juni GUTES BÖSES GELD. EINE BILDGESCHICHTE DER ÖKONOMIE Staatliche Kunsthalle, Baden-Baden Die Große Landesausstellung 2016 zeichnet mit einer Vielzahl historischer und aktueller Werke nach, wie Künstler Geld und den Umgang damit ins Bild gesetzt haben. Thematisiert werden die vielfältigen emotionalen, psychologischen und moralischen Implikationen von Geld durch die Präsentation einer Bildgeschichte der Ökonomie – mit mehr als 120 Arbeiten von 1264 bis 2016. Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden mit dem Casino Baden-Baden, dem Stadtmuseum Baden-Baden und dem Theater Baden-Baden. (Bild: Anahita Razmi, I've got it all (too), 2008, C - Print, 40 x 55 cm, Courtesy Anahita Razmi, Carbon 12 Gallery) Konzert 16. April PETERLICHT – »LOB DER REALITÄT«-TOUR Manufaktur, Schorndorf Der singende Autor PeterLicht hat über Crowdfunding ein Live-Album finanziert. Krach, Musik und tonnenweise Worte. Seine klingenden Sinnsuchtexte über das Sonnendeck, Befreiungsgeräusche oder das Ende des Kapitalismus fangen das Sausen der Welt ein in Form von Songs, die live über die Jahre gereift sind. Lob der Realität, so lautet der Titel des Live- Doppelalbums und eines begleitenden Buchs. Wenn PeterLicht nun das Live- Konzert zum Live-Album gibt, beißt sich keine Katze in den Schwanz, sondern PeterLicht zeigt nochmal, warum alle Crowdfunder ihr Geld besser nicht hätten anlegen können. Tag der offenen Tür 24. April 500 JAHRE REINHEITS- GEBOT: OFFENE TÜREN BEI DISTELHÄUSER Distelhäuser-Brauerei, Distelhausen Die Distelhäuser Brauerei öffnet ihre Pforten um 500 Jahre Reinheitsgebot zu feiern. Unter dem Motto »Wissenswertes rund um’s Bier!« können Besucher die Herzstücke der Distelhäuser Brauerei besichtigen. Dabei werden die wichtigsten Stationen in der Bierherstellung erklärt. Aber auch die Praxis soll gelehrt werden: Besucher dürfen im Lagerkeller »Zwickeln«, sprich deren eigene Schmuckflaschen befüllen. Nebenbei werden Spezialitäten im Craftbeer-Bereich verkostet. Gäste werden auch mit deftigen und herzhaften regionalen Leckereien und Grillspezialitäten verwöhnt. Dazu Livemusik. Der Eintritt ist frei. Poetry-Slam-Kabarett 7. Mai HARRY UND JAKOB – SIEGERTYPEN Baukelter, Weinsberg Im Eifer ihres verbalen Schlagabtauschs steigern sich Harry Kienzler und Jakob Nacken aus Tübingen in einen regelrechten Reimrausch. Mal männlich, mal mimosenhaft und manchmal musikalisch. Denn für ein Klavier ist so gerade noch Platz auf der Bühne. Und auch wenn sie sich auf dem Weg ganz nach oben schon beim Anlaufnehmen verlaufen, ganz tief in ihrem Innern sind Harry und Jakob echte Siegertypen. Ehrlich. Beweise: Ausgezeichnet mit dem Baden- Württembergischen Kleinkunstpreis, dem Klagenfurter Herkules, dem Herborner Schlumpeweck, dem Obernburger Mühlstein und der Tuttlinger Krähe. Festival 13. bis 15. Mai 13. INTERNATIONALES STRASSENMUSIKFESTIVAL Blühendes Barock, Ludwigsburg Am Pfingstwochenende gehört Ludwigsburg wieder den Straßenmusikern und ihrem Publikum. Die Qualität des Festivals hat sich herumgesprochen – unter den Künstlern wie unter den Besuchern. Rund 40 Einzelkünstler und Gruppen aus der ganzen Welt reisen diesmal an. Vor der einzigartigen Kulisse des Blühenden Barocks und seiner märchenhaften Gärten werden sie an zwölf Spielstätten ein musikalisch breites Spektrum zeigen – von Folklore bis Volksmusik, von Klassik bis Pop. Und damit sie ihr Repertoire voll ausschöpfen können, haben die Musiker eine halbe Stunde für jedes Konzert auf den Bühnen. LANDLEBEN Hanix Nr. 42

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DIE TIPPS FÜR S, MA, HD & KA Konzert 9. und 10. April ELEMENT OF CRIME – LIEBLINGSFARBEN-UND- TIERE-TOUR, TEIL 2 Capitol, Mannheim und Tollhaus, Karlsruhe Fünfzehn Alben haben Element of Crime, die selbsternannte »Berliner Ausnahmeband« veröffentlicht. Auf Teil 2 der Lieblingsfarben-und-Tiere-Tour sind die Rocker auch in Mannheim und Karlsruhe. Die Band besteht aus Sven Regener, Jakob Ilja, David Young und Richard Pappik, die, wie schon auf der letzten Tournee, von Rainer Theobald am Saxophon begleitet werden. Die inhaltsschweren Texte der Band begeistern dabei ebenso wie der markante Sound schon seit 1985 ein breites Publikum. Konzert 12. April NNEKA Alte Feuerwache, Mannheim Wenn amerikanische Hip-Hop-Legenden wie NAS oder Questlove von The Roots dich mit Lob überschütten, und behaupten, deiner Musik verfallen zu sein, dann musst du etwas richtig gemacht haben. Wenn die Sunday Times dein erstes Album besser als das deines Idols Lauryn Hill von den Fugees findet und du innerhalb weniger Jahre zu einem echten Weltstar wirst, musst du noch sehr viel mehr richtig gemacht haben. Ihre Einflüsse sind klar dem Hip-Hop, Reggae, Soul und Afrobeat zuzuordnen, das zeigt sich auch an ihren Vorbildern Mobb Deep, Talib Kweli oder Mos Def. Nnekas Texte behandeln religiöse Wertvorstellungen ebenso wie Spiritualität, Moral und die Bedeutung von Familie. Lesung 22. April 11FREUNDE LIVE: KÖSTER & KIRSCHNECK LESEN VOR UND ZEIGEN FILME Wagenhallen, Stuttgart 11FREUNDE, Deutschlands »bestes Fußballmagazin«, so der Tagesspiegel, bereichert die Medienlandschaft Deutschlands seit 2000 mit ausführlichen Reportagen und Artikeln weitab vom Mainstream der »gängigen« Sportmagazine. Stattdessen wird – immer mit jeder Menge Humor – über Lothar Matthäus’ neue Freundin, die Kreisliga oder fast schon wieder vergessene Legenden berichtet. Seit 2005 geschieht das auch live bei der Lesetour, die die beiden 11FREUNDE-Autoren Jens Kirschneck und Philipp Köster in schöner Regelmäßigkeit durch die Städte Deutschlands führt. Unterstützt durch Videoclips berichten die beiden Redakteure von Abenteuern beim Doppelpass, verregneten Auswärtsfahrten nach Rostock oder Telefonaten mit – richtig – Lothar Matthäus. Konzert 3. Mai METHOD MAN & REDMAN LKA Longhorn, Stuttgart Das wahrscheinlich energischste Hip- Hop-Duo der Ostküste hat bereits in der Vergangenheit für unglaubliche Auftritte gesorgt. Die Rapper Method Man & Redman verbindet in jeder Hinsicht eine Menge. Beide haben in den letzten zwanzig Jahren weltweit Arenen gefüllt, Bühnen auf Open Airs abgebrannt und mit ihrer unnachahmlichen Art und Weise die Hip-Hop Kultur geprägt, weiterentwickelt und viele Fans gewonnen! Mit dem Film How High sorgten sie außerdem auch in den Kinos für einen Kassenschlager und lieferten den passenden Soundtrack gleich dazu! Spätestens wenn sich beide bewaffnet mit Sportzigarette auf die Boxen stellen und zum Stage Diving ansetzen sollte klar sein, dass die Show eine unvergessliche wird! Symposium 19.–21. Mai 28. HEIDELBERGER SYMPO- SIUM: ANTRIEBE – UNTER DER SCHIRMHERRSCHAFT VON GREGOR GYSI Universität, Heidelberg Hunger. Durst. Schlaf. Jeder Mensch wird von seinen Urtrieben beherrscht. Diese Bedürfnisse sichern unser Überleben, sexuelle Zuneigung und Liebe halten uns am Leben, doch was treibt uns an? Was gibt uns die Motivation weiter zu machen? Sind es die Erfolgserlebnisse; die Menschen, die wir lieben; oder doch der eigene Ehrgeiz? Die Antworten können ganz unterschiedlich sein – dadurch können wir uns voneinander unterscheiden, aber auch Verbindungen zueinander schaffen. Im Rahmen des 28. Heidelberger Symposiums begegnet man dem Thema anTRIEBE auf verschiedenen Ebenen. Wer etwas über seine eigenen Antriebe und die der anderen herausfinden möchte, ist herzlich eingeladen, am Symposium teilzunehmen. Weitere Infos: www.heidelberger-symposium.de METROLEBEN Hanix Nr. 42

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UMSE AUF TOUR – KEIN »HAWAIIANISCHER SCHNEE« VON GESTERN Nach nur etwas mehr als einem Jahr kehrt Umse mit einem neuen Release im Gepäck zurück. »Am Ende muss eine Platte bloß gut sein, keinen Schwanz hier interessiert konkret, wie lange man an ihr saß, es zählt, wie lange sie rotiert«, äußert er sich dahingehend. Am 9. April im Karlstorbahnhof in Heidelberg kann man sich davon überzeugen. Es ist das dritte Album auf seinem Label, Jakarta Records, Hawaiianischer Schnee heißt es. Geschrieben und konzeptioniert wurde die Platte in einem kleinen Landhaus in der niederländischen Provinz Gelderland. Für die gesamte Produktion zeichnet sich wie immer Deckah höchst selbst verantwortlich, der im RZwoDrehZwo-Studio der Platte den letzten Schliff verlieh. Die Beiden sind »Chef in Sachen Sound, ein Traumduo, ein Ein-Raum-Studio, kein großes Equipment und das ist auch gut so.« Seit 1997 ist Umse aka. Christoph Umbeck schon dabei und ist sich stets treu geblieben, ohne den bitteren Unterton, der viele MCs seiner Generation in diesen Zeiten auszeichnet. Anerkennung findet der Ratinger mittlerweile auch bei den Helden des Ruhrpott-Sounds Aphroe (RAG) und Dike beehren ihn mit einem Feature auf Hawaiianischer Schnee. Trotzdem ist das neue Album kein hawaiianischer Schnee von gestern. Umse gelingt es, wie auf seinen Vorgängeralben, den schmalen Grad zwischen Trademarksound und Ausprobieren zu meistern. Von vielschichtigen Betrachtungen über Menschen, zu klassischen Rap-Tracks wie Hawaiianischer Schnee, bis hin zu Sozialisationsbetrachtungen auf Wer du bist. In den letzten Jahren findet sein Treiben nun vor immer größerem Publikum statt, harte Arbeit zahlt sich eben aus. ◆ »SCHWARZE SCHAFE« ROCKEN BONFELD Die Umtriebigkeit der »schwarzen Schafe« aus Bonfeld wirft ihre Schatten voraus. Wie immer ist das Blacksheep Festival Anfang Juni das Jahreshighlight des umtriebigen Kulturvereins vor den Toren Bad Rappenaus. Vom 2. bis 4. Juni bildet der historische Schlosshof von Schloss Bonfeld eine malerische Kulisse für das 3. Blacksheep Festival. Eine regionale Nachwuchsband kann sich dabei vorab einen Startplatz in Bonfeld erspielen. Es gibt viele gute Gründe, sich Tickets für die dritte Ausgabe des Blacksheep Festivals zu ergattern. Die einzigartige Stimmung rund um das Bonfelder Schloss, die Philosophie Nachwuchsbands eine prominente Bühne zu bieten, die Marketstreet oder das familienfreundliche und kulinarische Angebot sprechen für das Festival. Musikalisch wird mit Celtic-Rock und Folk, Cajun, Country, Blues, Rock und Pop eine breite Palette angeboten. Fools Garden, Manfred Mann’s Earthband, Jethro Tull’s Ian Anderson und Uriah Heep sind die diesjährigen Topacts. Kostenloses Campen ist wie immer nicht weit vom Festivalgelände möglich, sanitäre Anlagen bietet die Bonfelder Sporthalle. Zusammengearbeitet wird erstmals mit dem Heilbronner, Hohenloher, Haller Nahverkehr. Besucher können mit der Stadtbahn umsonst anreisen. Vom Bahnhof Bad Rappenau fahren Busse nach Bonfeld. Zurück geht es mit Bussen direkt zu Haltestellen zwischen Bad Rappenau und Heilbronn. Traditionell gibt es im Vorfeld den Blacksheep Bandcontest um den Nachwuchsförderpreis. Am 9. April spielen in der Bislandhalle in Bonfeld ab 19 Uhr fünf Bands (Leyla Trebbien & Band, High Tide, My Friend The Immigrant, Valve Radio Gang & No Date Theory) um die Teilnahme am 3. Blacksheep Festival. ◆ Hanix Nr. 42 STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION

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ÖHRINGER JAHRHUNDERTEREIGNIS KINDER DER WELT – EINE GROSSE WELTREISE Kindermitmachausstellung Stadtmuseum Neckarsulm. Hanix Nr. 42 Ab dem 22. April wird Öhringen für sechs Monate zum Schauplatz der Landesgartenschau Baden-Württemberg. Mindestens 750.000 Gäste werden erwartet. Drei Jahre vor dem Startschuss für die Heilbronner Buga2019 ist es in Öhringen bereits so weit. Die Landesgartenschau bietet vom 22. April bis zum 9. Oktober unter dem Motto »Der Limes blüht auf« täglich von 9 bis 19 Uhr mit Ausnahme der Abendveranstaltungen über 2500 verschiedene Musik- und Kulturveranstaltungen. Dazu natürlich die Gartenschau selbst. Eine 450 Meter lange Heckenskulptur am Öhringer Teilstück des Unesco-Welterbes mit mehr als 80.000 blühenden Zwiebelblumen setzt dabei das botanische Highlight. Auch der historische Hofgarten wurde saniert. Auf Besucher warten ein barockes Rasenparterre, Hainbuchalleen, Tiergehege, das Café Orangerie, drei neue Brücken sowie auf dem Gesamtgelände (30 Hektar) überall neue Fuß- und Radwege. Die Gesellschaft Landesgartenschau Öhringen 2016 ist stolz: »Das gab es noch auf keiner anderen Schau zu sehen: eine gewachsene Parkkulisse mit 300-jährigem Baumbestand, hinreißende historische Gewächshäuser, eine schmucke Orangerie und ein barockes Hoftheater.« Um den Weg nach Öhringen nicht zu verfehlen, weisen Tausende bunte »Limesstelen« an den Straßen den Weg. ◆ Wozu Gulliver 80 Tage benötigte, können Kinder und Erwachsene im Stadtmuseum Neckarsulm an einem Tag bewerkstelligen: eine Reise um die Welt. »Ich packe meinen Koffer und nehme mit: Reiselust, Vorstellungskraft und eine Portion Neugierde«, so könnte die Packliste aussehen, wenn Kinder und ihre Familien die Sonderausstellung des Stadtmuseums Neckarsulm besuchen. Man begibt sich bei der Mitmachausstellung Kinder der Welt auf eine Weltreise, bei der das Leben von Kindern rund um den Globus besprochen wird. Und die Kinder in Neckarsulm sind tatsächlich als Reisende in der Ausstellung unterwegs. Sie bekommen einen Reisepass und entdecken fremde Kulturen und Kontinente. Bei den museumspädagogischen Programmen werden die Museumspädagoginnen als Reiseleiterinnen durch die Ausstellung führen. Mit der Mitmachausstellung sollen Vorurteile und Ängste gegenüber anderen Menschen und Kulturen abgebaut, so-wie kulturelle und soziale Lebensräume auf anderen Kontinenten spielerisch vermittelt werden. Verschiedene Lebensweisen von Kindern in anderen Ländern der Welt werden mit Mitmachstationen und kindgerecht vorgestellt. Familien entdecken auf ihrer gemeinsamen Weltreise Menschen, Tierwelt, Flora und Rohstoffe auf allen Kontinenten. Die Darstellung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in Sprache, Esskultur, Nahrung, Wohnkultur, Schule, Bildung, Bekleidung, Spiel und Freizeit spielt eine wichtige Rolle. Ergänzt wird die Ausstellung mit einer Präsentation von UNICEF zu Kinderrechten weltweit. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Dezember 2017 zu sehen. ◆ Urlaub kann so nah sein! „In Friedrichsruhe gleich um`s Eck“ Ankommen, Abtauchen und Ausspannen - im besten Wellnesshotel Deutschlands (Relax Guide 2016) Das idyllische Friedrichsruhe, ein kleiner Ort nahe Öhringen, läd Sie zu einer Auszeit ein. Genießen Sie ein Tag im Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe und lassen Sie die Seele baumeln. Day Spa Aufenthalt mit Innen. & Außenpool, Saunalandschaft, Ruheräume & Fitness. NEU! Verschenken Sie Entspannung in unserem Onlineshop Day-Spa ab 49,00 Euro pro Person After-Work-Spa ab 27,00 Euro pro Person Wir freuen uns auf Sie! Das Spa im Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe| Kärcherstraße 11 | 74639 Zweiflingen-Friedrichsruhe Telefon: 0 79 41/ 60 87-600 | E-Mail: spa@schlosshotel-friedrichsruhe.de | www.schlosshotel-friedrichsruhe.de

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Dinge, die Heilbronner nicht sagen »Abgabefristen sind für alle bindend.« THEKENPHILOSOPHEN In jeder Ausgabe stellen wir unseren vier Thekenphilosophen eine knifflige Frage aus dem Leben. Das Szenario: Der Gast sitzt an der Theke, weiß nicht weiter und fragt den Wirt nach dem richtungsweisenden Ratschlag. Unser Thekenszenario diesmal: Der Freund des Gastes wird von der Polizei gesucht. Er hat keinen Mord begangen, aber das Verbrechen wiegt schwer, vermutlich droht eine Haftstrafe. Soll der Gast seinen Freund bei sich aufnehmen und nicht bei der Polizei melden? Mares Baudewijns, Eckstein Natürlich nicht. Bei aller Freundschaft kann dies nicht die Lösung sein, zumal sich auch der Gast strafbar machen würde vor der Justiz. Es gilt den ganzen Mut aufzubringen und sich seinen Taten zu stellen. Wenn der Gast ein wahrer Freund ist, muss er ihn überzeugen, dies zu tun. Sibel Taylan, Data 77112 Schwierig. Schwerwiegend kann so vieles sein! Ob ihn nun die Polizei verwahrt oder das darauffolgende »schwerwiegende« Leben ihm das zeigen wird, liegt im Ermessen des Freundes. Wenn der »Täter« jemand ist, der checkt, dass er übelste Scheiße gebaut hat und ich weiß, dass er versuchen wird, seinen Fehler so rasch wie möglich wieder gutzumachen, dann würde ich ihm erst mal eine Chance geben. Freunden sowie Fremden in Not muss man helfen, und das nicht erst, wenn es zu spät ist. Ich lasse aber nur das in mein Herz, was ich akzeptieren kann. Sollte er diese Tat jedoch des Öfteren begangen haben und nichts draus gelernt haben, und es schadet einem Lebewesen, dann würde ich zu ihm sagen: »Alter, in drei Minuten ruf ich die Cops! Think twice!« Anyhow: no escape & friendship survives. <3 Thomas Aurich, u. a. Winterdorf Ich bin nicht der Freund. Ich bin der Gastgeber. Bei Gewissensfragen meiner Gäste kann ich auf Zuruf einen Rat geben. Bei der vorliegenden Situation sehe ich keinen Auftrag. Wäre der Freund des Gastes allerdings im Lokal und ich würde seinen Hintergrund erkennen, würde ich meiner Bürgerpflicht nachkommen. Wir alle sind das Gesetz. Ralph Munz, u. a. The Rooms Club Erstens kommt die Scheiße irgendwann immer auf den Tisch. Zweitens leben wir schließlich nicht mehr im wilden Westen, wo wir einfach das Land verlassen konnten oder uns bei Freunden Asyl erhofften, um mit denen diejenigen zu erschießen, die hinter einem her waren. Also gibt es nur eins was ich meinem Gast raten würde: Besorgt euch einen guten Anwalt und klärt, was es zu klären gibt! SMALLTALK Hanix Nr. 42

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#ASHTAG #EILBRONN Unsere Social-Media-Rückschau zu Heilbronn. Mal spannend und unterhaltsam, oft langweilig und öde. Wir schlagen uns für euch durchs Heilbronner Twitterund Facebook-Dickicht und scrollen auch da, wo es wehtut. »Fick dein Abi« – Statement am Heilbronner Elitegymnasium Poetry-Slammer Philipp Herold, der unter anderem Slam-Workshops an Heilbronner Schulen gibt, hat während einer Workshop- Pause am Robert-Mayer-Gymnasium ein wütend getaggtes Statement zum Thema »Bildung« an der Außenfassade der Schule entdeckt. Geistesgegenwärtig fotografierte er den Anti-Abi-Slogan ab, um ihn auf Instagram zu posten. In schwarz gesprühten Lettern stand da: »Fick dein Abi«. Da ist – wir vermuten ein RMG-Schüler – wohl nicht so sicher, ob Abitur heutzutage noch verbesserte Karrierechancen bedeutet? Ganz nach dem Motto von Rapper Matrickz in dessen Track F#*& dein Abitur: »Der klügere gibt nach und der Dumme kriegt, was er will.« Wir halten es da mehr mit Philipp Herolds Hashtag #backtoschool. Im Restaurant – Bossmove für den Herrn Als in der Redaktion der Instagram- Post von peacekeepermedia herumging, applaudierten die männlichen Hanix- Mitarbeiter spontan und erhoben sich mit respektbekundender Mine. Statt den, vermutlich, langweiligen Tischgesprächen zu folgen, machte der Herr das einzig Richtige. Im Livestream verfolgte er auf einem Smartphone den Bundesligaklassiker Mönchengladbach gegen Dortmund (Endstand 1:3) und hat unter Garantie einen unterhaltsamen Abend gehabt. Und selbst wenn es am Tisch kurzweilig und unterhaltsam zugegangen sein sollte, halten wir es mit dem Titel von Christoph Biermanns Buch: »Wenn Du am Spieltag beerdigt wirst, kann ich leider nicht kommen«.

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Diesmal hat unser Kolumnist die Geschichte zu Ende fantasiert. Er lebt immer noch mit seiner Frau zusammen. Theoretisch kann ein lesender Gartenzwerg allerdings zwei Beziehungen beenden. Von Nicolai Köppel Foto: Ulla Kühnle Nicolai Köppel denkt sich diese Kolumne »600 Sekunden« nicht aus, sondern lässt sie jedesmal extra passieren. Mehr gibt’s hier: www.nicolaikoeppel.de ZWERGENAUFSTAND Der Blick meiner Frau ist kalt. Ich lasse mir nichts anmerken. Gute Strategie. Ich habe keine Ahnung, was sie will – und Frauen beziehen immer alles auf sich. Sie sagt: »Ich hätte dir so einen schlechten Geschmack nie zugetraut.« Verdammt, denke ich, sie hat beim Putzen diese meine eine Eros-Ramazzotti-CD gefunden, in dritter Reihe, hinter den Pornos. Das nenne ich mal ordentlich geputzt. Ich höre mich schon sagen ›Glaub mir, ich bewahr die nur auf, für einen Freund, einen geistig behinderten Freund‹ … Aber ich höre sie auch sagen ›Welcher von denen allen?‹, und so halte ich meinen Mund. Aber nicht lange. Meine Kinnlade senkt sich, als meine Frau hinter ihrem Rücken etwas hervorzieht und mir entgegenhält. »Was macht das da in unserem Garten?« Sie glaubt mir nicht. Ich hole aus. Soll heißen, ich verspreche, den Übeltäter büßen zu lassen. Der kriegt Besuch vom Dreschebär. Der sammelt mit gebrochenen Händen seine Zähne auf und schwimmt dann im eigenen Blut nach Hause. Meine Frau ist beeindruckt. Oder befremdet. Sie packt ihre Koffer. Ich gehe und verstecke die Eros-Ramazzotti-CD noch ein bisschen besser. Falls sie wiederkommt. Wenige Stunden später komme ich allerdings wirklich drauf, wer hinter dem Lesezwerg stecken muss. Es kann nur Jonas gewesen sein. Na warte, Bürschchen. Ein schrecklicher Plan keimt in mir. Schon am nächsten Tag sehe ich Jonas von Weitem an der Bushaltestelle. Er telefoniert. Ich schleiche mich hinter ihn. Jonas spricht eine halbe Oktave höher als sonst. Das heißt, er telefoniert mit seiner Freundin. Ich stelle mich dicht hinter ihn und sage anderthalb Oktaven höher als sonst: Hanix Nr. 42 Es ist ein Gartenzwerg. Kein altmodisch zufriedener mit Schaufel und Tabakspfeife, der auf einem Pilz sitzt und sich darüber freut, auch keiner von diesen Gänsefüßchen-ironischen, die sich mit dem gleichen pilzfreumäßigen Gesichtsausdruck gerade einen runterholen oder mit einem Messer im Rücken einfach nur rumliegen. Ha ha ha. Nein. Es ist der scheußlichste Gartenzwerg aller Zeiten. Der, der zufrieden auf einem Holzstumpf sitzt und liest. Der ist schlimm. So schlimm, wenn er eine Eros-Ramazzotti-Biographie läse, würde es das noch nicht Mal schlimmer machen. »Keine Ahnung, wo der herkommt«, sage ich wahrheitsgemäß. »Den hat uns einfach jemand in den Garten gestellt.« »Komm zurück ins Bett, mir ist kalt.« In diesem Moment kommt der Bus lärmend eingefahren und ich ducke mich nach hinten weg. Jonas sieht sich verwirrt um, aber nach unten sieht er nicht. Er hat mich nicht bemerkt. Am Abend ruft er mich an. Seine Freundin hat mit ihm Schluss gemacht. Oh ja, denke ich, und das war nur der Anfang. Meine Rache wird fürchterlich. Beide unvermutet solo geworden, mache ich (sehr naheliegend) eine WG mit meinem alten Kumpel Jonas auf und – jetzt kommt’s – dort spüle ich dann nie ab! Haha! ◆ 600 SEKUNDEN

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Spenden Sie für kranke Kinder in der Region! Familienhilfe zuhause Erfüllung von Träumen Besuchsdienst und Vorlesepaten www.grosse-hilfe.de Patienten- und Familienbegleitung Kunst-, Musik- und Reittherapie Finanzielle Hilfe Verbindung zur Schule LeuchtturmKinderonkologie Kindgerechte Krebsbehandlung Einfühlsame Freude Betreuung von Geschwistern Gestaltung: www.hettenbach.de Spendenkonten: Kreissparkasse Heilbronn IBAN: DE 84 6205 0000 0000 0074 43 BIC: HEISDE66XXX Volksbank Heilbronn IBAN: DE13 6209 0100 0390 3900 03 BIC: GENODES1VHN

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Susan stellt von Berufswegen eine Menge Fragen. Die studierte Psychologin coacht Mitarbeiter in Firmen, Einzelpersonen oder Paare. Darüber hinaus gibt sie Yoga-Stunden und will Menschen aufrütteln mit Denkzetteln, die deutschlandweit an öffentlichen Orten geklebt werden. »Die Erinnerungsguerilla« nennt sich ihr soziales Kunstprojekt, für das sie kürzlich ausgezeichnet wurde. Von Maria Maroge Fotos: Meli Dikta Susan Barth sprüht vor Energie und Tatendrang Susan Barth ist rastlos, undogmatisch, neugierig aufs Leben, die Menschen, auf Wissen, Kulturen, liebt intensiven Gedankenaustausch, Kunst und was diese bewirkt. Die 45-Jährige ist Grenzgängerin, provoziert gern mit »Aber«-Gesprächseinlagen und eigenen künstlerischen Statements in der Gesellschaft. Susan ist Psychologin und möchte bewegen, zum Nachdenken anregen, motivieren, die Gesellschaft über ihre persönlichen Beratungen hinaus ein Stückchen positiver gestalten. Es gelingt ihr. Zum Beispiel mit ihrem Herzensprojekt »Die Erinnerungsguerilla«. Gelbe, Post-it-ähnliche Aufkleber, bedruckt mit existentiellen Fragen, werden in den öffentlichen Raum geklebt. »Was macht Dir mehr Angst: Freiheit oder Sicherheit?«, »Was fehlt Dir zum Glück?« oder »Kannst Du (bitte) die Welt retten?« stehen etwa drauf. Diese Zettel trägt sie natürlich bei sich, als es zur Taschenkontrolle kommt. Susan mag es nonkonform, darum fasziniere sie Street-Art, erklärt sie. Gesprayte Kunstwerke hält sie gern mit ihrer Digitalkamera fest, die sie stets bei sich trägt. »Meine eigene, kleine Rebellion trage ich durch meine Kunst nach draußen«, BERUF: Psychologin JAHRGANG: 1970 BERUFUNG: Weltverbesserin sagt die Mutter einer 13-jährigen Tochter mit deutsch-persischen Wurzeln. Gemeinsam mit Mann Andy lebt sie heute in Flein, wo sie in der Einliegerwohnung ihre eigene Beratungspraxis betreibt. Dort berät sie Privatpersonen oder Paare bei Fragen wie: »Wohin will ich beruflich gehen?« oder »Wie vermeiden oder überwinden wir unsere Krise?« So brütete sie immer öfter darüber, wie man den Menschen ihre wertvolle Existenz mehr vor Augen halten könne. Das war der Beginn des sozialen Kunstprojektes »Die Erinnerungsguerilla«. 3500 Gleichgesinnte haben sich mittlerweile von der Idee begeistern lassen, wesentliche Fragen auf einem Zettel bedruckt an öffentliche Orte zu kleben. Diese kann man auf www.die-erinnerungsguerilla.org kostenlos bestellen. Wer etwas Geld dazu schenkt, sichert die Fortführung der Aktion. Die gebürtige Freiburgerin ist glücklich und dankbar, welchen Anklang ihr Projekt mit den Jahren gefunden hat. »Ich wusste nicht, ob es funktioniert, aber die Guerilleros und Guerilleras haben der Aktion Leben eingehaucht. Die offenen Fragen, die sie verteilen, regen wohl wirklich zum Nachdenken an, lösen das Knirschen im Kopf aus, auf das ich hoffe.« Die Zettel kleben mittlerweile in Dutzenden Städten, sogar in der Schweiz, in Österreich und nach New York und Frankreich wurden Päckchen geordert. Für dieses Projekt wurde sie vor wenigen Monaten sogar ausgezeichnet. Sie ist Kultur- und Kreativpilotin Deutschlands. Die Auszeichnung der Bundesregierung gilt »Ideen und Menschen, die mit ihrem Handeln dem Kultur- und Kreativleben in Deutschland Gesicht und Gewicht geben«. Beruflich hat sich Susan auf die Arbeits- und Organisationspsychologie spezialisiert. Als Coach lehrt sie Firmenangestellte, ihre Besonderheiten zu schätzen und sie dann ins Team einzubringen. Mit der Zeit fokussierte sie ihre Beratung in Richtung Bildung und Frauen. Sie gibt auch Seminare an Hochschulen und unterrichtete lange an der DHBW Heilbronn. »Ich bin zu neugierig, um lange das Gleiche zu machen. Ich brauche Herausforderungen, probiere gern vieles aus und schaue, was zurückkommt und mich erfüllt.« Eine Rucksackreise würde sie gern wieder planen. Und dabei shoppen – so wie das meiste in ihrer Handtasche Urlaubserinnerungen sind: Etwa die pinke Einkaufstasche aus Cornwall oder der Schlüsselanhänger aus Ibiza. Und das Polaroid-Kalenderblatt muss dabei sein, es habe eine zauberkraftverstärkende Wirkung auf sie, erläutert sie heiter. ◆ TASCHENKONTROLLE Hanix Nr. 42

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Hanix Nr. 42 SUSAN BARTH LEERT IHRE TASCHEN

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NAME: Calvin Bynum ALTER: 27 BERUFUNG: Zu sich selbst finden WÜRDE SEIN LIEBLINGSSTÜCK TAUSCHEN GEGEN: »Mach mir ein Angebot, das ich nicht ablehnen kann.« Political Spraytments CALVIN BYNUM hat verschiedene Talente. Zum einen hat er eine Stimme, die so heiß ist, dass man »schwitzt wie ein Pudding aufm Picknick« und zum anderen hat er ein ziemliches Händchen dafür, schöne Dinge aufs Papier zu bringen. Oder eben auf Pressspan. Interview: Sarah Baudenbacher Fotos: Meli Dikta MEIN LIEBLINGSDING Hanix Nr. 42

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Blühendes Leben. Hanix Nr. 42 Hanix: My dear, was ist dein absolutes Lieblingsding und warum? Calvin: In diesem Raum sind es tatsächlich meine selbst gesprayten Bilder. Die besitzen meinen Charakter, weil ich sie mit meiner eigenen Hand erschaffen habe. Ich weiß, welcher Aufwand dahinter steckt. Sie setzen sich aus verschiedenen Elementen zusammen: graue Schattierung, weißer Hintergrund und der harte, schwarze Kontrast. Was hat dich dazu bewegt, genau diese Jungs, Obama und Kurtis Blow, zu malen? Das war während meines Studiums. Ich hatte die Aufgabe, eine Geschichte innerhalb eines Bildes zu erzählen und so habe ich in die Stücke immer Gegensätzliches mit eingebaut. Bei Barack Obama Zeitungsausschnitte, ein Autogramm und den Rücken eines Sklaven. Um noch mehr Kontraste zu schaffen, habe ich mich eines Schwarz-Weiß-Kontrasts bedient. Bei dem Bild von Kurtis Blow hat mich die Hip-Hop-Legende nach einem zufälligen persönlichen Treffen höchstselbst inspiriert: Ich traf ihn auf der Musikmesse Frankfurt, als wir dort mit »Shure« einen Messeauftritt hatten. Er kam einfach zu uns an den Stand um sich zu erkundigen, was es so Neues an Mikros gab. Ihn hat kaum jemand erkannt, aber ich war total geflasht und habe mir ein Autogramm geben lassen. Er hat sich auch gefreut, weil er nicht erwartet hatte, dass ihn jemand erkennt. Das war mega. Auf meinem Bild ist seine ganze Haltung, seine »Attitude« einfach nur »Hip-Hop«. Welche Botschaft steckt hinter den Bildern? Zum Teil haben sie immer einen politischen Hintergrund. Zum Beispiel beim John Lennon-Bild: Zwei Hände, die einander reichen; er ist ja für Frieden eingestanden. Bei Bob Marley ist es so, dass es ewig Sklaverei auf Jamaika gab und er eine Art Sprachrohr für die Leute dort war. Um ihnen zu zeigen, wo ihre Wurzeln sind, damit sich das nicht verliert. Barack Obama? Es ist bemerkenswert, wie sich unsere heutige Gesellschaft aufstellt. Dass Dinge möglich sind, die damals undenkbar waren, dass ein Schwarzer Präsident wird. Obwohl die ganze Welt weiß, dass der Rassismus in Amerika noch immer nicht überwunden ist, beschreibt es doch, wie sich die Gesellschaft geöffnet hat. Hast du schon mal dran gedacht, deine Werke zu verkaufen? Ich hab echt überlegt, ob das überhaupt jemand haben möchte. Ich habe mal mit einer befreundeten Heilbronner Künstlerin gesprochen und die meinte, ich könne durchaus was dafür verlangen. Das bestärkt mich in dem, was ich mache. Ich fände es natürlich cool, wenn die Bilder irgendwo hängen würden, wo sie gesehen werden. Gerade weil eine Message dahinter steckt. ◆ Du hast Lust uns dein Lieblingsding zu zeigen? Schreib uns an info@hanix-magazin.de mit dem Betreff: MEIN LIEBLINGSDING Als Belohnung für eine Veröffentlichung bekommst du einen 50-Euro- Gutschein vom Pearls and Diamond (www.pearls-diamond.de) in der Bahnhofstraße 31, Heilbronn. POLITICAL SPRAYTMENTS www.buga2019.de Infotelefon 07131 2019 Öffentliche Baustellen-Führungen 2016 17. April • 13. Mai • 17. Juni • 02. Juli 03. Juli • 04. August • 16. September 1. BUGA-Sportfest 2016 04. Juni • 10.00 - 16.00 Uhr 2. BUGA-Baustellenfest 2016 25. September • 11.00 - 17.00 Uhr

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Das Hanix »Abenteuer um die Ecke« wird präsentiert von experimenta Was kostet nicht viel, lässt sich innerhalb eines Tages in der Region erledigen und bringt im besten Fall auch noch Spaß? In jeder Ausgabe begeben wir uns auf die Suche nach ebensolchen Aktivitäten, die man in und um Heilbronn erleben kann. Ein Abenteuer um die Ecke eben. Von Friedemann Orths, Foto: Memo Filiz Um das Klischee des Geisteswissenschaftlers zu bedienen: Die naturwissenschaftlichen Fächer lagen mir nie. Im Laufe meiner Schullaufbahn kamen mir beispielsweise die Mathestunden vermehrt wie Altägyptisch vor (wobei das ja noch erlernbar scheint). Dabei habe ich gar nichts gegen Naturwissenschaften! Jede Wissenschaft hat ihre Berechtigung, ohne das eine funktioniert das andere nicht. Bei mir jedoch funktionierten Exponentialfunktionen, Strukturformeln oder physikalische Gesetze irgendwie selten. Bis gar nicht. Zeit also, nochmal bei null zu beginnen und Zeit, mich den Ängsten meiner Jugend zu stellen. Von Angstgefühlen kann in der experimenta allerdings keine Rede sein. Und von trocken auch nicht, gibt es doch einige Stationen, die die Funktionsweise von Wasserkraft zeigen. Und zugegeben: ich hatte auch keine muffigen Physikräume erwartet. Schließlich beschreibt sich die experimenta als eine Lern- und Erlebniswelt. Und auch wenn das Programm und die interaktiven Exponate hauptsächlich auf Kinder zugeschnitten sind, bin ich von fast jedem der 150 Ausstellungsstücke, die explizit zum Anfassen gedacht sind, fasziniert. Das Kind im Manne (oder in der Frau) verschwindet ABENTEUER UM DIE ECKE Hanix Nr. 42

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eben glücklicherweise nie ganz und in der experimenta kann man es perfekt ausleben. Die Ausstellung ist in vier Themenbereiche unterteilt, für jeden ein Stockwerk. Im »E-Werk« kann man sich einen Eindruck über Energie und deren Umwandlung verschaffen, die »Werkstatt« zeigt verschiedenste Formen der Nutzung von Technik, das »Netzwerk« beleuchtet Kommunikation (also auch etwas für Geisteswissenschaftler!) und zu guter Letzt wird im »Spielwerk« Freizeitgestaltung präsentiert. Überall sind hilfsbereite Mitarbeiter, die erklären, helfen und Tipps geben. Abgerundet wird das Angebot durch kleine »Talentschmieden«, in denen die Kinder selbst Hand anlegen können. Beispielsweise kann man ein Spielauto bauen oder in einem kleinen Film die Hauptrolle übernehmen und ihn selbst schneiden. Zusätzlich gibt es wechselnde Sonderausstellungen, Muskelspiele beleuchtet noch bis Mitte April unsere Körperkraft. Überhaupt: Alles ist interaktiv, vom Ausrichten eines Spiegels auf Sonnenkollektoren, dem Energieerzeugen auf einem Fahrrad, dem Steuern mehrerer Kräne mittels Schnüren oder der Bedienung eines Sortierroboters. Man kann eine Blinden-Schreibmaschine ausprobieren und erfährt beim Drücken einer Morsetaste etwas über den Morsecode. Rohrpost, musikalische Klangtische, Werfroboter, eine Runde Beachvolleyball in der erweiterten Realität? Die Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt und innerhalb eines Tages kaum zu schaffen. Überall gibt es Neues zu entdecken und zu lernen: Beispiel? Das Wort »Hallodri« kommt aus dem Griechischen (allótrios = »zum Fremdartigen gehörig«). Fazit: Egal ob groß oder klein, alt oder jung, ein Besuch der experimenta lohnt sich auf jeden Fall. Bei der Hülle und Fülle an interaktiven Ausstellungsstücken ist für jeden etwas dabei und selbst Themen, die auf den ersten Blick uninteressant wirken, sind spannend aufgearbeitet. Dass die Stationen in erster Linie für Kinder gedacht sind, macht es meiner Meinung nach gerade für Erwachsene noch interessanter. Ein ideales Familienausflugsziel also, welches eine Erweiterung des eigenen Horizonts bietet, so wie es Wissenschaft eben immer tun sollte! ◆ SCHWIERIGKEITSGRAD: einfach DAUER: 4 Stunden sollte man mindestens einplanen ORT: Kranenstraße 14, 74072 Heilbronn AUSRÜSTUNG: keine KOSTEN: Kinder ab 6: 4 Euro, Erwachsene: 8 Euro; es werden auch Jahreskarten angeboten TIPP: Es droht optische Reizüberflutung, lieber ein paar Stationen auslassen und ein zweites Mal kommen. Ergänzt wird die Ausstellung mit einer Präsentation von UNICEF zu Kinderrechten weltweit. REISEHELDEN GRENZEN ÜBERSCHREITEN -REISEN MIT DEM ZWEIRAD Alle ausgestellten Motorräder in der Sonderausstellung „REISE- HELDEN Grenzen überschreiten – Reisen mit dem Zweirad“ sind die originalen und authentischen Reisefahrzeuge. Wie ihre Fahrer meist Individualisten sind, präsentieren auch sie sich als Einzelstücke mit Patina - keines davon eine chromglänzende Boulevard-Diva, sondern ehrliche „Reise- und Arbeitskameraden“. KINDER DER WELT EINE GROSSE WELTREISE „Ich packe meinen Koffer und nehme mit: Reiselust, Vorstellungskraft und eine Portion Neugierde“, so könnte Ihre Packliste aussehen, wenn Kinder mit ihren Familien die neue Sonderausstellung des Stadtmuseums Neckarsulm besuchen. Der Traum einer Weltreise jedes kleinen und großen Entdeckers kann sich hier erfüllen – an nur einem Tag. Einfach einen Reisepass schnappen und erleben was es heißen kann eigene Metropolen zu erschaffen, fremde Sprachen kennenzulernen oder auch einfach in den Weiten der Kontinente zu versinken. Essen Menschen in unterschiedlichen Ländern anders? Welche Tiere tummeln sich in Ozeanien? Oder haben die Kinder in Südamerika einen Sport besonders gerne? Es ist wichtig mit offenen Augen zu reisen, damit diese bunte Vielfalt aus Mensch, Tier und Kultur auch Ihren Nachmittag mit bunten Gegensätze bereichern darf. 74172 Neckarsulm · Urbanstraße 11 · Telefon 07132/35 271 www.zweirad-museum.de · info@zweirad-museum.de Öffnungszeiten: Di. bis So., Feiertag 10-17 Uhr Urbanstr. 14 · 74172 Neckarsulm · Tel. 07132/3546 42 Fax 07132/3546 43 · www.stadtmuseum-neckarsulm.de Öffnungszeiten: Di – So, Feiertag 15-17 Uhr

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Über uns nicht nur der blaue Himmel, sondern die »Cloud«! Welch Glück für die Menschheit und für Unilever-Knorr, dass wir noch ganz »real« satt gemacht werden müssen, aber füttern werden Altersheimbewohner demnächst Roboter, auch solche, die in der Region entwickelt und gebaut wurden. Der Wandel der Wirtschaft ist auch der Wandel der Gesellschaft. Wie sieht es damit aus in Heilbronn? Eine spannende Frage mit so vielen Antworten und wenn auch nicht alle darstellbar sind, das Bild das sich daraus formt, regt zum Nachdenken an. In der Woche vor der Landtagswahl stellte die FAZ dazu fest: »Kretschmann nimmt man es durchaus ab, dass er in der digitalen Revolution die Chance sieht, das Streben nach Wohlstand und die Ökologie zu versöhnen, sei es durch intelligente Verkehrssteuerung, Materialeinsparung oder individualisierte Medizin. In der Wirtschaft kommt die Freude der Landesregierung an der Innovation durchaus gut an. Man will schließlich die Spitzenposition behaupten, auch langfristig.« Von Brigitte Fritz-Kador, Fotos: Memo Filiz WIRTSCHAFT IM WANDEL – ABER WOHIN? Hanix Nr. 42 Die Spitzenpostion behaupten, das will auch Heilbronn. In welche Zukunft gehen wir und wie wird das geschehen? Was ist davon begreifbar, weil zu begreifen, was nur noch denkbar? Die Füße auf der Erde, der Kopf in der Cloud, ist das die richtige Startposition in die Zukunft? Vielleicht haben auch deshalb Philosophen Hochkonjunktur, gerade dann, wenn es um wirtschaftliche Fragen geht, wenn sich die Realität zu verflüchtigen scheint. Auf der Suche nach Antworten hat die GGS Richard David Precht eingeladen, die IHK Philipp Hübl. In der experimenta II wird Ethik ein Element der Wissensvermittlung sein. Real aber ist dieses: wohin man schaut in Heilbronn, was immer man hört oder liest: Fast nur positive Eckdaten! Nach den neuesten IHK-Zahlen zur Entwicklung der Beschäftigten entfielen von den im vergangenen Jahr rund 10.100 zusätzlichen Arbeitsplätzen in Heilbronn-Franken die meisten auf den Bereich der Dienstleistungen. Hier nahm die Zahl um rund 6.000 auf 157.100 zu. Im produzierenden Gewerbe stiegen die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze um 3.300 auf 161.700. Und auch wenn diese Daten des Statistischen Landesamtes nicht taufrisch sind, in der Region sind im Vergleich zu allen anderen in Baden-Württemberg schon seit 2000 die meisten Arbeitsplätze entstanden – und zwar »echte«, d. h. sozialversicherungspflichtige Vollzeitarbeitsplätze. Im Jahr 2013 lag deren Zahl deutlich über 500.000, allein in Heilbronn zählte man 103.067 Erwerbstätige – bei einer Einwohnerzahl von ca. 125.000. Also alles gut, oder muss man sich doch Sorgen machen? Kaum haben wir – dank des Computers – die dritte industrielle Revolution bewältigt, da ist die Vierte schon da: »Industrie 4.0«. Einfach formuliert: Mensch und Maschine »verschmelzen«. Der Roboter ersetzt den Arm, und bereits auch den Kopf? Beim Neujahrsempfang 2016 hat OB Harry Mergel es vor den Heilbronner Bürgern ausgesprochen – »die Heilbronner Wirtschaft ist im Wandel«. Wie ist man in Heilbronn aufgestellt für den Wandel in der Wirtschaft? Es wird eine Berg- und Talfahrt. Wie OB Harry WTZ-Turm im Heilbronner Zukunftspark Wohlgelegen POLITIK & GESELLSCHAFT

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Hanix Nr. 42 Oben: Ralf Klenk Unten: Thomas Villinger Kaum haben wir – dank des Computers – die dritte industrielle Revolution bewältigt, da ist die Vierte schon da: »Industrie 4.0« Mergel im Hanix-Gespräch zu eben diesem Thema anmerkt, hat Heilbronn das größte zusammenhängende städtische Industriegebiet in Baden-Württemberg, die Wiege der Prosperität Heilbronns. Es steht bis heute für ein beispielhaftes Riesenpotential an Gründergeist, Aufbruchstimmung, Mut, Erfindungsreichtum, Weltoffenheit, Innovation und schwäbischem Tüftlergeist. Wenn OB Harry Mergel mit unverhohlenem Stolz darauf verweist, dass Heilbronn im Städteranking 2015 der »Wirtschaftswoche« und auch anderer Publikationen, Platz drei bei den dynamischen Städten in Deutschland erobert hat, dann wünscht man sich, dass das nicht nur eine Momentaufnahme ist, sondern von ähnlich anhaltender Wirkung wie vor ca. 150 Jahren. Ist die Fokussierung auf die allgegenwärtigen Handlungsfelder die richtige, was wird bei der Industrie im Wandel als Folge ausgeblendet, was wird auf der Strecke bleiben und wie hat sich Heilbronn hier positioniert? Wer gibt in Heilbronn die Antwort auf diese Fragen? Die Blickrichtung »Wohlgelegen« ist sicher richtig, für einen Panoramablick reicht es nicht: unübersehbar rückt der Containerhafen als Mahnmal gutgemeinter aber offenbar nicht gutgemachter Initiative in den Blick. Vielleicht kommt seine Zukunft noch, bei der Stadt und der IHK will man gerne daran glauben, dass 17 Millionen (11 Millionen Euro trug der Bund, der Rest wurde über die Heilbronner Versorgungs GmbH als Betriebsführerin des Hafens finanziert) nicht in den Neckarsand gesetzt wurden, weil nun auch der Wasserstraßenausbau zu einem Jahrhundertprojekt zu werden droht. Das Schlagwort »trimodal«, der Verkehr auf Straße, Schiene und Wasser, ist mit dem Containerterminal in den Heilbronner Sprachgebrauch gekommen. Die Lösungen für die Verkehrsproblematik in Stadt und Region ziehen sich wie Kaugummi. Für den Ausbau der A6 fließt seit Jahren der Schweiß der edlen Streiter dafür in Politik und Wirtschaft literweise, geflossen wären sogar schon längst private Mittel für die Vorfinanzierung der Planung. Jetzt muss man auch den jüngsten Dämpfer für einen Autobahnanschluss der »Böllinger Höfe« verdauen und darf bei den Bettel- und Bittgängen um einen IC-Anschluss für Heilbronn nicht verzagen. Die Bemühungen um den A6-Ausbau sind ein gutes Beisiel für das »interkommunale Handeln«, das nach Ansicht von OB Mergel immer sicherer wird. Das klingt aber auch ein wenig nach Trost in Blick auf die abgewanderten Unternehmen. Eines davon ist Losberger, einst ein Heilbronner Familienbetrieb. Er lieferte Markisen und Planen, dann Zelte, produziert heute Großzelte, Container, die Flüchtlingen ein erstes Dach überm Kopf bieten, Event- und Messehallen. Keine Fashion Week in Berlin, keine Olympischen Spiele in Peking oder London, wo nicht die Produkte aus Bad Rappenau stehen. Die Dieffenbacher GmbH Maschinen- und Anlagenbau in Eppingen hat vor 140 Jahren als Schlosserei angefangen, heute beschäftigt sie etwa 1800 Mitarbeiter an 17 Produktions- und Vertriebsstandorten, ist weltweit ein führender Hersteller von kompletten Produktionsanlagen für die Holz-, Automobil- und Zuliefererindustrie. Nicht viel anders ist es bei Schunk Spann- und Greiftechnik in Lauffen, mittlerweile weltweit am Markt. Ein Pionier im Bereich Robotik, eine Weltfirma, die 1945 in einer Garage in Lauffen ihren Anfang nahm mit den Wurzeln im schwäbischen Tüftlergeist. Diesen kann man auch aus der Türkei mitbringen, so wie Cengiz Öztok (Tecrob GmbH), der erzählt, dass er mit 50 Euro in der Tasche von der Türkei ins Unterland kam und heute in Neckarsulm seine Roboter tanzen lässt. Genau diese Beispiele hat der Heilbronner Unternehmer und Investor Ralf Klenk vor Augen, wenn er sagt, dass das grundsolide Handwerk als Basis wirtschaftlichen Erfolgs unverzichtbar ist, ein Pfund, mit dem man in Heilbronn besonders wuchern könne. Klenk ist da ganz unverdächtig »pro domo« zu reden, er hat selber

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1983 eine Weltfirma mitbegründet und geführt, die Bechtle AG, die heute mit 66 IT-Systemhäusern in 14 Ländern und über 7000 Mitarbeitern europaweit agiert, global vernetzt und im Technologieindex TecDAX notiert ist und 2014 rund 2,6 Milliarden Euro umsetzte. Kennengelernt haben sich die drei damaligen Gründer an der Hochschule Heilbronn. Gewachsen aus seiner Lebenserfahrung hat Klenk hochprominente Unterstützung: die Argumente des Philosophen und ehemaligen Kulturstaatsministers Julian Nida-Rümelin. Er fordert eine Rückbesinnung auf die europäischen universitären Traditionen (z. B. einer unabhängigen Forschung) und auf die Stärken der dualen Ausbildung in Deutschland. Dass Heilbronn gerade im Hinblick auf die Duale Bildung das große Los gezogen hat, zeigt sich jetzt schon als Erfolgsfaktor für den Wandel in der Industrie. Die DHBW auf dem Bildungscampus der Schwarz-Stiftung wächst und wächst, jetzt muss nur noch der Mangel an Fachkräften kleiner und kleiner werden. Ob und unter welchen Voraussetzungen Heilbronn und die Region die vierte industrielle Revolution schaffen beurteilt Elke Döring, IHK-Geschäftsführerin, so: »Die Region Heilbronn-Franken hat hervorragende Ausgangsbedingungen um die Chancen der vierten industriellen Revolution erfolgreich zu nutzen. Im internationalen Maßstab wirken unsere Unternehmen entscheidend und gestaltend mit. Darüber hinaus sind leistungsfähige und sichere Netze weitere Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen digitalen Wandel.« »Netze«, das ist das Stichwort vor Dr. Georg Mattheis. Als Geschäftsführer der 2014 gegründeten Xenios AG, unter deren Dach zwei zfhn-Beteiligungen, die Novalung GmbH, weltweiter Technologieführer für künstliche Lungen und der Blutpumpenhersteller Medos AG, agieren, ist ein Leuchtturm innerhalb des Leuchtturmprojektes Zukunftsfonds Heilbronn (zfhn). In diesem Jahr und 2017 wird Xenios zwei »first of a kind«-Produkte auf den Markt bringen: »i-cor«, das erste Herzunterstützungssystem, das sich dem Pulsschlag des Patienten anpassen kann und derzeit an den SLK-Kliniken erprobt wird und »i-lung«, die weltweit erste künstliche Lunge, die sich mobil am Körper tragen lässt. Dies nach acht Jahren Vorlauf – in den USA hätte man es in zwei Jahren schaffen können, sagt Mattheis im Hinblick darauf wie sehr bürokratische Reglementierung den Fortschritt hindert. Mattheis ist dennoch überzeugt, dass er die Xenios-Erfolge den Start-up-Bedingungen des »zfhn« verdankt: »Heilbronn entwickelt sich gut, was aber noch fehlt ist ein »Ansprechpartner«, eine Institution, die, auch ohne großen Aufwand, dabei ist.« Er nennt als Beispiele Städte in den USA und in Israel, die sich bei Startups, oft in ganz überschaubaren Dimensionen, als Co-Investoren betätigen: »Das ist ein Signal!« Von solchen Verhältnissen ist man in Heilbronn noch entfernt. Hier muss man in allernächster Zeit erst einmal die Hausaufgaben in Sachen »Wirtschaftsförderung« machen. Ein einziger Sachbearbeiter im zuständigen Dezernat von Finanzbürgermeister Martin Diepgen ist nicht üppig. OB Harry Mergel, dem das Thema durchaus am Herzen liegt und der damit auch Wahlkampfversprechen abarbeitet, verspricht noch für März eine Lösung. Elke Döring umreißt den IHK-Standpunkt so: »Wesentlich für eine erfolgreiche Wirtschaftsförderung ist die themenübergreifende Zusammenarbeit regionaler Akteure. Darauf müssen wir aufbauen und gemeinsam Projekte definieren.« Harry Mergel sagt: »Heilbronn ist der Motor der Region.« Man wird sehen, wie er anspringt. Dass der »Motor Stadt« auch mal hochtourig laufen kann, zeigte sich bei der Ansiedlung von Audi in den Böllinger Höfen. Um endlich wieder – nach dem Weggang von Fiat – Autostadt zu werden, also Produktionsstandort, bewies man auf dem Rathaus größte Flexibilität in allen Bauangelegenheiten. Wo hat Heilbronn sonst noch Potential für Industrie- und Gewerbeansiedlungen? Die Böllinger Höfe sind fast »ausverkauft«, die Reserven für die Audi-Expansion vorgesehen. Der letzte »weiße Fleck« sind die »Steinäcker«. Oder doch nicht? Das Das »alte« Industriegebiet könnte eine einzige große »Spielwiese« von Ideen und Innovation für die nächste Generation werden. »alte« Industriegebiet könnte eine einzige große »Spielwiese« von Ideen und Innovation für die nächste Generation werden. In London erhielt gerade »Assemble«, ein aus 18 jungen Architekten, Designern und Künstlern bestehendes Kollektiv, den wichtigsten Preis für zeitgenössische Kunst, den Turner-Preis, für ihr Projekt »Granby Four Streets« im Liverpooler Arbeiterviertel Toxteth. Assemble unterstützte die Bewohner der Granby Four Streets im Kampf gegen den Abriss ihrer verfallenden Häuser und beim Sanierungsprozess. Kleine kollektive Unternehmen wurden gestartet, Arbeitsplätze geschaffen und es geht weiter. Mit Sozialromantik hat das nichts zu tun, das ist der Torf, auf dem Innovationen wachsen. In Heilbronn herrscht da eher Ausverkaufstimmung. Die frühere Immobilientochter der Bundesbahn, »Aurelis«, hat gerade an zwei Familiy Offices im Heilbronner Industriegebiet an der Salzstraße einen voll vermieteten Industrie- und Gewerbepark mit 15.800 Quadratmetern verkauft: »Das Areal ist durch viele mittelständische Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen geprägt. Der nahegelegene Binnenhafen und die Verbindung zur A6 machen den Standort vor allem für produzierendes Gewerbe attraktiv« lobt Aurelis das Objekt in Heilbronn. Die Transaktion Hanix Nr. 42 Businesspark Schwabenhof mit Blick auf die 28 Gewerbeimmobilien QBIG und QBIG two POLITIK & GESELLSCHAFT

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Hanix Nr. 42 ging völlig am Rathaus vorbei. Den 50.000 Quadratmeter großen Telefunken-Park bei der Theresienwiese hat vor Kurzem eine Schweizer Investmentgesellschaft erworben. Baubürgermeister Wilfried Hajek konnte das nur so kommentieren: »Als Stadt haben wir allergrößtes Interesse daran, dass auf dem Areal auch weiterhin hochwertiges Gewerbe seinen Standort hat. Sollten Nutzungsänderungen angestrebt werden, müssten sie selbstverständlich mit dem dort geltenden Planungs- und Baurecht in Einklang stehen.« OB Harry Mergel räumt ein, dass man schon viel früher hätte beginnen müssen z. B. auch im Industriegebiet Gelände aufzukaufen und schreibt dies einer falschen Fixierung nur aufs Sparen im städtischen Haushalt zu. Aber die Vorstellung, wenigstens jetzt für die Entwicklung des Industriegebietes einen Masterplan zu erstellen gibt es nicht. Wenn auf einer Brache voller Altlasten eine blühende Landschaft entsteht, entsteht auch Neuland. Den Innovationsschub, der von der Buga ausgeht, kann man noch nicht abschätzen, vorstellen aber kann man sich, was bleibt. In der unmittelbaren Nachbarschaft hat der »zfhn« schon vor zehn Jahren Neuland betreten. Was da entstanden ist, sendet Impulse bis weit in die Zukunft hinein. Private Geldgeber geben Kapital und Knowhow, nicht nur als Starthilfe, sondern als Begleiter auf einem oft langen Weg zum Erfolg. Hier hatte man ein Ziel vor Augen: ein Silicon Valley für Heilbronn, die Ansiedlung völlig neuer Branchen – und eben nicht nur Dienstleister im IT-Bereich, sondern vor allem als Produzenten von Medizin- und Biotechnik. Zfhn-Geschäftsführer Thomas Villinger sagt: Man wollte hier etwas ganz anderes und ganz neues für Heilbronn – und das ist wohl geglückt. »Grüner« und meßbar zum Wohle der Menschheit geht es im Zukunftspark zu. Was der zfhn im Zukunftspark mitträgt, taugt mit als bestes Beispiel für den industriellen Wandel in Heilbronn – und zeigt, wohin es gehen kann. Thomas Villinger nennt dazu ein großes Ziel: Der zfhn will in den Jahren 2016 bis 2020 Heilbronn zu einer einmaligen »Gründer-City« machen. Das kann man schon postulieren, wenn hinter einem eines der deutschlandweit größten Family Offices für Direktbeteiligungen steht – und wenn man sich des Wohlwollens der Stadt so sicher ist, dass man sagen kann »wir arbeiten Hand in Hand«. Villinger will auch weiterhin dafür »Themen finden, die einzigartig sind, die mit uns in Verbindung gebracht werden.« Die ganze bauliche Anlage des Zukunftsparks mit dem WTZ-Turm, errichtet von der Stadt-Tochter Stadtsiedlung GmbH, dem kommenden Hotel, den im Neckarbogen nahegelegenen Wohnmöglichkeiten mit Kindertagesstätte, das sind Standortbedingungen, die auch gesuchte Mitarbeiter schätzen. Von München nach Heilbronn wechseln? Im Zukunftspark findet auch das statt. Auch Elke Döring sagt im Blick auf die nächsten zehn Jahre: »Ich bin davon überzeugt, dass wir auch in Zukunft ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort sein werden. Das Angebot wird sich aber sicherlich verändern. Neben Industrie-Produkten werden Dienstleistungsprodukte zunehmend an Bedeutung gewinnen. Neben unseren traditionellen Branchen werden sich hier auch neue Industrien, wie Medizintechnik, Biotechnologie und Pharmazie vermehrt ansiedeln.« Auch Mergel sagt: »Der Wandel ist sichtbar und wir wissen nicht, was in den nächsten Jahren noch alles passieren wird, aber Heilbronn wird stark sein.« Noch Fragen? ◆ WIRTSCHAFT IM WANDEL Bildungszentrum Heilbronn Weiter nach dem Mittleren Bildungsabschluss mit den Angeboten des Kolping-Bildungszentrums Abitur | Fachhochschulreife | Berufsausbildung Sozialwissenschaftliches Gymnasium Kfm. Berufskolleg Fremdsprachen Kfm. Berufskolleg Wirtschaftsinformatik Grafik-Designer/-in Foto-/Medientechnische/r Assistent/-in Abendgymnasium Berufskolleg Fachhochschulreife Weiterbildung Sozialwirt/-in Fachwirt/-in im Erziehungswesen Kolping-Bildungszentrum Heilbronn Bahnhofstraße 8 | 74072 Heilbronn Tel. 07131 88864-0

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Blutige Kämpfe im Käfig und spektakuläre Knockouts verleihen den Mixed Martial Arts ein brutales Image, aber auch einen gewissen Reiz. Davon können sich Interessierte im Atlas Gym Heilbronn überzeugen. Von Daniel Binder Fotos: Nico Kurth IM ATLAS GYM Hanix Nr. 42 SPORT

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Ein wenig suchen muss man schon: »Austraße 34« steht auf der Visitenkarte, dann der Zusatz »im Hinterhof«. Es ist dunkel. Gedanken an Fight Club mit Brad Pitt und Edward Norton schießen durch den Kopf. Bereits im Treppenhaus des Hinterhofgebäudes im Heilbronner Gewerbegebiet sind die Schreie harter körperlicher Anstrengung zu hören. Ein paar Stufen noch abwärts, noch eine schwere Türe öffnen: Willkommen im Atlas Gym. Work in progress Im Februar 2014 hat das Atlas Gym Heilbronn seine Pforten geöffnet. Der Entschluss, mit dem Angebot von Mixed-Martial-Arts-Training in Heilbronn eine Nische zu besetzen, reifte bei den Gründern Sven Michels (Physiotherapeut, 28) und Manuel Weilbacher (Fitnessökonom, 40) im Jahr 2013. »Uns war klar, dass wir damit auch ein Risiko eingehen, schließlich wussten wir nicht, ob die Idee in Heilbronn angenommen würde«, sagt Weilbacher. Doch die Idee wurde angenommen, und zwar sehr gut: »Die Mitgliederzahl ist von Beginn an stetig gewachsen, sodass heute etwa 100 aktive Mitglieder, Männer und Frauen im Alter von 16 bis 40 Jahren, im Atlas Gym trainieren« berichtet Michels. Michels und Weilbacher bieten ein vielfältiges und ständig wachsendes Angebot an Kampfsport- und Fitnesskursen an. Beide sind versierte Kampfsportler und lizenzierte Kampfsporttrainer mit langjähriger Erfahrung in mehreren Disziplinen. Sven Michels leitet die Mixed-Martial-Arts-Kurse und Manuel Weilbacher unterrichtet Luta Livre (Freies Kämpfen). Die Muay-Thai- Trainer Timo Wolpert und Ralf Kossmann vervollständigen mit ihren Kursen im Thai-Boxen das Kampfsport-Angebot. Schweißtreibende Functional-Fitnesskurse mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie Kraft oder Ausdauer sorgen für die nötigen Grundlagen. Zusätzlich bieten die Coaches verschiedene Selbstverteidigungskurse an und laden regelmäßig externe Referenten zu Inhouse-Seminaren ein. Da die Trainer in der Kampfsportszene gut vernetzt sind, verfügen sie über die entsprechenden Kontakte. »Uns ist es wichtig über den eigenen Tellerrand zu blicken und vielfältige Ideen von außen in unser Trainingsprogramm mit einfließen zu lassen«, erläutert Weilbacher. »Mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer Kurse werden wir unserem eigenen Anspruch für eine hohe Trainingsqualität gerecht«, betont Michels. Zu diesem Prozess gehört auch die regelmäßige Teilnahme der Coaches an Fortbildungen und die Aneignung von Zusatzqualifikationen. Fight! Ein eigenes Team befindet sich gerade im Aufbau und hat schon an mehreren Wettkämpfen teilgenommen, wie zum Beispiel jüngst an der Mettler Fight Night in Filderstadt Ende Januar 2016. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Insgesamt fünf Kämpfe wurden an diesem Abend in den Disziplinen Grappling und Thai-Boxen vom Team Atlas Gym bestritten. Drei Kämpfe endeten siegreich für das Team aus Heilbronn, zwei gingen unentschieden aus. »Wir bereiten unser Team mit speziellen, auf die Kämpfe abgestimmten Trainings- und Ernährungsplänen umfassend und intensiv vor«, erklärt Michels. Zusammen mit anderen Mitgliedern des Atlas Gym, die für moralische Unterstützung Kapitel 31 Adventure Company GmbH | Edisonstraße 3 | 74076 Heilbronn | Tel. 07131-87055 www.adco-hn.de

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Hanix Nr. 42 Die Trainer non links nach rechts: 32 Manuel Weilbacher, Timo Wolpert, Ralf Kossmann, Sven Michels MMA IM ATLAS GYM

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sorgen, geht es dann zu den Wettkämpfen, die in ganz Deutschland stattfinden. Von der familiären Atmosphäre zeugen auch die gemeinsamen Outdoor-Aktivitäten, wie Klettertouren und Wanderungen, die von den Coaches organisiert werden. »Letztes Jahr zum Beispiel haben wir unter anderem eine Maiwanderung veranstaltet und im Sommer ging es für ein Wochenende mit einer achtköpfigen Gruppe zum Klettersteig nach Innsbruck«, berichtet Coach Sven. Die Tour Zeit sich das Atlas Gym näher anzuschauen. Im gut besuchten Kraftraum wird hart gearbeitet: Bankdrücken, Klimmzüge, in der »Cardio-Area« wird ein Traktorreifen mit einem Vorschlaghammer bearbeitet. An einer der Hantelbänke plagt sich David Grinfeld. Der 20-Jährige studiert Robotik an der Hochschule Heilbronn und trainiert seit einem halben Jahr im Atlas Gym. Er hat für das Team bereits an zwei Wettkämpfen teilgenommen und konnte beide für sich entscheiden. Auf die Frage, was ihn an den Mixed Martial Arts am meisten reizt, antwortet er: »Vor allem die physische und mentale Herausforderung mehrere Kampfsportarten zu trainieren und die Vielfältigkeit der Techniken zu erlernen, um sie beim Kämpfen kreativ zu kombinieren.« Für Training und Seminare stehen im Atlas Gym insgesamt fünf Räume zur Verfügung, die großflächig mit Matten und mit unterschiedlichstem Trainingsequipment ausgestattet sind. »Zwei neue Räume haben wir letztes Jahr ausgebaut, da wir verstärkt Seminare zu für den Kampfsport wichtigen Themen wie Ernährung und Trainingslehre anbieten werden«, erklärt Michels. Dies sei vor allem im Hinblick auf eine Öffnung nach außen wichtig: »Wir möchten auch ein Publikum ansprechen, welches nicht unbedingt aus dem Kampfsport-Bereich kommt, auch um bestehende Vorurteile oder Berührungsängste abzubauen«, sagt Weilbacher. Im Raum nebenan findet gerade das Mixed-Martial-Arts-Training statt. Heute stehen Takedown-Techniken auf dem Programm: Coach Sven demonstriert der Gruppe, wie ein Gegner zu Boden zu bringen ist, um ihn anschließend im Bodenkampf zu dominieren oder zur Aufgabe zu zwingen. Abwechselnd versuchen sich die Trainingspartner an den Takedown-Techniken und kombinieren diese im Laufe der Trainingseinheit mit Anschluss-Techniken im Bodenkampf. Während des Trainings beobachtet Coach Sven die Ausführung und korrigiert die ein oder andere Bewegung. Die Konzentration und die Anstrengung stehen den Übenden überdeutlich ins Gesicht geschrieben, doch auch der Stolz und die Freude, wenn die Technik schlussendlich gelingt. ◆ Ein kostenloses Probetraining im Atlas Gym Heilbronn ist ohne Voranmeldung möglich. Mehr Infos zu den Trainern, zum Kursprogramm, zu Öffnungszeiten und Gebühren gibt es auf: www.atlas-gym-heilbronn.de Wir schaffen Verbindungen und sind Ihr Wegbereiter. Unterirdische Versorgungsleitungen Ach so kommt die Versorgung in mein Haus! Ja – hier läuft alles drin. Wir arbeiten ganz achtsam, damit auch im Winter die Leitungen frostfrei und gut ummantelt liegen. Schneider Bau GmbH & Co. KG 74074 Heilbronn · Hans-Rießer-Straße 18 Telefon 0 71 31 / 94 43 - 0 www.IhrWegbereiter.de http://www.facebook.com/IhrWegbereiter Kapitel 33

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April, April, macht, was er will! Wie auch immer das Wetter im Literaturländle wird, eins steht fest: In Heilbronn gibts ein Veranstaltungsgewitter rund ums Buch! Am 4. April starten die 22. Baden-Württembergischen Kinder- und Jugendliteraturtage mit einem vielseitigen und originellen Programm. Von Leonore Welzin, Foto: Meli Dikta Der Stoff aus dem die Bücher sind Hanix Nr. 42 »Lesen ist Kult« heißt es sechs Wochen lang, in denen viele Highlights im ganzen Stadtgebiet locken: Ausstellungen, Bilderbuchkino, Kindertheater, Workshops und Wettbewerbe sowie ein Lesefest am 9. April – und literarische Stadtführungen für die ganze Familie. Ob experimenta- Rätselrallye oder Osiander-Kinderbuch- Quiz, ob klassische Autorenlesung (mit Größen wie Paul Maar, Jana Frey, Jörg Hilbert, Manfred Mai, Jens Sparschuh und dem Cowboy-Klaus-Team) oder Arbeitsplatzlesungen an ungewöhnlichen Orten wie dem Salzbergwerk, dem Eisenbahnmuseum, dem Türmer- Zimmer, der Kilianskirche und dem »Neckarbummler«-Schiff mit Promis (OB Harry Mergel, Theater-Intendant Axel Vornam und andere). Es ist für jedes Alter und jeden Geschmack etwas dabei. Ohne Papier gäbe es keine Bücher. Aber wo und wie wurde Papier erfunden? Worauf wurde vorher geschrieben? Und was hat Heilbronn damit zu tun? Die Ausstellung Heilbronn am Neckar – die Entwicklung einer Stadt am Fluss! gibt Antworten: Sowohl die Herstellung von Hand als auch das Modell einer Heilbronner Papiermaschine sind zu erleben, denn hier kann jeder selbst einmal Papier schöpfen. Während des Ausstellungsrundgangs trocknen die selbstgeschöpften Bögen, die dann zu einem kleinen Büchlein gebunden werden. Es wird mit Feder und Farbe gestaltet, dabei lernt man auch noch Kalligrafie, also Schönschrift kennen. Wer mehr Lust am Ausprobieren und Selbermachen hat sollte schleunigst das Programm durchstöbern, denn unter den 150 Veranstaltungen gibt es viel zu Entdecken. Beispielsweise einen Trickfilmworkshop, einen Rap-Workshop oder wie man selbst Haikus schreibt. Haikus sind dreizeilige Kurzgedichte und in Japan eine Art Volkssport. Oder seid ihr Fans von Gregs Tagebuch und wollt lernen, wie man diese witzigen Comicfiguren ganz einfach und schnell zeichnet? Dann kommt in den Greg-Zeichenkurs! Kursleiterin Charlotte Hofmann zeigt, wie die liebenswerten Helden aus den Büchern Schritt für Schritt zum Leben erweckt werden, wie Sprechblasen eingesetzt werden und welche Gefühle Greg mit Mimik und Körperhaltung zum Ausdruck bringt. Lach doch, wenn es zum Weinen nicht ganz reicht, das war das Motto des Heilbronner Lebenskünstlers Karl Eulenstein. Der größte Maultrommel- Virtuose seiner Zeit wurde 1802 in Heilbronn geboren und ließ sich, trotz häufiger Rückschläge, nicht unterkriegen. Eines Tages bricht beim Musizieren sein letzter Zahn. Seine Maultrommel verstummt für immer. Steckt er den Kopf in den Sand? Nein, denn er kann ja auch Gitarre spielen, komponieren, Bücher KULTUR

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Hanix Nr. 42 schreiben oder Kuchen backen. Udo Grunwald und Alexander Kranich trällern, hämmern, spielen, klopfen, (maul)- trommeln, tirilieren und präsentieren unterhaltsam Stationen aus Eulensteins bewegtem Leben – eine Theaterspielerei für die ganze Familie. Nervenkitzel und Spannung stehen am 30. April bei der Walpurgisnacht- Lesung auf dem Programm: »Von Edgar Allan Poe bis Stephen King« jagen die Horror-Storys eiskalte Schauer über den Rücken. Für viele berühmte Schriftsteller ist Poe Vorbild gewesen. Er hat mit seinen Geschichten das Horror-Genre begründet und auch die ersten Detektiv-Storys der Welt geschrieben. »Wer das Genre liebt, kommt an Edgar Allan Poe nicht vorbei!«, meint der Vorleser Nicolai Köppel, der den Bogen von den Anfängen der Horror- Literatur bis zu King, dem modernen Meister des geschriebenen Schreckens, spannt. Heiß wirds am 5. Mai, am Vatertag lesen Heilbronner Väter um die Wette. Eine Jury aus Kindern im Alter zwischen sechs und 14 Jahren kürt den Gewinner. Der wird am Ende der Veranstaltung feierlich zum »1. Heilbronner Vorlese-Papa 2016« ernannt. Jeder Vater hat maximal sechs Minuten Zeit, um dem Publikum seinen Text aus einem Kinderbuch seiner Wahl vorzulesen. Klassiker oder Geheimtipp, ein aktueller Bestseller, ein Gedicht oder auch Selbstgeschriebenes sind erwünscht. Gelesen werden können ausgewählte Passagen, aber auch eine abgeschlossene Geschichte. Bewerbungen für Vorleseväter oder die Kinderjury bis zum 01. Mai 2016 an: papa_liest@hanix-magazin.de Nach einem guten Dreivierteljahr Vorbereitungszeit, in der unterschiedliche Orte gefunden, Formate erdacht und auf Durchführbarkeit geprüft wurden, hat sich gezeigt, »dass die Möglichkeiten in Heilbronn sehr reichhaltig sind. Das Planungsteam ist auf viel Offenheit bei den Kooperationspartnern gestoßen. Sehr willkommen ist die Unterstützung durch die Volksbank«, freut sich Projektleiter und Hanix-Kolumnist Nicolai Köppel. ◆ Details zu allen Veranstaltungen »Lesen ist Kult« sind im Internet www.kjlt-heilbronn.de ersichtlich oder können einem der 25.000 Programmhefte entnommen werden. Drei Tage ist Heilbronn Zentrum des postmodernen literarischen Bühnenwettkampfs, denn vom 14. bis 16. April 2016 werden hier die 7. Baden-Württembergischen Poetry Slam-Landesmeisterschaften ausgetragen. Von Leonore Welzin, Foto: Meli Dikta WIR SIND POETRY-SLAM Die Lust sich literarisch zu messen ist so alt ist wie die Literatur. Schon vor 2400 Jahren haben Homer und Hesiod einen literarischen Wettkampf ausgetragen, viele Balladen von Goethe und Schiller verdanken wir einem Wettstreit, den beide 1779 ausfochten. Die Lust am literarischen Wettstreit hat im Poetry-Slam ihre Fortsetzung gefunden. Wie einst gelten auch heute Regeln – erstens: Die vorgetragenen Texte müssen selbst geschrieben sein. Zweitens: Es gibt ein Zeitlimit und drittens: Es dürfen keine Requisiten verwendet werden. Mit Spannung werden die 7. Baden-Württembergischen Poetry Slam- Landesmeisterschaften 2016 (BWSLAM16) erwartet, denn hier fighten die besten Poetinnen und Poeten des Bundeslandes. Gegen den Titelverteidiger Nik Salsflausen treten 23 Herausforderer an. Am Start sind unter anderen Marvin Suckut (Konstanz), Daniel Wagner (Heidelberg), Sylvie Le Bonheur (Mannheim), Meral Ziegler (Konstanz), Hanz (Ludwigsburg) und Stefan Unser (Heilbronn). Auch der Sieger im Rahmen der ersten Heilbronner U20- Stadtmeisterschaften (einer Austragung der unter 20-Jährigen, die bei den 22. Baden-Württembergischen Kinder- und Jugendliteraturtagen am 9. April ebenfalls in Heilbronn stattfinden) qualifiziert sich automatisch für den U20- Wettbewerb der Landesmeisterschaften. Der BWSLAM16 beginnt mit einer großen Eröffnungsshow »Unter der Pyramide« (Kreissparkasse Heilbronn) am Donnerstag, 14. April (20 Uhr). Die beiden Halbfinals laufen am Freitag, 15. April jeweils ab 20 Uhr, parallel im Schießhaus und in der Boxx (Theater Heilbronn). Das U20-Finale ist am Samstag, 16. April ab 18 Uhr in der Boxx. Zum Finale des BWSLAM16 treten die Finalisten ab 21 Uhr im Großen Haus an – wie immer entscheidet das Publikum. Für die Eröffnungsshow in der Kreissparkasse haben sich die Veranstalter etwas Besonderes einfallen lassen: »Am besten stellt man sich ein Best-Of aus sieben Jahren Heilbronner Poetry-Slam vor, das nicht den Regeln eines regulären Poetry-Slam unterworfen ist. Es gibt kein Zeitlimit, Requisiten sind erlaubt, es gibt musikalische Beiträge«, sagt Organisator Daniel Schütt vom Heilbronner Popbüro und ergänzt: »Was das Publikum besonders freuen wird: Nektarios Vlachopoulos und Philipp Herold sind auch mit eigenen Werken dabei«. Gibts auch Preise? Beim Poetry-Slam gehe es grundsätzlich um Ruhm und Ehre und nicht um Preise. Es zählt der olympische Gedanke. Falls jemand noch drei Blumensträuße stiften möchte, freue man sich natürlich. ◆ KULTUR BWSLAM16-Organisator Daniel Schütt vom Popbüro Heilbronn-Franken

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In Kirchberg an der Jagst kennt ihn nahezu jeder. Kein Wunder, denn KARL KURZ war dort über 25 Jahre Briefträger und 30 Jahre als Laienschauspieler, Regisseur und Manager des »Theaterkärrele« der TSG Kirchberg aktiv. Als »Räucher-Charly« hat er sich mittlerweile aber auch weit über Kirchberg hinaus einen Namen gemacht. Von Matthias Marquart Fotos: Ulla Kühnle BRIEFE, LACHS UND LEIDENSCHAFT Ein wenig ähnelt Karl Kurz dem Fischhändler Verleihnix aus dem weltbekannten Comic Asterix und Obelix. Imposante Statur, ein Vollbart, der bei Kurz rechts und links zwei kunstvoll gezwirbelte Enden aufweist und auch die Leidenschaft für Fisch teilt er mit dieser Comic-Kultfigur. Allerdings dauerte es bei Karl Kurz etwas länger, bis er sich entschloss, seinem langjährigen Hobby – dem Räuchern von Fischen – offiziell im Nebenerwerb nachzugehen. Postler mit großem Herz Kurz: »Ich bin an der Jagst aufgewachsen und habe schon als Bub das Angeln für mich als Hobby entdeckt.« Und so startete der heute 57-Jährige seine ersten Räucher-Versuche mit selbst gefangenen Forellen und Aalen bereits vor 35 Jahren. »Im Laufe der Zeit habe ich das dann immer weiter verfeinert und zuhause meinen ersten kleinen Räucherofen gebaut.« Doch bevor er mit dem Räuchern richtig durchstartete, sollte es noch etwas dauern. Denn da war ja noch seine zweite Leidenschaft. Nach der Schule absolvierte Karl Kurz eine Lehre bei der Post und wurde anschließend Briefzusteller im heimischen Gefilde. »Ich war Briefträger mit Leib und Seele. Vor allem hier auf dem Land, wo alles noch ein wenig persönlicher zugeht, bekommt man da viel mit und es entstehen sehr viele intensive persönliche Kontakte. Da wird man zum guten Bekannten, zum Freund, ja manchmal auch zum Seelsorger. Heute hat sich das leider auch verändert – alles ist wesentlich straffer terminiert.« Aufgrund gesundheitlicher Probleme musste Kurz nach langen Jahren als Briefträger zu seinem großen Bedauern seine Außendienstarbeit aufgeben und wechselte ins Service-Center der Post. Seiner Liebe zum Räuchern konnte er aber weiterhin nachgehen und baute sich gemeinsam mit einem Freund einen größeren Räucherofen aus Edelstahl. Besser als die Nordlichter Dann, vor zehn Jahren, ein weiterer »Meilenstein an der Räucherfront«. Mit vier Freunden reiste Kurz nach Norwegen zum Hochseefischen. »Eines Abends brachte uns der Vermieter unseres kleinen Ferienhauses als Gastgeschenk einen geräucherten Lachs mit, den er uns stolz servierte. Der war auch wirklich gut, doch im Spaß sagte ich damals: ›Das kann ich aber besser‹ und schon wurde ich beim Wort genommen.« Ein Jahr später kam es dann zum Showdown. Dieses Mal stand der geräucherte Lachs von Räucher-Charly auf dem Prüfstand und überzeugte restlos. »Alle waren von der Qualität und dem Geschmack begeistert und meinten ich solle das doch professionell betreiben.« Einen Moment dachte er dann auch wirklich darüber nach, entschied sich dann aber doch dazu bei der Post zu bleiben und das Räuchern einfach im Nebenerwerb anzugehen. Qualität setzt sich durch Kurz ließ sich professionell beraten, baute den heimischen Keller zur Verarbeitung seiner Lachse nach den geltenden lebensmittelhygienischen Vorschriften aus und legte sich abermals mit der Unterstützung von Freunden einen neuen, nach seinen Vorstellungen entworfenen Räucherofen zu. Beim Kunsthandwerkermarkt im benachbarten Wasserschloss Erkenbrechtshausen war Kurz dann 2014 erstmals öffentlich als Räucher-Charly am Start. Mit bahnbrechendem Erfolg. Binnen kürzester Zeit war sein Lachs ausverkauft und etliche Besucher fragten nach, ob, wann und wo dieser geräucherte Lachs denn zu haben sei. »Diese Wertschätzung der Kunden, die ich beim Räuchern erfahre, ist für mich weit wertvoller als der bescheidene Gewinn, den ich WIRTSCHAFT Hanix Nr. 42

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Das gewisse Etwas mit dem Verkauf der Fische erziele.« Denn eines ist Karl Kurz wichtig: Der Preis für seine Produkte soll erschwinglich sein und »da ich davon nicht leben muss, kann ich den Lachs, gemessen an seiner Qualität, auch für einen relativ geringen Preis anbieten«. Und diese Qualität hat sich mittlerweile weit herumgesprochen und Kurz einen breiten Kundenstamm beschert. Sogar erfahrene Gastronomen wie vom Hotel Post Färber aus Crailsheim oder vom Parkhotel in Ilshofen sind auf ihn aufmerksam geworden. »Der Chef vom Parkhotel war von meinen Räucherlachsen so begeistert, dass er mir angeboten hat bei seinen Fischwochen teilzunehmen und bei einem großen Unternehmen aus der Region sollte ich die große Jubilarfeier mit Lachs beliefern.« Angebote, die Räucher-Charly stolz machen, die er aber allesamt bisher ablehnen musste. »Es ist ein Nebenerwerb, an dem ich unheimlich viel Freude habe und der nicht in Stress ausarten soll. Außerdem würde ich das auch rein zeitlich nicht schaffen, obwohl mich meine Frau tatkräftig unterstützt. So bleibt es aber eben auch etwas Besonderes, worauf sich die Leute freuen können.« Danach gefragt, was seinen Räucherlachs denn nun so besonders macht, dass er so aus der Masse heraussticht, schmunzelt Kurz: »Das sind viele Faktoren«, erklärt er. »Zunächst lege ich größten Wert auf die Qualität des Lachses.« Den bezieht er direkt aus Norwegen, Frischfang aus dem Nordmeer. Außerdem benutze er zum Räuchern nicht das allgemein übliche Sägemehl aus Weißbuche, sondern das der Rotbuche. »Dadurch bekommt der Fisch eine tolle Farbe und kann im Gegensatz zu anderen Verfahren mit wesentlich gleichmäßigeren Temperaturen zwei bis drei Stunden geräuchert werden.« Anschließend müsse der Lachs abkühlen und bestenfalls zwei bis drei Tage lagern. »Das musste ich auch erst lernen«, sagt Kurz und erklärt: »Lachs enthält sehr viel Eiweiß, das erst abbinden muss. Dann aber erst wird der Räucherlachs richtig zum Genuss.« Das ist alles? Nein. Denn wie bei Asterix und Obelix hat auch Räucher-Charly ein ganz besonderes Ass im Ärmel. Was der Zaubertrank des Druiden im kleinen gallischen Dorf, ist bei Kurz seine selbstgemachte Gewürzmischung die er über Jahre hinweg immer wieder verfeinert hat und in die die Lachse vor dem Räuchern 24 Stunden lang eingelegt werden. Karl Kurz grinst und sagt: »Die Gewürzmischung ist das A und O und die Rezeptur wird nicht verraten.« Und so hat er mit den sympathischen Galliern aus dem Comic eben doch mehr gemeinsam, als man denkt. ◆ Hier bin ich richtig! Von Softwareherstellung bis Rechenzentrumsbetrieb: Die IT bei Kaufland. Wir sind mehr als ein erfolgreiches internationales Handelsunternehmen: Wir sind ein Arbeitgeber, bei dem aus vielen Kollegen ein großes Team wird. Aus Jobs sichere Arbeitsplätze und aus Arbeitsplätzen echte Zufriedenheit. Durch Ihre Adern fließen Datenströme? Sie stellen gerne sicher, dass betriebswirtschaftliche Abläufe reibungslos funktionieren? Dann sind auch Sie im Team IT genau richtig! Spannende Jetzt informieren und bewerben: www.kaufland.de/it

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Mechthild Bauer-Babel Kleiststraße 17, EG Von Dr. Bernhard Stumpfhaus Es ist Ende Februar, ein paar kalte Tage, zumal nachts, dafür aber sternenklar. Es wird zwar schon etwas später dunkel, aber immer noch zu früh. Ich bin in der Heilbronner Nordstadt und will einer Freundin unbedingt etwas zeigen, eine kleine Überraschung am Sonntagabend. Wir fahren in die Kleiststraße. Dort gibt es noch viele Altbauten aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. Wir parken vor einem mehrstöckigen Häuserblock, jeder Eingang mit Sternkreiszeichen und Blumen als Reliefs verziert. Die Häuser hier sollen im Rahmen des Förderprogramms »Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt (SSP)« in drei Jahren abgerissen, neue Wohnungen aufgebaut werden. Einige Häuser sind schon entmietet; ein Glück für viele Flüchtlinge, die hier erst einmal eine Bleibe finden. Es ist ruhig, wohl wegen der Kälte, aber wohl auch, weil die Bewohner sich zuhause für den Arbeitsbeginn am Montag entspannen. Die Fenster der Blocks sind meist flimmernd erleuchtet. Eines im Erdgeschoss ist anders. Es scheint klar weiß, hinter einer milchigen Transparentfolie, darauf wie in einem avantgardistischen Stummfilm der 1910er Jahre in schwarzen, ausgeschnittenen Buchstaben die Ankündigung: »Fenster Schau, 19:30«. Es haben sich Kinder eingefunden – es sind Kinder, die erst seit einem halben Jahr im Land sind; was aber egal ist, weil sie sind, wie Kinder sind: In aufgeregter Vorfreude, durcheinander hüpfend, herumbubelnd. Es ist lustig, gemeinsam in der dunklen Kälte sich das Warten zu vertreiben. Im Fenster erscheinen plötzlich Zeichnungen von Schmetterlingen, die Buchstaben begleitend. Es sind die Zeichnungen der Kinder. Sie haben sie gemacht. © Mechthild Bauer-Babel Der schwarze Schatten einer Hand erscheint, räumt die Schrift, die Schmetterlinge beiseite. Ein schwarzer Stift, hinter sich eine schnurgerade Linie mit einem Schiffchen darauf, durchstreicht das Bild. Eine graue Wolke, den weiten Himmel anzeigend, wird darüber platziert. Der Stift verschwindet, ein anderer mit Linie erscheint, diesmal mit Tisch und Stühlen. Die Hand platziert kleine Männchen auf den Stühlen, einen großen Topf auf dem Tisch. Die Wolke wird gedreht und ist nun lecker dampfender Duft über der Terrine. Der Bleistift mit dem ganzen Ensemble marschiert weiter, alles purzelt durcheinander, die Leute über die Stühle, der Topf über die Leute. Nur die Wolke steht noch. Ein Slapstick, wir müssen lachen. Später erscheint ein weiterer Bleistift, einen Strich, diesmal mit einem offenen Karton hinter sich herziehend, darin eine Schere mit zwei Gesichtern im Profil an den jeweiligen Fingereingriffen. Karton, Paket, diese Worte sind übrigens in unserer wie in der Muttersprache der Kinder die gleichen, werden wir freudig unterrichtet. Die Schere befreit sich aus dem Karton und tanzt ein einsames Ballett zu zweit. Die Schere ruckelt weiter und überdeckt dabei geöffnet die Linie des Bleistifts. Will die Schere die Linie durchschneiden? Spannung! Nein. Die Linie bleibt ganz. Danach erscheint wieder die schwarze Schattenhand und zieht ein transparentes Quadrat auf die Bildfläche, über welches der Bleistift holprig eine elegante Arabeske zieht: Bild im Bild. Danach ist Schluss. Die Schattenhand zieht einen Streifen durchs Fenster von rechts nach links: »© Gabi Rets«. So aufgekratzt die Kinder vorher waren, so ruhig sind sie nun. Sie gruppieren sich und verabreden, nach Hause zu gehen. Gemächlich schlendern sie von dannen. An erwachsenen Zuschauern war nur die Familie Bauer-Babel da und wir. Gestern um die gleiche Uhrzeit bei gleichem Setting, aber einer anderen Geschichte, war es nur die Familie. Niemand sonst. Ganz unspektakulär. Das Spektakulärste war gestern der Kontrast von dem nervös flackernden Fernseher im Fenster daneben und dem Schattentheater. Es handelt sich bei der beschriebenen Episode um den Teil einer Kunstveranstaltung zur Wohnung Kleiststraße 17, EG. Mechthild Bauer-Babel, eine der Kultur-Eminenzen der Stadt, hat hier ihr neues Domizil, nachdem sie ihren Laden in der Dammstraße verlassen musste. Sie versteht diese Wohnung als Werkstatt, Werkstatt der Ideen und des künstlerischen Freiraums. Der Verzicht auf große Worte und quotenträchtige Veranstaltungen gehört ihr natürlich zu. Es ist der Kuratorin ein Anliegen für Kontakt zu sorgen, für Gelegenheiten des Austauschs, der Kommunikation, der Einmischung, der Durchdringung von Kunst und Alltag. Auf die Frage, ob man sie als Künstlerin ansprechen könne, antwortete sie: insofern man das Betrachten von Kunst, das Damit- Umgehen als schöpferisches Prinzip ansehe, vielleicht schon. Aber eigentlich geht es nicht wirklich um die Frage nach der Kunst. Es geht darum, an einem konkreten Ort Anlass zu geben, dass Menschen zusammenkommen und Gemeinschaft bilden. Die Kunst als Gastgeberin. ◆ KUNST Hanix Nr. 42

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In den letzten Jahren hat Golder das barocke Konventhaus des Heilig-Geist-Ordens von 1765, in der Langgasse 2, – für den Künstler ein futuristischer Bau – als eine neue Herausforderung entdeckt. Hier finden in den Gängen und dem hölzernen Treppenhaus, über drei Stockwerke alljährlich zwei umfangreiche vom Künstler selbst kuratierte Kunstschauen statt. Vernissagen sind Anfang Mai, zur Kunstnacht, und Ende November. Die Veranstaltungen sind thematisch organisiert: entweder technisch, z. B. Zeichnung und Druckgrafik, wobei das Darstellungsthema selbst keine Rolle spielt; oder thematisch, wobei hier wiederum alle möglichen Techniken zur Aufführung kommen. Für die Auswahl der Arbeiten sei zentral, so Golder, dass sie von Qualität seien. Die zu erkennen, liege in der Entscheidung des Künstlers. Dabei gehe es um die Wahrnehmung der Prinzipien der Komposition, der Beherrschung der jeweils ausgewählten Technik, der Fähigkeit des Künstlers, mit seinen Mitteln eine Aussage zu erreichen. Eine Aussage, so Golder weiter, sei der Gedanke, der Geschmack, die Ästhetik, die philosophische Einstellung. Dabei spiele es keine Rolle, ob eine Arbeit abstrakt oder figurativ sei, denn beide Arten der Kunst folgten denselben Kriterien. Bis Ende April läuft die transrealistische Ausstellung Ecce Homo. Skulptur und Malerei, Zeichnung und Objektkunst. Hierbei handelt es um die Darstellung der menschlichen Natur zwischen den Extremen Tier und Gott. Pünktlich zur Langen Kunstnacht in Wimpfen, am Samstag, den 7. Mai, eröffnet um 19 Uhr die nächste große Schau: Stillleben und Landschaft in verschiedenen Techniken. Ausstellende Künstler werden Nik Golder selbst, seine Meisterschüler und drei Künstler aus Servian, Frankreich, sein. ◆ © Nik Golder Hanix Nr. 42 Nik Golder Künstler, Dozent und Kurator Von Dr. Bernhard Stumpfhaus KUNST Der Künstler Nik Golder ist beruflich nun schon seit über zwanzig Jahren in der Region. Seine Reise führte ihn von Russland über Frankfurt, Eberstadt, Jagsthausen, Widdern nach Bad Wimpfen. In seiner »Realität« kommt er aus Nürnberg, nahm seinen Weg über Straßburg nach Norden und lebt im frühen 16. Jahrhundert. Er ist Transrealist und kommt aus der Renaissance. ›Fortificator‹ – Burgenbauer – ist sein meisterlicher Beruf. Er ist eng vertraut mit Dürer. Golder wohnt nun seit knapp drei Jahren in ›regia wimpina‹, oder kurz Wimpfen – denn den Titel ›Bad‹ gibt es in seiner Zeit gar nicht. Sein gotisches Haus aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ist ihm Lebensmittelpunkt. Er und seine Partnerin renovieren das Haus eigenhändig authentisch, soweit es irgend möglich ist. Hier unterhält Golder auch sein Maleratelier und seine Skulpturwerkstatt – diese ungewöhnliche Vokabel ist der Ausdruck des Künstlers, weil man in einer Werkstatt nun einmal nicht Skulpturen ausstelle, sondern weil dort Skulptur (als Gattung) gemacht werde. Zudem gibt Golder in seinem mittelalterlichen Haus Zeichenunterricht, Kurse in Malerei und Skulptur. Der gewölbte Skulpturkeller, man könnte ihn auch als ›Lapidarium‹ bezeichnen, ist sein eigentlicher Schaffensort. Neben erstaunlich präzise gearbeiteten römischen Weihetafeln und originalen Architekturresten finden sich hier seine Werkzeuge, ein Kran mit einer Hebekonstruktion im Sinne Leonardos, durch und durch geschmiedet ohne Schweißnähte. Hier steht auch ein selbstgebauter, dreistöckiger, monumentaler Ofen mit Steinen aus der sogenannten ›Hölle‹, einem Nachbarhaus, in dem Ablassbriefe verkauft wurden. In Golders Gewölbe lebt das Mittelalter. Es finden regelmäßige Feste statt mit Landsknechten aus Kirchhausen. Es werden angeregte Diskurse geführt mit Burgenforschern, archäologischen Physikern und Waffensammlern, Forschern der römischen Antike und Schwertschmieden. Dieser Keller ist ein Ort der Informationsdichte und des Erfahrungsaustausches experimenteller Archäologie, der Reflexionen über die Durchdringungen der ›septem artes liberales‹ – der sieben freien Künste – mit Handwerk und Leben. Golder ist zweifellos als ›pictor doctus‹ – gelehrter Maler – zu bezeichnen. Er selbst ist der festen Überzeugung, dass der Kunstsinn weder ein Geschenk eines oder mehrerer Götter an die Menschen, noch, dass dieser Sinn ausschließlich an den Menschen als ein Alleinstellungsmerkmal gebunden sei. Vielmehr finde sich Kunst schon seit je in der Natur selbst. Kugelfische beispielsweise bauten erstaunliche Muster aus Sand und Staub, in ihrer komplexen Form und Schönheit vergleichbar allein den Rosenfenstern an der westlichen Portalwand mittelalterlicher Kathedralen. Zurzeit befindet sich Nik Golder in einem Auftrag für die Administration der freien Reichsstadt Wimpfen. Er reißt Ansichten der Stadt auf Papier. Ebenso arbeitet er für interessierte Privatsammler und stattet deren ›villae rusticae‹ – Landsitze – mit römischen Wandmalereien aus im sog. 3. und 4. Stil, dem Ornament- und Phantasiestil. Auch Skulpturenensembles gehören zu seinen Aufträgen: Götterbildnisse, Opfersteine und Darstellungen von Personifikationen. Seine Bewunderer bezeichnen Golder respektvoll als ›Apelles von Unterfranken‹.

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EIN MANN NAMENS OVE Ein Mann namens Ove basiert auf dem gleichnamigen tragikomischen Roman des schwedischen Autors Frederik Backmann, der 2014 zum weltweiten Bestseller geriet. In dieser schwedischen Literaturverfilmung treibt ein griesgrämiger Rentner seine Nachbarn in den Wahnsinn. Mit viel Witz und Herz erzählt Regisseur und Drehbuchautor Hannes Holm diese hinreißende schwarzhumorige Komödie über eine unerwartete Freundschaft und eine große Liebe. RACE Jesse Owens Part bei den olympischen Spielen von 1936 ist beispiellos. Er steigt zum Sport- Star der in Nazi-Deutschland ausgetragenen Spiele auf. Im Biopic Race wird seine Geschichte über Mut, Toleranz und Freundschaft nun auf die große Leinwand kommen. »Packendes Sportdrama um den afroamerikanischen Spitzenathleten Jesse Owens« (programmkino.de). In den Arthaus-Kinos ab 5. Mai 2016 Hanix Nr. 42 In den Arthaus-Kinos ab 7. April 2016 Schweden 2015 Länge: 114 Minuten Regie: Hannes Holm Darsteller: Rolf Låssgard, Bahar Pars u. v. m. Der grantige Rentner Ove (Ralf Låssgard) ist in seiner Nachbarschaft denkbar unbeliebt. Er meldet Falschparker, inspiziert die Mülltonnen auf korrekte Mülltrennung und blafft spielende Kinder an. Dabei hätte Ove eigentlich Besseres zu tun, er möchte nämlich sterben: Seit dem Tod seiner geliebten Frau versucht er, seinem ihm nun sinnlos erscheinenden Leben ein Ende zu setzen, doch immer kommt irgendetwas dazwischen. Gerade als er wieder einen erneuten Versuch unternimmt, brettern seine neuen Nachbarn (u. a. Bahar Pars) mit dem Auto in Oves Briefkasten und unterbrechen seine Bemühungen – doch was den Griesgram zunächst mächtig auf die Palme bringt, entpuppt sich als wahrer Glücksfall, denn nach und nach entdeckt der Witwer, der hinter der rauen Schale einen samtweichen Kern verbirgt, dass es direkt um ihn herum immer noch Dinge gibt, für die es sich zu leben lohnt. ◆ Kanada, Deutschland, Frankreich, USA 2015 Länge: 134 Minuten Regie: Stephen Hopkins Darsteller: Stephan James, Jeremy Irons, Carice van Houten u. v. m. Die Olympischen Sommerspiele 1936 sollen in Berlin stattfinden. Die Filmemacherin Leni Riefenstahl (Carice van Houten) wird damit beauftragt, das Ereignis für die Nachwelt festzuhalten. Trotz Anfeindungen trainiert der schwarze US-amerikanische Athlet Jesse Owens (Stephan James) verbissen unter der Anleitung seines Coaches Larry Snyder (Jason Sudeikis), um bei den Olympischen Spielen dabei sein zu dürfen. Gleichzeitig setzt sich der Leiter des Olympischen Komitees, Avery Brundage (Jeremy Irons), gegen einen von Jeremiah Mahoney (William Hurt) angestoßenen Boykott der Spiele in Nazideutschland ein, um amerikanische Sportler in den Wettkampf zu schicken und den Deutschen mit ihrem Rassenwahn zu zeigen, dass der Sieg keinem Land und keiner Hautfarbe allein gehört. ◆ ARTHAUS-KINOTIPPS

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AUSSERDEM IM KINO A War Start: 14. April.2016 Claus Michael Pedersen ist der Anführer einer dänischen Militäreinheit, die in Afghanistan kämpft – während sich seine Frau Maria zuhause um die drei Kinder kümmert, die ihren Vater vermissen. Die dänische Einheit in Afghanistan muss den Verlust eines Soldaten verkraften, der auf eine Miene trat, und Claus versucht als fürsorglicher Kommandant alles, die Moral seiner Truppe dennoch hochzuhalten. Investiert Claus zu viel, wie sein Kindheitsfreund und Armee-Kumpel Najib meint? Als Claus mit seinen Kameraden von einer Gruppe Taliban eingekesselt wird, fordert er Luftunterstützung an, um so einen seiner verwundeten Männer in Sicherheit bringen zu können. Doch zurück in seiner Heimat muss sich Claus vor Gericht verantworten, weil bei dem Bombenangriff auch elf Zivilisten ums Leben gekommen sind. Ein anstrengender Prozess nimmt seinen Lauf. Das Junglebuch Start: 14. April.2016 Neuauflage eines der wohl bekanntesten Disney-Abenteuer aller Zeiten. Der kleine Mogli wurde im Jungle von Wölfen aufgezogen und verbringt seinen Alltag mit den heimischen Tieren. Mit seinem strengen Mentor Baghira, dem Panther, und dem lebenslustigen Bär Balu erlebt er dabei allerhand Abenteuer. Doch eine Bedrohung lauert im Dickicht des Urwalds: Shir Khan, der Tiger, fühlt sich von dem Menschenjungen bedroht und so müssen Balu und Baghira Mogli in Sicherheit, zu den Menschen, bringen. Mogli jedoch fühlt sich zu sehr mit der Wildnis verbunden, um sein bisheriges Leben einfach aufzugeben. Gods of Egypt Start: 21. April.2016 Als der Gott der Dunkelheit, Set, neuer Herrscher Ägyptens wird, brechen Unheil und Chaos über Land und Leute. War das Reich einst von Frieden und Wohlstand verwöhnt, gleicht es nun der Hölle. Eine kleine Anzahl Rebellen ist übriggeblieben und versucht, den Kampf mit den Horden des bösen Herrschers aufzunehmen und Ägypten zu befreien. Unter ihnen ist Bek, eigentlich ein Dieb, der sich mit dem Gott Horus zusammentut. Gemeinsam bestehen die ungleichen Helden zahlreiche Prüfungen, die sie bis ins Jenseits und hinauf in den Himmel führen. Und am Ende wartet die alles entscheidende Schlacht … X-Men: Apocalypse Start: 19. Mai 2016 Als der von der Menschheit als Gott verehrte Apocalypse aus seinem tausende von Jahren andauernden Schlaf erwacht, ist er über die Entwicklung der Welt und ihrer Bewohner erzürnt. Als erster und mächtigster Mutant des Universums versammelt er nun eine Gefolgschaft der stärksten Mutanten, um die seiner Meinung nach degenerierte Menschheit ein für alle Mal auszulöschen und eine neue, bessere Welt zu schaffen. Die Menschen und Mutanten um Professor Xavier und Magneto müssen sich nun gegen einen der ihren zur Wehr setzen und starten den Kampf um die Zukunft der Erde. Mit dabei der junge Raven, der ein Team unerfahrener Mutanten in die Schlacht führt. Ueltzhöfer ...mehr als einkaufen! In Heilbronn-Sontheim 74081 HN-Sontheim Mauerstr. 78 – 90 • Tel.: 07131 203980 www.edeka-ueltzhoefer.de Festival TANZ! HEILBRONN 11. – 15. Mai 2016 Hubbard Street Dance Chicago THEATER HEILBRONN BERLINER PLATZ 1 74072 HEILBRONN WWW.THEATER-HEILBRONN.DE THEATERKASSE MO–FR ..... 10–19 UHR SA ............ 10–14 UHR TEL: 07131.56 30 01 ODER 56 30 50

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Vintage-Plakatwand, Bismarckstraße (Foto: Meli Dikta)

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»Wir brauchen eine Revolution des Bewusstseins« Hanix Nr. 42 INTERVIEW DES MONATS

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KONSTANTIN WECKER gilt als einer der größten deutschen Liedermacher. Wir trafen den politischen Aktivisten kurz vor seinem Tourstart in seinem Haus in München und sprachen mit ihm über Anarchie und Pazifismus, Politik, Medien und die Revolution … Von Robert Mucha & Friedemann Orths, Fotos: Meli Dikta Hanix Nr. 42 Hanix: Lieber Konstantin Wecker, gleich zu Beginn die Bitte, folgenden Satz zu vervollständigen: »Denk ich an Deutschland in der Nacht, …« Konstantin Wecker: »… werd ich um den Schlaf gebracht.« Ich kann nicht mehr gut schlafen. Auf einer Demo gegen die Sicherheitskonferenz habe ich Thomas Mann zitiert: »Europa taumelt dem Abgrund entgegen.« Ich habe Angst, dass Europa wieder faschistisch wird. Ich dachte immer, ich wäre mit meiner Übersensibilität allein, aber es ist alarmierend, wie viele bekannte Künstler und Kollegen ähnlich wie ich denken. Ich habe in den letzten Wochen mit vielen von ihnen gesprochen und alle sind der Meinung, dass sich etwas ändern muss, dass wir etwas tun müssen. Viele spüren, dass selbst Menschen, die noch vor einem Jahr der Willkommenskultur wohlwollend gegenüberstanden, nun die gleichen Sprüche, die sie von den Politikern hören, nachsprechen. Die Politik hat maßlos versagt. Ich will ihr gar nicht unterstellen, dass sie AfD-nahe Ansichten vertritt, aber die Angst, Wählerstimmen zu verlieren ist so groß, dass die Parteien sich auf dieses Spiel einlassen. Debattierst du eigentlich lieber über Politik und gesellschaftliche (Fehl-)Entwicklungen oder sprichst du lieber über Musik? Am liebsten spreche ich eigentlich über Gedichte, meine lyrischen Vorbilder und was Worte mit mir im Laufe der Jahrzehnte gemacht haben. Je älter ich werde, desto mehr sehe ich mich als Lyriker. Mein Ziel war auch schon mit 20, meine Gedichte durch Musik ans Publikum zu bringen. Damals wurden nämlich auch schon kaum Gedichte gelesen. (lacht) Viel öfter als zu deinen Tourneen, Songs oder Alben, wirst du von Medienvertretern nach deiner Meinung zu aktuellen politischen Themen und Debatten, wie gegenwärtig zum Beispiel zum Flüchtlingsthema, zum gesellschaftlichen Rechtsruck oder der Griechenlandkrise, befragt. Würdest du dich mit den Medien gerne häufiger über deine lyrischen und musikalischen Ergüsse unterhalten? Ich spüre derzeit eine Verantwortung, die ich früher nicht annehmen wollte. Früher habe ich meine Lieder einfach in den Raum gestellt und jedem selbst überlassen, was er damit anfängt und die Verantwortung abgegeben. Heute – und das hängt wohl mit meinem Alter zusammen – sehe ich das anders; vielleicht, weil sich die Gesellschaft verändert hat. Inwiefern hat sie sich verändert? In den 70ern und 80ern hat die große Friedens-, davor war es die Studentenbewegung, vieles richtig erkannt und in einem gesellschaftlichen Rahmen diskutiert. Dieser Rahmen war damals aber nicht annähernd so katastrophal, wie er heute ist: Es gab eine SPD, die noch etwas mit ihrem Namen zu tun hatte. Durch die Angst vor dem starken Ostblock hatten die Politiker Vorbehalte, nicht allzu undemokratisch zu werden – das ist jetzt alles weggefallen, da der Gegner fehlt. Zusätzlich waren wir KONSTANTIN WECKER damals noch weit von dem weltweiten, finanziellen Desaster entfernt, wie es heute der Fall ist. Es kommen also immer mehr Probleme auf unsere Gesellschaft beziehungsweise die Menschheit zu. Genau. Wenn man liest, dass 62 Superreiche so viel Geld besitzen wie 3,5 Milliarden Arme, dann weiß man doch als einigermaßen intelligenter Mensch, dass diese Ungerechtigkeit zu einer Katastrophe führen muss. Irgendwann kommen diese Milliarden zu uns – schon jetzt sind es schließlich Millionen, die sich diese Ungerechtigkeit nicht mehr bieten lassen können, auf der Flucht. Was fehlt, ist der Aufschrei in der Gesellschaft. Der gemeine Bürger denkt sich nur: »Jo mei, wenns den Reichen gut geht, gehts uns auch gut«. Das wurde uns ja immer eingetrichtert. Wenn man aber ein bisschen nachdenkt, merkt man doch, dass es uns eben nicht gut geht: Je besser es den Reichen geht, desto schlechter geht es den Armen. Das merkt man an der Leiharbeit und an der Kürzung der Löhne. Menschen werden in Angst versetzt, weil sie ihre Jobs verlieren könnten. Das war in den 70ern nicht der Fall, damals hat man immer einen Job gefunden. Das ist vorbei. Da haben alle europäischen sozialdemokratischen oder sozialistischen Parteien, die das hätten verhindern sollen, versagt. Woran liegt dieses Versagen deiner Meinung nach? Ich glaube, es liegt am Machterhalt, der den Parteien wichtiger als früher geworden ist. Menschen gehen in die Politik, um in die Politik zu gehen und nicht, um mit Leidenschaft eine Ideologie zu vertreten. Politik ist zu einem Geschäft geworden. Gerade als konservativer Politiker weiß man doch, dass man nebenbei noch die besten Aufsichtsratsposten bekommt und die besten Beziehungen zur Wirtschaft aufbaut und richtig viel Geld verdienen kann. Was mich allerdings hoffnungsvoll stimmt, sind die Kommunalpolitiker auf dem Land. Unter denen gibt es noch echte Idealisten. Weshalb, glaubst du, ist deine politische Meinung nach wie vor so gefragt? Fehlt es an meinungsfreudigen Künstlern und Liedermachern, die deutlich jünger sind als du? Diese jungen, politischen Künstler gibt es schon. Sie haben zwar ihr Publikum und geben richtig Gas, wie beispielsweise Cynthia Nickschas, die auf meinem Label »Sturm & Klang« unter Vertrag ist. Jedoch sind sie nicht so gefragt, weil sich die Zeiten geändert haben. Meine Generation hatte damals eine Chance, weil die Liedermacherei einen riesigen Hype erfuhr. Plötzlich gingen Tausende zu Konzerten von Künstlern wie Danzer, Degenhardt, Wader oder mir. Das wird es einfach nicht mehr geben; das System ist klug genug, diese Musik nicht mehr zu hypen. (lacht) Dein aktuelles Album »Ohne Warum«, mit dem du auf Tour bist, ist auch ein Statement gegen Krieg, für Frieden, für eine Revolution gegen das neoliberalistische, kapitalistische System.

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Das deckt sich mit deiner Ansicht, dass ein Künstler auch eine gesellschaftliche Verpflichtung hat. Haben Künstler diese Verpflichtung noch mehr als die Ottonormal-Bürger? Nein, denn jeder Mensch hat das Recht, sich über eine längere Zeit zurückzuziehen, in seinem Elfenbeinturm zu sitzen und nachzudenken, zu meditieren und Spiritualität zu erfahren, um ein besserer Mensch zu werden. Bernie Glassman, ein jüdischer Zen-Meister, den ich persönlich kenne, vertritt jedoch die Meinung, dass aktive Hilfe wichtiger als die eigene Selbsterkenntnis ist. Reine »Erleuchtung« reicht nicht mehr aus, man muss sich auch engagieren, was der Dalai Lama übrigens schon seit Längerem propagiert. Vielleicht erfährt man die eigene Erleuchtung ja sogar bei der Elendsbekämpfung. Meine Frau und mein Sohn waren auf Lesbos. Das Elend der Geflüchteten, das sie dort erlebt haben, sagen sie, hat ihr Leben verändert. Diese Erfahrungen möchten sie auf keinen Fall missen. Wir lesen in den Medien nur die Zahlen, von den eigentlichen Schicksalen dahinter bekommt man jedoch kaum etwas mit. Wenn sich also jeder, der im Netz solche hässlichen Dinge wie »Lasst die doch alle Konstantin Wecker ist ein deutscher Musiker, Liedermacher, Komponist, Schauspieler und Autor. Er gilt neben Reinhard Mey, Hannes Wader und Franz Josef Degenhardt als einer der großen deutschen Liedermacher. 1977 gelang ihm mit dem Album Genug ist nicht genug der Durchbruch. Wecker wurde dafür im selben Jahr mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet. Die auf dieser LP erschienene Ballade an seinen von Rechtsradikalen erschlagenen Freund Willy wurde Kult. Konstantin Wecker engagiert sich in all den Jahren seiner künstlerischen Karriere auch politisch. In vielen seiner Lieder setzt sich Wecker mit dem politischen Tagesgeschehen auseinander. Trotz des anhaltenden politischen Engagements war Wecker nie Mitglied in einer Partei. ersaufen!« verbreitet, dieses Elend nur einmal sehen würde, wäre die Welt ein besserer Ort. Eine gesellschaftliche Verpflichtung hat also jeder, Künstler wie Nicht-Künstler gleichermaßen. Die aktuellen Zeiten fordern geradezu Widerstand, Rebellion und Revolution heraus hast du gesagt. Du bist überzeugter Pazifist. Könnte so eine Revolution gegen das aktuelle Finanz- und Politestablishment gewaltfrei ans Ziel gelangen? Meines Erachtens geht das nur gewaltfrei. Allerdings kann man so etwas nur für sich selbst entscheiden. Ich bin als Pazifist auch nicht automatisch der bessere Mensch, der immer Recht hat. Ich wüsste auch nicht, wie ich reagieren würde, wenn mir Gewalt angedroht würde. Ich weiß nur, dass ich keine Waffe in der Hand hätte. Ganz sicher bin ich jedoch, dass eine Welt, so wie »In den letzten 15 Jahren haben wir die Demokratie für zu selbstverständlich gehalten« ich sie mir vorstelle, nur gewaltfrei und demokratisch sein kann. Würdest du, theoretisch, eine Revolution, die sehr blutig, aber siegreich für deine Sache ausgehen würde, wollen? Nein, auf keinen Fall. Das würde nicht funktionieren. Wir brauchen eine Revolution des Bewusstseins, eine Revolution der Vernetzung von verschiedenen Ideen. Denn ich habe furchtbare Angst davor, dass wieder eine einzelne Person auf die Idee kommt, zu behaupten, dass sie weiß, wie unsere Welt funktioniert. Das hat noch nie funktioniert. Keine einzige Person ist so klug, das für sich beanspruchen zu können. Ist Macht vielleicht einfach zu berauschend? Ich glaube schon. Macht verändert den Charakter. Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich mich zur Anarchie bekenne. Ich denke, dass alle Ideologien, selbst wenn sie sehr viel Gutes beinhalten, irgendwann erstarren. Eigentlich besitzt die Demokratie die Möglichkeit, alles in Bewegung zu halten, aber in den letzten 15 Jahren haben wir es versäumt, dafür zu sorgen, dass die Dinge nicht erstarren. Wir haben die Demokratie für zu selbstverständlich gehalten. Provokativ gefragt: War es denn in der Vergangenheit wirklich besser? Das glaube ich schon. In den 70ern gab es genug Gründe für die Politiker, wenigstens mal nachzudenken, da sie immer kritisiert wurden. Heute wird ja fast nichts mehr kritisiert oder man bekommt davon gar nichts mit. Hast du gewusst, dass es eine »attac«-Demonstration in Berlin mit 300.000 Menschen gab? INTERVIEW DES MONATS Hanix Nr. 42

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Davon konnte man kaum etwas lesen. Nur, dass ein paar idiotische Nazis versucht haben, sich darunter zu mischen. Das wurde dann so aufgebauscht, als sei das eine rechte Versammlung gewesen. Das kenne ich schon seit unseren Demonstrationen gegen den Irakkrieg in den späten 80ern und frühen 90ern. Die Nazis haben immer so getan, als seien sie Teil der Friedensbewegung. Man versucht dann, denen einen Platzverweis zu erteilen, wie wir es zuletzt in München mit ein paar Pegida-Leuten gemacht haben, aber du kannst so etwas nie ganz verhindern. Zu behaupten, die Friedensdemos seien von Anfang an von Nazis unterwandert, ist eine Unverschämtheit. »Ohne Warum«, deinen Albumtitel, hast du gewählt, um deine Leidenschaft für Bedingungslosigkeit im Leben zu verdeutlichen. Um deine Gedanken dazu zu veranschaulichen, bedienst du dich der Rose, die blüht, weil sie blühen muss, und nicht weil sie vielleicht jemandem gefallen könnte. Du willst deine Kinder auch zu nichts erziehen, jedenfalls nicht zum herrschenden Leistungsgedanken. Woher kommt deine Überzeugung, dass Bedingungslosigkeit eine gute Sache ist? Diese Bedingungslosigkeit wurde mir in die Wiege gelegt. Als Kind durfte ich ohne warum Musik machen und ohne warum singen. Das war die paradiesischste Zeit meines Lebens. Ich hatte Glück, solche Eltern wie meine zu haben. Mein Vater war der sanfteste Mensch überhaupt, obwohl er 1914 geboren ist, der Zeit der schwarzen Pädagogik, der militärischen und strengen Erziehung. Ich bin mit der Oper, mit Mozart, mit Schubert, mit Puccini groß geworden, habe viel Klavier gespielt. Trotzdem war ich ein »normaler« Bub und habe viel Sport gemacht, das war einfach alles selbstverständlich. Eine siegreiche, friedliche Revolution muss nach dieser Logik auch mit dem Volk geschehen, richtig? Sind wir noch weit davon entfernt, nicht anders zu können, als zu rebellieren? Ich habe in meinem Leben miterlebt, wie schnell sich Weltgeschichte ändern kann. Das war beim Fall der Mauer so, an den wohl niemand geglaubt hat, aber plötzlich passierte es, wie ein Blitzschlag. Jetzt gerade ändert sich die Weltgeschichte wieder, wenn auch sehr viel unangenehmer als damals. Dennoch verbinden sich gerade durch das Internet ganz viele Menschen miteinander, die das vorher nie gekonnt hätten. Ich halte es für durchaus realisierbar, dass dadurch ein Sprung der Gesellschaft möglich wird. Die Idee dabei ist so einfach: Wir haben jetzt seit 10.000 Jahren ein System des Besitzes, Konkurrenzkampfs und dauerhaften Wettbewerbs, das unsere Welt kaputtmacht. Wir müssen endlich einsehen, dass das, was wir Fortschritt nennen, gar kein Fortschritt ist. Wie heißt es so schön: Der Fortschritt einer Gesellschaft muss sich daran messen lassen, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht. In diesem Punkt haben wir doch versagt. Dabei muss man nur lernen, auf Konkurrenz zu verzichten. Dann klappt es auch mit der Revolution. Hast du das Gefühl, dass die Menschen das vielleicht irgendwann realisieren? Ja das habe ich, deshalb mache ich mir auch noch Hoffnung. Nehmen wir das plakative Beispiel Pegida, die bei ungefähr 10 Prozent in den Umfragen stehen. Diese 10 Prozent merken ja auch, dass etwas nicht stimmt, nur ziehen sie die falschen Schlüsse daraus. Es ist schade, dass man diese Menschen nicht dazu bekommen hat, gegen die Deutsche Bank zu sein. Stattdessen sind sie jetzt gegen Flüchtlinge. Diese Menschen PROGRAMM + + + AUTORENLESUNGEN + + + BILDERBUCHAKTIONEN + + + COMICWERKSTATT + + + LESEFEST + + + LITERATUR LIVE + + + KINDERTHEATER + + + POETRY SLAM + + + VORTRÄGE + + + TRICKFILMWORKSHOP + + + HIPHOP/RAP + + + + + + SCHREIBWERKSTATT + + + FILM-MITTWOCH + + + BILDER- BUCHKINO + + + AUSSTELLUNGEN + + + THEATER XXTRA WWW.KJLT-HEILBRONN.DE #KJLT2016 @KJLTHEILBRONN WWW.FACEBOOK.COM/KJLTHEILBRONN.DE Mit freundlicher Unterstützung:

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sind nicht in der Lage, die wahre Ursache für ihr Unwohlsein zu erkennen. Was wir jetzt brauchen – und das macht mir Sorgen – ist eine einige, sich nicht zerfleischende, antifaschistische Linke. Wenn wir deutschen Linken nämlich eines können, dann, uns gegenseitig zu zerfleischen und aufzuspalten, das habe ich selbst in den 70ern miterlebt. Nur deshalb hat es die neoliberale Konterrevolution geschafft, so unglaublich stark zu werden. Jetzt habe ich die Hoffnung, dass sich linke Kräfte gegen den aufkommenden, immer unverschämter werdenden Faschismus bündeln, ohne dabei gleich wieder die einzig wahre Ideologie entwickeln zu wollen. Ist so ein Bündnis in Deutschland überhaupt möglich? Schwierig. Nehmen wir zum Beispiel Varoufakis und sein neues Bündnis DiEM 25. Kaum stellt er es vor, wird er von allen Seiten attackiert, wird ihm Eitelkeit vorgeworfen. Sofort gibt es wieder Streitereien. Natürlich muss man verschiedene Ideen und Ideologien hinterfragen und ausdiskutieren, aber wenn es wie jetzt darum geht, Faschismus zu verhindern, braucht es Geschlossenheit. Dafür müssen wir etwas tun. Kann die Generation Golf, Y und Praktikum überhaupt eine Revolution bewerkstelligen? Sind wir nicht zu weich, scheinindividuell und bequem? Wenn etwas nicht mit einem »Gefälltmir-Klick« bewerkstelligt werden kann, wird es oft schon zu anstrengend. Ich mache mir Sorgen um diese Generation. Sie möchte sich in erster Linie etablieren, viel Geld verdienen, Häuser bauen, Familien gründen. Und das kann man ihr natürlich nicht verübeln. Aber sollte Europa wieder einen Weg in den Faschismus nehmen – man muss ja nur nach Ungarn schauen – habe ich wenig Hoffnung, dass sich diese Generation wehren würde. Jetzt haben alle brav BWL studiert und sie werden das auch nicht einfach wegschmeißen wollen. Wahrscheinlich sind sie sowieso völlig anderer Meinung als ich und halten mich für einen totalen Spinner, der Quatsch erzählt. (lacht) Der Wahn dieser Generation besteht darin, zu glauben, dass es einen dauerhaften Gewinn gibt und dass man nur sein Stück vom Kuchen bekommen muss und einer dieser 62 Superreichen werden kann. Dabei ist unsere Welt jetzt schon ausgebeutet und es wird ein schauerliches Erwachen für spätere Generationen geben. Mit 20 glaubt man auch noch, dass viel Geld und Macht auch viel Glück bedeuten. Ein Irrtum. Das Erstrebenswerte – und da greife ich mich mehr als alle anderen an – sollte Besitzlosigkeit sein. Du bist selbsternannter Utopist und Träumer. Diese Frage geht an den Realisten Konstantin Wecker: Wie sehen Deutschland und die Welt 2020 aus? Beschreiten die Neoliberalisten und Heuschreckenkapitalisten ihren Siegeszug weiter? Ich habe mir in Gesprächen mit Familie und Freunden schon Gedanken gemacht, wohin man auswandern könnte. Vielleicht nach Kanada, mit ihrem neuen Premier. Um nochmal auf die Internet-Generation zurückzukommen. Ist das Netz Fluch oder Segen? Ich glaube, es ist immer noch ein Segen. Man erfährt Dinge, die man früher nicht erfahren hätte, beispielsweise über TTIP. Es gibt kluge Menschen, die daran arbeiten, das Netz vor staatlichem Zugriff zu schützen; Hacker sind oftmals auf einer guten gedanklichen Linie, was das angeht. Ein Fluch des Internets ist nur, dass eben ein paar Vollidioten ihre Verschwörungstheorien oder ihren Rassismus verbreiten können. Dem kann man entgegentreten oder es einfach ignorieren, gerade wenn man sich ihre extremen orthografischen Schwächen ansieht. Und ich bin mir sicher, dass sich solche Menschen, wenn man ihnen im echten Leben gegenüberstehen würde, ganz anders verhalten würden. Die etablierten Medien kamen, gerade durch Kampagnen und Shitstorms in den sozialen Netzwerken zur zweifelhaften Auszeichnung »Lügenpresse«. Gerade die Rechten bemühen den Begriff gerne. Aber auch die Linken und immer mehr aus der Mitte sind mit der Berichterstattung unzufrieden. Wie nimmst du die Arbeit der Politik- und Nachrichtenredaktionen im letzten Jahr wahr? Sind sie vertrauenswürdig? Wenn man wie ich die Medienlandschaft schon seit Jahrzehnten verfolgt, merkt man natürlich den Kurs. Der ist bei manchen eher konservativ, bei anderen weniger. Es gibt trotz allem immer noch viele Journalisten, die eine gute Arbeit machen. Mit der Meinung mancher Journalisten stimme ich nicht überein, dafür aber mit der Meinung anderer. Deshalb kann man aber nicht von »Lügenpresse« reden. Und ich glaube, dass doch die Leute, die am lautesten »Lügenpresse« schreien, niemals Zeitung gelesen haben. Wenn, dann lesen sie nur diese eine Zeitung. Und je mehr Pegida und AfD von »Lügenpresse« sprechen, desto mehr springe ich der Presse zur Seite. Die haben kein Recht dazu, die Presse zu kritisieren. Das ist doch so, wie wenn jemand Dostojewski kritisieren will, aber gerade mal die Hälfte vom Vorwort gelesen hat. Haben die Medien die AfD relevant geschrieben und gesendet? Ja das haben sie und gleichzeitig zu wenig über die Nazistraftaten im letzten Jahr berichtet. Dennoch ist es gut, dass von den etablierten Medien kaum jemand ein gutes Wort an der AfD gelassen hat und auch positiv über die Willkommenskultur berichtet wurde. Potenzielle AfD-Wähler sind zu 120% männlich hat eine Umfrage ergeben. Schießbefehlsrhetorik kommt aber von den AfD- Frontfrauen. Wie passt das zusammen? Wie würde der von dir sehr geschätzte, inzwischen verstorbene, Psychoanalytiker Arno Gruen diese AfD-Eigenheit erklären? In einer strengen Ideologie – und das sind ja Menschen, die einer strengen Ideologie unterworfen sind – wird das Weibliche auf eine bestimmte Funktion dezidiert. Deshalb bin ich überzeugt, dass jemand wie Frau Petry auch sagen würde, dass Frauen an den Kochtopf gehören. Aber das ist deren Taktik: Hanix Nr. 42 48 INTERVIEW DES MONATS

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Hanix Nr. 42 Da wird schnell vorgeprescht, um Wählerstimmen abzufischen und dann nimmt man das wieder ein bisschen zurück, wie es ja gerade mit dieser Frau von Storch passiert ist. Womit wir bei der nächsten Frage sind: Wenn du eine Aussage, wie zum Schießbefehl an deutschen Grenzen von AfD-Frau Beatrix von Storch hörst, hättest du als Pazifist nicht gut Lust ihr high-five zu geben? Mit dem Knie. Ins Gesicht. Sei ehrlich … (lacht) Nein, das war noch nie meine Art. Wobei ich eines gestehen muss: Vor einigen Wochen wurden in Griechenland ein paar deutsche Nazis, die bei dieser Nazi-Partei »Morgenröte« mitmachen wollten, von linken Athenern verprügelt. Da konnte ich mich einer klammheimlichen Freude nicht erwehren. Ich habe ein Bedürfnis dagegenzuhalten, aber nicht mit Gewalt. In Bayern übernimmt die CSU die Arbeit für die AfD und fischt ordentlich am rechten Rand. Wünschst du dir beim Auftreten von Horst Seehofer eigentlich Edmund Stoiber, Theo Waigel oder gar Franz-Josef Strauß zurück? Nein. Keinen der drei. Sich Strauß zurückzuwünschen wäre sowieso undenkbar. Da ist Seehofer wirklich das kleinere Übel. Der wäre ja alles, wenn er nur dafür gewählt werden würde, sogar links. Seehofer ist ein klassischer, schmerzfreier Populist. Und Strauß war ein Verbrecher, der sich persönlich bereichert hat und dafür in seiner Partei immer noch verehrt wird. Wie man einen Flughafen nach einem solchen Menschen benennen kann, ist schon ungeheuer. Wir wollen jetzt übrigens einen Aufruf starten, den Flughafen München in Karl Valentin International umzubenennen. Und wie bewertest du Angela Merkels aktuelles Auftreten und ihre Flüchtlingspolitik? Ich hätte als Altlinker nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber ich habe Respekt für Angela Merkels Verhalten in der Flüchtlingskrise. Abgesehen davon, dass sie natürlich auch ihre Spielchen treibt, beispielsweise mit Erdogan. Ein Text von dir heißt »Denkt mit dem Herzen«. Macht Merkel das gerade ein bisschen? Vielleicht das erste Mal in ihrem Leben? Vielleicht. Ich habe keine Ahnung, weil ich sie nicht persönlich kenne und mich auch nie so sehr mit ihr beschäftigt habe. Warum sie in diesem Punkt jetzt so authentisch ist und sich als Politikerin dabei sogar selbst gefährdet, weiß ich nicht. Das entlockt mir schon eine gewisse Bewunderung. Im Gegensatz zu all den anderen neoliberalen Umfallern ist ihr Verhalten enorm. Man muss eben auch in der Lage sein, den Gegner zu respektieren. (lacht) Zum Abschluss sei dir eine Frage an den Musiker, Träumer und Utopisten gegönnt: Wie wird dein Konzert am 10. April in Heilbronn? Sehr sinnlich, mit fantastischen Musikern. Wir freuen uns alle darauf und was gerade unter uns Musikern und auch den Technikern passiert, ist sehr spannend. Wir mussten jetzt einen Monat pausieren und sind von dieser spielfreien Zeit richtig fertig und sehnen uns danach, wieder loszulegen. Da herrscht eine echte, kindliche Vorfreude! ◆ Info: Am 10. April 2016 spielt Konstantin Wecker im Theater Heilbronn. RZ_Distel RZ_Distel Spezial Spezial Spezial Kastenzugabe_A4_Anzeige_v02 2 FA.indd 2 FA.indd 2 1FA.indd 1 1 19.02.2016 19.02.2016 17:10:01 17:10:01 BIERGARTEN, BURG & EVENT Genießen Sie das wundervolle Ambiente in einem der schönsten Biergärten Deutschlands. Burg Stettenfels 74199 Untergruppenbach (direkt an der A81) Tel: 07131 - 9770 201 Fax: 07131 - 9770 200 www.burg-stettenfels.de KONSTANTIN WECKER

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Titelthema: [S. 52–63] URLAUB DAHEIM »Ick brauch keen Hawaii, denn det jefällt mia hier.« Icke & Er, Rap-Duo Der Wohnmobilstellplatz Heilbronn → S. 52 ZEHN URLAUBSTIPPS FÜR DIE REGION → S. 54 »Ich habe keinen Wecker mehr« Ein Gespräch mit Reisebloggerin Katrin Lehr → S. 58 INTERVIEW MIT NICO WEINMANN VOM VERKEHRS- VEREIN HEILBRONN → S. 62 Artwork: Kathrin Leisterer Hanix Nr. 42

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Hanix Nr. 40 Kapitel 51

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Reisen in ferne Länder ist aufregend. Die neuen Eindrücke geben uns ein gutes Gefühl. Wir kommen raus aus unserem Alltag, nehmen andere Menschen und eine andere Umgebung wahr. Doch manchmal passiert es, dass sich der Urlaubstraum zu einem Albtraum entwickelt. Es gibt eben viele Gründe, vielleicht doch lieber Urlaub Daheim zu machen. Auf einem Wohnmobilstellplatz in Heilbronn treffen wir Reisende, die uns erzählen, warum sie so gerne nach Heilbronn kommen. Von Maria Sanders, Fotos: Meli Dikta Liebe auf den ersten Blick Samstagmorgen in der Neckarhalde. Kalt ist es. Bestimmt minus zehn Grad. Bis auf ein modernes Wohnmobil und einen älteren Kleintransporter ist der Wohnmobilstellplatz neben dem Freibad wie leergefegt. Verständlich. Denn eigentlich ist ja noch Winter. Im Sommer sieht das hier schon ganz anders aus. Da sind meist alle zwanzig Stellplätze belegt. Unser Blick schweift von links nach rechts über das helle, mit Tau bedeckte Grün des angrenzenden Wertwiesenparks, weiter über den kleinen Teich, entlang zum Kiosk und bleibt am Fenster eines modernen Campingwagens stehen. Das Fenster hat keinen Vorhang. Dahinter sitzt ein Mann ganz entspannt und mit angelehntem Rücken auf dem Sitz. Er hat noch seinen Pyjama an. Blau mit roten Querstreifen. Seine Augen sind geschlossen. Als würde er sich von den Sonnenstrahlen wärmen lassen, die durch das Fenster scheinen. Glücklich sieht er aus. Das verraten die leicht nach oben gezogenen Mundwinkel. Woher der Reisende wohl kommt, fragen wir uns? Wir klopfen an, die Tür öffnet sich und der Mann lächelt uns verwundert an. »Kann ich Ihnen weiterhelfen?« »Wir kommen aus Heidelberg«, sagt Michelhans Werner mit äußerst sympathisch-badischem Dialekt. In den vergangenen drei Jahren sind sie zum vierten Mal nach Heilbronn gekommen. Er und Ehefrau Monika. Warum? »Heilbronn hat ein schönes Ambiente. Wir sind gern hier«, sagt der 68-jährige Rentner. »Heidelberg ist uns zu stressig.« Werner macht einen so zufriedenen Eindruck, dass sich uns die Frage aufdrängt, was bisher das Beste in seinem Leben war. »Meine Frau«, antwortet er ohne Luft zu holen und hält einen Moment lang inne. Wir sehen sie nicht. Michaelhans erzählt offen wie sie sich kennengelernt haben: 1968, auf einem Tanzball. Sie war etwas schüchtern. Er fragte, ob er sie zum Tanzen einladen dürfe. Im Wohnwagen drinnen ist es still. »Es war Liebe auf den ersten Blick«, sagt er dankbar. Seither sind 46 Ehejahre vergangen und neben zwei Kindern vier Ekelkinder entstanden. »Ich verstehe die meisten Menschen nicht. Warum sie so unglücklich sind«, sagt er. »Wir haben doch alles.« Bemerkenswerte Einstellung, wenngleich auch ihm das Leben seinen Tribut zollte. Nach zwei Herzinfarkten, 19 Operation an seiner Frau und gut 50 Arbeitsjahren »ist es an der Zeit, dass wir uns um uns kümmern.« Die Wohnung haben sie verkauft. Am liebsten wollen sie nur noch »auf Achse sein«. Da biete sich Heilbronn sehr gut an. »Wir können hier drei Tage bleiben, kostenlos«, sagt er begeistert, »Wasser und Strom ist auch da.« Sie sind schnell auf der Autobahn, die sie in alle Richtungen führt. Morgen geht es für das Paar weiter in die Eifel, nach Trier und danach in den Süden gen Bodensee. Was sie mit dem Heilbronner Ambiente meinen, fragen wir noch mal nach: Am Neckar entlang zu laufen und in einem kleinen Café einen Cappuccino zu trinken, das gefalle ihnen sehr. Heilbronn hat schöne Ecken, die müsse man genießen. Ansonsten »sollte man das Leben nehmen, wie es kommt«, sagt er und wendet sich langsam wieder seiner Frau und dem gedeckten Frühstückstisch hinter ihm zu. Mit seinem Camping-Nachbarn hatte er dieses Mal nicht viel am Hut. Vielleicht, weil er dachte, dass es ein Franzose sei. Darauf ließ zumindest das französische Kennzeichen an dem weißen Ford Transit schließen. Die Fensterscheiben sind abgedunkelt, überall ein paar Macken am Wagen. Auf dem Wohnmobilstellplatz ist es still. Im Sommer kann es tagsüber aber schon mal lauter werden. Nämlich dann, wenn im Park nebenan die Musiker auf der halb überdachten Bühne ihre Konzerte spielen. Wem das zu wenig ist oder wer doch lieber shoppen will, folgt einfach den Schildern in die Innenstadt. Nach zwei Kilometern und etwa fünfzehn Minuten Fußmarsch ist die City erreicht. Und wer nicht laufen mag, nimmt einfach den Bus. Im Internet fallen die Stimmen über den Stellplatz positiv aus. »Finde den Platz gut«, schreibt Ralph Schulz-Steding auf Labby’s Blog. Monika Steiger ergänzt: »Etwas bedauerlich, dass die Toilette nicht rund um die Uhr geöffnet ist. Gehört zu einem Kiosk. Der Platz ist ideal.« Eine Stelle, an der man vielleicht noch was machen könnte? TITELTHEMA: URLAUB DAHEIM Hanix Nr. 42

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Fahren. Erleben. Genießen. Mobil in unserer Region – mit Bus, Bahn und Stadtbahn Hanix Nr. 42 Oben: Michelhans Werner spaziert gerne am Neckar entlang Unten: Der Heilbronner Thomas Lüter ist nur noch auf Stippvisite in seiner Heimatstadt Auf einmal wendet sich unser Blick vom Park ab, wieder hin zum weißen Kleintransporter, als wir das laute Geräusch hören. Ein Mann in Jeans und dicker Jacke öffnet die Schiebetür des Wagens. Dicht an seiner Seite ein Hund. Das Fell grau meliert. Wir lernen Thomas Lüter kennen, einen Heilbronner, den es eher ins Ausland zieht. Das liegt wohl an seiner Geschichte. Das eingefallene Gesicht, der magere Körper und die weiten, blauen Augen des 60-Jährigen sprechen Bände. »Ich war drogenabhängig«, sagt Lüter, »35 Jahre lang.« Um sich seine Sucht zu finanzieren, dealte er mit Drogen. Dafür kam er damals ins Gefängnis und wurde dort schwer heroinsüchtig. »Im Knast bekommst du alles, was du draußen auch bekommst.« Da ist Einiges schief gelaufen in seinem Leben, das ihn anfällig für die Drogen machte. Wenig Halt in der Kindheit und Jugend. Mittlerweile ist er seit acht Jahren clean und stolz darauf. Dennoch, sein Körper ist ausgezehrt. Regelmäßiges Arbeiten oder länger als vier Stunden in einer Wohnung verweilen kann er nicht mehr. Er lebt draußen auf der Straße von handgemachtem Schmuck, manchmal vom Betteln. Im Wagen seine überschaubaren Habseligkeiten. Thomas Lüter ist mal hier, mal dort. Frankreich, Spanien, Portugal – überall und doch nirgendwo. Während er erzählt, liegt Hundedame Denise vor ihm. Er hatte sie in Südfrankreich gesehen. »Hab ihr hundert Zecken rausgemacht und ihr gesagt, wenn du magst, kommste mit.« Seither ist sie treu an seiner Seite. Seine wohl engste Vertraute. »Wenns mir nicht gut geht, zwickt sie mich und sagt mir damit: Hey, ich bin auch noch da!« An die guten, alten Zeiten erinnert sich Lüter trotzdem gerne. Gleich neben dem Wohnmobilparkplatz gibt es die »Neckarhalde«, ein Freibad. »Als Kinder waren wir immer dort«, so Lüter. Und zum ersten Mal sehen wir ihn lächeln, als er uns von damals erzählt. ◆ WOHNMOBILSTELLPLATZ Kostenlose Fahrradmitnahme im Schienenverkehr (werktags ab 9 Uhr) www.h3nv.de

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Weltklasse Wellness, urtümliches Heuhotel oder entschleunigendes Oldtimer-Wohnmobil Zehn Urlaubstipps für die Region! Es muss nicht immer die exotische Fernreise sein, um einen Urlaub nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Im und ums Heilbronner Land gibt es zahlreiche Möglichkeiten, einen Urlaub nach Maß zu verbringen. Unsere zehn Übernachtungstipps für Luxusliebhaber, Ökotouristen, Familien, Verliebte, Camper oder Städtereisende. 1. STÄDTETRIP Hotel TraumRaum/Boutiqueund Designhotel Bahnhofstraße 31, Heilbronn Entfernung vom Heilbronner Marktplatz: 0,75 Kilometer www.hotel-traumraum.de Wieso nicht einmal einen Städtetrip in der Heimatstadt verbringen? Nach dem Motto: zu Gast daheim! Wir behaupten, Heilbronn ist eine Stadt für den zweiten bis zehnten Blick. Selbst für Einheimische gibt es im Alltag vieles, was übersehen wird, aber sehenswert ist. Die Stadt ganz neu kennenlernen kann man am besten mit einem Städtetrip, ganz ohne Alltagsverpflichtungen. Und bestens unter kommt man in Heilbronn bei der klaren TripAdvisor-Nr. 1: dem Hotel TraumRaum, das heuer fünfjähriges Bestehen feiert. Das inhabergeführte Boutiqueund Designhotel vis-a-vis des Heilbronner Hauptbahnhofs bietet fast alles, was man sich von einem gemütlichen, individuellen und geschmackvollen Stadthotel wünscht. Hier wird aufs Detail geachtet. Das fängt bei den Zimmern an, die je eine Metropole (New York, Tokio, London, etc.), Stadt (Reykjavik, Zermatt, Venedig, etc.) oder Insel (Sylt, Guadeloupe, Bali, etc.) zum Thema der Inneneinrichtung haben. Das leckere Frühstück mit hausgemachten süßen und herzhaften Brotaufstrichen, Bacon, Rührei, Pfannkuchen, Obstsalat, Müsli und vielem mehr sucht in der Stadt seinesgleichen. Und auch der Service und Dienstleistungsgedanke des gesamten Teams stellt die Gäste, wenn man den TripAdvisor-Kommentaren glauben schenkt, mehr als zufrieden. Am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Einzig die Parkplatzsituation in unmittelbarer Hotelumgebung ist nicht befriedigend. 2. LANDFERIEN Ökoferienhof Retzbach/Heuhotel, Ferienwohnungen & Campingplatz Naicha 7, Blaufelden Entfernung vom Heilbronner Marktplatz: 88,7 Kilometer www.oekoferienhofretzbach.de Ferien nach anthroposophischen Prinzipien findet man in Blaufelden auf dem Demeterbauernhof von Albert Retzbach. Auf dem Ökoferienhof dürfen Feriengäste auf Tuchfühlung mit den hofeigenen Tieren gehen. Und nach der anstrengenden, freiwilligen Hofarbeit kann man sich unter Obstbäumen wunderbar erholen. In Blaufelden-Naicha im Hohenlohischen unweit von Crailsheim betreibt Retzbach mit seiner Familie seit bald 40 Jahren seinen Ökobauernhof. Seit Ende der Neunziger können sich in mehreren Ferienwohnungen, dem Heuhotel oder auf dem hofeigenen, zwischen Obstbäumen gelegenen Campingplatz bis zu 120 Feriengäste erholen. »Unsere Philosophie ist es, das Bewusstsein unserer Gäste für ökologische Landwirtschaft und gemäßigten Konsum zu sensibilisieren«, erzählt der Landwirt. Der 66-Jährige, der seit nun 50 Jahren den Knochenjob macht, bewegt sich aufgrund kaputter Knie nur langsam und schwer über seinen Hof. Aber die Arbeit muss tagtäglich gemacht werden. Seine Familie ist natürlich tatkräftig mit dabei, um die anfallenden Arbeiten zu übernehmen. Auch Feriengäste legen gelegentlich Hand an und immer wieder hat Retzbach Praktikanten auf dem Hof: Schließlich müssen die vielen Tiere – neben Kühen bewohnen auch Pferde, Schafe und Ziegen, Fasane, Hühner, Katzen und Laufenten den Hof – gefüttert und gepflegt werden. Retzbachs Drang, seinen Gästen seine Philosophie der nachhaltigen Landwirtschaft und des gemäßigten Konsums näher zu bringen, lässt sich auf dem idyllischen Ökoferienhof wunderbar umsetzen. Schon morgens dürfen sich kleine und große Gäste beim Füttern der Hühner, Enten, Gänse und des anderen Federviehs beteiligen. Danach sind die Ziegen, Schafe und Pferde dran. Für Kinder ist dies ohnehin ein aufregendes Erlebnis. Aber auch erwachsene Städter sind fasziniert davon. TITELTHEMA: URLAUB DAHEIM Hanix Nr. 42

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3 4 5 Hanix Nr. 42 3. GOLF-, WELLNESS- UND LUXUSURLAUB Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe Kärcherstraße 11, Zweiflingen-Friedrichsruhe Entfernung vom Heilbronner Marktplatz: 33,3 Kilometer www.schlosshotel-friedrichsruhe.de Das Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe ist ein 5 Sterne Superior Hotel in der Region Hohenlohe und Mitglied der Hotelkooperation »Small Luxury Hotels of the World«. Eingebettet in einen 4,4 Hektar großen Park stehen den Gästen des Hauses 66 exklusive Zimmer und Suiten, verteilt auf vier verschiedene Gebäude, zur Verfügung. Das 4.400 Quadratmeter große, mehrfach ausgezeichnete Spa bietet Gästen auf zwei Etagen Ruhe und Erholung. Feinschmecker kommen in den vier Restaurants des Hotels auf ihre Kosten. Der angrenzende 27-Loch Golfplatz mit Golf-Akademie bietet sportlichen Ausgleich. Laut »Relax Guide 2016« gilt es mit der Höchstnote von 4 Lilien und 20 Punkten als bestes Wellnesshotel Deutschlands. Jedes Jahr kürt eine Jury im Magazin GEO Saison die 100 besten Hotels in Europa. Mit dabei beim aktuellen Ranking ist dieses Jahr auch das Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe. Die Aufnahme in die europäischen Top 100 ist ein weiterer Ritterschlag für das Spitzenhotel der Würth-Gruppe. 4. WEINURLAUB Jakobshof/Übernachten im Weinfass Bachgasse 3, Bad Mergentheim- Markelsheim Entfernung vom Heilbronner Marktplatz: 78,4 Kilometer www.jakobshof-lehr.de Reduziert auf das Wesentliche: Wein und Natur. Auf dem Jakobshof in Bad Mergentheim-Markelsheim bietet das Ehepaar Lehr Übernachtungen im Weinfass an – mitten im Weinberg. Einfach mal ein Wochenende im Weinfass wohnen? Die Winzer Conny und Thomas Lehr machen es möglich. 10 TIPPS FÜR DIE REGION Mitten im Weinberg stehen die bestens ausgestatteten Fässer. Sie sind mannshoch und vorne verglast. Aus den Fässern bietet sich dem Übernachtungsgast ein weiter Blick übers Taubertal und die wunderschöne Landschaft. »Eine einzigartige Möglichkeit, den Wein zu genießen«, wirbt Winzerin Conny Lehr. »Es ist kein Strom da, kein Fernseher, kein Radio. Sie haben sich und den Wein und sie schwätzen.« Drei Flaschen Wein gibt es zur Übernachtung dazu. Neben dem Schlafzimmerfass steht das Wohnzimmerfass, das im hinteren Teil auch ein Minibadezimmer eingebaut hat. Mit 8.000 Litern Volumen bieten die Fässer Komfort und ausreichend Platz für zwei Personen. Auf den ebenfalls angebotenen Panoramafahrten durch die Weinberge im Wagen bietet das Winzerpaar den Kunden ein deftiges Vesper mit selbstgebackenem Brot und jeder Menge Informationen über den Weinbau und die Region. Und auch Musik gehört dazu. Den Jakobshof in Bad Mergentheim-Markelsheim (Main-Tauber-Kreis) gibt es schon seit dem 17. Jahrhundert als landwirtschaftlichen Betrieb. Seit 1991 führt ihn Conny Lehr gemeinsam mit ihrem Mann Thomas. Neben dem Ackerbau baut das Ehepaar auf 5,5 Hektar Fläche Wein an. Außer der Übernachtungsmöglichkeit im Weinfass stehen Gästen auch zwei Ferienwohnungen zur Verfügung. 5. ROMANTIKURLAUB die träumerei/Designhotel Obere Pfarrgasse 3, Michelstadt Entfernung vom Heilbronner Marktplatz: 80,7 Kilometer www.die-traeumerei.com Zwischen Rhein, Main und Neckar liegt der Odenwald. Schauspielerin Jessica Schwarz eröffnete mit ihrer Schwester Sandra das Design-Hotel »die träumerei« in ihrer hessischen Heimat Michelstadt, 80 Kilometer von Heilbronn entfernt. Die Schauspielerin erwarb das unter Denkmalschutz stehende Haus vor gut zehn Jahren. Es liegt zwischen der elterlichen Brauerei und ihrem Geburts- haus und stand 30 Jahre lang leer. Früher gruselten sich die Schwestern davor, 2008 haben sie ein romantisch-märchenhaftes Schmuckstück geschaffen. Jessica Schwarz: »Das Haus von 1623 in der Oberen Pfarrgasse 3 hatte für uns schon immer eine Seele und ungelöste Rätsel: ein dunkles, kleines Haus mit vielen Gesichtern und Geschichten. Voller Erinnerungen schauen wir heute auf dieses Haus. Damals – zwei Mädchen im Alter von 10 und 12 Jahren, die versuchten einen Blick durch die Fenster zu werfen, um ein Geheimnis zu entdecken. Verstaubte Fenster, Schutt, Holz, eine alte Badewanne! Keine Feen, keine Elfen?« Die vier unterschiedlich gestalteten Zimmer tragen die Namen »Malvensuite«, »Elfenbeinzimmer«, »Jademansarde« und »Goldspeicher«. Die Möbel sind aus Eiche; Farben, Materialien und Accessoires variieren und unterstreichen den jeweils eigenständigen Charakter eines jeden Raumes. Zum Hotel gehört ein nettes Café mit 20 Sitzplätzen, im Sommer gibt es weitere 40 Plätze im Freien. »die träumerei« steht zwar hauptsächlich unter der Leitung von Sandra Schwarz, doch auch die berühmte Schwester packt in drehfreien Zeiten schon mal mit an. 6. BASIC-CAMPING Freibad & Campingplatz Neudenau Deitingen 8, Neudenau Entfernung vom Heilbronner Marktplatz: 24,6 Kilometer www.freibadfreunde-neudenau.de Freibad und Camping am Jagstufer. Der Campingplatz mit einer Fläche von knapp drei Hektar liegt zwischen Neudenau und Siglingen im schönen Jagsttal inmitten der Natur. Das Campen ist einfach, ohne Luxus, aber deshalb so gut. Ein Ort, der entschleunigt. Natürlichkeit und Ruhe, dazu keine Einteilung in nummerierte und parzellierte Abschnitte gehören zu den Vorzügen dieses naturbelassenen Campingplatzes. Jeder Gast kann individuell auswählen, wo er sich niederlassen möchte. Umgeben von frischer Luft, fließendem

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6 7 8 Wasser und alten Baumbeständen tut man hier der Seele Gutes. Familien mit Kindern werden sich freuen, dass der Platz für Fußball und andere Sportarten ausreichend Fläche bietet. Im vom Verein »Freibadfreunde Neudenau« renovierten Freibad, welches direkt oberhalb des Platzes liegt, ist der Eintritt in den Gebühren, die für die Übernachtungen auf dem Campingplatz anfallen, inbegriffen. Des Weiteren verfügt die moderne Freibadanlage über eine 35-Meter-Edelstahlrutsche, Sprungbretter, Startblöcke, ein Beachvolleyballfeld, Tischtennisplatten und vieles mehr. Im Freibad wird ein Kiosk mit Biergarten betrieben. Fazit: unbeheizt aber wunderschön. Die sanitären Anlagen mit Warmduschen und Toiletten für die Camper befinden sich im Freibadbereich. Abends kann man am Lagerfeuer den Tag ausklingen lassen. Der Platz ist sowohl für Familien, als auch Radfahrer, Vereine und Gruppen geeignet. Hunde dürfen nicht auf den Campingplatz mitgebracht werden. 7. URIG UND RUSTIKAL Ferienhaus Hohenlohe Mühlweg 6, Widdern-Unterkessach Entfernung vom Heilbronner Marktplatz: 39,6 Kilometer www.ferienhaus-in-hohenlohe.de Auf der Suche nach einem besonderen Ferienhaus? Dann haben wir vielleicht genau das Richtige. In Unterkessach, einem verträumten Dorf im Hohenlohischen, liegt das 150 Jahre alte Bauernhaus für bis zu 8 Personen. Das Fachwerkhaus wurde behutsam renoviert, an seinem ursprünglichen Zustand wurde so wenig wie möglich verändert. Gäste wohnen daher fast wie früher und können es sich richtig gemütlich machen. Sei es im Winter am Kaminofen in der Stube oder im Sommer auf der Sonnenterrasse. Das Fachwerkhaus mit Holzdielenböden ist einfach und sehr persönlich ausgestattet, mitgebrachte Fahrräder, Kanus oder Sportgeräte können in der Scheune abgestellt werden. Kreative Spielmöglichkeiten am Bach und ein Spielplatz in Sichtweite des Hauses sorgen für abwechslungsreiche Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder. Seltene Vogelarten wie der Eisvogel und die Wasseramsel sind hier noch zu finden, und Naturliebhaber werden bei einem Spaziergang durch das Landschaftsschutzgebiet Kessachtal noch vieles Weitere entdecken können. Unterkessach ist ein idyllischer Ortsteil von Widdern, der kleinsten Stadt in Baden-Württemberg. Es hat seinen dörflichen Charakter bewahrt. Ein kleines Heimatmuseum mit Schmiede (Öffnung auf Anfrage) zeigt Exponate bäuerlichen Lebens. Im Bio-Bauernladen in der Ortsmitte werden Ortsführungen angeboten. Die nähere Umgebung lädt ein zum Wandern, Radeln oder Kanufahren. 8. NATUR-RESORT Tripsdrill/Übernachten im Baumhaus und Schäferwagen Natur-Resort Tripsdrill, Cleebronn Entfernung vom Heilbronner Marktplatz: 22,4 Kilometer www.tripsdrill.de Ob mitten im Grünen, umgeben von klappernden Störchen und grasenden Schafen, oder hoch oben in den Wipfeln der Bäume – eine Übernachtung im Natur-Resort Tripsdrill in Cleebronn ist ein wahres Abenteuer für Familien und Paare! Nach einem ereignisreichen Tag im Erlebnispark oder Wildparadies können die Übernachtungsgäste in komfortablen Schäferwagen und Baumhäusern das Erlebte Revue passieren lassen – und sich auf einen weiteren Tag inmitten der Natur freuen. In der Idylle aus Weinbergen und Wäldern ist stilvolles Glamping (glamouröses Camping) im komfortablen Schäferwagen ebenso möglich wie eine urige Nacht im Baumhaus. Mit 20 Schäferwagen und 20 Baumhäusern verfügt das Resort über eine Kapazität von insgesamt 190 Betten. Im Übernachtungspreis sind ein reichhaltiges Frühstücksbuffet in der urigen Wildsau-Schenke sowie der Eintritt in das Wildparadies Tripsdrill an allen Aufenthaltstagen enthalten. Für Kinder unter 4 Jahren ist die Übernachtung kostenlos. Und wer den Besuch des angrenzenden Erlebnisparks plant, erhält die Eintrittskarten zu einem vergünstigten Tarif. Die Baumhäuser sind ganzjährig buchbar, die Schäferwagen von Ostern bis Anfang November. 9. AIRBNB-FUNDSTÜCK Entschleunigendes Mercedes-Benz Oldtimer-Wohnmobil Kontakt über AirBnB-Inserat, Heilbronn Entfernung vom Heilbronner Marktplatz: ca. 3,0 Kilometer www.airbnb.de AirBnB-Inserat: »Ein schöner, 35 Jahre alter Mercedes Postbus Oldtimer, auch Düdo genannt, mit Schiebetüren die man beim Fahren offen lassen darf. Komplett ausgebautes Wohnmobil im Retro-Gewand. Das Wohnmobil ist was ganz besonderes, da man es mit seinen 3,5 Tonnen Gesamtgewicht mit jedem normalen Autoführerschein fahren darf. Die Schiebetüren, die man bei Wind und Wetter offen lassen darf, gibt es in dieser Ausführung von Mercedes nur noch ganz selten in Deutschland. Dazu kommt, dass der Wagen komplett mit Doppelbett, Heizung, Dusche, Kühlschrank, sechs Fenstern und einer Küchenzeile mit Gas-Installation ausgestattet ist. Aber man darf nicht vergessen, der Wagen ist 35 Jahre alt, er ist nicht besonders schnell und dazu laut beim Fahren. Es ist ein Entschleunigungs-Fahrzeug. Schnell irgendwo hinzufahren, wie mit unseren modernen Fahrzeugen, geht mit diesem Auto nicht. Aber wenn man Zeit und Muse hat, ist das Abenteuer nicht weit. »Features«: für zwei; Badezimmer: keins; Art des Bettes: richtiges Bett; Schlafzimmer: eins; Betten: eins; Art der Unterkunft: Wohnwagen/Wohnmobil; Art des Zimmers: ganze Unterkunft; Ausstattung: Küche, Heizung, Wesentliches. Haustiere erlaubt, Familien-/Kinderfreundlich, Arbeitsplatz für Laptops geeignet. Fahrzeugdaten: Verbrauch 13 l Diesel; Gänge: vier; Höchstgeschwindigkeit: 85 km/h; PS: 65; Alle Umweltzonen frei da H-Kennzeichen Hanix Nr. 42 56 TITELTHEMA: URLAUB DAHEIM

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(Oldtimer); Gewicht: 2,8 t (zulässig 3,5t). Mindestalter für Buchung: 25 Jahre.« 10.ABENTEUERURLAUB Hofgut Hopfenburg/Abenteuercampen Hopfenburg 12, Münsingen Entfernung vom Heilbronner Marktplatz: 128 Kilometer www.hofgut-hopfenburg.de Wenn man morgens im Zirkuswagen aufwacht oder aus seinem Indianerzelt kriecht, ist das nächste Abenteuer nicht weit. Die Ferienanlage Hofgut Hopfenburg in Münsingen auf der Schwäbischen Alb ist ein riesiger Spielplatz für die ganze Familie. Mit fantasievollen Unterkünften, kreativen Freizeitangeboten und vielen Tieren, die www.heilbronn-tourist.de heilbronn erleben 10 TIPPS FÜR DIE REGION 9 10 garantiert nicht beißen, sondern sich viel lieber hinter den Ohren kraulen lassen. Camping ist unbequem und langweilig? Vielleicht anderswo. Aber definitiv nicht auf dem Hofgut auf der Schwäbischen Alb. Die preisgekrönte Ferienanlage punktet nicht nur mit ihrer Lage – mitten im Grünen und trotzdem nicht weit weg von Städten wie Metzingen, Ulm und Stuttgart – sondern auch mit ihren ungewöhnlichen Unterkünften. Natürlich: Wer will, kann mit dem eigenen Caravan oder Wohnmobil anreisen. Kann, muss aber nicht. Denn die Alternativen sind verlockend. Schon mal in einer echten mongolischen Jurte geschlafen? In einem Tuareg-Zelt tausendundeine Nacht geträumt? Morgens in einem Sioux-Tipi aufgewacht? Oder den Abend am Lagerfeuer vor einem Zirkuswagen verbracht? Na eben. Die Tage sind so spannend wie die Nächte. Denn das Mittelgebirge in Baden-Württemberg hat alles, was Wild-Romantiker und Abenteurer wollen – kleine wie große. Mit dem Kanu kann man Flüsse erkunden, die sich durch zerklüftete Täler schlängeln, und dabei einen Blick auf die Burgen werfen, die Raubritter im Mittelalter hoch auf den Felsen errichtet haben. Oder doch lieber am Baggersee chillen? Eine Tropfsteinhöhle erkunden? Mit dem über 100 Jahre alten Dampfzug fahren? Oder die Sommerbobbahn runtersausen? Lauter Wünsche, die in nächster Nähe in Erfüllung gehen. Mehr Bilder zu den jeweiligen Urlaubstipps findet ihr in der Online-Version dieser Ausgabe unter www.hanix-magazin.de 3. April 2016 Heilbronn bewegt sich mit verkaufsoffenem Sonntag 8. Mai 2016 Heilbronner Trollinger-Marathon 2. - 4. Juni 2016 Klassik-Open-Air „Maimusik“ Heilbronn Marketing GmbH Tourist-Information Heilbronn Kaiserstraße 17 • 74072 Heilbronn Tel. +49 7131 56 22 70

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KATRIN LEHR hat ihren gutbezahlten Bürojob gekündigt, um sich voll und ganz ihrem Hobby, dem Reisen, zu widmen, was mittlerweile zu ihrem Beruf geworden ist. Wir sprachen mit der erfolgreichen Reisebloggerin über Gorillas, Fernweh und die Tourismusregion Heilbronner Land. Robert Mucha Fotos: Memo Filiz & Privat »Ich habe keinen Wecker mehr« Hanix Nr. 42 TITELTHEMA: URLAUB DAHEIM

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Hanix Nr. 42 Hanix: Katrin, du hast deinen sicheren Agenturjob aufgegeben, um als Reisebloggerin die Welt zu bereisen. Wieso der Verzicht auf Sicherheit? Katrin Lehr: Eigentlich hatte ich nie vor, zu kündigen und nur von meinem Blog zu leben. Aber als ich letztes Jahr von meiner Tadschikistan-Reise zurückgekehrt war, konnte ich mich nicht mehr mit den Problemen der Kunden identifizieren. Mein Fernweh wurde von Reise zu Reise immer größer, bis ich den Punkt erreicht und mir gesagt habe: zur Hölle mit der Sicherheit! Als Grafikerin und Online-Marketing-Spezialistin kann ich sowieso von überall auf der Welt aus arbeiten. Wie viele Reisen hast du in letzter Zeit unternommen? Die letzten beiden Jahre waren exzessiv. Es waren über 30 Reisen, darunter allerdings viele Kurztrips, da ich nur 30 Tage Urlaub im Jahr hatte. Über diese Reisen berichtest du in deinem Blog »Viel unterwegs«. Was können Reiseenthusiasten darauf finden, und was nicht? Auf dem Blog findet man jede Menge Berichte über meine vergangenen Reisen der letzten vier Jahre; hauptsächlich Texte über individuelle Roadtrips oder meine Rucksackreisen. Ich gebe Infos zu Reiserouten, denn bei nur zwei bis drei Wochen Urlaub im Jahr möchte man schließlich so viel wie möglich sehen. Ich schreibe über die Highlights; aber auch die Lowlights, die mich enttäuscht haben, kommen nicht zu kurz. Dabei sind das immer persönliche Eindrücke, garniert mit kleinen Tipps. Wie viele Besucher hat dein Blog? Seit Januar habe ich über 100.000 Besucher beziehungsweise Leser im Monat. Für einen deutschen Blog ist das eine gute Zahl. Da bin ich stolz drauf! Wie sieht dein Alltag aus? Ständig im Netz, um nach neuen Zielen zu suchen? Wie viel Zeit verbringst du tatsächlich mit dem Reisen? Organisation und Nachbereitung nehmen viel Zeit in Anspruch … Es gibt keinen Alltag mehr für mich. Es gibt nur noch reisen oder zu Hause sein. Bin ich zu Hause, stehe ich wie jeder andere auch morgens auf, allerdings habe ich keinen Wecker mehr. Dann beantworte ich Mails oder schreibe an meinen Artikeln und bearbeite Fotos. INTERVIEW MIT KATRIN LEHR

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»Wenn ich auf Facebook zehn Mal einen Bericht über ein Land lese, verliert es für mich schnell seinen Reiz. Ich bin immer auf der Suche nach etwas Neuem« Ein Tag zu Hause nimmt also auch immer mindestens acht bis zehn Stunden in Anspruch. Klingt ja gar nicht so entspannt … Dafür nehme ich mir diese Zeit auf meinen Reisen. In Tadschikistan hatten wir für fünf Tage weder Internet noch Handyempfang. Im ersten Moment ein Schock, aber dann lernt man schnell, komplett abzuschalten und dass Internet auf einer Reise zwar nice to have, aber kein Must-have ist. Zu deiner Arbeit gehört auch der Besuch von Reisemessen. Jetzt sind die Messen ein Business für mich, die ich dazu nutze, mein Netzwerk zu pflegen. Dazu gehört, sich mit anderen Bloggern zu treffen, den Austausch mit Destination- und PR- Agenturen zu pflegen um über mögliche Kooperationen zu sprechen, oder bei den Messeständen anderer Länder nach interessanten Zielen Ausschau zu halten. Dabei checke ich, ob und was für ein Marketing-Budget die Länder haben und ob eine Kooperation möglich ist. Für die nächsten zwei Jahre habe ich so eine lange Liste mit Reisezielen aufgestellt, die ich Schritt für Schritt abarbeite. Messen bieten eine einzigartige Möglichkeit, Informationen über meine Ziele einzuholen, über die es oftmals kaum gute Reiseführer gibt. Du suchst nicht gerade Luxusresorts als Unterkünfte bei deinen Reisen auf und bereist durchaus exotische Länder, die der Ottonormalreisende nicht als Fernziele in der Top 10 hat. Ich bin mit vielen anderen Reisenden in Kontakt, und wenn ich auf Facebook zehn Mal einen Bericht über ein Land lese, verliert es für mich seinen Reiz. Ich bin auf der Suche nach etwas Neuem. Meine Ziele müssen mich interessieren und kulturell sowie landschaftlich etwas zu bieten haben. In Uganda und Ruanda waren das zum Beispiel die Gorillas, die ich unbedingt in freier Wildbahn sehen wollte, solang es sie noch gibt. Bei der Recherche habe ich festgestellt, dass es dort noch viel mehr zu entdecken gibt. Und so ergibt es sich dann, dass aus einer Reise ein vierwöchiger Roadtrip wird. Welche Reisen sind dir am eindrücklichsten in Erinnerung geblieben? Von meinen letzten Reisen war es die nach Uganda und Ruanda. Landschaftlich der Wahnsinn. Dort haben mich diese uns völlig fremden Kulturen und die unglaubliche Gastfreundschaft beeindruckt. Die Einwohner dort wissen genau so wenig über uns, wie wir über sie, da es dort so wenig Tourismus gibt. Am meisten beeindruckt haben mich die Stunden, die ich mit Gorillas verbringen durfte. Das war unbeschreiblich. Was macht einen perfekten Trip für dich aus? Der perfekte Reisepartner, mit dem ich mich verstehen muss. Ich will meine Erlebnisse mit jemandem teilen können. Außerdem brauche ich ein gutes Buch, gute Musik und natürlich eine Kamera. In Uganda hatten wir oftmals keinen Radioempfang und für solche Fälle, in denen man stundenlang auf üblen Pisten unterwegs ist, ist gute Musik ein Muss. Und mit wem reist du? Das ist unterschiedlich, ich habe keinen festen Reisepartner, da ich deutlich mehr als 30 Tage im Jahr unterwegs bin. Mal sind es Familienmitglieder, mal Freunde oder andere Blogger. Wichtig ist, dass mein Partner genau so große Lust auf das Land hat wie ich. Wir nehmen an, dass Fernweh ein ziemlich stark ausgeprägtes Gefühl bei dir ist. Heimweh kenne ich nicht. In der heutigen Zeit kann man relativ einfach Hallo zu Bekannten sagen und muss dafür nicht nach Hause fliegen. Natürlich habe ich nach zwei, drei Wochen Lust auf ordentlichen Kaffee oder gutes Brot, aber das sind kleine Dinge, die nicht ins Gewicht fallen. Schon mal Urlaub hier in der Region gemacht? Klar. Sei es aus Geldmangel oder weil ich aus gesundheitlichen Gründen nicht in die Ferne reisen konnte. Ich kann hier gut Urlaub machen. Welche Spots und Ausflüge kannst du hier in der Stadt oder im Umland empfehlen? Heilbronn und die Region haben sehr viel mehr zu bieten, als die meisten Leute denken. Ich mache gerne Fahrradtouren; von Heilbronn kann man wunderbar zur Heuchelbergeroder der Greifenwarte fahren. Auch das Fünfmühlental ist immer einen Besuch Hanix Nr. 42 60 TITELTHEMA: URLAUB DAHEIM

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wert, ebenso Burg Stettenfels, der Breitenauer See oder die Löwensteiner Berge. Hier gibt es viel zu entdecken! Heilbronn und das Heilbronner Land wollen in Zukunft auch im Tourismus aufholen und sich als attraktive Reiseregion positionieren. Wie siehst du als fernreisende Heilbronnerin die Chancen, dass es gelingt und die Stadt in Zukunft mehr touristische Übernachtungen zählen kann? Wenn die Stadt zeigt, was sie zu bieten hat und alle an einem Strang ziehen, kann ich mir gut vorstellen, dass es vorangehen wird. Andere deutsche Städte sind hier viel aktiver, was Eigenmarketing angeht. Schließlich ist die Stadt durch den Bildungscampus und die Studenten gewachsen und lebendiger geworden. Ich wünsche mir das für Heilbronn, denn die Lage ist super und die Stadt wird unterschätzt. Wie beschreibst du auf deinen Auslandsreisen deine Heimatstadt und -region, wenn dich Menschen danach fragen? Lustigerweise kannten viele die Stadt und waren schon mal hier, zum Beispiel in verschiedenen Museen. Ich beschreibe Heilbronn immer als zentral gelegene Stadt zwischen den großen Städten Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe und Heidelberg. Ein Ort mit Autobahnanschluss und perfekter Lage am Neckar in den wunderschönen Weinbergen. Ich finde es traumhaft hier. Gucken wir in die Zukunft: Was steht für »Viel unterwegs« 2016 an? Ich konzentriere mich voll auf meine Selbstständigkeit. Ich werde nach Kapstadt fliegen, danach die Reisemesse in Berlin besuchen und im Anschluss ab nach Kanada zum Snowboarden. Soll ich noch weitererzählen? (lacht) Klar! Wenn es zeitlich klappt fliege ich danach nach Uganda, um unser Wasserprojekt vor Ort zu unterstützen (Anm. d. Red.: Katrin hat mit Freunden Geld für einen Brunnen gesammelt). Eventuell steht eine Reise nach Honduras und Panama auf dem Plan; im Sommer ist Island an der Reihe, eines meiner Traumziele. Danach werde ich überlegen, ob ich den Winter in Australien oder Neuseeland verbringe oder mich wieder nach Lateinamerika begebe. Mein großes Ziel ist, einen vierwöchigen Spanischkurs zu machen, um die Sprache endlich fließend sprechen zu können. Dazwischen unternehme ich den ein oder anderen Kurztrip in Europa. Wie sieht es mit der Antarktis oder Spitzbergen aus? Das steht auf jeden Fall auf dem Plan. Eine Freundin war zuletzt in der Antarktis und hat so tolle Bilder mitgebracht, dass ich dort auch hin möchte. Mir würde allerdings der Kontakt zu den Einheimischen fehlen, da man doch die meiste Zeit auf einem Schiff gemeinsam mit anderen Touristen ist. Was ist dein absolutes Traumziel und wo möchtest du überhaupt nicht hin? Mich interessiert alles und ich möchte die ganze Welt sehen. Dass ich also irgendwo überhaupt nicht hin möchte, gibt es nicht. Mein größter Wunsch ist es, Afghanistan zu besuchen. Die unglaubliche Landschaft am Hindukusch hat es mir angetan. ◆ Natur- wissenschaft & Technik ... zum Anfassen! Auch für Hipster – nicht nur für Nerds. Die lern- und erlebniswelt für Jung & alt ÖFFNUNGSZEITEN: Montag bis Freitag 9:00 – 18:00 Uhr Samstag, Sonntag, Feiertage 10:00 – 19:00 Uhr experimenta gGmbH Kranenstr. 14 · 74072 Heilbronn Telefon 07131 / 887950 www.experimenta-heilbronn.de 61

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NICO WEINMANN übernahm 2013 das Amt des Vorsitzenden des Verkehrsvereins Heilbronn. Wir sprachen mit dem frischgebackenen Landtagsabgeordneten über Tradition und Modernisierung, die Vielfalt der Region und den Tourismus. Von Robert Mucha, Foto: Memo Filiz »Groß genug, um städtisch zu sein, klein genug, um charmant zu sein« Hanix: Herr Weinmann, der Heilbronner Verkehrsverein feiert kommendes Jahr 125-jähriges Bestehen. Ein Verein mit langer Geschichte … Nico Weinmann: Gegründet wurde der Verein 1892 als Verschönerungsverein, der sich zur Aufgabe gemacht hatte, Wandern als Erziehungsmethode für Jugendliche nutzen zu können. Im Laufe der Jahre wurde der Verein immer touristischer. In der weiteren Entwicklung organisierte der Verein zusätzliche Veranstaltungen und Feste, bis 1999 die Heilbronn Marketing GmbH gegründet wurde. Auf den Fahnen des Vereins stehen: »Förderung, Pflege und Betreuung des heimatlichen Brauchtums.« Wie nah am Zeitgeist ist der Verkehrsverein? Oder anders gefragt: Ist das Konzept und die Intention des Vereines noch zeitgemäß oder steht eine Neuausrichtung Um die Zukunft gestalten zu können, muss man seine Wurzeln kennen. Deshalb benötigen wir eine Symbiose von Tradition und Neuem. Es ist wichtig, Tradition zu wahren, aber gleichzeitig Veranstaltungen attraktiver zu gestalten, sie dem Zeitgeist anzupassen. Wie beispielsweise den Blumenschmuckwettbewerb, den wir durch die Beteiligung von Schulen und Kindergärten in den letzten Jahren verjüngt haben. Auch das traditionsreiche Käthchen von Heilbronn haben wir modernisiert. Ein Blumenschmuckwettbewerb klingt nicht gerade trendy. Was macht der Verkehrsverein für junge Menschen unter 50 Jahren? Einer der großen Erfolge, die sich der Verkehrsverein auf die Fahnen schreiben kann, ist die Entwicklung der Unteren Neckarstraße zur Gastromeile. Da haben wir ein großes Zeichen gesetzt. Insbesondere das Thema »Stadt am Fluss« haben wir intensiv vorangetrieben. Wie viele Mitglieder des Vorstandes und Beirates sind unter 40 Jahren? Das kann man an einer Hand abzählen. Klar, die Altersstruktur lädt zum Nachdenken ein. Wir haben zwar mit 300 Mitgliedern einen der mitgliederstärksten Verkehrsvereine in Baden-Württemberg, aber er ist kein Selbstläufer mehr. Wieso fällt es so schwer, junge Menschen miteinzubeziehen? Ich bin ja selbst in verschiedenen Ehrenämtern tätig und glaube, es ist generell schwierig, junge Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. Bei projektbezogenen Aufgaben geht das leichter, weil zeitlich beschränkt. Bei dauerhaftem Engagement ist es deutlich schwerer. Die kommenden Jahre werden aus touristischer Sicht spannend für Heilbronn. Ein neuer Markenkern soll entwickelt werden und die Stadt als auch die Region wollen sich zum attraktiven Reiseziel mausern. Welche Rolle fällt dem Verkehrsverein dabei zu und wie sieht das Selbstverständnis des Vereines bei der kurzfristigen touristischen Weiterentwicklung Heilbronns aus? Die Buga bietet eine einmalige Chance, den Tourismus in der gesamten Region neu aufzustellen, zu vernetzen und Werbung für unsere Region zu machen. Dabei wollen wir helfen. Wir sind auch erstes Mitglied im Förderverein der Buga2019 GmbH. Insbesondere beim Thema Wein wollen wir mit einer Verbindungsfunktion zwischen Buga und Weinwirtschaft dafür sorgen, dass das Thema gut verankert wird und zur Geltung kommt. Ist es aus Ihrer Sicht eine schwere Aufgabe, Heilbronn touristisch zu vermarkten – gerade gegen solch nahegelegene touristische Konkurrenz wie Stuttgart, Heidelberg, Tübingen oder den Schwarzwald? Heilbronn hat unglaublich viel Charme. Gerade aufgrund der Größe, dem Einzelhandel, der Gastronomie und natürlich dem Neckar, der durch die Stadt fließt. Um uns herum liegen die Weinberge und es gibt Naherholungsziele, die so facettenreich TITELTHEMA: URLAUB DAHEIM Hanix Nr. 42

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Hanix Nr. 42 sind, dass für Jung und Alt alles geboten ist. Es muss gelingen, dass die geschätzten 2,2 Millionen Besucher der Buga alles, was Heilbronn und seine Umgebung zu bieten hat, positiv wahrnehmen. Dafür müssen wir alle zusammenstehen und die Region als Ganzes begreifen. »Keine Stadt in Deutschland hat momentan diese Dynamik, wie Heilbronn sie zum Ausdruck bringt« Fällt das den Städtern nicht schwer? Der alte Reichsstädter tut sich vielleicht noch schwer damit, sich auf eine regionale Ausrichtung einzulassen. Wir müssen ein ganzheitliches Angebot schaffen. Denken Sie zum Beispiel an das Schwäbisch-Hällische Landschwein, eine kulinarische Besonderheit, die wir aufgreifen sollten. Die Vielfalt innerhalb der 111 Städte und Gemeinden macht den Regionscharakter aus, den wir nach außen positiv vermarkten müssen. Ist Heilbronn überhaupt schon so weit, auf dem Tourismusfeld Gas zu geben? Immerhin mangelt es noch deutlich an Übernachtungsangeboten in der Stadt, die auch noch eine gewisse Qualität mit sich bringen sollen. Aufgrund des starken Fokus auf Wirtschaft, Hochschule und Städtebau gerät das gute touristische Angebot aus dem Blick. Gerade bei größeren Veranstaltungen wird deutlich, dass die Kapazität an Betten verbesserungsbedürftig ist. Wir haben die Zeichen erkannt: Mit dem Hotelneubau im Stadtpark oder im Technologiezentrum Wohlgelegen und mit konkreten Überlegungen an anderen Standorten wird Heilbronn hier bis 2019 erheblich an Kapazitäten zulegen. Das größte Pfund, mit dem Heilbronn touristisch wuchern kann, ist … ? … der Facettenreichtum und die sich daraus ergebenden Spielräume und Möglichkeiten. Zum einen haben wir den Neckar. Dort planen wir momentan mit einer Projektgruppe, den Bereich am Alt-Neckararm aufzuwerten. Genauso verhält es sich beim Thema Wein: Steht man auf dem Kiliansplatz oder der Kaiserstraße, hat man doch das Gefühl, dass die Reben bis in die Stadt hineinwachsen. Zusätzlich wird Heilbronn durch die Entwicklung im Hochschulbereich bunter und jünger. Und wie beschreiben Sie unsere Heimat im Aus- aber auch Inland? Ganz klar – viele Deutsche kennen Heilbronn von den Staumeldungen im Radio. Meine erste Antwort ist aber immer: Heilbronn ist groß genug, um städtisch zu sein, aber klein genug, um charmant zu sein. Ausführlicher beschreibe ich dann unsere Festkultur, den Wein und vor allem eins: die Menschen. Wir haben in Heilbronn einen besonderen Schlag Mensch, der weltoffen, bodenständig und freundlich ist. ◆ INTERVIEW MIT NICO WEINMANN

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Die Oliver Maria Schmitt-Kolumne Wahlen finde ich am schönsten, wenn sie vorbei sind. Dann kann ich endlich mit Fug und Recht behaupten, von Anfang an gewusst zu haben, wer Verlierer und wer Sieger sein wird. Als Heilbronner finde ich es natürlich schade, dass Thomas Strobl nicht für die CDU angetreten ist. Mit ihm als Spitzenkandidat wäre das Wahlergebnis der glorreichen Teufel-Mappus-Partei bestimmt noch viel schlechter gewesen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Jetzt heißt es erst mal: Nach vorne schauen und die Zukunft gestalten. Obwohl mir dieses Nach-vorneschauen nicht gerade leicht fällt. Eigentlich hätte ich allen Grund, beleidigt und niedergeschlagen zu sein – weil ich nicht als Kandidat mitmachen durfte. Irgendwie hatte ich die Bewerbungsfrist verschlampt und meine Kandidatur als parteiloser Landtagsabgeordneter dann zu spät eingereicht. Auf meinen Hinweis, dass in Heilbronn eine verspätete Bewerbung »juristisch kein Problem« sei, schließlich hätte ich das vom Oberbürgermeister gelernt, erntete ich nur Schulterzucken und Augenbrauenheben – und einen schnöden Ablehnungsbescheid. So kann ich meine Zukunftsvisionen für das niedliche Neckarstädtchen weder einbringen, geschweige denn durchsetzen. Inzwischen hat sich meine Wut gelegt. Ich ahne, dass die Heilbronner Politik mich gar nicht braucht. Denn in der kleinen Die neue Heilbronner Katzenbilder-Religion Stadt am Neckarfluss regieren naturgemäß schon immer Vernunft und Augenmaß, ja eigentlich im ganzen Ländle. Schon bald wird sich eine große Koalition der totalen Besonnenheit bilden und alles, aber wirklich alles wird besser werden, schöner, bunter, ja nachgerade perfekt. Der Sachverstand wird Stadtreligion und meine Heimatstadt zum lebenswertesten Ort der Welt. Das heißt ganz konkret: Auf der zurzeit hart umkämpften »Inselspitze« wird selbstverständlich ein Buga-Infopoint entstehen, denn das ist die vernünftigste Lösung. Dieser Infopunkt wird aber nicht in Form einer doofen roten Containerbox mitsamt überteuertem Spielzeugmodell des Gartenschaugeländes Gestalt annehmen, sondern in Form einer spektakulären, vom Wind bewegten, klappernden Kunstinstallation aus angerosteten Metallteilen, die so sinnfällig auf das Großereignis hinweist. Gestalten wird sie, wie so vieles, was in Heilbronn vor sich hinrostet, ein ziemlich unbegabter Regionalkünstler, der aber gut in der Szene vernetzt ist. So sind alle zufrieden und glücklich, vor allem die Regionalkünstlerszene. Der mittlerweile leerstehende Kaufhof-Komplex am Wollhaus wird nicht gesprengt, sondern ebenfalls zum Buga- Infopoint umgewidmet. Überhaupt wird die komplette Innenstadt nur noch aus Buga-Infopoints bestehen, mittelfristig Foto: Ulla Kühnle wird sich Heilbronn sogar umbenennen in Bugabronn, denn das klingt einfach viel geiler. Kritiker, die behaupten, Bundesgartenschauen seien grotesk überschätzte Rentnerevents, während derer Horden knausriger Pensionisten ca. 3,5 Stunden die Stadt besetzen, ihr mitgebrachtes Vesperbrot verzehren und dann auf Nimmerwiedersehen abreisen, werden öffentlich mit Trollinger abgefüllt und dann in aller Höflichkeit aus der Stadt komplimentiert. Überall in Heilbronn werden gepolsterte Bänke mit Handyladestationen aufgestellt, damit jeder rund um die Uhr sein Smartphone streicheln kann. Selbstverständlich wird auch das Hotel am Stadtgarten gebaut werden. Grünflächen braucht diese Stadt nicht, sie sind uns Heilbronnern ein Dorn im Auge, weil sie nur Geld kosten und von der städtebaulichen Schönheit des restlichen Gemeinwesens ablenken. Schließlich haben wir es nur einem Hotelneubau zu verdanken, dass man jetzt von der Straße aus nicht mehr auf den Bollwerksturm schauen kann, auf diese scheußliche, olle Ruine. Um schließlich und endlich zur schönsten Stadt der Welt zu werden, wird Heilbronn über und über mit süßen, niedlichen Katzenbildern tapeziert. Auf allen Plakatwänden, Litfaßsäulen, Freiflächen und Fassaden: nichts als herrliche Stubentigerbilder. So wird die »Wissensstadt« zum begehbaren Internet. Auf den gepolsterten Handyladebänken sitzen junge Heilbronner und posten voller Stolz putzige Fotos von ihrer pussytapezierten Stadt. Und dazwischen klappern angerostete Katzenskulpturen von minderbegabten Regionalkünstlern. Es wird herrlich werden in Heilbronn, aber so was von. ◆ Oliver Maria Schmitt, Jahrgang 1966, ist Romancier und Journalist. Für seine Reportagen wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Henri-Nannen-Preis 2009. HEILBRONN – A NICE PLACE TO COME FROM Hanix Nr. 42

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Ein Brief mit Fotografien von Katrin Lehr aus Uganda und Ruanda Hanix Nr. 42 Liebe Heimat, um 3:40 Uhr verlasse ich bei drückender Hitze den Flieger, der mich nach Entebbe (Uganda) gebracht hat. Unser Fahrer bringt uns schnell in unser Guesthouse direkt am Victoriasee, dem drittgrößten See der Welt. Glücklich aber erschöpft falle ich ins Bett mit der Aussicht auf fast vier Wochen Roadtrip durch Uganda und Ruanda. Denn ich habe einen großen Wunsch: Berggorillas live zu erleben. Am folgenden Tag erkunden wir Nandere, eine kleine Gemeinde nördlich von Kampala, wo ein befreundeter Reiseblogger ein Wasserprojekt ins Leben gerufen hat: sauberes Trinkwasser für Nandere – wir bauen einen Brunnen! Liebe Heimat, du kannst dir nicht vorstellen, mit wie viel Aufwand Menschen an Trinkwasser gelangen, das alles andere als sauber ist (Schlammloch trifft es eher). Kinder machen den ganzen Tag nichts anderes, als gelbe 20-Liter-Wasserkanister kilometerweit heranzuschaffen. Je weiter wir uns von Kampala entfernen, umso seltener gibt es Straßenschilder. Ohne gedrucktes Kartenmaterial und Durchfragen wären wir verloren. Google Maps und das eingebaute Navi bringen uns eher in Schwierigkeiten als ans Ziel. Bei der Weiterfahrt in den Queen Elizabeth-Nationalpark überqueren wir den Äquator. Hier leben Schimpansen, Elefanten, Nilpferde, Büffel, Pelikane, Krokodile und zahlreiche Vogelarten. Uganda ist einfach wundervoll, ursprünglich und von den meisten Touristen unentdeckt. Auf dem Weg über die holprigen Pisten passiert es plötzlich: Der Wagen wird ausgehebelt, schanzt in die Luft, unsere Köpfe schlagen gegen das Innendach, um plötzlich mit einem harten Aufschlag aufzukommen. Ein kurzer Blick und die Erleichterung: Uns geht es gut, dem Wagen auch. Erleichtert fahren wir weiter, denn Handyempfang gäbe es im Notfall keinen. Zu Fuß durch die hohe Savanne, wo auch Löwen, Leoparden, Büffel und Elefanten leben? Niemals. BRIEF AN DIE HEIMAT

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Ganz andere Tiere erwarten uns an der Grenze zur DR Kongo: Im Bwindi Impenetrable Forest sind die vom Aussterben bedrohten Berggorillas zuhause. Ein »once in a lifetime«-Erlebnis, welches mich so unglaublich beeindruckt, dass ich es knapp eine Woche später in Ruanda im durch Diane Fossey bekannt gewordenen Virunga-Nationalpark wiederhole. Unser Besuch bei den Gorillas ist auf eine Stunde begrenzt. Irgendwann packe ich die Kamera ein und genieße einfach nur den Anblick dieser beeindruckenden Berggorilla-Gruppe. Am nächsten Tag besuchen wir das lokale Krankenhaus. Die Einheimischen sind sehr stolz darauf, dass sie die AIDS-Infektionen durch Aufklärung, wie auch die Anzahl der Malaria-Infektionen durch die kostenlose Verteilung von Moskitonetzen auf unter 10 Prozent gesenkt haben. Glaub mir liebe Heimat, hier möchtest du nicht krank werden. Medizinische Mittel sind begrenzt, Ärzte auf Spezialgebieten gibt es nur in der sechs Fahrstunden entfernten Hauptstadt. Beim Mgahinga-Nationalpark und dem Besuch der seltenen Golden Monkeys (Goldene Meerkatzen) überqueren wir die Grenze nach Ruanda. Dem Land, das uns allen vom schlimmen Genozid bekannt ist. Sehr beeindruckend ist, dass hier seit Ende des Kriegs alle an einem Strang ziehen und das Land riesengroße Fortschritte macht. Fast alle Straßen sind geteert, fast alle Menschen tragen Schuhe und das Tollste für mich als Europäer: Plastiktüten sind verboten! Gibt es sowas? Ja! Gleich der erste Stopp in Ruanda bedeutet für mich das absolute Highlight dieser Reise: Der Volcanoes-Nationalpark und eine unglaublich schön gelegene Virunga-Lodge zwischen den mächtigen Virunga-Vulkanen und einem wundervollen See mit vielen Inseln. Ein letztes Mal besuche ich Berggorillas. Dieser Besuch ist ganz anders als der Erste. Nicht so beschwerlich. Der Silberrücken läuft einmal direkt an mir vorbei, eine Mama stillt ihr Baby vor uns, während sie zufrieden pupst. Viel zu schnell vergeht auch diese Stunde mit den Gorillas. Wehmütig verlassen wir diesen idyllischen Ort. Bevor es nach diesen abwechslungsreichen und eindrucksvollen Tagen zurück nach Deutschland geht, verbringen wir noch zwei Nächte im Lake Mburo-Nationalpark mit einer Safari auf dem Pferd und ich gebe einen Workshop für Start-Ups in Kampala. Wissen, welches hier mit viel Dankbarkeit aufgesaugt wird, denn der Zugang zu schnellem Internet und Fachwissen ist nicht einfach. Zufrieden fahren wir an den Flughafen. Ich bin mir sicher, dass ich bald zurückkomme. Doch jetzt freue ich mich sehr auf Zuhause, liebe Heimat! Bis bald, Katrin. Hanix Nr. 42 KATRIN LEHR AUS UGANDA

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Hanix Nr. 42 Der historische Schuss Ausflug des Vespa-Clubs, um 1954 (Foto: Hermann Eisenmenger/Stadtarchiv Heilbronn) Am 31. März 1953 gründeten einige junge Leute in der Gaststätte auf dem Wartberg den Vespa-Club Heilbronn. Zur Taufe des neuen Vereins waren rund 100 Vespisti aus der Region gekommen, die mit ihren Zweitakt-Rollern im Korso durch die Stadt brummten. »Es war ein lauter Tag in Heilbronn«, resümierte das Neckar-Echo mit einem Hauch italienischen Lebensgefühls. Zum Ehrenpräsidenten des neuen Heilbronner Clubs wurde Jakob Oswald Hoffmann ernannt, der in Lintorf (Ratingen) seit 1950 in Lizenz die »deutschen« Vespa-Roller von Piaggio produzierte. Der Vespa-Club organisierte Ausfahrten in die nähere Umgebung und Treffen mit befreundeten Vereinen. Bereits im Oktober 1954 beispielsweise lud er »sämtliche Vespa-Fahrer Deutschlands« zu einer Herbstzielfahrt nach Heilbronn ein. Ausflüge ins Ausland waren eher selten, denn die Clubmitglieder waren in der Regel junge Leute, die (noch) knapp bei Kasse waren. Durch Ferien- und Nebenjobs finanzierten sie die Anschaffung und die Folgekosten des geliebten Rollers, der nicht nur Fortbewegungsmittel war, sondern der auch ein Gefühl von Unabhängigkeit, von Urlaubsstimmung und später auch von Exklusivität vermittelte. Irgendwann in den 60er/70er Jahren kam die Vespa aus der Mode und auch der Heilbronner Club löste sich auf. Da war der Heilbronner Lambretta-Club, der sich schon 1952 gegründet hatte, bereits von der Bildfläche verschwunden. Zu Beginn der 80er Jahre jedoch kam der Scooter aus Großbritannien zurück auf den Kontinent. Und auch in Heilbronn formierten sich die Vespa-Freunde neu. Den 1985 gegründeten Vespa-Club Scooter Boys gibt es heute noch, als VC Scooter Boys Heilbronn e. V., der natürlich auch weibliche Mitglieder hat und auch Fahrer und Fahrerinnen von »Fremdfabrikaten« aufnimmt. Das Foto einer Ausflugsfahrt der Heilbronner Vespisti hat Hermann Eisenmenger um 1954 aufgenommen. Die dem Heilbronner Fotografen gewidmete Ausstellung des Stadtarchivs Heilbronn im Haus der Stadtgeschichte (Otto Rettenmaier Haus, Eichgasse 1) läuft noch bis zum 29. Mai 2016. BRIEF DER HISTORISCHE AN DIE HEIMAT SCHUSS

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.jpg »Eröffnung multimono Pop-up-Store«, Hafenmarktpassage, Heilbronn, 29.01.2016, 19:46 Uhr bis 22:21 Uhr Am 29. Januar eröffnete der multimono Pop-up-Store in der Hafenmarktpassage in der Heilbronner Innenstadt für zwei Monate seine Türen. Seine Bekanntheit ausbauen wollte der kleine aber feine Laden, der eigentlich in der Salzstraße beheimatet ist. Ein Vorhaben, das geglückt ist. Und auch der Belebung der Hafenmarktpassage war der Pop-up-Store mit seinen Ladenkonzerten, Saftparties und seinem Verkaufsangebot zuträglich. Eine klassische Win-win-Situation. Mehr davon bitte. Fotos: Meli Dikta & Memo Filiz .JPG – BILDERGALERIE Hanix Nr. 42

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Hanix Nr. 42 www.blickboutique.de .JPG – BILDERGALERIE

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[1] Schloss Brackenheim, Guerilla Dinner 2.0, Brackenheim, 30.01.2016, 21:38 Uhr [2] Eisstadion, Heilbronner Falken vs. Bietigheim Steelers, Heilbronn, 26.02.2016, 19:55 Uhr [3] Mobilat, Wortsport mit Visa Vie, Heilbronn, 27.02.2016, 01:44 Uhr [4] Schloss Brackenheim, Guerilla Dinner 2.0, Brackenheim, 30.01.2016, 20:53 Uhr [5] Pferdemarkt, Minion auf der Karlstraße, Heilbronn, 28.02.2016, 12:47 Uhr [6] Pferdemarkt, Riesenrad auf Busbahnhof, Heilbronn, 28.02.2016, 15:27 Uhr Fotos: Meli Dikta & Memo Filz Hanix Nr. 42 70 .JPG – BILDERGALERIE

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[7] Neckarhalde, 7,5-Meter-Sprungturm, Heilbronn, 08.02.2016, 11:01 Uhr [8] Pferdemarkt, indigene Panflötenspieler, Heilbronn, 28.02.2016, 14:10 Uhr [9] Schlittenpiste, Spielzeugpferd im Schnee, Stocksberg, 17.01.2016, 14:36 Uhr Hochzeitsreportagen / Paarshootings / Photobooth Hanix Nr. 42 Fotos: Meli Dikta & Memo Filz .JPG – BILDERGALERIE nicokurth-hochzeitsfotografie.de f r e i r a u m - p h o t o s . d e

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Theater Heilbronn April & Mai 2016 Großes Haus Richard O’Brien’s The Rocky Horror Show (Musical) 01.04., 05.04., 09.04., 13.04., 15.04., 29.04., 04.05., 24.05., 28.05. & 29.05. Komödienhaus Die Lüge (Komödie) 01.04., 05.04., 09.04., 13.04., 15.04., 16.04., 21.04., 23.04. & 24.04. Großes Haus Der Auftrag. Erinnerung an eine Revolution (Schauspiel) 02.04., 06.04., 19.04., 22.04., 05.05. & 16.05. BOXX Die Kinder aus Bullerbü (Gastspiel des Theaters Radelrutsch) 03.04. Großes Haus Médée (Oper) 03.04., 24.04., 30.04. & 18.05. BOXX Krieg – Stell dir vor, er wäre hier (Schauspiel ab 12) 04.04., 05.04., 28.04., 03.05. & 04.05. 22. Baden-Württembergische Kinderund Jugendliteraturtage Heilbronn 4. April bis 13. Mai 2016 Hierbei handelt es sich lediglich um einen kleinen Auszug des Programms. Buchhandlung Stritter Tintenfrische – Slampoeten (Poetry Slam) 08.04. Großes Haus SWR3 Live Lyrix (Musikgedichte) 07.04. Großes Haus Der nackte Wahnsinn (Komödie) 08.04., 14.04. & 27.04. BOXX Bis später (Kindertheater) 10.04., 12.04.,13.04., 17.04., 18.04. & 29.05. Großes Haus Konstantin Wecker: Ohne Warum-Tour (Konzert) 10.04. BOXX Homo Faber - Pocketversion (nach Max Frisch) 14.04. & 26.04. BOXX Tschick (Schauspiel) 14.04., 15.04. & 27.04. BOXX BWSLAM16 U-20 Finale (Poetry Slam) 16.04. Großes Haus BWSLAM16 Finale (Poetry Slam) 16.04. BOXX Wir alle für immer zusammen (Schauspiel für Kinder) 19.04., 20.04. & 28.04. Arthaus-Kino im Marrahaus »Frau Müller muss weg«, Anschließend Gespräch mit Autor Lutz Hübner (Film-Mittwoch) 20.04. Stadtbibliothek Kindheit 2.0 – so können Eltern Medienkompetenz entwickeln (Vortrag) 26.04. Abraham-Gumbel-Saal Wladimir Kaminer: Coole Eltern leben länger (Lesung) 28.04. BOXX Die Leiden des jungen Werther (Schauspiel für Jugendliche) 25.04. BOXX Die Werkstatt für Schmetterlinge (Kindertheater ab 6) 29.04., 30.04., 02.05., & 22.05. BOXX Lesung & Autorengespräch mit Paul Maar (Kinder- & Jugendliteraturtage) 29.04. Komödienhaus Simone Solga: Im Auftrag der Kanzlerin (Theater Spezial! Groß.Klein.Kunst.) 04.05. Großes Haus Die Katze auf dem heißen Blechdach (Schauspiel) 07.05., 17.05., 25.05. & 27.05. BOXX Nur ein Tag (Kindertheater ab 5) 08.05. & 09.05. BOXX Anne und Zef (Jugendtheater) 10.05. & 11.05. Großes Haus Compañía Sharon Fridman (»Tanz! Heilbronn«-Festival) 11.05. Deutschhofkeller Von Edgar Allan Poe bis Stephen King: Horror und Grusel in der Walpurgisnacht (Lesung) 30.04. Botanischer Obstgarten Hanix sucht Heilbronns besten Vorlesepapa (Väterlesewettbewerb) 05.05. Neckarbummler Huckleberry Finn (Lesung) 07.05. Komödienhaus Together Higher (»Tanz! Heilbronn«-Festival) 12.05. Großes Haus Film: Marina Abramovic – The Artist is present (»Tanz! Heilbronn«-Festival) 13.05. Theatervorplatz Dans.Kias (»Tanz! Heilbronn«-Festival) 13.05. Komödienhaus Modjgan Hashemian (»Tanz! Heilbronn«-Festival) 14.05. Großes Haus Hubbard Street Dance (»Tanz! Heilbronn«-Festival) 14.05. & 15.05. BOXX Joeri Dubbe (»Tanz! Heilbronn«-Festival) 15.05. Komödienhaus Der Hexer (Kriminalstück) 20.05. & 27.05. Großes Haus Gefangen im tRaum/Bernarda Alba (Tanzabend) 22.05. DARÜBER HINAUS: Verschiedene Locations Zwei Dutzend »Lesungen an spannenden Orten«, bei denen interessante Menschen von ihrem Beruf erzählen (z. B. Oberbürgermeister, Bundesgartenschau-Chef, Richterin, Polizisten, Imker u. v. m.); ca. 30 Lesungen besonders für Schulklassen (alle Themen, alle Altersgruppen); Workshops (Schreiben, Comics zeichnen, Trickfilm); »Lesefest« am 09.04. (Flohmarkt und vieles mehr im K3, 11 bis 17 Uhr). 04.04. bis 13.05. in Heilbronn Infos: www.kjlt-heilbronn.de/ Hanix Nr. 42 72 TERMINE THEATER & K+JLT

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Hanix Nr. 42 Termine April 2016 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Complex23 / Bar Daneben, Data77112 – MusikCaféBar, Plan B – die Bar, Hip Island, Kaffeebucht Fr 01. experimenta, Heilbronn Sonderausstellung »Muskelspiele« (Science-Ausstellung) Bis 10. April. In dieser Ausstellung wird Bewegung unter die Lupe genommen. Otto Rettenmaier Haus / Haus der Stadtgeschichte, Heilbronn Hermann Eisenmenger- Fotografien. Heilbronner Zeitbilder 1947 – 2000 (Ausstellung) Bis 28. Mai. Fotografische Sonderausstellung. Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn Kunstverein Heilbronn: Michael Venezia (Kunstausstellung) Bis 29. Mai. In der Ausstellung 01. – 05.04.2016 wird eine Auswahl von Bildern aus den 1960er und -70er Jahren zu sehen sein, sowie aktuelle Arbeiten. Zweiradmuseum, Neckarsulm Reisehelden (Sonderausstellung) Bis 30. Juni. Das Deutsche Zweirad- und NSU-Museum Neckarsulm präsentiert die originalen und authentischen Reisefahrzeuge mutiger Fahrer von 1904 bis in die heutige Zeit. Schleyerhalle, Stuttgart The BossHoss (Konzert) Die glorreichen Sieben des Rock sind zurück! Sa 02. Ebene 3, Heilbronn Charles Davis & Captured Moments (Konzert) Charles Davis und seine beiden Mitmusiker machen in extravaganter Besetzung lyrische Kammermusik der Spitzenklasse. Complex23, Heilbronn Dark Complex Part 2 (Konzert) Es erwartet euch wieder eine bunt-schwarze Mischung aus dem düsteren Musikgenre. Stuttgart Lange Nacht der Museen 2016 (Ausstellungen) Bei der Langen Nacht der Museen versammeln sich Kunstinteressierte, Wissensdurstige und Nachtschwärmer aus der ganzen Region in Stuttgart. So 03. Innenstadt, Heilbronn Heilbronn bewegt sich mit verkaufsoffenem Sonntag (Mobilitäts- & Shoppingevent) Experten und Unternehmen aus den Bereichen »Mobilität« und »Bewegung« bevölkern die Innenstadt, um möglichst viele Aspekte dieses Themas zu präsentieren. Galerie KunstEtage K55, Heilbronn Bettina Roth-Engelhardt »Rondo textile« (Künstlerbundausstellung) Präsentiert werden der Bilderzyklus »Kreis-Metamorphosen in Weiss« und Exemplare aus der Hut- Manufaktur. Bis 1. Mai. Schleyerhalle, Stuttgart a-ha (Konzert) Cast In Steel Tour 2016 Mo 04. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. Liederhalle, Stuttgart Renzo Arbore e L’Orchestra Italiana (Konzert) Der italienische Altmeister des Entertainments erstmalig in Deutschland. Di 05. Harmonie, Heilbronn Kammermusikreihe der Kreissparkasse HN: Dem Leben entfremdet (Konzert) Hans Pfitzner: Klaviertrio F-Dur op.8, Robert Schumann: Klaviertrio g-moll op.110. Audi Forum, Neckarsulm Lisa Bassenge und Band (Konzert) Lisa Bassenge ist für viele Kritiker so etwas wie die Grand Dame des aktuellen deutschen Jazzgesangs. halle02, Heidelberg Composer-Slam (Konzert) Beim Composer-Slam steht nicht der Text im Vordergrund, sondern die Instrumentalmusik.

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Kunst Nacht Bad Wimpfen 7. Mai 2016 Mi 06. Universum Arthaus Kino, Heilbronn Parked – Gestrandet (Film) Eine Filmreihe zum Semesterschwerpunkt der vhs Heilbronn (Wohnen: gestern – heute – morgen). Capitol, Mannheim Mungo Jerry – »45 Years – Anniversary Tour« (Konzert) Sein weltweiter Hit »In the Summertime« ist einer der meist gespielten Songs aller Zeiten. DAI, Heidelberg Pierre Jarawan: Am Ende bleiben die Zedern (Lesung) Pierre Jarawan ist Schriftsteller, Slam Poet und Bühnenliterat. Do 07. Zigarre, Heilbronn Total Royal JamSession (Offene Jam Session) Die größte JamSession der Region. Jede Jam mit eigenem Motto. Open Jam ab 23 Uhr. Complex23, Heilbronn Watch out for Details (Filmabend) Das Complex-Team zeigt einen Film und schenkt Getränke aus. Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave 61: Acoustic Rhythm (Konzert) Ausnahmegitarrist Joscho Stephan bietet großartige melodische und rhythmische Arrangements. Theaterschiff, Heilbronn Thomas Reis – Endlich 50! (Kabarett) Keine humoristische Altenpflege, sondern die Anstiftung zur ewigen Jugend. Substage, Karlsruhe ITCHY POOPZKID (Konzert) »SIX«-Tour Part II Fr 08. Süddeutsches Eisenbahnmuseum, Heilbronn Artbrau - Die Craft Beer Tage (Biermesse) Das Süddeutsche Eisenbahnmuseum Heilbronn verwandelt sich in eine Bühne für kreative Braukunst. Rebgut, Lauda Wein-Challenge mit Martin Schmitt (Essen & Trinken) Das Rebgut-Team kreiert ein erlesenes Menü, fein abgestimmt auf prämierte Spitzenweine. Theaterhaus Stuttgart Eröffnung 24. Stuttgarter Kabarettfestival 2016: Special Edition – RebellComedy (Kabarett) Den Eröffnungsabend gestaltet ein junges Ensemble, das interkultureller ist als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Freund + Kupferstecher, Stuttgart Tube & Berger (Konzert) Das deutsche Elektro-Duo aus Solingen mit einer Show im kleinen Rahmen! Jubez, Karlsruhe 18. Karlsruher Science Slam (Science-Slam) Der Frühling ist da, die Blumen blühen, die Bienen summen und die Science Slammer/innen slammen! Sa 09. Pearls and Diamond, Heilbronn Premium Rumtasting (Verkostung) Im Gewölbekeller werden sechs Rumspezialitäten verkostet. Mit Rumkenner Ralf Großmann. Kulturkeller, Heilbronn Das Leonhard-Cohen-Projekt: »Songs of love and hate« (Konzert) Bestes Entertainment und »von Hand gemacht«. Süddeutsches Eisenbahnmuseum, Heilbronn Artbrau - Die Craft Beer Tage (Biermesse) Das Süddeutsche Eisenbahnmuseum Heilbronn verwandelt sich in eine Bühne für kreative Braukunst. Bislandhalle, Bonfeld blacksheep Bandcontest 2016 (Konzert) Ab 19 Uhr spielen fünf Bands um den FÖRCH Nachwuchsförderpreis powered by CANTON und die Teilnahme am 3. Blacksheep Festival Anfang Juni. Tollhaus, Karlsruhe Horst Evers – Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex (Kabarett) Freuen Sie sich auf ein brandneues Programm von Horst Evers, dem »Meister des Absurden im Alltäglichen«. Capitol, Mannheim Element of Crime – »Lieblingsfarben und Tiere«-Tour 2016 (Konzert) Die Ausnahmeband aus Berlin geht auch 2016 auf Tournee. Karlstorbahnhof, Heidelberg Umse – »Hawaiianischer Schnee« (Konzert) Nach nur etwas mehr als einem Jahr kehrt Umse mit einem neuen Release im Gepäck zurück. So 10. Neubausaal, Schwäbisch Hall Hans Liberg: Attacca (Konzert) Eine Vorstellung von internationaler Allüre, voller Energie und Musikalität, wobei Lachtränen wieder über Wangen kullern werden. Tollhaus, Karlsruhe Element of Crime – »Lieblingsfarben und Tiere«-Tour 2016 (Konzert) Element of Crime, die Ausnahmeband aus Berlin, geht auch 2016 auf Tournee. Hanix Nr. 42 74 06. – 10.04.2016

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Hanix Nr. 42 Mo 11. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. Complex23, Heilbronn Kaffeeklatsch mit Kind (Spiel- und Plaudernachmittag) Für die Kleinen gibt es eine gemütliche Spielecke, zum toben, spielen und lesen. Kulturkeller, Heilbronn Literatur am Montag: Johann Wolfgang v. Goethe (Lesung/ Vortrag) Ein/e Schauspieler/in liest aus den Werken des Schriftstellers. Capitol, Mannheim Caterina Valente & Peter Alexander – »Rote Lippen soll man küssen« (Konzert) Die schönsten Filmduette aus Klassikern wie »Die drei von der Tankstelle« oder »Im weißen Rössl«. Di 12. Alte Feuerwache, Mannheim Nneka (Konzert) Nneka verbindet Soul, Groove, Herz und Stil, und sie hat etwas zu sagen. Mi 13. Freund + Kupferstecher, Stuttgart Mädness – Live (Konzert) Der Wahnsinn ist zurück! Im Wizemann, Stuttgart Max Goldt: »RÄUSPER – Comic-Skripts in Dramensatz« (Lesung) Max Goldt gehört gelesen, gerühmt und ausgezeichnet. 11. – 20.04.2016 Tollhaus, Karlsruhe Linda Zervakis: »Königin der bunten Tüte – Geschichten aus dem Kiosk« (Lesung) So, wie Linda Zervakis als Sprecherin der Tagesschau heute in Wohnzimmer guckt, hat sie früher aus dem Kiosk ihrer Eltern geschaut. Do 14. Harmonie, Heilbronn Württ. Kammerorchester: 8. Heilbronner Konzert »Tradition und moderne« (Konzert) Die Verquickung von Tradition und Moderne garantiert ein intensives Hörerlebnis! Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave 61: Johannes Mössinger NY Quartett (Konzert) Mal sanft und sinnlich, dann wieder energiegeladen und dynamisch sprengen die vier Künstler die Grenzen des herkömmlichen Jazz. Merlin, Stuttgart Ben Redelings: »Die Bundesliga wie sie lebt und lacht« (Comedy) Es erwarten Sie zwei unterhaltsame Halbzeiten voller Nostalgie, Witz und Esprit. Jubez, Karlsruhe Titanic-BoyGroup: Comeback – Die Rückkehr der Satire- Zombies (Kabarett) Ausverkaufte Hallen, ohnmächtige Omas, Millionen zufriedener Kunden – die »Supergruppe der Satirezene« (SZ) findet einfach keine Ruhe. Fr 15. Altes Theater, Heilbronn Johanna Juhola Trio (Konzert) Johanna Juhola ist der Pumuckl der finnischen Folk-Szene. Kreissparkasse, Heilbronn Käthchen, Käthchen, Käthchen – Wahl 2016 (Wahl des Stadtmaskottchens) Bereits zum 23. Mal werden das Käthchen von Heilbronn und ihre beiden Stellvertreterinnen gewählt. Kulturkeller, Heilbronn Frank Sauer: Mit Vollgas in die Sackgasse (Kabarett) Ein Programm von Burnout bis Buddhismus zwischen Kontinentaldrift und Lichtgeschwindigkeit. Theaterhaus Stuttgart Serdar Somuncu & Band: Sexy Revolution & the politics (Kabarett) Ein Abend voll schmutziger Gedanken mit Serdar Somuncu. Liederhalle, Stuttgart Banff Mountain Film Festival (Film) Das renommierteste Outdoorfilm-Festival der Welt. halle02, Heidelberg Kakkmaddafakka (Konzert) Die herrlich verrückten Norweger kommen mit ihrem Indie-Pop 2016 wieder auf Tour. Sa 16. Liederhalle, Stuttgart Banff Mountain Film Festival (Film) Das renommierteste Outdoorfilm-Festival der Welt. Tollhaus, Karlsruhe Philipp Dittberner & Band (Konzert) 2:33 Tour Karlstorbahnhof, Heidelberg Ohne Rolf: »Blattrand« (Comedy) Anstatt zu sprechen blättern Ohne Rolf durch über 1000 Plakate. So 17. LKA Longhorn, Stuttgart Nada Surf (Konzert) Nada Surf melden sich mit ihrem siebten Album »You Know Who You Are« zurück. Mo 18. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. Liederhalle, Stuttgart Cicero sings Sinatra (Konzert) Live 2016 Karlstorbahnhof, Heidelberg Heinz Strunk: »Der goldene Handschuh« (Lesung) Dieser Roman ist der erste des Autors, der ohne autobiographische Züge auskommt. Di 19. Merlin, Stutgart Schnipo Schranke (Konzert) »Ne Kurze und ne Kranke, zwei Peanuts, ein Gedanke«, singen Schnipo Schranke im Album- Opener. Karlstorbahnhof, Heidelberg Jochen Distelmeyer: »Songs from the Bottom« (Konzert) Zwölf englischsprachige Coverstücke über die Liebe, den Schmerz und das Weitermachen. Mi 20. Haus der Wirtschaft, Heilbronn Heilbronner Architekturgespräche: Regine Leibinger (Vortrag/ Gesprächsrunde) Regine Leibinger ist Professorin für Baukonstruktion und Entwerfen an der TU Berlin.

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Wald & Schlosshotel, Friedrichsruhe Gin Tasting (Verkostung) Gin-Tasting mit Barchef Kai Berning. halle02, Heidelberg Joachim Witt: »Hände Hoch«- Tour 2016 (Konzert) Er hat als »Goldener Reiter« längst einen Platz im kollektiven Gedächtnis inne. Do 21. Complex23, Heilbronn GanzKurzNoch – Live Podcast (Talkrunde) Eine Talkrunde mit mutigen Pionieren. Thema: Plastik und Zelluloid. Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave 61: Myles Sanko und Band (Konzert) In der aktuellen Funk & Soul-Welt Wir sagen Euch wie spät es ist! Salzstraße 23/27 74076 Heilbronn hat sich Myles Sanko einen festen Platz erobert. Theaterhaus, Stuttgart The Firebirds Burlesque Show (Show) Ein Hauch Frivolität, ein Schuss Nostalgie, eine Prise prickelnde Sinnlichkeit – garniert mit einem frechen Augenaufschlag. Wagenhallen, Stuttgart Heinz Strunk – »Der goldene Handschuh« (Lesung) Dieser Roman ist der erste des Autors, der ohne autobiographische Züge auskommt. Alte Feuerwache, Mannheim Akua Naru – Black Noise Tour (Konzert) Akua Naru, die »First Lady des Global Hip Hop«, meldet sich mit einer neuen ausgedehnten Deutschland-Tour wieder! Fr 22. Altes Theater, Heilbronn Kunstflow – Volume 3 inkl. Finissage des syrischen Künstlers: Hamed (Kunstevent) Kunst wird in Deinem Beisein durch Dich als Muse vor Ort kreiert. Complex23, Heilbronn The Pancakes (Konzert) Süddeutschlands beste Underground-Psychedelic-Krautsurf-Band! Freund + Kupferstecher, Stuttgart Bondax (Clubbing) It’s hard to believe that Bondax have had the years to put into their work. Wagenhallen, Stuttgart 11FREUNDE live (Lesung) Köster & Kirschneck lesen vor und zeigen Filme. Alte Seilerei, Mannheim Subway To Sally: »NeoN – Die Ekustik Tour 2016« (Konzert) Subway To Sally auf Akustiktour. Karlstorbahnhof, Heidelberg Matthias Deutschmann – »Wie sagen wir’s dem Volk« (Politisches Kabarett) Ein Programm über die öffentliche Meinung und ihre tägliche Herstellung. Sa 23. Freie Waldorfschule, Heilbronn Kleiderrausch (Frauenflohmarkt) In netter Atmosphäre können private Verkäuferinnen Kleidung, Accessoires, Schönes und Nützliches verkaufen. Auto & Technik Museum, Sinsheim Alternative Antriebsformen (Fahrzeugtreffen) Fast unhörbar und abgasfrei gibt sich die Elite der Elektro- und Hybridfahrzeuge einmal im Jahr ein Stelldichein. Distelhäuser Brauerei, Distelhausen Tag des deutschen Bieres (Tag der offenen Tür) Zur Feier des 500. Geburtstages anlässlich der Ausrufung des Deutschen Reinheitsgebotes. Freund + Kupferstecher, Stuttgart 5 Jahre Sichtexot /w. Eloquent, Tufu, Luk & Fil und vielen mehr (Konzert) Ihre Philosophie: »Drums, Samples, Swing.« Tollhaus, Karlsruhe Münchner Lach- & Schiessgesellschaft – »Wer sind wieder wir« (Kabarett) Viel schauspielerische Wucht in Kombination mit höchster Musikalität. So 24. Harmonie, Heilbronn Heilbronner Sinfonie Orchester: Rachmaninoff (Konzert) Zu Gast ist Bernd Glemser, einer der profiliertesten Rachmaninoff-Experten unserer Zeit Distelhäuser Brauerei, Distelhausen 500 Jahre Reinheitsgebot (Tag der offenen Tür) Interessierte und Freunde eines guten Bieres sind zu diesem besonderen Event auf dem Brauereigelände eingeladen. halle02, Heidelberg Kollegah – Redlight Tour 2016 (Konzert) Der Boss is back: Kollegah lässt wieder die Muskeln spielen! Mo 25. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. Theaterhaus, Stuttgart Michael Mittermeier: Wild (Comedy) Der Vorkämpfer der deutschen Stand Up-Comedy. Karlstorbahnhof, Heidelberg Benjamin von Stuckrad Barre: »Panikherz« (Lesung) Stuckrad-Barre erzählt mit seiner eigenen Geschichte zugleich die Geschichte der Popkultur der letzten 20 Jahre. Di 26. Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn Aktionswoche: Difesa della natura – Verteidigung der Natur (Vorträge) In einem kurzen Vortrag erläutern Persönlichkeiten der Region ihr ökologisch-nachhaltiges Engagement und stellen ihre jeweiligen Produkte vor. Stadtbibliothek, Heilbronn Thomas Feibel: Kindheit 2.0 – So können Eltern Medienkompetenz vermitteln (Vortrag) Der Experte für Kindersoftware gibt klare Antworten auf die Hanix Nr. 42 76 20. – 26.04.2016

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Hanix Nr. 42 Fragen: Wie machen wir Mädchen und Jungen für das Medienzeitalter stark und fit? Cinemaxx Kino, Heilbronn ANIME Night (Filmvorführung) Gezeigt wird der Film »Psycho Pass. The Movie«. Stuttgart 23. Internationales Trickfilm-Festival 2016 (Festival) Bis 1. Mai. Eine Woche lang wird Stuttgart zum weltweiten Zentrum des Trickfilms. Theaterhaus, Stuttgart Benjamin von Stuckrad Barre: »Panikherz« (Lesung) Stuckrad-Barre erzählt mit seiner eigenen Geschichte zugleich die Geschichte der Popkultur der letzten 20 Jahre. Mi 27. Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn Aktionswoche: Difesa della natura – Verteidigung der Natur (Vorträge) In einem kurzen Vortrag erläutern Persönlichkeiten der Region ihr ökologisch-nachhaltiges Engagement und stellen ihre jeweiligen Produkte vor. Freund + Kupferstecher, Stuttgart Gavlyn x Reverie Live feat. DJ Lala (Konzert) Gavlyn ist die wahrscheinlich realste Rapperin im Hip-Hop- Game und überzeugt durch Flow und deepe Lyrics. Merlin, Stuttgart Linda Zervakis: »Königin der bunten Tüte – Geschichten aus dem Kiosk« (Lesung) So, wie Linda Zervakis als Sprecherin der Tagesschau heute in die Wohnzimmer guckt, hat sie früher aus dem Kiosk ihrer Eltern geschaut. Tollhaus, Karlsruhe Benjamin von Stuckrad Barre: »Panikherz« (Lesung) Stuckrad-Barre erzählt mit seiner 26. – 30.04.2016 eigenen Geschichte zugleich die Geschichte der Popkultur der letzten 20 Jahre. Do 28. Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn Aktionswoche: Difesa della natura – Verteidigung der Natur (Vorträge) In einem kurzen Vortrag erläutern Persönlichkeiten der Region ihr ökologisch-nachhaltiges Engagement und stellen ihre jeweiligen Produkte vor. Harmonie, Heilbronn Martin Rütter: nachSITZen (Comedy) Bevor aus hilflosen am Ende hoffnungslose Hundemenschen werden, kann es in seiner neuen Live-Show nur heißen: nachsitzen. Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave 61: Sebastian Studnitzky Quartett (Konzert) Eindringlicher zeitgenössischer Jazz, der sich trotz seines melodischen Wohlklangs nie gefällig anbiedert. Theresienwiese, Heilbronn Maifest (Volksfest) Das Maifest ist das Volksfest für die ganze Familie. Fr 29. Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn Aktionswoche: Difesa della natura – Verteidigung der Natur (Vorträge) In einem kurzen Vortrag erläutern Persönlichkeiten der Region ihr ökologisch-nachhaltiges Engagement und stellen ihre jeweiligen Produkte vor. Theresienwiese, Heilbronn Maifest (Volksfest) Das Maifest ist das Volksfest für die ganze Familie. Complex23, Heilbronn Schlechte Filme bekommen die Rote Karte (Filmscreening) Öffentliche Sichtung von Kurzfilmen für das 12. Int. low & no budget film-sharing Kurzfilmfestival. Weingut Holzapfel, Neckarsulm Edgar Demling Swingtett (Konzert) Eine musikalische Reise in die 20er- bis 60er-Jahre des Swing und Jazz. Theaterhaus, Stuttgart Bernd Lafrenz spielt MacBeth (Theater) Alle Rollen spielt Lafrenz selbst. Sa 30. redblue, Heilbronn redblue meets Klassik: Chill Out Konzert – The Twiolins (Konzert) Mit ihrer »progressive classical music« öffnen sich die Twiolins für neue Stile. Theresienwiese, Heilbronn Maifest (Volksfest) Das Maifest ist das Volksfest für die ganze Familie. Wald & Schlosshotel, Friedrichsruhe Jay Alexander (Konzert + 4-Gang-Menü) Dinnerkonzert mit Jay Alexander. Kulturfenster, Heidelberg Delta Q (Konzert) Delta Q singt A Cappella. Mit vier Stimmen. Ohne wenn und aber. Tollhaus, Karlsruhe Rolf Miller: »Alles andere ist primär« (Kabarett) »Wenn der Schuss nach vorne losgeht« oder »Ich nehm mich selbst nicht so wichtig, wie ich bin« – das wären Titelalternativen für Rolf Millers viertes Kabarettprogramm gewesen. WARSTEINER STUBEN STEAKHOUSE HEILBRONN Allee 59 74072 Heilbronn Tel. 07131 962104 www.warsteinerstuben.info

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Termine 2016 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Complex23 / Bar Daneben, Data77112 – MusikCaféBar, Plan B – die Bar, Hip Island, Kaffeebucht So 01. Theresienwiese, Heilbronn Maifest (Volksfest) Das Maifest ist das Volksfest für die ganze Familie. Biergarten Saline, Bad Friedrichshall Wer rastet der (p)rostet (Früh- bis Spätshoppen) Frühshoppen und Livemusik. Jede Wandergruppe mit Bollerwagen ab sechs Personen erhält einen Meter Bier (ab 16 Jahren). Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn »I Germanesi« von Giuseppe Maio (Hörspiel/Feature) Feature-Präsentation von Deutschlandradio Kultur. Ein italienisches Familienalbum aus Deutschland. Mo 02. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. Theresienwiese, Heilbronn Maifest (Volksfest) Am letzten Maifesttag lockt dann noch einmal der »Familientag« alle Sparfüchse aufs Frühlingsfest! Theaterhaus, Stuttgart Hagen Rether: Liebe (Kabarett) Sein bis zu dreistündiges, ständig mutierendes Programm infiziert das Publikum. Di 03. Theaterhaus, Stuttgart Stefan Verra Live – »Ertappt! Körpersprache: Echt männlich. Richtig weiblich.« (Show) In seinem Live-Programm demonstriert der Körpersprecher welche amourösen Geheimzeichen uns im Alltag beeinflussen. Mi 04. Universum Arthaus Kino, Heilbronn The Human Scale (Film) Eine Filmreihe zum Semesterschwerpunkt der vhs Heilbronn (Wohnen: gestern – heute – morgen). experimenta, Heilbronn Super Science Slam (Wissenschaftsbattle) Wissenschaft muss nicht trocken sein! Dies beweisen sechs Jungwissenschaftler beim Super Science Slam. Biergarten Saline, Bad Friedrichshall Irische Nacht (Musikevent) Live-Musik auf der Saline-Bühne, Guinness und irische Spezialitäten aus der Saline-Küche. Alte Feuerwache, Mannheim Adam Baldych & Helge Lien Trio (Konzert) Mit unerhörter instrumentaler Virtuosität überschreitet der polnische Geiger Grenzen. Do 05. Zigarre, Heilbronn Total Royal JamSession (Offene Jam Session) Die größte JamSession der Region. Jede Jam mit eigenem Motto. Open Jam ab 23 Uhr. Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave 61: Wolfgang Lackerschmid & The Brazilian Trio (Konzert) Der Vibraphonist Wolfgang Lackerschmid tritt mit einem Grammy-prämierten brasilianischen Trio auf. Complex23, Heilbronn Schlechte Filme bekommen die Rote Karte (Filmscreening) Öffentliche Sichtung für das 12. Int. low & no budget film-sharing Kurzfilmfestival. Hip Island, Heilbronn Hip Opening mit Felix Kröcher, Phil Weeks & Chasing Kurt (Open Air) Da ist es wieder, das Hip Island. Zur Wiedereröffnung gibts standesgemäß einen feinen Rave. Liederhalle, Stuttgart Rock-Legenden: Puhdys + City + Karat – Live 2016 Die Puhdys ein letztes Mal live beim Gipfeltreffen deutscher Rockmusik mit City und Karat! Fr 06. Altes Theater, Heilbronn Armin Fischer: Lust auf Meer (Kabarett) Wie lustig ist eine Seefahrt denn nun wirklich? Armin Fischer weiß es: er arbeitet auf einem Luxus- dampfer in der Pianobar als Geräusch. Complex23, Heilbronn Hodja (Konzert) Hodja ist bis auf die Knochen reduzierter, simplifizierter, schwarzer Rock & Roll! Alte Feuerwache, Mannheim Nektarios Vlachopoulos – »Niemand weiß, wie man mich schreibt« (Comedy) Deutschlehrer und Poetry Slam-Champion mit griechischem Integrationshintergrund. Sa 07. Diverse Weingüter, Baden- Württemberg Tag der offenen Weingüter – 360° Württemberg (Weinkultur) Rund 40 Weingüter im Anbaugebiet Württemberg öffnen ihre Türen und laden ein zu einem Bick hinter die Kulissen. Altstadt, Bad Wimpfen Kunstnacht (Kunst- & Kulturevent) Von Kunstausstellungen verschiedenster Art über Lesungen, musikalische Darbietungen bis hin zu Theateraufführungen wird alles geboten. Theaterhaus, Stuttgart FÜENF: 5 Engel für Charlie (Konzert) Ohne Fallschirm aufgeschlagen und ungebremst auf die Menschheit losgelassen. Wohin sich auch der gute Geschmack verirrt, da sind längst: füenf Engel für Charlie. Theaterhaus, Stuttgart Michael von Zalejski: »Merci Udo – Die Hommage an Udo Jürgens« (Konzert) Fast jeder kennt Hits wie »Aber bitte mit Sahne«, »Griechischer Wein« oder auch »Niemals in New York«. Hanix Nr. 42 78 01. – 07.05.2016

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Hanix Nr. 42 Merlin, Stuttgart Hans Theessink (solo) – Accoustic Blues & Roots (Konzert) Der in Wien lebende Holländer ist Europas Blues-Export No.1 mit regelmäßigen Tourneen durch Nordamerika, Asien, Australien und Neuseeland. Tollhaus, Karlsruhe Egersdörfer & Fast zu Fürth (Kabarett) »Fürchtet euch nicht« halle02, Heidelberg Gloria – mit neuem Album »Geister« (Konzert) Essen auf Rädern. Tragbare Feuerlöscher. Mark Tavassol und Klaas Heufer-Umlauf. So sehen die Sieger der Suchmaschinen-Treffer für den Namen »Gloria« aus. So 08. redblue, Heilbronn Pur: Achtung (Konzert) Generationsübergreifend: Frauen, Männer, Jugendliche, Kids. Das ist Pur. LKA Longhorn, Stuttgart Moderat (Konzert) Moderat sind die perfekte Synthese aus Modeselektors, Dancefloor-Furor und Apparats feinziselierter Emo-IDM. halle02, Heidelberg Cris Cosmo – Alles Blau-Tour (Konzert) Cris Cosmo steht für Sommer, Liebe und einen Hauch Revolution. Tollhaus, Karlsruhe OHNE ROLF – »Blattrand« (Kabarett) Nach der Preisübergabe des Deutschen Kabarettpreises 2016 schnell ins Programm genommen haben wir die beiden famosen Schweizer, die mit ihrer einzigartigen Kunst dem Kabarett eine neue Dimension erschlossen. 07. – 14.05.2016 Mo 09. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. Complex23, Heilbronn Kaffeeklatsch mit Kind (Spielund Plaudernachmittag) Für die Kleinen gibt es eine gemütliche Spielecke zum toben, spielen und lesen. Kulturkeller, Heilbronn Literatur am Montag: Friedrich Schiller (Lesung/Vortrag) Ein/e Schauspieler/in liest aus den Werken des Schriftstellers. Capitol, Mannheim Zeus & Wirbitzky (Comedy) »Ein Gagfeuerwerk der Extraklasse«: Die zwei aus der SWR3 Morningshow. Di 10. Theaterhaus, Stuttgart Joja Wendt: Herr der Tasten – Tour 2016 (Konzert) Mit neuem, jüngst eingespieltem Album im Gepäck. LKA Longhorn, Stuttgart Me first and The Gimme Gimmes (Konzert) Unverständliches Kauderwelsch im Pressetext. Mi 11. Alte Feuerwache, Mannheim Liederslam Jahresfinale (Singer/Songwriter-Wettbewerb) Das Beste vom Liederslam 2015 und 2016 trifft sich zum großen Jahresfinale in der Alten Feuerwache. Karlstorbahnhof, Heidelberg Savina Yannatou & Primavera en Salonico (Konzert) Savina Yannatou ist eine der bekanntesten und vielseitigsten Sängerinnen Griechenlands. Do 12. Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave 61: JF May & Band (Konzert) Die Musik des jungen fünfköpfigen Ensembles um den Pianisten Jan Felix May ist außergewöhnlich. Complex23, Heilbronn Watch out for Details (Filmabend) Das Complex-Team zeigt einen Film und schenkt Getränke aus. Audi Forum, Neckarsulm After-Work meets Live Cooking (Kochshow) Mit Simon Tress – bekanntester Bio-Starkoch Deutschlands. Theaterhaus, Stuttgart Badesalz – »Dö Chefs!« (Comedy) Mit mehr als 30 Jahren Bühnenerfahrung sind Badesalz eine feste Größe der deutschen Comedy- Szene. Alte Feuerwache, Mannheim Mine – »Das Ziel ist im Weg« (Konzert) Die behutsame Art, mit der Mine Musik macht, bewirkt: Rückbesinnung auf unsere intimen Gedankenwelten. Auf uns. Fr 13. Alte Füllerei, Distelhausen Distelhäuser Humor WG (Comedy) Annette von Bamberg, Gymmik, Jörg Kaiser und der Vermieter Thomas Hartmann haben natürlich den Schalk im Nacken. Schloßplatz, Stuttgart SWR Sommerfestival 2016 (Festival) Bis 16. Mai. Beim SWR Som- merfestival 2016 gibt es Musik, Comedy, Kultur und Party. Capitol, Mannheim Gregor Meyle & Band: »Das Beste kommt noch« – Tour 2016 Der Songpoet lässt sein Herz sprechen und kehrt zurück ins Capitol. Porsche-Arena, Stuttgart Das Beste der Feste (Volksmusik & Schlager) Für alle, die es sich so richtig geben wollen! Mit Florian Silbereisen! Theaterhaus, Stuttgart Badesalz – »Dö Chefs!« (Comedy) Mit mehr als 30 Jahren Bühnenerfahrung sind die beiden Comedians und Musiker nicht nur in Hessen Kult. Liederhalle, Stuttgart Peter Kraus – »Das Beste kommt zum Schluss« (Schlager/Volksmusik) Für alle, denen »Das Beste der Feste« noch nicht gereicht hat … Jubez, Karlsruhe The Aggrolites (Konzert) Aufregend moderner Rocksteady/Ska/Rock/Pop aus LA + DJ RALFONE. Substage, Karlsruhe Cannibal Corpse (Konzert) Mit: Krisiun, Hideous Divinity Karlstorbahnhof, Heidelberg Vanessa Carlton – »Liberman« (Konzert) Wohl so ziemlich jeder Radiohörer kennt Vanessa Carlton. Ihr Grammy-nominierter Riesenhit »A Thousand Miles« aus dem Jahre 2002 läuft immer noch weltweit auf vielen Rundfunkstationen. Sa 14. Hip Island, Heilbronn Sunsetbeachclub mit Special Guest Richard Judge (Open Air) Urlaubsfeeling in mondäner Atmosphäre und eine musikalische

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Mixtur von Electro, House und Deep House von Special Guest Richard Judge. Club Alpha 60 e. V., Schwäbisch Hall Götz Widmann: Solotour (Konzert) Undressierte Abendunterhaltung vom Feinsten. Götz Widmann macht endlich wieder, was er am besten kann. Auto & Technik Museum, Sinsheim Mustang Meeting (Fahrzeugtreffen) Bis 15. Mai. Über 300 Ford Mustang Muscle Cars kommen auf dem Freigelände des Museums zusammen. Theaterhaus, Stuttgart 5. Stuttgarter MASTER Comedy Clash (Comedy) Der Master Comedy Clash ist das große Jahresfinale, für das sich die Gewinner der acht monatlichen Comedy Clash-Vorrunden qualifiziert haben. So 15. Complex23, Heilbronn Hilfe, ich hab ne Fee! oder: Wie die Fee ihren Namen wiederfand (Kindertheater) Gerade als es sich der Giftzwerg auf seinem Fliegenpilz gemütlich machen möchte, wird seine Ruhe durch lautes Gekreische unterbrochen. Hip Island, Heilbronn Beach of Love mit Butch, Format: B, u. v. m. (Open Air) Die Beach of Love. Das Liebesfestival, das kleine Tagesfestival – der Geheimtipp unter Beachclub-Fans, die Perle des neuen Hip Islands. Liederhalle, Stuttgart David Garrett – Recital 2016 (Konzert) Im Mai 2016 wird David Garrett sich auf den Spuren seiner künstlerischen Vorbilder bewegen. Mo 16. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. Di 17. Karlstorbahnhof, Heidelberg Homeshake (Konzert) Homeshake is the pseudonym and solo project of Edmonton-born, Montreal-based musician Peter Sagar. Mi 18. Wald & Schlosshotel, Friedrichsruhe Whisky Tasting (Verkostung) Whisky Tasting an der Hotelbar mit Barchef Kai Berning. Theaterhaus, Stuttgart Mary Roos & Wolfgang Trepper – Nutten, Koks und frische Erdbeeren (Konzert) Ein Muss für alle, die den Schlager mögen und ein Muss für alle, die den Schlager nicht ausstehen können. halle02, Heidelberg Rap am Mittwoch goes Heidelberg! (Konzert) Als Plattform, Talentschmiede und Community verleiht Rap am Mittwoch dem Slogan »Hol dir dein Fame!« absolute Authentizität. Capitol, Mannheim Albert Hammond – »Songbook«-Tour 2016 (Konzert) Albert Hammond ist seit 40 Jahren als Songwriter und Sänger im Musikgeschäft tätig. Jubez, Karlsruhe Dead Combo (Konzert) Morbider Fado, Blues & Rock’n’Roll aus Portugal Do 19. Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave 61: Shai Maestro Trio (Konzert) Die Musik des Trios um den israelischen Pianisten Shai Maestro ist mal lyrisch und verspielt, mal energetisch pulsierend. Complex23, Heilbronn GanzKurzNoch – Live Podcast (Talkrunde) Eine Talkrunde mit mutigen Pionieren. Thema: Plastik und Zelluloid. Capitol, Mannheim Wise Guys – »Läuft bei Euch« (Konzert) Deutschlands erfolgreichste Vokal-Band – endlich wieder im Capitol. Kellerklub, Stuttgart Jonah (Konzert) Jonah haben das geschafft, wovon viele träumen: die Entwicklung vom langjährigen Insidertipp zum Next Big Thing! Universität Heidelberg anTRIEBE: Heidelberger Symposium unter der Schirmherrschaft von Gregor Gysi (Symposium) Bis 21. Mai. Wir begegnen dem Thema anTRIEBE auf verschiedenen Ebenen. Wer etwas über seine eigenen Antriebe und die der anderen herausfinden möchte, ist herzlich eingeladen. Fr 20. Weingut Holzapfel, Neckarsulm Siegfried Liebl Trio (Konzert) Triojazz mit einer ganz persönlichen Note. Universität Heidelberg anTRIEBE: Heidelberger Symposium unter der Schirmherrschaft von Gregor Gysi (Symposium) Bis 21. Mai. Wir begegnen dem Thema anTRIEBE auf verschiedenen Ebenen. Wer etwas über seine eigenen Antriebe und die der anderen herausfinden möchte, ist herzlich eingeladen. Sa 21. Hip Island, Heilbronn Sunsetbeachclub meets Full Moon (Open Air) Um 23:16 Uhr wird man den Mond in voller Rundung bewundern können. KulturSpiegelZelt, Brackenheim 25 Jahre Kulturforum Brackenheim (Jubiläumsgala) Bademeister Schaluppke, Helge & das Udo und Muttis Kinder präsentieren die Highlights ihrer Programme. Jubez, Karlsruhe New Bands Festival 2016 (Newcomer-Festival) Es können junge Bands aus dem ganzen Umland von Karlsruhe teilnehmen. Alte Feuerwache, Mannheim Tony Allen – Afrobeat (Konzert) Tony Allen gilt bester Schlagzeuger und einer der einflussreichsten Musiker Afrikas Universität Heidelberg anTRIEBE: Heidelberger Symposium unter der Schirmherrschaft von Gregor Gysi (Symposium) 19. bis 21. Mai. Wir begegnen dem Thema anTRIEBE auf verschiedenen Ebenen. Wer etwas über seine eigenen Antriebe und die der anderen herausfinden möchte, ist herzlich eingeladen. So 22. KulturSpiegelZelt, Brackenheim Spark (Konzert) Spark hat sich einigen Highlights aus Mendelssohns Sammlung Hanix Nr. 42 80 14. – 22.05.2016

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Hanix Nr. 42 gewidmet und haucht ihnen den Atem des 21. Jahrhunderts ein. Schleyerhalle, Stuttgart Silbermond (Konzert) Leichtes Gepäck-Tour 2016 Mo 23. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. KulturSpiegelZelt, Brackenheim Ich bin dann mal weg (Mobiles Kino) Mit einem gut gelaunten Devid Striesow in der Hauptrolle ist Kerkelings Sinnsuche für die große Leinwand umgesetzt. Di 24. KulturSpiegelZelt, Brackenheim Das Tagebuch der Anne Frank (Mobiles Kino) Kaum hat sich die Familie nach der Flucht vor Nazis ein wenig in Amsterdam eingelebt, wird Holland von den Deutschen besetzt. Porsche-Arena, Stuttgart Niedeckens BAP (Konzert) Jubiläumstour – »Die beliebtesten Lieder 1976–2016« Liederhalle, Stuttgart YES – Tour 2016 (Konzert) Playing Fragile & Drama in their entirety plus more. Mi 25. KulturSpiegelZelt, Brackenheim Stromberg und Zabergäu trifft auf Südtirol (Weinprobe) Eine »zauberhafte« 8er Weinprobe mit Weinen der Weingärtner von Stromberg & Zabergäu und aus Südtirol wird verkostet. 22. – 31.05.2016 halle02, Heidelberg LTJ Bukem (Clubbing) LTJ Bukem – kaum ein Name ist klangvoller in der internationalen Drum’n’Bass Szene. Do 26. Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave 61: Son del Nene (Konzert) Für alle die den traditionellen Son Cubano lieben und ein Stück authentisches Kuba erleben wollen, ist der Ausnahmesänger El Nene ein Muss. Hip Island, Heilbronn Sonnentanz: Mit Matthias Tanzmann, Luna City Express u. v. m. (Open Air) Um die neue Saison gebührend einzuläuten steigt traditionell der »Sonnentanz« auf der Insel. KulturSpiegelZelt, Brackenheim Kay Ray: Yolo (Comedy) Nach wie vor nimmt der selbsternannte Edel-Punk kein Blatt vor den Mund, im Kampf gegen Flachsinn und aufgesetzte Überheblichkeit! Fr 27. KulturSpiegelZelt, Brackenheim BMVT (Konzert) Zwei anständige DJs und ein verrückter Typ mit Jazzpfeife, die mit ihrem Tech Swing die Clubs grooven! Sa 28. KulturSpiegelZelt, Brackenheim Dota: Keine Gefahr-Tour 2016 (Konzert) Musikalisch haben sich Dota und ihre Band seit je her jeder Schubladisierung entzogen. Jazz, Folk, Bossa Nova, Pop und nun auch ektronische Sounds. Maimarktgelände/Palastzelt, Mannheim Rea Garvey (Konzert) Bis zur Auflösung der Band »Reamonn« im Jahr 2010 war Garvey charismatischer Frontmann des Quintetts. So 29. Maimarktgelände/Palastzelt, Mannheim Joris (Konzert) Er ist der Shooting-Star der deutschen Musikszene. Mo 30. Altes Theater, Heilbronn Gonzo ’N Friends (Konzert) Mit Special Guest. Kellerklub, Stuttgart Patrick Salmen – Ich habe eine Axt & Neue Geschichten (Lesung/Konzert) Euch erwartet ein Abend voll mit staubtrockenem Humor, herrlicher Selbstironie und wunderschönen Songs. Di 31. Alte Seilerei, Mannheim Sweet: Finale – The Tour 2015/2016 (Konzert) Mit weltweit mehr als 55 Millionen verkaufter Alben gelangen Sweet 34 Nummer-Eins-Kracher rund um den Globus mit zeitlosen Welthits. Capitol, Mannheim Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz – »Von Babelsberg nach Hollywood« (Konzert) Viele der Filmmusik-Klassiker sind bei diesem außergewöhnlichen Konzert zu erleben. Juni/Juli- Ausgabe Hanix erscheint Ende 2016 Besuche auch facebook! info@hanix-magazin.de www.hanix-magazin.de

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Tiere ab 18 Lisa Maria Klotz kam wahrscheinlich durch Geburt zur Welt. Seitdem zeichnet, malt und spielt sie am liebsten Quatsch. Zur Beruhigung backt Lisa Pfannkuchen und ihr animalisches Buch »Tiere ab 18« soll man sich und anderen gefälligst in großer Stückzahl bestellen! Check da Shit out: www.tiereab18.de Mehr zu Lisa gibt’s hier: www.lisamariaklotz.de Hanix Nr. 42 TIERE AB 18

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